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Froschzauber

Über die Autorin

C.J. Busby ist auf Booten und in Wohnwagen groß geworden und schon als Kind viel durch die Welt gereist. Seit sie denken kann, liest sie alles, was sie in die Finger bekommt. Sie hat Soziale Anthropologie in Cambridge studiert und ein Jahr im Süden Indiens gelebt, um dort für ihre Doktorarbeit zu forschen. Sie hat drei Kinder und lebt in Südengland.

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Inhalt

  1. Der Zufallszauber
  2. Eine wichtige Zutat
  3. Ein Drache eilt zu Hilfe
  4. Hogsbottoms Geheimnis
  5. Ein mächtiger Zauberer
  6. Vorsicht, Verschwörung!
  7. Entführt!
  8. Der entscheidende Schlag
  9. Der Gaga-Zauber
  10. Ein wahrer Ritter
  11. Der Zauberer-Nachwuchs-Wettbewerb
  12. Der große Auftritt

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Der Zufallszauber

Der Tag, an dem Max zufällig den Froschzauber entdeckte, begann wie jeder andere Tag auf Burg Periculum. Max und seine Schwester Olivia kamen wie immer zu spät zum Frühstück. Olivia hatte ihrem Schoßdrachen Adolphus noch ein Kunststück beibringen wollen und Max hatte über einen neuen Zaubertrank gegrübelt.

Am Frühstückstisch las er noch immer in seinem Zauberbuch und kaute gedankenverloren an einer Wurst. Olivia machte sich gerade zufrieden über ihre zweite Schüssel Haferbrei her.

Plötzlich platzte ihre Mutter, Lady Griselda Pendragon, in den Speisesaal. Wie immer war sie in Eile und stolperte über Adolphus.

»Aaarrghhh! Dieser verflixte Drache! Max! Ich brauche meinen Besen! Hast du ihn schon wieder benutzt? Du weißt, was dein Vater beim letzten Mal dazu gesagt hat.«

Max sah von seinem Frühstück auf. Genau genommen konnte er sich nicht erinnern, was sein Vater beim letzten Mal dazu gesagt hatte, aber er konnte es sich denken.

Sir Bertram Pendragon war ein raubeiniger, vierschrötiger Ritter mit einem gewaltigen Schnurrbart und einer tiefen Stimme. Nichts schätzte er mehr als einen Krug guten Biers und einen treuen Feind, dem er eins mit dem Schwert überziehen konnte. Zauberei hingegen konnte er gar nicht leiden. Zaubern, fand er, war wie Schummeln. Dass Lady Griselda hexte, nahm er hin, und Max durfte auch ein paar Formeln und Tränke lernen. Aber dass Max auf dem Besen ritt, kam überhaupt nicht infrage. Das war zu mädchenhaft.

Max seufzte. Wahrscheinlich hatte sein Vater gedroht, ihn im Schweinestall schlafen zu lassen, sollte er ihn je wieder auf dem Besen erwischen.

»Max!«, rief seine Mutter wieder. »Hast du ihn irgendwo verbummelt?«

Max überlegte. Ganz bestimmt hatte er den Besen zuletzt benutzt. Denn er konnte sich entsinnen, Olivia damit in den Burggraben geschubst zu haben, als sie Sir Gawain und der schwarze Ritter der Verdammnis gespielt hatten.

Er schielte zu seiner Schwester hinüber. Sie trug ein langes grünes Gewand und hielt sittsam den Blick gesenkt. Aber das täuschte. Am liebsten veranstaltete Olivia Ringkämpfe mit den Schildknappen oder tobte durch die Pferdeställe. Und dass es Max gelungen war, sie in den Burggraben zu schubsen, war eigentlich ein Wunder gewesen. Normalerweise war es nämlich andersherum.

Für seine elf Jahre war Max klein, ein schmaler Junge mit struppigem hellbraunem Haar und einem sommersprossigen Gesicht. Außerdem war Max nicht besonders geschickt und traf die meisten Ziele nicht, die er anpeilte.

Plötzlich wusste er wieder, wo der Besen war. Max war mit ihm zum Glockenturm hinaufgeflogen, um Adolphus zu retten. Der hatte sich nicht mehr heruntergetraut, nachdem er die Burgkatze hinaufgescheucht hatte. Dann aber hatte sich Adolphus auch nicht auf den Besen getraut. Also hatte Max den Drachen die ganze lange Wendeltreppe nach unten getragen.

»Wahrscheinlich ist der Besen oben auf dem Glockenturm, Mama«, sagte Max und widmete sich wieder seiner Wurst. »Olivia hatte ihn dort oben, als sie mit ihren Puppen gespielt hat.«