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Götter und Zwerge

Alfred Bekker, Hendrik M. Bekker

Götter und Zwerge

Fantasy- Erzählungen





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

GÖTTER UND ZWERGE

Fantasy-Erzählungen

von Hendrik M. Bekker und Alfred Bekker

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Authors

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

www.postmaster@alfredbekker.de

Dieses Ebook enthält folgende Erzählungen:

Hendrik M. Bekker: Mjöllnirs Diebstahl

Hendrik M. Bekker: Mein Freund, der Zwerg

Alfred Bekker: Die Seelen zweier Könige

Alfred Bekker: Dway'lion der Magier

Kapitel 1: Diebstahl

Grollend war Donner zu hören, er eilte ihm voran.

Thor, Sohn des Odin, stand auf seinem einachsigen Wagen und hielt in beiden Händen die Zügel seiner monströsen Ziegenböcke, denen Schaum vor den Mäulern stand. Sie zogen ihn und seinen Wagen über die Wolken wie über eine feste Straße.

Langsam lichtete sich vor ihm der dichte Wolkenteppich und gab den Blick frei auf schroffe steile Klippen und eine wogende See. Der Streitwagen sank niedriger und kam am Rand der Felsklippen auf festen Untergrund auf, wobei Thor noch eine Weile den Rand der Klippen entlangfuhr, bevor er die Zügel zog und den Wagen zum Stehen brachte.

„Du wolltest mich sprechen, Njörd?“, rief Thor in Richtung der brausenden Klippen gewandt. Einen Moment antwortete ihm nur das Brausen der Wellen.

Er klemmte seine Daumen hinter Megingjarder, seinen breiten mit Metallplättchen besetzten Gürtel, den er stets bei sich trug. Er verlieh ihm Kraft und Stärke, mehr als er als Gott allein schon besaß. Das Wasser wurde noch unruhiger und Gischt spritzte Thor ins Gesicht. Eine große Welle baute sich auf und schwappte über die Klippen hinweg, doch bevor sie Thor berühren konnte, ballte sich das Wasser in Form eines Menschen und Njörd stand vor ihm, ein Mann, über drei Schritte groß, so dass er eine Handbreit größer war als Thor. Doch anders als Thor, der mit einer warmen Hose und einem geschnürten Hemd bekleidet war, über dem er seinen schweren warmen Mantel trug, war Njörd nackt. Nicht völlig, denn er war gar nicht ein rechter Mensch. Er sah aus wie ein Mensch, der nur aus Wasser besteht. Seine Haut war ständig in Bewegung und die Oberfläche zitterte immer leicht wegen des beständigen starken Nordwindes.

„Thor“, begrüßte Njörd den Gott des Gewitters und reichte ihm die Hand. Thor ergriff sie, sie fühlte sich seltsam an. Fest und nass, wie Steine auf dem Grund eines Sees. Sie erinnerten ihn an diese schlicküberzogenen Steine. „Ich muss dich warnen, die Joten wissen von deinem Plan“, erklärte Njörd. Sein Gesicht, erst noch unscharf, begann, umso länger er vom Meer getrennt war, langsam immer stärker menschliche Züge anzunehmen.

„Meinem Plan?“, erwiderte Thor ausweichend. Njörd konnte nichts davon wissen, dass Thor mit einigen anderen Göttern vorhatte gegen eine große Gruppe der Bergriesen in die Schlacht zu ziehen. Noch war es zu kalt, doch bald würde es wärmer werden und der geeignete Zeitpunkt wäre da, die Frostriesen zu dezimieren. Sie waren seine Erzfeinde, seit jeher.



„Thor, Thor?“, fragte eine Stimme. Thor öffnete müde die Augen und blickte sich um. Er saß auf einem bequemen Holzstuhl vor der Feuerstelle eines kleinen Festsaales. Um ihn herum lagen einige andere Männer des Menschengeschlechts auf Stühlen oder Bänken und schliefen ihren Rausch aus.

Loki, ein Gott wie Thor, stand vor ihm und es war seine Stimme, die ihn geweckt hatte. „Es ist Zeit, du solltest das Heer der Menschen zusammenrufen, damit wir in einer Woche gegen die Riesen ziehen können“, erinnerte ihn Loki, warum er hier war.

„Du hast recht“, stimmte ihm Thor zu und hielt sich seinen brummenden Schädel. Es mochte viel geredet werden über die Fähigkeiten der Götter und vieles war wahr. Doch irgendwann war es selbst einem Gott zu viel des Mets.

„Nimm deinen Hammer in die Hand, sie werden von seinem Leuchten beeindruckt sein und nicht Merken, dass ein verkaterter Gott zu ihnen spricht“, bemerkte Loki spitz.

Thor griff an seinen Gürtel und wollte Mjölnir nehmen, doch er griff ins Leere. Er war nicht wie sonst an seinem Gürtel befestigt. Er blickte sich auf dem Boden der Halle um. Er war nirgendwo zu sehen.

„Wo ist er?“, fragte er an Loki gewandt. Loki war schon immer dafür bekannt gewesen Streiche zu spielen.

„Ich hab ihn nicht, ruf ihn doch“, erwiderte Loki. Thor konzentrierte sich auf die Worte, die seinen Hammer mit Hilfe von Magie zu ihm bringen würden. Doch nichts geschah. Er konnte ihn nirgendwo in seiner Nähe spüren. „Er ist weg, jemand verbirgt ihn vor mir“, stellte er fest. Er fixierte Loki mit den Augen.

„Sieh mich nicht so an, ich war es nicht, was hätte ich für einen Nutzen von dem Ding?“, sagte Loki. Thor musterte ihn. Der Hammer verlieh große magische Fähigkeiten, allein schon wenn man ihn in den Händen hielt. Dazu kamen die Runen, die man in ihn eingeritzt hatte, so dass er die meisten Rüstungen mühelos zerschlagen konnte. Sicherlich hätte Loki sich dann aber nicht hierhingestellt und den Unschuldigen gespielt. Er hätte ihn benutzt. Es sei denn, ging es Thor durch den Kopf, er hatte eines seiner Spielchen vor.

„Finde heraus, wer ihn hat“, blaffte Thor ihn an. Er hatte stechende Kopfschmerzen.

„Wieso ich? Du hast dein Spielzeug verloren“, erwiderte Loki. Thor, der gefolgt von Loki langsam zum breiten Tor der Halle gegangen war, drehte sich um. „Weil du, und ich habe das noch keinem gesagt, aber ich habe dich dabei gesehen, Freya ihren Mantel geklaut hast. Du weißt, dass sie dich an einen großen Stein binden und im Meer versenken würde, wenn sie das erfährt? Du hast den Mantel, damit bist du schneller in Asgard und kannst dich umhören“, erklärte Thor und stieß das Tor auf. Vor ihm lag eine kleine Siedlung, die sich an die Seite eines Berges klammerte. Es waren Häuser aus groben großen Steinen, aus den Kaminen quoll dicker dunkler Rauch. Erhellt wurde das Ganze von der langsam aufgehenden Sonne.

Loki sah Thor einen Moment von der Seite an und Thor überlegte, ob er sich der Anweisung fügen würde. Dann zuckten seine Mundwinkel und er zog aus seinem ledernen Rucksack, den er trug, einen langen Mantel, der aus Federn zu bestehen schien. Es waren dunkle große Federn. Er warf sich den Mantel um und bevor er sich schloss, begann er sich schon zusammenzuziehen. Innerhalb von Sekundenbruchteilen verwandelte sich Loki nun in einen mächtigen Adler, der sich in die Luft erhob und mit beeindruckender Geschwindigkeit zum Horizont flog.

Thor sah ihm eine Weile nach und fragte sich, ob es das gewesen war, was Njörd ihm hatte sagen wollen. Das Treffen mit dem Meeresgott war nicht nur ein Traum gewesen, es war vor einiger Zeit passiert. Damals hatte er hohnvoll zu Njörd gesagt, dass er selbst ganz gut zurechtkäme und die Riesen niemals intelligent genug sein würden ihm etwas anzuhaben. Waren sie es? Oder war es Loki, der ein Spiel spielen wollte?

„Herr?“, fragte eine Stimme vorsichtig neben ihm. Es war Drötgr, ein bärtiger Mann mit den ersten grauen Strähnen in seinem buschigen schwarzen Bart. Sein Haupthaar trug er stets kahlgeschoren, weswegen er im Angesicht des Kampfes stets vor Schweiß glänzte. „Ist etwas nicht zu Eurer Zufriedenheit?“

Er war ein Anhänger Thors, Thor hatte den Ort schon öfter besucht und Drötgr hatte ihn einst als kleiner Junge zum ersten Mal gesehen.

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