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Gefährliche Verführung – Shadows of Love

Inhalt

  1. Cover
  2. Über die Autorin
  3. Titel
  4. Impressum
  5. Gefährliche Verführung
  6. In der nächsten Folge

»Shadows of Love« sind in sich abgeschlossene erotische Liebesgeschichten von unterschiedlichen Autoren. Die Folgen erscheinen monatlich als Romanheft und E-Book.

Über die Autorin

Astrid Pfister, Jahrgang 1980, lebt im Ruhrgebiet. Sie schreibt Texte verschiedener Genres, mit denen sie viele Leser anspricht. Bislang wurden zwölf Romane und über 70 ihrer Kurzgeschichten in Anthologien und Heftromanen veröffentlicht.

Mehr über Astrid Pfister erfahren Sie auf ihrer Homepage: https://www.astridpfister.eu.

Viel zu früh reißt mich mein Wecker unsanft aus dem Schlaf. Doch obwohl ich eher ein Morgenmuffel bin, kann ich es heute gar nicht erwarten aufzustehen.

Denn heute ist mein erster Arbeitstag im neuen Job, deshalb bin ich schon ganz aufgeregt.

Nach dem Aufstehen springe ich erst einmal unter die Dusche, frühstücke ausgiebig und ziehe mich anschließend an. Über mein Outfit habe ich mir gestern stundenlang Gedanken gemacht.

Als Krankenschwester war es ganz egal, was ich morgens aus dem Schrank gefischt habe, denn auf der Arbeit hatte ich sowieso die vorgegebene einheitliche Dienstkleidung an. Doch jetzt als Pflegedienstleitung ist mein äußeres Erscheinungsbild auf einmal immens wichtig geworden. Daher habe ich mich für einen schwarzen Blazer entschieden, den ich mit einer hellen Bluse und einer guten Jeans kombiniere. Dazu trage ich schlichte schwarze Pumps – was ungewohnt für mich ist, denn auf hohen Absätzen war ich bislang auch eher selten unterwegs.

Allerdings weiß ich immer noch nicht, wie ich mein Haar frisieren soll. Ich habe lange blonde Haare, die ich als Krankenschwester immer zu einem Pferdeschwanz gebunden habe und in meiner Freizeit einfach offen lasse. Als Pflegedienstleitung muss ich mir wohl etwas anderes einfallen lassen. Als Erstes stecke ich sie mir zu einer Hochsteckfrisur zusammen, aber nun sehe ich aus, als ob ich in die Oper oder ins Theater gehen will. Dann eben ein seriöser Knoten, denke ich, muss aber lachen, als ich das Ergebnis im Spiegel betrachte. Ich sehe aus wie eine der strengen Bibliothekarinnen, vor denen ich als Kind solche Angst gehabt habe. Nachdem ich noch einen französischen Zopf und andere Dinge ausprobiert habe, gebe ich auf und beschließe meine Haare einfach offen zu tragen, denn so gefalle ich mir immer noch am besten.

Ich muss seriös und souverän aussehen, will allerdings keinesfalls spießig oder altbacken wirken, denn ich habe mir fest vorgenommen, neuen Schwung in das Krankenhaus zu bringen, in dem ich nun arbeiten werde.

Der alte Pflegedienstleiter ist ganz überraschend in den Ruhestand gegangen und hat mich wärmstens als Nachfolgerin empfohlen. Wir kennen uns von früher, und ich schätze ihn menschlich sehr, doch im Krankenhaus scheint er in den letzten Jahren nur noch Dienst nach Vorschrift gemacht zu haben.

Bloß keine Neuerungen, nicht zu viel Vertrautheit mit den Mitarbeitern auf den Stationen. Wann immer ich ihn besuchen kam, saß er allein in seinem Büro, so als hätten die Mitarbeiter Angst, ihn zu stören.

Ich bin voller Tatendrang, dies alles zu ändern, und ich denke, dass ich als ehemalige Krankenschwester die Mitarbeiter auch besser verstehe und somit perfekt zwischen ihnen und der Krankenhausleitung vermitteln kann.

Am Anfang war ich eher skeptisch, als mir der Job angeboten wurde, denn so eine Tätigkeit ist natürlich mit einer großen Verantwortung und vielen neuen Aufgabenfeldern verbunden. Aber mit Mitte dreißig ist es, denke ich, Zeit für eine Veränderung, und die Wechseldienste und Nachtschichten als Krankenschwester laugen einen mit der Zeit auch ganz schön aus.

Umso länger ich mich mit dem Gedanken auseinandergesetzt habe, desto mehr habe ich mich deshalb auf meinen neuen Job und die damit verbundenen Herausforderungen gefreut.

♡♡♡

Als ich eine Stunde später das Krankenhaus betrete, bin ich trotzdem aufgeregt. Zuerst gehe ich ins Büro des ärztlichen Direktors der Klinik, Herrn Dr. Thiemeyer. Ich kenne ihn bereits vom Bewerbungsgespräch – ein freundlicher, ruhiger Zeitgenosse.

Dr. Thiemeyer führt mich in den Räumlichkeiten herum. Stolz betrachte ich mein eigenes Büro, bin aber doch ein wenig verunsichert wegen des Papierbergs, der schon auf mich wartet.

Mein Blick ist nicht unbemerkt geblieben.

»Wie Sie sich denken können, ist hier einiges liegen geblieben, seit Ihr Vorgänger in Rente gegangen ist.«, kommentiert der ärztliche Direktor das Chaos auf dem Schreibtisch. »Umso mehr freuen wir uns, eine so junge und tatkräftige Nachfolgerin für ihn gefunden zu haben«.

Ich lächle geschmeichelt.

»Danke schön. Ich werde Ihr Vertrauen in mich nicht enttäuschen und hoffe, schon bald einige Veränderungen umsetzen zu können.«

Dr. Thiemeyer bestärkt mich nickend, fortzufahren.

»Es gibt Abläufe, die modernisiert werden sollten, aber vor allem ist mir ein enger und vertrauensvoller Kontakt mit den einzelnen Stationen und Mitarbeitern ein Anliegen. Die Kollegen sollen wissen, dass sie in meinem Büro jederzeit willkommen sind und dass sie offen mit mir reden können, wenn sie etwas auf dem Herzen haben«, erläutere ich.

»Das freut mich zu hören. Genau das ist es, was ich mir für die Zukunft wünsche, denn Vertrauen und Kommunikation lassen keinen Raum für Missverständnisse und schaffen ein angenehmes Arbeitsklima.« Dr. Thiemeyer wirkt zufrieden. »Ich lasse Sie jetzt mit den Unterlagen allein, damit Sie sich ganz in Ruhe einen Überblick über die einzelnen Stationen verschaffen können. Sollten Sie Fragen haben, stehe ich Ihnen natürlich jederzeit zur Verfügung.« Mit diesen Worten verabschiedet er sich vorläufig von mir.

Während er den Gang in Richtung seines Büros hinuntereilt, bleibe ich noch einen Moment stehen und atme tief durch. Ich fühle mich fast so wie eine Schülerin am ersten Tag in ihrer neuen Klasse. Nur dass es sich hier gleich um acht Stationen und zahlreiche mir unbekannte Mitarbeiter handelt.

Mein Herz rast, und meine Hände werden feucht. Du willst das! Von so einer Chance träumst du schon seit Ewigkeiten!, spreche ich mir selbst Mut zu.

Was ja auch stimmt, allerdings bin ich von Natur aus ein eher schüchterner Typ, was die Sache nicht leichter macht.

Gleichzeitig bin ich mir sicher, dass ich mich in meinem neuen Job unglaublich wohlfühlen werde, wenn ich meine erste Unsicherheit überwunden habe.

Den ganzen Tag verbringe ich auf den einzelnen Stationen, ohne meinem neuen Büro noch einen Besuch abzustatten. Denn genau das ist es, was mir wichtig ist: Ich will einen engen Kontakt mit den einzelnen Mitarbeitern aufbauen.

Von Station zu Station werde ich merklich gelassener und selbstbewusster, was vor allem daran liegt, dass die Mitarbeiter allesamt sehr nett und kooperativ sind.

Es ist bereits früher Nachmittag, und erst jetzt merke ich, dass ich vor lauter Aufregung das Mittagessen habe ausfallen lassen. Dennoch mache ich mich auf den Weg zur letzten Station, der Inneren. Hier kenne ich mich am besten aus, denn als Krankenschwester habe ich die letzten Jahre auf einer internistischen Station gearbeitet. Wahrscheinlich habe ich sie mir deshalb bis zum Schluss meines Rundganges aufgehoben.

Auch hier sind die Krankenschwestern sehr freundlich zu mir, und ich werde direkt eingeladen, im Stationszimmer eine Tasse Kaffee mit ihnen zu trinken, damit wir uns alle ein bisschen besser kennenlernen.

Lydia, eine ältere Krankenschwester kurz vor dem Ruhestand, erzählt mir in groben Zügen alles, was es über die Station und die einzelnen Schwestern und Pfleger zu berichten gibt. Immer wieder winkt sie Mitarbeiter herein, um sie mir kurz vorzustellen.

Mir schwirrt der Kopf vor lauter Namen, und ich weiß, dass ich Wochen brauchen werde, um auch nur die Hälfte davon zu behalten.

Einen Moment lang denke ich darüber nach, mir eine Liste zu erstellen mit sämtlichen Stationen, den Namen der Mitarbeiter und dazu ein paar Stichpunkten, aber allein damit wäre ich Tage beschäftigt. Nach und nach werde ich mir schon alles einprägen, und wenn nicht, habe ich ja auch noch die Mitarbeiterkartei, in der ich nachschauen kann.

»Hey, Marco, komm doch mal kurz herein, wenn du gerade Zeit hast!«, ruft Lydia durch die offene Stationstür.

Ich blicke zur Tür, und herein kommt ein extrem attraktiver Mann, den ich auf Mitte bis Ende dreißig schätze.

Er ist groß, fast ein Meter neunzig, was ich schon immer sehr anziehend fand, obwohl ich mit meinen ein Meter dreiundsechzig eher winzig bin. Seine dunkelbraunen, fast schwarzen Haare sind ein wenig länger, modisch gestylt und passen perfekt zu seinen meergrünen Augen.

Er wirkt ganz anders als die Krankenpfleger, die ich bisher kennengelernt habe, denn er strahlt eine Aura souveräner, selbstsicherer Gelassenheit aus. Und obwohl er die normale Krankenhauskleidung trägt, wirkt er eher wie jemand, der sich auch in Anzug und Krawatte wohlfühlt.

Lydia steht auf und schenkt Marco ebenfalls eine Tasse Kaffee ein.

»Das ist unsere neue Pflegedienstleitung Natascha Winter. Sie hat heute ihren ersten Tag hier und versucht, sich, einen Überblick zu verschaffen. Ich erkläre ihr gerade, was an unserer Station so besonders ist, und tratsche natürlich fleißig über alle Mitarbeiter. Aber keine Angst, sie ist eine von uns, denn sie war früher ebenfalls Krankenschwester«, erklärt Lydia lachend und zwinkert mir gutmütig zu.

»Hallo«, entgegnet Marco und schenkt mir ein knappes Nicken.

»Marco geht es ähnlich wie dir, er ist auch erst seit ein paar Wochen hier«, erzählt Lydia.

»Ach, also noch ein Frischling.« Ich lächle ihn an. »Wo hast du vorher gearbeitet?«

»Nicht hier in der Gegend, ich bin gerade erst hergezogen.«

»Warst du vorher auch auf einer internistischen Station?«

»Nein.«

»Hast du dich denn schon ein bisschen hier eingelebt?«, versuche ich es weiter.

»Ja, habe ich«, antwortet er so knapp, dass es fast schon unhöflich ist.

Scheint ja ein sehr gesprächiger Typ zu sein, denke ich missmutig.

Bevor ich noch etwas fragen kann, stellt der Krankenpfleger seinen Kaffee, den er nicht angerührt hat, auf die Anrichte und sagt hastig: »Ich muss jetzt leider gehen, ein Patient in Zimmer 203 wartet schon auf mich.« Dann verschwindet er schnell durch die Tür – als ob er nicht schnell genug herauskommen könnte. Doch gerade, als ich Lydia auf das unhöfliche Verhalten des Krankenpflegers ansprechen will, erklärt sie: »Du siehst ja, wie hektisch es bei uns zugeht. Gerade am Anfang der Woche kommt man sich vor wie auf einem Bahnhof. Ich muss jetzt leider auch wieder weitermachen«, sagt Lydia.

»Ich wollte sowieso gerade gehen. Danke für die Informationen und dafür, dass du dir Zeit für mich genommen hast«, entgegne ich und verabschiede mich.

Als ich mit dem Aufzug nach unten fahre, lasse ich die letzte Begegnung des Tages, mit diesem Marco, noch einmal in meinem Kopf Revue passieren. Wie kann jemand, der so gut aussieht, gleichzeitig so ein unfreundliches Ekelpaket sein? Mal abgesehen davon, dass es wirkte, als könne er gar nicht schnell genug von mir wegkommen. Stress hin oder her; ich komme zu dem Schluss, dass es nicht allein daran liegen kann. Es scheint fast so, als hätte er mich auf den ersten Blick nicht ausstehen können. Dabei kennt er mich doch gar nicht, und schließlich wollte ich ihn mit meinen Fragen ja nicht nerven, sondern Interesse signalisieren.

Trotzdem lasse ich mir dadurch nicht die Laune verderben, denn ich habe heute zahlreiche Mitarbeiter kennengelernt, die alle freundlich und offen auf mich zugegangen sind. Da ist es eher schon ein Wunder, dass ich auf den verschiedenen Stationen nur einer einzigen unfreundlichen Person begegnet bin. Ich nehme mir also vor, mich über all die netten Leute zu freuen, statt mich wegen des einen schlecht gelaunten Kerls zu ärgern.

Alles in allem ist mein erster Tag als Pflegedienstleitung viel besser verlaufen, als ich gedacht hätte.

Ich finde, mittlerweile habe ich mir den Feierabend gründlich verdient. Nachdem ich den ganzen Tag in meinen schicken, aber leider noch nicht so ganz eingelaufenen Pumps unterwegs gewesen und von Station zu Station gelaufen bin, bringen mich meine Füße förmlich um.

Meinen erfolgreichen ersten Arbeitstag werde ich ganz allein und mit Genuss feiern, so viel steht fest. Erst bestelle ich mir eine große Pizza, genehmige mir anschließend ein heißes Schaumbad und werde dabei ein oder zwei Gläser Wein in der Wanne trinken.

♡♡♡

Am nächsten Tag gehe ich zuerst in mein Büro, um mich mit den dort anstehenden Arbeiten vertraut zu machen. Allein das Einarbeiten in die Mitarbeiterkartei und die Beantwortung der eingetroffenen E-Mails werden Stunden verschlingen. Außerdem wartet noch eine Menge Papierkram auf mich, den mein Vorgänger kurz vor seiner Pensionierung nicht mehr erledigt hat.

Mittags gehe ich schnell über die Straße in ein kleines Restaurant, das mir ein paar Mitarbeiter als Alternative zur Kantine vorgeschlagen haben.

Der Tipp ist wirklich gut, denke ich, als ich genüsslich meine Spaghetti Bolognese esse. Das Restaurant ist gemütlich, liegt genau gegenüber vom Krankenhaus und ist gar nicht teuer. Ich kann mir gut vorstellen, hier Stammgast zu werden.

Nach der Mittagspause beschließe ich, dass ich heute mein Pensum an Schreibarbeit erledigt habe, und starte stattdessen meine Runde durch die verschiedenen Stationen.

Es ist mir wichtig, dass die Mitarbeiter von Anfang an wissen, dass wir ein Team sind und ich mich nicht in meinem Büro verschanze. Sie sollen sehen, dass ich um eine enge Zusammenarbeit bemüht bin und sie mit ihren Sorgen und Problemen jederzeit zu mir kommen können.

Als ich auf die internistische Station komme, sehe ich schon von Weitem den Krankenpfleger Marco, der gestern so unfreundlich und distanziert zu mir war.

Obwohl ich sein Äußeres durchaus ansprechend finde, habe ich keine Lust auf ein weiteres gezwungenes Gespräch mit ihm. Ich schaue in das Stationszimmer, aber alle anderen Mitarbeiter scheinen gerade beschäftigt zu sein.

»Hallo. Frau Winter war Ihr Name, oder?«, spricht mich Marco plötzlich an und kommt näher.

»Ja, aber wir können uns gerne duzen. Ich heiße Natascha«, entgegne ich.

»Hast du Lust und Zeit auf einen Kaffee?«, fragt er mich daraufhin und zeigt einladend zum Stationszimmer.

Ich hebe überrascht die Augenbrauen. Ist das der gleiche Mann, der gestern fast vor mir davongerannt ist?

Ich nicke, und zusammen gehen wir ins Stationszimmer. Als wir mit unserem Kaffee Platz genommen haben, schenkt er mir ein warmes Lächeln und fragt, wie meine ersten zwei Tage bisher verlaufen sind.

Der Mann ist wie ausgewechselt, er ist charmant und erweist sich als angenehmer Gesprächspartner. Jetzt fühle ich mich in seiner Gegenwart auf Anhieb wohl und rede und rede. »Ich erzähle die ganze Zeit nur von mir«, sage ich irgendwann lachend. »Jetzt bist du mal dran.«

Marco sieht mir tief in die Augen und antwortet: »Würde ich sehr gerne, aber leider muss ich jetzt weitermachen. Die anderen fragen sich bestimmt schon, wo ich bleibe.«

Ich nicke. »Ja natürlich, dass Gleiche gilt für mich.

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