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Gespielin des Todes

BASTEI ENTERTAINMENT

Prolog

John Hanson ging durch den Wald, den Blick auf den Boden geheftet. In dem Korb, den der trug, befanden sich ein gutes Dutzend Pilze. Die Fichten und Föhren standen manchmal so dicht, dass ihre Kronen ein Dach bildeten, unter dem es düster war, obwohl die Sonne schien. Hier und dort fand jedoch ein Sonnenstrahl den Weg durch das Zweiggespinst und malte einen goldenen Kringel auf den braunen Teppich aus abgestorbenen Nadeln. Vögel zwitscherten, Hummeln summten, Schmetterlinge tanzten durch die Luft. Die friedliche Stimmung wirkte ansteckend. John Hanson hatte das Empfinden, alleine auf der Welt zu sein. Er liebte diese Atmosphäre. Es roch nach Harz und Fichtennadeln und Hanson dachte nicht daran, dass er schon am nächsten Tag wieder zur Arbeit musste, weil sein Urlaub zu Ende war. Er wollte diesen letzten Urlaubstag noch einmal richtig genießen, und das gelang ihm nirgends besser als im Wald.

Sein Blick erhaschte einen Pilz. Er sah aus wie gemalt. John Hanson schnitt ihn dicht über dem Waldboden ab und betrachtete ihn zufrieden von allen Seiten. Es war ein prächtiger Steinpilz, den die Schnecken verschont hatten und der auch nicht wurmig zu sein schien. Hanson legte ihn zu den anderen Pilzen in den Korb. Er schaute sich um, denn die Erfahrung hatte ihn gelehrt, dass dort, wo ein Pilz wuchs, meistens weitere zu finden waren. Und tatsächlich stand neben einem Haufen Reisig, den wahrscheinlich die Waldarbeiter aufgeschichtet hatten, ein weiterer Steinpilz.

Der vergangene Winter hatte große Schäden in den Wäldern angerichtet. Bäume waren abgebrochen oder entwurzelt, und die Forstverwaltung musste zusehen, die Wälder zu säubern, da sich ansonsten der Borkenkäfer breitmachte und gesunde Bäume schädigte. Dieses Stück Wald in der Nähe von Bronxville war bereits gesäubert worden. Am Waldrand waren die auf einen Meter zusammengesägten Stämme zu riesigen Holzstößen aufgeschichtet. Sie wurden als Brennholz verkauft.

Hanson bückte sich nach dem Pilz. Ein seltsamer Geruch stieg ihm in die Nase. Er verharrte in seiner gebückten Haltung und schnupperte. Es war ein penetranter Geruch, als würde in unmittelbarer Umgebung ein Tier verwesen. Hanson ging um den Haufen Äste und Reisig herum und ließ seinen Blick schweifen. Zu sehen war nichts. Aber der ekelerregende Geruch war da und schien unter den Bäumen in der schwülen Luft zu stehen. Hanson zerrte einige der Äste von dem Haufen. Hatte sich unter dem Reisighaufen ein sterbendes Tier verkrochen und verrottete nun?

Hanson wollte es genau wissen. Er riss den Reisighaufen auseinander.

Und dann stand er vor dem nackten Leichnam einer Frau. Die Verwesung war noch nicht so weit fortgeschritten, dass man nicht mehr hätte erkennen können, dass es sich um eine sehr junge Frau handeln musste. Sie hatte dunkle, lange Haare. Ein Käfer kroch über das Gesicht. Das Gesicht spiegelte noch das letzte Entsetzen wider, dem die Frau vor ihrem Tod ausgesetzt gewesen war.

John Hanson drohte das Blut in den Adern zu gefrieren. Eine Woge des Entsetzens überspülte ihn. Eine unsichtbare Hand schien ihn zu würgen.

Er holte mit zitternden Fingern sein Handy aus dem Etui, das er am Gürtel trug …

Collin Dexter spazierte am Rand der Bauschuttdeponie in Staten Island entlang. Es war heiß. Kein Luftzug brachte Kühlung. Die Sonne stand im Südwesten und brannte das Land erbarmungslos aus. Das Klima spielte verrückt. Erst hatte es wochenlang geregnet, und jetzt herrschte seit vielen Tagen diese afrikanische Hitze.

Collin Dexter besaß eine Collie-Hündin. Sie trottete einige Schritte vor dem Mann her, die Zunge hing ihr aus dem Maul, die Hitze setzte nicht nur dem Mann, sondern auch dem Tier zu.

Motorengeräusche von der Bauschutthalde erreichten das Gehör des Mannes. Soeben hatte ein Lastwagen eine Fuhre Erdreich gebracht, das eine Raupe jetzt planierte. Dexter beneidete den Mann auf der Raupe nicht. Er saß mit nacktem Oberkörper auf seiner Maschine und der Schweiß rann ihm über das Gesicht.

Collin Dexter seufzte und wischte sich mit dem Handrücken den Schweiß aus den Augenhöhlen. Seine tägliche Strecke, die er mit dem Hund spazieren ging, betrug normalerweise fast drei Meilen, und diese Strecke legte er nahezu bei jedem Wetter zurück. Ob es regnete oder schneite oder ob die Sonne schien. Heute aber wollte er abkürzen. Die Temperatur lag bei fast vierzig Grad und Dexter sagte sich, dass es für den Hund eine Tortur wäre, drei Meilen durch diese Gluthölle laufen zu müssen.

Die Bauschutthalde wurde von Wegen zerteilt, auf denen die Lastwagen zu den Plätzen fuhren, an denen sie ihre Ladungen abkippten. Der Boden war dort von breiten Radspuren zerfurcht und stark verdichtet. Einen dieser Weg beschritt Collin Dexter. Zu beiden Seiten erhoben sich regelrechte Schuttberge. Irgendwann würde die Stadtverwaltung alles mit Erdreich abdecken lassen und Rasen ansähen, man würde Büsche und Bäume pflanzen, Spazierwege anlegen und Bänke aufstellen. Aber bis dahin würde noch viel Wasser den Hudson hinunterlaufen …

Plötzlich hielt die Hündin an und witterte. Dann bellte sie zweimal und rannte zwischen zwei Bauschutthaufen.

»Was ist denn, Asta? Hierher!«

Die Hündin hörte nicht. Sie verschwand um einen der Haufen. Ihr Bellen erreichte das Gehör des Mannes. Er folgte der Hündin zwischen die Bauschutthaufen. Der Untergrund war uneben und geröllübersät. Collin Dexter musste genau aufpassen, wohin er trat. Wie schnell konnte man sich einen Knöchel verstauchen oder gar brechen.

Die Hündin hatte vor einem Haufen aus Ziegelschutt angehalten und bellte wie von Sinnen. Collin Dexter trat neben das Tier und kraulte ihm den Kopf. »Was ist denn, Asta? War da vielleicht eine Katze?«

Da sah Dexter den Fuß, der aus dem Bauschutt ragte. Er traute seinen Augen nicht. Ein Laut der Betroffenheit kämpfte sich in seiner Brust hoch und stieg aus seiner Kehle. Er ging näher hin, denn er wollte nicht glauben, was er sah. Ein Zweifel war ausgeschlossen. Es war der nackte Fuß eines Menschen. Die Haut hatte sich bereits dunkel verfärbt. Fliegen hatten sich darauf niedergelassen. Dexter schluckte. Den Knoten, der sich in seinem Hals gebildet hatte, vermochte er jedoch nicht hinunterzuwürgen.

Er lief zu dem Raupenfahrer und gestikulierte wild mit den Armen. Der Arbeiter hielt die Raupe an und stellte den Motor ab. Fragend musterte er Dexter. Diesem entrang es sich: »Da hinten liegt eine menschliche Leiche unter einem Haufen Ziegelsteinen. Sie – Sie müssen die Polizei verständigen.«

Der Arbeiter sprang von der Raupe. »Zeigen Sie mir, was Sie gefunden haben.«

Dexter geleitete ihn zu dem Haufen Bauschutt. Und jetzt sah auch der Raupenfahrer den Fuß. Sein Gesicht entfärbte sich. Seine Lippen zuckten. »Großer Gott …«

Phil und ich saßen bei Mr High in dessen Büro. Soeben sagte der Chef: »Bei den beiden toten Frauen handelt es sich um Kim Gilroy und Jane Miller. Kim Gilroy war einundzwanzig Jahre alt, Jane Miller war neunzehn. Sie stammt aus Philadelphia. Kim Gilroy verschwand vor vier Wochen spurlos, Jane Miller vor drei Wochen. Ihre Angehörigen haben sie als vermisst gemeldet. Beide Frauen wurden erwürgt. Die Handschrift lässt auf ein und denselben Täter schließen.«

Der Chef reichte mir zwei Schnellhefter. Ich schlug einen auf und sah die Bilder von der toten Frau. Es handelte sich um Kim Gilroy. Nach dem Bericht des Gerichtsmediziners war sie seit mindestens einer Woche tot. Ich klappte den Ordner wieder zu. Kim Gilroy stammte aus New York.

Mr High ließ seine Stimme wieder erklingen. »Die Obduktion hat ergeben, dass beide Frauen zum Zeitpunkt ihres Todes unter Drogeneinfluss standen. Ich möchte, dass Sie sich des Falles annehmen, Jerry, Phil. Vielleicht steht illegale Prostitution im Hintergrund.« Der Assistant Director zuckte mit den Schultern. »Aber das ist natürlich reine Spekulation. Bringen Sie Licht in das Dunkel. Wer immer die beiden jungen Ladys auf dem Gewissen hat, er muss seiner gerechten Bestrafung zugeführt werden.«

Ich verspürte einen gallenbitteren Geschmack im Mund. Es ging auch an einem Mann wie mir, der fast tagtäglich mit der Brutalität des Todes konfrontiert wurde, nicht spurlos vorbei, wenn junge Menschen wie die beiden Frauen gewaltsam vom Leben zum Tod befördert wurden.

Phil und ich ließen den Chef allein und widmeten uns dem Studium der Gutachten und Protokolle, die die beiden Schnellhefter enthielten. Danach wurden im Blut beider Frauen Heroinspuren gefunden. Beide waren mit einer dünnen Schnur, einem Kabel oder einem Draht stranguliert worden.

Kim Gilroy hatte noch bei ihren Eltern in der 74th Street gewohnt. Wir suchten die Telefonnummer heraus und ich hatte wenig später die Mutter der jungen Frau an der Strippe. Ich erklärte ihr, dass wir einige Fragen an sie hätten und sie meinte, dass wir jederzeit kommen könnten.

Wir trafen eine Frau von etwa fünfundvierzig Jahren mit rotgeweinten Augen an. Sie bat uns in die Wohnung. Im Wohnzimmer saß ein Mann, von dem ich annahm, dass es sich um Kims Vater handelte. Er stellte sich uns auch tatsächlich als Fred Gilroy vor und sagte: »Ich ahnte gleich, dass meine Tochter einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, nachdem sie spurlos verschwunden war. Sie hatte keinen Grund, sang- und klanglos zu verschwinden.« Seine Augen füllten sich mit Tränen.

Die Frau bot uns Sitzplätze an. Wir ließen uns nieder.

Ich suchte nach Worten. Mein hilfesuchender Blick traf Phil. Aber da ergriff Fred Gilroy das Wort und half mir über meine Betretenheit hinweg. »Kim war ein gutes Mädchen«, sagte er. »Sie arbeitete als Verkäuferin und Kassiererin in einem Supermarkt. Ihr Freund heißt Sam Baldridge. Die beiden wollten heiraten. Aber jetzt …«

Der Mann schluchzte.

Ich verspürte Mitleid.

»Hatte Ihre Tochter Kontakt zu Drogen?«, fragte ich.

Der Mann prallte regelrecht zurück. »Nein!« Er atmete tief durch. »Wie kommen Sie darauf?«

»In ihrem Blut wurde Heroin festgestellt.«

Der Mann griff sich an den Kopf. Er schüttelte den Kopf. Das alles überstieg wohl sein Begriffsvermögen.

Mrs Gilroy schluchzte. Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Sie schniefte.

So sehr es mir widerstrebte, ich konnte es den beiden Leuten nicht ersparen. Meine Stimme klang kehlig, als ich sprach: »Es ist so. Ihre Tochter hat zum Zeitpunkt ihres Todes unter Drogen gestanden.«

Die Frau sagte mit brüchiger Stimme: »Du solltest den beiden Agents vielleicht den Film zeigen.«

Ich heftete meinen Blick auf die Frau. »Gibt es etwas, was wir wissen sollten?«

Sie schaute ihren Mann an. Dessen Gesicht hatte sich düster verschlossen. Er nagte an seiner Unterlippe. »Die Schweinereien, die in dem Film dargestellt werden, werfen ein völlig falsches Bild auf Kim«, murmelte der Mann.

»Die Agents müssen Bescheid wissen«, beharrte die Frau auf ihrem Standpunkt.

Zwingend schaute ich Fred Gilroy an. »Spielen Sie uns den Film vor«, bat ich und ahnte bereits, was wir zu sehen bekommen würden.

»Verdammt!«, keuchte Fred Gilroy. »Das – das … Ach was!« Seine Rechte pfiff durch die Luft. »Es handelt sich um einen Pornostreifen, in dem Kim die Hauptrolle spielt. Aber das ist nicht unsere Tochter. Jetzt ist mir auch einiges klar geworden. Sie hat unter Drogeneinfluss gestanden, als sie den Streifen drehte.«

»Zeigen Sie uns den Film«, forderte ich.

Widerstrebend kam Fred Gilroy meiner Aufforderung nach. Er legte die DVD in den Recorder und schaltete den Fernseher ein. Zuerst kamen Vorschauen auf andere Filme, dann wurde ein Vorspann gezeigt, und dann bekamen wir eine dunkelhaarige, nackte Frau zu sehen, die sich auf einem Liegestuhl räkelte, der an Deck einer Yacht stand.

»Das ist Kim«, sagte Fred Gilroy heiser. Das Sprechen schien ihm Mühe zu bereiten. Er atmete stoßweise.

Es war ein Hardcoreporno. Kim Gilroy führte mit einem Mann so ziemlich alle Sexpraktiken vor, die man sich denken konnte. Mir drehte sich fast der Magen um. Mrs Gilroy weinte leise, aber herzergreifend, während der Film lief.

»Sie können wieder abschalten«, sagte ich, nachdem der Film eine ganze Weile gelaufen war. Es reichte. Meine eigene Stimme kam mir fremd vor. Und ich konnte mir vorstellen, wie sehr dieser Film den Eltern der jungen Frau zusetzte.

Fred Gilroy kam meiner Aufforderung nach. »Das war nicht unsere Kim«, murmelte er. »So etwas hätte sie niemals freiwillig getan.«

»Woher haben Sie den Film?«, fragte Phil.

»Er wurde uns mit der Post zugesandt. Ein Brief lag dabei. – Hol ihn, Barbara.«

Die Frau ging zu einem Schrank, zog die Schublade auf und reichte mir gleich darauf ein Blatt Papier. Ich faltete es auseinander. Es geht mir gut, stand da. Ich habe mich für dieses Leben entschieden. Ihr braucht nicht nach mir zu suchen. Solltet ihr die Polizei eingeschaltet haben, pfeift sie zurück. Ich bin glücklich. Kim.

Der Brief war mit einem Computer geschrieben worden. Auch der Name. Der Schreiber konnte also sonst wer sein.

»Hat Ihre Tochter vielleicht irgendwelche Andeutungen gemacht, dass ihr das Leben, das sie führte, nicht mehr behagte? War sie in letzter Zeit des Öfteren aus? Vielleicht sogar ohne ihren Freund. Hat Ihre Tochter neue Bekanntschaften gemacht? Hat sich ihr Freundeskreis geändert?«

»Nein. Kim ging fast nie aus, und wenn, dann nur mit Sam. Ich sagte es doch schon: Die beiden wollten im nächsten Jahr heiraten. Ganz selten traf sich Kim mit einer Freundin. Ihr Name ist Emmy. An dem Abend, als sie spurlos verschwand, war sie auch mit Emmy unterwegs. Aber Emmy hat Ihren Kollegen vom Police Department bereits alles erzählt. Sie waren an dem Abend bis gegen 11 Uhr in Lance’s Lounge …«

Ich nickte. »Ja, ich habe das Aussageprotokoll gelesen. Emmy und Ihre Tochter haben sich vor dem Lokal getrennt.«

»Ich war von Anfang an davon überzeugt, dass Kim entführt wurde«, stieß Fred Gilroy hervor. Er presste sekundenlang die Lippen zusammen. Dann fuhr er fort: »Dass man in ihrem Blut Heroin fand, passt ins Bild. Man hat sie mit Drogen gefügig gemacht.«

»Das ist natürlich nicht auszuschließen«, murmelte ich.

»Wo wohnt Sam Baldridge?«, fragte Phil.

Fred Gilroy sagte uns die Adresse. Dann presste er hervor: »Man hat sie gefügig gemacht und schamlos ausgenutzt. Und als man ihrer überdrüssig war, hat man sie eiskalt umgebracht. Was sind das bloß für Schweine?«

Er schlug beide Hände vor das Gesicht. Seine Schultern zuckten. Ein Beben durchlief seine Gestalt. »Mein armes Mädchen«, entrang es sich ihm.

»Wir werden Kims Mörder stellen und ihn seiner gerechten Bestrafung zuführen«, versprach ich.

Wir stellten die DVD und den Brief sicher. Dann fuhren Phil und ich zu Sam Baldridge. Er befand sich in der Arbeit. Von einem Nachbarn erfuhren wir, dass er als Lagerist bei einem Baumarkt in Queens beschäftigt war. Also begaben wir uns nach Queens.

Baldridge war ein Mann von fünfundzwanzig Jahren, dunkelhaarig, etwa eins achtzig groß, und er verfügte über offene Gesichtszüge. »Das ist alles so furchtbar«, murmelte er, als wir uns im Aufenthaltsraum des Baumarktes gegenübersaßen. Mit fahriger Geste fuhr er sich mit Daumen und Zeigefinger über das Kinn. »Es will mir noch immer nicht in den Kopf.«

»Ja«, pflichtete ich ihm bei, »es ist furchtbar. Sie und Kim wollten heiraten.«

»Im nächsten Jahr. Ich – ich habe sie geliebt. Doch nun …«

»Im Blut von Kim wurden Spuren von Heroin festgestellt«, sagte ich.

Baldridge starrte mich an. »Sie hat weder geraucht noch getrunken noch hatte sie etwas mit Drogen am Hut.«

»Wissen Sie etwas von dem Film?«

»Wovon reden Sie?«

Er wusste also nichts. »Kim hat in einem Film mitgewirkt.« Es widerstrebte mir, es auszusprechen. Aber es musste sein. Ich räusperte mich, dann fuhr ich fort: »In einem Pornostreifen. Wir nehmen aber an, dass man sie mit Drogen gefügig machte. Der Film wurde ihren Eltern zusammen mit einem Brief zugeschickt.«

Sam Baldridge starrte mich an, als hätte ich etwas vollkommen Blödsinniges gesagt. »In – einem – Pornofilm?«, stammelte er.

»Ja.«

»Und – sie hat ihren Eltern einen Brief geschrieben?«

»Wahrscheinlich stammt er nicht von Kim«, erwiderte Phil. »Wir denken, dass der Brief geschrieben wurde, um die Eltern glauben zu machen, dass Kim das Leben als Pornodarstellerin freiwillig gewählt hatte, damit die Polizei aus dem Spiel genommen wurde.«

»Ich – weiß nicht mehr, wo mir der Kopf steht.«

»Hat Kim je geäußert, dass ihr das Leben, das sie führte, nicht mehr behagen würde?«, fragte ich.

»Kim war glücklich«, antwortete Baldridge mit Nachdruck. Jeder Zug seines Gesichts drückte Fassungslosigkeit aus. Es überstieg wohl seinen Verstand.

Mit Emmy Billinger brauchten wir nicht mehr zu sprechen. Sie war Kim Gilroys Freundin und hatte mit ihr den Abend verbracht, an dem Kim schließlich verschwunden war. Emmy hatte den Kollegen vom Police Department alles erzählt. Sie und Kim waren an diesem Abend bis gegen 23 Uhr in Lance’s Lounge und hatten sich vor dem Lokal voneinander verabschiedet. Danach war Kim nicht wieder aufgetaucht – bis ihr Leichnam gefunden wurde.

Ich las die Aussagen durch, die Jane Millers Eltern in Philadelphia gemacht hatten. Auch Jane hatte nie etwas mit Rauschgift zu tun. Sie war neunzehn Jahre alt gewesen und hatte Volkswirtschaft studiert. Einem jähen Impuls folgend rief ich ihre Eltern an. Es war der Vater, Stan Miller, der den Hörer abnahm und sich meldete. Ich nannte meinen Namen, meinen Dienstgrad und die Dienststelle und erklärte ihm, dass ich mit der Klärung der Morde an Jane und Kim Gilroy beauftragt war. Dann stellte ich die Frage, die mir auf der Zunge brannte:

»Hat man Ihnen einen Film mit Ihrer Tochter in der Hauptrolle zugesandt?«

Sekundenlang herrschte Stille. Dann fragte der Mann: »Woher wissen Sie?«

»Weil es im Fall der verschwundenen und später ermordeten Kim Gilroy einen solchen Film gibt und wir vermuten, dass sie denselben Leuten zum Opfer fiel wie Ihre Tochter. Gibt es einen solchen Film?«

»Ja.«

»Warum haben Sie das der Polizei nicht gesagt?«

»Weil ich mich geschämt habe.«

»War der DVD ein Brief beigefügt?«

»Ja. Danach geht es Jane gut, wir sollten nicht nach ihr suchen, und wir sollten die Vermisstenanzeige bei der Polizei zurückziehen.«

Ich dachte es mir. Damit war klar, dass beide jungen Frauen auf das Konto ein und desselben Mörders gingen. Der Mörder wollte, dass die Polizei aus dem Spiel genommen wurde. Niemand sollte nach den jungen Frauen suchen. Es war wohl so, dass er sie mit Rauschgift gefügig gemacht hatte, dann hatte er einige Filme mit ihnen gedreht und sie sich dann vom Leib geschafft, weil er – der Gedanke elektrisierte mich – sich nach neuen Hauptdarstellerinnen umschaute, um für Abwechslung in seinen Schmuddelstreifen zu sorgen.

Ich verlieh, nachdem ich das Gespräch beendet hatte, meinem Gedanken Ausdruck, indem ich sagte:

»Die armen Dinger werden gekidnappt, an die Nadel gehängt, für drei oder vier Filme missbraucht und dann – hm, entsorgt. Der Kerl, der die Filme produziert, muss verhindern, dass sie ins normale Leben zurückkehren, clean werden und bei der Polizei eine Aussage machen. Wir müssen damit rechnen, dass in nächster Zeit weitere Frauen verschwinden. Außerdem sollten wir uns mal um die Vermisstenanzeigen kümmern, die in den vergangenen Wochen bei der Polizei eingegangen sind.«

Gesagt, getan.

Wenig später wussten wir Bescheid. Innerhalb der letzten vier Wochen waren insgesamt fünf Frauen um die zwanzig bei der Polizei als vermisst gemeldet worden. Es handelte sich um Frauen aus gutbürgerlichen Verhältnissen, und jede von ihnen war verteufelt hübsch. In drei Fällen waren die Vermisstenanzeigen zurückgezogen worden. Im Falle einer der jungen Frauen, ihr Name war Jenny Bannister, rief ich deren Eltern an. Der Vater wollte mir erst keine Auskunft erteilen. »Die Sache hat sich erledigt«, sagte er. »Jenny hat uns einen Brief geschrieben. Ihr geht es gut. Sie hatte das Leben, das sie führte, einfach satt. Nun, jeder ist seines Glückes Schmied. Wenn meine Tochter meint …«

Ich ahnte es bereits. »Lag dem Brief eine DVD bei?«

Am anderen Ende der Leitung herrschte betroffenes Schweigen.

»Antworten Sie«, drängte ich.

»Ja«, presste der Mann hervor. Seine Stimme hörte sich an wie fernes Donnergrollen. Hart sagte er: »Ich will mit meiner Tochter nichts mehr zu tun haben. Meine Frau und ich haben sie im christlichen Glauben erzogen und …«

Ich unterbrach Jim Bannister, indem ich sagte: »Ihre Tochter war nicht mehr sie selbst, als sie diesen Film drehte. Man hat die jungen Frauen vom Heroin abhängig gemacht. Und als sie so weit waren, dass sie für einen Schuss ihre Seele dem Teufel verkauft hätten, hat man mit ihnen diese Schmuddelfilme gedreht.«

»Dann hat Jenny also nicht freiwillig …«

»Nein.« Ich machte eine kurze Pause. Was ich jetzt sagen musste, gefiel mir ganz und gar nicht. Als ich begann, hatte ich das Gefühl, dass die Worte in meinem Mund tonnenschwer wogen. Ich sagte: »Wir haben zwei der Mädchen gefunden. Sie waren tot. Weitere sind vermisst. In einigen Fällen, wie auch im Falle Ihrer Tochter, wurden die Vermisstenanzeigen zurückgezogen. Das bezweckten die Gangster mit den Briefen und den Filmen.«

»O mein Gott! Dann – dann kann es sein, dass Jenny schon gar nicht mehr lebt.«

»Wir wollen den Teufel nicht an die Wand malen.«

»Sie – Sie müssen alles tun, um meine Tochter zu finden.«

»Wir tun unser Möglichstes. Wir kommen in einer Stunde bei Ihnen vorbei, um den Film und den Brief abzuholen. Ist das in Ordnung?«

»Ja.«

Nachdem wir den Film geholt hatten, schauten wir ihn uns an. Die zweite Hauptrolle spielte ein Mann um die dreißig. Es war derselbe Bursche, der auch in dem Film mit Kim Gilroy mitwirkte. Es gab sogar einen Vorspann. Als Regisseur war ein Bursche namens Jack Mortimer genannt.

Ich rief Lew Harker von der New York Times an. Er schrieb unter anderem Kolumnen über die neuesten Werke, die auf dem Broadway aufgeführt wurden, und war ein Insider. Einen Regisseur mit Namen Jack Mortimer kannte er nicht. Aber er versprach, sich in der Szene umzuhören und uns in Kenntnis zu setzen, wenn er irgendetwas hörte, was uns interessieren könnte.

Unsere Spezialisten kopierten ein Bild vom Gesicht des männlichen Hauptdarstellers der Pornostreifen und verglichen es mit den im Archiv gespeicherten Fotos. Und sie wurden fündig. Der Bursche hieß Steve Boulder und wohnte in der 41st Street. Er war wegen eines Drogendelikts vorbestraft. Wir fuhren zu seiner Wohnung. Das Apartment lag in der vierten Etage. Ich legte den Daumen auf die Klingel. Gleich darauf ertönte es aus dem Lautsprecher der Gegensprechanlage: »Wer sind Sie und was wollen Sie?«

»FBI«, sagte ich. »Die Spezial Agents Decker und Cotton. Öffnen Sie, Mr Boulder. Wir haben ein paar Fragen an Sie.«

Gleich darauf ging die Tür auf. Boulder war um die dreißig, groß und schlank. Ein gutaussehender Typ, dem ich eine gewisse Ausstrahlung nicht absprechen konnte. Er schaute fragend.

»Es geht um Kim Gilroy, Jane Miller, Jenny Bannister …«

Ich zählte noch einige Namen auf, alles Namen von Mädchen, die verschwunden und von denen zwei als Leichen wieder aufgetaucht waren.

»Ich kenne eine Menge Frauen«, sagte Boulder und legte die Stirn in Falten. »Aber die Namen, die Sie mir eben aufgezählt haben, sagen mir nichts. Was hat es mit den Ladys auf sich?«

»Sie spielten in Pornofilmen, in denen Sie als Protagonist agierten.«

»Ist das ein Fall fürs FBI?«, fragte Boulder spöttisch.

»An und für sich nicht«, erwiderte ich. »Aber da zwei der Frauen ermordet wurden, interessieren wir uns dafür. Dürfen wir reinkommen?«

Im Gesicht des Schauspielers arbeitete es. Schließlich nickte er und gab die Tür frei. »Treten Sie näher.«

Wir betraten die Wohnung. Es sah ein wenig unaufgeräumt aus. Der Fernseher lief. Ich wandte mich Boulder zu: »Sie leben alleine?«

»Ja. Bitte, nehmen Sie Platz.«

Er wies auf die Sitzgruppe mitten im Raum. Wir ließen uns nieder, und auch Boulder setzte sich. Ich beobachtete ihn. Er schien nicht im Geringsten nervös zu sein.

»Was wissen Sie über die Frauen, deren Namen wir Ihnen nannten?«

»Nichts. Ich kenne lediglich die Vornamen der Ladys, die man mir als Filmpartnerinnen zur Seite stellt. Die Namen wiederholen sich. Oft frage ich mich, ob es überhaupt die richtigen Namen der Girls sind. Es ist mir auch egal. Ich bin Profi und stelle keine Fragen. Wir drehen die Filme ab und hinterher geht jeder seiner eigenen Wege.«

»Regisseur ist Jack Mortimer.«

»Jack – ja. Ich arbeite seit einiger Zeit mit ihm zusammen.«

»Wo wohnt er?«

»Ich habe keine Ahnung. Wenn es gilt, einen Film zu drehen, ruft er mich an. Er hat dann irgendeine Wohnung angemietet und dort läuft die Sache. Meine Gage bekomme ich von Fall zu Fall bar ausgezahlt. Wenn das Projekt abgedreht ist, geht jeder seiner eigenen Wege.«

»Wie sieht Mortimer aus?«

Boulder musste nicht lange überlegen. »Wie hunderttausend andere Amerikaner auch. Mitte vierzig, dunkelhaarig, etwa eins achtzig groß. Jack weiß, worauf es ankommt. Er sorgt für Abwechslung bei den Girls. Das will der Kunde.« Boulder lachte.

»Ist Ihnen aufgefallen, dass die Mädchen während der Dreharbeiten unter Heroineinfluss standen?«

»Selbst wenn es mir aufgefallen wäre«, knurrte Boulder. »Solange sie ihre Rolle professionell spielten, war das für mich in Ordnung. Privat hatte ich mit den Ladys nichts zu tun. Das deutete ich bereits an. Wir zogen unsere Show ab, und das war ’s dann auch schon.«

»Sie wissen also nichts. Sie wissen nicht, woher die Mädchen stammen, Sie wissen nichts von ihrer Heroinsucht, und Sie wissen nicht, was aus den jungen Frauen wurde, sobald sie ihren Part für Mortimer erfüllt hatten?«

»Nein. Es interessierte mich auch nicht. Mir war es nur wichtig, dass sie …«

»… ihr Rolle professionell spielten, wir wissen. – Sie müssen mit uns kommen.«

»Warum?« Seine Brauen schoben sich zusammen, über seiner Nasenwurzel bildeten sich zwei steile Falten.

»Wir werden nach Ihrer Beschreibung von Mortimer die Bilder in Frage kommender Männer aus dem Archiv filtern, und Sie werden sich diese Bilder ansehen müssen. Das ist doch nicht zu viel verlangt.«

Boulder verzog das Gesicht. »Sicher habe ich keine andere Chance. Ist etwas dagegen einzuwenden, wenn ich ohne Sie zum Bundesgebäude fahre? Es ist meinem Ruf sicher nicht förderlich, wenn ich in Ihrer Begleitung das Haus verlasse.«

»Niemand weiß, wer wir sind.«

»Man kann es Ihnen von der Nasenspitze ablesen, dass es sich bei Ihnen um Polizisten handelt. Ihr seid euch alle ähnlich.«

Ich musste lachen. »Na schön. Kommen Sie in zwei Stunden ins Field Office. Federal Building, dreiundzwanzigste Etage.« Ich gab Boulder eine von meinen Visitenkarten. Dann verabschiedeten wir uns.

»Was hältst du von ihm?«, fragte Phil, als wir im Jaguar saßen. »Ob er wirklich so unbedarft ist, wie er sich gibt?«

»Er hat sich zumindest mit keinem Wimpernzucken verraten. Entweder er ist kalt wie eine Hundeschnauze, oder es ist so, wie er sagt.«

»Du meinst, er macht seinen Job, kassiert seine Gage und fährt nach Hause.« Phil hob die Schultern. »Nun, auszuschließen ist das in diesem Geschäft sicherlich nicht.«

»Bei mir waren zwei FBI-Agenten«, sagte Boulder in den Telefonhörer.

»Was wollten sie.«

»Sie fragten mich wegen der Filme und der Frauen aus. Ich muss in zwei Stunden im FBI Field Office antreten und soll versuchen, dich zu identifizieren.«

»Hast du mich ihnen beschrieben?«

»Mit der Beschreibung, die ich ihnen geliefert habe, können sie kaum etwas anfangen.«

»Gut. Du weißt von nichts. Dir können sie nichts anhaben. Ich bin in ihrem Archiv nicht erfasst, also kannst du dir guten Gewissens die Bilder ansehen, die sie dir vorführen.«

»Ich melde mich wieder und halte dich auf dem Laufenden.«

»In Ordnung. Und mach keinen Fehler, Steve. Du würdest dir dein eigenes Grab schaufeln.«

»Ich weiß.«

Zwei Stunden später saß Steve Boulder vor einem Bildschirm. Aufgrund seiner Beschreibung hatten wir einige hundert Bilder von Männern herausgefiltert, die Jack Mortimer hätten sein können. Geduldig schaute sich Boulder die Konterfeis an. Immer wieder schüttelte er den Kopf.

Dann waren wir am Ende.

»Tut mir leid«, sagte Boulder und hob wie bedauernd die Hände. »Aber wie es scheint, ist Mortimer bei Ihnen nicht registriert.«

»Er wird wieder an Sie herantreten«, sagte ich.

»Gewiss.« Boulder grinste anzüglich. »Ich bin sein bestes Pferd im Stall.«

»Mag sein. Meine Visitenkarte haben Sie. Ich bitte Sie, mich anzurufen, sobald Mortimer mit Ihnen Verbindung aufnimmt.«

»Mach ich. Sie denken also, dass er der Mörder der Frauen ist.«

»Wir wissen es nicht, er steht allerdings als Verdächtiger ganz weit oben auf unserer Liste.«

»Ich kann das kaum glauben«, murmelte Boulder. Dann verabschiedete er sich.

Ich lehnte mich auf dem Stuhl zurück und verschränkte die Hände über dem Bauch. »Mist.«

»Vielleicht weiß Boulder wirklich nichts«, meinte Phil.

»Wir müssen abwarten«, sagte ich. »Dieser Mortimer wird wieder einen Film drehen. Wenn Boulder der ist, für den er sich ausgibt, dann ruft er an. Und dann haben wir Mortimer. Er wird uns eine Reihe von Fragen zu beantworten haben.«

Wir kehrten in unser Büro zurück. Als wir es betraten, läutete mein Telefon. Mit zwei Schritten war ich beim Schreibtisch, pflückte den Hörer vom Apparat und hob ihn vor mein Gesicht. »Cotton, FBI New York.«

»High. Jerry, vor wenigen Minuten wurde mir ein neuer Entführungsfall gemeldet. Der Name der Frau ist Julie Martens. Sie ist zwanzig Jahre alt und seit etwa vierzig Stunden spurlos verschwunden. Julie war mit einem Freund, sein Name ist Clinton Harper, vorgestern Abend zum Essen aus. Er brachte sie nach Hause und verabschiedete sich vor ihrer Haustür von Julie. Seitdem fehlt jedes Lebenszeichen von ihr.«

»Wo wohnt dieser Clinton Harper?«, fragte ich.

Der Chef nannte mir die Adresse.

Auch Harper trafen wir nicht in seiner Wohnung an, sondern an seinem Arbeitsplatz bei einer Import- und Exportfirma im Norden Manhattans.

»Wir waren im El Rio Grande in der 38th Street«, erzählte uns Clinton Harper. »Um halb zehn Uhr brachte ich Julie nach Hause. Sie wollte an diesem Tag bald zu Bett gehen, weil sie am folgenden Tag um 8 Uhr morgens einen Test schreiben musste. Sie winkte mir noch zu, dann ging sie ins Haus. Ich fuhr weg. Gestern am Nachmittag rief ich sie an, aber sie meldete sich nicht. Als ich sie auch abends nicht erreichen konnte, fuhr ich zu ihrer Wohnung. Ein Nachbar erzählte mir, wo ihre Eltern wohnen. Ich nahm Verbindung mit ihnen auf. Auch sie hatten keine Ahnung, wo Julie sein könnte. Ihr Vater kam mit einem Schlüsseldienst und ließ die Wohnung öffnen. Dann ging er zur Polizei.«

Phil und ich fuhren zu Julies Eltern. Von Julie gab es kein Lebenszeichen. Die beiden Leute waren voller Sorge. Wir erfuhren, dass Julie an der Fordham University studierte. Nebenbei jobbte sie im Callcenter eines bekannten Textilunternehmens.

Wir bekamen ein Bild aus neuerer Zeit von Julie. Sie war eine sehr schöne junge Frau mit langen, blonden Haaren.

Ich verspürte ein ziemlich ungutes Gefühl.

Kapitel 1

Es war 23 Uhr vorbei. Es klopfte an die Tür des Hotelzimmers, das Nikolaj Lermontow gemietet hatte. Der Russe lag auf dem Bett und hatte die Hände hinter dem Kopf verschränkt. Er trug bereits Nachtkleidung. Der Fernsehapparat lief.

Lermontow richtete seinen Blick auf die Tür, als könnte er von ihr ablesen, wer draußen stand. Als es erneut klopfte, erhob er sich. »Wer ist draußen?« Der Russe sprach mit hartem Akzent.

»Douglas.«

Lermontow schloss auf und öffnete. Ein dunkelhaariger Mann um die vierzig stand vor der Tür. Er lächelte. »Hallo, Nikolaj.«

»Komm herein, Douglas.«

Als Douglas das Zimmer betreten hatte, schloss der Russe die Tür und lehnte sich mit dem Rücken ...

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