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Friedrich II. von Preußen

Norbert Leithold

Friedrich II. von Preußen

Ein kulturgeschichtliches und bebildertes Panorama von A bis Z

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Begründet von
Hans Magnus Enzensberger

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ISBN 978-3-8477-5322-3

© für die deutschsprachige Ausgabe:
AB – Die Andere Bibliothek GmbH & Co. KG, Berlin www.die-andere-bibliothek.de

Friedrich II. von Preußen von Norbert Leithold ist Oktober 2011 als dreihundertzweiundzwanzigster Band der Anderen Bibliothek erschienen.

In gedruckter Form erhältlich im Abonnement www.ab-abo.de oder als limitierte gedruckte Ausgabe unter:
https://www.die-andere-bibliothek.de/Originalausgaben/Friedrich-II-von-Preussen::401.html

Herausgabe: Christian Döring

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DIE ANDERE BIBLIOTHEK

Die Geschichte der 1984 von Hans Magnus Enzensberger und dem Verleger und Buchgestalter Franz Greno begründeten Buchreihe DIE ANDERE BIBLIOTHEK ist längst zum Bestandteil unserer deutschsprachigen Lesekultur geworden. Monat für Monat ist seit Januar 1985 ein Band erschienen: »Gepriesen und geliebt, zeitweilig zu wenig verkauft und … mitunter schon totgesagt«. (Frankfurter Allgemeine Zeitung) – an dem Anspruch, intellektuelles und visuelles Vergnügen zu verbinden, hat sich bis zum heutigen Tag nichts geändert.

DIE ANDERE BIBLIOTHEK soll die Schönste Buchreihe der Welt (Die Zeit) bleiben.

In der Geschichte der DIE ANDERE BIBLIOTHEK gab es Umzüge, Umstellungen und Personalwechsel. Und seit Januar 2011 wählt Christian Döring monatlich sein Buch aus und gibt es im neuen Verlag DIE ANDERE BIBLIOTHEK unter dem Dach des Aufbau Hauses am Berliner Moritzplatz heraus. Aber in Haltung, Gestaltung und Programm hat sich am Anspruch seit bald drei Jahrzehnten nichts geändert. Denn wir wissen: Wenn alles so bleiben soll, wie es ist, muss sich alles ändern ….

Das Programm DIE ANDERE BIBLIOTHEK folgt inhaltlich seit Anbeginn nur einem Maßstab: Genre-, epochen- und kulturraumübergreifend wird entdeckt und wiederentdeckt, die branchenübliche Einteilung in Sachbuch und Literatur hat nie interessiert, der Klassiker zählt so viel wie die Neuerscheinung. Wir folgen dem »Kanon der Kanonlosigkeit«, nur Originalität und Qualität sollen zählen.

– Jeden Monat erscheint ein neuer Band, von den besten Buchkünstlern gestaltet.

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VORWORT

»Der Preußenkönig hält alles und jeden in Bewegung, ich glaube, das wird bis in alle Ewigkeit so bleiben«, soll Voltaire 1751 dem Marquis d’Argens, einem engen Vertrauten von Friedrich II., gesagt haben.

Friedrich stand täglich in aller Frühe auf und begann sofort bei vielen Tassen mit starkem Kaffee seine Regierungsgeschäfte, er schnupfte reichlich chininhaltigen Tabak, spielte Flöte, ritt gern aus, aber nie zur Jagd, setzte sich mit allen großen Philosophen auseinander, entwarf Schlachtpläne und Kostüme für seine Opernsänger, er fluchte berlinerisch wie ein Kutscher und dichtete auf Französisch:

»Ich habe Verse gemacht und sie verloren,
auf einem Klavier gespielt, es ist zerbrochen.
Ich wurde zum Mahl geladen, aber es war kalt.«

Viele Klischees haben sich gehalten: Friedrich mochte keine Frauen, wohl aber junge Männer, er war ein genialer Feldherr, dachte schneller als seine Umgebung und verfügte über ein phänomenales Gedächtnis. Nur wenig beherrschte er demnach nicht: deutsche Grammatik und Rechtschreibung, höhere Mathematik, Latein, Physik oder Körperhygiene.

Friedrich, dieser nur ein Meter sechzig große Mann, war kurzsichtig. Er litt unter Gicht und Hämorrhoiden, im Alter war er vom Schmerz gekrümmt und wirkte dadurch noch kleiner. Er war sehr emotional, suchte Freunde und Anerkennung. Einer seiner Ärzte, die er bis auf wenige Ausnahmen kaum schätzte und »Quacksalber und Kurpfuscher« nannte, bescheinigte dem König 1744 ein »temperamentum cholericomelancholicum«.

Friedrich war zeitlebens ungeduldig; ob administrative Ministerbefehle, der Bau von Wasserstraßen oder die Errichtung seiner Schlösser, nichts ging ihm schnell genug. Die Verwaltung im Land war ihm zu träge, die Offiziere soffen und hurten zu viel, die Handwerker stahlen und seine Köche taten es ihnen gleich. Ob er wusste, dass sein berühmter Tafelgast Voltaire Kerzenstummel aus den Leuchtern klaubte, um sie einzuschmelzen und das Wachs zu verkaufen?

Auf dem Schlachtfeld kalkulierte der König den eigenen Tod ein, in der Berliner Oper konnten ihm die Tränen kommen, wenn der berühmte Kastrat Porporino einen sterbenden Kriegshelden mimte, um dann, von anderen Emotionen erfasst, von seinem Sessel gleich hinter dem Orchester aufzuspringen und selbst zu dirigieren.

Friedrich machte schon als 18-jähriger Prinz weit über die Grenzen Preußens hinaus von sich reden, als er sich im August 1730 während einer Reise an der Seite seines Vaters absetzen wollte. Die Flucht vor dem despotischen König, der kein Verständnis für Friedrichs Neigungen zu Literatur und Philosophie, zum Dichten und Musizieren hatte, der den galant gekleideten Sohn als »Querpfeifer« und »Sodomiten« beschimpfte, war dilettantisch vorbereitet und scheiterte unspektakulär am Wachpersonal. Friedrich Wilhelm, der »Soldatenkönig«, kannte kein Pardon; Friedrich war Offizier und was er im Schilde geführt hatte, Desertion. Friedrichs Helfer Hans Hermann von Katte ließ der König durch das Schwert hinrichten, über das Schicksal des Prinzen mochten die Richter keinen Spruch fällen. Friedrich Wilhelm forderte auch dessen Tod. Im Namen ihrer Regenten setzten sich Diplomaten aus England und Frankreich für Prinz Friedrich ein, Kaiser Karl VI. wandte sich in diesem Sinne selbst an König Friedrich Wilhelm.

»Wenn der König in seinem jetzigen Sinne beharrt, so werden wir gewiss so gottlose und blutige Szenen hier sehen, als irgend seit der Erschaffung der Welt erhört wurden.«

Der holländische Gesandte Ginkel nach einer Unterredung mit Friedrich Wilhelm I.

Der König lenkte ein. Nach einer Festungshaft in Küstrin hatte Friedrich sich schließlich in der preußischen Verwaltung zu bewähren und bekam Eindrücke und Einblicke, von denen er zeitlebens profitierte; sei es, dass er sah, wie eine schlanke Verwaltung effektiv arbeiten konnte, sei es, dass er bemerkte, wie Korruption und Schlendrian dennoch mitregierten.

Zu einem weniger gespannten Verhältnis zwischen Vater und Sohn kam es erst, als Friedrich 1733 die drei Jahre jüngere Elisabeth Christine von Braunschweig Wolfenbüttel heiratete. Es war eine Ehe, die Friedrich nicht gewollt hatte, die nicht glücklich war und kinderlos blieb. Schloss Rheinsberg wurde Residenz und entwickelte sich zu einem Musenhof mit Kapelle und Theater, wo bereits Schöngeister verkehrten. Hier schrieb und komponierte er und spielte sein Lieblingsinstrument, die Flöte, entwarf sein berühmtes Traktat »Anti Machiavell« und umgarnte Voltaire mit Versen. Der Franzose schmeichelte zurück:

»Ich habe die bezaubernden Schreiben Ew. Kgl. Hoheit erhalten und dazu Verse, wie sie Catull zu Zeiten Cäsars schrieb. So wollen Sie denn in allem brillieren?«

Voltaire an Prinz Friedrich im Februar 1737.

Seit Juni 1740 regierte Friedrich. Mit dem Tod Kaiser Karls VI. wenige Monate später, im Oktober, sah er die Gelegenheit gekommen, fadenscheinige Ansprüche auf Schlesien, eine der wirtschaftlich wichtigsten Provinzen der Habsburgmonarchie, durchzusetzen. Er rief in Verkennung der Folgen seine Generäle zum »Rendezvous mit dem Ruhm« und besetzte in einem Blitzkrieg Schlesien. Der Aufschrei in Europa war so gewaltig wie verlogen, denn längst hatte man an den Höfen von Petersburg über Versailles bis Dresden und München ebenso fadenscheinige Gebietsansprüche an die nun regierende Maria Theresia in petto – samt Einmarschplänen. Friedrich war schneller und störte das Gleichgewicht der Mächte in Europa. Nach einem zweiten Feldzug 1744 erkannte Österreich den Verlust Schlesiens an.

Zehn Friedensjahre folgten, Friedrich reorganisierte die Verwaltung, siedelte Kolonisten an, förderte den Handel. Sanssouci, sein Sommerschloss auf dem Weinberg bei Potsdam, entstand, Voltaire kam nach Preußen und zog andere berühmte Geister an die Tafel des Königs. Friedrichs Oper hatte einen europäische Ruf.

Dann zogen schwere Wolken auf. Graf Kaunitz, Kanzler von Kaiserin Maria Theresia, gelang es 1755 im Fahrwasser eines globalen Konflikts zwischen England und Frankreich um die Vorherrschaft auf dem Meer und um überseeische Kolonien, eine antipreußische Allianz zu schmieden. Österreich hatte den Verlust Schlesiens nie verwunden, Kaunitz hielt den Zeitpunkt für gekommen, das Deutsche Reich neu zu ordnen. Dafür brauchte er Verbündete, die jedoch nicht für einen Gotteslohn ihre Soldaten marschieren ließen. Kaunitz gewann Frankreich und war bereit, nach dem Sieg über Preußen Teile von dessen niederländischen Provinzen abzutreten. Das englische Hannover und die zu Preußen gehörenden westfälischen Provinzen standen ebenso zur Disposition. Kaunitz gewann Schweden und Mecklenburg, die nach dem Sieg über den »Unmenschen« mit Pommern belohnt werden sollten. Russland kam mit ins Boot und verlangte Ostpreußen einschließlich der Krönungsstadt der preußischen Könige, Königsberg. Sachsen und Bayern sollten mit der Lausitz, Ansbach und Bayreuth entschädigt werden. Friedrich sollte als »Graf von Brandenburg« auf einem kleinen Flecken Land den Rest seines Lebens fristen.

Als Friedrich von den Plänen erfuhr, suchte er eilig nach einem Bündnispartner und fand ihn in England. Im Herbst 1756 marschierte Friedrich II. ins feindliche Sachsen ein, um dem alliierten Angriff von allen Seiten zuvorzukommen. Es wurde ein erbittert geführter Krieg. Die von Friedrich gesuchten Entscheidungsschlachten, die ihm in seinen beiden Feldzügen von 1740 und 1744 schnelle Erfolge gebracht hatten, gab es im Siebenjährigen Krieg nicht. Preußens Armee errang Siege, aber sie bedeuteten nur, dass man überlebte, um weiterzukämpfen.

»Kaum kommt König Friedrich und klopft nur auf die Hosen, läuft die ganze Reichsarmee, Russen und Franzosen.«

Flugblatt vom November 1757.

Den Frieden brachten schließlich allgemeine Erschöpfung, die drohende Staatspleite Frankreichs und vor allem der Tod von Zarin Elisabeth 1761, die Friedrich leidenschaftlich bekämpft hatte. Im Frühjahr 1763 folgte der Friedensschluss. Einziger Gewinner in dem Konflikt war England. Das nun bankrotte Frankreich verlor die umkämpften Überseeprovinzen, Österreich verlor Schlesien erneut an Preußen. Sachsen, Schweden und Spanien fielen in die politische Bedeutungslosigkeit, Russland gewann weder neue Provinzen noch erhielt es Entschädigungszahlungen.

Es folgten eine Wirtschaftskrise mit Bankenpleiten, Missernten und Hungersnöte in Europa. Preußen konnte die Krise relativ gut meistern.

Im »Politischen Testament« von 1752 formulierte Friedrich II. eine seiner Maximen: »Der Souverän ist der erste Diener seines Staates.« Kein Wort vom unabänderlichen Gottesgnadentum der Krone, womit sich deren Träger in ihrem Tun zu legitimieren pflegten. Kein preußischer Monarch hat diesen Leitsatz so verinnerlicht und konsequent befolgt wie Friedrich. In diesem und im folgenden »Politischen Testament« von 1768 gab sich Friedrich aber auch einer bei gekrönten Häuptern beliebten Beschäftigung hin – darüber zu spekulieren, wie man sein Stammland durch Eroberungen an den Rändern »arrondieren« konnte. Dabei nannte er Sachsen. Letztlich blieb Friedrich aber Realpolitiker, seine tatsächlichen Eroberungszüge blieben auf Schlesien beschränkt. Ihm ging es vornehmlich um den Aufbau eines modernen Staates. Seine »Regierung aus dem Kabinett«, quasi der Ausschluss eines politisch gestaltenden Ministerrats, war schon zu seinen Lebzeiten umstritten. Für Friedrich, der wenig dem Zufall oder dem Lauf der Dinge überlassen wollte, war es die einzige akzeptable Option. Sieht man sich an, was der Monarch täglich an Verwaltungsakten zu bearbeiten hatte, wie viele Depeschen er an seine Diplomaten abschickte, was an militärischen Belangen zu klären war, an familiären Angelegenheiten oder an Dauerstreitereien seiner Sänger und Tänzer, hätte Friedrich eigentlich kaum Zeit für ausgiebige Tafelrunden, Konzerte oder Buchlektüre haben können. Seine Arbeitsweise war offenbar hocheffektiv. Ein gutes Beispiel dafür sind die Randbemerkungen, die Friedrich auf Akten, Eingaben und Gesuche seiner Minister, Militärs und einfachen Untertanen schrieb; es waren kurze und präzise Vorgaben zur Problemlösung. Viele dieser Notizen enthalten jedoch grundsätzliche Aussagen über sein Regierungsverständnis. Eine der folgenreichsten stammt vom 22. Juni 1740 und galt der Klage von protestantischer Seite gegen die Gewährung von Rechten für katholische Schulen: »Die Religionen müssen alle toleriert werden … denn hier muss jeder nach seiner Fasson selig werden.«

Religion blieb für Friedrich bis in seine letzten Tage ein Streitthema. Der protestantisch Erzogene sah sich als Atheist, gestand aber jedem einen Glauben zu. In Schriften und Briefen setzte er sich besonders mit katholischen Dogmen wie der Jungfrauengeburt und mit dem Reliquienkult auseinander, an seiner Tafel wurde darüber gespottet, dass es manchem seiner Gäste bange wurde. Mit seinem Regierungsantritt 1740 drängte er den Einfluss der Geistlichkeit, egal welcher Couleur, in Schulen und Universitäten zurück. »Kein Pfaffe nich«, lautete Friedrichs Antwort auf die Bewerbung eines Pfarrers auf einen Schuldirektorenposten. Besonders starken Einfluss auf Schulen und Universitäten nahmen die Pietisten, eine Bewegung innerhalb des Luthertums, denen ein »Priestertum aller Gläubigen« vorschwebte. Die Pietisten waren von Friedrich Wilhelm I. besonders protegiert worden, hatten wichtige Ämter inne und verankerten sich mit ihren sozialen Diensten (Waisenhäuser, Armenversorgung, Schulen wie die Franckesche Stiftung in Halle) tief im Bewusstsein der Menschen. Die Nachwirkungen derartiger Einrichtungen in der Gesellschaft waren erheblich, denn viele Vorstellungen der Pietisten deckten sich mit denen der Aufklärer – und denen des Königs. Er konnte nichts dagegen einwenden, wenn Ideale von Staat und Bürgern in Einklang waren und dass sich ein Verantwortungsgefühl für das Wohl des Ganzen entwickelte, das auch Bestand hatte, wenn der König starb.

Eine andere folgenreiche Randbemerkung betraf die Pressefreiheit: »Gazetten, wenn sie interessant sein sollen, dürfen nicht genieret werden.«

Nach dem Siebenjährigen Krieg blühte in Preußen die Presselandschaft mit Tages- und Wochenzeitungen, Modejournalen und Fachblättern auf und erreichte selbst die Landbevölkerung; man denke nur an Chodowieckis Stich des »Lesenden Bauern«, der laut und offenbar nicht ohne Mühe die Worte herausbringt.

Auch militärische Angelegenheiten wollte der König nicht von seinen Ministern behandelt wissen: »Die Herren Minister bleiben beim Tintenfass und lassen die Nase aus alle Militaria …«

Spielraum in Wirtschaft und Handel ließ der König dagegen seinen Provinzministern, die sich jedoch nicht der Wirtschaftsphilosophie von Friedrich II. widersetzen konnten: Sie war einem staatsmonopolistischen Denken verpflichtet, mit Interventionen, Kontrollen, Zöllen und Subventionen. Friedrich war gegen den Freihandel, wie er in England oder Holland erfolgreich betrieben wurde.

Die Akzeptanz einer von der Krone unabhängigen Justiz bestätigte Friedrich nach Eingaben gegen Urteile wiederholt so: »Den Spruch vom Kammergericht kann ich nicht umwerfen.« Das Berliner Kammergericht als höchstes Tribunal in Brandenburg, zugleich Berufungsgericht, wurde ausschließlich von staatlich zugelassenen Richtern, die zuvor an einer Universität als Jurist ausgebildet worden sein mussten, geleitet. Friedrich hielt auf eine Justiz, an die sich auch Bauern und Handwerker wenden konnten. Liest man in alten preußischen Zeitungen die auch schon damals gern gedruckten Gerichtsberichte, fallen die häufigen Verfahren von Bauern gegen herrschaftliche Willkür auf. Sie wehrten sich oft erfolgreich gegen Frondienste und zu hohe Abgaben.

Ende der 1760er Jahre entwickelte sich in Preußen eine kritische Zivilgesellschaft. In den großen Städten, Berlin voran, bildeten sich dem Gedanken der Aufklärung verpflichtete Kreise, in denen Gotthold Ephraim Lessing, der Verleger und Publizist Friedrich Nicolai oder der jüdische Philosoph Moses Mendelssohn auftraten, nicht zu vergessen Immanuel Kant im fernen Königsberg, dessen Schriften in den Salons, Lesegesellschaften und in der Publizistik sofort aufgenommen wurden. Christian Fürchtegott Gellert in Leipzig, den Friedrich schätzte, und Johann Gottfried Herder in Weimar nahmen das mit großem Interesse zur Kenntnis und überlegten, auch nach Preußen zu gehen. Johann Joachim Winckelmann zog es aus Italien nach Potsdam, wie später Casanova, mit dem Friedrich im Park von Sanssouci spazieren ging. Zwischen der Projektion eines »Arkadien des Nordens« und der preußischen Realität gab es jedoch eine Kluft, die Winckelmann, Casanova, der Mathematiker Leonhard Euler und der große Enzyklopädist d’Alembert nicht übersahen, weshalb sie nach kurzem Aufenthalt in Potsdam das Land wieder verließen. Gleichwohl taten Theaterstücke wie »Nathan der Weise« sowie Streitschriften zu politischen und philosophischen Themen das ihre, um eine frühe Form bürgerlich-kritischer Öffentlichkeit entstehen zu lassen, die Friedrich als den Souverän anerkannte, ihm aber nicht blind folgte. Friedrich nahm den angebotenen Dialog mit den von ihm angeblich wenig geschätzten deutschen Dichtern und Denkern bis zu einem gewissen Grad auf, stellte Preisfragen wie: »Was ist Aufklärung?« und verfasste selbst eine Abhandlung über die deutsche Sprache – in Französisch.

Dieses Klima strahlte über die Grenzen Preußens hinaus, in ihm wuchsen Geistesgrößen heran, die für Preußen bedeutend werden sollten, wie Karl August von Hardenberg (geb. 1750), der Freiherr vom Stein (geb. 1757), die Brüder Alexander und Wilhelm Humboldt (geb. 1767 und 1769), der Theologe Friedrich Schleiermacher (geb. 1768), Gebhard Leberecht von Blücher, der spätere »General Vorwärts« (geb. 1742), nicht zu vergessen Johann Gottlieb Fichte (geb. 1762), Georg Wilhelm Friedrich Hegel (geb. 1770), Novalis (geb. 1772), der Turnvater Jahn (geb. 1778), Baumeister Schinkel, im gleichen Jahr wie der Dichter Joachim von Arnim (»Des Knaben Wunderhorn«) 1781 geboren.

In seinen letzten 20 Regierungsjahren wurde Friedrich zum »Alten Fritz« im Sinne eines »Volkskönigs«, wogegen Friedrich nichts einzuwenden hatte. Unzählige Legenden von Soldaten, die »ihren« König in den Kriegen hautnah erlebt hatten, waren im Umlauf. Auch die sonntäglichen Predigten von den Kanzeln, die Anekdoten enthielten, trugen dazu bei, eine Beziehung zu »unserem König Friedrich« herzustellen. Maßgeblichen Anteil an diesem Image, das sich in aller Klischeehaftigkeit bis heute hält, haben die Stiche des Berliner Künstlers Daniel Chodowiecki. Der bekannteste zeigt Friedrich auf seinem Pferd im Soldatenrock, die Parade abnehmend; unzählige Male wurde er nachgedruckt, variiert, vor andere Hintergründe versetzt und als Vorlage für das berühmte Reiterstandbild von Rauch in Berlin Unter den Linden benutzt. Chodowieckis Stiche haben allerdings auch den Typus von König zementiert, der angeblich stets in Uniform und Stiefeln aufgetreten ist und der dann kraft solcher ins kollektive Gedächtnis eingegrabenen Bilder später zum Militaristen abgestempelt wurde.

Keine zehn Jahre nach Ende des Siebenjährigen Krieges, im Jahr 1771, wurden sich die einstigen Kriegsgegner Österreich, Preußen und Russland darin einig, Polen aufzuteilen. Rivalen blieben sie weiterhin, beobachteten misstrauisch jeden Schritt des anderen. 1778 stand Friedrich wieder im Krieg mit Österreich, das Bayern annektieren wollte, doch Friedrich wies mit Unterstützung vieler Reichsfürsten Kaiser Joseph in die Schranken. Ein Jahr vor seinem Tod brachte der Preußenkönig eine protestantische Allianz gegen Joseph II. zustande und hatte damit im Deutschen Reich das Sagen.

Im August 1786 starb der König in Sanssouci, und schon bald wurden von Friedrich Nahestehenden erste Episoden aus seinem Leben publiziert. Eine der frühen und umfassenden Biographien verfasste der Franzose Jean-Charles Laveaux (1788), in die auch reichlich Anekdoten einflossen. 1788 veröffentlichte der Berliner Verleger Friedrich Nicolai eine Anekdotensammlung über den König, die immer wieder neu aufgelegt und, entsprechend der jeweiligen politischen Konstellation, zensiert oder gar um erfundene Begebenheiten ergänzt wurde. Im gleichen Jahr erschien die zwölfbändige Ausgabe der Gesammelten Werke Friedrichs II., zunächst in Französisch und nur Monate später in Deutsch. Die deutsche Ausgabe wurde des großen Interesses wegen in etlichen Raubdrucken immer wieder publiziert. Aber auch Kritiker Friedrichs, vor allem aus dem kaiserlichen Lager, wie der Wiener Beamte Joseph Richter, meldeten sich umgehend zu Wort, und das ätzend:

»Glaubensbekenntniss Friedrichs des Großen, Königs von Preußen. Ich glaube an Gott Mars, den allmächtigen Schöpfer meines Schlesiens. Und an seine vielgeliebten Söhne, meine Preußen; … gelitten unter mir und meinen Generalen, gehenkt, weil sie davonlaufen wollten, zerschossen, zerhauen, zerfetzt, gestorben, begraben, zum Teufel gefahren, wieder auferstanden von den Toten, mir aufs neue gedient … Ich glaube an die heilige Politik, an die Geschicklichkeit meiner Spione und an meine eigenen Betrügerein …«

Joseph Richter: Lexikon aller Anstößigkeiten und Prahlerein, Leipzig 1790.

Johann Wolfgang Goethe hegte eine gewisse Bewunderung für den König, Friedrich Schiller, der auch Historiker war, überlegte lange, wie er das Leben des Preußenkönigs zu einem Stoff formen könnte. Beide nahmen den Tod Friedrichs nüchtern zur Kenntnis; anders als Herzog Carl August von Sachsen-Weimar, der im »Alten Fritz« zeitweilig eine Bezugsfigur gefunden hatte:

»Von dem Tode des letzten Königs sage ich nichts; der Schlag traf zu allgemein, als dass man nur glauben einen Ausdruck unserer Empfindung finden zu können, welche nicht schon tausendmal wäre gesagt worden. Wie sehr wünschte ich ihn einmal wieder zu treffen, um Aufschlüsse über mancherlei zu erhalten, u. von ihm zu hören wo er sich geirrt habe, u. wie ihm nun die vergangenen Dinge vorkommen.«

Herzog Carl August von Sachsen-Weimar am 18. September 1786 an Graf Goertz.

Bis zum Zusammenbruch des Deutschen Reiches 1806 erschien eine Vielzahl von Lebensbeschreibungen über Friedrich, auch in Frankreich und England. Es waren wohlwollende, teilweise die gute alte Zeit vor der Französischen Revolution verklärende Publikationen, verfasst von Friedrich einst nahestehenden Beamten und Diplomaten. Ein bis heute gültiges Werk sind die »Denkwürdigkeiten meiner Zeit« von Christian Wilhelm von Dohm (1819), der lange mit dem König unmittelbar zusammengearbeitet und als Sekretär in der geheimen Staatskanzlei tiefe Einblicke in den fridericianischen Staat gewonnen hatte.

Ab 1810 trat jene Generation von Publizisten auf, die unter Friedrich herangewachsen war und sich nun emanzipiert hatte. Im Spannungsfeld zwischen napoleonischer Fremdherrschaft und romantischen Idealen standen sie der Aufklärung und dem Absolutismus kritisch gegenüber. Einer der wichtigsten Vertreter dieser Richtung war Adam Müller, der in seinen Berliner Vorlesungen den bürokratischen Zentralstaat à la Friedrich II. mit seinen rationalen Gesetzen und dem von Effektivität und Zweckmäßigkeit geprägten Regierungssystem rundheraus ablehnte. Die Friedrich feindlich gesonnene Publizistik zeitigte Folgen; in Tagebüchern ist zu lesen, wie von bürgerlichem Selbstbewusstsein getragene Studenten in Bonn, Berlin oder München zum Bildersturm gegen den Preußenkönig mobil machten. Mit der Restauration nach dem Ende der napoleonischen Fremdherrschaft schlug das Pendel wieder in die andere Richtung.

»Friedrich II., König von Preußen. Das riesenhaft Unmögliche als möglich betrachtend, voll gewaltiger Pläne, blitzschnell in ihrer Ausführung, durch Mäßigung groß im Glück, durch Fassung erhaben im Unglück, als Sieger die Wachsamkeit des Besiegten und als Besiegter den Mut des Siegers in sich tragend, auf sein treues Volk wie auf einen Felsen bauend, so groß im Kriege, wie im Frieden, von allen Nationen bewundert, den Wohlstand seiner Untertanen fördernd, vertraut mit den Wissenschaften und Künsten, ein vortrefflicher Staatsmann und Gelehrter, nie untätig oder zaudernd, selbst dem Schlaf die gewohnte Stundenzahl nicht gönnend, so zeigt der Mann, für den man den Namen des Großen nicht ausreichend fand, den man deshalb den Einzigen nannte, ein Bild, dessen Betrachtung jeden mit Staunen und Ehrfurcht erfüllen muss.«

Damen-Conversationslexikon, Leipzig 1834.

Gegen den Überschwang und die Verherrlichung begannen Historiker 50 Jahre nach Friedrichs Tod den Nachlass des Königs aufzuarbeiten und legten, teilweise kritisch kommentiert und mit zahlreichen Dokumenten versehen, neue Biographien vor. Zu einer wahren Fundgrube wurde die neunbändige Ausgabe von Johann David Erdmann Preuss, »Friedrich der Große – eine Lebensgeschichte«, aus dem Jahr 1832. Der namhafteste Vertreter der nächsten Historikergeneration wurde Leopold von Ranke, dessen Arbeiten über Friedrich II. lange nachwirkten. Ranke erzählte auf Grundlage von amtlichen Dokumenten politische Staatsgeschichte. Franz Kugler beschritt einen anderen Weg: 1840 erschien seine »Geschichte Friedrichs des Großen«, illustriert von Adolf Menzel, der in Hunderten von Radierungen Friedrich als Mensch, Künstler, Feldherr und vor allem als treuen, unermüdlichen Landesvater zeigt. Das Werk war weit verbreitet, in bürgerlichen wie in adligen Kreisen hochgeschätzt und brachte Friedrich in die allgemeine Wahrnehmung zurück. Der »Alte Fritz« war Volkskönig und zugleich starker Monarch, der allen Unbilden trotzte. In Preußen wurden Friedrich-Denkmäler errichtet, das bekannteste ist Daniel Christian Rauchs Reiterdenkmal des Königs in Berlin Unter den Linden (1851).

1858 legte der Schotte Thomas Carlyle die »Geschichte Friedrichs des Großen« in sechs Bänden vor, die sich ebenfalls vieler Nachauflagen erfreute. Friedrich war im Deutschen Reich in Bild und Wort so populär geworden, wie er es hundert Jahre zuvor war, als Sieger im langen Krieg gegen eine übermächtige Allianz. Friedrich in Drucken für jedermann, auf Bierdeckeln, Sammeltassen, preußische Militärlieder und Märsche allerorten. Carl Loewes »Fridericus Rex unser König und Herr« wurde zum Gassenhauer. In Berlin kann man das Lied heute noch von der Drehorgel hören, und bei der Bundeswehr gehört der »Fridericus-Rex-Grenadiermarsch« zum Repertoire.

In dem Maße, wie Friedrich vor und nach der Reichsgründung im Jahr 1871 von nationalkonservativen Kreisen vereinnahmt wurde, mehrten sich die Kritiker des Preußenkönigs. Ein Wortführer war der Historiker und Publizist Onno Klopp, für den Friedrich eine von Ehrgeiz, Heimtücke und Eroberungssucht getriebene, dämonische Gestalt war. In Frankreich sahen einige Publizisten in Friedrich II. die Ursache für die preußisch-deutschen Hegemonialbestrebungen, denen Frankreich 1871 zum Opfer gefallen sei, in England galt Friedrich zu jener Zeit als aggressiver Militarist. Und die marxistische Geschichtsschreibung suchte mit »wissenschaftlichen« Argumenten zu belegen, warum Friedrich II. für das deutsche Volk letztlich ein großes Unheil gewesen sei:

»Die Keime des künftigen Verfalls sahen wir schon in der ersten Hälfte von Friedrichs Regierungszeit. … Die letzten 23 Jahre seines Lebens zeigen ihn fast überall im Widerspruch mit den neuen Mächten der Zeit. Der reaktionäre Charakter dieses Staates sollte sich nun ganz enthüllen; der Weg, der nach Jena und Tilsit führte, ward nun betreten.«

Max Maurenbrecher: Die Preußen-Legende, Berlin 1905.

Die von Historikern und Archivaren im Auftrag Kaiser Wilhelms I. herausgegebenen »Preußen-Jahrbücher«, die 1879 begonnene Veröffentlichung der »Politischen Correspondenz Friedrichs II.« und Dissertationen wurden begeistert von der Fachwelt aufgenommen, die Gräben zwischen den Lagern wurden aber damit nicht geschlossen. Für die Mehrheit der Deutschen war Friedrich II. bis 1918 der »Alte Fritz«, wie Menzel ihn gezeichnet und Kugler ihn 1840 beschrieben hatte. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg mit Revolution, Inflation und Wirtschaftskrise wurde er zum Symbol eines vorgeblichen Überlebenskampfes. Nach dem Motto »Beim ollen Fritz wär dit nich passiert«, sah man »Friedrich den Einzigartigen« in Operetten, Kinofilmen und auf der Theaterbühne; Kneipen und Ausflugsdampfer trugen seinen Namen. Nicht nur Heinrich und Thomas Mann arbeiteten sich am König ab, sondern auch die politische Linke. Im »Simplizissimus« wurden Hohn und Spott über die Hohenzollern ausgegossen, keiner wurde so oft karikiert wie Friedrich. Zugleich stilisierten ihn zahlreiche Filme zur deutschen Vaterfigur. Der Schauspieler Otto Gebühr feierte in der Rolle Triumphe in gut einem Dutzend Streifen wie »Der alte Fritz« (1928), »Das Flötenkonzert von Sanssouci« (1930) oder »Der große König« (1942) in der Regie von Veit Harlan. Ein Pressefoto zeigt Otto Gebühr im Soldatenrock des Königs zwischen Nazigrößen, deren Uniformen echt sind.

»Friedrich der Große hat einen Krieg 7 Jahre durchgehalten. … Hätte er damals den Kopf verloren und einen feigen Frieden unterzeichnet, dann wäre Preußen niemals zur Weltmacht emporgestiegen. Politik wird viel mehr mit dem Charakter als mit dem Verstande gemacht. Und dem Mutigen gehört die Welt!«

Joseph Goebbels, Tagebuch am 16. September 1932.

Die Nationalsozialisten vereinnahmten »Friedrich den Großen« schon früh und instrumentalisierten ihn für ihre nationalsozialistische Staatsidee. Bereits vor 1933 war der unbesiegbare Feldherr »leuchtendes Vorbild«. Nach 1933 machte Göring ihn zum »ersten Nationalsozialisten auf dem preußischen Thron«, Goebbels predigte unablässig die Selbstlosigkeit Friedrichs, der konsequent dem Gemeinwohl gedient habe. Hitler sah in Friedrich II. sein militärisches Vorbild – bereit zum äußersten Risiko.

»Du bist nicht gestorben, König Fritz.
Du lebst! Und dein Blick hat uns alle durchglüht,
Und all das Große, das jetzt geschieht.
Du gabst unserem Führer den Krückstock zur Hand:
Da, mach er mir Ordnung im Preußenland.
Er kann’s! Von allen nur Er allein.
Er soll meines Willens Vollstrecker sein!«

Hitlers Staatsakt in der Potsdamer Garnisonskirche am 21. März 1933.

Die in jenen Jahren veröffentlichten Arbeiten über den Preußenkönig atmeten auch diesen Geist, eine Preußenforschung gab es nicht. Je kritischer die Frontlage für das Naziregime wurde, desto mehr berief sich Hitler auf den großen Feldherrn. Die massive Vereinnahmung Friedrichs durch die Nationalsozialisten bewirkte, dass Friedrich II. in der alliierten Kriegspropaganda zum direkten Vorläufer Hitlers wurde. In den russischen Wochenschauen hießen die Deutschen »die Fritzen«.

»Das Herz Deutschlands schlägt in Preußen. Hier liegt der Ursprung jener Krankheit, die stets ausbricht.«

Winston Churchill 1943 im britischen Parlament.

Die Alliierten meinten schon während der Konferenz von Teheran 1943 die ungebrochene Kontinuität einer soldatisch-kriegerischen Tradition des Preußentums zu erkennen. Vier Jahre später hieß es dann:

»Der Staat Preußen, der seit jeher Träger des Militarismus und der Reaktion in Deutschland gewesen ist, hat in Wirklichkeit zu bestehen aufgehört.«

Gesetz Nummer 46 des Alliierten Kontrollrats vom 25. Februar 1947.

Betrachtet man die Geschichte Preußens von ihrem Ende her, so stellt sie sich als Katastrophe dar. Betrachtet man sie vom Anfang, so sieht das Ergebnis ganz anders aus, denn Preußen galt vor der Reichsgründung von 1871 und vor dem »Dritten Reich« als eine in Europa geachtete und nur selten gefürchtete Nation.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Friedrich eine Persona non grata. Sichtbare Höhepunkte waren die Sprengungen preußischer Symbole: die kriegsbeschädigten Stadtschlösser von Berlin und Potsdam in den Jahren 1950 und 1960, Schloss Monbijou und das Berliner Hohenzollernmuseum an der Spree im Jahr zuvor, 1959. Schadows Reiterdenkmal Unter den Linden verschwand und sollte eingeschmolzen werden, die Fridericus-Rex-Monogramme auf den Kacheln der Kamine seiner Schlösser wurden mit Putz überzogen. Am liebsten hätte man sich, im Osten Deutschlands mehr als im Westen, der Hinterlassenschaften des vermeintlichen Kriegstreibers und Militaristen ganz entledigt, unter dessen Porträt sich Hitler in seinem Bunker umgebracht hatte.

Mit den unversehrt erhalten gebliebenen Teilen von Friedrichs Erbe, etwa seinem Lieblingsschloss auf dem Weinberg, dem Neuen Palais im Park von Sanssouci und seinen Kunstsammlungen, ging man nach dem Krieg nur deshalb behutsamer um, weil ein russischer Offizier beim Einmarsch 1945 schützend die Hand darüber gehalten hatte – allerdings, wie man heute weiß, um die preußischen Schätze als Kriegsbeute deklarieren zu können.

Mehr als ein Zehntel der fridericianischen Sammlung befindet sich heute noch in Russland; die Bilder, Leuchter und Uhren sind in dortigen Museen ausgestellt, werden im Kunsthandel angeboten oder lagern vergessen. Aus Amerika kommen bis in diese Tage von GIs gestohlene Kunstwerke aus Friedrichs Sammlungen zurück. Was in Ostdeutschland an fridericianischem Kunstbestand nach 1945 nicht verschleppt wurde – Bücher seiner Bibliotheken, seine Porträts und die seiner Generäle –, kam in Depots.

»Weg mit den Schlössern der preußischen Militaristen und Chauvinisten! Wir schaffen unser eigenes Sanssouci!«

Spruchband zur Demonstration am 1. Mai 1960 in Ost-Berlin, Deutsches Historisches Museum Berlin.

Auch in Westberlin dachte man eher an die Beseitigung denn an den Aufbau des kriegszerstörten Schlosses Charlottenburg. Für Letzteres setzte sich viele Jahre und unermüdlich Margarete Kühn ein, bis sie den Senat davon überzeugen konnte, dass mit der Beseitigung eines Schlosses nicht die ungewollte Vergangenheit, sondern ein Teil der nationalen Identität verschwindet.

»Allein dafür, dass Friedrich uns diese in Europa einzigartige Kulturlandschaft in Potsdam und Berlin hinterlassen hat, gebührt ihm Größe.«

Margarete Kühn, Direktorin der Westberliner Schlösserverwaltung, im Januar 1962 zum 250. Geburtstag Friedrichs II.

In den 1980er Jahren begann auch in der DDR eine Erbe-Debatte. Das Reiterdenkmal Friedrichs wurde wieder Unter den Linden aufgestellt, erstmals konnte über Friedrich II. publiziert werden, allerdings streng nach den Kriterien des »wissenschaftlichen Sozialismus«. Wortführerin war die Historikerin Ingrid Mittenzwei.

»Ein Menschenverächter, der mit zunehmendem Alter immer weniger von der menschlichen ›Rasse‹ und ihren Fähigkeiten hielt und das Volk verachtete …«

Ingrid Mittenzwei, Ostberliner Historikerin, 1980.

Vorläufiger Höhepunkt einer Annäherung an Preußen und Friedrich II. war die Preußen-Ausstellung 1981 in Westberlin. Über eine halbe Million Besucher kamen, um sich mit der Geschichte Preußens auseinanderzusetzen. In Ostberlin und Potsdam gab es 1986 eine Schau »Friedrich und die Kunst«, Fotos von damals zeigen lange Schlangen vor der Kasse.

»Die preußische Geschichte hat uns eben nicht nur Friedrich den Großen als Vorbild gegeben … Es sind nicht die preußischen Eigenschaften, die gut oder böse sind. Wir selbst sind die Instanz, die darüber entscheidet …«

Richard von Weizsäcker am 15. August 1981 in der Westberliner Philharmonie.

Die Ausstellung in Westberlin initiierte eine kontroverse Debatte über den König, der im Historiker Aretin und im SPIEGEL-Herausgeber Augstein erbitterte Kritiker fand.

»Niemand kann an der Erkenntnis vorbei, dass die amoralische Politik Friedrichs die Illusion erweckte, man könne die Welt mit dieser Art von Politik ungestraft herausfordern.«

Karl Otmar von Aretin, Münchener Historiker, 1985.

»Ohne Friedrich wäre Preußen nicht zur kleinsten der fünf europäischen Großmächte aufgestiegen, … ohne Hitler nicht der grausamste Eroberungsstaat der Neuzeit geworden.«

Rudolf Augstein, SPIEGEL 32/1986.

Friedrich-Filme der frühen dreißiger Jahre wurden wieder gezeigt; immerhin waren davon fast 40 gedreht worden, von 1950 bis 2010 noch drei. Dazu gehört die sehr erfolgreiche DDR-Produktion »Sachsens Glanz und Preußens Gloria« (1985–1987).

Ist die historische Person Friedrich nach dem Mauerfall in der Republik angekommen oder nur in Berlin und Potsdam, weil sein Konterfei dort wieder auf Bierdeckeln zu sehen ist und Zinnfigurensammler und Militariafreaks alles über den König wissen wollen? In den großen deutschen Medien finden sich regelmäßig Essays, Polemiken und Kongressberichte über Friedrich, erfolgreich sind in den letzten zehn Jahren die »Preußen-Krimis« mit Titeln wie »Rabenschwarz – Zepter und Mordio« oder »Königsblau – Mord nach jeder Fasson«. Alles, was man im Liegestuhl oder in der Badewanne über Friedrich lesen möchte, findet sich dort: seine angebliche Affäre mit der Tänzerin Barberina, seine Liebe zu Hunden, die größer gewesen sei als zu Menschen, seine Knauserigkeit, seine Schrullen. Diese Romane sind die Fortsetzung von Menzels Bildergeschichten mit heutigen Mitteln. In diesem Fahrwasser schwimmt auch der ZDF-Zweiteiler »Trenck – zwei Herzen gegen die Krone« (2002), in dem die unterstellte heimliche Liebe zwischen dem ungestümen Freiherrn von der Trenck und Friedrichs Schwester Amalie bebildert wird. Aber auch mit solcher Art Filmen schaffte es Friedrich nicht ins allgemeine Bewusstsein. Friedrich II. ist nicht Ludwig II. von Bayern, und in den letzten 50 Jahren hat es keinen Schauspieler gegeben, der mit Friedrichs Rolle so berühmt geworden wäre wie Helmut Berger als Bayernkönig in Viscontis Epos »Ludwig II.«.

Im Jahr 2000 stellte der Historiker Johannes Kunisch fest: »Die deutschsprachige Friedrichforschung ist praktisch zum Erliegen gekommen.« Hat sich in den letzten Jahren etwas an der Situation geändert? Eine Reihe von Einzelarbeiten zur fridericianischen Politik und zur Residenzforschung sind erschienen, ebenso Biographien über Friedrichs Brüder, den hochbegabten Prinzen Heinrich, der in Rheinsberg residierte, und August Wilhelm, dessen Schicksal als tragisch angesehen werden muss. Eine neuere Publikation liegt über Friedrichs langjährigen Vertrauten, den Marquis d’Argens, vor. Verwiesen sei zudem auf die Veröffentlichung des antiquarischen Fundes einer der wichtigsten religionskritischen Schriften Friedrichs II., der »Totengespräche zwischen Madame de Pompadour und der Jungfrau Maria«.

Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs ist es möglich, russische und polnische Archive einzusehen, in denen Bestände des einstigen Preußischen Staatsarchivs liegen – Folgen des letzten Krieges. Dort finden sich etliche Familiennachlässe pommerscher, schlesischer und ostpreußischer Landadliger, die 1945 von ihren Gütern fliehen mussten. Darin sind wichtige Dokumente über das Alltagsleben in der Provinz unter Friedrich II. zu finden. Der bedeutendste Fundus ist das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin-Dahlem. Dort harrt unter anderem der Briefwechsel der Brüder Friedrichs II. seiner gründlichen Aufarbeitung.

Längst gehört zu Lebensbeschreibungen die Darstellung und Deutung kultur- und sozialgeschichtlicher Bezüge. Hof und Gesellschaft unter »Sonnenkönig« Ludwig XIV. und seinen beiden Nachfolgern sind umfassend in Briefen und Memoiren dargestellt worden – erinnert sei an die Memoiren des Herzogs von Saint-Simon, an die mehreren tausend Briefe der Liselotte von der Pfalz, an Louis Sébastien Merciers’ »Tableaux de Paris« –, Vergleichbares unter Friedrich II. fehlt. Die Tagebücher des Oberhofmeisters Ahasver von Lehndorff oder die Aufzeichnungen der Gräfin Voss, beides liegt als Reprint vor, geben kaum Antworten auf Fragen, die heute gestellt werden, um Rolle und Funktion des höfischen Systems nachvollziehen zu können: Hatten Friedrichs Minister gestaltenden Einfluss? Wie lebten Höflinge unter dem König und was bewirkten ihre Intrigen? Wie waren die hygienischen Verhältnisse in Friedrichs Gemächern, in seinen Schlössern? Dass schmutzige Wäsche an Friedrichs Tafel gewaschen wurde, ist bekannt, aber wo und wie wurde die real schmutzige Leibwäsche des Königs und seiner Gäste gesäubert? Neuere Quellenfunde geben Antworten und legen dabei den Blick auf einen König frei, dessen Bild im Laufe der Zeit geschönt, verzerrt und übermalt wurde:

Friedrich war im Alter kein Menschenfeind; er suchte den geistreichen Diskurs und liebte Gesellschaft bis in seine letzten Tage.

Elisabeth Christine war nicht die als Unperson nach Schönhausen abgeschobene Ehefrau, sondern hatte nach Ende des Siebenjährigen Krieges den preußischen Staat zu repräsentieren. Sie empfing als Königin Staatsgäste, Familienangehörige und Diplomaten. Friedrich hatte ihr zu diesem Zweck Gemächer und Säle im Berliner Schloss herrichten lassen. Keine preußische Königin nach ihr verfügte über mehr Räumlichkeiten, Symbole der Macht, als Elisabeth Christine.

Und noch ein Beispiel für solche neuen Erkenntnisse: Friedrichs Außenpolitik war vom ersten bis zum letzten Tag seiner Regierungszeit ein Tasten und Suchen; nichts ist zu finden vom kühnen Wurf eines entschlossenen Mannes, von dem so oft die Rede ist. Die Unsicherheit des Königs war Resultat seines Anspruchs, Preußen als vorherrschende Macht im Deutschen Reich zu etablieren, worauf die anderen Mächte zu reagieren hatten. Welch dramatische Formen Friedrichs Außenpolitik in seinen letzten Regierungsjahren annehmen konnte, zeigen die Anweisungen an seinen Gesandten in Petersburg. Fast verzweifelt bat der König seinen Diplomaten herauszufinden, ob Zarin Katharina noch im Bündnis mit Preußen stehe oder eine Allianz mit Kaiser Joseph gegen Preußen eingehen wolle – und er wusste keinen anderen Rat, als sich abenteuerlicher Methoden zu bedienen: »Finden Sie Frauen oder andere Personen, die Ihrer Kaiserlichen Majestät in ihren Gemächern nahe sind, um ihre Gefühle und Gesinnungen zu erkunden …« Auch der Briefe der Kaiserin sollte sich der Gesandte bemächtigen. Worauf er resigniert antwortete: »Es wird beinahe unmöglich sein, sich die Abschrift eines Briefes des Kaisers an die russische Kaiserin zu beschaffen, die Ew. Majestät zu besitzen wünschte.« (2. April 1782)

Zu den bedeutendsten Quellen gehört die politische Korrespondenz Friedrichs II. Der Schriftwechsel mit seinen Ministern, Generälen und vor allem mit seinen Diplomaten an den europäischen Höfen ist Friedrichs wichtigste Hinterlassenschaft für das Verständnis seines Handelns. Auf Befehl Kaiser Wilhelms I. begannen preußische Hofarchivare mit der Sichtung, Aufarbeitung und Publizierung dieser Korrespondenz. 1879 erschien der erste Band, 1939 brach die Arbeit mit dem 44. Band ab. Unverständlich ist, warum diese Publikation bis heute – bis auf einen 2003 erschienenen Folgeband – nicht fortgesetzt wurde, warum die französisch verfasste Korrespondenz nicht ins Deutsche übersetzt worden ist, warum sie nicht wenigstens in wichtigen Auszügen vorliegt. Immerhin hat die Universität Trier die im antiquarischen Handel nur selten angebotenen Bände ins Netz gestellt (https://friedrich.uni-trier.de/de/poltKorr/toc/). Dort sind nun auch die Schatullenrechnungen Friedrichs nachzulesen (https://quellen.perspectivia.net./bestaende.spsg.). Die Rechnungsbücher belegen, was der König aus dem ihm zugestandenen Privatbudget wofür bezahlte. Wer sich die Zeit nimmt, kann sich in Verbindung mit dem »Tagebuch oder Geschichtskalender aus Friedrichs des Großen Regentenleben«, zusammengetragen von Karl Heinrich Siegfried Rödenbeck (1840), ein einzigartiges Alltagspanorama Friedrichs schaffen, dessen Erforschung noch in den Anfängen steckt. Man liest in den Schatullenrechnungen von Operndekorationen, die im Mai 1748 von Potsdam nach Charlottenburg geschafft wurden, von Reisegeld für den schmarotzenden Höfling Baron Poellnitz, von Konditoren aus Potsdam, die Torten in Sanssouci ablieferten, von Körben für seine Hunde, von erheblichen Summen für ungarischen Wein. In Friedrichs Todesmonat stehen 43 Taler für »Coffeé« zu Buche, so viel wie selten in den Jahren zuvor. Man liest, dass Friedrich im Nachtkamisol (Nachthemd) – und nicht in Uniform – schlief, dass er Mundpomade (Fettstift) benutzte, um seine Lippen geschmeidig zu halten, dass er Orangenpuder als Schminke benutzte und sich ein gutes Dutzend Ringe für seine Finger anfertigen ließ, von denen er zwei bis drei regelmäßig trug.

»Preußen vergiftet uns.«

Hans-Ulrich Wehler, Historiker, in der FAZ vom 23. Februar 2003.

Viele Zeitgenossen verbinden mit »Preußen« Abstoßendes: Arroganz, Intoleranz, Kriegslust, Spießrutenlauf. Kontroversen um Friedrich II. brechen immer dann publizistisch offen aus, wenn zeithistorische Ereignisse im Zusammenhang mit dem König zu deuten sind. Die Überführung der sterblichen Überreste Friedrichs von Burg Hohenzollern in den Park von Sanssouci 1991 war so ein Ereignis. Ein anderes, bis heute diskutiertes ist der Beschluss, das Berliner Stadtschloss wieder aufzubauen.

»Hallo, ich soll mich mit der Preußischen Herrschaft unter Friedrich II. (1740–1786) befassen. Genauer gesagt wollte ich mir die Außenpolitik vornehmen, was eigentlich nicht schwer ist.

Aber ich soll folgende Frage miteinbeziehen: ›Wie und mit welchen Beweggründen werden politische Macht und Herrschaft neu entworfen und legitimiert?‹ Ich hoffe darauf, dass ihr mir noch denckanstöße geben könnt … liebe grüße.«

»Ich kann mir schon denken, was sich der Lehrer bei einer solchen Frage denkt. Deine Antwort soll darauf rauslaufen, dass sich Friedrich, der Monarch des aufgeklärten Absolutismus, als erster Diener seines Staates empfand. Und darum musst du 12 Seiten rumschmieren. Erwähne bloß nicht, dass dieser Erzkriegstreiber seinen ersten Überfall startete, um – wie er selbst sagte – seinen Namen in den Gazetten (Zeitungen) erwähnt zu sehen. Also aus reiner Ruhmsucht. Und dass er die windigen juristischen Besitzansprüche selbst als Scharlatanerie bezeichnete, d. h. als juristischen Schwindel. Das alles musst du schön unter den Tisch kehren. Im Augenblick ist die Verklärung des Menschenschinders wieder große Mode. Lieber mitmachen als eine schlechte Note kriegen.«

studiVz, Internetbeitrag vom 9. 3. 2009, Stichwort: Preußen – Friedrich II.

Friedrich II. von Preußen ist als Monarch umstritten, und er wird es bleiben. Er gehört neben Zarin Katharina II., Napoleon Bonaparte, Bismarck und Hitler zu den folgenreichsten Politikern der neueren europäischen Geschichte.

»Als Wirtschafts- und Finanzpolitiker hat Friedrich dermaßen versagt, dass man sich wünscht, er hätte fähigen Ministern die Regierungsgeschäfte überlassen und sich wie Louis XV. als Zeitvertreib einen exquisiten Harem gehalten.«

Wilhelm Bringmann, Leserbrief in der FAZ vom 16. Juni 2011.

Die verputzten Kacheln in den Kaminen seiner Schlösser sind heute freigelegt, die Stadtschlösser von Berlin und Potsdam werden wieder aufgebaut. In der Friedrich-Forschung werden neue Wege eingeschlagen, auch dank Internet, in dem Archivalien eingestellt und zugänglich gemacht werden, die bislang ungedruckt geblieben sind.

Möglich wurde dieses Buch auch, weil 2007 in einem privaten Adelsarchiv in Süddeutschland unbekannte Quellen gefunden wurden: der geheime Briefwechsel des Grafen Eustach von Goertz (1737–1821) mit Friedrich. Goertz war für den König in dessen letzten Regierungsjahren eine wichtige Bezugsperson, 1778 sollte er einen Krieg mit Österreich verhindern, danach das für Preußen so wichtige Bündnis mit Russland wiederbeleben. In einer grauen Mappe, zwischen Tausenden von Briefen, die Graf Goertz aus dem Zentrum der Macht an seine Frau Caroline geschrieben hatte, fanden sich diese chiffrierten Depeschen des Königs an Goertz. Dass sie überhaupt erhalten sind, ist einem groben Verstoß des Grafen gegen königliche Anweisung zu verdanken, denn derart Brisantes hatte der Empfänger nach Erhalt und Dechiffrierung sofort zu vernichten. Was Graf Goertz, zum Glück für die Nachwelt, unterließ.

Der Briefwechsel des Grafen mit seiner Frau, die in Berlin und Potsdam lebte, ist ohne Vergleich in der deutschen Literatur. Die Gräfin, willkommen an den verschiedenen preußischen Höfen, schildert Details, die manchen weißen Fleck in der Geschichtsschreibung tilgen und Irrtümer ausräumen helfen können. Ein Teil der Korrespondenz ist nun aus dem Französischen übersetzt und – noch unveröffentlicht – aufgearbeitet, einiges davon findet sich in dieser Arbeit wieder.

Das vorliegende Buch stellt den Preußenkönig in seine Zeit – zeigt die politischen Zwänge, in die er hineingeboren wurde, und die Herausforderungen des Alltags. Die ideologischen Grabenkämpfe um Friedrich sollten vorbei und ein gelassener Blick zurück ins 18. Jahrhundert endlich möglich sein.

Ein kulturgeschichtliches Panorama von A bis Z

Groß im Großen

Klein im Kleinen

Voltaire über Friedrich II.

Die angefügten Literaturhinweise geben zitierte Quellen, weiterführende Lektüre und ungedruckte Quellen mit dem entsprechenden Archivnachweis an.

Abenteurer

Friedrich erhielt täglich von der Stadtwache Meldung darüber, ob jemand von Stand oder eine berühmte Persönlichkeit Quartier in Potsdam genommen hatte. Interessierten ihn Ankömmlinge, lud er sie zu sich ins Schloss. Ging den Besuchern ein schlechter Ruf voraus, ließ der König den Betreffenden aus Furcht vor Spionage oder undurchsichtigen Geschäften entweder diplomatisch höflich ausweisen oder unsanft außer Landes bringen. Die Furcht vor Ungemach durch Fremde war nicht unbegründet, im 18. Jahrhundert wimmelte es von falschen Adligen, selbsternannten Spezialisten und Spekulanten, die ihr Glück überall zu machen suchten, wo es bedeutende Höfe gab. Von den ganz großen Kalibern jener Zeit, Cagliostro und Saint-Germain, blieb Friedrich letztlich verschont, gleichwohl hatten beide versucht, auch am preußischen Hof Fuß zu fassen.

Über Saint-Germains Herkunft ist ebenso wenig bekannt wie über sein Geburtsdatum, er selbst firmierte unter zehn verschiedenen Grafennamen und gelegentlich als Prinz von Spanien. In den 1740er Jahren erschwindelte sich Saint-Germain ein Vermögen durch die Herstellung eines angeblichen Elixiers des Lebens. In Russland versuchte er mit dem Mörder von Zar Peter III., Alexej Orlow, Gold alchemistisch herzustellen. 1774 tauchte er in Deutschland auf, zwei Jahre später bot er von Leipzig aus König Friedrich seine Dienste an. Er wollte rare Produkte, wie Metalle, Farben, Weine, Öle und Schönheitsmittel, kostengünstig herstellen. Friedrich ließ durch seinen Leipziger Residenten von Alvensleben das Angebot ausschlagen, was Saint-Germain nicht daran hinderte, dennoch nach Berlin zu reisen.

»Ein Wundermann, der unter dem Namen des Grafen Saint-Germain weit bekannt ist, besuchte Berlin, wo er länger als ein Jahr verweilte … Der Graf war ein Greis von unbekanntem Alter und Vaterland. Er sollte das Geheimnis besitzen, Gold und sogar Diamanten zu machen. Er lebte, was noch viel schöner war, seit ich weiß nicht wie viel hundert Jahren; er war eine Art ewiger Jude …«, schrieb der Zeitzeuge Thiébault.

Über Höflinge suchte Saint-Germain den Kontakt zu Friedrichs Schwester Amalie, die in Berlin in ihrem Palais Unter den Linden residierte. Aber seine Bemühungen, über die Prinzessin an den König zu kommen, blieben erfolglos. Saint-Germain zog weiter nach Schleswig, wo er 1784 in Eckernförde starb.

Einer seiner Schüler, der 1743 in Palermo geborene Joseph Balsano, versuchte es auf die gleiche Tour. Unter dem Namen Cagliostro reiste er in Europa von einer Residenz zur nächsten, trat als Zauberer, Schatzgräber, Alchemist, Arzt und Urkundenfälscher auf. Er gab vor, schon seit Jahrhunderten zu leben und Christus gekannt zu haben. Bis zu Friedrich ist schließlich auch er nicht vorgedrungen. Cagliostros Hochstapeleien, von denen die Zeitungen immer wieder berichteten, waren gleichwohl Thema an der Tafel des Königs und in den Berichten seiner Gesandten.

Giacomo Casanova (1725–1798) hingegen gelang es, mit dem König zu sprechen. Ihm ging bei weitem nicht der schlechte Ruf eines Saint-Germain oder Cagliostro voraus. Casanova kam im Juni 1764 auf der Suche nach einer Anstellung bei Friedrich in Berlin an und stieg im Hotel »Stadt Paris« ab. Der König war anlässlich der Verlobung seines Neffen in Berlin, und Casanova sah ihn dort. Der Italiener hatte, wie um allen Klischees gerecht zu werden, sogleich eine Affäre mit der Tänzerin Madame Denis, die er aus Venedig kannte. Über einen Vertrauten des Monarchen, Marschall Keith, suchte Casanova um ein Gespräch mit dem König nach. Friedrich hörte ihm während eines Spaziergangs im Park von Sanssouci zu und bot ihm einen Lehrerposten an der gerade gegründeten Ritterakademie an, einer Eliteschule in Berlin, wie Casanova in seinen Memoiren schrieb. Er hatte allerdings andere Vorstellungen, Gesellschafter hoher Herren wäre er lieber gewesen als Drillmeister künftiger Offiziere. So verließ Casanova Preußen.

siehe Vertraute

Literatur:

Giacomo Casanova: Histoire de ma vie, Paris 1789

Friedrich von Oppeln-Bronokowski: Abenteurer am preußischen Hof, Berlin 1927

Abort

Zu Friedrichs Gepflogenheiten bei der Verrichtung seiner natürlichen Bedürfnisse gibt es bislang keine Forschungen, einiges dazu lässt sich jedoch durch zeitgenössische Beschreibungen, zumeist von Besuchern am Hof des Königs, rekonstruieren. Das übereinstimmende Resümee: Mit den hygienischen Verhältnissen in Friedrichs Schlössern stand es nicht zum Besten. Klosetts mit Wasserspülung, wie sie um 1775 in England aufkamen, waren nicht vorhanden. Friedrich benutzte einen einfachen Leibstuhl mit herausnehmbarer Kupferschüssel und für das nächtliche Wasserlassen ein »Uringlas« (Porzellangefäß), wie aus Inventarlisten seiner Schlösser zu entnehmen ist. Ein Leibstuhl des Königs ist nicht erhalten.

Die tägliche Untersuchung der königlichen Ausscheidungen, wie am Hof zu Versailles oder Wien üblich, gab es bei Friedrich nicht. Der Stuhlgang Friedrichs und der seiner Gäste wurde in eine Grube hinter Schloss Sanssouci, wohl am Fuß des Ruinenbergs, geschafft. Den Bediensteten war dies mitunter zu weit; der spanische Gesandte las Casas, der im September 1782 Park mit Schloss Sanssouci und auch Friedrich II. besuchte, schrieb nach Madrid: »Was den Gedärmen königlicher Gäste entweicht, wird oft kurzerhand in die Büsche geschüttet.«

Fürstliche Gäste konnten sich in den großen Schlössern des Königs (Berlin, Charlottenburg, Neues Palais, Potsdamer Stadtschloss und Schloss Breslau) eines Leibstuhls erfreuen, dieser stand in der Garderobe, einer kleinen Kammer meist neben dem Schlafzimmer. Die niederen Chargen und das Personal mussten mit Latrinen im Keller vorliebnehmen. Für die in Sanssouci verkehrenden Minister und Generäle sah es schlechter aus, in dieser Hinsicht war nichts geregelt. Nicht einmal eine Kellerlatrine war vorhanden. Allerdings gab es in Sanssouci, wo Friedrich die längste Zeit seines Lebens verbrachte, auch keinen Hofstaat, und die Tafelgäste des Königs übernachteten bis auf wenige Ausnahmen nicht im Weinbergschloss. In vier der fünf Gästezimmer von Sanssouci gibt es kleine Kammern, in denen wohl je ein Leibstuhl gestanden hat. Wer dort nicht logierte, hatte oft keine andere Wahl, als sich im Park zu entleeren.

In den großen Schlössern mit viel Personal und Gästen schreckte man nicht davor zurück, sich hinter oder an Vorhängen zu erleichtern, wo es auch gestunken haben muss. Als Gegenmittel nutzte man kunstvoll gefertigte Potpourri-Vasen, teils aus Meißen und der Berliner Porzellanmanufaktur. Sie standen in beinahe allen Kabinetten auf Kaminsimsen und Konsolen, und aus ihnen strömten Duftextrakte. In kleineren Räumen verdampfte man ätherische Öle.

Friedrichs Neffe und Nachfolger Friedrich Wilhelm II. legte viel Wert auf Körperhygiene, er wusch sich täglich mehrmals gründlich, benutzte eine Badewanne und ließ schon in seiner Prinzenzeit in seinem Palais moderne englische Toiletten einbauen. Sie verfügten um 1780 neben der Wasserspülung auch über einen mechanischen Klappverschluss, was die Geruchsbelästigung erheblich minderte.

siehe Bad

Literatur:

Norbert Elias: Über den Prozess der Zivilisation, Basel 1939

Daniel Furrer: Wasserthron und Donnerbalken, Darmstadt 2004

Nachttöpfe und Leibstühle in Versailles

Eines der Rituale unter Ludwig XIV. war der öffentlich gehaltene Stuhlgang. Dabei erledigte der König Regierungsgeschäfte, empfing Gäste oder pflegte nur Konversation. Anschließend untersuchten drei Leibärzte des Königs »die letzten Armseligkeiten, die uns Mutter Natur auferlegt hat« und verfassten darüber Protokolle, die erhalten geblieben sind. Entsprechend dem Rang und der Stellung am Hof, konnten französische Leibstühle aus kostbaren Materialien gefertigte Kunstwerke sein. In Schloss Versailles, unter dessen Dächern bis zu 2000 Menschen gelebt haben, gab es unter dem Sonnenkönig 274 Leibstühle, sie waren den Angehörigen der königlichen Familie vorbehalten.

Ludwig XV. und Ludwig XVI. verrichteten ihr Geschäft im Stillen. Dafür gab es im Schloss die »Cabinets des affaires«. Wer ein solches »Cabinet« in seinen Zimmern haben wollte, musste es bei der königlichen Bauverwaltung beantragen.

Während es in England vereinzelt schon nach 1678 Toiletten mit Spülvorrichtungen gab (Schloss Longford), blieben die Leibstühle in Versailles bis zur Revolution in Betrieb. Ludwig XV. ließ sich allerdings ein Wasserklosett einbauen. Öffentliche Latrinen waren im Dachgeschoss von Versailles untergebracht. Wegen des Gestanks, der von dort ausging, wurden diese Kammern »Zimmer des Grauens« genannt. 1780 waren im Park 29 Abtrittgruben vorhanden. Bei der enormen Anzahl von Menschen, die Versailles bevölkerten, blieb die Unsitte, sich hinter Vorhängen, an Wandbespannungen, in Treppenhäusern und Fluren zu entleeren, bis zur Revolution die Regel.

Literatur:

William Newton: Hinter den Fassaden von Versailles, Berlin 2008

Alchemie

Friedrich hielt für kurze Zeit die alchemistische Goldgewinnung für möglich. Seine kritische und selbstkritische Weltsicht verhinderte nicht, dass er einer Scharlatanerie aufsaß. Dies war den Zeitumständen geschuldet; 1753 bestand für den Preußenkönig die reale Gefahr, von Russland angegriffen zu werden, das mit Ostpreußen liebäugelte, und England hatte es auf die preußische Enklave Friesland abgesehen. Friedrich musste sein Heer aufstocken, brauchte Geld, Kredite wollte er in der instabilen Lage mit stets wechselnden Fronten und Verbündeten nicht aufnehmen.

Michael Gabriel Fredersdorff (1708–1758), Friedrichs Kämmerer, Vertrauter und zuständig für alles Heikle, empfahl dem König in einem Schreiben vom Sommer 1753 eine Rezeptur zur Goldherstellung. Friedrichs erste Reaktion entsprach seinem gesunden Menschenverstand: »Ich danke Dir für Deine schönen Sachen; ich schicke Dir alles zurück. Gesundheit ist besser wie alle Schätze der Welt.« Fredersdorff ließ nicht locker und brachte das Gespräch wiederholt auf ein vermeintlich lohnendes Geschäft, weshalb der König im September 1753 kokettierte: »Du hättest mich bald verführt.«

Schließlich überließ der König seinem Kämmerer die zur »Transformation unreiner Materie in edles Metall« benötigten Goldbarren, und Fredersdorff beauftragte die Alchemistin »Madame Nothnagel« aus Berlin, im Namen des Königs ans Werk gehen. Ihre ersten Versuche schlugen fehl, Fredersdorff berichtete, und die Antwort des Königs lautete: »Mich deucht, es wird so gehen, wie ich es gedacht habe; die gute Frau bildet sich mehr von ihrer Wissenschaft ein, als es wahr ist. Könnte sie Gold machen, so hätte sie es längst gemacht. Ist es weder Gold noch Silber, was sie gemacht hat, so muss sie ja eine ganz neue Prozedur anfangen. Ich glaube nunmehr nicht ein Wort daran.«

So entschlossen belehrt, wie es sich liest, war der König dennoch nicht, denn sein nächster Satz in diesem Schreiben von Ende September 1753 lautet: »Wenn sie mich sprechen will, so kann sie um 3 Uhr in Manns-Kleidern drüben in die Kammer kommen.« Was auch geschah. Die so getarnte Alchemistin Nothnagel fand sich pünktlich im Park von Sanssouci ein, um dem König das Misstrauen zu nehmen. Friedrich teilte nach dem Treffen Fredersdorff mit: »Ich habe die Person gesprochen. Sie schwört Leib und Seele, dass sie alles erfüllen will, was sie gesagt hat. Ich habe ihr gesagt, ich glaube nicht ein Wort davon. Sie bleibt dabei und versichert, Mittwoch ein Stück fertig zu haben.«

Das künstlich hergestellte Gold sollte in der Berliner Münze untersucht werden und später in den Finanzkreislauf fließen, so die Vorstellung des Königs im September 1753: »Was du mir kürzlich von der Frau gesagt hast, gibt mir wirklich Hoffnung und glaube ich, wenn die letzte Probe Gold ist, dass man darauf Staat machen kann.« Die Alchemistin verlangte vom König einen Vertrag mit Anteilen am Geschäft – und erhielt ihn. Fredersdorff hatte für strenges Stillschweigen zu sorgen. Im Falle des Erfolgs käme Madame Nothnagel erst recht in die Pflicht, bei Nichterfolg sollte kein Mensch von der Angelegenheit erfahren, die Friedrich zum Gespött des aufgeklärten Europas machen würde.

Im November 1753 spekulierte der Preußenkönig darüber, wie viele neue Regimenter er mit dem Gold der »Frau« bezahlen könnte; mit 1 154 000 Talern wären 17 000 Mann zu unterhalten. Schließlich erkannte Fredersdorff, dass die Goldherstellung doch nicht so einfach war und sich viel länger hinzog, als der ungeduldige König zu warten bereit war; er entließ die Alchemistin, präsentierte Friedrich aber eine neue Koryphäe. Des Königs Antwort, »Ich habe alle meine Pläne verbrennet«, lässt vermuten, dass er die Goldherstellung ad acta legte. Aber schon im Dezember 1753 unterschrieb er einen Vertrag mit dem Alchemisten Drop über 8000 Taler Gehalt im Jahr. Dafür hatte Drop unbegrenzte Mengen des edlen Metalls herzustellen. Ende Dezember war des Königs Euphorie dann verflogen, bald über erhebliche Nebeneinkünfte verfügen zu können. Friedrich ließ Fredersdorff wissen: »Ich glaube an keine Goldmacher mehr in meinem Leben. Dem Herzog von Braunschweig ist es wie mir ergangen, er hat es mir erzählt. Er hat über 10 [Goldmacher] in seiner Festung. Ich bin nicht so schlimm, ich lasse sie laufen … Aus 3 Millionen hat Madame Nothnagel 3 Taler gemacht, und weiß der Himmel, ob es nicht ordinär geschmolzenes Silber ist.«

Fredersdorff bekam den Auftrag, mit dem erfolglosen Drop zu verhandeln. Gegen absolute Diskretion bezüglich seines Vertrags mit dem König sollte Drop einmalig 8000 Taler erhalten; damit wäre Drop abgefunden. Der willigte ein und Friedrich zahlte in Raten. Das Thema Goldherstellung war endgültig zu einem roten Tuch für den König geworden, das in seinem späteren Leben keine Rolle mehr spielte.

siehe Wissenschaften

Literatur:

Johannes Richter: Die Briefe Friedrichs des Großen an seinen vormaligen Kammerdiener Fredersdorff, Berlin 1926

Alchemie bis zum 18. Jahrhundert

Die Vorsilbe des Wortes ist arabischen Ursprungs, chemica, die Lehre vom Feuchten, griechischer Herkunft. Bei den alten Chinesen und Ägyptern wurde diese mit einem philosophischen System unterfütterte Wissenschaft gepflegt und galt als »Läuterung und Erlösung der in der dunklen Welt der Erdhaftigkeit verborgenen Natur von Mensch und Welt … die mit dem Absterben der materieverhafteten Leiblichkeit als Voraussetzung des Aufstiegs in reinere Regionen verbunden ist«, wie im Lexikon der magischen Künste nachzulesen ist.

Die alten Chinesen suchten mit Hilfe der Elemente Feuer, Wasser, Luft, Erde und Holz die Transformation von Geist und Materie in ein Elixier zur Erlangung des ewigen Lebens. Die Ägypter zogen bei dieser Suche auch Planetenkonstellationen hinzu, woraus sich die Astronomie entwickelte. Die alten Griechen benutzten den Destillationsapparat, um das Arkanum zu finden, die Formel für den Stein der Weisen, eine geheimnisvolle Substanz, mit der unedle Metalle in Gold verwandelt werden könnten.

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