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Geht doch!

Inhaltsverzeichnis

1. Die Kleine und ihr erster Schnee

2. Aber Rom ist schön… (Teil zwei)

3. Da bist du dann sprachlos

4. Die Leiche neben dem Bett

5. Geburtstagsüberraschung

6. Gefährliche Neugier

7. Keinen Schritt weiter!

8. Nostalgie mit Hühnerkeule

9. Ordnung muss sein

10. Ricky, ihr Trainer und die Maus

11. Schon wieder eine Sonnenfinsternis

12. Überraschende Meisterprüfung

13. Naturtalent?

14. Kleine Geschenke für die Freundschaft

15. Drei Freunde und ein Pflaumenbaum

16. Ausrangiert

17. Darf man das?

18. Einkaufszettel

19. Erst 2, dann 1 …

20. Flughafen Tegel

21. Gerti fährt nach München

22. Kirmes im Dorf

23. Laminat verlegt sich wie von selbst

24. Oh du Fröhliche ….

25. Weihnachtsgeschenke

26. Zappenduster

27. Die Katze Tibei

28. Geliebter Mischling

1. Die Kleine und ihr erster Schnee

Über Nacht war die Welt weiß geworden. Eine dicke Schneedecke hatte sich über das Land gelegt, auch über den Hof hinter dem Haus, in dem die Kleine auch ohne Aufsicht spielen konnte, da er absolut ausbruchsicher war.

Sie stand staunend am Fenster und zappelte aufgeregt.

„Mama, weißer Sandi, ich will spielen! Mama schnell….“ Hopsend sauste sie im Pyjama zur Tür. Es kostete die Mutter viel Geduld und Überredungskunst, bis die Kleine endlich angezogen war, ihre heiße Schokolade getrunken hatte, und endlich, endlich winterfest verpackt, mit Schippchen und Schäufelchen bewaffnet, in den Hof stürmte.

Lächelnd sahen die Eltern zu, wie sie den allerersten Schnee in ihrem Leben genoss.

Lachend rannte sie hin und her und warf mit Schnee um sich. Als sie genug gerannt war, begann sie eifrig, Schnee in ihr Eimerchen zu schippen und transportierte ihn dann von rechts nach links und wieder zurück. Das alles mit einer Ernsthaftigkeit und dem Eifer eines Kindes, das noch keinen Sinn im Tun finden muss.

Schließlich fing sie an, eine Burg zu bauen, genauso, wie sie es im Sommer im Sandkasten von ihrem Bruder abgeschaut hatte. Dabei waren die Fäustlinge bald im Weg und sie flogen im hohen Bogen in den Schnee. Die Zungenspitze im Mundwinkel festgeklemmt, machte sie sich ans Werk.

Die Eltern hatten dem Treiben bis dahin lächelnd zugeschaut, und wollten sich gerade eine Tasse Kaffee gönnen, als ein markerschreckender Schrei aus dem Hof kam. Sie fanden die Kleine, vor einem Häufchen Schnee kniend, was wohl die Burg werden sollte. Sie schrie „Der Sandi hat mich gebissen! Aber, ich habe nichts gemacht!“

Das sind Momente, an denen Eltern über eine hervorragende Selbstdisziplin verfügen müssen… Lachen ist erst später erlaubt.

2. Aber Rom ist schön… (Teil zwei)

Jeder von uns kennt einige Sprüche der Art: „Das Leben ist bunt“, „Die Welt ist ein Dorf“, und so weiter. Mit dieser Geschichte kann ich es nur bestätigen.

Eines Tages erhielten wir von einer US-Firma, für die mein Mann und ich tätig waren, eine Einladung zu einem internationalen Firmenevent nach Rom. Da Party bei uns nicht mehr großgeschrieben wird und Großveranstaltungen auch nicht mehr so unser Ding sind, beschlossen wir, unsere Plätze jüngeren Teammitgliedern zu überlassen. Das taten und organisierten wir dann auch. In der Firmenleitung wurde dies anders gesehen und einfach Flüge und Hotel für uns gebucht. Nun gut, dachten wir, dann ist es so. Auf nach Rom!

Schnell stellte ich fest, dass das nicht so einfach wurde. Da unsere Reise vom Ausland her organisiert worden war, und man in Amerika nicht immer genau weiß, wo Luxemburg liegt, mussten wir mit dem Bus nachts um 2:00 Uhr losfahren, um unseren Flieger in Frankfurt zu bekommen. Da war an Schlaf nicht mehr zu denken. Als wir gegen halb acht im Sinkflug über Rom zur Landung ansetzten, der mir einen wunderschönen Blick über den Vatikan und Umgebung erlaubte, musste ich an Pam und ihr Rom-Erlebnis denken. Ach ja, meine Freundin Pamela! Ich lächelte bei dem Gedanken an Pam so vor mich hin und hatte ja keine Ahnung, wie präsent sie in den nächsten Stunden noch werden würde.

Die Mega-Veranstaltung begann eine halbe Stunde nach unserer Landung. Da hieß es, flott zum Hotel, frisch machen, Kleidung wechseln, ins Taxi springen und mit strahlendem Lächeln vor Ort erscheinen. Es musste ja keiner gleich merken, dass ich eigentlich energetisch schon fix und fertig war. Wenigstens eine Tasse Kaffee hätte ich mir gewünscht, ging aber nicht. Erstaunlicherweise trafen wir relativ pünktlich am Ort des Geschehens ein, um festzustellen, dass es eine große Verzögerung des Beginns gab. Na prima, und ich ohne Kaffee! Diesen konnten wir dann doch noch im Foyer kaufen, ebenso ein Brötchen. Selten bekam ich so einen schlechten Kaffee und so ein fades Brötchen. Dank moderner Technik machte eine SMS richtig Sinn, denn wir fanden schließlich unser Team und schnell unsere Plätze und ich konnte endlich ein bisschen entspannen.

Wir hielten den ganzen Tag tapfer durch, lächelten, wirkten dynamisch, führten gute Gespräche, aber als wir dann so gegen 18:00 Uhr den Veranstaltungsort verließen, sackte bei mir alles ab. An erster Stelle der Kreislauf. Ich konnte mich vor Müdigkeit kaum auf den Beinen halten und war sehr froh, als wir endlich im Hotel waren. Ein bisschen neidisch war ich ja schon auf meinen Mann, der das alles viel lockerer wegsteckte. Aber auch bei ihm galt: Nichts geht mehr! Rom hin oder Rom her, wir mussten schlafen. Natürlich wollte unsere junge Truppe noch mit uns durch Rom streifen, Pizza essen und Bummeln gehen. Doch wir stellten schmerzhaft fest: Wir sind nicht mehr Zwanzig. Und so schmerzhaft war es dann doch nicht, denn kaum lagen wir im Bett, schliefen wir tief und fest durch … bis zum nächsten Morgen.

Ausgeschlafen starteten wir in den neuen Arbeitstag. Noch nie habe ich so genussvoll und ausgiebig gefrühstückt. Danach war ich wirklich fit und freute mich auf den Tag und vor allem auf den Abend. Denn, dann würde ich auch Rom sehen können!

Genauso machten wir es dann auch. Als wir mit der Bahn nach Rom hineingefahren sind, lachte Josch, einer unserer Teampartner, plötzlich laut auf. Als ich ihn interessiert fragend ansah, sagte er: „Hier an dieser Station habe ich mich vor Jahren mit meiner damaligen Freundin übel verfahren. Wir saßen in der falschen Bahn und haben zum Schluss auch noch unseren Rückflug verpasst. Eine ganze Nacht mussten wir am Flughafen verbringen…, Was für eine Nacht!“, und wieder lachte er laut los.

Meine grauen Zellen wirbelten …. Sollte das möglich sein? … Josch und Pam…. So viel Zufall gab es doch nicht!

„Genau, das ist auch meiner Freundin Pamela passiert“, sagte ich. Josch hörte abrupt mit Lachen auf, starrte mich an, um dann erneut in schallendes Gelächter auszubrechen. „Ach die Pam“, japste er, „es war eine herrliche, verrückte Zeit mit ihr.“

Da waren wir also tatsächlich mit dem Exfreund von Pam ausgerechnet in Rom unterwegs! Wir wandelten jetzt quasi auf Pams Spuren durch Rom, denn immer wieder kam ein Kommentar von Josch. Hier haben wir Pasta gegessen, dort hat Pam sich nach einer Handtasche umgesehen und so weiter…

Es wurde ein herrlicher Abend in Rom! Ich sah das, was ich und gefühlte hunderttausend Touristen unbedingt an diesem Abend sehen wollten: Den Trevi Brunnen, die Spanische Treppe, das Kolosseum. Letzteres war leider hinter einem großen Gerüst versteckt. Wir schlenderten durch romantische Gassen, sahen Gebäude mit wundervoller Architektur, entdeckten herrliche Schuhgeschäfte und süße Boutiquen, zauberhafte Restaurants. Mir persönlich gefielen die vielen kleinen und großen Dachterrassen mit ihren Blumen, Bäumen und Lämpchen. So etwas würde bei uns nie genehmigt werden. Manche sahen aus, als wenn sie nestähnlich an die Dächer angeklebt wären, aber offensichtlich hielten diese Konstruktionen. Und schließlich haben wir das beste Eis geschleckt, das ich jemals gegessen hatte.

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Viel Spaß!



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