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Hard to Resist – Smith

KENDALL RYAN

Hard to Resist

Smith

Roman

Ins Deutsche übertragen
von Dorothee Danzmann

Zu diesem Buch

Evie Reed weiß, wie gut es ihr geht. Sie durfte die besten Schulen besuchen, ihre Familie liebt sie, und jetzt hat sie auch noch in der Dessous-Firma ihrer Familie ihren ersten Job angetreten und soll die Präsenz der Firma in den sozialen Medien planen und lenken. Aber sie will mehr. Zum Beispiel einen Grund dafür, die von ihrer Familie produzierte sexy Damenwäsche auch selbst zu tragen. Sie weiß auch schon, für wen sie das am liebsten tun würde, denn Evie ist, seit sie denken kann, in Smith Hamilton verknallt. Doch der beste Freund ihres großen Bruders scheint sie immer noch als kleines Mädchen zu sehen. Aber wenn es ihr gelingen könnte, sich in sein Bett zu schmuggeln, dann müsste er doch endlich merken, dass sie erwachsen geworden ist …

1

Evie

Mein Herz schlug laut und schnell, wie es einem eben mal passieren kann, wenn man gerade beschlossen hat, das Leben am Schopf zu packen und in die eigenen Hände zu nehmen. Ich stand ganz nah am Rand einer verdammt hohen Klippe, ein kleiner Schubs würde mich kopfüber in die Tiefe stürzen, falls ich diesen verrückten Plan denn wirklich durchzog.

»Komm schon, Evie!« Meine beste Freundin versuchte, mich aufzumuntern. »Lass dich von dem Kerl da mal so richtig flachlegen!« Maggie hielt sich kichernd ihre Stoffserviette vor den Mund, während ich genervt die Augen verdrehte.

»Ich werde ganz bestimmt nicht mit irgendeinem Wildfremden ins Bett steigen!«

Denn ich strebte höhere Ziele an, erhabenere Ziele sozusagen. Ich wollte die Höhen der Lust mit dem Mann erleben, den ich schon immer begehrt hatte. Ich war kein schüchterner Teenager mehr, mein Selbstbewusstsein reichte inzwischen, um zu wissen, was ich wollte und tun musste, um die Erfüllung meiner Bedürfnisse in Angriff zu nehmen. Es sollte ein Geschenk an mich selbst werden, ein Punkt, den ich von meiner Wunschliste zu streichen gedachte, um endlich meine geheimen Fantasien hinter mir lassen und vorankommen zu können.

Jetzt verdrehte Maggie die Augen. »Ich weiß, ich weiß. Du hast es auf Smith abgesehen.«

Wie recht sie doch hatte. Wir lebten schließlich im einundzwanzigsten Jahrhundert, und eine Frau konnte sich durchaus auf sexuellem Gebiet holen, was sie wollte, ohne sich dabei billig oder ausgenutzt zu fühlen.

Smith Hamilton war der beste Freund meines älteren Bruders. Und morgen Abend würde er sein blaues Wunder erleben.

Die Feministin in mir schlug sich auf die stolzgeschwellte Brust und stieß einen Freudenschrei aus.

Jawohl, ich würde es durchziehen.

Smith würde mir gehören, mit Haut und Haaren.

Und es würde mir glatt am Arsch vorbeigehen.

Ich lächelte stumm und ließ den schimmernden Wein in meinem Glas kreisen. »Smith ist intelligent, höflich, so attraktiv, dass es eigentlich verboten gehört, und ich wette mit dir, dass er, anders als die meisten Typen in unserem Alter, im Bett genau weiß, was er tut.«

Maggies leuchtend rosa Lippen verzogen sich zu einem spöttischen Grinsen. »Heiß ist er ja, das muss ich dir lassen.«

Es war unser letzter Abend in diesem malerischen französischen Dorf, in dem wir uns sehr wohl gefühlt hatten. Wir hatten zu Fuß die Gegend erkundet, die örtlichen Weine probiert und uns mit knusprigem Brot und weichem Käse vollgestopft. Morgen sollte es weitergehen. Wir wollten den Zug nach Paris nehmen, von wo aus Maggie nach Hause fliegen sollte, um einen neuen Job anzutreten, während ich meinen Plan in die Tat umsetzen würde, der da lautete: Smith zu verführen, bis ihm Hören und Sehen verging.

Maggie und ich waren gerade mit dem College fertig geworden und seit zwei Wochen als Rucksacktouristen in Europa unterwegs. Bis dahin hatte sich unser Leben in Mädchenschulen abgespielt, und wenn man es als behütet bezeichnen wollte, wäre das wohl die Untertreibung des Jahrhunderts gewesen. Jetzt wollten wir alles ausprobieren, was die Welt uns sonst noch zu bieten hatte, wobei wir meiner Meinung nach bereits einen ziemlich guten Start hingelegt hatten. Ich hatte in der Toskana im Mondlicht getanzt, in einem französischen Dorf Schnecken gegessen und in Budapest auf dem Rücksitz eines Motorradtaxis mein Leben aufs Spiel gesetzt. Ich hatte berühmte Bauwerke besichtigt und jede Menge Einheimische kennengelernt. Das Einzige, was ich bisher noch nicht hatte abhaken können, war ein nicht in Eigenleistung herbeigeführter Orgasmus. Das mag schräg klingen, war jedoch Fakt. Aber ich wusste genau, welcher Mann diesem Zustand ein Ende bereiten sollte.

Jawohl, Smith war heiß, da hatte Maggie ganz recht. Nachdenklich trank ich einen weiteren Schluck Wein. Groß war er auch. Und so sexy wie die Sünde. Kaum dachte ich an ihn, da musste ich auch schon die Beine übereinanderschlagen, um die sich dort aufbauende Hitze zu unterdrücken.

Bloß das nicht! Ich stieß einen leisen Seufzer aus. Mir ging es hier ausschließlich um Sex. Sehnsüchtige Gedanken an die erstaunlichen Qualitäten, die Smith sonst noch auszeichneten, waren nicht gestattet, auch wenn es davon jede Menge gab.

Smith war immer nett zu mir gewesen, sogar als Teenager, dabei muss ich kleine Zicke ihm und meinem Bruder damals ziemlich auf die Nerven gegangen sein. Während mein Bruder keine Probleme damit gehabt hatte, mich anzubrüllen, aus seinem Zimmer zu werfen und die Tür hinter mir zuzuknallen, hatte sich Smith in solchen Situationen oft hingekniet, damit wir auf Augenhöhe waren, mir den Kopf getätschelt und versprochen, wenn ich sie jetzt kurz mal in Ruhe ließe, würde er sich später gern meinen zahmen Frosch ansehen. Er war immer nett zu mir gewesen, selbst wenn ich es nicht verdiente.

Meine Eltern hatten uns Kinder abgöttisch geliebt, jedoch ziemlich streng erzogen. Deshalb mochte ich nie vom rechten Weg abweichen und hatte im Grunde immer getan, was von mir erwartet wurde. Damals hatte ich das für richtig gehalten, inzwischen allerdings bedauerte ich heftig, nicht wenigstens manchmal ein bisschen über die Stränge geschlagen zu haben. Ich mochte nicht länger nach den Regeln anderer leben, und vor allem wollte ich endlich die heiße Begegnung zustande bringen, an die ich mich bisher nicht gewagt hatte, weil mir ganz einfach der Mut fehlte. Beim bloßen Gedanken an mein Vorhaben wurde mir ganz anders.

»Bist du dir wirklich sicher, dass es Smith sein soll?« Maggies Frage holte mich ins Hier und Jetzt zurück.

Ach, Smith! Ich seufzte glücklich. Smith, der Mann all meiner Teenagerfantasien, so klug, so lieb, so unglaublich attraktiv. Außerdem irgendwie auch verwundetes Alphatier, was nicht jeder gleich bemerkte, weil er seine Gefühle gut zu kaschieren verstand. Smith war adoptiert worden, aber nicht als Baby, sondern als älteres Kind. Er hatte lange Jahre in immer wieder anderen Pflegefamilien auf das Zuhause gewartet, in dem er bleiben durfte, und diese Zeit hatte ihn nachhaltig geprägt. Sie hatte ihn zu dem Mann gemacht, der er heute war. Er sehnte sich bestimmt ebenso wie ich danach, geliebt und akzeptiert zu werden und dazuzugehören. Vielleicht war das für ihn sogar noch wichtiger als für mich.

»Natürlich«, lautete also meine Antwort auf Maggies Frage. Noch nie in meinem Leben war ich mir einer Sache so sicher gewesen. »Wieso fragst du?«

Maggie kaute auf ihrer Unterlippe. »Ich bezweifle einfach, dass ausgerechnet Smith dein erster Mann sein soll. Zu viele Verstrickungen, das könnte hässlich werden.«

Ich zuckte die Achseln. Ich hatte die Sache wirklich gut durchdacht, war mindestens sechstausendmal durchgegangen, was alles dafür und was dagegen sprach. Mein Bruder hielt sich gerade geschäftlich in Paris auf, und Smith sollte morgen ebenfalls dort eintreffen, um ihn zu besuchen. Ich war mit den beiden zum Abendessen verabredet. Wir würden Wein trinken, lange Gespräche führen, und später dann stand für mich etwas viel Süßeres als jede Nachspeise auf dem Plan. Einfach perfekt. Ich konnte mir beim besten Willen kein zauberhafteres erstes – okay, genau genommen ja zweites – Mal ausmalen. Paris galt als Stadt der Liebe, was konnte da schiefgehen?

Danach würden wir alle wieder nach Chicago zurückkehren, in eine große Stadt, in der man sich mühelos aus dem Weg gehen konnte, falls man es wollte. Sollte hinterher alles wirklich so schräg sein, wie Maggie behauptet hatte.

»Was auch passiert – verrate ihm nicht, dass du praktisch noch Jungfrau bist. Das schreckt ihn unter Garantie ab«, gab meine beste Freundin jetzt zu bedenken.

»Ich bin keine Jungfrau, ich habe mit …«

Sie winkte ab. »Ja, ja, ich weiß. Mit wie hieß er gleich noch. Das zählt nicht.«

»Warum nicht? Natürlich zählt das!« Ich richtete mich empört auf. Und wie das zählte.

Maggie verdrehte die Augen. »Er hat dich nicht zum Kommen gebracht, hat noch nicht mal versucht, ein bisschen Romantik in die Sache zu bringen. Ohne Orgasmus war das kein Sex und du kriegst einen zweiten Versuch. Das steht praktisch so im Handbuch für Mädchen.«

Ein zweiter Versuch? Das gefiel mir irgendwie. Ein zweiter Versuch passte wunderbar zu meiner neuen, frechen Persönlichkeit und meiner aktuellen Maxime, mir von niemandem etwas gefallen zu lassen.

»Moment – was soll das heißen? Ich dachte, Männer mögen das! Unerforschtes Terrain erobern und so.«

Maggie warf mir einen leidgeprüften Blick zu. »Da irrst du. Kluge Männer wissen, dass Frauen dazu neigen, sich ernsthaft in ihren Ersten zu verlieben. Vielleicht hat Smith genau darauf bei dir keinen Bock.« Während es in meinem Kopf summte und ich eigentlich nur noch an Smith denken konnte, fuhr Maggie unerbittlich fort: »Bei jemandem der Erste oder die Erste zu sein, damit sind so viele Erwartungen und Gefühle verbunden. Das könnte ihm womöglich nicht recht sein. Vielleicht tut er dir auch weh, und wie ich Smith kenne, möchte er das auf gar keinen Fall.«

Damit hatte sie allerdings recht: Der Mann hatte mich immer mit Samthandschuhen angefasst.

»Okay. Ich erzähle ihm nichts von wie hieß er gleich noch und dass ich einen zweiten Versuch brauche.«

Ich gebe ihm einfach das Gefühl, eine sinnliche Tigerin auf der Jagd nach gutem Sex zu sein. Das war viel besser als die deprimierende Alternative, nämlich einzugestehen, dass mir in all meinen zweiundzwanzig Jahren noch nie ein Mann einen Orgasmus beschert hatte.

Das würde sich morgen Nacht drastisch ändern.

Ich konnte es kaum erwarten.

2

Smith

Beim Betreten der Bar sah ich als Erstes all die schönen Rundungen.

Volle und üppige.

Große und schlanke.

Und meine persönlichen Lieblinge, die kurzen, festen. Genau richtig für drei Fingerbreit Scotch ohne Wasser.

Ich warf dem Whiskyglas begehrliche Blicke zu, als könnte ich es allein damit zu mir kommandieren.

Hallo, meine Schöne.

Sag brav guten Tag.

Ich ließ meinen von der Reise müden Körper auf einen der Barhocker sinken und stützte mich leise stöhnend auf den Tresen aus glänzendem Mahagoni. Der Jetlag bescherte mir gerade höllische Kopfschmerzen, und als ich dem Barkeeper mit matter Hand zuwinkte, konnte ich nur hoffen, dass mein eher karges Schulfranzösisch reichte, um mir einen Drink zu verschaffen.

»Scotch, s’il vous plaît?« Hoffnungsvoll deutete ich auf die entsprechende Flasche.

Der Barkeeper mit dem netten Pferdeschwanz schenkte mir ein breites Grinsen. »Oui, monsieur.«

Ich bedankte mich mit kurzem Nicken und deponierte meine Aktentasche auf dem leeren Platz rechts von mir.

Hinter mir lag ein höllischer Tag. Sie hatten meinen Flug mehrmals verschoben, und da ich fest entschlossen war, trotzdem die Reise anzutreten und irgendwann auch mal anzukommen, hatte ich geduldig auf dem Flughafen ausgeharrt. Mein Kumpel Cullen zählte auf mich, und komme, was wolle, ich würde ihn auf gar keinen Fall hängen lassen. Seit meinem siebten Lebensjahr war Cullen immer für mich da gewesen. Wir hatten uns gemeinsam die Knie aufgeschlagen, zusammen das erste Bier getrunken. Wir hatten sogar unsere ersten Küsse mit ein und demselben Mädchen getauscht, und selbst Suzie Hammersmith, so verschossen wir auch in sie gewesen waren, hatte es nicht geschafft, einen Keil zwischen unsere Freundschaft zu treiben. Cullen und mich würde nichts je auseinanderbringen.

Weswegen ich mich auch ganz schnell mal zusammenreißen und aufhören musste, an Cullens kleine Schwester Evie zu denken.

Frustriert kniff ich die Augen zusammen und fuhr mir über das Gesicht.

Diese verdammte Evie.

Sieben Jahre jünger als wir – was sie nie davon abgehalten hatte, uns ununterbrochen im Weg zu sein. Wir hatten sie Evie Knievel genannt, nach diesem wagemutigen Stunt-Typen mit dem Motorrad, aber das war reine Ironie, denn Evie hatte so gar nichts Wagemutiges an sich gehabt. In ihren weißen Schühchen und hübschen Spitzenkleidchen, mit hüpfenden honigfarbenen Löckchen hatte sie Cullen und mich auf Schritt und Tritt verfolgt, als wir noch Kinder waren. Immer den Daumen im Mund, den sie nur rausnahm, wenn sie meinte, uns warnen zu müssen. Alles, was wir vorhatten, kam Evie gefährlich vor. Die Erinnerung ließ mich grinsen.

Jungs! Nicht auf das Eis gehen! Das hält nicht und dann fallt ihr rein und ertrinkt.

Jungs! Nicht mit den Böllern spielen! Die explodieren euch in der Hand und dann seid ihr die Hand los.

Jungs! Nicht auf den Baum klettern, ihr brecht euch doch das Genick!

Nur hörte sich ihr ›Jungß‹ immer ein bisschen schräg an, weil Evie als Kind lispelte. Dieses Lispeln war fast so nervig wie sie selbst, aber irgendwie doch auch niedlich – fand ich jedenfalls jetzt, wenn ich daran dachte.

Niedlich – wie Evie eben.

Mist.

Der Barkeeper schob mir das Glas mit der bernsteingelben Flüssigkeit hin. Ich nickte ihm dankend zu und gönnte mir den ersten Schluck, der heiß und brennend durch meine Kehle bis runter in den Magen rann, wo er es sich gemütlich machte und Wärme ausstrahlte. Zum ersten Mal, seit ich vor fünfzehn Stunden meine Wohnung verlassen hatte, lockerte sich die Spannung, unter der die Muskeln in meinen Schultern und im Nacken sich verkrampft hatten.

Ich hatte zwei Möglichkeiten: Entweder ich schluckte jetzt eine Schmerztablette und verkroch mich ins Bett, oder ich hoffte darauf, dass der Alkohol alles in einen angenehmen Nebel hüllte. Es war noch nicht einmal Abendessenszeit, bald wollten sich Cullen und seine Schwester mit mir treffen.

Was ja nun wirklich keine große Sache war, oder? Ich musste aufhören, solch ein Angsthase zu sein. Ein Abendessen, ein kurzer Besuch hier, dann war Evie auch schon wieder mit Rucksack und Freundin unterwegs und Cullen und ich konnten uns auf die Geschäfte konzentrieren.

Alles ganz einfach, oder?

Ich zückte mein Handy. Vielleicht waren ja seit meinem Eintreffen hier irgendwelche Nachrichten eingegangen. Ehe ich etwas ausfindig machen konnte, hörte ich eine laute Stimme durch die ganze Bar nach mir rufen.

»Smith, du alter Gauner! Wie schön, dich zu sehen!«

Cullen kam auf mich zu, strahlend über beide Ohren, sein Lachen ansteckend wie immer. Trotzdem ließ sich nicht leugnen, dass er angestrengt wirkte. Die Fältchen um seine Augen waren vor einem Jahr noch nicht da gewesen, und unter den Augen hatten sich dunkle Ränder gebildet. Mir konnte er nichts vormachen, ich war der König der Workaholics und erkannte Stress auf den ersten Blick. Aber darum würden wir uns noch früh genug kümmern können.

Ich stand auf, damit wir uns auf echte Männerart unter heftigem Schulterklopfen umarmen konnten, ehe ich auf den Stuhl neben mir deutete. »Mann, wie ich mich freue, dich zu sehen. Es ist viel zu lange her.«

Cullen und ich hatten es all die Jahre gut geschafft, nicht den Kontakt zu verlieren, aber die vergangenen beiden Jahre waren in dieser Beziehung nicht einfach gewesen. Cullen hatte die Leitung des Familienbetriebs übernommen und hart daran gearbeitet, die Firma so hochzubringen, dass sie expandieren konnte. Was sie dann auch getan hatte – bis nach Paris. Nun jedoch machten sich Wachstumsschmerzen bemerkbar, und ich war hier, um Cullen bei der Bewältigung derselben zu helfen.

»Ich wünschte, ich hätte dich vom Flughafen abholen dürfen!« Cullen setzte sich auf den Barhocker neben mir und winkte dem Barkeeper zu, um ihm mit hochgerecktem Zeigefinger und einer Geste in meine Richtung zu verstehen zu geben, dass er dasselbe wollte wie ich. Dann drehte er sich auf dem Hocker so, dass wir uns ansehen konnten. »Es wäre überhaupt kein Problem gewesen, mal ein bisschen früher zu gehen.«

»Das sagst du so, dabei stehst du doch offensichtlich ziemlich unter Stress. Ich bin gekommen, um zu helfen und nicht, um dir noch mehr Arbeit zu machen. Außerdem hatte ich eine sehr nette Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel. Der Fahrer hat die ganze Zeit französisch mit mir gesprochen und wohl gar nicht bemerkt, dass ich nur ungefähr zehn Prozent verstanden habe.«

Cullen warf lachend einen Blick auf seine Uhr. »Evie müsste gleich hier sein.«

Rasch kippte ich mir noch einen Schluck Scotch hinter die Binde, bevor ich nickte. Fast wünschte ich mir, sie würde aufgehalten und käme gar nicht – wie blöd von mir! Blöd oder nicht, mir wäre es einfach lieber gewesen, auf ein Wiedersehen mit Evie zu verzichten. Aus der nervigen kleinen Evie war nämlich im Laufe der Zeit irgendwie eine wunderbar gebaute Evie geworden, heiß wie die Sünde, die meine Träume infiltrierte, was mich schier umbrachte. Gerade erst, auf dem Flug hierher, als ich eigentlich über Geschäftszahlen brüten sollte, war ich eingeschlafen und hatte den erotischsten Traum meines Lebens gehabt.

Wir waren am See, in der Nähe des Sommerhäuschens von Evies Familie, und obwohl Evie in der Realität bei unserem letzten gemeinsamen Besuch dort ungefähr zehn Jahre alt gewesen war, war sie jetzt in meinem Traum erwachsen. Es war Nacht und ich hatte das Haus verlassen, um im hellen Mondlicht noch eine Runde zu schwimmen. Am Ufer des Sees hatte Evie auf mich gewartet, mit nichts als einem Oberhemd bekleidet – meinem Oberhemd.

Als sie das Hemd dann öffnete, quälend langsam, immer einen Knopf nach dem anderen, war mir die Zunge am Gaumen festgeklebt. Fast wie in Zeitlupe öffnete sich das Hemd schließlich und zum Vorschein kam der wohl verführerischste Körper, den ich je gesehen hatte. Herrliche, volle Brüste. Hüften, die breit genug waren, um meinen Händen Halt zu geben, und schlanke, straffe Beine, deren Anblick mich einfach fertigmachte. Warum? Weil ich nicht wusste, was ich mir mehr wünschte, diese Beine um meine Taille geschlungen oder um mein Gesicht.

Evie.

Als sie splitterfasernackt zu mir ins Wasser stieg, um ihren weichen Körper in voller Länge an meinen zu pressen, war ich mit einem Ruck aufgewacht. Das war nur gut so, denn sonst wäre es in der ersten Klasse dieses Fliegers bald ziemlich heiß hergegangen.

»Wie wäre es mit was zu knabbern, während wie warten?«

Bitte? Ich zwang mich, mich wieder ganz auf Cullen zu konzentrieren, und räusperte mich. »Klar, wenn du möchtest.«

Was war ich bloß für ein Arschloch! Cullen freute sich wie ein Schneekönig, mich nach einem Jahr endlich mal wiederzusehen, und ich saß hier und stellte mir seine Schwester nackt vor. Wobei es doch bestimmt nicht ihr Körper gewesen war, den ich im Traum gesehen hatte, oder? Sie konnte doch nicht wirklich unter all ihren Klamotten derart sexy aussehen.

Oder?

Schon wieder wollte sich all mein Blut gen Süden begeben! So nicht. Ich schlug meinen Fantasien die Tür vor der Nase zu, indem ich nach meiner Aktentasche griff.

Arbeit: die beste Medizin gegen Sex im Kopfkino.

»Gut, dann erklär mir noch mal, was bei Sophias los ist. Ich bin die Zahlen durchgegangen, die du mir geschickt hast. Könnte es sein, dass du mit der Erweiterung vielleicht doch ein bisschen zu früh dran warst?« Sophias, das war der Name der Dessous-Firma, die Cullens Großmutter gegründet hatte, als mein Freund noch in den Windeln lag.

Cullen zuckte zusammen, doch ehe er etwas sagen konnte, hob ich die Hand.

»Immer mit der Ruhe. Die Zahlen sehen ganz gut aus und die Lage ist auf keinen Fall katastrophal. Ich glaube, die Probleme sind alle prima in den Griff zu bekommen, du musst dafür allerdings ein bisschen kreativ werden. Es wäre ein großes Plus, wenn du die Verkaufszahlen noch vor Jahresende steigern könntest, um den Cash Flow aufzupeppen.«

»Da hast du gleich den wichtigsten Punkt angesprochen.« Cullen nippte an seinem Scotch. »Wir sind nämlich schon eifrig dabei, weitere Verkaufsmöglichkeiten zu erforschen. Wir wollen stärker in den sozialen Medien präsent sein und wir haben bereits ein paar neue Werbemöglichkeiten ausprobiert. Nur steckt dieser Teil der Arbeit leider noch in den Kinderschuhen. Nana war ja immer gegen all diesen neumodischen Kram. Über eine Webseite Geld zu verdienen kam schon gar nicht infrage, da hat sie sich angestellt, als würde man ihr sämtliche Zähne ziehen wollen. Die Leute sollten in die Läden kommen, die Stoffe anfassen, eine Boutique von innen erleben. Egal, wie alt eine Frau war oder welche Figur sie hatte, Nana wollte, dass alle sich schön fühlten, wenn sie in einem Laden unsere Sachen anprobiert hatten.«

Cullen lächelte ein bisschen wehmütig, und eine Sekunde lang beneidete ich den Mann. Ja, er hatte vor nicht allzu langer Zeit seine Großmutter verloren, aber immerhin hatte er eine gehabt, und die beiden hatten sich sehr nahegestanden. In Cullens Familie standen sich alle sehr nah.

Mir war das große Glück zuteil geworden, im Alter von sechs Jahren von einer liebevollen Familie adoptiert zu werden. Aber meine Eltern waren zu dem Zeitpunkt schon Mitte fünfzig gewesen und meine Geschwister waren viel älter als ich. Eigentlich hatte ich nur zu meiner jüngsten Schwester Pam ein enges Verhältnis. Ich liebte die anderen sehr und war ihnen dankbar für alles, was sie für mich getan hatten. Aber irgendetwas hatte mir doch gefehlt, weshalb ich mich immer ein wenig als Außenseiter gefühlt hatte.

»Die Firma war das Baby deiner Großmutter, und von daher sollte vom Grundkonzept her alles so bleiben, wie sie es entwickelt hat. Ihr Konzept ist euer Markenzeichen. Also müssen wir einerseits dieses persönliche Boutique-Gefühl aufrechterhalten, während wir andererseits im Hintergrund für wachsende und effektivere Geschäfte sorgen.« Mit diesen Ausführungen hoffte ich, Cullens Nerven ein wenig beruhigen zu können.

Ich hätte mir nie träumen lassen, mal mit meinem besten Freund zusammenzuarbeiten, aber mein Aufgabenbereich in der gut geölten Maschinerie unseres eigenen Familienunternehmens ließ mir zeitlich einiges an Spielraum. Außerdem war ich immer schon lieber produktiv tätig gewesen, als zu faulenzen. Man könnte mich wohl als einen Menschen vom Typ A bezeichnen.

Cullens Lächeln wurde breiter. »Siehst du!« Er zwinkerte mir zu. »Genau da kommst du ins Spiel! Kannst du mir verraten, wie wir unser vorhandenes Kapital so strecken können, dass es noch über den Winter reicht? Wenn der Frühling kommt und in Paris die Modeschauen stattfinden, sind wir prima aufgestellt, da bin ich mir sicher. Aber zur Zeit?« Er zuckte die Achseln. »Sagen wir mal so: Zur Zeit sieht es mager aus.«

Ich klappte meine Aktentasche auf und zog den schmalen Ordner heraus, den ich in der vergangenen Woche für dieses Treffen erstellt hatte. Cullen schlug ihn auf und überflog rasch die erste Seite, auf der ich den Inhalt zusammengefasst hatte. Dann warf er mir einen ungläubigen Blick zu.

»Meinst du das ernst?«, wollte er wissen. »Und bist du dir auch ganz sicher?«

»So sicher, wie ich mir überhaupt nur sein kann. Geld zu investieren ist ja nun keine exakte Wissenschaft, aber ich besitze ein bisschen Kapital, mit dem ich auch mal spielen kann. Also habe ich mir deine Zahlen angesehen, deinen Warenbestand und die Vorschau für das Frühjahr, und bin ganz deiner Meinung – das nächste Jahr wird fantastisch. Du brauchst nur ein bisschen Hilfe, um diese eine kleine Hürde zu überwinden.«

Cullen wandte einen Moment lang den Blick ab, und ich konnte sehen, wie die Anspannung aus seinen Schultern wich. »Puh!« Er stieß die Luft aus. »Ich kann dir nicht sagen, wie viel mir das bedeutet, Smith. Was du da tust – du bist einfach der beste Freund, den man sich vorstellen kann. Einen besseren kann niemand haben.«

Cullen meinte es gut, aber seine Worte trafen mich wie Nägel, die mir jemand einen nach dem anderen schmerzhaft in die Brust schlug. Von wegen! Ein schöner Freund bin ich! Andauernd sehe ich deine kleine Schwester nackt rittlings auf meinem Schoß sitzen. Oder sie kniet vor mir, etwas viel Größeres als ihren Daumen im Mund!

Natürlich behielt ich solche Überlegungen für mich. Weil ich diesen Fantasien nämlich den Garaus machen würde, notfalls mit Gewalt. Den Fantasien wohlgemerkt, nicht dem übereifrigen Kerl da unten in meiner Hose. Obwohl – dem vielleicht auch. Kam ganz darauf an, was Evie tragen würde, wenn sie hier auftauchte.

Nein, mein Verlangen nach ihr, das würde ich in den Griff kriegen. Beim Nacken packen, in den Schwitzkasten nehmen, zu Boden ringen – egal. Auf jeden Fall dafür sorgen, dass es mir nicht mehr entwischte.

Und daran würde mich nichts hindern. Nicht einmal die sexy Evie mit ihren wunderbar gerundeten Hüften.

3

Evie

Ich hatte den ganzen Abend perfekt durchgeplant, meine Strategie war unfehlbar. Zwei Stunden lang hatte ich mich zurechtgemacht, geduscht, mich rasiert, meine Locken geföhnt, bis sie mir in weichen Wellen den Rücken hinunterfielen. Mein Make-up war dezent, aber perfekt und vor allem gekonnt aufgetragen.

An diesem Abend wollte ich makellos aussehen. Nicht aus Gründen der Eitelkeit, sondern um die harte Arbeit zu feiern, die es mich gekostet hatte, die zehn überflüssigen Kilo loszuwerden, die ich jahrelang mit mir herumgeschleppt hatte, und mir ein neues Selbstbewusstsein zuzulegen. Jetzt endlich fühlte ich mich bereit für den großen Moment.

Heute Abend, das sollte der Abschied von meiner jahrelangen Schwärmerei für Smith werden. Danach würde ich mich zwingen, erwachsen zu sein und mit meinem Leben weiterzumachen. Maggie hatte ja recht, das war mir schon klar: Der ganze Plan war mehr als ein bisschen verrückt. Dafür aber genau das, was ich wollte. Ich würde zur Abwechslung mal alle Vorsicht in den Wind schlagen und mir holen, was ich brauchte.

Noch einmal mit dem Mascarabürstchen über die Wimpern, dann konnte ich meinem Spiegelbild über dem Waschbecken zufrieden zulächeln.

Bis auf einen ziemlich missglückten Versuch vor etwas über einem Jahr, bei dem ich zwar rein theoretisch meine Jungfräulichkeit verlor, von dem ich aber sonst nichts gehabt hatte, noch nicht einmal einen Orgasmus, besaß ich keinerlei Erfahrung auf sexuellem Gebiet.

Ich wollte einfach mal einen Orgasmus haben, den ich mir nicht selbst verschafft hatte. War das zu viel verlangt?

Bei der genauen Planung dieses Abends hatte ich mir jede Einzelheit durch den Kopf gehen lassen, wobei ich mir manchmal fast schon zu berechnend vorgekommen war. Ich kannte Smith gut genug, um zu wissen, dass er sich zum Abendessen zwei Glas Whiskey gönnen und dann zu Mineralwasser mit einem Spritzer Zitrone übergehen würde. Ich wusste, dass er sich ausführlich der Speisekarte widmen und dem Kellner genaue Fragen zu den Spezialitäten des Tages stellen würde, um dann doch wieder ein Steak zu bestellen, nicht ganz durchgebraten. Dazu eine gebackene Kartoffel mit saurer Sahne, ohne den sonst üblichen Klacks Butter.

Nach dem Essen würden wir alle im Fahrstuhl nach oben zu unseren Zimmern fahren. Mein Bruder würde im neunten Stock aussteigen und Smith würde mit mir zusammen hoch bis in mein Stockwerk fahren, wo ich ihn bitten wollte, mich zu meinem Zimmer zu begleiten. Eine harmlose Bitte und völlig normal für eine Frau, die allein unterwegs war, oder? Wenn wir dann vor meiner Tür standen, würde ich ihn hereinbitten. Als höflicher Mensch würde Smith meine Einladung annehmen, wir würden noch einen Cocktail trinken, ein bisschen reden und die Dinge würden von ganz allein ihren natürlichen Lauf nehmen.

Noch ein letztes Lächeln für mein Spiegelbild, dann wurde es Zeit, zu gehen.

Bloß fand ich beim Betreten des Hotelrestaurants, in dem ich mit den Jungs zum Abendessen verabredet war, nichts so vor, wie ich es mir ausgemalt hatte. Mein Bruder und Smith waren zwar schon eingetroffen, warteten aber nicht brav an einem der Tische auf mich, sondern hockten an der Bar, jeder mit einem Glas Wein vor der Nase.

Wein? Seit wann trank Smith denn Wein?

Schlimmer traf mich allerdings der Anblick der beiden Barbies mit Ballonbusen, die praktisch bei den Jungs auf dem Schoß saßen.

Ich stutzte kurz, schluckte und holte tief Luft. Smith nach über einem Jahr wiederzusehen, machte mich doch ganz schön nervös.

Er sah prima aus. Sein Jackett spannte sich ein wenig über den breiten Schultern, er hielt die langen, kräftigen Beine weit von sich gestreckt, und sein wie gemeißelt wirkendes Kinn musste dringend mal rasiert werden. Seine Haare schienen mir länger als sonst. An denen kann ich mich dann später festhalten! Bei der Vorstellung musste ich lächeln.

Das verging mir allerdings schnell, als ich beim Näherkommen feststellte, dass die Frau neben Smith ihm die Hand auf den Oberarm gelegt hatte. Wie sie so dastand und an ihrem Drink nippte, flirtete sie eindeutig mit ihm. Damit drängte sie sich in mein Revier.

Was zum Henker will die Tussie? Das war nicht das Szenario, auf das ich mich vorbereitet hatte.

Ich holte noch einmal tief Luft und stellte mich zwischen meinen Bruder und seinen Freund.

»Hallo die Herren!«, schnurrte ich, wobei ich Smith tief in die Augen sah, um meinen Blick anschließend zur Seite gleiten zu lassen, was hoffentlich ordentlich sexy wirkte. So genau konnte ich persönlich das nicht beurteilen, da ich viel zu viel Zeit mit dem theoretischen Studium der Sextipps in einschlägigen Zeitschriften verbracht und bis jetzt viel zu wenige davon praktisch ausprobiert hatte. Gut möglich, dass ich eher als schielende, sexhungrige Furie rüberkam.

»Evie!« Smith strahlte mich an, offenbar ehrlich erfreut, mich zu sehen.

Der Blick aus seinen nussbraunen Augen schickte eine Gänsehaut über meinen Rücken.

»Hallo, Smith,« sagte ich mit leicht bebender Stimme.

»Hallo, Schwesterchen, schön, dass du es endlich geschafft hast!« Cullen war aufgestanden, um brüderlich den Arm um mich zu legen und mich kurz an sich zu drücken. »Darf ich dir Francesca und Giada vorstellen? Die beiden sind wegen der Fashion Shows hier.«

Zwei Models, natürlich – wieder einmal erlaubte sich das Universum einen grausamen Scherz mit mir. Um mit den beiden mithalten zu können, fürchtete ich sofort, hätte ich statt meiner stolzen zehn lieber gleich zwanzig Kilo abspecken müssen.

»Setz dich doch zu uns. Möchtest du einen Cocktail? Oder ein Glas Wein?«, erkundigte sich Smith. Ich sah ihn verwundert an, woraufhin er achselzuckend sein Glas hob: »Andere Länder, andere Sitten.« Fasziniert sah ich zu, wie er sich das Glas an die vollen, weichen Lippen hielt und einen Schluck trank, sah ihn schlucken, bewunderte den kräftigen, muskulösen Hals, durch den der Wein rann.

Kurz entschlossen winkte ich den Barkeeper heran und bestellte den stärksten Drink, der mir in den Sinn kam. »Einen Martini, bitte.«

Der Mann nickte mir zu und eilte davon, um zu den Flaschen zu greifen, deren Inhalt mir hoffentlich zu dem für mein Vorhaben erforderlichen Mut verhelfen würde.

Smith lachte leise. »Willst du nicht doch lieber einen Sex on the Beach?«

Ich warf einen angewiderten Blick auf das rote Getränk in der Hand der Frau, die so tat, als wäre sie Smiths’ Date, und schüttelte den Kopf. »Nein, danke.«

Francesca und Giada schienen kaum Englisch zu verstehen, verständigten sich aber prima mit Hilfe schwülstiger Blicke und eindeutiger Körpersprache mit den Jungs.

Gerade lachte Smith über irgendetwas, das Francesca gesagt hatte, wobei er ihr die Hand tätschelte, als hätte er kein Wort verstanden, fände sie aber trotzdem witzig.

Hätte ich auch nur einen Bruchteil des Selbstvertrauens und Charmes dieser beiden Frauen besessen, ich wäre nie in diese bescheuerte Lage geraten. In meinem Magen bildete sich ein Kloß.

Was faszinierte Smith so an dieser Frau? Sie war eindeutig zu stark geschminkt. Warum führte er sich auf, als sei es das Interessanteste auf der Welt, dass sie einen Sex on the Beach trank? So einen albernen Cocktail konnte jeder bestellen, ich auch. Das machte einen doch noch lange nicht zu etwas Besonderem.

Ich fixierte beiläufig die Flaschen im Regal hinter der Bar, während in mir langsam kalte Wut hochkroch. Die anderen lachten gerade herzlich, weil die beiden Frauen gefragt hatten, ob Trump denn jetzt wirklich unser Präsident sei. Jedenfalls hatte ich sie so verstanden.

Ich leerte in einem Zug mein halbes Glas und stellte es mit zitternder Hand auf dem Tresen ab. »Wisst ihr was?«, wandte ich mich an meinen Bruder und Smith. »Ich dachte ja, wir wollten zusammen essen. Aber wenn ihr lieber Po-Grapschen spielen wollt, bin ich weg.«

Mit diesen Worten schnappte ich mir meine Clutch vom Tresen und stand auf. Scheiß drauf! Ich wusste, was ich wollte, aber herumschubsen lassen würde ich mich von niemandem.

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