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Hass und Anthrax - eine tödliche Mischung (FBI Special Agent)

Pete Hackett

Hass und Anthrax - eine tödliche Mischung (FBI Special Agent)

FBI Special Agent Owen Burke #33: Cassiopeiapress Krimi





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Agent Burkes 33. Fall

FBI Special Agent Owen Burke

Hass und Anthrax – eine tödliche Mischung

Krimi von Pete Hackett

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

www.postmaster@alfredbekker.de

 

 

 

Vor drei Tagen erhielt Craig P. Wilcox einen Brief, der mit Milzbrand-Sporen verseucht war. Wilcox war bis zu seiner Pensionierung vor über neun Jahren Chef des FBI New York. Nicht er, sondern seine Gattin hatte den Brief geöffnet. Nun lag sie im Krankenhaus, und Wilcox hatte sich an das FBI gewandt.

Der Assistant Director ließ sofort die Special Agents Owen Burke und Ron Harris antanzen. Bei ihm befand sich Craig P. Wilcox, sein Vorgänger auf dem Chefsessel im Field Office. Wilcox war zweiundsiebzig, sah aber fünf Jahre jünger aus. Der AD klärte die beiden Agents auf. Danach ergriff Wilcox das Wort, indem er sagte: „Vor mehr als fünfzehn Jahren sind bei USAMRIID1 fast 30 Proben von gefährlichen Kulturen, darunter Anthrax-Bakterien sowie Hanta- und Ebola-Viren spurlos verschwunden. Und das ist nicht alles. Nicht nur, dass Bakterienkulturen verschwanden, es wurde nachts auch heimlich in den Laboren gearbeitet. Während dieser Nachtschichten wurde unkontrolliert mit den Kulturen experimentiert und später kristallisierte sich heraus, dass führende Mitarbeiter des Instituts das Zeug mit verbrecherischen Absichten herstellten.“

Jeder im Raum wusste, was es mit der Abkürzung USAMRIID auf sich hatte. Es handelte sich um das Zentrum der medizinischen B-Waffen-Defensivforschung in den USA, und es befand sich in Fort Detrick.

Wilcox fuhr mit gesenkter Stimme fort: „Die Sicherheitsvorkehrungen wurden damals in dem Institut recht lasch gehandhabt. Diese lasche Handhabung kam ans Tageslicht, als ein ägyptischstämmiger Wissenschaftler namens Elamin Kisha eine Diskriminierungsklage führte. Der Leiter des Instituts, Dr. Clark Snyder, flüchtete nach New York und versuchte hier unterzutauchen. Da es um die nationale Sicherheit ging, schaltete ich mich persönlich in die Ermittlungen ein und es gelang mir, den ehrenwerten Wissenschaftler zu überführen.“

Nach einer kurzen Pause sprach Wilcox weiter: „Der Doktor hatte zu rechtsextremistischen Kreisen in New York Beziehungen aufgebaut, die wiederum zu ausländischen, hauptsächlich arabischen Extremisten Kontakt hatten. Er bot den Terroristen an, ihnen sein Wissen zur Verfügung zu stellen – gegen harte Dollars natürlich. Sein Plan, schnell reich zu werden, brachte Snyder fünfzehn Jahre in Sing Sing ein. - Nun, die Zeit dürfte vor einigen Wochen abgelaufen sein. Sollte Snyder wegen guter Führung vorzeitig entlassen worden sein, dann eventuell schon vor zwei oder drei Jahren.“

„Sie sind davon überzeugt, Mister Wilcox, dass Ihnen dieser Dr. Snyder den tödlichen Liebesbrief schickte“, stellte Ron Harris mit Galgenhumor fest.

„Ja, Agent. Man kann nicht auszuschließen, dass er guten Kontakt zu einem Angestellten in einem der Labors hat, in denen – oftmals verdeckte – Biowaffen-Forschunsprogramme betrieben werden. Es ist anzunehmen, dass das eine oder andere dieser Programme in der Weiterentwicklung besonders aggressiver Anthrax-Erreger besteht.“

„Dann müssen wir uns eben auf die Fährte des Dr. Clark Snyder heften“, gab Owen Burke zu verstehen. „Und wenn wir an ihrem Ende angelangt sind, dann werfen wir dem Doktor einen etwas schärferen Blick unter den Hutrand.“

 

*

Die Agents begannen in Sing Sing. Sie erfuhren, dass Dr. Clark Snyder seine Haft bis zum letzten Tag abgesessen hatte. Seine Entlassung erfolgte vor sechs Monaten.

„Hat er einen Wohnort angegeben, als er entlassen wurde?“, wollte Owen Burke wissen.

„Ja“, erhielt er zur Antwort. „Queens, genauer gesagt Forest Hills, 112 Harrow Street. Ob das stimmt, wurde allerdings nicht geprüft. Dadurch, dass er nicht vorzeitig entlassen wurde, steht er auch nicht unter polizeilicher Kontrolle oder unter der Obhut eines Bewährungshelfers.“

Die Agents fuhren nach Queens. Bei dem Haus Nr. 112 in der Harrow Street handelte es sich um ein Einfamilienhaus mit verspielten Erkern und einer angebauten Garage. Zwischen Haus und Gehsteig war eine gepflegte Rasenfläche, die Zufahrt zur Garage war geteert. Das Haus war aus Holz und grau gestrichen. Die Fensterrahmen waren weiß.

Eine Frau um die dreißig öffnete die Tür. Sie war dunkelhaarig, ihr Gesicht war gebräunt und ebenmäßig, sie war mittelgroß und sehr schlank – kurz und gut, diese Lady war eine faszinierende Erscheinung.

Aus tiefblauen Augen schaute die Frau fragend von einem zum anderen. Dann sprangen ihre sinnlichen Lippen auseinander. „Was kann ich für Sie tun, Gentlemen?“

Ihre Stimme klang angenehm, ihre Sprache war klar.

„FBI“, erklärte Owen Burke und zeigte der Schönen seine ID-Card. „Wir hätten gerne Dr. Snyder gesprochen. Er soll hier wohnen.“

Ein Schatten lief über ihr schönes Gesicht, und es schien sich um einige Nuancen zu verdunkeln. Nach kurzer Überlegung erwiderte sie: „Dr. Snyder ist mein Vater. Als wir damals aus Maryland fliehen mussten, kaufte er dieses Haus. Ich habe von meinem Vater nichts gesehen, seit er aus dem Gefängnis entlassen wurde. – Wieso FBI? Mein Vater hat seine Strafe abgesessen. Er ist resozialisiert. Was wollen Sie von ihm?“

„Das wollten wir eigentlich Ihrem Vater selbst sagen, Miss …“

„Mrs Mercer – Ann Mercer, G-man. Mein Mann kam allerdings vor drei Jahren bei einem Motorradunfall ums Leben.“

„Tut mir leid“, murmelte Ron Harris, dann fuhr er mit etwas erhobener Stimme fort: „Ihr Vater ist nicht bei Ihnen erschienen, nachdem er vor einem halben Jahr entlassen wurde?“

Sie sah ihn fest an. „Nein. Wenn er diese Adresse angegeben hat, dann wohl nur, um einen festen Wohnsitz nachzuweisen.“

„Wohin könnte er sich nach seiner Entlassung sonst gewandt haben?“, wollte Owen Burke wissen.

Sie richtete ihren unergründlichen Blick auf den G-man. „Ich weiß es nicht – wirklich nicht. Ich habe ihn jeden Monat einmal im Gefängnis besucht. Ich wollte ihn auch abholen am Tag seiner Freilassung, doch das lehnt er ab. – Entschuldigen Sie, G-men, ich lasse Sie hier einfach vor der Tür stehen. Kommen Sie doch herein. Im Sitzen redet es sich bestimmt bequemer als zwischen Tür und Angel.“

Gleich darauf nahmen sie im Wohnzimmer Platz. Owen Burke fragte: „Gab Ihr Vater einen Grund an, weshalb er es ablehnte, von Ihnen abgeholt zu werden?“

Ann Mercer schüttelte den Kopf. „Nein. Ich befürchtete, dass er wieder auf dem Weg ist, eine Dummheit zu begehen. Ich beschwor ihn, ich flehte ihn an. Doch er beruhigte mich und versprach mir, nichts zu tun, was ihn erneut mit dem Gesetz in Konflikt bringen könnte. Dass ich aber seit einem halben Jahr nichts mehr von ihm gehört habe, beunruhigt mich immens.“

„Leben Sie allein hier?“, erkundigte sich Ron Harris.

Die Frau nickte. „Meine Mutter hat sich damals von Dad scheiden lassen.

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