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Heilung ist möglich

Über die Autorin

Christel Herrich ist Leiterin des Vital-Therapiezentrums Dr. Hoppe in Oberstaufen/Allgäu. Die erfahrene Therapeutin betreut seit vielen Jahren erfolgreich Patienten im In- und Ausland. Dabei arbeitet sie Hand in Hand mit Kliniken und Schulmedizinern und erstellt auf Basis ihrer Diagnosen ein ganzheitliches Therapiekonzept. Unter ihren Patienten finden sich viele prominente Sportler, wie Boxer, Fußballer und Eiskunstläufer als auch Schauspieler und Manager aus Politik und Wirtschaft.

Mehr unter www.tinnitus-vital-therapie.com

Christel Herrich

Heilung
ist möglich

Was der Energiefluss des Körpers
über unsere Gesundheit verrät

Inhalt

Das Wichtigste zuerst

EINS – Anstelle einer Einführung: Geschichte und Geschichten von Menschen und Meridianen

In diesem Kapitel geht es gleich richtig zur Sache. Ich erzähle darin, wie ich durch einen Besuch aus der Vergangenheit von einem Verfahren erfuhr, das die Vorzüge der Erfahrungsheilkunde des alten China mit den Errungenschaften der westlichen Medizin verbindet. Ich berichte von meinem Staunen, von meinem Begreifen, was das alles mit der menschlichen Energie und dem Entstehen von Krankheiten zu tun haben könnte, und davon, warum diese Erkenntnisse bei uns im Allgäu auf fruchtbaren Boden fielen. Dabei scheue ich mich auch nicht, mit komplizierten Ausdrücken um mich zu werfen, die erst später näher erläutert werden, und erwähne eine Haupt- und Staatsaktion, die dazu angetan war, viele meiner Fragen zu beantworten.

ZWEI – Ein bioenergetisches Diagnosetool und wie man damit umgeht

In diesem Kapitel versuche ich mir immer wieder zu erklären, was Krankheiten eigentlich sind und wie man sie verhindern könnte. Ich fange an zu erzählen, wie man dem Energiehaushalt des Menschen seine Geheimnisse entlockt, und erinnere mich an ein kleines Mädchen aus Österreich, dem ich einiges zu verdanken habe. Ferner nehme ich die Gelegenheit wahr, die »Davos«-Stellen der Akupunktur zu besuchen, die handfeste Beweise liefern, und mache die »üblichen Verdächtigen« dingfest, von denen unsere Medizin nichts wissen will. Dabei kommt mir Frau F. aus dem Rheinland gerade recht, denn »jede Jeck es anders«.

DREI – Resonanztests und unvermutete Zusammenhänge

Auch in diesem Kapitel erlaube ich mir wieder einige Umwege. Ich berichte unter anderem, warum die kleine Anja keinen Brokkoli essen darf, wie wir es herausgefunden haben und was dies mit Frau F. aus dem Rheinland zu tun haben könnte. Nach einem ausführlichen Schlenker auf das Territorium der Homöopathie komme ich dann zu den Zähnen und zum Rückgrat. Das allerdings nicht von ungefähr, denn hier versteckt sich ein Hinweis, dessen Wert den Kaufpreis dieses Buches unter Umständen weit übersteigt. Vielleicht auch für Sie.

VIER – Was die naturwissenschaftliche Medizin unserer Zeit vom Gelben Kaiser lernen könnte

In diesem Kapitel mache ich mich eingangs über die beiden Lager der Medizin-Puristen lustig und komme dann auf Mao und seine Barfußärzte zu sprechen. Ich erinnere mich an die Kaleidoskope, mit denen ich als Mädchen so gern gespielt habe, und versuche mir vorzustellen, wie wohl die Menschen im alten China gedacht haben. Dabei komme ich auch wieder auf einige der schwierigen Begriffe zu sprechen, die sich bereits ins erste Kapitel eingeschlichen hatten – in der Hoffnung, dass jetzt einiges klarer wird. Und immer wieder freue ich mich, dass ich keine »Chlistl Hellich« aus der chinesischen Vergangenheit bin, sondern eine Frau von heute, der ein Computer zur Verfügung steht. Dann leite ich allmählich zu den folgenden zwölf Kapiteln über.

FÜNF – Regiert das Immunsystem: Lungenmeridian der Hand-Taiyin

SECHS – Beherrscht das Lymphsystem: Dickdarmmeridian der Hand-Yangming

SIEBEN – Kontrolliert Proteinstoffwechsel und Entgiftung: Lebermeridian der Fuß-Yueyin

ACHT – Herrscher über den Fettstoffwechsel: Gallenblasenmeridian der Fuß-Shaoyang

NEUN – Steuert das Gefühlsleben: Herzmeridian der Hand-Shaoyin

ZEHN – Macht Stimmung: Dünndarmmeridian der Hand-Taiyang

ELF – Regelt das vegetative Nervensystem: Milz/Pankreasmeridian der Fuß-Taiyin

ZWÖLF – Erteilt Auskunft über den Säure-Basen-Haushalt: Der Magenmeridian der Fuß-Yangming

DREIZEHN – Organisiert den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt: Der Nierenmeridian der Fuß-Shaoyin

VIERZEHN – Regiert die Sexualität: Der Blasenmeridian der Fuß-Taiyang

FÜNFZEHN – Kündet von Vitalität und allgemeiner Fitness: Die Energiebahn des Herzbeutels der Hand-Yueyin (Kreislaufmeridian)

SECHZEHN – Ordnet den hormonell-endokrinen Bereich: Die Energiebahn des Dreifach-Erwärmers der Hand-Shaoyang

SIEBZEHN – Von Alfons, Hausi und anderen Patienten

Hier komme ich nun endlich wieder auf die Alltagspraxis zurück und rühre nach Kräften die Werbetrommel für unsere Vitaltherapie. Ich erkläre die Anatomie des Allgäuers als solchem und prahle damit, dass ich schon einmal in Dubai war – fünfhundert höckriger Patienten wegen. Darüber hinaus stelle ich fest, dass der Mensch keine Maschine ist, was Sie womöglich nicht besonders überrascht, fordere aber auch in aller Entschiedenheit dazu auf, diesem Tatbestand Rechnung zu tragen. Und zwar nicht nur im Spitzensport. Aber das werde ich nicht so explizit sagen.

Statt eines Nachwortes: Die Sache funktioniert einfach

Abschließend gibt es noch ein wenig »Hintergrund« und »Theorie«. Aber was soll ich Ihnen viel sagen: Versuchen Sie’s einfach mal mit der Meridiandiagnostik. Sie werden unerwartete Zusammenhänge erkennen, ein ganz neues Gefühl für sich und Ihre Mitmenschen entwickeln, Ihre gesundheitlichen Schwachstellen entdecken und herausfinden, was Ihnen guttut – physisch, psychisch und mental.

Was Sie sonst noch interessieren könnte: Anmerkungen und etwas mehr

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DAS WICHTIGSTE ZUERST

Ja, Heilung ist möglich.

Doch erwarten Sie von diesem Buch bitte bloß keine Wunder. Ich habe die Medizin nicht neu erfunden und auch keine esoterischen Gesundheitslehren irgendeiner Art im Gepäck. Dafür aber etwas womöglich viel Besseres: Denn als Praktikerin zwischen der sogenannten Schul- und der sogenannten Komplementärmedizin verfüge ich seit mehr als zehn Jahren über ein Instrumentarium, mit dessen Hilfe es möglich ist,

  • viele Krankheiten zu erkennen, bevor sie sich bemerkbar machen,
  • die tiefer liegenden Ursachen von Beschwerden, auch chronischen und »austherapierten«, aufzudecken und
  • Unverträglichkeiten aller Art auf die Spur zu kommen.

Dieses Instrumentarium, die computergestützte Meridiandiagnose, die all das und noch viel mehr ermöglicht, wird heute schon von vielen Heilpraktikern, Ärzten und Zahnärzten eingesetzt. Auf den folgenden Seiten möchte ich es Ihnen vorstellen und von den erstaunlichen Erfahrungen berichten, die unsere Patienten immer wieder damit machen.

Christel Herrich

Oberstaufen im Allgäu, Winter 2011/2012

EINS – Anstelle einer Einführung: Geschichte und Geschichten von Menschen und Meridianen

»Ach! Die Kunst des Heilens ist so geheimnisvoll. Sie ist tiefgründig wie der Ozean und grenzenlos wie der Himmel …«

Der Gelbe Kaiser

Hans, ein junger Mann von Mitte dreißig, war immer müde. Ständig, überall, seit Monaten schon. Er rannte von Arzt zu Arzt, unterzog sich zahllosen Untersuchungen, hörte Verdachtsdiagnosen wie »Burn-out« oder »Narkolepsie«, bekam ein Medikament nach dem anderen verschrieben, blieb aber erschöpft. Und niemand konnte ihm sagen, was ihm wirklich fehlte.

Hans war sogar bereit gewesen, ein, zwei Nächte in einem Schlaflabor in der Uniklinik München zu verbringen, was ihn große Überwindung kostete, denn Hans übernachtet am liebsten im eigenen Bett, doch das Ergebnis lautete nur wieder: »o. B.«, ohne Befund. Zum Trost gab man ihm eine neue Arznei mit nach Hause.

Und da Hans, der in Wirklichkeit nicht Hans heißt, ein lieber Bekannter von mir ist, hätte ich ihm gern geholfen. Andererseits will man sich ja auch nicht aufdrängen.

Eines Tages waren wir gemeinsam zum Essen gegangen. Und Hans schlief einfach ein, mitten am Tisch, über Schweinemedaillons und Blattspinat.

»Jetzt ist das doch schon wieder passiert«, sagte er, als er nach kurzer Zeit wieder aufwachte. Und ich erfuhr an diesem Abend nach und nach das gesamte Ausmaß der Katastrophe. Denn solche »Sekundenschläfchen« wie eben am Tisch hatten Hans schon öfter überfallen.

»Vor allem am Steuer«, gab er zu.

»Das ist doch aber gefährlich«, sagte ich überflüssigerweise.

Hans war zu der Zeit im Service einer Firma für Kälte- und Klimatechnik beschäftigt und aufs Auto angewiesen, um seine Kunden besuchen zu können. Dachte ich jedenfalls.

Aber Hans schüttelte nur den Kopf. »Den Job habe ich längst verloren. Erst war ich über Wochen krankgeschrieben, aber als es dann immer noch nicht besser wurde … Ich konnte mich ja kaum mehr konzentrieren … Diese ständige Müdigkeit … und dass ich bei langen Strecken auf der Landstraße alle zehn Minuten Pause machen musste, um nicht einzuschlafen … Natürlich bestand immer die Gefahr, dass ich einen Unfall baue. Und dieses Risiko konnte auf Dauer keiner tragen. Also wurde das Arbeitsverhältnis aufgelöst – in gegenseitigem Einvernehmen, wie es immer so schön heißt.« Er lächelte traurig.

»Und wie soll es jetzt weitergehen?«

Resigniertes Achselzucken. »Keine Ahnung. Wenn mir wenigstens endlich jemand sagen könnte, was mit mir los ist. Dann wäre mir schon sehr geholfen.«

Mir fiel nichts ein, was ich darauf hätte erwidern können. Außer dem Nächstliegenden: »Du weißt, wir haben die Möglichkeit …«

»Okay, darauf kommt’s jetzt schon auch nicht mehr an. Vielleicht solltest du mich tatsächlich mal durchmessen. Und selbst wenn du nichts herausfindest – es tut ja nicht weh, und schaden kann’s auch nicht.«

Als Hans tags darauf zu uns in die Praxis kam, lag genau die Mischung aus Skepsis und verzweifelter Hoffnung in seinem Blick, die ich von den meisten unserer Patienten kenne.

Er reichte mir die Hände, ich legte den Messstift an die Ränder seiner Fingernägel, dann zog er die Strümpfe aus, und ich beugte mich über seine Füße.

Etwa eine Stunde später schickte ich Hans zum Zahnarzt.

»Aber da war ich erst vor ein paar Wochen«, wandte er ein.

»Geh trotzdem. Und lass dich ganz genau untersuchen. Es würde mich wundern, wenn da nicht irgendwo eine versteckte Entzündung wäre. Oder ein Eiterherd. Wahrscheinlich rechts im oberen Kieferbereich, aber das im Einzelnen herauszufinden ist Aufgabe deines Zahnarztes.«

Dieser war zwar überrascht, als Hans schon wieder bei ihm auftauchte, obwohl er keinerlei Beschwerden hatte, ließ aber dennoch eine Panoramaaufnahme anfertigen.

Und hinterher war er noch verblüffter. »Wie sind Sie denn darauf gekommen?«, fragte er Hans, wie mir dieser später erzählte. »Oben rechts ist tatsächlich eine eitrige Entzündung. Hab ich vorher nicht gesehen. Aber ich fürchte, den Zahn können wir nicht retten.«

Was soll ich sagen: Der Zahn kam raus, und wenig später war Hans kaum wiederzuerkennen.

Zunächst bemerkte er es gar nicht, denn so sehr fehlte sie ihm dann doch nicht, seine Müdigkeit. Aber sie war weg. Hans konnte seine ganze wiedergewonnene Kraft darauf konzentrieren, sich eine neue Existenz aufzubauen. Und er ist seither auch nie wieder durch ein Sekundenschläfchen im Restaurant aufgefallen.

Ich war natürlich froh und glücklich, dass ich meinen Teil dazu hatte beitragen dürfen, Hans von seinen Erschöpfungszuständen zu befreien. Aber gewundert – gewundert hat es mich eigentlich nicht. Denn es war ja Hans selbst gewesen, der mir gesagt hatte, was mit ihm nicht in Ordnung war. Oder korrekter ausgedrückt: Sein Körper hatte es getan. In der Sprache seiner Energie. In der Sprache seiner Meridiane.

Dies wäre nun eigentlich die Stelle, an der ich mich Ihnen gern kurz vorstellen würde, damit Sie wissen, mit wem Sie es hier zu tun haben, und den Wert der Informationen, die ich Ihnen in diesem Buch gebe, besser einschätzen können. Ich arbeite seit nunmehr über zehn Jahren sehr erfolgreich mit computergestützter Meridiandiagnose, einem Verfahren, über das in der breiten Öffentlichkeit noch recht wenig bekannt ist, obwohl es sich inzwischen weltweit in Tausenden von Arzt-, Heilpraktiker- und Zahnarztpraxen bewährt hat.

Mithilfe dieser Methode ist es unter anderem möglich, gesundheitliche Störungen, die sich gerade erst anbahnen, frühzeitig zu erkennen und die Ursachen chronischer Erkrankungen herauszufinden, die sonst oft lange im Dunkeln liegen – wie bei Hans, bevor ihm »auf den Zahn gefühlt« wurde.

Die bessere Bezeichnung für dieses computergestützte Verfahren wäre im Grunde Meridiananalyse oder -screening, denn die eigentliche Diagnose wird natürlich immer durch den Menschen gestellt und nicht durch ein noch so gutes Gerät. Aber der Begriff Meridiandiagnose hat sich nun einmal durchgesetzt. Sie ist einem relativ jungen Zweig der Medizin zuzuordnen, der sogenannten energy medicine (auf Deutsch auch Schwingungs-, Informations-, Regulations- oder eben: Energiemedizin genannt). Dennoch beruht sie zu einem Gutteil auf jahrtausendealten Erkenntnissen, insbesondere denen der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und ihrem Verständnis von Energie und Gesundheit.

In der Meridiananalyse verbindet sich dieses Grundlagenwissen mit moderner (Rechen- und Mess-)Technik sowie Datenbanken von mehreren Millionen Einzelerhebungen zu einem höchst zeitgemäßen Diagnosetool, das ungeahnte Möglichkeiten der Vorbeugung, Früherkennung und Ursachenforschung bietet – und damit natürlich auch die Aussicht auf verbesserte Heilungschancen.

Darüber gleich mehr. Zwischendurch möchte ich Ihnen erzählen, wie ich überhaupt zur Meridiandiagnostik gekommen bin. Dafür muss ich aber ein bisschen ausholen.

Ich – das sind eigentlich »wir«, das Team des Vital-Therapiezentrums im zauberhaften Allgäu-Kurbad Oberstaufen. Eingebettet in eine allgemeinmedizinische Praxis, gelten wir seit vielen Jahren als Spezialisten für (beziehungsweise eher: gegen) Tinnitus.

Patienten aus ganz Deutschland, aber auch aus Österreich und der Schweiz und sogar von noch weiter her suchen uns auf, um durch unsere spezielle Tinnitus-Vitaltherapie endlich von ihren nervtötenden Beschwerden, diesem ewigen lästigen Tönen im Ohr, befreit zu werden. Und glücklicherweise können wir den meisten tatsächlich helfen. Auch bei Drehschwindel, Hörsturz und Schwer(st)hörigkeit haben wir gute Erfolge zu verzeichnen. Seit Jahren schon.

Und da Tinnitus in unseren Zeiten beinahe zu einer »Volkskrankheit« geworden ist, begann sich irgendwann auch die Presse für uns zu interessieren. Einer dieser Veröffentlichungen habe ich es zu verdanken, dass ich Ende 1999, Anfang 2000 – genauer kann ich das heute gar nicht mehr sagen – Besuch aus der Vergangenheit erhielt: Robert Bresan, ein Bub, den ich noch aus meiner Jugend kannte, rief völlig unverhofft bei mir an. Er hätte, sagte er, einen Artikel über unsere Tinnitus-Therapie gelesen. Und ob er denn nicht mal vorbeikommen könne.

»Klar«, sagte ich und freute mich.

Ein Bub war Robert nun nicht mehr direkt, als er bei mir auftauchte. Inzwischen hat er es zum promovierten Mediziner gebracht.

Bei Kaffee und Kuchen erkundigte er sich nach unserer Tinnitus-Therapie. Ich erklärte ihm, sie bestehe im Wesentlichen aus einer Kombination von Akupunktur, Laserbehandlungen und Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie.

»Das hört sich schon mal gut an. Aber würde es dich denn nicht interessieren, mehr über Tinnitus zu erfahren?«, fragte Robert. »Ich meine: was dahintersteckt?«

»Bitte nimm’s mir nicht übel«, entgegnete ich, »aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendetwas gibt, was ich über Tinnitus nicht wüsste. Wir beschäftigen uns hier seit Jahren damit. Und was meinst du eigentlich mit ›was dahintersteckt‹?«

»Ich will eure Kompetenz überhaupt nicht in Frage stellen. Aber es ist doch so, dass es sich bei Tinnitus im Grunde gar nicht um eine bestimmte Krankheit handelt, die bei jedem Patienten ein und dieselbe Ursache hat. Tinnitus – wie übrigens viele andere Leiden auch – ist doch eigentlich eher ein Symptombild, das sich von Fall zu Fall aus ganz unterschiedlichen Faktoren zusammensetzt. Und die muss man erst einmal kennen, um entsprechend differenziert darauf reagieren zu können.«

»Aber wie soll das gehen? Die Medizin steht einem Phänomen wie Tinnitus doch vollkommen hilflos gegenüber?«

»Das ist es ja eben«, sagte Robert. »Die Schulmedizin hat kein Instrumentarium, mit dem sie das Entstehen solcher Beschwerden erklären könnte. Dabei gibt es längst eins, sie nutzt es nur nicht. Und erkennt es noch nicht einmal an. Es ist kinderleicht in der Bedienung und bietet unglaubliche Möglichkeiten der Früherkennung und Vorsorge.«

Und so kam es, dass ein alter Bekannter aus längst vergangenen Tagen der Erste war, der mir von der Meridiandiagnostik berichtete.

Da die Akupunktur schon seit Langem eine wichtige Säule unserer Vitaltherapie darstellte, waren mir diese »Meridiane«, von denen Robert sprach, natürlich auch damals schon geläufig. Ich wusste, dass man darunter die geheimnisvollen Leitbahnen versteht, auf denen sich die Akupunkturpunkte aufreihen, die durch Nadeln gereizt werden, um schmerzlindernde und sogar heilende Wirkungen zu erzielen.

Ich wusste darüber hinaus, dass unser ganzer Körper von einem dreidimensionalen Netz solcher Leitbahnen durchzogen wird und dass es unter ihnen zwölf Hauptleitbahnen auf jeder Körperseite gibt, die den Namen bestimmter Organe tragen. Lebermeridian, Lungenmeridian, Magenmeridian und so weiter.

Auf diesen Bahnen und überhaupt in diesem ganzen unsichtbaren Verkehrsnetz bewegt sich die Vital- oder Lebensenergie des Menschen, das Qi, wie es in der Medizin der »alten Chinesen« genannt wird. In deren Vorstellungswelt hängt Gesundheit vom freien, ungehinderten und harmonischen Fluss dieser Energie ab, von der fragilen Balance des »Yin und Yang«. Darauf beruht die gesamte Akupunkturlehre. Und dass es mit dieser Grundannahme seine Richtigkeit hatte, konnte man bei unseren Patienten immer wieder beobachten.

Vorbeugen ist besser als heilen – na klar, aber wie?

Doch die traditionelle chinesische Medizin hatte, wie mir Robert in Erinnerung rief, nicht nur mit Nadeln zu tun, ganz im Gegenteil. Ein Arzt, der seine Patienten erst akupunktierte oder ihnen Medizin verabreichte, wenn bereits eine handfeste gesundheitliche Störung aufgetreten war, galt als inkompetenter Nichtskönner.

Die eigentliche Stärke der chinesischen Heilkunde lag daher in all den Dingen, die geschahen, bevor das Kind in den Brunnen fiel. Bevor eine Krankheit entstand – also in der Prophylaxe. Denn alles drehte sich darum, die Energie in Balance zu halten, um Krankheiten vorzubeugen. Diesem Ziel dienten die Bewegungsübungen, die wir als Tai-Chi oder Qigong kennen, und eine ausgewogene Ernährung, die dem individuellen Bedarf entsprach. Auch bestimmte Massagen wurden verabreicht, um Yin und Yang ins Gleichgewicht zu bringen und eventuelle Energieüberschüsse beziehungsweise -mangelerscheinungen auszugleichen.

Aber natürlich machten Erkrankungen auch vor den Menschen im alten China nicht halt. Und ein »hervorragender« Arzt war dann eben der, dem es gelang, die Zeichen frühzeitig zu erkennen.

Krankheiten fallen nicht vom Himmel – jedenfalls nicht über Nacht

Die Menschen im alten China hatten ein ganz anderes Verständnis von Gesundheit und Krankheit als wir hier und heute. Da gab es kein striktes »Entweder gesund oder krank«, keine statische Zustandsbeschreibung, sondern eher ein Kontinuum, eine ständige Annäherung an ein Gleichgewicht beziehungsweise eine mehr oder weniger gravierende Störung der Balance.

Ehrlicherweise muss man also sagen, dass sich die alte chinesische Heilkunde im Grunde nicht wirklich für Krankheiten interessierte. Was stattdessen zählte, waren immer die energetischen Verhältnisse im Körper des Einzelnen, wie sie sich in den Meridianen zeigten. Sobald sich diese auf bestimmte Weise ungünstig zu verändern begannen – und dafür kannte man viele Möglichkeiten, zahlreiche verschiedene Störungsmuster –, war Wachsamkeit gefragt. Mit anderen Worten: In der alten chinesischen Heillehre geht jeder krankhaften organischen, psychischen und/oder funktionellen Veränderung etwas voraus, das es zu identifizieren gilt, um Schlimmeres zu verhindern.

Und der Mann, den ich schon aus Kindertagen kannte, dieser Mann, aus dem inzwischen ein anerkannter Arzt geworden war, der behauptete nun allen Ernstes, dass die vorbeugende, früherkennende Diagnostik aus der alten chinesischen Heilkunde auch uns zu Gebote stehen könnte – ohne dass wir auf irgendeine der Errungenschaften unserer modernen Medizin verzichten müssten.

Mithilfe der Meridiane Krankheiten erkennen, bevor sie entstehen … ein Traum!

Theoretisch kannte ich die vier Elemente, aus denen die traditionelle chinesische Diagnostik bestand. Ich wusste, wie die Ärzte die Sprache der Meridiane entschlüsselten: durch Inaugenscheinnahme, Zungen- und Pulsdiagnose, Patientengespräch. Doch nie wäre ich auf die Idee gekommen, diese Diagnostik auch nur ansatzweise erlernen zu wollen. Das wäre mir geradezu vermessen vorgekommen – und völlig unsinnig. Die dafür nötige Erfahrung hätte ich mir im Leben nicht mehr aneignen können. Und ob es bei meinem kulturellen Hintergrund überhaupt möglich gewesen wäre?

Allein schon die Puls- und Zungendiagnose: Wenn ich mir vor Augen führte, dass ein traditionell arbeitender Arzt in China allein zweiunddreißig Arten von Pulsschlag kannte, die er auseinanderhalten musste! Dass er aus der bloßen Betrachtung der Zunge, aus ihrer Größe, Farbe, Form und dem Belag Rückschlüsse auf den Energiefluss und damit den aktuellen Gesundheitszustand seiner Patienten ziehen konnte! Und damit noch nicht genug – Stimme und Gesichtsfarbe waren auch noch zu beachten, um Hinweise auf Stauungen oder Blockaden zu erhalten und sie richtig orten zu können …

Was für ein Aufwand, um den Meridianen ihre Geheimnisse zu entlocken. Aber es schien sich zu lohnen.

… oder vielleicht doch nicht?

Als mir Robert damals in meinem Wohnzimmer gegenübersaß und über die Chancen sprach, die in diesem modernen Meridianscreening liegen sollten, wusste ich einen Moment lang nicht, was ich sagen sollte. Ich fühlte mich hin- und hergerissen. Die Idee, in Minutenschnelle allein mithilfe weniger Messungen, eines kleinen Gerätes und der dazugehörigen Computersoftware eine umfassende und zugleich detaillierte Einsicht in die aktuelle energetische Situation unserer Patienten gewinnen zu können, faszinierte mich enorm. Andererseits …

Andererseits war und bin ich bei aller Offenheit gegenüber komplementären, unkonventionellen Heilverfahren doch nach wie vor ein vernunftbegabter Mensch, der seine Wurzeln in der abendländischen Kultur und Denktradition hat. Deshalb überwog mein Misstrauen. Das konnte doch nicht wahr sein: Meridiane – messen? Einfach an den Anfangs- und Endpunkten der vierundzwanzig Hauptleitbahnen, das heißt an Finger- beziehungsweise Zehennägeln? Das Ergebnis anschließend in Form farbiger Diagramme in der Hand halten können? Und dann auch noch aus einer Datenbank von mehr als zwölf Millionen Einzeldaten konkrete Hinweise auf die möglichen Ursachen bestehender Krankheiten sowie auf sich eben erst anbahnende gesundheitliche Störungen geliefert bekommen? Ich bitte Sie! Das geht doch nicht …

So ähnlich äußerte ich mich auch Robert gegenüber: Das ist doch nicht möglich. Da will bestimmt nur irgendein Spinner den dicken Reibach machen. Meridiane sind nicht sichtbar. Und damit auch nicht quantitativ erfass- und schon gar nicht messbar. Schön wäre es, das Beste beider Welten sozusagen, die Verbindung von westlich-moderner und alter chinesischer Medizin, aber …

Mit Verlaub, das ist doch Humbug …

Sicher, die Wirksamkeit der Akupunktur, die bei uns im Vitalzentrum seit Jahren praktiziert wurde, ließ sich, streng genommen, auch nicht hundertprozentig erklären, jedenfalls nicht rein »naturwissenschaftlich«. Von ihr aber war ich fest überzeugt. Weil sie einfach funktionierte. Weil sie sich schon in Hunderttausenden von Fällen bewährt hatte, auch in der westlichen Welt. Tag für Tag.

Aber das hier … das war doch etwas ganz anderes.

Wer hat diese Methode eigentlich entwickelt?, fragte ich. Und wann soll das gewesen sein?

In China selbst hatte man sich früher nie besonders intensiv um die Frage gekümmert, warum die Akupunktur gerade an ganz bestimmten winzigen Körperstellen so gut funktionierte. Aber genau das war es, was andernorts große Neugier weckte. Jedenfalls fingen schon in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts Ärzte an, sich für diese ganz speziellen Punkte zu interessieren, unabhängig voneinander in Deutschland, Frankreich, Russland und Japan. Die Überlegung, die sie dazu veranlasste, war naheliegend: Wenn es tatsächlich möglich war, durch mechanische Reizung dieser Punkte eine so erhebliche Wirkung zu erreichen wie zum Beispiel Schmerzlinderung und örtliche Betäubung an ganz anderen Körperstellen, dann musste es mit diesen Punkten etwas Besonderes auf sich haben. Aber was?

Des Rätsels Lösung fand sich schließlich in der sogenannten elektrodermalen Aktivität, insbesondere im Hautwiderstand und der Leitfähigkeit.

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Viel Spaß!



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