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Fürsten-Roman - Folge 2541

Eine verhängnisvolle Erbschaft

Welches schmerzliche Familiengeheimnis hütet die schöne Johanna?

Von Anna-Marie Michels

Journalist Adrian Naujoks wirft im Laufschritt einen Blick auf seine Armbanduhr. Ausgerechnet an seinem ersten Arbeitstag ist er zu spät! Er schiebt die Glastür auf und hastet ins Innere des Verlagsgebäudes. Wie aus dem Nichts taucht da plötzlich diese Frau auf. Adrian kann nicht mehr ausweichen und stößt mit ihr zusammen. Während ihm der Thermosbecher aus der Hand gleitet und sich der Kaffee quer über dem Marmorboden verteilt, gelingt es ihm noch, die junge Frau aufzufangen. Und dann sieht er sie: die traurigsten Augen der Welt. Die Zeit scheint für einen Moment stillzustehen. Doch bevor Adrian sich entschuldigen kann, ist die Unbekannte schon wieder verschwunden.

Später am Tag widmet sich Adrian seinem ersten Job, einer »ganz heißen Story«. Gerüchten zufolge soll die berühmteste Persönlichkeit der Stadt, Wolfgang Baron von Viering, an einer seltenen Krankheit gestorben sein, und sein berühmtes Online-Reisetagebuch sei schon seit Wochen gefälscht. Adrian stößt bei seiner Recherche auf die PR-Agentur der Baroness Johanna von Viering. Während sich die Internetseite aufbaut, erstarrt er. Denn er blickt erneut in diese unsagbar traurigen Augen …

Meine über alles geliebte Tochter,

ich lege diesen Brief meinem Testament bei, weil ich Dir die grausame Wahrheit ersparen wollte, so lange ich lebte. Doch nun dauert es nicht mehr lange, bis ich Dir nichts mehr erzählen kann. Es ist schlimm genug, dass ich auf diese Weise aus dem Leben scheiden und Dich und Deine wundervolle Mutter allein zurücklassen muss. Wie gerne hätte ich mit Euch noch die ganze Welt erobert. Doch all das bleibt mir jetzt verwehrt. Darum möchte ich, meine liebe Johanna, dass Du für mich die Welt erkundest. Schau Dir alles genau an und lass Dir von nichts und niemandem diese Chance nehmen!

Denn das ist es, was ich Dir mit diesem Brief mitteilen muss, obwohl ich es so gerne von Dir fernhalten würde: Auch Du wirst vielleicht nicht allzu viel Zeit dafür haben, die Wunder dieses schönen Planeten mit eigenen Augen zu bestaunen. Meine Krankheit ist erblich. Die Chancen stehen 50 zu 50, dass Dich das gleiche Schicksal ereilen wird wie mich.

Du solltest von nun an jeden Tag nutzen! Lebe, liebe und vor allem: Genieße Dein Leben in vollen Zügen!

Tritt Deine eigene Reise an!

Das wünscht sich für Dich

Dein Dich immer liebender Baron-Papa

 

»Baron-Papa«, schluchzte Johanna Baroness von Viering und musste ihren Tränen zum Trotz beinahe lachen. Es hörte sich an wie ein leiser Schluckauf.

»So hast du deinen Vater immer genannt, als du noch klein warst«, erklärte Margarethe Baronin von Viering lächelnd und strich ihrer Tochter das lange, blonde Haar aus der Stirn. »Er hat es geliebt …«

Johanna seufzte. Ihre tränenverschleierten grauen Augen gewannen ein wenig an Glanz bei der Erinnerung. Doch dann fiel ihr Blick erneut hinab auf den Brief in ihren behandschuhten Händen, und das Licht war erloschen.

Sie sah schrecklich blass aus, fand die Baronin. Nicht, dass Johanna an anderen Tagen ein dunkler Typ gewesen wäre. Ihre hellblonden Haare, die fast silbrigen, grauen Augen und der reine, durchscheinende Teint ihrer Haut ließen die große, schlanke, junge Frau immer zart und auf eine zerbrechliche Weise elegant erscheinen. Auch der helle Kamelhaarmantel, den sie trug, brachte keine zusätzliche Farbe, passte er sich doch ihrem hellen Teint perfekt an. Doch nun kam Johannas Blässe gewissermaßen von innen. Man musste kein Arzt sein, um zu sehen, wie sehr sie litt.

Margarethe von Viering konnte sich natürlich denken, dass sie selbst nicht besser aussah. Verstohlen warf sie einen Blick in das spiegelnde Schaufenster, an dem sie gerade vorbeikamen. Nun ja, sie kleidete sich immer noch ebenso elegant wie eh und je. Der modisch taillierte Wintermantel mit dem edlen Pelzkragen saß, als wäre er ihr auf den Leib geschneidert worden.

Doch nun erkannte sie, dass ihre Haare durchzogen waren von einem Silbergrau, das vor Kurzem noch nicht so dominant gewesen war. Und auch ihre Haltung hatte etwas von der Noblesse eingebüßt, für die sie früher einmal gelobt worden war. Tatsächlich bemerkte die Baroness, dass ihr Spiegelbild ein wenig gebeugt wirkte. Eilig wandte sie den Blick wieder auf den Gehsteig, der vor ihr lag.

»Wir sind ein ganz schön elender Anblick«, entfuhr es ihr, und sie hätte sich auf die Zunge beißen mögen, als Johannas verletzter Blick sie traf.

Doch dann pflichtete ihre Tochter ihr überraschenderweise bei: »Wer will es uns verdenken? Die letzten Monate waren nur noch qualvoll. Ihn so leiden zu sehen …«, sie brach ab.

Die Baronin legte ihr eine Hand auf die Schulter.

»Er hat es hinter sich«, war alles, was sie herausbrachte.

Johanna nickte, auch wenn ihre Zustimmung halbherzig wirkte.

Da brodelte noch etwas in ihr, ihre Mutter merkte es sofort.

»Ist es, weil er dir und mir nur einen Pflichtteil vererbt hat?«, kam sie auf die Testamentseröffnung zurück, von der sie gerade zurückkehrten.

Nach der bedrückenden Atmosphäre in der Anwaltskanzlei hatten beide einen kleinen Spaziergang durch die Stadt gebraucht. Nun schlichen sie mehr über den belebten Gehsteig, als dass sie schlenderten, aber die frische Luft tat dennoch gut.

Der Familienanwalt Dr. Bernd Neuströter hatte die Ehefrau und die Tochter seines verstorbenen Klienten zu sich in die Kanzlei gebeten, um mit ihnen den Inhalt von dessen Testament durchzugehen. Ein Testament, das Margarethe von Viering schon längst vorausgesehen hatte. Schließlich hatte sie die letzten Monate und Jahre in sehr enger Vertrautheit mit dem Baron verbracht, war ihm kaum von der Seite gewichen. Jeden Gedanken hatte er mit ihr geteilt, auch die schrecklichen. Nur den genauen Wortlaut seines Testaments hatte er nicht mit ihr besprechen wollen. Und seine Frau, die ihn besser kannte als jeder andere, wusste auch warum: Sie wäre nicht seiner Meinung gewesen, und es wäre ihm unendlich schwergefallen, diesen Letzten Willen dennoch so zu verfassen, wie er ihn für nötig hielt, auch wenn sie daran zweifelte.

»Du kannst es anfechten, weißt du?«, öffnete sie nun ihrer Tochter diese Hintertür, die sie ihrerseits für notwendig hielt. »Das ist dein gutes Recht.«

Aber Johanna schüttelte unwillig den Kopf.

»Ich weiß, du meinst es gut, Mama. Aber das kann ich nicht. Selbst wenn ich in den größten finanziellen Nöten steckte, ich könnte es nicht. Das hat er doch für mich getan!«

»Was denn? Dass er dir nur den Bruchteil dessen zugedacht hat, was dir eigentlich zusteht?«

Die Baronin fühlte eine ohnmächtige Wut in sich aufsteigen, von der sie selbst wusste, dass sie ein wenig ungerecht war. Aber wenn sie jetzt nicht wütend wurde, dann musste sie unendlich traurig sein, und sie ertrug es nicht mehr, zu weinen. Das hatte sie schon viel zu lange gemacht.

»Lass es gut sein«, flüsterte Johanna besänftigend und legte ihre behandschuhte Hand auf den Unterarm ihrer Mutter.

Margarethe von Viering blickte auf und sah in die Augen einiger Passanten in dicken Winterjacken, die ihr auf dem Gehsteig entgegenkamen und sie überrascht betrachteten.

»Ich fahre schon nicht aus der Haut«, murmelte sie. »Und dennoch: Mit dem Erbe deines Vaters – deiner ganzen Familie – könntest du nicht nur deine angeschlagene Agentur retten, sondern es wären auch noch genügend Rücklagen für schlechte Zeiten da, wenn sie einmal kommen …«

Wieder sah sie diesen Schleier in den Augen ihrer Tochter.

»Fechte es an«, drang sie in sie. »Dann hast du später einmal das Geld für die nötige Hilfe …«

»Nein.« Johanna war abrupt stehen geblieben. Ein vorbeieilender Fußgänger musste einen jähen Bogen um sie laufen. Jetzt sah Johanna ihre Mutter eindringlich an. »Er hat entschieden, dass sein Vermögen in eine Stiftung eingehen soll, die die Erforschung von Erbkrankheiten unterstützt. Doktor Neuströter wird eine solche Stiftung finden, und das ist eine gute Sache. Das hat er getan, damit diese Forschung weitergetrieben wird. Für mich.«

Sie wirkte bei ihren Worten so verletzlich und gleichzeitig derart entschlossen, dass die Baronin ihr nicht zu widersprechen wagte.

»Du weißt nicht, ob du es auch geerbt hast«, schwächte sie deshalb das Gesagte ab.

Johannas Augen schienen sie jetzt regelrecht zu durchbohren.

»Nein, das weiß ich nicht. Aber ich kann auch nicht glauben, dass ihr mir nie erzählt habt, dass diese Möglichkeit besteht! Und jetzt entschuldige mich, ich habe noch zu tun.«

Mit diesen Worten machte sie auf dem Absatz kehrt und lief in die entgegengesetzte Richtung davon. Im Gehen zerknüllte sie den Brief in ihrer Hand zu einer unförmigen Kugel.

Margarethe von Viering war wie vor den Kopf gestoßen von diesem Vorwurf. All die Jahre hatten sie ihre geliebte Tochter schützen wollen. Doch nun musste sie feststellen, dass genau dieser Schutz es war, der die junge Frau noch mehr verletzt hatte als alles andere.

Was sollte sie nun tun? Sollte sie Johanna nacheilen, ihr erklären, dass sie es nur für sie getan hatten? Oder war es besser, sie erst einmal zu sich selbst kommen zu lassen?

Unschlüssig stand sie auf dem Gehsteig. Gruppen von Menschen liefen an ihr vorbei, eilig dem einen oder dem anderen Ziel zustrebend, fröhlich schwatzend oder geschäftig telefonierend. Nur Margarethe von Viering schien alle Zielstrebigkeit verloren zu haben. Plötzlich spürte sie die Kälte der Winterluft wieder, die sie während des ganzen Gesprächs nicht wahrgenommen hatte.

Dann sah sie Johannas hellen Mantel in einem hohen Gebäude verschwinden, das sie als den Hauptsitz der größten Tageszeitung der Stadt erkannte. Sie wird in ihrer Wut doch nicht alles öffentlich machen?, durchfuhr es Baronin Margarethe. Sie fröstelte.

Dreimal musste sie tief durchatmen und sich daran erinnern, dass Johanna ein vernünftiges Mädchen war, bevor sie sich langsam umdrehen und zu der dunklen Limousine gehen konnte, die am Straßenrand auf sie wartete. Johanna würde die Bemühungen ihres Vaters, seine Krankheit geheim zu halten und ihr ein ungestörtes Leben zu ermöglichen, respektieren.

»Vielen Dank, dass sie uns ein wenig haben spazieren lassen«, sagte sie zu dem Chauffeur, der ihr die Tür zum Fond öffnete. Sie hörte selbst, wie ihre Stimme unter der Anstrengung, ganz normal zu klingen, erzitterte. »Ich glaube, wir können jetzt nach Hause fahren.«

***

Adrian Naujoks hatte einen guten Tag. Oder zumindest war er gerade auf dem Weg zu einem guten Tag, da war er sich sicher. Na ja, der Tag hatte gut angefangen, soviel konnte er schon sagen.

Er war morgens in seiner noch halb eingerichteten oder, wenn man so wollte, ziemlich chaotischen Wohnung aufgewacht und hatte direkt gespürt, dass heute etwas Großes passieren würde. Und so würde es ja auch sein, denn heute hatte er seinen ersten Tag als Journalist bei der größten Tageszeitung der Stadt.

Adrian hatte schon zufrieden vor sich hin gepfiffen, als er die Beine aus dem Bett geschwungen und dabei um ein Haar ein Wasserglas von seinem Nachttisch gefegt hatte. Das Glas war kippelnd und schlingernd auf der Kante des Tischchens stehen geblieben. Ein gutes Zeichen, fand Adrian.

Nun befand er sich also nach einer belebenden Dusche und einem spartanischen Frühstück aus dem wenigen, was in seinem neuen Kühlschrank schon seinen Platz gefunden hatte, mit einem Kaffee im Thermosbecher auf dem Weg in die Redaktion. Sein dunkles, gewelltes Haar dampfte in der kalten Januarluft, weil er sich nicht die Mühe gemacht hatte, es zu trocknen. Nicht einmal seine gefütterte Lederjacke über dem sportlichen Hemd hatte er geschlossen, so in Eile war er.

Ja, er hatte es geschafft, dachte Adrian zufrieden. Nach Monaten der vergeblichen Jobsuche hatte der Neunundzwanzigjährige endlich eine Anstellung gefunden, und nicht irgendeine, sondern eben eine bei der besten Zeitung am Platze. Nachdem er ein paar Jahre bei einem kleinen Käseblättchen irgendwo in der Provinz zugebracht hatte, lockte nun endlich die Karriere in der Stadt.

Adrian war fest entschlossen, seinem Chefredakteur schon vom ersten Tag an zu zeigen, was in ihm steckte. Er würde fesselnde Berichte schreiben und sich in null Komma nichts vom Lokalteil ins Feuilleton oder noch besser in die Abteilung »Internationale Politik« hocharbeiten. Nur nicht Sport, dachte er beklommen, davon hatte er leider gar keine Ahnung.

Fröhlich pfeifend und die erfrischende Kälte der Winterluft genießend schritt Adrian mit federnden Schritten aus, nahm hin und wieder einen Schluck aus seinem Kaffeebecher, umschiffte einige Passanten auf dem überfüllten Gehweg, machte einen launigen Bogen um eine junge Frau im hellen Kamelhaarmantel, die plötzlich stehen blieb, und hatte doch keine Augen für irgendjemand, weil vor seinem inneren Auge immer der gleiche Film ablief: Adrian, der in der Redaktion am Computer seine Finger wund tippte. Er, seine dunklen Haare zerzaust, wie er auch die Nächte durcharbeitete und literweise Kaffee trank. Sein Chef, der ihm väterlich auf die Schulter klopfte, ihm gleichzeitig die Hand schüttelnd, um zu seinen preisverdächtigen Texten zu gratulieren. Hach, es würde göttlich werden!

Nun hatte Adrian das Gebäude der Zeitung erreicht. Ehrfürchtig blieb er vor der breiten Glastür stehen und sah an der Front des Hochhauses empor. Tagespost stand in riesigen, roten Lettern zwischen der dritten und der vierten Etage. Allein die Schriftart dieser Leuchtbuchstaben verriet, dass hier der große Journalismus betrieben wurde. Ein seltsames Gefühl von Zurückhaltung ergriff den jungen Reporter. War er wirklich schon bereit für diesen Schritt?

Doch dann atmete er einmal tief durch und fühlte sich gestärkt von der Winterluft. Oder vielleicht hatte er auch nur eine dieser kleinen, sanften Schneeflöckchen eingeatmet, die in der klirrenden Kälte wie in einer Schutzatmosphäre hingen. Adrian fühlte Großes auf sich zukommen.

Ein Blick auf seine Uhr verriet ihm, dass er sich sputen musste. Der Chefredakteur hatte ihm gesagt, er solle es unbedingt pünktlich zur Redaktionssitzung in sein Büro schaffen. Eilig nahm Adrian noch einmal einen Schluck aus dem Kaffeebecher. Dann schob er die große Glastür auf und hastete ins Innere des Gebäudes. Er wollte direkt zum Aufzug, den hatte er von seinem Vorstellungsgespräch noch in Erinnerung. Der Aufzug war, hm, hinten links in der Eingangshalle? Schnellen Schrittes durchquerte er den Raum mit den spiegelnden Bodenfliesen. Der Kaffee schwappte in seinem Thermosbecher gefährlich hin und her.

Nein, hier war er falsch. Der Aufzug war doch auf der rechten Seite? Er drehte sich um und wollte gerade zur anderen Seite der inzwischen riesig erscheinenden Vorhalle eilen, als er plötzlich mit etwas Großem, Hellem zusammenstieß.

Für einen Moment verlor Adrian die Orientierung, und fast wäre ihm sein Kaffeebecher aus der Hand gerutscht, doch er konnte sich noch fangen. Tatsächlich gelang es ihm sogar, auch noch die junge Frau aufzufangen, mit der er zusammengerasselt war.

»Entschuldigung, Entschuldigung«, stammelte er, bevor sie zu ihm aufblickte und ihm mit ihren silbrig-grauen Augen den Atem raubte.

Der Raum um Adrian herum schien zu verschwinden. Wie ausgeloschen war die Erinnerung daran, dass er schon jetzt zu spät zu seinem ersten Tag im neuen Job kam. In diesem Augenblick war da nur er, der eine junge Frau im Arm hielt, eine schöne junge Frau, mit langem, blonden Haar und einem Ausdruck in den Augen, der in ihm sofort das Bedürfnis weckte, ihr die ganze Welt zu Füßen zu legen. Sprachlos blickte Adrian auf sie herab.

Sie aber rang um ihr Gleichgewicht, und da besann sich Adrian eines Besseren und half ihr wieder auf die Beine.

»Entschuldigung, Entschuldigung«, murmelte er erneut.

Er spürte, wie ihm die Röte ins Gesicht stieg, und dennoch konnte er seine Augen einfach nicht von den ihren lösen.

»Schon gut«, flüsterte sie und bückte sich, um ein zerknülltes Stück Papier aufzuheben, das zu ihren Füßen lag.

»Warten Sie«, rief Adrian hastig.

Er beeilte sich, ihr zuvorzukommen. Hastig griff er nach dem Papier. Dabei glitt ihm der Kaffeebecher nun doch aus den Fingern und landete mit einem hellen Scheppern auf dem Boden. Der Kaffee spritzte in alle Richtungen.

Adrian war gar nicht klar gewesen, dass noch so viel Flüssigkeit in dem Becher gewesen war. Noch meterweit entfernt, schien es, prasselten die Tropfen auf die spiegelnden Bodenfliesen. Doch was noch viel schlimmer war: Sie spritzen auch auf den hellen Mantel der jungen Frau. »Oh nein!«, rief er. »Oh nein, oh nein, oh nein!«

Er pflückte ein Papiertaschentuch aus seiner Umhängetasche und wollte ihren Mantel abtupfen, doch sie trat einen Schritt zurück.

»Würden Sie mir bitte meinen Brief zurückgeben?«

Ihre Stimme klang beherrscht. Ihre wunderschönen Augen blickten kühl zu Adrian herunter, der vor ihr kniete, weil er den Kaffee auftupfen wollte.

»Äh ja, o ja, natürlich«, stammelte er und schalt sich gleichzeitig innerlich einen Tölpel, dass er in ihrer Gegenwart keine vernünftigen Worte zustande brachte.

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