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Wester-Bestseller - Folge 2406

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Schnelle Colts – schnelles Geld
  4. Vorschau

Schnelle Colts – schnelles Geld

Als sie von der Wasserscheide des Hügelsattels auf die andere Seite blicken, sehen sie die Ranch.

Indes sie verharren und mit zusammengekniffenen Augen alles beobachten, wirken sie wie ein Rudel Wölfe, das voller Hunger und Gier aus der Wüste kommt, aber dennoch nicht unvorsichtig ist, also das erst einmal die Lage prüft. Ja, sie scheinen mit all ihren Instinkten zu wittern.

Dann sagt Herb Young: »Na also, das wär’s wohl.« In seiner Stimme ist ein Klang, der den Worten eine besondere Bedeutung gibt.

Die anderen Reiter schweigen noch.

Dann nickt Bill McGill. »Ja, das wär’s wohl. Verdammt ja, das ist es!« Er blickt nach rechts und links auf seine Sattelgefährten.

Sie sind sechs Reiter und man sieht ihnen an, dass sie schon seit Langem umherreiten, im Freien nächtigen und es ihnen so ziemlich an allem fehlt.

Duke Ringold übernimmt wieder einmal das Kommando.

Wortlos reitet er an, und sie folgen ihm. Das war schon immer so, wenn gehandelt werden musste. Sie überließen ihm die Führung.

Und auch jetzt werden sie ganz selbstverständlich tun, was er von ihnen erwartet. Sie sind ein eingespieltes Rudel …

Nun, da sie reiten, sieht man auch, wie erschöpft ihre schlechten Pferde sind, wie mühsam und lahmend, stolpernd und schnaufend sich die Tiere bewegen.

Sie reiten im Schritt, so als hätten sie Zeit und eilte es ihnen nicht. Aber sie können nicht mehr schneller.

Langsam – und dennoch unaufhaltsam wirkend – nähern sie sich der Ranch.

Es ist eine schöne Ranch. Man sieht ihr an, dass sie gewiss noch in der Spanierzeit von den reichen Dons gegründet wurde. Das Haupthaus ist wie eine Hazienda gebaut, hat auch viele Nebengebäude.

Als die sechs abgerissenen, staubigen Reiter in den großen Hof reiten, tauchen da und dort Menschen auf.

Und auf der Veranda des Haupthauses erscheint ein Mann.

Dieser Mann ist kaum mittelgroß, doch drahtig wie ein Terrier, ein Mann mit knappen, schnellen Bewegungen. Es gibt von Anfang an keinen Zweifel daran, dass dieser Mann der Boss ist.

Er blickt den sechs Reitern entgegen.

Diese halten bald darauf vor der Veranda. Da er auf der Veranda steht und sie auf den Pferden sitzen, befinden sich ihre Gesichter alle etwa auf der gleichen Höhe.

»Was wollt ihr?« So fragt der Mann ziemlich unfreundlich. »Ich habe keine Arbeit für euch. Ich kann auch nicht alle Satteltramps zwischen San Antonio und El Paso füttern. Am besten ist, ihr haut schnell wieder ab und verschwindet aus meinem Land. Ihr müsst in jede Himmelsrichtung einen ganzen Tag lang reiten, bis ihr meine Grenzlinien wieder hinter euch gelassen habt. Haut ab hier! Sonst lasse ich euch Beine machen.«

Sie hören ihm schweigend und regungslos zu. Nur Bat Starretter hebt seine Hand und hält diese wie eine Muschel hinter das Ohr, so als wäre er schwerhörig. Doch das ist er nicht.

Als der Boss dieser Ranch auf der Veranda verstummt, sagen sie immer noch nichts. Doch sie blicken sich um, prüfen die Umgebung. Sie betrachten die Leute in der weiten Runde des Hofes. Diese Leute sind zumeist mexikanischer Abstammung. Es sind die Handwerker dieser Ranch, die Pferdepfleger. Auch einige Frauen sind zu sehen, dazu ein paar Kinder.

Aber richtige Cowboys, denen man zutrauen kann, dass sie nach den Colts greifen und kämpfen würden, sind nur drei zu sehen.

Duke Ringold blickt wieder zum Boss der Ranch hinüber.

»Mister, wir kommen von sehr weit geritten«, sagt er. »Wir kennen Sie nicht. Wie ist denn Ihr Name?« Seine Stimme klingt sehr höflich, fast bescheiden. Duke Ringold ist einer von diesen blonden Texanern mit leuchtend blauen Augen. Über seinem Mund hängt ein Sichelbart. Und die Augen blicken sehr intensiv und zwingend.

Der Boss auf der Veranda starrt in diesen Blick hinein – und jetzt erst wird ihm klar, dass nicht nur einige struppige und halb verhungerte Coyoten gekommen sind. Der grauköpfige Bursche spannt sich an wie ein Terrier, der sich plötzlich einigen Wölfen gegenübersieht.

»Ich bin Tell Linnehart«, sagt er. »Und ihr müsst tatsächlich von sehr weit hergekommen sein, um noch nichts von mir gehört zu haben. Ihr reitet schon länger als zwölf Stunden über mein Land – auf diesen Pferden wahrscheinlich länger als zwanzig Stunden. Wer seid ihr?«

»Ach, Mister Linnehart«, erwidert Duke Ringold, »wir sind nur auf der Durchreise in ein schöneres Land, in eine bessere Zeit und zu neuen Ufern. Sie sehen, wir sind ziemlich abgerissen und fast völlig am Ende. Das kommt daher, weil wir bisher auf ehrliche Arbeit hofften. Nein, wir wollten keine Banditen werden wie so viele von diesen Jungs, die wie wir aus dem Krieg heimkehrten und seitdem umherreiten. Als wir von dem Hügelsattel im Osten Ihre schöne Ranch sahen, da entschlossen wir uns. Wissen Sie, wir sind für den verdammten Süden fünf Jahre lang durch den Krieg geritten und wurden so ziemlich als Letzte aus der Gefangenschaft entlassen. Jetzt glauben wir, dass wir uns einfach nehmen, was wir brauchen. Verstehen Sie, Mister Linnehart?«

Dieser erwidert nichts. Er betrachtet sie Mann für Mann hart.

Und wie schon bei ihrem Sprecher stellt er fest, dass auch die anderen fünf Reiter jenes Format haben, welches erstklassige Männer von drittklassigen Strolchen unterscheidet, so wie hochkarätige Diamanten von Glas.

Die sechs Reiter sitzen nun ab.

Duke Ringold tritt langsam näher und ersteigt die vier Verandastufen. Er ist einen ganzen Kopf größer als Tell Linnehart.

»Sir«, sagte er, »es wäre für uns alle hier am besten, wenn Sie sich dazu überwinden könnten, uns als liebe Gäste anzusehen. Sie sehen wie ein kluger Mann aus. Machen wir also das Beste aus dieser Situation.«

Tell Linnehart knirscht mit den Zähnen.

Doch dann siegt seine Vernunft.

Er weiß längst, dass er Besuch von sechs Revolvermännern bekam, gegen die er auch dann keine Chance hätte, wenn er all seine Cowboys herbeiholen könnte.

Und das wissen sie.

Dennoch bleiben sie höflich, drohen nicht. Schon daran glaubt er ihr wirkliches Format erkennen zu können.

Er nickt plötzlich, tritt langsam zur Verandaecke und klatscht in die Hände. Er ruft über den Kopf: »Pedro! Juanito! Wir haben Gäste! Kümmert euch um sie! Ihre Wünsche sind für euch Befehle!«

Er kehrt wieder zu Duke Ringold zurück.

»Und jetzt werdet ihr wohl in mein Haus eindringen, nicht wahr?«

»Wenn Sie uns einladen, näher zu treten.« Duke Ringold lächelte. »Sonst sind wir auch völlig damit zufrieden, wenn man uns in einem der Gästehäuser einquartiert. Dies dort drüben sind doch Gästehäuser – oder?«

Er deutet hinüber zu einigen hübschen Adobebauten, vor denen kleine Gärten sind. Diese Gästehäuser wurden schon von den Erbauern dieser Ranch geschaffen, also von den Dons. Denn früher war man in diesem Lande sehr gastfreundlich, freute sich über jeden Besuch.

Tell Linnehart nickte.

»Fühlen Sie sich wie daheim, Gentlemen«, murmelt er. »Meine Leute hier werden Ihnen jeden Wunsch erfüllen, so dies nur möglich ist. Und verzeihen Sie mir, dass ich Sie zuerst für ein Rudel lausiger Strolche hielt. Dies hier ist die Spanish Bit Ranch. Das Brandzeichen ist eine spanische Kandare. Wollen Sie mich jetzt entschuldigen?«

Duke Ringold will nicken.

Doch da tritt eine Frau auf die Veranda, unerwartet und mit einer leichten geschmeidigen Bewegung.

»Haben wir Gäste bekommen, Tell?« So fragt sie mit einer dunklen Samtstimme.

Duke Ringold nimmt seinen alten Hut von der einstigen Konföderierten Armee ab.

Er staunt die Frau an, denn sie ist mehr als schön. Sie ist rassig schön, rothaarig und grünäugig. Sie gleicht gewiss den Bildern, die sich Männer nur in ihren Träumen von Frauen machen, wohl wissend, dass es diese Traumwesen in Wirklichkeit niemals gibt.

Aber diese da, die gibt es. Sie ist aus Fleisch und Blut. Sie redet mit dunkler Samtstimme.

»Ja, das sind liebe Gäste, Susan«, knirscht Tell Linnehart. »Doch ich kann sie dir leider nicht vorstellen. Denn sie nennen ihre Namen nicht.«

Er will die Frau am Arm nehmen und mit ihr ins Haus zurückgehen.

Doch Duke Ringold sagt mit dem Hut in der Hand: »Ma’am, ich bin Duke Ringold. Wir werden Sie möglichst wenig stören.«

Damit wendet er sich zum Gehen. Aber er hält wieder inne und betrachtet von der Veranda aus seine fünf Gefährten.

Denn diese verharren immer noch bei ihren Pferden unten auf dem Hof und sehen staunend empor. Duke Ringold kann sogar sehen, dass Don Coronado sich durch die Hose in den Oberschenkel kneift, um festzustellen, ob das alles Traum oder Wirklichkeit ist.

»Wacht auf, Jungs«, sagt er laut, geht von der Veranda und klatscht in die Hände. »Wacht auf und bewegt euch! Oder wollt ihr Salzsäulen bleiben?«

Aber sie bewegen sich immer noch nicht.

Jubal Thorne hebt seine Hand und deutet zur Veranda hinauf und zur Eingangstür. Er fragt mit feierlicher Stimme: »Habt ihr auch gesehen, was ich soeben sah? Habt auch ihr diese rothaarige und grünäugige Göttin gesehen und ihre samtige Katzenpfotenstimme gehört? Ja? Oder träumte ich nur, weil wir schon den dritten Tag nichts mehr zu beißen hatten?«

»Nein, mein Junge«, ächzt Herb Young, »du hast alles richtig gesehen.«

»Daran gibt es keinen Zweifel«, nickt Bill McGill.

»Dass es solch ein Weib auf dieser Erde gibt, hielt ich nicht für möglich«, meldet sich Bat Starretter mit feierlicher Stimme.

»Dem Himmel sei Dank«, spricht Don Coronado.

Er sieht Duke Ringold an. »Du hättest sie mal anfassen sollen«, sagt er, »damit auch eindeutig klar ist, dass sie aus Fleisch und Blut besteht und sich nicht etwa völlig auflöst wie ein Geist.«

»Los jetzt«, drängt Duke Ringold. »Wir wollen hier keine Wurzeln schlagen. Bewegt euch! Und seid nett zu den Leuten, so nett wie liebe Gäste. Na los, ihr Pulveraffen!«

☆☆☆

Sie finden in den nächsten Stunden alles, was sie brauchen – Kleidung, erstklassige Pferde, gute Sättel, Proviant, Ausrüstung. Sie waschen und rasieren sich. Und sie lassen sich im Speiseraum für Gäste bewirten.

Einer hält jedoch fortwährend Wache, und er tut dies vom Dach des Haupthauses aus, welches über eine außen angebrachte, fest mit dem Kamin verbundene Leiter zu besteigen ist.

Als sie mit dem Essen fertig sind, die Bedienung den langen Tisch abräumt und zum Nachtisch Kaffee bringt, fragt, wer kandierte Fruchte haben will, kommt Tell Linnehart herein.

Eine Weile verhalt er schweigend und betrachtet die sechs Revolvermänner.

Diese sehen nun sehr verändert aus – nicht mehr so abgerissen, nicht mehr so hungrig, sondern sauber, rasiert, fast zufrieden, ja satt und zufrieden.

»Wir sind Ihnen für Ihre Gastfreundschaft sehr dankbar, Sir«, sagt Duke Ringold langsam. »Wir werden bald weiterreiten. Es war leider notwendig, dass wir Ihre Gastfreundschaft so ausnutzen mussten. Aber es hätte schlimmer sein können, nicht wahr, Sir?«

Tell Linnehart nickt.

Er setzt sich an das Tischende, legt seine Unterarme darauf und die Hände übereinander.

»Ihr habt Stil«, sagt er. »Wart ihr schon während des Krieges zusammen?«

»Sicher, Sir«, antwortet Duke Ringold höflich. »Wir waren zwölf. Ziemlich am Anfang des Krieges wurden wir als Sonderkommando zusammengestellt. Jeder von uns war sorgfältig ausgewählt, und weil wir zusammen unschlagbar wurden, blieben wir auch zusammen. Wir wurden nur dann und wann weniger. Das ist im Krieg so, nicht wahr? Keiner kommt immer wieder davon – keiner. Wir haben den Yankees so viele Pferde gestohlen, dass der Süden damit eine ganze Armee beritten machen konnte. Wir blockierten Nachschubwege, sprengten Brücken, ganze Eisenbahnzüge. Wir kaperten auf dem Mississippi sogar ein voll beladenes Schiff und brachten es nach New Orleans. Wir vollbrachten eine Menge. Nur nach dem Krieg war alles anders. Denn wofür wir belobigt und befördert worden waren, wofür wir Sonderurlaub erhielten und sonstige Privilegien, das war plötzlich verboten und hätte uns zu Mördern und Banditen gemacht. Also ging es uns plötzlich sehr mies. Unsere schnellen Colts wurden geradezu zu einer Gefahr für uns. Denn wir wollten keine Banditen werden. Doch dann kamen wir hierher zu Ihnen. Und wir waren am Ende. Sonst noch Fragen, Sir? Wissen Sie, wir beantworten sie Ihnen gerne. Sie haben ja einen gewissen Anspruch darauf. War das Ihre Frau oder Ihre Tochter, Sir?«

Als er die letzten Worte spricht, spannen sich die anderen Männer.

Tell Linnehart spürt es, sieht es, und er grinst wie ein Terrier, der seine Zähne zeigt.

»Das war meine Frau«, sagt er, »das war soeben Misters Linnehart. Und ich habe über euch nachgedacht. Ich möchte eure schnellen Colts mieten. Schnelle Colts – schnelles Geld. Aber ihr seid mir ja schon eine Menge schuldig. Ihr habt euch die besten Pferde ausgesucht. Vielleicht wollt ihr dafür einen fairen Preis bezahlen, indem ihr mir ein wenig helft? Wisst ihr, ich habe etwa fünfzig Weidereiter. Doch sie sind über ein riesiges Gebiet verteilt. Rinder sollen wieder etwas wert geworden sein. Ich besitze mehr als fünfzigtausend Rinder, mehr als tausend Pferde. Und weil man bald schon versuchen wird, mir das alles zu stehlen, werde ich ein Rudel Revolverreiter brauchen. Ich möchte mit euch morgen über die Grenze nach Rosalia reiten und mir von dort etwas holen.«

Sie betrachten ihn, und keinem von ihnen entgeht, wie sehr dieser so harte und drahtige Mann innerlich erregt ist und eine heiße Flamme in ihm brennt, die ihn sogar von innen heraus verbrennen zu wollen scheint.

Duke Ringold, der am anderen Tischende sitzt, beugt sich etwas vor.

»Was wollen Sie mit unserer Hilfe in Rosalia jenseits der Grenze holen, Sir?«

Er fragt es ganz ruhig und sachlich.

Tell Linnehart zögert. Seine auf dem Tisch liegenden Hände ballen sich.

»Ein Bild«, sagt er dann. »Im Saloon von Rosalia hängt ein Bild. Das Bild einer nackten Frau. Jeder Strolch, der dort einen Tequila trinkt, kann sich diese nackte Frau ansehen. Denn das Bild hängt hinter dem Schanktisch über dem Spiegel. Die nackte Frau lächelt auf alle nieder, die vor dem Schanktisch stehen und trinken. Man prostet ihr zu, macht Witze, reißt Zoten. Ich muss dieses Bild holen. Doch Rosalia ist ein böses Nest. Pascal Jerricho herrscht dort. Und er hat ein paar üble Burschen bei sich. Na, wollt ihr mit mir reiten?«

Sie schweigen und betrachten ihn.

Dann fragt Don Coronado: »Sir, die nackte Frau auf dem Bild – ich meine, ist das am Ende Ihre Frau, die wir vorhin auf der Veranda sahen?«

Tell Linneharts Zähne knirschen aufeinander.

Er nickt krampfhaft, bringt eine Weile keinen Ton hervor.

Sie betrachten ihn nun fast mitleidig und fragen sich, wie es wohl gekommen sein mochte, dass es von seiner Frau ein Nacktbild gibt, welches drüben in Rosalia hinter der Bar des Saloons hängt.

Sie würden es gerne wissen.

Doch sie fragen nicht.

Tell Linnehart bekommt sich wieder unter Kontrolle. Seine Stimme klingt nun beherrscht. Er sagt: »Ich brauche eine Kampfmannschaft mit schnellen Colts, eine Mannschaft, wie ihr sie einen langen Krieg hindurch gewesen seid. Helft mir, wenn ich damit beginnen muss, um fünfzigtausend Rinder und tausend Pferde mit all den Banditen zu kämpfen, die bald kommen werden. Und zuvor helft mir, das Bild zu holen. Es wird euch gut gehen hier in diesem Land der Spanish Bit Ranch.«

Sie sehen sich an und brauchen keine Worte. Was sie denken und fühlen, lernten sie in den langen Jahren einander von den Gesichtern oder in ihren Augen ablesen.

Duke Ringold sagt nach einer Weile: »Ja, das wäre ein Job für uns. Und wir wären Ihnen dann nichts mehr schuldig, ja?«

Tell Linnehart nickt.

»Ihr seid besondere Burschen«, sagt er. »Als ich das begriffen hatte, da wusste ich, dass wir miteinander auskommen würden und ihr hier bei mir euer Glück machen könnt, ohne Banditen werden zu müssen. Wir reiten zwei Stunden nach Mitternacht.«

☆☆☆

Als es Mittag ist, haben sie die Grenze hinter sich und blicken auf das Tal nieder, in welchem die Stadt Rosalia liegt.

Tell Linnehart sagt: »Dort in der Mitte ist der Platz. An diesem Platz liegt Pascal Jerrichos Hauptquartier, ja, das große Haus an der Südwestecke des Platzes. In diesem Haus hängt das Bild, welches ich holen möchte. Seid ihr bereit? Wagt ihr es?«

Seine zwei Fragen klingen herausfordernd, sehr barsch, ja fast verächtlich, so als wollte er die sechs Revolvermänner Feiglinge nennen, sollten diese zögern oder gar ablehnen.

Aber sie grinsen ihn nur an.

Duke Ringold sagt: »Mister, wenn es in dieser Stadt etwas gibt, was Sie haben wollen, dann werden wir das auch bekommen. Nur eines wüssten wir gerne, bevor wir zum Tanz gehen. Und diese Auskunft sind Sie uns schuldig.«

»Dann fragt mich.« Tell Linneharts Stimme klingt trotzig.

Sie betrachten ihn fest.

Dann fragt Duke Ringold: »Wie kommt es, dass ein Nacktbild Ihrer Frau dort in dem Saloon hängt?«

Tell Linnehart scheint aus seinem innersten Kern heraus zu vibrieren. Er wischt sich über das Gesicht.

Dann starrt er auf die Stadt hinunter und sagt, ohne seinen Blick von jenem bestimmten Haus dort zu nehmen: »Pascal Jerricho ist ein großer Künstler mit dem Pinsel. Seine Gemälde sind Kunstwerke. Meine Frau gehörte früher zu ihm. Sie war sein Eigentum. Er hatte sie einfach bei sich behalten, als sie einst auf der Durchreise war. Ich kam zufällig mit einigen meiner Reiter durch seine Stadt. Er war zu dieser Zeit abwesend, befand sich mit seinen Banditen auf einem Raubzug. Meine spätere Frau bat mich um Hilfe. Sie wollte mit uns über die Grenze. Natürlich nahmen wir sie mit. Und dann blieb sie bei mir. Sie wurde meine Frau. Pascal Jerricho aber hängte ihr Nacktbild in …«

Die Stimme versagt ihm. Der Grimm schnürt ihm die Kehle zu.

Die sechs Revolvermänner betrachten ihn noch einige Atemzüge lang. Dann sagt Duke Ringold: »Wir verstehen, Sir.« Er blickt zur Seite auf Jubal Thorne. »Du kommst mit Mister Linnehart und mir, Jube. Ihr anderen verteilt euch und haltet die Stadt im Auge. Also los, reiten wir!«

☆☆☆

An der Stadtgrenze reiten Herb Young und Bill McGill voraus. Sie galoppieren in die Stadt hinein. Weil die anderen Reiter im Schritt folgen, gewinnen sie bald zwei oder drei Steinwurfweiten Vorsprung. Sie reiten über den Platz hinweg und ein Stück weiter in die drüben sich fortsetzende Hauptstraße hinein.

Tell Linnehart, Duke Ringold und Jubal Thorne reiten vor die Bodega, sitzen ab und gehen hinein.

Bat Starretter und Don Coronado aber bleiben noch vor der Plaza in der Hauptstraße zurück.

Natürlich bleibt dies alles nicht unbeobachtet. Im Gegenteil, die Leute von Rosalia kamen ...

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