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Global Dawn

Ein heißer Tag im Sommer

Lucia war gerade dabei, die Küche aufzuräumen. Die Sonne hatte ihr Bauernhaus schon erwärmt. Die Wärme fühlte sich angenehm an, die Hitze war noch erträglich. Das Thermometer hatte zum ersten Mal in diesem Sommer die 25°C-Marke erreicht. Der große Sommerputz war mal wieder überfällig.

Sie ging in die Hocke, steckte den Schlüssel in das kleine Schloss, das sich unten rechts neben der Spüle befand, und öffnete die Tür. Es war alles wie gehabt: ein alter, aber gepflegter und funktionstüchtiger Revolver in Kaliber .357 Magnum, dazu 26 Packungen Vollmantel-Munition im selben Kaliber und 42 Packungen in Kaliber .38 Special (Teilmantel, Hohlspitz). Auch der Kleinkaliberrevolver und jede Menge Munition .22 lr befanden sich dort. Es war ein Teil des Erbes ihres Onkels, zusammen mit dem alten Bauernhaus samt Holzhütte, Tieren und allen Landwirtschaftsgeräten. Lucia hatte mit ihrem Mann, dem Jörg aus Drachselsried, das gesamte Anwesen übernommen.

Während die kleine heranwachsende Katerina sich gerade um die Tiere kümmerte, tauchte Lucia vollständig in ihre Erinnerungen ein.

Mittlerweile wohnten sie lange nicht mehr in Jörgs Heimatdorf, sondern in Příštpo, im Umland vom schönen Jaroměřice nad Rokytnou oder, besser gesagt, von dem, was davon übriggeblieben war.

Der Wiederaufbau hatte zwar schon ein Jahrzehnt zuvor begonnen, aber nur punktuell und nur in den Gebieten, in denen er überhaupt möglich war. Dafür gab es dort viel mehr Natur, aber für die Generation der Überlebenden auch viel zu tun. Sie waren nun mehr mit dem eigenen Hab und Gut sowie mit dem Großziehen ihrer Kinder beschäftigt.

Das öffentliche Leben beschränkte sich im Alltag auf die kleine Dorfschule, darüber hinaus auf das dreitägige Wochenende und auf die wenigen, immer wiederkehrenden Bauernfeste. Auch Weihnachten und daran knüpfende Zeremonien wurden wieder gefeiert, nachdem endlich Ruhe eingekehrt war.

Tiere standen wieder im Stall, Getreide wuchs wieder auf den Feldern. Obst und Gemüse gab es auch. Alles zur Selbstversorgung – versteht sich – und etwas darüber hinaus für die lokale Subsistenzwirtschaft. Strom für leistungsstarke Geräte floss aber noch nicht, da die Inbetriebnahme des alten kleinen Laufwasserkraftwerks aufgrund chronischen Zeitmangels und fehlender Teile immer wieder verschoben werden musste.

Nur übrig gebliebene portable Kollektoren lieferten Saft für nun veraltete Geräte, auf denen überlebenswichtige Informationen noch vor Jahrzehnten gespeichert worden waren: Einige wenige Menschen aus der vorherigen Generation hatten ihren Nachkommen zumindest wichtige Kenntnisse im Umgang mit Pflanzen, Tieren und Ressourcen im Allgemeinen in weiser Voraussicht hinterlassen, in Form von Texten, Bildern und Videos.

Alle anderen hatten sich nicht darum gekümmert. Sie hielten es für unnötig, mehr noch, für eine hysterische Geste, sich vorzubereiten. Denn bis zu den letzten Tagen war ihr Glaube an ein endloses Fortbestehen der modernen postindustriellen Zivilisation immer noch unerschütterlich.

Bis zum Schluss, mehrheitlich, immer und immer wieder stimmten sie der damaligen Entwicklung zu und alle, die es gewagt hatten, auch nur ansatzweise zu kritisieren, wurden gnadenlos an die Obrigkeit gemeldet.

Příštpo lag jenseits der Reichweite des noch existierenden, aber stark angeschlagenen Leviathans. Lucias und Jörgs Familie hatten das Glück, denn es hatte dort damals schon seit der Zeit der ersten Auswanderungswelle ein Verständnis für all diejenigen gegeben, die nicht mehr mitspielen wollten und eine folgerichtige Entscheidung getroffen hatten: Freiheit statt einer hochgepriesenen und scheinbaren Bequemlichkeit, die unter der Bedingung einer permanenten Überwachung und drakonischer Strafen gegen die noch so geringste Abweichung stand.

Lucia schloss die Tür. Das laute Klacken des Schlossriegels brachte sie zurück in die Gegenwart. Trotzdem konnte sie nicht mehr von den Erinnerungen loslassen. Erinnerungen an das, was sie selbst mit Jörg erlebt und was ihr Onkel ihr erzählt hatte. Starke Erlebnisse prägen sich tief in den Charakter eines Menschen und formen diesen. Manche gehen daran zugrunde, bei manch anderen bewirken schwerwiegende Ereignisse ein Schmieden und Abhärten der Persönlichkeit, wobei die Trauer für verlorene geliebte Menschen eine starke Narbe hinterlässt.

Dennoch war sie froh darüber, alles überstanden zu haben, und ihre ganze Kraft richtete sich auf Kateřina. Ich werde es nie zulassen, dass sie das erleben muss, was ich erlebt habe! wiederholte Lucia in ihren Gedanken immer wieder.

Die ersten zwei

Insgesamt hatte es drei Auswanderungswellen gegeben, die aber auf zirka fünfzehn bis dreißigtausend Menschen beschränkt waren. Auslöser war eine grundlegende Einschränkung der Freiheit für die Bürger Westeuropas. Zahlreiche kleine doch stetig häufiger werdende Schikanen waren bereits an der Tagesordnung. Die breite Mehrheit hatte sich mehr oder weniger daran gewöhnt oder damit abgefunden. Manche hatten sich damit arrangiert. Freie Meinungsäußerung war faktisch lange vor der ersten Welle nicht mehr existent.

Trotzdem waren die meisten dortgeblieben, wo sie waren, bis zur ersten flächendeckenden Impfpflicht. Die Verordnung hatte unmittelbare Auswirkung: Jeder Arbeitgeber und die jeweilige Zweigstelle des Sozialisierungsamts setzten die Impfpflicht gnadenlos um und meldeten jeden, der versuchte, sich davor zu drücken. Ärzte, welche Impfungen bestätigten, die in Wirklichkeit nie erfolgt waren, wurden relativ schnell ausfindig gemacht und strafrechtlich verfolgt.

Die wenigen Kleinunternehmer, die der Verordnung skeptisch gegenüberstanden und geglaubt hatten, mit Hilfe einer Petition an den Arbeitgeberverband etwas dagegen auf institutionellem Wege bewirken zu können, hatte der Zentralstaat in den jeweilig betroffenen Ländern mit sofortiger Wirkung und mit Schnellprozessen enteignet und zu dreiundzwanzig Jahre Haft wegen Widerstands gegen die Demokratie und Bildung einer terroristischen antifortschrittlichen Vereinigung verurteilt.

Die Impfpflicht hatte die erste Auswanderungswelle ausgelöst. Die meisten aber hatten sich dies gefallen lassen und die Maßnahme einfach hingenommen. Die Auswanderung war aber nicht über Nacht gekommen. Seit anderthalb Jahren war die Impfpflicht bereits in allen MainstreamMedien sowie in sämtlichen Expertengremien das Hauptthema. Wer ein Gespür dafür hatte und diesen sich ständig wiederholenden Prozess erkannte, der hatte bereits für sich selbst und für seine Familie Vorkehrungen getroffen: die Anschaffung einer kleinen aber eigenen und vor allem fast autarken Immobilie im sicheren – oder genauer gesagt im sichereren – Ausland.

Das bewährte Dreiphasenmodell wiederholte sich jedes Mal, wie ein Uhrwerk: Erst wurde ein jedes Vorhaben in den Medien als mögliche Errungenschaft des Fortschritts und für die Bürger*innen mehrfach präsentiert. Danach kam die wissenschaftliche Untermauerung seitens der Expertengremien. Letztendlich landete das Vorhaben als außerparlamentarischer gesetzlicher Entwurf im Parlament und wurde kurze Zeit später als Gesetz bzw. als sofort wirkende Verordnung verabschiedet.

Noch war es möglich, Edelmetalle sowie Wertgegenstände zu erwerben und sogar ein Fahrzeug zu besitzen, welches zwar für den Straßenverkehr in den Städten nicht mehr zugelassen war, sich aber für eine relativ lange Überfahrt gut eignete.

Alles andere – Job, Wohnung, soziale Kontakte auch zur eigenen Verwandtschaft – ging in Folge der Auswanderung verloren. Eine Rückkehr war ausgeschlossen. Es sei denn, der Rückkehrer wollte unbedingt einen langen Aufenthalt in einer Resozialisierungsanstalt in Kauf nehmen.

Bestehende Wirtschaftssanktionen gegen die benachbarten Länder wurden im Zuge der ersten Welle verschärft. Ziel dieser Maßnahme war nicht nur, diese Länder zu schwächen, sondern den Hass der Bevölkerung gegen diejenigen zu schüren, welche sich von Zivilisation und Fortschritt abgewandt hatten und dorthin migriert waren.

Zum Glück der Zivilisationsverweigerer blieb dieses zweite Ziel der zivilisatorisch-fortschrittlichen Obrigkeit aus. Im Gegenteil: Die abtrünnigen Länder wussten, wer zu ihnen kam, und waren froh, diese gleichgesinnten Aussiedler anstelle der massenhaft von der Zivilisation aufgezwungenen neuen menschlichen Ressourcen zu empfangen.

Die entschlossene Ablehnung der neuen menschlichen Ressourcen hatte schon ein paar Jahre zuvor die ersten Wirtschaftssanktionen gegen die vier rebellischen Länder und deren kleinen wie großen Unterstützer im Osten bewirkt.

Alle westeuropäischen Staaten hatten die Impflicht eingeführt und systematisch umgesetzt, mit Ausnahme Österreichs. Dort galt zwar formell die gleiche Verordnung, doch die Umsetzung wurde mehrheitlich, sozusagen unter dem Tisch boykottiert und dies von den dortigen taktierenden Politikern gedeckt… soweit dies möglich war. Davon profitierten auch Deutsche mit Wohnsitz und Arbeitsplatz in Österreich.

Das Vertrösten des europäischen Staatenbundes und der zugehörigen Mitglieder würde früher oder später durch den enormen Druck von außen und wegen der permanent andauernden Unterwanderungsversuche enden. Das wussten alle Beteiligten in Österreich, vom einfachen Bürger bis zum Bundespolitiker, aber es verschaffte Zeit, wertvolle Zeit!

Was bekamen die Geimpften mit der ersten flächendeckenden Pflicht unter die Haut gespritzt? Vorerst wirklich nur wirkungslose Präparate und keine echten Impfstoffe. Damit wollte ein jeder willige Staat seinen Bürgern die geschürte Angst nehmen, die schon seit Jahren von Impfkritikern berechtigterweise verbreitet worden war. Das Ausbleiben von gefährlichen Nebenwirkungen würde alles, was die Impfleugner analysiert und propagiert hatten, in Misskredit bringen.

Selbst das Aufdecken des beabsichtigten PlaceboSchwindels durch eine bekannte alternative Website mit Server am anderen Ende der Welt konnte der Propaganda von Staaten und seitens der Pharmaindustrie nicht oder nur in überschaubarem Umfang entgegenwirken. Nur ein kleiner Anteil der Menschen in Deutschland, Frankreich, Italien und anderen westeuropäischen Ländern hatte die Realität wirklich begriffen und wusste, diesmal um Haaresbreite der schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden entkommen zu sein. Es verschaffte Zeit, es verschaffte Hoffnung. Doch die breite Masse fühlte sich in ihrer Selbstlüge bestätigt, leugnete die Realität und belog sich selbst abermals. Dazu kamen freiwillige Systemunterstützer, die mit der analogen sowie digitalen Überwachung von Nachbarn, Freunden und Verwandten beschäftigt waren und deren Tun seitens des Staates direkt bzw. von den jeweiligen halbstaatlichen oder privaten Institutionen fürstlich vergütet wurde.

Lucias Onkel, der bis zu der Zeit seit über 24 Jahren mit seiner Frau aus Niederbayern in der Nähe der deutschtschechischen Grenze lebte, gehörte zur Gruppe der ersten Auswanderungswelle. Schon zwanzig Jahre zuvor hatte er die Charakterschwäche seiner damaligen Mitbürger erkannt und leider festgestellt, dass dieser Zustand unumkehrbar war. Aus Charakterschwäche resultierten freilich die Selbstlüge und das Entstehen falscher Hoffnungen sowie falscher Feindbilder, sodass kaum noch jemand den Mut hatte, den Namen des wahren Unterdrückers über die Lippen zu bringen.

Damals schon hatte ein elefantenschwerer, ineffizienter, zentralistischer und korrupter Staatsapparat, der auf allen Ebenen vom gespenstischen Geist des Progressismus durchseucht war, nahezu alles unter seine Kontrolle gebracht, obwohl der Anschein eines Chaos auf den ersten Blick die Realität verschleierte und eine jede Vermutung hinsichtlich totaler Überwachung abschwächte.

Aufgrund dieser Umstände hatte sich Lucias Onkel – Massimiliano – in Bayern niedergelassen, dort seine Frau Tanja kennengelernt und mit ihr eine Existenz aufgebaut, im falschen Glauben, die Menschen dort würden so etwas nie zulassen. Aus Massimiliano war inzwischen »Max« geworden.

Doch das gleiche geistige Gift trat seit Mitte 2015 mit voller Wucht und Inbrunst auch nördlich der Alpen in Erscheinung, von der Elbe bis zur Atlantikküste.

Max war zutiefst enttäuscht. Er kam sich vor, wie in einem schon gesehenen schlechten Film: Die gleiche Schwäche, die gleichen Ausreden und Selbstlügen wie damals, nur diesmal in einer anderen Sprache.

Es war das Jahr 2023, als Max mit 49 Jahren, mit seiner Frau und seinem Adoptivsohn Jörg nach Příštpo aussiedelte. Lucia war damals ein junges Mädchen und lebte noch in der alten Heimatstadt ihres Onkels, deren Namen zu der Zeit von Milano in Al Milan zur Ehrung der vielen neuen menschlichen Ressourcen umgetauft worden war.

Jörg war damals ein Schulkind, 14 Jahre alt. Max und seine Frau hatten ihn Jahre zuvor als Kleinkind adoptiert, welches aufgrund der Kinderpolitik zur Förderung der Vielfalt gleich nach seiner Geburt an eine Anstalt zur Pflege und zur sozialen Erziehung vielfaltwidriger Kinder kraft Gesetzes abgegeben worden war.

Nur deshalb, weil Lucias Onkel kein gebürtiger Deutscher war, hatte das zuständige Sozialisierungsamt der Adoption zugestimmt. Die Behörde war sich nach monatelangen Prüfungen des Sachverhaltes sicher, dass Jörg somit eine vielfältige und tolerante Erziehung nach den geltenden Vorschriften bekommen würde.

Zu Jörgs Glück war dies nicht der Fall.

Für diese Adoption hatten Max und Tanja alles, was sie bisher in den sozialen Netzwerken aufgebaut hatten, aufgegeben: Konten und Profile gekündigt bzw. gelöscht, bereits lange vor dem Adoptionsantrag. Denn jeder kleinste Hinweis auf eine Abweichung abseits der herrschenden Doktrin hätte zum einen das Aus für das Adoptionsverfahren und zum anderen die Fokussierung aller Gesinnungsbehörden auf das eigene Leben bedeutet, mit nahezu fatalen Folgen.

Entgegen der Vorstellung der herrschenden Machthaber war das massenhafte Spritzen echter Impfstoffe bis Ende 2023 noch nicht vollzogen worden, da Gerüchte über den schleierhaften Widerstand aus Österreich immer häufiger und konkreter geworden waren. Dem alten europäischen Staatenbund und den zugehörigen Staatsapparaten war spätestens hier klar, dass sie erst alle Freiheitslücken schließen müssten, um mit den ersten echten Impfungen anfangen zu können.

Jahre davor war das Akronym USoE (United States of Europe) mehrfach in Kreisen der Medien und Politik gefallen.

Die Radikaldemokraten und die Radikalsozialen, die in Deutschland und Frankreich die bisherigen Parteien abgelöst hatten und faktisch das ganze politische Leben in beiden Ländern monopolisierten, arbeiteten auf die Zentralisierung aller Institutionen hin, auf allen Ebenen. Damit verbunden war eine völlige Vereinheitlichung aller Amtsverfahren. Dieser Gleichschaltungsprozess war bis dato oft wegen kleiner und etwas größerer Unterschiede in den jeweiligen Verwaltungen ins Stocken geraten.

Andere Länder betrachteten diese Entwicklung kritischer, als die zwei Großparteien in Deutschland und Frankreich es taten. Chronische Beamtenfaulheit war zwar die Hauptursache für die über Jahrzehnte hinweg angehäuften Schuldenberge, schützte aber nun unbeabsichtigt die Bürger vorerst vor der sich anbahnenden Katastrophe. Umgekehrt hätten die vollständige Vereinheitlichung und Gleichschaltung auch die Lösung der langjährigen finanziellen Probleme der schwachen Länder bedeutet, deren Staatsapparate nach Jahrzehnten in Korruptions- und Verschwendungssumpf nun endgültig vor dem Bankrott standen: Eine echte Cassa del Mezzogiorno d’Europa nach italienischem Vorbild wurde den stark angeschlagenen Ländern in Aussicht gestellt.

Als einzige Möglichkeit, um der Realisierung einer USoE näher zu kommen und somit alle Lücken zu schließen, sahen die Radikaldemokraten und die Radikalsozialen nur den einen praktikablen Weg: die Schaffung eines Superstaates innerhalb der des alten europäischen Staatenbundes, dessen Schwergewicht als Katalysator für alle anderen noch zögernden Staaten fungieren würde.

Die groben Konturen dieses ökonomischen und politischen Gebildes hatten zahlreiche offizielle Kommissionen sowie Think Tanks allerdings schon Jahre zuvor ausgearbeitet, bevor die politische Entscheidung seitens höchster Ebene verkündet wurde.

Bei der Neujahrsansprache 2024 in Deutschland und Frankreich verkündeten beide Regierungschefs vor laufender Kamera die Gründung von Framanien (oder auch Frallemagne), mit Inkrafttreten am 1. Januar des darauffolgenden Jahres.

Der dreiunddreißigjährige designierte Präsident, Alain De La Mer, würde das Amt und alle damit verbundenen Befugnisse von seinem Vorgänger nahtlos übernehmen. Das ehemalige französische Parlament würde einem erweiterten Bundestag weichen, wobei der Kanzler nun zum einfachen Ministerpräsidenten degradiert und das Amt des deutschen Bundespräsidenten abgeschafft würde.

Der Schritt war sehr gewagt, folgte dennoch dem üblichen Schema: erst etwas in den Raum werfen, dann die Reaktionen der Bevölkerung abwarten, bei mangelnder Gegenwehr weitermachen.

Das Schema bewährte sich abermals zugunsten der Obrigkeit. Nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der Bürger in Deutschland, Frankreich und erstaunlicherweise in Italien (überwiegend zwischen Mailand und Triest) entschloss sich für das freiwillige Exil. Die zweite Auswanderungswelle in die abtrünnigen östlich gelegenen Nachbarländer war nun in vollem Gange.

Framanien ging am 1. Januar 2025 in die operative Phase und regulierte sämtliche Bereiche des individuellen und sozialen Lebens mit eiserner Faust neu. Der erste Impftermin wurde für Mitte des Jahres gesetzt. Weitere Maßnahmen erstreckten sich über mehrere unterschiedliche Bereiche: Halbierung der Bargeldmenge, Produktionsstopp frischer Banknoten und Münzen, vollständige Entwaffnung aller Bürger für die erste Jahreshälfte, Abschaffung aller Verbrennungsmotoren (ausgenommen die der gepanzerten Sicherheitsfahrzeuge hochrangiger Politiker, Richter, Staatsanwälte und Lobbyisten) und der Verbot des Besitzes eines eigenen Fahrzeugs bis Ende des darauffolgenden Jahres.

Die Zahlung von Subventionen an schwache Staaten und deren Banken wurde an die verbindliche Zustimmung geknüpft, dem neuen europäischen Superstaat zu einem jeweils pro Land vereinbarten Termin beizutreten, aus dem die ersehnten USoE entstehen würden. Diesmal konnte Österreich aber nur halb so viel Widerstand leisten als bei der Einführung der allgemeinen europaweiten Impfpflicht.

Der Bahnverkehr in Richtung Osten, auch durch Österreich, nahm in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 erheblich zu, sodass die Alpenrepublik Sonderzüge bereitstellte. Dennoch waren beinahe alle Züge in Richtung Tschechien, Slowakei und Ungarn überfüllt. Diesmal handelte es sich eher um eine halbwegs organisierte Flucht als eine vorausgeplante Aussiedlung. Die meisten Auswanderer hatten sich zwar schon zuvor mit Rucksäcken und Überlebensausrüstung, persönlichen Dokumenten und portablen Wertgegenständen (meistens illegalen Edelmetallen) ausgestattet und organisiert, aber die Dringlichkeit nach der Verkündung des Inkrafttretens Framaniens traf auch sie urplötzlich mit voller Wucht. Sie mussten nun in aller Eile handeln.

Noch waren einige Wohnobjekte in den schutzbietenden Ländern verfügbar, aber es handelte sich dabei um Hütten, deren Versorgung mit Strom und mit fließendem Wasser nicht überall garantiert war. Zum Glück dieser Auswanderer gab es eine hohe Hilfsbereitschaft der Einheimischen und der dort bereits lebenden Aussiedler, und zwar nicht nur in Worten! Es gab jede Menge zu tun, um das Überleben und die Freiheit zu sichern. Das wussten alle. Es war echter, aufrichtiger Zusammenhalt.

Unmittelbar nach der Verkündung der USoE rief Max seine Schwester Susanna in Al Milan an: »Worauf wartest Du noch? Glaubst Du mir jetzt endlich oder sprichst Du immer noch von wilden Verschwörungstheorien

Susanna wartete ein paar Sekunden, dann antwortete sie: »Das betrifft doch nur Frankreich und Deutschland! Wir sind nicht betroffen! Ich habe hier unsere alte Mutter zu pflegen und meine Tochter großzuziehen.«

Alles, was bisher eingetreten war, war ihr dem Anschein nach noch nicht schlimm genug, um zu reagieren. Oder war es das, was man als kognitive Dissonanz definierte? Womöglich ja, aber vielleicht lag die Ursache dieser Reaktion vielmehr an ihrer Angst, den (schrumpfenden) Wohlstand auch nur vorübergehend zu verlieren, und vielleicht auch an einem trügerischen Gefühl der vermeintlichen Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer Lebenssituation.

Nichtsdestotrotz hatte Max die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben, dass seine Schwester irgendwann endlich einmal die Lage begreifen und entsprechend weise reagieren würde. Darum war er seit geraumer Zeit mit dem Bau einer Holzhütte beschäftigt. Sein Konzept war klar: klein, aber warm und sicher. Im Notfall für alle, seine Familie und auch für Susanna, seine Schwester und ihre Familie, sollten sie denn alle doch noch zur Vernunft kommen.

Trotz Tanjas nachvollziehbarer Widerstände und trotz dieser neuen Enttäuschung, arbeitete er jede freie Minute an diesem Projekt mit oder ohne Hilfe der Nachbarschaft.

Auf gegenseitige Hilfe waren alle angewiesen. Der damals sonst in Westeuropa herrschende Egoismus war jenseits der Grenze dem Zugehörigkeitsgefühl sowie der Liebe zur eigenen und gemeinsamen Freiheit gewichen.

Die neue Regierung und der neue Präsident Framaniens setzten ihre Agenda für das Jahr 2025 für einen neuen Superstaat gegen die Interessen der eigenen Völker konsequent um. Parallel dazu wurden alle öffentlichen Ämter eingespannt und dazu gedrillt, den Druck auf ihre Pendants in allen anderen westeuropäischen Ländern drastisch zu erhöhen. Framanien drohte diesen Ländern nun auch mit dem sofortigen Stopp aller bisher gewährleisteten Maßnahmen zur Rettung von Zentral- und Geschäftsbanken. Nur den Termin für den Beitritt zum neuen Superstaat konnten die betroffenen Länder aushandeln, allerdings nicht auf zu lange oder auf unbestimmte Zeit.

Es war eine bittere Abwägung zwischen finanzieller Hilfe und der eigenen Herabstufung zu einer unbedeutenden Provinz auf der einen Seite oder dem Erhalt der bisherigen Scheinsouveränität und dem endgültigen Staatsbankrott auf der anderen Seite: Sklaverei oder Weimar in Farbe.

Nahezu alle Meldungen in den Systemmedien fokussierten sich auf Unterhaltung, Reality-Shows, Sport und neopositivistische Kultur. Letzteres war eine aktive, wenn auch subtile Aufforderung zur Konformität und die dauerhafte, sich wiederholende Verunglimpfung von Abweichlern zugleich. Ansonsten diente das Programm lediglich zur Ablenkung.

Kein einziger Politiker der wirtschaftsschwachen Länder konnte und wollte dem eigenen Volk die Wahrheit und den Ernst der Lage ins Gesicht sagen. Wie hätte es sich sonst angehört? Entschuldigung. Wir haben euch jede Menge sichere, überteuerte Jobs auf Lebenszeit im öffentlichen Dienst gegeben, alle unentschuldigten Abwesenheiten geduldet, diese mit noch mehr Beschäftigungsformen kompensiert und die private Wirtschaft wie eine Zitrone ausgequetscht. Nun, nach Jahrzehnten im Schlaraffenland, kommt die teure Quittung.

Es wäre hart gewesen, aber die nackte Realität. Wer noch in der freien Wirtschaft arbeitete, der finanzierte diese fatalen Missstände immer und immer wieder, zwanghaft, per Abgaben versteht sich. Aber nun konnte auch der private Sektor für den Schuldenberg von Staat und Banken nicht mehr aufkommen. Nicht mal für die Zinsen.

Nach harten Verhandlungen standen gegen Ende des Jahres 2025 die Ergebnisse fest, und zwar für jedes Land. Griechenland, Portugal und Irland würden am 1. Januar 2026 vollständig kommissarisch von Framanien in Form von Provinzen regiert. Spanien und Italien erhielten die Chance auf etwas mehr Eigenständigkeit, dies allerdings unter zwei Bedingungen: der vollständigen Zerschlagung aller Separatisten und dem politischen Aufgehen aller Parteien in die Radikaldemokraten oder Radikalsozialen. Drittkräfte bzw. dritte Positionen würden einem strikten Verbot zum Opfer fallen. Der spanische König würde einen wertlosen Titel eines historischen Königs erhalten.

Alle nordeuropäischen Staaten, mit Ausnahme der Baltischen, vereinbarten mit der Regierung Framaniens beinahe ohne politischen bzw. ökonomischen Widerspruch den Termin zum USoE-Beitritt. Regierungen und kontrollierte Oppositionskräfte dieser Länder hatten bereits weitgehend freiwillig sich selbst und ihre Völker normalisiert.

Durch den Beitrittsvertrag verpflichtete sich ein jeder Staat nicht nur zur detaillierten, unmittelbaren Herstellung des Zustands, der schon in Framanien herrschte. Der Vertrag beinhaltete auch Neuerungen für alle Bestandteile des neuen Superstaates: die höchste Priorität hatten voran die vollständige Bargeldabschaffung und die Einführung eines Chips für jeden Bürger. Zeitfenster: drei Jahre nach dem Beitritt.

Nach Ablauf eines Jahres ab dem Beitrittsdatum würde auch der Besitz von Edelmetallen und tauschbaren Wertgegenständen strikt verboten und mit Freiheitsstrafen von mindestens drei bis höchstens elf Jahren sanktioniert.

In März 2026 unterzeichneten Italien und Spanien ihre eigene Kapitulation, terminiert zum 1. Januar 2028. Beide Staaten bekamen bis zu dieser Frist Zeit, um alle politischen Bedingungen zu erfüllen. Der italienische Ministerpräsident Galantuomini wurde daraufhin für sein Engagement mit dem Orden des Fortschritts ausgezeichnet.

Die von Galantuomini ausgehandelten Zugeständnisse für etwas mehr Eigenständigkeit waren in Wirklichkeit getarnte Rechtslücken für die oberste politische Riege, um einige Privilegien der fetten Jahre nicht komplett aufgeben zu müssen. Sogar die Staatsmafia machte sich zum Vasallen der USoE. Für den einfachen Bürger gab es keine Zugeständnisse, zweifelsohne keinerlei Erleichterung.

Die führenden Spitzenpolitiker und die medialen Propagandisten Framaniens sprachen verharmlosend von der USoE in Anlehnung an die USA, aber in Hinblick auf die US-Verfassung (zumindest auf Papier noch existent) hatte ein jeder US-Bundesstaat weitaus mehr Eigenständigkeit und Selbstbestimmung als jede einzelne Nation im alten europäischen Staatenbund und jede Provinz in dieser neuen europäischen, technokratischen Räterepublik, namens USoE.

Das Startdatum für die neuen, nun (echten) wirksamen Impfungen war abermals verschoben worden. Der Grund war nicht nur der verzögerte Schaffungsprozess der neuen USoE, sondern auch ein in der Übergangszeit aufgetauchter Bericht des multinationalen führenden Pharmakonzerns Vaxxi AG. Demnach riefen einige der hergestellten Präparate in der zweiten experimentellen Phase unerwünschte Nebenwirkungen bei den Probanden hervor, vor allem eine gesteigerte Aggressivität und einen signifikanten Abfall der kognitiven Fähigkeiten zugleich. Letzteres stand zwar seit über einem Jahrzehnt auf der globalen Agenda, aber nicht in diesem Ausmaß.

Aggressivität war absolut unerwünscht. Alle Politiker, Lobbyisten und Wissenschaftler hatten sich die Zähmung der Völker aller Mitglieder der USoE schon seit der Anfangszeit des alten europäischen Staatenbundes als Ziel gesetzt. Der einfache Bürger sollte alles und jeden akzeptieren, ohne einen Hauch von Kritik bzw. ablehnende Reaktion zu äußern.

Der Bericht offenbarte aber eine andere, schreckliche Tatsache: Bei den vermeintlichen Impfstoffen handelte es sich in Wirklichkeit um ganz andere Substanzen, nämlich um eine bestimmte Gruppe der Psychoaktiva.

Es folgten einige Gipfeltreffen der gesamten Führungsriege aus Politik, Wissenschaft, Pharmaindustrie und der vierten Gewalt, die aber ergebnislos endeten, bis der damals berühmte Förderer der globalen Ströme, neuer menschlicher Ressourcen, György Rákosi, zusammen mit seiner Think Tank World of Open Arms einen Paradigmenwechsel in dieser Sachlage forderte.

Rákosi hatte vor Jahren alle Geschäfte und Projekte seines Vaters übernommen, der ihm bis zu dessen Tod als Mentor galt. Aufgrund dieser Projekte hatte ihn sein ehemaliges Herkunftsland zur Persona non grata erklärt, sodass er hier sein ganz persönliches Motiv in die Lösung des Impfstoffproblems einfließen ließ.

Wie sein Vater, war auch der dreiunddreißig Jahre junge Rákosi der vollen Überzeugung, dass nur die im Jahr 1934 vom britischen Historiker und Soziologen Herbert Georg Wells postulierte globale technokratische neopositivistische Vision alle menschenbedingten Probleme der Welt lösen könnte und die ultimative Friedensutopie realisieren würde. Doch dafür würden die meisten Menschen auf diesem Planeten einen hohen Preis bezahlen müssen: den Verlust aller individuellen Freiheiten sowie jeglicher Selbstbestimmung. Ebenso würden alle Nationalstaaten und kleine Konföderationen entweder annektiert und normalisiert oder ausradiert werden.

Rákosis Vorschlag, die meisten neuen menschlichen Ressourcen mit den fehlerbehafteten Psychoaktiva zu impfen, zu Pflichtspezialisten zu machen, um diese dann als sekundäres Heer bei Bedarf einzusetzen, stieß vorerst auf Skepsis der Radikalsozialen, fand aber volle Zustimmung bei den Radikaldemokraten. Die Radikalsozialen bemühten sich, die Fassade aufrecht zu erhalten. Der pragmatische Ansatz der Radikaldemokraten setzte sich aber schnell durch. Zeit zu verlieren hatten sie nicht.

Gemäß dem ausgearbeiteten Plan Rákosis würden die USoE dieses Sekundärheer beliebig und relativ kostengünstig gegen abtrünnige, de facto ex Mitglieder des alten europäischen Staatenbundes, einsetzen.

Letztendlich waren Rákosis Netzwerke jederzeit dazu in der Lage, frische Pflichtspezialisten nach Framanien und in die USoE massenhaft strömen zu lassen. Die Kooperation mit willigen Despoten der größten Ölförderländer und deren Außenvertretungen in Afrika machte es möglich.

Für das Ministerium für die Verteidigung der Demokratie war es die Steilvorlage schlechthin, um ein altes nun gravierend gewordenes Problem loszuwerden. Denn auch ein Superstaat würde früher oder später unter der Last der Sozialausgaben zusammenbrechen, wenn die Waage aufgrund dieser extremen Masse auf die Seite der Leistungsempfänger kippt.

Der zuständige Minister forderte die gleiche Behandlung auch für alte menschliche Ressourcen, die als unvermittelbar galten, sowie auf die wenigen übrig gebliebenen Ziviliationsverweigerer, die es noch wagten, im Untergrund Kritik am Friedens- und Fortschrittsprojekt zu üben. Zudem wurden die Kriterien zur Einstufung einer Zivilisationsverweigerung erheblich verschärft, sodass auch eine belanglose Kritik an eher banalen Themen darunterfiel.

Doch es war inzwischen etwas geschehen, was nur wie ein winziges, unbedeutendes Steinchen im Getriebe des großen Plans in Framanien zu sein schien, sich aber als gewaltiger Weckruf für alle einheimischen und zugezogenen Zivilisationsverweigerer der abtrünnigen Länder zu einem großen rollenden Stein formte.

Beide Meldungen – der medizinisch-wissenschaftliche Bericht und die Entscheidung zugunsten Rákosis Forderung – hatten über den letzten übrig gebliebenen freien Kommunikationskanal, das Subnet, die Gebiete östlich des Böhmerwaldes erreicht und verbreiteten sich dort wie ein Lauffeuer. Der Stein rollte nicht nur, er fing zudem noch Feuer.

Es kann nur ein Whistleblower gewesen sein! Ich dachte, diese Spezies wäre längst ausgestorben. dachte Max, als er davon erfuhr.

Framanien / Frallemagne

Mit dem Inkrafttreten des neuen politischen Subjekts Framanien wurden sowohl ein neuer, imposanter Kernstaat im Kontinentaleuropa geschaffen als auch alles Politische und Gesellschaftliche gleichgeschaltet. Jegliche freiheitseinschränkenden Maßnahmen wurden verschärft.

Als Ergänzung zum laschen Netzdurchdringungsgesetz, das bereits die Erweiterung der Zensur auf Deutsch, Französisch und auf Englisch in allen Bereichen des virtuellen Lebens ermöglicht hatte, verabschiedete der neue Superstaat eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Unterdrückung der bisherigen Verbreitungskanäle sowie abweichender Inhalte.

Alle Social-Media sowie sämtliche andere Medien, die ein Forum oder eine ähnliche Diskussionsplattform anboten, wurden Kraft Gesetztes zur Implementierung einer staatlich bereitgestellten Korrektur- und Meldesoftware verpflichtet. Die Software markierte jedes verdächtige Wort in Rot, öffnete ein Pop-up-Fenster mit einem unübersehbaren Warnhinweis, und meldete gleichzeitig den Versuch sowie die Daten des Users automatisch an das Sozialisierungsamt. Genauer gesagt: an dessen neu geschaffenes Amt zur Prävention geistiger Anstiftung gegen die Demokratie (APAD).

Sämtliche Kanäle wurden gelöscht, die Betreiber verhaftet. Videoplattformen wurden entweder vollständig gesperrt oder normalisiert.

Dieser endgültigen Zensurwelle zur Folge wurde es den Bürgern von Framanien unmöglich gemacht, sich ohne strafrechtliche Konsequenzen mit Hilfe alternativer Medienkanäle zu informieren. Illegal war es wohl noch möglich, über Subnet verbotene Inhalte abzurufen, dennoch auf eigenes (hohes!) Risiko. Die für dieses Vergehen vorgesehenen Haftstrafen hatte Framanien auf acht bis dreizehnn Jahre Haft ohne Bewährung aufgestockt.

Was war aber dieses Subnet? Der Name war mindestens so unspektakulär wie das Netz selbst, welches von einer kleinen Gruppe als Peer-to-Peer-Lösung kreiert worden war, aber in Erscheinungsbild und Tragweite eher dem Internet der späten 1990er Jahre glich: überwiegend Texte, viele sinnvolle Texte, aber mit einer überschaubaren Menge an Bildern und Videos als Beweismaterial für die eine oder andere brisante Meldung.

Doch die Entwicklung ging stetig voran, trotz der Illegalität. Vor allem im benachbarten Ausland.

Über die allmächtige Zensur hinaus war Framanien institutionell ein absolut zentralistischer Staatsapparat, in dem auch der rein formelle Föderalismus der alten BRD zu einer Farce geworden war. Zwar erhielt zum Beispiel die Bretagne am 1. Januar 2025 den Status Bundesland, aber die Bundesländer waren von da an degradierte Befehlsausführer und Berichterstatter für den einen Zentralstaat.

Das Wahlsystem wurde so verändert, dass der Staatspräsident nicht mehr vom Volk, wie es zuvor in Frankreich der Fall war, sondern vom Parlament gewählt wurde. Er behielt aber die alten Amtskompetenzen.

Das Volk durfte alle fünf Jahre für ein Programm der einen oder der anderen Großpartei abstimmen, ohne jegliche ...

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