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Friedhof der Elefanten

Pete Hackett

Friedhof der Elefanten

Cassiopeiapress Spannung





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Friedhof der Elefanten

von Pete Hackett

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author (Peter Haberl)

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Kapitel 1: Ein Mann namens Frank Dakota

Die Maschine landete planmäßig auf dem Flughafen von Brazzaville. Die Menschen erhoben sich und holten ihr Handgepäck aus den Fächern über den Sitzen. Es dauerte noch ein wenig, dann durften sie das Flugzeug verlassen.

Unter den schiebenden und drängelnden Passagieren befanden sich John Jackson, Joey McGrady und Bill Russell, drei Jugendliche, die in der Hauptstadt des Kongo ihren Urlaub verbringen wollten.

Joey McGrady machte ein säuerliches Gesicht. »Man muss aufpassen, dass sie einem nicht die Füße wegtreten«, brummte er John Jackson zu. »Die sind echt krass drauf.«

»Der erste Vorgeschmack auf die Abenteuer, die uns erwarten«, erwiderte John und grinste. »Die schieben und drängen wirklich, als gäbe es dort vorne was umsonst.«

»Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen«, meinte Bill Russell, der Rotblonde mit den tausend Sommersprossen im Gesicht.

Eine Flugbegleiterin stand am Ausgang und wünschte ihnen einen schönen Aufenthalt. Joey zwinkerte ihr zu. Die junge Lady lächelte stereotyp.

»Du könntest mir den Urlaub versüßen, Baby«, sagte Joey und grinste sie an.

Das Lächeln der schönen Stewardess gefror.

»Plumpe Anmache«, knurrte John Jackson. »Jetzt weiß ich, warum du überall abblitzt.«

»Ha, ha«, machte Joey. Sein Grinsen war verschwunden und er schaute beleidigt drein.



Sie stiegen im Hotel »Le Meridien Brazzaville« ab. Dort begaben sich die Jungen auf ihre Zimmer und packten erst mal aus.

Eine Stunde später, nachdem sie geduscht und sich umgezogen hatten, trafen sie sich in der Hotelbar.

Dort saßen insgesamt vier Leute, drei Männer und eine Frau. Einer der Männer und die Frau gehörten offenbar zusammen. Sie belegten einen der kleinen Tische, um die herum schwarze Polstermöbel gruppiert waren.

Die beiden anderen Männer saßen an der Bar. Sie tranken Bier.

Die drei Jungen holten sich Wasser und ließen sich an einem freien Tisch nieder. Leise Musik spielte.

»Cheers«, sagte John Jackson und hob sein Glas. »Bin neugierig, was uns das Land zu bieten hat.«

»Savanne, Regenwald, Affen und Elefanten«, sagte Joey McGrady geringschätzig. »Ich behaupte immer noch, dass wir an irgendeinen Strand hätten fliegen sollen. Da gäbe es wenigstens ein paar Girls, die wir hätten anmachen können.«

John Jackson winkte ab. »Morgen geht es zu den Bouenza-Wasserfällen, übermorgen in das Léfini-Naturschutzgebiet«, sagte er. »Und dann …«

Er brach ab, weil einer der beiden Männer an der Bar recht laut sagte: »Warum kommen Frank und die anderen nicht? Verdammt! Pünktlichkeit ist auch nicht ihre Stärke.«

»Sie sind vielleicht aufgehalten worden«, gab der andere zu bedenken. Beide sprachen sie mit amerikanischem Akzent. »Sei nicht immer gleich so ungeduldig.«

»Ich bin gespannt, ob sie das Geld aufgetrieben haben. Wenn nicht, gucken wir in die Röhre.«

»Tja, dann haben wir eben Pech gehabt. Dann finden Hooker und seine Leute vor uns den  … Aaah, da kommt Frank.«

Durch die Eingangstür betraten drei Männer die Hotelhalle. Sie waren mit Jeans, hellen Hemden und leichten Jacken bekleidet und auf ihren Köpfen saßen Hüte.

Irgendwie faszinierten diese Erscheinungen John Jackson. Sie sahen verwegen aus - wie Gestalten aus einem Abenteuerfilm. Indiana Jones und Lara Croft kamen ihm in den Sinn.

»Starr die Kerle nicht so an«, knurrte Bill Russell. »Die sehen nicht aus, als wäre mit ihnen gut Kirschen essen.«

Die drei Typen gingen zur Bar, ohne jemanden zu beachten. Sie bewegten sich geschmeidig, fast wie Raubtiere. Von ihnen ging etwas aus, das John Jackson in den Bann zog.

»Und?«, fragte der Mann an der Theke, der davon gesprochen hatte, dass sie in die Röhre gucken würden, wenn ihre Gefährten kein Geld auftrieben.

»Pech gehabt.«

»Er verweigert uns das Geld?«, stieß der Mann an der Bar geradezu fassungslos aus.

»Ja. Er meint, es wäre zum Fenster hinausgeworfen, da es diese legendären Elefantenfriedhöfe nicht gibt.«

»Aber …«

»Kein Aber. Wir können die Sache abhaken. Aus, Schluss, vorbei. Wir fliegen übermorgen nach New York zurück.«

»Es war ein Fehler, nach Brazzaville zu fliegen, ohne von dem alten Dummkopf eine feste Zusage zu haben. Nun, wir waren der Meinung, dass es schon funktionieren würde, wenn wir erst mal hier sind. Das war ein Trugschluss.«

»Hast du das gehört«, murmelte Joey. »Der hat von einem Elefantenfriedhof gesprochen.«

»Davon habe ich mal gelesen«, sagte Bill. »Angeblich zieht es alte Elefanten kurz vor ihrem Tod zu bestimmten Orten, wo sie sich zum Sterben niederlegen. Diese verborgenen Orte nennt man Elefantenfriedhöfe, weil dort die Überreste vieler toter Elefanten liegen. Und somit auch sehr viel kostbares Elfenbein.« Er schüttelte den Kopf und sagte: »Aber es gibt keine Elefantenfriedhöfe. In einer wissenschaftlichen Abhandlung …«

Er brach ab, denn bei der Bar erklang wieder eine tiefe Stimme: »Lächerliche fünftausend Dollar. Was ist bloß plötzlich in den Alten gefahren? Es gibt den Friedhof. Davon bin ich überzeugt. Aber pfeif drauf. Sollen ihn eben Hooker und seine Leute finden. Dann beißt sich der Alte selbst in den Hintern.«

»In einer wissenschaftlichen Abhandlung über dieses Phänomen habe ich mal gelesen«, fuhr Bill Russell fort, »dass …«

»Verschon uns!«, unterbrach ihn Joey und verdrehte genervt die Augen. »Wir haben Ferien. Ich will nichts hören über wissenschaftliche Abhandlungen und ähnlichen Quatsch. Wir sind hier, um etwas zu erleben. Wobei ich nach wie vor der Meinung bin, dass wir an einem Badestrand besser aufgehoben wären. Mädchen, Jungs - Girls, Girls, Girls! Was interessieren mich Wasserfälle, was interessiert mich dieses Naturschutzgebiet?«

»Hau nicht so auf den Putz, Joey.« John Jackson lachte. »Wir kennen deinen Hang: Du träumst davon, die Mädchen reihenweise zu vernaschen. Allerdings waren deine bisherigen Aktivitäten auf diesem Gebiet nicht besonders erfolgreich. Bei neunundneunzig Prozent bist du schmählich abgeblitzt. Und weißt du, woran das liegt?«

»Weil diese Schnepfen doof sind!«, maulte Joey McGrady. »Sie haben ja keine Ahnung, was sie verpassen. Selber schuld.«

John und Bill lachten.

Die Männer an der Bar entfernten sich, gingen zum Aufzug, warteten, bis sich die Türen öffneten, dann stiegen sie in die Liftkabine und verschwanden kurz darauf aus dem Blickfeld der drei Jungs.

»Ich bin müde«, sagte Bill, nachdem er sein Glas ausgetrunken hatte. »Werde mich wohl 'ne Stunde aufs Ohr legen. Für heute steht ja nichts mehr auf dem Plan. Also relaxen wir ein wenig.«

»Ich werde mich auch flachlegen«, erklärte Joey. »Vielleicht träume ich von 'nem Girl, das …« Er brach ab und erhob sich. »Vergesst es. Auf eure blöden Kommentare kann ich verzichten.«

John und Bill lachten amüsiert.



Wenig später saß John Jackson allein am Tisch. Träge arbeiteten seine Gedanken. Auch er war müde, aber John fand, dass die Nacht reichte, um sich auszuschlafen.

Plötzlich kam jener Mann zurück, der die Nachricht überbracht hatte, dass »der Alte« kein Geld herausrücken wollte. Er ging zur Bar und bestellte sich ein Bier.

Seine Haare waren blond, er war schlank und wirkte ausgesprochen sportlich.

Der Keeper stellte ihm ein Bier hin und er trank einen Schluck.

John Jackson erhob sich und ging, sein Glas Wasser in der Hand, zum Tresen, stellte sich neben den großen Mann und sagte: »Sie glauben daran, dass es einen Elefantenfriedhof gibt, Sir?«

Der Mann drehte den Kopf. »Hast du unser Gespräch belauscht?«

»Das war nicht nötig. Sie sprachen laut genug. Mein Name ist übrigens John Jackson. Meine Freunde und ich machen hier Urlaub. Wir kommen aus London.«

Der Mann reichte John die Hand. »Frank Dakota. Meine Freunde und ich stammen aus New York. Wir sind nach Brazzaville geflogen, weil wir annahmen, dass uns Mister Shannon eine Expedition in den Regenwald finanzieren würde.«

»Wo Sie einen der Elefantenfriedhöfe vermuten.«

»So ist es. Der Alte lehrt an der Uni hier in Brazzaville. Er ist Anthropologe. Wir waren schon zweimal im Busch auf der Suche nach dem Friedhof. Jetzt gibt es neue Hinweise. Aber er will nicht mehr. Er meint, das Geld wäre zum Fenster rausgeschmissen.« Er schaute den Jungen an. »Weißt du denn, was ein Elefantenfriedhof ist?«

John nickte. »Alte Elefanten begeben sich dorthin, um zu sterben. Es sind verborgene, geheime Orte.«

»So ist es.«

»Wie viel brauchen Sie?«

»Warum willst du das wissen, Junge?«

»Es interessiert mich. Vielleicht kann ich Ihnen helfen.«

»Du!?«

»Warum nicht?«

»Na schön.« Dakota dachte kurz nach. Dann sagte er: »Wir brauchen Träger für unser Gepäck. Außerdem müssen wir uns mit Proviant und allerlei anderen Dingen eindecken. Fünftausend Dollar – lächerliche fünftausend Bucks. Ich habe das Geld nicht. Der Alte hätte es, aber er hustet uns was. Ich dachte, wenn wir vor Ort …« Frank Dakota verstummte und winkte ab.

»Wie lange werden Sie unterwegs sein?«

»Ich weiß es nicht. Vielleicht eine Woche, möglicherweise auch zwei oder vier.«

»Ich werde Ihnen das Geld beschaffen, Mr Dakota!«

»Was!«, rief Dakota verblüfft.

»Ja. Das interessiert mich. Meine Freunde und ich haben allerdings nur drei Wochen Zeit …«

»Du bist noch verdammt jung«, sagte Dakota. »Woher willst du fünftausend Dollar zaubern?«

»Ich denke, dass mein Vater bereit wäre, Ihnen die fünftausend Dollar zur Verfügung zu stellen«, erklärte John. »Er besitzt einen Verlag und das Thema Elefantenfriedhof interessiert ihn sicher.«

»Unter der Voraussetzung, dass wir euch drei mitnehmen, was?«

John verzog den Mund. »Entscheiden Sie sich, Mister Dakota. Sie wollen doch die Expedition durchführen. Meine Freunde und ich werden Ihnen auch ganz bestimmt nicht zur Last fallen.«

Dakota zauderte. Dann sagte er: »Ich glaube nicht, dass dein Vater so mir nichts dir nichts fünftausend Bucks locker macht. Ich kann ihm keinen Erfolg versprechen.«

»Wir treffen uns in einer Stunde wieder an der Bar, Mister Dakota. Dann habe ich geklärt, ob Sie das Geld bekommen, und Sie können sich in der Zwischenzeit darüber klar werden, ob Sie mit meiner Bedingung einverstanden sind.«

Frank Dakota schaute den Jungen prüfend an. »All right, ich habe mich soeben entschieden. Ja, ich nehme dich und deine Freunde mit. Ist das ein Wort?«

John Jackson nickte.

Dann begab er sich in sein Zimmer und telefonierte …



Als John nach einer Stunde wieder die Hotelbar aufsuchte, saß Frank Dakota schon an einem der Tische. Fragend und voll angespannter Erwartung blickte er dem Jungen entgegen.

John setzte sich. »Mein Vater will die Exklusivrechte, wenn Sie den Elefantenfriedhof finden. Wenn Sie damit einverstanden sind, wird er das Geld per Eilüberweisung auf eine hiesige Bank transferieren. Vorher aber will er mit Ihnen sprechen.«

»Hast du ihm gesagt, dass ihr mit uns kommen wollt?«

John Jackson grinste frech. »Wir wollen meinen Dad doch nicht mit Details belästigen.«

Dakota schüttelte mürrisch den Kopf. »Bist du dir auch im Klaren drüber, dass ich die Verantwortung für dich und deine Kumpels trage? Dein Vater wird mir den Kopf abreißen, wenn einem von euch etwas zustößt!«

»Wir haben einen Vertrag geschlossen, Mr Dakota. Fünftausend Dollar ― alles oder nichts. Nur ich habe die Vollmacht, das Geld abzuheben.«

»Du bist eine kleine Kanaille, mein Junge!«

»Wenn Sie das sagen, Mr Dakota …«

»Sag Frank zu mir.«

»In Ordnung, Frank.«

»Du darfst den Busch niemals unterschätzen, John«, mahnte Dakota in tiefem Ernst. »Aber okay. Ich hoffe nur, dass dein Vater mit keine entsprechenden Fragen stellt, denn ich werde ihn bestimmt nicht belügen. Es wird wohl am Besten sein, wenn ich gleich mit ihm telefoniere.«

»Gehen wir in mein Zimmer.«

Eine halbe Stunde später hatte Frank Dakota die Zusage. Am folgenden Tag würde das Geld auf einer Bank in Brazzaville sein. Den Namen der Bank und den Code, mit dem das Geld abgehoben werden konnte, wollte Johns Vater James Jackson seinem Sohn mitteilen.



An diesem Abend saß die kleine Gruppe, die zu Frank Dakota gehörte, zusammen mit den drei Jungen in der Hotelbar. Dakota und seine Männer waren guter Dinge.

Als jedoch ein etwa fünfundvierzigjähriger Mann in einem dunklen Anzug die Bar betrat, verfinsterte sich die Miene von Frank Dakota, und seine Brauen schoben sich zusammen. »Was will denn Hooker hier?«

Der Ankömmling hatte sich umgeschaut und trat auf den Tisch zu, an dem Frank Dakota saß. Er grinste herablassend.

Vor dem Tisch hielt er an, stemmte die Arme in die Seiten und meinte: »Ich habe schon gehört von Ihrem Pech, Dakota. Man bekommt ja richtig Mitleid mit Ihnen.«

»Sparen Sie sich das, Hooker!«, blaffte Frank Dakota. »Im Übrigen freuen Sie sich zu früh. Wir werden die Expedition durchführen. Da staunen Sie, was? Aber fragen Sie erst gar nicht - ich werde Ihnen nicht verraten, wer die Expedition finanziert. Und noch etwas, Hooker: Versuchen Sie nicht, uns zu folgen!«

Hookers Mundwinkel sanken geringschätzig nach unten. »Ich – Ihnen? Machen Sie sich nicht lächerlich, Dakota.«

»Sie sitzen mir auf den Fersen, seit wir die erste Expedition durchgeführt haben. Weil Sie denken, dass ich Sie zu dem Elefantenfriedhof führen kann. Ich werde den Friedhof auch finden, Hooker. Aber Sie werden außen vor sein. Mein Wort drauf.«

Hooker legte den Kopf in den Nacken und lachte.

Plötzlich aber wurde sein Gesicht ernst. Er schob das Kinn vor, tippte sich mit dem Daumen gegen die Brust und knurrte: »Ich werde den Friedhof finden, Dakota. Und Sie werden mir diesen Erfolg nicht streitig machen. Geben Sie sich keinen Illusionen hin. Wenn den Elefantenfriedhof einer findet, dann bin das ich mit meinen Leuten!«

Er machte abrupt kehrt und schritt davon.

»Was war das für ein komischer Typ?«, fragte Joey McGrady.

»Stanley Hooker. Ein Abenteurer, der so wie wir aus den USA stammt. Er ist seit Jahren auf der Suche nach dem Elefantenfriedhof. Ein übler Zeitgenosse, der seine Expeditionen selbst finanziert. Hooker hat von seiner Familie ein beträchtliches Vermögen geerbt. Allerdings hat er keinen Charakter. Um einen der legendären Friedhöfe der Elefanten zu finden, würde er wahrscheinlich die Seele seiner Großmutter dem Satan verkaufen.«

John Jackson machte sich seine Gedanken. Auch ihm hatte dieser Stanley Hooker nicht gefallen. Etwas Unerfreuliches ging von diesem Mann aus, etwas, das ihn nicht sympathisch machte und wenig vertrauenerweckend war.



Kapitel 2: Auf ins große Abenteuer!

Drei Tage später brachen sie auf. Johns Vater hatte sich bei Frank Dakota die Exklusivrechte auf die Story gesichert, falls die Expedition tatsächlich einen der legendären Elefantenfriedhöfe finden sollte.

Joey McGrady war gar nicht so begeistert von der ganzen Sache. Das war nicht seine Welt. Er liebte das bequeme Leben und scheute Strapazen.

Aber Joey hatte keine Wahl. Denn Bill Russell war genauso wie John versessen darauf, mit den Amerikanern in den Busch zu ziehen. Und allein wollte Joey nicht im Hotel zurückbleiben. Also biss er in den sauren Apfel.

Sie hatten ein Dutzend schwarze Träger angestellt, die sie für ein paar Dollar begleiten würden. Außerdem hatten sie einen Führer, einen Bantu, der sich im Busch auskannte.

Die eingeborenen Träger machten einen überaus freundlichen Eindruck auf John.

Sie setzten sich auf die Ladefläche eines alten Lastwagens, wo auch die Packen mit den Zelten und Vorräten verfrachtet wurden. Die fünf Amerikaner und die drei Jungen fuhren in Jeeps und einem Landrover. Die Fahrt ging nach Norden.

Anfangs benutzten sie noch Straßen. Dann ging es in die Wildnis. Savanne soweit das Auge reichte. Hier und dort fristete ein einsamer Baum sein kümmerliches Dasein.

Antilopen weideten und ergriffen die Flucht, wenn die Wagen in ihre Nähe kamen.



Als sich der Tag dem Ende neigte, waren in weiter Ferne die Buckel eines Felsmassivs zu sehen. Die Sonne stand über dem Plateau im Westen. Sie hatte eine blutrote Färbung angenommen. Wolkenbänke zogen vor den Sonnenuntergang und schienen an ihren Rändern zu glühen.

Sie schlugen die Zelte auf. Mit Spirituskochern wurde Konserveneintopf aufgewärmt. Die Löffel klapperten in den Essgeschirren.

John Jackson saß neben Frank Dakota. »Sie sagten, Frank, es gebe Anhaltspunkte dafür, dass es den Elefantenfriedhof wirklich gibt. Damit haben Sie auch meinen Vater überzeugt. Was sind das für Anhaltspunkte?«

»Es ist der Bericht eines Mannes namens Eduard Baxter. Er ist alten und kranken Elefanten nach Norden gefolgt. Bezeichnend ist auch, dass man niemals die Überreste von Elefanten findet, die eines natürlichen Todes gestorben sind. Warum wohl nicht? Weil die Tiere, wenn sie merken, dass sie sterben, zum Elefantenfriedhof marschieren. Die Sage berichtet, dass einheimische wilde Krieger diesen Friedhof bewachen. Aber das konnte noch niemand bestätigen, weil ja noch niemand bis zu dem sagenhaften Elefantenfriedhof vorgedrungen ist.«

»Was ist mit Baxter?«, fragte Bill Russell.

»Er musste umkehren. Ihm gingen die Vorräte aus. Außerdem, so schreibt er in seinem Bericht, mehrten sich die Zeichen, dass er sich auf geheiligtem Boden bewegte, und die Eingeborenen verstehen da keinen Spaß.«

»Das verstehe ich nicht«, murrte Joey. »Dieser Baxter war dicht davor, sein Ziel zu erreichen, und dennoch ist er kurz vorher umgekehrt? Er wäre ein berühmter Mann geworden. Hätten Sie auch so gehandelt, Frank?«

»Zu der Zeit, in der Baxter nach dem Friedhof suchte – ja. Das war vor siebzig Jahren. Damals war noch einiges anders als heute. Wenn ein Weißer heiligen Boden betrat, war das für die Eingeborenen ein Sakrileg, das den Tod unweigerlich nach sich zog.«

»Das ist doch alles voll bescheuert!«, maulte Joey McGrady unvermittelt los. »Glaubt mir, Leute, es gibt diesen beknackten Elefantenfriedhof nicht. Wir werden tagelang durch den Dschungel irren und halb verhungert und krank in die Zivilisation zurückkehren. Und während irgendwelche Typen in den Discos die Girls aufreißen, liege ich im Bett und ringe mit dem Tod.«

»Was hat der für ein Problem?«, fragte einer der Amerikaner kauend. Sein Name war Dennis Anderson.

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