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Gefesselte Lust – Shadows of Love

Inhalt

  1. Cover
  2. Über die Autorin
  3. Titel
  4. Impressum
  5. Gefesselte Lust
  6. In der nächsten Folge

»Shadows of Love« sind in sich abgeschlossene erotische Liebesgeschichten von unterschiedlichen Autoren. Die Folgen erscheinen monatlich als Romanheft und E-Book.

Über die Autorin

Jasmin Edenreist gerne in exotische Länder und liebt das erotische Knistern zwischen zwei Menschen. Daher schreibt sie erotische Liebesromane – in ihren Geschichten vereint sie Romantik mit Erotik.

Jasmin Eden lebt gemeinsam mit ihrem Mann und jeder Menge Reiseführern in Berlin.

In meinem ganzen Leben habe ich mich noch nie so unwohl gefühlt wie heute. Der Rock, der gestern noch umwerfend an mir ausgesehen hat, erscheint mir plötzlich altbacken und viel zu lang, der Blazer zu groß, und von der Bluse darunter will ich gar nicht erst anfangen. Außerdem sitzt meine Frisur nicht mehr, und mein Make-up läuft mir gerade in einer Welle aus Schweiß das Gesicht herunter.

Natürlich bin ich hier die Einzige mit diesem Problem. Die anderen Frauen, die in der Redaktion arbeiten, tragen ihre ultrakurzen Röcke, die wie breite Gürtel aussehen, mit umwerfender Eleganz. Ebenso wie ihre engen Blazerchen, unter denen sich keine einzige Speckrolle abzeichnet. Von denen ist mit Sicherheit keine einzige geschminkt – jede von ihnen steht morgens mit diesem makellosen Gesicht auf und ist den ganzen Tag über frisch wie der Frühling.

Ganz anders als ich. Obwohl ich in Berlin geboren bin, habe ich fast meine gesamte Schulzeit und die Studienjahre in einem kleinen Kaff in Niederbayern verbracht. Und so komme ich mir in diesem Augenblick auch vor; wie eine Landpomeranze, die das erste Mal Stadtluft schnuppern darf. Kurz: Ich schäme mich wegen meines Outfits in Grund und Boden. Und das ausgerechnet an meinem ersten Arbeitstag in einer der angesagten Redaktionen Berlins.

Pünktlich um neun Uhr traf ich im Verlagsgebäude ein und befinde mich seitdem im Foyer. Hier hat mich eine dieser perfekten Frauen geparkt, und hier warte ich nun auf meinen Termin mit meinem zukünftigen Boss, Jonah Winter. Seit zwanzig Minuten stehe ich nun schon in dem modernen Empfangsbereich herum, und meine Handflächen werden immer nasser.

Ich verschränke die Arme vor der Brust und starre auf den Titel des Magazins, der in großen gebürsteten Stahllettern an der Wand prangt: B-Touch.

Ein Gefühl des Stolzes macht sich in mir breit und verdrängt für einen Moment die Nervosität. Ich darf für B-Touch arbeiten, mein erster richtiger Job als Journalistin – und das gleich in so einer Redaktion!

Eigentlich habe ich nach meiner Bewerbung nicht einmal damit gerechnet, überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, aber zu meiner Überraschung erhielt ich nicht mal zwei Wochen später das Angebot, nach Berlin zu kommen.

Das ist der einzige Wermutstropfen an der Geschichte. B-Touch unterhält Redaktionen in München und Frankfurt, sowie in London. Die Stelle war ohne Ortsangabe ausgeschrieben, und ich habe auch nur durch Zufall davon erfahren. Mein Ausbilder im Volontariat hat mich darauf aufmerksam gemacht. Er war der Meinung, dass ich endlich in einer größeren Redaktion unterkommen soll, denn in unserem kleinen Gemeindeblatt kann man nun mal keine nennenswerte Karriere machen. Und so habe ich mich auf die Anzeige hin beworben. Dass es ausgerechnet Berlin werden würde, habe ich nicht geahnt. Von allen Städten dieser Welt muss es ausgerechnet Berlin sein! Und das, obwohl ich mir damals geschworen habe, diese Stadt nie wieder zu betreten. Nicht, seit …

»Herr Winter ist jetzt fertig mit seinem Meeting. Folgen Sie mir bitte.«

Aus meinen Gedanken gerissen, weiß ich erst nicht, mit wem der langbeinige Männertraum eigentlich spricht, bis mir klar wird, dass ich die einzige andere Person im Foyer war. Ich räuspere mich verlegen. »Oh … ja.«

Sie dreht sich um, wobei ihr die langen tiefschwarzen Locken in einer perfekten Bewegung über die Schulter fließen und eine Wolke von sündhaft teurem Parfum mit sich tragen. Mir sinkt das Herz in die Hose. Ich bin wirklich hoffnungslos underdressed und garantiert der einzige Trampel hier.

Die schwarz gelockte Elfe führt mich aus dem Foyer durch das Großraumbüro, in das ich schon die ganze Zeit schauen konnte. Vom Foyer aus habe ich nur einige wenige Schreibtische gesehen, doch als wir das Büro durchqueren, bemerke ich auch größere Tische, an denen mehrere Leute sitzen, die hitzig diskutieren.

Überall stehen iMacs, die übersät sind mit Klebezetteln verschiedenster Farben. An den Wänden hängen, neben Kunstdrucken, die ich nicht zuordnen kann, große Schreibtafeln, auf denen sich Themen, Stichworte und Deadlines drängen. Überall klingeln Telefone, und einige der Männer und Frauen haben ihre Smartphones am Ohr oder tippen darauf herum, während sie ihre überteuerten Computer bedienen.

Absolut kein Vergleich zu meiner Volontariatsstelle. Dort ist es eher gemütlich zugegangen. Selbst die Redaktionskonferenzen am Freitag bestanden aus den fünf Mitarbeitern der Zeitung, einer Menge Kaffee und ein paar Stücken Kuchen von der Bäckerei um der Ecke. Ob die Angestellten dieser Redaktion überhaupt wissen, wie ein Stück Kuchen aussieht?

Wir verlassen die Redaktion wieder und steigen in einen gläsernen Fahrstuhl. Ich habe im Foyer bereits einen Fahrstuhl gesehen, aber der wirkt nicht halb so futuristisch wie diese kleine Rakete. Binnen weniger Sekunden sind wir im zehnten Stock angekommen.

Die Türen gleiten auseinander, und die Elfe deutet hinaus auf den Gang. Ich trete aus dem Fahrstuhl. Zu meiner Überraschung bleibt die schwarz gelockte Schönheit in der Kabine und fährt wieder hinunter, während sie mich auf dem großen Flur zurücklässt. Der Teppich unter meinen Füssen ist weich und zeigt ein unaufdringliches Muster aus Taupe und Blau. Der Gang selbst ist ähnlich kühl gestaltet, mit beige gestrichenen Wänden, an denen große gerahmte Fotos hängen.

Am Ende des kurzen Flures befinden sich ein großer Schreibtisch und eine Tür. Hinter dem Schreibtisch sitzt eine weitere dieser Traumgestalten im Rock. Als sie auf mich aufmerksam wird, mustert sie mich fragend. »Helena Feldkamp«, sage ich fast flüsternd; das hier hat die Atmosphäre einer Bibliothek. »Ich habe einen Termin mit Jonah Winter.«

Die junge Frau sieht auf ihren Bildschirm und nickt dann. »Einen Augenblick bitte noch.«

Ich nicke ebenfalls und wende mich den Fotos zu. Sie sind alle in Grau und Blau gehalten – dabei ist der Fotograf sehr geschickt vorgegangen. Er hat in von Natur aus farbarmen Umgebungen gearbeitet, wie in verfallenen Fabriken oder Betongebäuden. Die Szenerien wurden dann unter künstlich blau gefärbtem Licht fotografiert, oder aber der Effekt wurde nachträglich am Computer erzeugt.

Die Motive ähneln sich, sind aber doch immer anders; es scheint eine Serie zu sein. Zu sehen sind verschiedene Arten von Seilen, die um diverse Körperteile geflochten, geknotet oder einfach nur geschlungen sind. Die Stricke winden sich um Handgelenke, Beine, Knöchel, Hüften, Hälse und einmal sogar um eine Brust. Die Models scheinen allesamt weiblich zu sein, und nie sieht man etwas, was anstößig sein konnte. Dennoch verströmen die Bilder eine Art von Erotik, der ich mich nur schwer entziehen kann.

Ich schlucke. In diesem Augenblick öffnete sich die Tür, und ich fahre erschrocken zusammen, als hätte man mich bei etwas Verbotenem ertappt.

Aus der Tür tritt ein Mann in einem teuren schwarzen Anzug. Sein Haar ist nach hinten gekämmt und eigentlich schwarz; an den Schläfen und in seinem gestutzten Bart zeigen sich jedoch schon erste weiße Stellen.

Hinter ihm tritt ein weiterer Mann auf den Gang. Er ist jünger als sein Vorgänger, und auch er trägt einen Maßanzug. Die Jacke liegt perfekt auf seinen breiten Schultern, doch der Stoff ist nicht schwarz, sondern von einem weichen dunklen Blau. Die Farbe lenkt den Blick automatisch auf seine Augen, die nur wenige Nuancen heller sind und sich dadurch von seiner bronzefarbenen Haut abheben. Auch wenn der erste Mann groß gewachsen ist, ist ihm der jüngere diesbezüglich ebenbürtig. Beide wechseln ein paar Worte, die ich nicht verstehe, und schütteln sich dann die Hände. Der ältere Mann wendet sich zum Gehen und lächelte mir zu, als er an mir vorbeikommt. Ich bin zu erstarrt, um den Gruß zu erwidern.

Der jüngere Mann verschwindet wieder in seinem Büro, aber seine Anwesenheit hängt noch wie ein zarter unglaublich anregender Duft in der Luft. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie einen derart attraktiven Mann gesehen, und keine zehn Pferde können mich dazu bringen, in dieses Büro zu gehen. Wenn das Jonah Winter war, wird er mich bei meinem Anblick sofort wieder rausschmeißen. So ein Mann umgibt sich mit Sicherheit nicht mit grauen Mäusen wie mir!

»Sie können jetzt reingehen.«

Ich höre kaum, was die Klischee-Sekretärin von sich gibt, sondern kämpfe nur noch mit einem Gedanken: Ich muss hier weg.

Auf dem Absatz drehe ich mich um und marschiere zurück in Richtung Fahrstuhl.

»Frau Feldkamp?«

Ich bleibe wie elektrisiert stehen. Das ist nicht die Sekretärin. Diese Stimme ist dunkel, weich wie Samt und köstlich wie flüssige Schokolade.

»Ich glaube, Sie haben die Türen verwechselt. Mein Büro ist hier.«

Nicht umdrehen, Helena, geh einfach weiter, da vorne ist der Aufzug, du hast es fast geschafft …

Jonah Winters Hand legt sich auf meine Schulter. Ich habe ihn auf dem dicken Teppich gar nicht näher kommen hören. Seine Hand ist groß, schwer, und ich kann ihre Hitze noch durch den Stoff meines Blazers hindurch spüren. Unwillkürlich schießt mir die Vorstellung durch den Kopf, wie heiß sich seine Hand erst anfühlen muss, wenn sie auf meiner bloßen Haut liegen würde, aber ich schaffe es gerade noch so, diesen Gedanken fortzuschieben. An so etwas denke ich doch sonst nicht.

Sanft dreht er mich zu sich um, und ich kann den Blick nicht von seinen blauen Augen abwenden. Im Büro muss er das Jackett abgelegt haben, denn jetzt steht er ohne vor mir. Die Ärmel seines weißen Hemdes hat er aufgerollt, und darunter sehe ich kräftige bronzefarbene Unterarme. Er trägt ein unaufdringliches, aber atemberaubendes Aftershave, das sich perfekt mit seinem eigenen Körperduft verbindet. Mir wird ganz schwindlig.

»Kommen Sie mit. Sie sollten sich vielleicht setzen, Frau Feldkamp; Sie wirken etwas blass.«

Meine Panik ist wie weggeblasen, aber ich habe meine Fähigkeit zu sprechen immer noch nicht wiedergefunden. Also folge ich ihm wortlos den Flur entlang bis in sein Büro. Es ist groß, noch größer, als ich es mir vorgestellt habe. Die Farbkombination aus Taupe und Blau setzt sich auch hier nahtlos fort. An den Wänden hängen weitere Bilder aus der Serie im Flur. Diese sind ein wenig gewagter, aber noch immer geschmackvoll. Ihre Motive sind durch kleine Lichtspots geschickt ausgeleuchtet.

Eine große Sessel-Couch-Kombination in Blau dominiert den hinteren Teil des Büros, ein großer Schreibtisch den vorderen. Jonah Winter bietet mir einen Platz auf der Couch an und gießt mir ein Glas Wasser aus der Karaffe ein, die auf einem kleinen Beistelltisch steht. Mit einem Lächeln reicht er mir das Glas und beobachtet, wie ich den kühlen Inhalt nahezu herunterschütte.

»Besser?«, fragt er, als ich das Glas absetze. Ich nicke. Er setzt sich auf den Sessel mir gegenüber. »Entschuldigen Sie, dass ich mich noch nicht korrekt vorgestellt habe – ich bin Jonah Winter. Ich hoffe, ich habe Sie gerade nicht verschreckt?«

Ich schüttle den Kopf und fasse mir endlich ein Herz. »Es war nur … eine Panikattacke. Das passiert mir manchmal.«

Er beugte sich vor, die Arme auf den Oberschenkeln abgestützt. Sein atemberaubender Duft hüllt mich ein und ich fühle mich hilflos. »Gab es dafür einen bestimmten Auslöser?«

»Nein«, lüge ich.

»Das kann ich nur schwer glauben.«

Wir haben uns vor wenigen Augenblicken das erste Mal gesehen, aber schon habe ich das Gefühl, dass er in mir lesen kann wie in einem Buch. In seiner Stimme liegt ein Ton, der keinen Widerspruch duldet. Mir rinnt ein Schauer über den Rücken.

»Ich habe manchmal in Stresssituationen … Aussetzer«, sage ich und wundere mich, dass ich ausgerechnet ihm, einem Wildfremden, von einer meiner größten Schwächen erzähle. »Dann gerate ich in Panik.«

Er lehnt sich wieder zurück und mustert mich. »Dann habe ich Ihnen also solche Angst gemacht, dass Sie in Panik verfallen sind?«

Ich zucke mit den Schultern und streiche mir nervös über den Saum meines Rockes. »Ich … Ich hatte Angst, nicht hierher zu passen.«

»Glauben Sie, dass Sie nicht die nötigen Fähigkeiten besitzen?«

Ich schüttle den Kopf. Nein, das ist es nicht. »Ich denke, ich bin eine gute Journalistin. Deswegen habe ich mich hier beworben. Aber ich befürchte, dass ich … optisch nicht ins Bild passe«, füge ich wesentlich leiser hinzu.

»Genau wegen ihrer Fähigkeiten habe ich Sie aber ausgewählt«, erwidert Jonah Winter, und ich hebe erstaunt den Kopf. Mir war nicht klar, dass mich der Chefredakteur persönlich ausgesucht hat. Vielmehr nahm ich an, irgendein Teamleiter hätte mich für die Stelle in Betracht gezogen. »Sie werden mit mir arbeiten, in meiner Abteilung. Dafür erwarte ich von Ihnen Spürsinn, Fleiß und Leidenschaft. Wenn Sie das mitbringen, ist alles andere egal.«

Tatsächlich geht es mir nach seinen Worten besser. Er muss es mir angesehen haben, denn auf seinem schönen Gesicht breitet sich ein Lächeln aus. »Sind damit alle Zweifel beseitigt?«

Ich nicke. Er erhebt sich, und ich tue es ihm nach. An der Tür bleibt er stehen und hält sie mir auf. »Lassen Sie sich von Aliyah die Abteilung zeigen. Wir sehen uns dann morgen auf der Konferenz.«

Ich bedanke mich und bin schon halb im Gang, als mich seine Hand streift. »Machen Sie sich wegen der Optik keine Sorgen, Helena. Eine Schönheit wie Sie kann mit jeder Mitarbeiterin hier mithalten.«

Bevor ich antworten kann, schließt er hinter mir die Tür, und ich stehe mit offenem Mund auf dem Flur.

♡♡♡

Aliyah ist eine kleine Frau türkischer Abstammung; sie ist gebaut wie eine Sexbombe und hat eine so rauchige, tiefe Stimme, dass sie selbst mir eine Gänsehaut bereitet. Wenn sie lacht, klingt es wie sexuelle Belästigung. Und sie lacht viel. Dabei wirft sie ihre langen schwarzen Haare zurück, und ihr gewaltiger Busen bebt wie bei einem Erdbeben.

»Glückwunsch!«, begrüßt sie mich. Trotz ihrer Plateauschuhe reicht sie mir gerade bis zur Nasenspitze; dabei halte ich mich selbst nicht für sonderlich groß.

Aliyah führt mich durch die Gänge der achten Etage. Hier ist es ruhiger als in dem Großraumbüro im Erdgeschoss, was aber nur daran liegt, dass es hier sehr viel mehr Einzelbüros gibt. »Eigentlich muss man sich das Privileg, hier reinzukommen, erst verdienen«, sagt sie, doch ihr Augenzwinkern verrät mir, dass sie mir meinen schnellen Aufstieg nicht übel nimmt. Ich entspanne mich etwas.

Ich entspanne mich etwas. »Wer arbeitet denn unten in dem großen Büro?«, frage ich.

Aliya ...

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