Logo weiterlesen.de
Gute Genesung: Tipps zum Gesundwerden & Gesundbleiben

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

bevor wir zum Wichtigsten kommen, nämlich zu Anregungen, Vorschlägen und Ideen zur Aufrechterhaltung und Wiederherstellung Ihrer Gesundheit, möchte ich mich Ihnen kurz vorstellen:

Nach meinem Medizinstudium an der Universität Innsbruck und der anschließenden sechs Jahre dauernden klinischen Ausbildung zur Ärztin für Allgemeinmedizin an verschiedenen Krankenhäusern in Tirol und Salzburg, habe ich mich darum bemüht, ein umfassendes Allgemeinwissen im Rahmen der Alternativmedizin zu erwerben, um es in der Behandlung meiner Patientinnen und Patienten anzuwenden. Das war zum damaligen Zeitpunkt – Anfang der 1980er Jahre – noch eine ziemlich exotische und ungewöhnliche Idee, der ich aber Zeit meiner praktischen Tätigkeit mit großer Freude und Begeisterung nachgegangen bin, nachdem mir in der reinen schulmedizinischen Behandlung viel an Heilendem für die Menschen gefehlt hat. So habe ich, abgesehen von meiner Ausbildung in klassischer Homöopathie, auch eine Ausbildung in Akupunktur und Traditioneller Chinesischer Medizin absolviert, im Rahmen derer ich auch ein Semester an der Universität in Peking studierte. Anschließend habe ich mir noch Kenntnisse in westlicher Phytotherapie (Behandlung mit Heilkräutern), Ayurveda, Ernährungsmedizin und Orthomolekularmedizin angeeignet. Auch eine Ausbildung zur Psychotherapeutin habe ich durchlaufen, da es mir absolut wesentlich und für eine Heilung oft unumgänglich erscheint, psychische und psychosomatische Überlegungen in den Heilungs- und Gesundungsprozess mit einzubeziehen.

In 30 Jahren eigener Praxis durfte ich mit vielen Patientinnen und Patienten arbeiten und hoffentlich viele von ihnen in ihrem Heilungsprozess unterstützen. Ich bin meinen Patientinnen und Patienten von Herzen dankbar, dass ich sie behandeln, sie in Ihrem Leben unterstützen und auch Vieles von ihnen lernen durfte. Nun habe ich mich in die Pension verabschiedet und möchte mein Wissen und die Erfahrung, die ich in meiner Praxis sammeln durfte, an meine ehemaligen Patientinnen und Patienten und an Interessierte weitergeben. So ist die Idee zu diesem Buch entstanden.

Ich habe für Sie unkompliziert anzuwendende Behandlungsmethoden aus den verschiedensten Bereichen der Naturheilkunde, die sich in meiner ärztlichen Praxis bewährt haben, zusammengetragen, um Ihnen zu helfen, sich selbst, Ihrer Familie und Ihren Lieben Gutes zu tun, wenn Sie sich in Ihrem Körper nicht mehr wohl und gesund fühlen.

Aufgrund besserer Lesbarkeit habe ich mich dafür entschieden, abwechselnd die weibliche Form, das heißt „Ärztin“ und „Patientin“ und die männliche Form, also „Arzt“ und „Patient“ zu verwenden, da ich Sie als Leserin und Leser ansprechen und erreichen möchte, gemäß eines wun-derbaren und mich sehr berührenden Spruchs, den ich in einem Café in Prag gelesen habe:

„We welcome all races, all religions, all countries of origin, all sexual orientations, all genders, all abilities, we stand with you, you are safe here.“

Ich möchte Sie in meinem Buch willkommen heißen – egal welcher Herkunft, welcher Religion, aus welchem Land Sie kommen, egal welcher sexuellen Orientierung und welchen Geschlechts, egal, was Ihnen möglich ist und was nicht, ich möchte Sie gerne dabei unterstützen, sich selbst zu helfen.

Und bitte geben Sie Acht: Selbstbehandlung hat ihre Grenzen!

Wenn Sie die Anleitungen befolgen, und nicht innerhalb weniger Tage eine deutliche Besserung auftritt, nehmen Sie bitte unbedingt Kontakt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt auf!

Situationen, in denen Sie auf jeden Fall an ärztliche Hilfe denken sollten, habe ich mit gekennzeichnet.

Ganz bewusst empfehle ich Ihnen hier nur wenige homöopathische Arzneimittel – diese sind hochwirksame Medikamente, die in die Hand eines in dieser Methode ausgebildeten Spezialisten gehören.

Was fast immer hilfreich ist, wenn Sie krank sind:

Ruhe, Schlaf, Erholung und gute Ernährung, um die Genesung zu fördern.

Und wenn Sie gesund sind:

Ruhe, Schlaf, Erholung, gute Ernährung und Bewegung, um auch gesund zu bleiben.

Oft können Sie sich mit Hilfe von Maßnahmen aus dem Bereich der Kräuterheilkunde, der chinesischen Medizin, aber auch mit den Heilmethoden nach Kneipp oder verschiedenen Massagetechniken und Wickeln selbst helfen.

Die erwähnten Hausmittel können Sie auch größtenteils problemlos zusätzlich zu einer klassisch homöopathischen Behandlung selbstständig verwenden, ohne die Behandlung zu stören.

Aber Achtung: Es gibt einzelne homöopathische Arzneimittel, deren Wirkung durch die Verwendung verschiedener Heilkräuter und -öle gestört wird – fragen Sie Ihre Homöopathin danach, wenn Sie sich in homöopa-thischer Behandlung befinden.

Generell ist es sinnvoll, während klassisch-homöopathischer Behandlungen auf die Verwendung von Substanzen wie Kampfer, Eukalyptus, Menthol und eventuell auch auf Kaffee zu verzichten.

Insbesondere empfehle ich Ihnen in diesem Buch sogenannte „Hausmittel“, die sich über viele Jahre in unseren Breiten entwickelt und in meiner täglichen Praxis bewährt haben.

Zum einen handelt es sich um Hinweise bezüglich der allgemeinen Lebensführung, zum anderen zeige ich Ihnen einfache Behandlungsmöglichkeiten auf. Meist beschreibe ich Ihnen Wickel, Anwendungen nach Kneipp, dem „Ahnen“ vieler Anwendungen in der Naturheilkunde, aber auch die Verwendung verschiedenster Kräuter in Form von Tees, Inhalationen und Wickeln.

Zusätzlich zu den vielfältigen Möglichkeiten der so genannten europäischen Naturheilkunde finden Sie auch Hinweise auf ergänzende Maßnahmen aus der medizinischen Tradition der chinesischen Kultur.

Die Traditionelle Chinesische Medizin, auch als „TCM“ bezeichnet, ist ein ganzheitlich orientiertes medizinisches System, das sich über Jahrtausende hinweg in China entwickelt hat und vor allem folgende Behandlungsmethoden umfasst: Akupunktur, Massage, Qi Gong, Heilkräuter und Ernährung.

Sie basiert auf dem Konzept eines ungestörten „Qi“-Flusses. Dieses „Qi“ – vielleicht am ehesten mit dem Begriff „Energie“ zu übersetzen – fließt nach der Vorstellung der TCM in bestimmten Bahnen im Körper, die als Meridiane bezeichnet werden. Bei Störungen im Bereich eines Meridians wird der Energiefluss mittels Akupunkturnadeln wieder hergestellt. Ähnliches kann durch die Behandlung von Akupunkturpunkten mittels Akupunktmassage erreicht werden. In diesem Rahmen empfehle ich Ihnen vor allem die Selbstmassage bestimmter Akupunkturpunkte (und die Anwendung spezieller Qi Gong- und Yogaübungen).

Die von mir empfohlenen Kräuter stammen nicht aus dem Fernen Osten – es handelt sich ausschließlich um Kräuter aus unseren Breiten. Sie sind uns vertraut und verlässlich in guter Qualität bei uns erhältlich.

Des Weiteren werden Sie auch noch einzelne Empfehlungen aus dem Ayurveda – der alten indischen Medizin – und der Hildegardmedizin – einer Naturmedizin, die auf Rezepturen der heiligen Hildegard von Bingen beruht – vorfinden, die in keine der genannten Kategorien passen. Ich empfehle Ihnen ausschließlich Behandlungsformen, die ich meinen Patientinnen und Patienten gerne vorschlage, da sie sich in meiner Praxis als hilfreich erwiesen haben.

Es geht mir nicht darum, Sie zu Laientherapeuten in all diesen Methoden auszubilden, auch nicht zu Behandlern, die von Vielem ein wenig wissen - ich möchte Ihnen praktisch durchführbare Maßnahmen anbieten, damit Sie sich erst einmal selbst weiterhelfen können, wenn Sie sich nicht gesund fühlen.

Die einzelnen Kapitel habe ich – mit einigen Kompromissen – alphabetisch angeordnet, um die Krankheiten möglichst problemlos auffindbar zu machen. Bei der Auswahl der Themen habe ich mich daran orientiert, aufgrund welcher Erkrankungen und Sorgen meine Patientinnen und Patienten mich am häufigsten in meiner Praxis konsultierten.

Am Ende des Buches finden Sie eine sehr einfache, alltags- und reisetaugliche mehrsprachige Notfallapotheke – mit Hilfsmitteln, die Sie wirklich überall besorgen können, auch wenn es keine Apotheke in der Nähe gibt – ein Lebensmittelgeschäft finden Sie bestimmt.

Da ich auch Psychotherapeutin und außerdem passionierte Leserin bin, konnte ich nicht umhin, noch ein Extra-Kapitel mit Hinweisen auf „Gute Genesungs-Geschichten“ hinzuzufügen. Besonders wenn man krank ist und sich nicht gut fühlt, braucht es Geschichten zum Gesundwerden.

Als Unterstützung für das Verfassen dieses Buches konnte ich meine ärztliche Kollegin Frau Mag. Dr. Julia Rakus gewinnen. Sie ist ebenfalls Allgemeinmedizinerin und hat unter anderem eine umfassende Ausbildung in Traditioneller Chinesischer Medizin und verschiedenen anderen komplementärmedizinischen Methoden. Sie ist Ernährungswissenschaftlerin und Yogalehrerin und sieht Ernährung und die tägliche Yogapraxis als wichtigen Teil ihrer medizinischen Tätigkeit. Sie hat mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung, vor allem was Ernährung und Yoga betrifft, wesentlich zur Entstehung dieses Buches beigetragen.

 

Dr. Astrid Marschall

Inhaltsverzeichnis

ALLGEMEINER TEIL

Erläuterungen: Begriffe, Anwendungen, Maßnahmen, Zubereitungen und Empfehlungen

Bäder

Eigenbluttherapie

Inhalation

Kneipp’sche Anwendungen

Ölziehen

Palmieren

Wickel, Anwendungen

Kräuter

Nahrungsmittelergänzungen

Akupunktmassage

Körperübungen und Entspannungsmethoden:

Yogatherapie:

Ernährung

DIE KRANKHEITSBILDER IM EINZELNEN

Allergien, Heuschnupfen

Augenbeschwerden

Blähungen, Magen-Darmprobleme

Durchfall

Erkältung

Fieber

Hämorrhoiden

Halsschmerzen

Harnwegsinfekt, Blasenentzündung

Husten

Insektenstiche

Kopfschmerzen

Krampfadern

Kreislaufprobleme

Magenprobleme

Menstruationsbeschwerden

Nervosität, Unruhe, Spannungszustand, Stress

Ohrenschmerzen

Rheuma, Gelenksbeschwerden

Rückenschmerzen

Schlaflosigkeit

Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

Sodbrennen

Sonnenschutz, Sonnenbrand

Verletzungen, Muskelkater, Blutergüsse

Verstopfung

Wechselbeschwerden (Klimakterium)

Zähne, Zahnfleischprobleme

ANHANG

Reiseapotheke / Erste Hilfe

Bücher, Vorlesen

Index

ALLGEMEINER TEIL

Erläuterungen: Begriffe, Anwendungen, Maßnahmen, Zubereitungen und Empfehlungen

Ein wichtiger Grundsatz:

Es geht nicht nur um den Befund, sondern vor allem um das Befinden des Patienten.

Das heißt auch: Befolgen Sie bitte niemals Anregungen, die zwar empfohlen werden und theoretisch sinnvoll erscheinen mögen, dem Kranken aber von Vornherein unangenehm sind. Also: Beispielsweise keine kalten Wickel, wenn diese die Schmerzen verschlechtern, keine warmen Anwendungen, wenn der Patient das dringende Bedürfnis nach Abkühlung hat.

Es gibt natürlich noch viele andere Formen von Anwendungen, verschiedenste Wickel und so weiter. Ich zeige Ihnen hier nur die Möglichkeiten, die ich in der täglichen Praxis hilfreich und unkompliziert gefunden habe und die ich Ihnen gerne ans Herz legen möchte.

Im Folgenden beschreibe ich Ihnen alphabetisch geordnet die einfache Durchführung der Anwendungen, auf die ich später im Text mit dem Hinweis „s. allgemeiner Teil“ immer wieder verweise.

Zuerst ein Überblick, anschließend die genauere Beschreibung der Durchführung:

Anwendungen

 

Indikationen

Bäder

Ölbäder

 

 

Bäder mit Kräutern

 

 

 

 

Eigenbluttherapie

 

Allergien, wiederkehrende Infekte, Rekonvaleszenz, Unterstützung der Immunabwehr

 

 

 

Inhalation,
Nasendusche

 

Infekte der Atemwege, Nasennebenhöhlenentzündungen, Schnupfen

Kneipp‘sche
Anwendungen

ansteigendes Fußbad

Kopfschmerzen, Fieber, Erkältungen

 

Armbad

Kopfschmerzen, Müdigkeit, niedriger Blutdruck

 

Kneipp’sche Socken

Fieber, Kopfschmerzen

 

Storchengang

Abwehrschwäche, Kreislaufprobleme, Krampfadern, Schlaflosigkeit

 

Unterschenkelbad

Kopfschmerzen, Müdigkeit, Erschöpfung

 

Wechselbad

Abwehrschwäche,
Kopfschmerzen,
Kreislaufprobleme

 

 

 

Ölziehen

 

Infekthäufigkeit, Zahnfleischentzündungen

 

 

 

Palmieren

 

Augenbrennen, Kopfschmerzen, Nervosität, Unruhe

 

 

 

Wickel

Alkoholwickel

stumpfe Verletzungen

 

Arnikawickel

stumpfe Verletzungen

 

Augentrostauflagen

gerötete, überanstrengte Augen

 

Beinwellauflagen

stumpfe Verletzungen

 

Bienenwachswickel

Reizhusten

 

Eiswickel

stumpfe Verletzungen

 

Essigwickel

Fieber

 

heiße Wickel / trocken od. feucht

Bauchschmerzen, Halsschmerzen, Husten, Magenschmerzen, Rückenschmerzen

 

Heilerdewickel

Gelenksschmerzen, Rheuma, Venenentzündungen, stumpfe Verletzungen

 

heiße Rolle

Rückenschmerzen, Husten

 

Heublumenpackung

Magenprobleme, Menstruationsbeschwerden, Reizblase, Blasenentzündung, Rückenschmerzen

 

kalte Kompressen

Kopfschmerzen, Gelenksschmerzen, akute Rückenschmerzen, stumpfe Verletzungen

 

Kartoffelwickel

Halsschmerzen, Husten, Magenprobleme, Rückenschmerzen

 

Kirschkernkissen

Bauchschmerzen, Menstruationsschmerzen, Rückenschmerzen, kalte Füße, stumpfe Verletzungen

 

Kraut- oder Kohlwickel

Gelenksschmerzen, Rheuma, Milchstau, stumpfe Verletzungen

 

Kren/MeerrettichWickel

Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung

 

Lavendelkompressen

Husten, Schlaflosigkeit

 

Leinsamenwickel

Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Blasenentzündungen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Schnupfen

 

Ölwickel

Husten

 

Pulswickel

Fieber, Kopfschmerzen

 

Schnapswickel

stumpfe Verletzungen

 

Tonauflagen

stumpfe Verletzungen

 

Topfenwickel, Tofuwickel,

Halsschmerzen, Husten, Milchstau beim Stillen, stumpfe Verletzungen, Prellungen, Blutergüsse, Venenentzündungen

 

Wadenwickel

Fieber

 

warme Auflagen

Bauchschmerzen, Gelenksschmerzen, Kopfschmerzen, Menstruationsschmerzen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Ohrenschmerzen

 

Zitronenwickel

Halsschmerzen, Husten

 

Zwiebelsäckchen

Erkältung, Schnupfen

 

Zwiebelsocken

Fieber

 

Zwiebelwickel

Husten, Halsschmerzen

In den einzelnen Krankheitskapiteln finden Sie Hinweise auf die jeweiligen hilfreichen Anwendungen.

Bäder

Ölbäder:

So geht’s:

Bitte verwenden Sie hochwertige ätherische Öle, diese sind in Apotheken, Reformhäusern und Bioläden in guter Qualität erhältlich. Da sich Öle nicht gut mit dem Badewasser vermischen, ist es notwendig, sie vorher in einer anderen Substanz aufzulösen: mischen Sie zum Beispiel das ätherische Öl (ca. 10-20 Tropfen) zuerst mit ca. 100-200 ml Sahne oder mit ein paar Löffeln Honig. Auch Meersalz kann Öle gut aufnehmen. Lösen Sie dann diesen Trägerstoff im Badewasser auf, auf diese Weise kann sich die Wirkung des Öles gut entfalten.

Bäder mit verschiedenen Kräuterzusätzen

Die einzelnen Kräuter finden Sie unten in der Übersicht, s. Abschnitt „Kräuter“, teilweise auch in den einzelnen Kapiteln beschrieben – die jeweils unterschiedlichen, empfohlenen Kräuter werden für Kräuterbäder folgendermaßen zubereitet:

So geht’s:

Zwei bis vier Esslöffel des Krauts mit ca. einem Liter kochend heißem Wasser übergießen, etwa 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen und ins Badewasser gießen.

Eigenbluttherapie

Dabei handelt es sich um eine ärztliche Maßnahme in Form von Injektionen oder in potenzierter (homöopathisch zubereiteter) Form als Tropfen oder Kügelchen/„Globuli“, empfohlen bei

• Allergien (vor allem Heuschnupfen)

• Chronischen Infekten der Atemwege (Bronchien, Nasennebenhöh-

• len)

• Häufig auftretenden Infekten

• In der Rekonvaleszenz

• Oder allgemein zur Unterstützung der Immunabwehr

Diese Methode ist z.B. in homöopathischer, also „potenzierter“ Form als „Eigenblutglobuli“ besonders für Kinder geeignet (ideal für Kindergarten- und Schulkinder, die unter häufigen Infekten leiden) und sehr beliebt. Ich kann Ihnen diese Behandlung nur wärmstens empfehlen, obwohl sie eigentlich nicht zur „Selbst“-Hilfe im engeren Sinne zählt. Fragen Sie Ihre Ärztin danach. Vor allem mit meinen kleinen Patienten aber auch mit Erwachsenen habe ich sehr gute Erfahrungen mit dieser Methode gemacht.

So geht’s:

Mit einem einzigen Pieks werden ein paar Tropfen Blut abgenommen und anschließend homöopathisch zubereitet. Die hergestellten Kügelchen werden langfristig vorbeugend eingenommen und sind besonders bei Kindern sehr beliebt. Sie können aber auch bei akuten Erkrankungen jederzeit in erhöhter Dosierung selbst eingenommen, beziehungsweise von den Eltern gegeben werden, also ein ideales „Hausmittel“.

Inhalation

Inhalationen können vor allem bei Husten angenehm und beruhigend wirken, sind aber auch bei Nasennebenhöhlenentzündungen und Schnupfen hilfreich.

So geht’s:

Bringen Sie Salzwasser in einem Topf zum Kochen, stellen Sie den Topf mit dem Salzwasser in ein Waschbecken, setzen Sie sich davor und atmen Sie den Dampf ein. Wenn das Wasser etwas abgekühlt ist, breiten Sie ein Handtuch zeltförmig über Kopf und Kochtopf, um den Dampf besonders gut einatmen zu können.

Achtung: Es können Verbrühungen passieren, wenn beim Inhalieren der Topf umkippt, daher lege ich großen Wert darauf, dass er im Waschbecken steht und damit gesichert ist.

Bei kleineren Kindern bevorzuge ich eine allgemeine intensive Luftbefeuchtung durch Dampfen lassen kochenden Salzwassers auf dem Herd (am besten bei geschlossener Küchentüre!), um zu verhindern, dass die Einatemluft allzu heiß wird, Erwachsene können das gut selbst regulieren.

Kneipp’sche Anwendungen

Der berühmte Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp hat viele einfache Möglichkeiten beschrieben, um sich nur mit Hilfe von Wasser, Wärme und Kälte ganz unkompliziert selbst zu helfen.

Ansteigendes Fußbad

Empfohlen bei:

• Kopfschmerzen

• Fieber

• Beginnenden Erkältungen

So geht’s:

Setzen Sie sich an den Badewannenrand, platzieren Sie einen Eimer in der Badewanne, setzen Sie sich auf den Badewannenrand und stellen Sie die Füße hinein. Das geht natürlich genau so bei einer Duschwanne anstelle einer Badewanne. Anschließend leiten Sie warmes Wasser bis in Knöchelhöhe ein. Nach ein paar Minuten beginnen Sie langsam sehr warmes Wasser bis unters Knie zufließen zu lassen. Die Füße dann nicht abtrocknen, nur das Wasser kurz abstreifen, anschließend die Füße am besten mit warmem Öl einreiben und gleich ins Bett gehen.

Armbad nach Kneipp

Empfohlen bei:

• Kopfschmerzen

• Müdigkeit, Erschöpfung

• Kreislaufproblemen, niedrigem Blutdruck

So geht’s:

Lassen Sie kühles bis kaltes Wasser (nicht eiskalt – ca. 12-15 Grad) abwechselnd über beide Unterarme laufen und streifen Sie dann die Arme kurz ab.

Kneipp’sche Socken

Empfohlen bei:

• Fieber

• Kopfschmerzen

So geht’s:

Tauchen Sie Socken in kaltes Wasser, wringen Sie sie kurz aus. Socken anziehen, ruhen, ca. eine Stunde anbehalten, dann eventuell wechseln.

„Storchengang“

Empfohlen bei:

• Abwehrschwäche

• Kreislaufproblemen (bei niedrigem Blutdruck)

• Krampfadern

• Schlaflosigkeit

Eine ganz einfache Möglichkeit, den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen, insbesondere im Sommer, wenn Ihnen die Hitze zu schaffen macht. Es gibt auch zunehmend öffentlich zugängliche Parks, in denen in Kneippanlagen der Storchengang in der freien Natur praktiziert werden kann.

So geht’s:

In die Badewanne kühles – nicht eiskaltes –Wasser (ca. 12-15 Grad) einlaufen lassen, hineinsteigen und auf der Stelle treten, heben Sie dabei bei jedem Schritt den Fuß ganz aus dem Wasser.

Vorsicht – halten Sie sich dabei fest – Rutschgefahr in der Badewanne!

Unterschenkelbad

Empfohlen bei:

• Kopfschmerzen

• Müdigkeit, Erschöpfung

So geht’s:

Ähnlich wie beim Armbad: kühles Wasser (12-15 Grad) abwechselnd über beide Unterschenkel laufen lassen, Wasser abstreifen.

Wechselbad

Empfohlen bei:

• Abwehrschwäche

• Kopfschmerzen

• Kreislaufproblemen (niedriger Blutdruck)

Ähnlich wie das oben beschriebene Unterarmbad. Es ist zwar ein wenig aufwändiger, aber sinnvoll, wenn Sie eher zum Frieren neigen.

So geht’s:

Halten Sie die Unterarme ca. fünf Sekunden in kaltes, aber nicht eiskaltes Wasser (10-15 Grad), tauchen Sie sie anschließend kurz zum Erwärmen in warmes Wasser (35-38 Grad), dann wieder in das kalte Wasser. Mehrmals abwechseln, mit kalt aufhören.

Unterschenkel: derselbe Ablauf

Ölziehen

Hierbei handelt es sich um eine bewährte Entgiftungs- und Entschlackungsmethode, die sowohl in der russischen Volksmedizin als auch im Ayurveda Anwendung findet.

Empfohlen bei:

• Häufig auftretenden Infekten

• Zahnfleischproblemen – hier ist es auf jeden Fall einen Versuch wert

Es mag ja nicht besonders appetitlich klingen, ist aber halb so wild, probieren Sie es aus!

So geht’s:

1-2 Teelöffel kaltgepresstes Sonnenblumen-, Sesam- oder Olivenöl in den Mund nehmen und bei geschlossenem Mund zwischen den Zähnen durchsaugen und spülen. Das Ganze ca. fünf Minuten lang durchführen, dadurch wird das Öl, das anfangs dickflüssig ist, wesentlich dünnflüssiger und von weißlicher Farbe. Schlucken Sie das Öl auf keinen Fall, sondern spucken Sie es dann aus, spülen Sie den Mund mit Wasser und putzen Sie sich anschließend die Zähne.

Palmieren

Das Palmieren finden wir im Qi Gong, wie auch im Ayurveda und in der Yogatherapie.

Empfohlen bei:

• Augenbrennen, müden Augen

• Kopfschmerzen

Das Palmieren (Palma bedeutet im Lateinischen „die Handfläche“) ist auch eine wunderbare Erste Hilfe bei Stress, Anspannung, auch schon VOR den drohenden Kopfschmerzen und eine hilfreiche Entspannungsmethode, von so manchem als schnelle Geheimwaffe für Zwischendurch eingesetzt – wenn Sie den Freisprecher einschalten, geht das sogar während eines Telefonates.

So geht’s:

Reiben Sie Ihre Hände aneinander, bis sie warm sind und sich seidig anfühlen, legen Sie sie dann auf die geschlossenen Augen und atmen Sie ruhig. Wenn Sie möchten, können Sie die Augen auch öffnen, lassen Sie die Hände ca. zwei bis drei Minuten liegen.

Wickel, Anwendungen

Wickel aller Art sind meine Lieblingsempfehlungen, hier beschreibe ich Ihnen einfache, problemlos anwendbare Möglichkeiten. Schon Kinder, die mit Wickeln als Hausmedizin aufwachsen, haben damit oft selbst kreative Erste Hilfe-Ideen – und so immer eine gute Erste Hilfe zur Verfügung. Aber: Wickel sind kein „Kinderkram“, auch Erwachsenen tun Wickel einfach gut.

Alkoholwickel

Empfohlen bei:

• Stumpfen Verletzungen (z.B. Verstauchungen, Prellungen)

So geht’s:

Tränken Sie ein Tuch mit hochprozentigem Alkohol – aus der Apotheke, ein billiger Schnaps vom Diskonter tut’s aber auch – legen Sie es um das verletzte Gelenk und wickeln Sie ein trockenes Tuch locker darüber. Der Alkoholwickel kühlt das frisch verletzte Gelenk auf angenehme Art und Weise und unterstützt die Abschwellung, das hat sich insbesondere bei Knie- oder Sprunggelenksverletzungen zur Schmerzlinderung sehr bewährt. Besonders im Urlaub oder unterwegs ist das eine sehr gute Möglichkeit, hochprozentiger Alkohol ist fast überall problemlos erhältlich, im Notfall sogar an der Tankstelle und das Tuch lässt sich auch durch Papiertaschentücher ersetzen.

Arnikawickel

Empfohlen bei:

• Stumpfen Verletzungen

So geht’s:

Durchführung wie beim Alkoholwickel, es wird jedoch statt des Alkohols Arnikatinktur (in der Apotheke erhältlich), die im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt wurde, verwendet. Die Wirkung ist ähnlich, allerdings ergänzt durch die entzündungshemmende Wirkung der Arnikapflanze. Auch Arnikasalben gibt es in guter Qualität in der Apotheke, bitte achten Sie auf einen hohen Wirkstoffgehalt, um die 20-30%.

Augentrostauflagen

Empfohlen bei:

• Geröteten Augen

• Überbelastung der Augen, zum Beispiel durch Computerarbeit oder zu viel angestrengtes Lesen

So geht’s:

Übergießen Sie einen Teelöffel Augentrostkraut mit 100 Milliliter kochendem Wasser, lassen Sie ihn zehn Minuten ziehen, gießen ihn dann ab und lassen ihn abkühlen. Wattepads damit tränken, ausdrücken und auf die geschlossenen Augen legen, im „Schnellverfahren“ – unterwegs, bei der Arbeit – können Sie stattdessen auch einfach Schwarzteebeutel verwenden, vielleicht bereiten Sie sich eine Tasse (oder eigentlich zwei Tassen) Schwarztee zu und genießen ein paar Minuten „Teepause“ mit den benutzten und ausgedrückten Teebeuteln auf den Augen?

Beinwellauflagen

Empfohlen bei:

• Stumpfen Verletzungen

So geht’s:

Sollten Sie frischen Beinwell zur Hand haben – im Garten ein besonderer Blickfang mit lila Blüten – so legen Sie ein paar Blätter um das verletzte Gelenk und wickeln ein trockenes Tuch darum. Dies ist auch ein Tipp für unterwegs, vielleicht haben sie ja das Glück, auf der Wanderung einen Beinwell zu finden. Der Beinwell ist – ähnlich wie die Arnika - eine entzündungshemmende, schmerzlindernde und abschwellende Pflanze. Meist wird der frische Beinwell wohl nicht zur Verfügung stehen, in diesem Fall können Sie auf Fertigpräparate in Form von Beinwellsalbe oder –tinktur aus der Apotheke zurückgreifen, der Wirkstoffgehalt sollte bei ca. 10% liegen.

Bienenwachswickel

Ein besonders angenehmer, warmer und wohlriechender Wickel, den nicht nur Kinder lieben:

Empfohlen bei:

• Reizhusten

So geht’s:

Eine Bienenwabe in Bio-Qualität verwenden – zwischen zwei Wärmeflaschen oder mit dem Föhn, (eventuell auch ganz vorsichtig im Backrohr) erwärmen – und auf den Brustkorb auflegen, mit einem anliegenden T-Shirt fixieren und am besten – wie es bei allen Wickeln gut tut – ein wenig ruhen, natürlich mit einer Gesundwerdegeschichte.

Bienenwaben bekommen Sie beim Imker oder im Imkereifachhandel.

Eiswickel

Empfohlen bei

• Stumpfen Verletzungen

So geht’s:

Geben Sie Eiswürfel in ein Säckchen und legen Sie es auf die schmerzende Stelle.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Gute Genesung" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen