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Glauben oder doch lieber selber denken?

Wilhelm Schneider

Glauben oder doch lieber selber denken?

Unsortierte Gedanken über das Glauben im allgemeinen und über den Glauben im Besonderen

Glauben oder doch lieber selber denken?

Unsortierte Gedanken über das Glauben im Allgemeinen und über den Glauben im Besonderen

Aberglaube, Esoterik, Homöopathie, Germanische Medizin, Klima, Milchstraßenbesiedelung, Religionen, Sekten, Ufo`s und andere Fantastereien

Wenn der Geist den Fortschritt der Technik und der Wissenschaft eingeholt hat, können wir Hoffnung für unseren Planeten haben.

Sithu U Thand

Die Natur hat uns mit einem hochentwickelten Gehirn ausgestattet, mit dem wir viele unserer Probleme angehen und lösen können und damit sind unter anderem auch die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass wir in der Lage wären, in Frieden miteinander zu leben und unseren Planeten zu bewahren, wenn wir nur wollten.

Doch ich glaube, im Moment sieht es auf unserem Planeten trotz des rasanten Fortschritts in der Technik und den enormen Erkenntnissen in der Wissenschaft mit der geistigen Entwicklung bei sehr großen Teilen der Menschheit trotz des hochentwickelten Gehirns leider nicht nach irgendwelchem Fortschritt aus.

Im Gegenteil, viele Menschen sperren sich oft gegen jede wissenschaftliche Erkenntnis und schalten ihr Gehirn aus. Sie glauben lieber geistig gestörten Verschwörungstheoretikern oder sind auf dem Weg zurück in die Steinzeit. Leider nicht mehr mit Trommel und Keule sondern mit Internet, Sprengstoff und Sturmgewehr. Dabei ist niemand bei seiner Geburt bereits auf Dummheit programmiert oder ein Rassist, ein potentieller Mörder oder ein religiöser Eiferer, er wird erst durch seine Umwelt dazu gemacht. Leider.

In vielen Fällen spielen religiöse Gründe eine Rolle, die ausschlaggebend für die Entscheidungen eines Menschen sind. Solange noch Religionen eigenständig in Schulen und Hochschulen gegen besseres Wissen unterrichtet werden und damit junge Menschen mit längst überholten, wissenschaftlich nicht mehr haltbaren Dogmen indoktriniert werden, hat der Fortschritt keine Chance. Religionen mit ihren Göttern, egal welcher Couleur, gehören in unserer Zeit in den Geschichtsunterricht.

Wir müssen dem Glauben mit Logik, Vernunft und Wissen begegnen.

Wilhelm Schneider

Wie sagen die Westfalen doch? Wenn man einmal anfängt nachzudenken, kommt man schnell von „Höcksken auf Stöcksken“. Das stimmt. Es gehen einem viele Fragen und Ideen auf einmal durch den Kopf und ein Denkspiel bedingt häufig ein anderes. Manchmal kommen die Ideen schneller als man schreiben kann. Deshalb werde ich hier und da ein schon angesprochenes Thema unter einem anderem Blickwinkel noch einmal aufgreifen. Insbesondere der Zustand unseres Planeten lässt mich nicht los.

Ich bitte Sie, liebe Leserin, lieber Leser, im Voraus, die etwas chaotische Reihenfolge und meinen manchmal mit mir durchgegangenen Sarkasmus zu entschuldigen. Vielleicht folgen Sie trotzdem meinen etwas sprunghaften Gedanken und können mir manchmal sogar zustimmen.

Glaube an sich

Unsere Welt ist voller Rätsel und es ist ein menschliches Bedürfnis, auch zunächst unerklärliche Dinge verstehen zu wollen. Diese Neugier ist verständlich, doch sie ist nicht bei jedem Menschen gleich stark ausgeprägt, und nicht immer gelingt es, bestimmte Phänomene selbst zu ergründen. In diesen Fällen kommen häufig andere Menschen ins Spiel und behaupten, die mysteriösen Zusammenhänge erklären zu können.

Wenn es Wissenschaftler sind, werden sie anhand von Beweisen die Erklärungen liefern. Wenn es sich aber um selbsternannte Alleswisser oder Religionsvertreter handelt, die angeblich aufgrund göttlicher Unterstützung alles wissen, wie die Pfarrer, Rabbis und Imame behaupten, ist Skepsis angesagt. Auch wenn in ihren Auslegungen und teilweise skurrilen Erklärungen keinerlei Logik enthalten ist und auch keine Beweise geliefert werden, soll man ihre wirren Ausführungen kritiklos glauben und nichts hinterfragen.

Mit dem Glauben ist das allerdings so eine Sache. Selbstverständlich steht es jedem frei, etwas zu glauben. Jeder kann glauben, was er will, selbst noch so unsinnige, absurde Dinge, auch wenn sie dem gesunden Menschenverstand und allen wissenschaftlichen Erkenntnissen deutlich erkennbar widersprechen. Dennoch wird man einen Glaubenden von völlig unsinnigen Vorstellungen auch mit wissenschaftlichen Beweisen nicht abbringen können, wenn er sein Gehirn nicht einschaltet.

Ein vom Glauben Besessener kann allerdings nicht erwarten, dass alle Mitmenschen seine Ansicht ohne kritische Prüfung übernehmen. Ein Glaubender sollte nicht versuchen, dem Anderen gegen dessen Willen seinen Glauben aufzwingen zu wollen, was allerdings ständig versucht wird. Im anderen Fall kann man einen Glaubenden nicht zwingen, etwas nicht zu glauben. Vielleicht hilft in Einzelfällen jedoch der Versuch, ihn mit schlagkräftigen Argumenten zu überzeugen. Ansonsten gibt es auch noch Psychiater, die helfen können.

Doch was sagt uns das Glauben an eine Sache oder eine Fiktion? Es bedeutet: Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass meine Vorstellung tatsächlich richtig sein könnte, es fehlen mir leider die Beweise. Aber ich hoffe, es könnte so sein, wie ich es mir vorstelle, es wäre so schön. Ja, ich will es so sehen!

Der Glaubende verwechselt häufig Glauben mit Wissen. Er hat für seine Vorstellungen keinerlei Beweise und kann seine Behauptungen nicht mit Fakten untermauern, ist jedoch von der Richtigkeit seiner Vorstellung überzeugt. Gäbe es allerdings gesicherte Beweise und wissenschaftliche Untermauerungen, müsste er nicht glauben. Dann kann er sagen: Sieh mal, so ist es! Ich weiß es. Ich kann es dir an folgenden, nachprüfbaren Fakten beweisen.

Es wird uns in Sachen Glauben aber auch äußerst viel abverlangt, und das in allen Bereichen unseres Lebens. In manchen Fällen ist die Situation eindeutig, in anderen Fällen sehr kompliziert zu beurteilen.

Dazu drei Beispiele:

1) „Herr Richter, ich habe den Mann nicht umgebracht, das müssen Sie mir glauben!“, sagte der bereits wegen mehrfacher Körperverletzung vorbestrafte Angeklagte.

„Das müssen Sie mir glauben!“, der Standardsatz eines jeden Verbrechers kommt in jedem Kriminalfall in der Realität und in jedem Kriminalfilm vor.

Der Angeklagte hofft etwas naiv, dass der Richter ohne weitere Nachprüfung seinen Worten glauben würde. Der glaubt dem Angeklagten jedoch nicht, weil es erdrückende Beweise gibt. Das Messer in der Brust des Toten gehört dem Angeklagten und weist nur dessen Fingerabdrücke auf. Das Blut des Toten ist auf der Kleidung des Angeklagten nachgewiesen. Unter den Fingernägeln des Toten hat man Hautpartikel gefunden, die nach einer Genanalyse eindeutig dem Angeklagten zugeordnet werden konnten. Ein Zeuge hatte die Tat beobachtet und sofort ein Foto mit seinem Handy gemacht. Es gibt einfach zu viele Beweise verschiedenster Art, die wissenschaftlich untermauert werden können. Nur ohne alle diese Beweise hätte die Sache für den Mörder vielleicht günstig ausgehen können.

2) „Ich habe mit meiner Sekretärin kein Verhältnis, und das Kind, das sie bekommen hat, ist nicht von mir. Das musst du mir glauben!“

Doch seine Frau bleibt skeptisch. „Du kannst mir viel erzählen! Ich bestehe auf einer aussagekräftigen Genanalyse.“ Hier hilft die Wissenschaft: Ein Vaterschaftstest bringt Gewissheit.

3) Eine Meinung: „Ich glaube nicht an die Klimakatastrophe.“

Eine zweite Meinung: „Ich glaube, die Klimaerwärmung wird zu großen Problemen führen.“

Auch bei dem für die Menschheit derzeit wichtigsten aktuellen Thema Klimaentwicklung, mit der sich namhafte Wissenschaftler in aller Welt beschäftigen, gibt es konträre Meinungen. Wissenschaftler haben eindeutige Beweise, mit denen sie ihre Theorien beweisen können. Der nicht wissenschaftlich vorbelastete ehemalige amerikanische Präsident Donald Trump glaubte dagegen, die Klimaerwärmung wäre eine Erfindung der Chinesen. Eigenartigerweise sind auch viele Politiker der populistischen Parteien häufig blind für die Ergebnisse der Wissenschaftler. Offensichtlich sind manche Gehirne für die Beurteilung wissenschaftlicher Erkenntnisse und für die Folgen der Ignoranz nicht geeignet. Fehlen in bestimmten Regionen eventuell einige Millionen Gehirnzellen, oder sind sie falsch vernetzt?

Glaube, Wissenschaft, Beweise

Das, was man in diesen verschiedenen Beispielen glauben soll, kann durch offensichtliche Beweise oder mit Hilfe der Wissenschaft entkräftet oder bestätigt werden. Dadurch wird aus einer Vermutung Gewissheit. Man muss heute keine Götter und Geister mehr erfinden und bemühen, mit der Wissenschaft fährt man besser, der Glaube ist überflüssig.

Die verschiedenen Religionen leben jedoch ausschließlich vom Glauben. Im religiösen Bereich werden Geschichten verbreitet, ohne dass sie plausibel oder auf irgendeine Art bewiesen sind. Viele Behauptungen stammen aus Zeiten, in denen die Menschen keinerlei Kenntnisse von Naturgesetzen hatten und alle Phänomene überirdischen Mächten und Geistern zugeschrieben haben. Uralte mündliche und schriftliche Überlieferungen von fantasievollen Autoren werden auch heute noch unkritisch als wahr übernommen. Ein gutes Beispiel ist die Bibel, Gottes Wort, wie die Priester sagen. Allerdings sind sämtliche Kapitel ohne Ausnahme nicht von „Gott“, sondern von mehr oder weniger fantasiebegabten Autoren gechrieben worden.

Mit unseren heutigen wissenschaftlichen Kenntnissen sollte man mit dem Glauben vorsichtig sein und alles erst einmal auf Plausibilität hinterfragen. Wenn etwas unklar ist, kann heute in vielen Fällen die Wissenschaft helfen.

Behauptungen, die man ohne jeden Beweis glauben soll, die oft sogar dem simplen kritischen Menschenverstand völlig widersprechen und einer wissenschaftlichen Überprüfung in keiner Weise standhalten, sind nicht glaubwürdig und sollten unter der Rubrik „Vorsicht! Unsinn“, oder sogar „Betrug!“ abgelegt werden.

Man sollte generell skeptisch sein und für sein Urteil seine geistigen Fähigkeiten und die heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse nutzen. Dazu hat der Homo Sapiens im Laufe der Jahrtausende ein an sich gut funktionierendes Gehirn erworben und stets weiterentwickelt. Wenn man wirklich will, kann man viele Milliarden Gehirnzellen aktivieren, um fragwürdige Aussagen zu überdenken.

Bedenken Sie, auch wenn viele Menschen einer Meinung sind, kann diese Ansicht falsch sein.

„Die Wahrheit hat nichts zu tun mit der Zahl der Leute, die von ihr überzeugt sind“, meinte Pascal Claudel, französischer Schriftsteller und Diplomat (1868 – 1955).

Der Glaube in jeder Form ist offensichtlich ein menschliches Bedürfnis und ein Problem zugleich. Normalerweise ist Glaube immer mit einer bestimmten Hoffnung gekoppelt: Hoffnung auf Heilung, Hoffnung auf Glück, Hoffnung auf Erfolg, oder ein Platz im Elysium.

Aber auch Angst kann zu ungewöhnlichen Reaktionen führen und den Glauben an Geister und Dämonen auslösen.

Leider gibt es immer wieder Scharlatane, die die Leichtgläubigkeit der Mitmenschen skrupellos ausnutzen und sie geschickt manipulieren. Und das kostet den Leichtgläubigen oft viel Geld oder in vielen Fällen sogar seine Gesundheit.

Nicht nur im religiösen, auch in nichtreligiösem Bereich wird viel geglaubt und viel bezahlt, ohne dass nur der geringste wissenschaftliche Beweis vorhanden ist. Oder noch schlimmer, es ist sogar wissenschaftlich bewiesen, dass eine Behauptung oder eine Ansicht falsch ist. In diesem Fall sollte man sich von diesem Glauben trennen, auch wenn es noch so schwer fällt. Der Mensch kann immer dazulernen.

Es scheint aber zuweilen eine Art Besessenheit zu sein, um jeden Preis etwas glauben zu wollen und sei es auch noch so absonderlich.

„Tritt eine Idee in einen hohlen Kopf, so füllt sie ihn völlig aus, weil keine andere da ist, die ihr den Rang streitig machen könnte“, meinte schon Charles-Louis de Montesquieu, französischer Schriftsteller und Philosoph (1689 – 1755)

Dummheit gab es damals schon und wird es leider immer geben.

In der heutigen Zeit erreichen Behauptungen, Gerüchte oder Falschmeldungen über Twitter, Facebook, YouTube oder Feed-Dienst in kürzester Zeit Millionen Menschen und können, einmal in die Welt gesetzt, nicht mehr aus dem kollektiven Bewusstsein der Menschen gelöscht werden.

„Menschen glauben Gerüchten sogar dann, wenn sie nachweislich falsch sind“, sagt der US-Psychologe Jerry Wilson.

Wunderliches aus der Medizin

Jeder Mensch mit einem normal funktionierenden Denkvermögen muss auch heute noch am Verstand vieler seiner Mitmenschen zweifeln.

Da gibt es zum Beispiel Zeitgenossen, die bewusst wissenschaftliche Fakten verleugnen und uns irreführen wollen. Und es gibt andererseits Zeitgenossen, die auf offensichtlichen Unsinn hereinfallen.

Durch viele Köpfe geistert der Begriff „alternative Medizin“, ein Begriff, der im Vergleich zur „Schulmedizin“ für einige Gläubige die bessere Heilung verspricht. Dabei hat ein approbierter Schulmediziner eine langwierige und gründliche Ausbildung durchlaufen. Ich glaube, dass ein Heilpraktiker durch seine kurze Ausbildung auch nicht annähernd das Wissen eines Arztes erreicht.

Dann gibt es noch die Spezialisten ohne medizinische Ausbildung. Können Sie sich zum Beispiel etwas unter Germanischer Medizin vorstellen? Nein? Ich auch nicht. Was soll das speziell Germanische an der Medizin sein?

Jedenfalls vertritt ein früherer Molkerei-Fachmann die Idee der Germanischen Neuen Medizin und versucht, seine bizarre Erleuchtung zu verbreiten. Sind wir wieder bei der germanischen Rasse?

Der NDR berichtete am 14.04.2015 über „Das wirre Weltbild der Germanischen Neuen Medizin“. Hier werden gefährliche Heilversprechen und antijüdische Verschwörungstheorien verantwortungslos vermischt und verbreitet.

Für ihn, den nicht wissenschaftlich vorbelasteten Molkerei-Fachmann, existieren zum Beispiel die von vielen Generationen von Forschern inzwischen sehr genau erforschten und in unzähligen wissenschaftlichen Arbeiten nachgewiesenen, in modernen Mikroskopen sichtbaren Viren mit ihren für Mensch und Tier tödlichen Fähigkeiten nicht! Nein, Krankheiten werden nicht durch Ansteckung verbreitet, so die Botschaft des germanischen Molkereifachmannes. Masern und andere Epidemien werden nicht von Viren ausgelöst, sondern sind die Folge seelischer Probleme. Demnach müssten tausende Menschen, bei Pandemien sogar Millionen Menschen, gleichzeitig die gleichen seelischen Probleme bekommen und sollten von Psychiatern behandelt werden. Dann wäre nach dieser Hypothese auch die Angst vor den in Geheimlaboren aufbewahrten Pocken- oder Milzbrandviren völlig unbegründet. Auch Corona-Viren verschwinden, wir müssen nur wissen, wo das seelische Problem liegt und uns vor dem Problem hüten.

Es ist allerdings umgekehrt. Seelische Probleme sind die Folge der Krankheit. Tatsache ist, dass Viren eine tötliche Krankheit auslösen können und die notwendigen Isolationen zu seelischen Problemen führen. Ich muss also die Krankheit bekämpfen, damit die seelischen Probleme gelöst werden können.

Impfungen werden von Vertretern der germanischen Richtung generell als unnötig abgelehnt. Die Spanische Grippe, die Anfang des vorigen Jahrhunderts (1918 – 1920) weltweit etwa fünfhundert Millionen Menschen erfasste, von denen etwa zweiundzwanzig Millionen Opfer starben, wurde nach der Version der GermanMediziner nicht durch Viren ausgelöst. Sie hatten alle nur seelische Probleme. Sie hätten also zum Psychiater gehen müssen. Es starben damals nur geimpfte Personen, so die germanische Aussage. Dumm ist nur, dass es zu der damaligen Zeit noch keine Grippeimpfungen gab und kein Pharma-Unternehmen die zweiundzwanzig Millionen Einheiten eines damals noch nicht existierenden Grippe-Impfstoffs herstellen konnte.

Und was die studierten Mediziner über den Krebs wissen ist völlig falsch. Durch intensives Nachdenken ist den German-Medizinern die Erleuchtung gekommen. Der Krebs entsteht nach Ansicht dieser nicht wissenschaftlich vorbelasteten Steinzeit-Mediziner durch innere Konflikte des Körpers! Stellt sich die Frage: Wer hat im Körper mit wem derartige Konflikte, dass sich ein Tumor entwickelt? Gibt es verschiedene Konfliktsituationen? Hat etwa die Niere Probleme mit der Bauchspeicheldrüse? Das gilt es herauszufinden. Jedenfalls, nach der Lösung des Konfliktes verkümmern die Krebszellen und der Krebs verschwindet auf mysteriöse Weise von allein ohne weitere Behandlung, eine Operation oder Chemotherapie ist nicht notwendig. Allerdings gibt es keinen Vorschlag von den germanischen Medizinern, wie man die Konfliktparteien ermitteln kann, oder was zur Lösung der Konflikte der inneren Regionen beiträgt. Ich fürchte, mit Yoga oder Hypnose allein kann man die Konfliktparteien nicht erkennen und ihren Konflikt nicht lösen.

Trotz der nachgewiesenen falschen, unsinnigen Behauptungen finden sich auch in diesem Fall leichtgläubige Menschen, die auf diese Falschaussagen eines wunderlichen Kauzes herein fallen und kritiklos diesen germanischen Unsinn glauben. (Siehe oben Montesquieu und Wilson)

Das gleiche Problem scheint bei neuen Epidemien immer wieder aufzutauchen. Ende 2019 wurde die ganze Welt von einer weiteren Pandemie bisher nicht bekannten Ausmaßes heimgesucht. Es trat ein neues Virus, Covid-19, auf, das bisher in asiatischen Fledermäusen und im Pangolin, einem Schuppentier schlummerte. Da in Asien Fledermäuse und das Pangolin als Delikatesse gelten, war es nur eine Frage der Zeit, bis das Covid-19-Virus dort bei der Verarbeitung in der Küche auf die Köche übersprang. Die Auswirkungen der weltweiten Pandemie kennt jeder zur Genüge. Im Juli 2021 waren es weltweit bereits über 190 Millionen Infizierte und mehr als 4 Millionen Todesfälle. Spitzenreiter waren die USA mit über 33,9 Millionen Infizierten und mehr als 600.000 Toten. Inzwischen befindet sich Indien mit täglich 400.000 Infizierten auf der Überholspur. Von den Germanen ist zu dieser Pandemie noch nichts zu hören.

Enttäuschend waren die Reaktionen vieler Politiker, die nicht wussten, wie sie mit der ausufernden Pandemie umgehen sollten. Wie eine bisher nicht gekannte Pandemie dieses Ausmaßes bekämpfen? Die Empfehlungen wechselten ständig. Abstand halten, Masken tragen, Impfen, reicht das? Wenn alle mitmachen, kann das funktionieren. Doch nicht alle machten mit. Viel mussten ohne Masken und ohne Abstand zu halten gegen die Maßnahmen der Regierung demonstrieren.

Und dann die völlig unsinnigen, jeden wissenschaftlichen Erkenntnissen widerspechenden Verschwörungstheorien, nach denen die Pharma-Industrie die Viren in die Welt gesetzt haben sollte, um Geld zu generieren. Andere wiederum vermuteten Bill Gates hinter der Pandemie, der über die Impfung den Patienten einen Mikrochip implantieren will, um die Menschen zu kontrollieren zu können.

Ebenso gab es abstruse Behandlungsvorschläge, die überwiegend in den sozialen Netzwerken verbreitet wurden. Empfohlen wurde unter anderem hochkonzentrierter Alkohol, wodurch 800 Menschen starben. Auch Methanol sollte helfen, dadurch landeten fast 6.000 Menschen im Krankenhaus, 60 erblindeten. US-Präsident Trump empfahl die Einnahme von Desinfektionsmitteln, die, wenn sie auf der Haut wirken, auch im Körper Viren töten müssten. In Indien wurde das Gerücht verbreitet, man könne mit Kuh-Urin oder Kuhdung vorbeugen, andere nahmen einen Drink aus hochgiftigen Stechäpfeln zu sich. In Saudi-Arabien wurde Kamel-Urin mit Limone als Wundermittel offensichtlich von Witzbolden angepriesen.

Wollen Sie, lieber Leser, in diesem Zusammenhang unbedingt etwas glauben? Dann glauben Sie mir, die Viren gibt es wirklich. Gehen Sie in ein Forschungslabor und schauen Sie durch ein Elektronenmikroskop. Und Kamel-Urin mit Limone ist keine Medizin gegen Covid-19-Viren und Bill Gates hat nichts damit zu tun! Aber Impfen hilft!

Was sind Viren? Kann man sie eigentlich zu den Lebewesen rechnen? Es sind sehr seltsame, nur im Elektronenmikroskop zu entdeckende, kugelförmige geordnete Konglomerate aus verschiedensten Proteinen, allerdings ohne Gehirn, Nerven und Blutbahnen. Auch irgendwelche Andeutungen von anderen Organen sind nicht vorhanden, dafür hätten sie im Nano-Bereich auch keinen Platz. Ohne Gehirn können sie nicht denken, aber diese Gengesteuerten Winzlinge haben einen äußerst fiesen Charakter. Sie zeigen einen unstillbaren Drang, sich ohne Rücksicht zu vermehren. Dazu brauchen sie jedoch eine kuschelige Wirtszelle. Was zwingt diese hirnlose Kugel dazu, woher kommt dieser Drang? Mit Fledermäusen und dem Schuppentier Pangolin haben sie im Laufe vieler Jahre eine Koexistenz entwickelt. Diese Wirte zeigen zwar eine Immunität gegen die Covid19-Viren, beherbergen jedoch die Viren und geben sie gerne weiter. Die geeignesten Zellen hat offensichtlich der Mensch in seiner Lunge. Die Viren dringen in die Zelle ein und vermehren sich dort, indem sie das Zellmaterial dafür verwenden und die Zelle dadurch zerstören. Der Wirt hat dann in den meisten Fällen durch den Befall große gesundheitliche Schwierigkeiten.

Dank der Forschung vieler Wissenschaftler ist man heute in der Lage, vielen Krankheiten durch Impfung den Schrecken zu nehmen und viel Leid zu verhindern. An der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Covid-19-Virus wurde und wird weltweit intensiv geforscht. Im November 2020 haben die ersten hoffnungsvollen Impfstoffe ihre Tests bestanden.

Bei der Entwicklung eines Impfstoffes braucht man jedoch viel Zeit, um eventuelle Nebenwirkungen zu erkennen und auszuschließen. Hat man dann einen Impfstoff, sind die Risiken einer Impfung deutlich geringer als die Risiken einer ausbrechenden Krankheit. Da ist es unverständlich und verantwortungslos, wenn Menschen mit beschränktem Horizont Müttern das Impfen ihrer Kinder suggestiv ausreden und unnötigerweise die Gesundheit der Kinder zum Beispiel mit Masem-Partys aufs Spiel setzen. Durch Impfungen wird auf jeden Fall eine ausbrechende Krankheit in ihrem Verlauf gemildert und die Gesundheit eines Kindes ist ein hohes Gut, dass man nicht leichtsinnig aufs Spiel setzen darf.

Neben den Viren sind auch die Bakterien eigenartige winzige Lebewesen, aus nur einer Zelle bestehend, ebenfalls ohne Organe und ohne Blutkreislauf, jedoch ausgestattet mit Chromosomen und der Fähigkeit, sich ohne Wirt zu teilen. Wir kommen besser mit ihnen aus, als mit Viren. Sie sind auch kleinste chemische Fabriken, die die Biochemiker nutzen und die uns zum Beispiel auch als Darmbakterien sehr nützlich sind. Ein Wunder der Natur.

Heilpraktiker / Homöopathie.

Wenden wir uns einem anderen großen Gebiet des Glaubens zu, den alternativen Heilverfahren der Heilpraktiker.

Die Ruhr-Nachrichten berichten am 23. August 2017: „Reformen bei Heilpraktikern gefordert. Experten sehen Patientenwohl gefährdet.“

Eine 17-köpfige Expertengruppe hat sich im August 2017 in Münster mit dem Beruf des Heilpraktikers befasst. Das Gremium spricht sich für tiefgreifende Reformen des Heilpraktiker-Berufes aus. Der Beruf des Heilpraktikers sollte entweder ganz abgeschafft oder grundlegend reformiert werden.

„Alternativmediziner“ dürfen sich nicht weiter nach einer kurzen, weitgehend unregulierten Ausbildung als staatlich anerkannte Heilpraktiker bezeichnen dürfen. Das würde bei Patienten den Eindruck erwecken, Heilpraktiker seien eine gleichwertige Alternative zu Ärzten, die ein langjähriges Studium absolviert hätten. Das könne gefährliche Folgen haben. Trotz fehlender wissenschaftlicher Beweise für die Wirksamkeit werden von Heilpraktikern teils dubiose Methoden und zweifelhafte Medikamente angewandt.

Am 3.Juli 2019 lautet ein Zeitungsartikel: Kassen sollen nicht mehr für Homöopathie zahlen Berlin (dpa). „SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach will gesetzlichen Krankenkassen die Kostenerstattung von Homöopathie verbieten…“

Im Brennpunkt der Apotheken Umschau vom Juli 2019 heißt es: Kranke Konkurrenz

„Gesetzliche Krankenkassen Viele Pflichtversicherer bezahlen Therapien, für die es keinen wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis gibt. Gesundheitsexperten kritisieren diese Praxis…..“

Problematisch wird es, wenn Menschen mit lebensbedrohlichen Krankheiten, zum Beispiel Krebspatienten, sich nur auf Heilpraktiker oder selbsternannte Heiler verlassen und ausschließlich auf homöopathische Mittel vertrauen. Im Sommer 2016 hatte ein Heilpraktiker am Niederrhein einige Patienten in einer alternativen Krebspraxis behandelt. Drei von ihnen starben. Die Staatsanwaltschaft hat ermittelt, dass der Heilpraktiker ein nicht zugelassenes Medikament verwendet hat und die Mischungen seiner Krebsmittel falsch waren. Von Konsultationen von Schulmedizinern hatte er abgeraten.

Homöopathische „ Wirkstoffe“

Homöopathie ist ein weiteres großes Feld des Glaubens im Bereich der „Alternativmediziner“. Homöopathen bekämpfen unter anderem Krankheiten mit den Mitteln, die normalerweise die Krankheiten hervorrufen, allerdings in hohen Verdünnungen, den Potenzen, angegeben in D = Dezimalpotenz. Niedrige und niedrigste Dosen eines Wirkstoffes wirken angeblich heilend.

Die nächst höhere Potenz ist immer 1: 10 verdünnt. D1 heißt, man nimmt einen Kubikzentimeter eines Wirkstoffs und verdünnt ihn mit zehn Kubikzentimeter wirkstofffreiem Verdünnungsmittel. Von dieser Verdünnung nimmt man wieder einen Kubikzentimeter und verdünnt ihn wiederum mit zehn Kubikzentimetern Verdünnungsmittel. D6 heißt dann, die Prozedur wurde sechs mal durchgeführt, es ist also schon extrem stark verdünnt. Bei einer Potenz D6 wird 1 cm3 in 1 m3 verteilt!!! Somit reicht ein Kubikzentimeter Wirkstoff für 10.000 Medizin-Flaschen zu je 100 Kubikzentimeter. Bei einem D9-Präparat ist 1 cm3 in 1.000 m3 aufgelöst. Das wäre ein Teelöffel Wirkstoff in einem Schwimmbecken von 50 Meter Länge, 10 Meter Breite und 2 Meter Tiefe. Was soll da noch wirken? Sie können ein D9-Präparat literweise trinken ohne eine therapeutische Wirkung zu erreichen. Allerdings ruft der extrem verdünnte giftige Wirkstoff keine entsprechende Krankheit hervor. Hier macht es wirklich nur der Glaube!

Fest steht, dass man in der Homöopathie mit sehr wenig Wirkstoff sehr viel „Arznei“ produzieren kann. Bei einer D12-Verdünnung gibt man einen Kubikzentimeter, etwa einen halben Fingerhut voll Wirkstoff in einen Würfel von hundert Meter Kantenlänge. Erwarten Sie bei dieser Verdünnung noch eine positive Wirkung, wenn Sie zum Beispiel fünf oder zehn Kubikzentimeter der fertigen „Arznei“ zu sich nehmen?

Ein Beispiel aus der Apotheken Umschau: Im Präparat Gelencium arthro ist der Wirkstoff Toxicodendron quercifolium in der Verdünnung D12 angegeben! Wollen Sie es ausrechnen, wieviel Tonnen „Medizin“ man mit einem Kubikzentimeter Wirkstoff herstellen kann? Der Preis des Wirkstoffs spielt bei der Verdünnung keine Rolle mehr.

Das gleiche gilt für Globuli. Wenn ich krank bin, nehme ich Globuli! Bei D6-Globuli sind 1 Gramm Wirkstoff auf 1.000 Kilogramm Füllstoff verteilt. Um diese kleine Menge Wirkstoff homogen in der riesigen Menge Füllstoff zu verteilen, braucht man technisch hervorragende Präzisionsmischer. Wenn Sie D6-Globuli in Erwägung ziehen sollten, nehmen Sie doch gleich einen Teelöffel reinen Zucker, der hat den gleichen Effekt, Sie müssen nur an seine Wirkung glauben. Probieren Sie es doch einmal anstelle von Kügelchen in D6-Verdünnung, Sie werden überrascht sein.

Bei diesen homöopathischen Verdünnungspotenzen ist rechnerisch nachweisbar, dass ab einer Verdünnung von D23 in der Flasche kein Molekül der Wirksubstanz mehr enthalten sein muss!

Trotzdem verschreiben Homöopathen in manchen Fällen sogar noch D30-Potenzen mit dem Hinweis, das Wasser habe ein Erinnerungsvermögen und die „Arznei“ wirke deshalb auch bei dieser Verdünnung noch. Eine Behauptung, die niemand, auch der Homöopath nicht wissenschaftlich beweisen kann. Es ist reine Glaubenssache und widerspricht wissenschaftlichen Erkenntnissen!

Unter dem gleichen Aspekt müsste sich unser gereinigtes Trinkwasser auch an die vielen Verunreinigungen, die ihm entzogen wurden, erinnern. Sie müssten sich dann sehr negativ auf unsere Gesundheit auswirken.

Wissenschaftlich bewiesen ist jedoch vom Max-Born-Institut in Berlin, dass der Impuls, den ein Wassermolekül erhalten hat, bereits nach 50 Femtosekunden, (0,000 000 000 000 050 sec.) abgeklungen ist und nicht mehr existiert.

Dr. Nils Huse ist der Überzeugung, dass dieses Ergebnis manches Erklärungsmodell für den Wirkungsmechanismus homöopathischer Medizin völlig ausschließt.

In solchen Modellen sollen Wassermoleküle angeblich über Tage und Wochen eine Struktur, die dem Negativ eines homöopathischen Wirkstoffes entspricht, behalten und dadurch ähnlich wie der Wirkstoff selbst heilen.

Im Wasser eine negative Struktur eines homöopathischen Wirkstoffes?? Was soll eigentlich eine „negative Molekülstruktur“ sein? Soll es eine Abformung eines nicht mehr vorhandenen Wirkstoffmoleküls sein? Ein negatives Molekül ist ein nicht existierendes Molekül. Wassermoleküle können nicht die negative Struktur eines Wirkstoffes aus anderen Atomen annehmen und die Wirkung eines nicht vorhandenen Wirkstoffs übertragen! Wassermoleküle bestehen aus einem Sauerstoffatom und zwei Wasserstoffatomen, von denen sich in flüssiger Form acht Moleküle zu einer Molekülkette angelagert haben. Die Achterkette aus Wasserstoffund Sauerstoffatomen können keine Kohlenstoff- und Stickstoffatome imitieren und komplizierte Großmoleküle nachahmen oder sogar ersetzen, sie bleiben in flüssiger Form in Achterketten nebeneinander. Entweder ist ein originaler Wirkstoff enthalten, oder nicht. Wenn nicht, ist auch keine Wirkung zu erwarten. Negativ geht nicht!

Dr. Nils Huse bezeichnet das Wasser auf Grund seiner Forschungsergebnisse als einen hochgradigen Kandidaten für Alzheimer.

Es ist wissenschaftlich absolut nicht nachzuvollziehen, dass Wasser ein Erinnerungsvermögen besitzt und negative Wirkstoff moleküle darstellen kann. Trotzdem hält man in der Homöopathie an der offensichtlich falschen Behauptung fest und verkauft hoch verdünnte Wässerchen mit negativem Wirkstoff an gutgläubige Menschen.

Es soll Patienten geben, die bekunden, das ein D30-Mittel geholfen hätte. Das kann nur unter die Rubrik „Placeboeffekt und Autosuggestion“ fallen! (Bild der Wissenschaft). Sie haben Ihrem Gehirn suggeriert, etwas gegen die Beschwerden getan zu haben, das registriert Ihr Gehirn und reduziert die Schmerzgrenze. Es merkt nicht sofort, dass Sie Ihrem Körper allerdings keinen „Wirkstoff“ zugeführt haben. Das Gehirn reagiert spontan und fühlt sich verpflichtet, selber nach Besserungsmöglichkeiten zu suchen.

Diagnose- und Behandlungsmethoden von Heilpraktikern sind in vielen Fällen sehr eigenwillig und wissenschaftlich nicht nachvollziehbar, wie die folgenden Verfahren:

Seltsame Diagnose-Geräte

Ein persönlich erlebtes Beispiel des Autors: Ein früher in unserer Stadt praktizierender Heilpraktiker hatte mir vorgeschlagen, mich in die Geheimnisse der alternativen Heilverfahren einzuweihen und seine Praxis nach kurzer Ausbildung zum Heilpraktiker zu übernehmen. Er hat mir in diesem Zusammenhang ein Diagnoseverfahren vorgeführt, das mir als Chemieingenieur als absoluter Hokuspokus erschien. Ich verstehe etwas von Chemie und Technik, aber das, was der alte Herr mir dann erklärte, sprach gegen jede wissenschaftliche Regel:

Der Patient hält in jeder Hand eine Elektrode, die mit einem Anzeigegerät verbunden sind. Auch der Heilpraktiker hat eine mit dem Anzeigegerät verbundene Suchelektrode. Langsam fährt er mit der Suchelektrode über in Glasampullen eingeschlossene Medikamente, die in mehreren Schubladen nebeneinander liegen.

Hat die Suchelektrode das für den Patienten als notwendig auserwählte Präparat erkannt, meldet sich die Anzeige des Gerätes. Auf diese Weise hat man das für den Patienten notwendige Medikament gefunden. Ich nehme an, dass wahrscheinlich ein Zufallsgenerator im Spiel war, oder mein Bekannter unbemerkt einen Impuls auslösen konnte. Es ist absoluter Unsinn, dass ein in Glas eingeschmolzenes Präparat seinen speziellen Wirkbereich auf eine spezielle Krankheit in Form von ominösen Wellen ausstrahlt und der Patient über Elektroden selektiv den Bedarf signalisiert. Leichtgläubige werden sicher sehr beeindruckt von dieser Diagnostikmethode sein! Doch das ist Scharlatanerie in technischer Vollendung!

Vor einiger Zeit konnte man mit Bio-Scan-Geräten die gesamten Funktionen der verschiedenen Organe des Körpers überprüfen und Defizite ermitteln.

Im „Reformhaus-Kurier“ März 2018 heißt es: „Machen Sie den Vitality-Check mit dem wissenschaftlich geprüften biozoom Scanner! Ist mein Körper ausreichend geschützt? Messen Sie Ihr Gesundheitsprofil. Die kompetenten Fachberaterinnen zeigen Ihnen gerne, wie Sie Ihr Immunsystem fit halten können. “

Der Proband gibt Alter, Geschlecht und Gewicht ein und hält eine Elektrode in der Hand, die mit dem Bioscan-Gerät verbunden ist. Die „Bio-Resonanz“ der verschiedenen Organe wird durch „Scalar-Wellen“ wiedergegeben. Sie geben Auskunft über eventuelle Mängel in der Versorgung der Organe. Jedes Organ sendet verschiedene Scalar-Wellen aus, je nach gesundheitlichem Zustand und ein Computer wertet diesen enormen Wellensalat aus! Gleichzeitig macht das Gerät Vorschläge zur Abhilfe.

Das Seltsame an der Geschichte ist, dass die sogenannten Scalar-Wellen trotz der Behauptung im „Reformhaus-Kurier“ wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden können, die Bioscan– Geräte diese seltsamen Wellen aber angeblich auswerten! Im „Reformhaus-Kurier“ muss zumindest die Aussage „wissenschaftlich“ unbedingt gestrichen werden.

Tester haben weitere verschiedene Tests mit dem Bio-Scan-Gerät durchgeführt. Sobald die gleiche Person Tests mit verschiedenen Altersangaben macht, erhält man je nach Alter völlig unterschiedliche Auswertungen. Die sogenannten Scalar-Wellen hätten bei der gleichen Person bei zwei Messungen trotz unterschiedlicher Altersangaben gleiche Werte zeigen müssen, da es sich um die gleichen Organe der gleichen Person in gleichem Zustand handelt, die die gleichen „Wellen“ aussenden. Die Scalar-Wellen der Organe werden sich njcht durch eine geänderte Zahl bei der Eingabe von einer Minute zur anderen völlig geändert haben. Nur die eingegebenen Daten, das Alter bestimmt die Empfehlungen der notwendigen Fitmacher, der derzeitige Zustand der Organe wird nicht erfasst! Die körperliche Verfassung spielt also keine Rolle bei diesem Test, genauso wenig die bei Wissenschaftlern nicht bekannten Scalar-Wellen, die die Bio-Resonanz, was immer das sein soll, angeblich erfassen. Hört sich allerdings für einen Laien interessant und höchst wissenschaftlich an.

Man hat daraufhin in weiteren Tests nach Eingabe verschiedener Daten zu Alter und Gewicht einmal die Elektrode auf einen Leberkäse gelegt und zum anderen in einen nassen Putzlappen gewickelt. In beiden Fällen druckte das Gerät die vollen Diagnosen der Organe aus. Dem Leberkäse wurde neben Defiziten unter anderem eine hervorragende Fertilität seiner Spermien bestätigt! Auch der Putzlappen wies Defizite auf, für die Abhilfe vorgeschlagen wurde. Offensichtlich ist in den Scannern ein Zufallsgenerator am Werk. (ZDF, Jan. 2018)

Ich frage mich, welcher „Wissenschaftler“ die Scalar-Wellen entdeckt und den biozoom Scanner entwickelt und „wissenschaftlich“ geprüft hat. Da wäre doch, wenn es funktionieren würde, eventuell ein Nobel-Preis fällig!

So kann man ein Beispiel nach dem anderen aufführen, in denen der Glaube an unbewiesene oder an wissenschaftlich als unhaltbar erwiesene Prozesse eine Rolle spielt. Leichtgläubige Menschen werden mit pseudo-wissenschaftlichen Ausdrücken wie „Vitality-Check“, „wissenschaftlich geprüft“, „XY-Wellen“, „Bio-Resonanz“ natürlich beeindruckt und geködert. Und es gibt viele Menschen, die unerschütterlich glauben wollen, auch wenn das, was sie glauben, durch die Wissenschaft mit fundierten Beweisen als eindeutig falsch nachgewiesen wurde und den Naturgesetzen widerspricht.

Es steht jedem frei, die homöopathischen, fast wirkstofffreien „Medikamente“ zu kaufen, wenn er an die Wirkung glaubt. Allerdings sollten die Kosten für die Scheinmedikamente nicht den Krankenkassen, also der Solidargemeinschaft, aufgebürdet werden. Dieses Geld sollte besser für Arzneien mit nachgewiesener Wirksamkeit oder für teure Heilverfahren verwendet werden.

Noch einmal die Aussage des US-Psychologen Jerry Wilson, die auch auf Homöopathen mit ihren Versprechen erweitert werden kann:

„Menschen glauben Gerüchten sogar dann, wenn sie nachweislich falsch sind“

Ein weiteres Beispiel für Fanatismus: Der Veganismus hat sich in kurzer Zeit zu einer nicht-religiösen, fast sektenähnlichen Bewegung entwickelt. Viele Veganer sind konsequent und kompromisslos. Sie verlangen, dass man nichts zu sich nimmt, was von einem Tier stammt. Zur Bundestagswahl 2017 haben die Veganer sogar eine eigene Partei ins Feld geführt. Zahlreiche Bücher erklären, warum man keinerlei tierische Substanzen zu sich nehmen soll. Man muss auf das Filetsteak, aber auch auf Honig und den früher so geliebten Quark verzichten (warum eigentlich?) und kann keinen Wein trinken, der mit Eiweiß geklärt wurde, da er dadurch das Prädikat „vegan“ verloren hat. Dabei trennen sich die Hühner freiwillig von ihren Eiern und lassen sie unbeaufsichtigt im Nest liegen, und für den Quark muss keine Kuh ihr Leben lassen. Wenn die Kuh nicht gemolken wird, sind Entzündungen des Euters die Folge. Was zwingt die Menschen zu diesem Extremismus? Radikale Veganer haben sogar schon Fleischereien attackiert. Ist es die Tierliebe?

Udo Pollmer meint hierzu, dass wir Säugetiere sind, das heißt, wir werden in anderen Säugetieren eher das finden, was unser Körper braucht, als in einer Staude am Wegesrand. Wenn Mütter sagen, mein Kind bekommt weder Milch noch Fleisch, sondern Rohkost und Smoothies, dann frage ich mich, ob das Kind wohl von einer Gurke abstammt. Dann sind rohe Gurken sicher ein vollwertiges Lebensmittel.

Hier stellt sich die Frage, ob Muttermilch für einen vegan ernährten Säugling zugelassen ist.

Man kann Tierliebe anführen, um vegan zu leben, das ist lobenswert. Allerdings tun wir uns schwer, so wie die Wiederkäuer nur von Gras und Blättern zu leben, dazu sind wir nicht optimal eingerichtet. Die Wiederkäuer haben es mit ihren mehrkammerigen Vormägen (Pansen, Netzmagen, Blättermagen) einfacher, selbst holzähnliche Produkte zu verdauen. Sie produzieren so die Proteine, die wir besonders gut vertragen. Uns geht es da wie den Löwen, die von Gras allein nicht leben können. Ärzte warnen davor, Kleinkinder nur vegan zu ernähren.

Wie ist in diesem Zusammenhang die Anwendung von lebenswichtigen Medikamenten zu sehen, die von Bakterien oder die nur aus tierischen Produkten hergestellt werden können, wie zum Beispiel Insulin und Heparin?

Überlegen Sie: Wenn wir Rindfleisch oder Quark essen, sind wir dann nicht indirekt auch Veganer? Der Ursprung des Quarks, aber auch unseres Steaks sind die Pflanzen, die die Tiere fressen und nur in eine für uns besser verdauliche Nahrung aufbereiten.

Unsere Vorfahren waren, wie allgemein bekannt, Jäger und Sammler, keine Veganer, sie lebten von Fleisch. Wir sind also genetisch vorprogrammiert. In diesem Zusammenhang muss man bedenken, dass für unsere Vorfahren nicht die heutige Vielfalt an Obst, Gemüse und Getreide und auch nicht in den heutigen Mengen zur Verfügung standen. Sie haben über viele Generationen keine Landwirtschaft betrieben.

Noch ein anderes Beispiel: Da gibt es die gefürchteten Termiten, die alles, was aus Holz ist, fressen und zerstören. Sie sind allerdings keine Veganer. Sie brauchen das Holz nur indirekt für ihre Nahrung, sie fressen das Holz nicht selbst. Sie können es nicht verdauen! Sie schleppen es in ihren Bau und füttern damit die von ihnen in ihrem Bau gezüchteten Pilze. Die Pilze sind es, die das Holz verarbeiten und mit ihren Ausscheidungsprodukten erst die Nahrung für die Termiten produzieren.

In diesem Zusammenhang noch ein unfairer Witz zum Abschluss des Themas „vegan“: Veganer waren früher die, die vor den Büffeln Angst hatten und weggelaufen sind, statt einen Büffel zu erlegen.

Esoterik

Dann gibt es da auch noch das unendlich große Feld der Esoterik, auf dem sich viele Scharlatane tummeln und viel Geld ausgegeben wird.

Von selbsternannten Heilern und von manchen Homöopathen empfohlene Edelsteine, Halbedelsteine und Steine sollen eine unterschiedliche positive Wirkung ausstrahlen, wenn man sie in die Hosentasche steckt, oder unter das Kopfkissen legt. Während des Schlafes entfalten sie dann ihren jeweiligen positiven Einfluss auf den Schlafenden. Messbar oder wissenschaftlich begründet ist hier nichts. Aber die Steine unter dem Kopfkissen schaden auch nicht, sie können dort ohne weiteres bleiben. Sie sollten allerdings nicht radioaktiv sein, dann kann man tatsächlich von Strahlen sprechen!

Anzeige in Die Aktuelle: „Edle Steine für Ihr Trinkwasser Seit Jahrhunderten nutzen Menschen die Kraft von Edelsteinen, um ihr Wasser zu beleben. Mit der Trinkflasche von Vita-Juwel haben Sie den energetisierenden Durstlöscher stets zur Hand. Da sich die Steine in einem sicher verschraubten Glasdom befinden, ist Hygiene garantiert. Das Modell „Wellness“ mit einer Mischung aus Rosenquarz, Bergkristall und Amethyst steht für Harmonie. 0,5-l-Flasche 55 Euro.“

Was sind das für „belebende Kräfte“ der in Glas abgekapselten Edelsteine, die das Wasser energetisieren, obwohl sie mit dem Wasser nicht in Berührung kommen? Was ist „energetisierendes Wasser“? Wissenschaftlich ist es jedenfalls völliger Unsinn, messbar ist hier nichts. Legen Sie doch einmal einen Diamanten ins Trinkwasser, vielleicht werden Sie reich.

Weil angeblich unter dem Haus eine Wasserader „fließt“ und zu Schlafstörungen führt, wird im fünften Stock eines Hochhauses das Bett verschoben. Der Betroffene bildet sich ein und glaubt fest daran, dass diese imaginäre Wasserader ominöse Strahlen hervorruft, die ihn nicht schlafen lassen. Und er schläft tatsächlich schlecht. Durch den Glauben an schädliche Strahlen einer Wasserader wurde sein Gehirn programmiert, schlecht zu schlafen. Wird das Bett verschoben, kann der Betreffende besser schlafen. Offenbar hat das Gehirn registriert, dass etwas gegen die Störung unternommen wurde, ist damit zufrieden und lässt den Schlafgestörten endlich in Ruhe. Der ist jetzt überzeugt, dass Wasseradern unter Betten gesundheitsschädlich sind. Lassen wir ihn schlafen.

Die Besserung fällt sicherlich unter die nicht zu unterschätzende Rubrik Autosuggestion.

Eigenartig, eine Wasserader, die sich, wenn überhaupt, träge durch Sandschichten im Untergrund ihren Weg bahnt, soll durch mehrere Schichten mit Stahlmatten armierten Beton und unabhängig von den vielen Wasserleitungen im Haus, in denen das Wasser wesentlich schneller fließt, bis in obere Stockwerke Strahlen senden? Was sollen das für Strahlen sein? Das Wasser schießt unter dem Haus ja nicht wie ein wilder Gebirgsbach mit hoher Geschwindigkeit durch einen sandfreien, widerstandsfreien Hohlraum. Und selbst schnell fließendes Wasser sendet keine krankmachenden Strahlen aus. Wissenschaftlich nachweisbar sind Strahlen selbst durch schnell fließendes Wasser nicht, das haben Experimente gezeigt. In den meisten Fällen findet man unter den Häusern oder im Garten nur stehendes Grundwasser, fließendes Grundwasser ist äußerst selten. Bohrt man allerdings in einer Senke einen Brunnen, kann Wasser von den höheren Seiten in das Bohrloch gedrückt werden und man braucht keine Pumpe.

Für einen Test mit Rutengängern, fließendes Wasser zu orten, wurden verschieden starke Rohre verlegt, durch die Wasser mit unterschiedlicher Fließgeschwindigkeit geleitet werden konnte. In einigen Rohren stand das Wasser still, einige Rohre waren leer.

Die Rutengänger wussten natürlich nicht, durch welches Rohr Wasser floss und das Ergebnis des Experiments war ernüchternd. Es waren weit weniger als 50% richtige Aussagen. Wenn ich rate, habe ich eine Chance von 50%, richtig zu raten: Wasser fließt, oder es fließt nicht.

Erfahrene Rutengänger haben sich mit Geologie befasst und wissen, dass sich in unseren Breiten viel Wasser im Untergrund befindet, das je nach geologischen Schichten unter unterschiedlichem Druck stehen kann. Dann muss es in dem einen Fall heraufgepumpt werden, im anderen Fall sprudelt die Quelle von selbst. In den meisten Fällen muss jedoch eine Pumpe her. Auch wenn man ohne Rutengänger in seinem Garten ein Loch bohrt, kann man mit etwas Glück auf Wasser stoßen, es sei denn, Sie stoßen auf Fels.

Feng Shui

Andere Mitbürger müssen ihre Möbel unbedingt nach den Regeln von Feng Shui ausrichten, um negative Einflüsse auf das Wohlbefinden durch falsch aufgestellte Möbel auszuschließen. Feng Shui ist etwas für leicht beeinflussbare Gemüter, sagen selbst Asiaten und lächeln über diesen Zeitstil.

Ich glaube nicht, dass das tote, lackierte Holz eines Sideboards eine variable Ausstrahlung besitzt und je nach Stelle im Raum mich negativ oder positiv beeinflusst. Wenn es links steht wirkt es negativ und rechts stehend positiv? Ein Sideboard steht nur still vor sich hin, es sei denn, es gibt ein Erdbeben.

Negativ würde mich beeinflussen, wenn es unansehnlich, ramponiert und wackelig wäre. Dann würde es auf dem Sperrmüll landen.

Ich weiß außerdem auch ohne Feng Shui, dass man einen großen Kleiderschrank nicht vor das Fenster stellen sollte, wenn ich nicht im Dunkeln sitzen will.

Und was die Außenanlagen angeht, es gab auch schon in früheren Jahrhunderten viele europäische Gartenarchitekten, die ohne Feng-Shui-Ausbildung wunderschöne Gärten in Frankreich, England, Italien und Deutschland angelegt haben.

Einfluss des Mondes

Für die Esoteriker ist der Mond ein äußerst einflussreicher Erdtrabant. Viele esoterische Bücher befassen sich mit dem Einfluss des Mondes. Da gibt es Empfehlungen für die verschiedensten Situationen des Lebens und viele Menschen richten sich offenichtlich nach dem Mondkalender.

Wichtig ist für die Mondgläubigen stets der Vollmond. Eine Vollmond-beschienene Landschaft ist ja auch beeindruckend, romantisch und irgendwie geheimnisvoll.

Dabei ist zu bemerken, dass wir als Vollmond nur die beleuchtete Seite unseres Erdtrabanten, einer normalen, riesigen Felskugel sehen, die, wie ein schlecht geputzter Spiegel, einen Teil der Sonnenstrahlen reflektiert und damit unsere Nacht erhellt. Der Mond selbst sendet keine Lichtstrahlen oder anders geartete Strahlen aus.

Wenn wir uns den Vollmond ansehen, steht die Sonne hinter uns im Rücken. Das heißt, bei Vollmond steht der Mond auf der einen, die Sonne auf der anderen Seite der Erde. Man sagt dem Vollmond besondere Kräfte nach. Die Gravitationskräfte von Sonne und Mond ergänzen sich in diesem Fall jedoch nicht, sie wirken entgegengesetzt, sind in ihrer Auswirkung auf die Erde ...

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