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Fussball Training für Jeden Tag

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Einleitung 6
Trainingsplanung 6
Zeit und Raum 8
Der Amateurtrainer 10
Psychologie 11
Wie man dieses Buch benutzt 11
Übungsteil
Aufwärmen 15
Kondition 39
Technik 81
Zweikampf 193
Taktik 235
Standards 333
Torwart 351
Mustertrainingseinheiten 391
Funktionelles Training 420
Moderne Entwicklungstendenzen im Fußball 430
Übungsregister 444
Inhalt

Trainingsplanung
Training muss geplant werden Dieses Buch ist für die tägliche Praxis des Amateurtrainers eine wertvolle Planungshilfe. Dabei steht nicht die Theorie des Fußballs im Vordergrund, sondern die Praxis. In der Theorie existieren mehrere Leistungs- und Erklärungsmodelle wie Fußball gelehrt und trainiert werden soll. Die einzelnen Leistungs- faktoren der komplexen Sportspiel- leistung zu gewichten ist für Sport- wissenschaftler aber auch für erfahrene Trainer sehr schwer. Außerdem fallen die Ansätze zum Teil sehr unterschiedlich aus. Umso anspruchsvoller sind also die Aufgaben und Anforderungen an den Amateurtrainer. Er soll nicht nur leis- tungsentwickelnd trainieren, sondern in seine Planung auch noch verstärkt die Motivation und die Trainingsbetei- ligung seiner Spieler einfließen las- sen. Bei dieser anspruchsvollen Auf- gabe kann dieses Buch helfen. Vom Einfachen zum Schweren ist ei- ne bekannte methodische Leitlinie. Sie strukturiert aus methodischer Sichtweise die verschiedenen Teil- komponenten der Fußballleistung (Technik, Taktik, Kondition) nur sehr grob und kann die Vielfältigkeit der Übungen und deren Variationen nicht vollständig abbilden. Diese Arbeit obliegt immer noch dem Trainer. Sei- ne Aufgabe ist folgendermaßen um- rissen: passende Trainingsinhalte auswählen, zu kombinieren, zu
variieren und – entsprechend dem Leistungsniveau und der Saisonpla- nung – vorzubereiten, ohne relevante Bereiche des Fußballtrainings aus- zusparen. Dabei muss der Trainer stets den Überblick behalten, was aus welchem Bereich trainiert wer- den muss. Soviel zur Theorie. Aber was hilft die beste Trainingsplanung, wenn in der eigentlichen Saisonvorbereitung die meisten Spieler im Urlaub sind? Wie soll ein Trainer eine Defensivforma- tion einüben lassen, wenn er ständig neue Spieler auf ungewohnten Posi- tionen einsetzen muss? Wie soll ein Angriffstraining Sinn machen, wenn gar kein Stürmer im Training ist? Trotz oder gerade wegen dieser in vielen Amateurmannschaften vor- herrschenden Tatsachen muss sinn- voll und geplant trainiert werden. Training im Amateurfußball ist ein ge- planter, zielgerichteter Prozess, bei dem der Trainer versucht, durch die Auswahl und Kombination seiner Trainingsinhalte seine Spieler und da- mit seine Mannschaft in der komple- xen Sportspielleistung entsprechend seiner Vorstellung positiv zu entwi- ckeln. Die Hauptarbeit des Trainers liegt deshalb in der konkreten Auswahl seiner Trainingsinhalte, deren Schwerpunktsetzung und deren Vari- ation. Zudem sollte er eine Zielvor- stellung haben, was gelernt oder ge- konnt werden muss. Dazu muss er
Einleitung
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EINLEITUNG | Trainingsplanung
unterscheiden, was konkrete Ziele (z.B. Konterspiel) und was dafür not- wendige Voraussetzungen sind (z.B. schnelles Umschalten und Passspiel). Die Übungssammlung dieses Buches verweist daher auf die Zugehörigkeit der Trainingsmaßnahme zu einer Oberkategorie, einer Unterkategorie und gewichtet jeweils in konditionelle, technische und taktische Schwer- punkte. Zusätzlich werden ähnliche Übungen und Spiele, die als Vorübung oder Fortführung dienen, aufgezeigt. Somit steht dem Trainer eine Vielzahl an strukturierten Trainingsinhalten zur Verfügung. Die Auswahl geeigneter Trainingsin- halte wird erleichtert, eine methodi- sche Vorgehensweise ermöglicht. Zu- dem kann gezielt mit entsprechenden Maßnahmen nachgearbeitet und vor- bereitet werden. Trotz bester Trainingsplanung lässt sich eine Niederlage am Spieltag nicht immer abwenden, zumal der Er- folg im Fußball in Toren und Punkten gemessen wird und der Faktor Zufall bei fast der Hälfte aller Tore mitspielt. Trotzdem sind eine klare Zielvorstel- lung und die Umsetzung dieser Ziele mit geeigneten Trainingsmaßnahmen unabdingbare Grundlagen für sport- lichen Erfolg.
Fußball spielen lassen Wer das Fußballspiel vermitteln und verbessern will, der muss im Training auch Fußball spielen lassen. Die klassische Einteilung des Fußball- trainings in Kondition, Technik und Taktik als Leistungsbausteine ist bei der Konzeption von Trainingseinhei- ten leider wenig hilfreich, da sich die
Trainingsziele immer überlappen. Durch unzureichende Ausprägung oder Überbetonung einzelner Ele- mente leidet aber häufig das überge- ordnete taktische Trainingsziel. Auch der Transfer der Trainingsinhalte zur tatsächlichen Spielleistung fällt schwerer. Dadurch können die Moti- vation und damit der Lernerfolg ver- loren gehen. Praktischer und fußballspezifischer ist die Betrachtung und der systema- tische Aufbau des Fußballspiels aus der Grundidee des Fußballs: »Tore er- zielen – Tore verhindern«. Bei jener Betrachtung können sich die techni- schen, konditionellen und taktischen Anforderungen mit entwickeln und mit ergänzenden Übungs- und Spiel- formen trainiert werden. Dieser An- satz gewährleistet im Amateurtrai- ning eine hohe Motivation und viele Erfolgserlebnisse. Konditionelle As- pekte kommen erst bei weiterer und differenzierterer Betrachtung zum Einsatz. Die meisten Trainingsinhalte lassen sich unter dieser Prämisse einsetzen und anpassen. Im Vorder- grund der Auswahl an Trainingsmaß- nahmen steht dabei das Spiel- und Erfolgserlebnis eines erzielten Tores oder eines gewonnenen Wettbewerbs, gleich welcher Art. Zudem ist, durch die im Amateurbereich geringe An- zahl an Trainingszeiten, eine solche Vorgehensweise sehr praktikabel und erfreut sich hoher Akzeptanz von Sei- ten der Spieler.
Übungen anpassen können Nicht jede Übung oder jedes Spiel funktioniert sofort so, wie es sich der Trainer wünscht. Dies kann viele

Gründe haben: zu kleiner oder zu gro- ßer Raum, zu wenige oder zu viele Spieler, Unterforderung oder Über- forderung der Spieler in konditionel- ler oder technisch-taktischer Hin- sicht. Weitere Gründe können fehlende Vorbereitung der Spieler durch Vorübungen oder fehlendes Aufwärmen, zu wenig oder zu viel An- spannung, körperliche oder psychi- sche Erschöpfung und dadurch man- gelnde Konzentration, mangelnde Motivation oder eine ungenaue Erklä- rung und Demonstration sein. Viele Gründe, einzeln oder in Kombi- nation, können dafür verantwortlich sein, dass die Trainingsmaßnahme nicht so läuft, wie es der Trainer ge- plant oder erwartet hat oder dass das Verhalten, das er sehen möchte, zu
selten oder gar nicht gezeigt wird. In diesen Situationen ist das Geschick des Trainers gefragt. Er muss die Übung oder das Spiel so verändern, dass es funktioniert. Nach der Analy- se der Faktoren, welche die Trai- ningsmaßnahme momentan schei- tern lässt, sollte der Trainer zielgerichtet intervenieren. Dies kann eine erneute Erklärung oder Demon- stration sein, eine Veränderung des Raumes oder der Aufgabenstellung oder eine Veränderung der gesamten Übungsform. Erfahrung und ein brei- tes Repertoire helfen dabei, Übungen an die Gruppe anzupassen. Hierzu lie- fert dieses Buch die entsprechenden Bezüge zu einfacheren oder an- spruchsvolleren Trainingsformen und nennt typische Fehlerquellen.
Zeit und Raum
Wie lang noch zu spielen? Ein Fußballspiel dauert 90 Minuten oder bis der Schiedsrichter abpfeift. Damit ist im Unterschied zu anderen Sportarten, in denen die Dauer offen ist, die Zeitbegrenzung ein (spiel-)ent- scheidender Faktor und muss bei der Durchführung einer Trainingsmaß- nahme oder der Entwicklung einer grundlegenden Spielphilosophie Be- achtung finden. Nimmt man nur die effektive Spieldauer, reduziert sich die Zeit nochmals auf etwa eine Stunde. In dieser Zeit wechselt der Ballbesitz zwischen beiden Teams häufig hin und her. In der Phase des eigenen Ballbesitzes versuchen die Teams, durch das Erzielen von Toren das
Spiel zu ihren Gunsten zu entschei- den. Die Zeit, ein Tor zu erzielen ist also eigentlich recht knapp bemes- sen. Gleichzeitig versucht die nicht Ball besitzende Mannschaft dies zu verhindern. Bei dieser Betrachtungs- weise der Zeit zeigt sich die Grund- idee des Fußballs »Tore erzielen – To- re verhindern« sehr deutlich: Wenn also die zur Torerzielung zur Verfü- gung stehende Zeit knapp bemessen ist, sollte man sie nicht unnütz ver- streichen lassen. Weder in der Bemü- hung ein Tor zu erzielen, noch im Be- mühen, den Ball vom Gegner möglichst frühzeitig zurückzuerobern oder ihn frühzeitig an zielgerichteten Aktionen effektiv zu stören.
EINLEITUNG | Zeit und Raum
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