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Franziskas Haus

Alfred J. Schindler

 

Franziskas Haus

 

Horrorthriller

 

von

 

Alfred J. Schindler

 

 

 

 

VORWORT

 

 

Als wir in unser neues (altes) Haus, das Franziska in Gerstendorf gekauft hatte, eingezogen waren und alles seinen Platz gefunden hatte, veranstalteten wir ein großes Gartenfest. Eigentlich war es Franziskas Haus, denn sie hatte das nötige Kleingeld für den Kauf von ihrem Lieblingsonkel geerbt. Das Anwesen war etwa 90 Jahre alt, aber ich hatte sehr viel renoviert. Wochenlang arbeitete ich in und an dem Haus, bis es endlich hergerichtet war. Mehr als dreißigtausend Euro hatten wir zusätzlich in das Haus investiert. Viele Verwandte und Freunde, die wir von früher her kannten, auch Nachbarn, kamen. Sie waren von dem Haus, von den alten, verschnörkelten Fenstern, der verzierten Haustüre, überhaupt von dem gesamten Ambiente hellauf begeistert, genau wie wir. Auch der große Garten hatte es ihnen angetan. Es war Mitte August, das Wetter spielte mit und ich grillte im Garten, während Franziska unseren Gästen das Haus zeigte. Sie gab unserem Haus einen Namen.

 

Sie taufte es „Sherry“.

 

Sie vollzog das Ritual ganz offiziell – direkt vor all unseren Gästen. Und diese waren mehr als erstaunt.

 

Eine Tante fragte Franziska: „Seit wann tauft man denn Häuser? Ich dachte immer, dass nur große Schiffe getauft werden!“

„Ich habe mir vorgenommen, ihr einen Namen zu geben.“

„Wieso ihr? Ist das Haus nicht ein Es? – Das Haus?“

 

Für mich ist es eine Sie, Tante Gertrud.“

 

Franziska zerschlug eine volle Flasche Sekt an der Mauer des Hauses und rief, während wir Männer unser Bierhumpen in Händen hielten:

 

Hiermit taufe ich dich - Sherry!“

 

Die Gäste schauten und wunderten sich.

Ich auch.

Einige klatschten.

Andere lachten.

Und Tante Elfriede glotzte.

 

 

01

 

 

Links von uns steht das Haus der Familie Müller. Auch es hat einen großen Garten, der bepflanzt ist. Sie haben zwei kleine Kinder, ein Mädchen und einen Jungen. Ihr Haus ist umzäunt, genau wie das Anwesen der Familie Schmid, das rechterhand in ihrem geräumigen Haus wohnt. Die Kinder der Schmids sind schon etwas älter – zwei Jungen. Es gibt keinerlei Probleme zwischen uns. Im Gegenteil: wenn einer von uns irgendein Werkzeug braucht, leiht man es sich eben aus. Was der Eine nicht kann, kann der andere. Die Atmosphäre und der Zusammenhalt stimmen. Und das ist uns sehr wichtig. Ja, wir verstanden uns von Anfang an, und so sollte auch bleiben. Wir sind sehr glücklich, dieses Haus gekauft zu haben.

 

Ich arbeite seit vielen Jahren im Außendienst als Staubsaugervertreter und Franziska ist Hausfrau. Zurzeit habe ich Urlaub. Wir leben in Ruhe und Frieden in unserem geliebten Haus “Sherry“. Unsere Ehe ist leider kinderlos geblieben, aber mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt.

 

Zumindest ich.

 

Ich mähe gerade mit unserem lauten Motormäher den Rasen, als Franziska von der Terrasse ruft:

 

„Manfred, das Essen ist fertig! Komm bitte!“

„Ja, gleich!“

„Beeile dich. Es wird kalt!“

„Ich komme ja schon, Franziska!“

„Willst du ein kühles Bier?“

„Ja, bitte hole zwei Flaschen. Ich verdurste fast!“

 

Es ist dreizehn Uhr. Die Sonne sticht mit Brachialgewalt auf uns herab. Ich stelle den Rasenmäher ab und gehe Richtung Haus. Ich bin ziemlich verschwitzt und überlege, ob ich mich vor oder nach dem Essen duschen soll.

 

„Dusch dich erst nach dem Essen, Manfred. Das Fleisch wird sonst kalt.“

„Ich habe es vernommen, meine Herzallerliebste!“

 

Unser Garten ist ziemlich groß. Es befinden sich mehr als ein Dutzend Apfel- und Kirschbäume darin. Außerdem haben wir einen Brunnen. Ringsum unser Grundstück habe auch ich, genau wie unsere Nachbarn, einen hohen Holzzaun, der mit Efeu durchzogen ist, errichtet. Schließlich wollen wir nicht von irgendwelchen Leuten, die auf dem Bürgersteig laufen und hereinblicken wollen, gestört werden.

 

Wir leben gerade mal drei Monate in Sherry, unserem Haus, als es losgeht:

 

Wir sitzen gemeinsam am Küchentisch und speisen. Es gibt Gulasch mit Semmelknödeln, mein Leibgericht. Wir haben uns ins Haus zurückgezogen, weil es ziemlich regnet. Plötzlich sagt Franziska:

 

„Manfred, ich finde unser Haus ist aufdringlich.“

„Wie bitte?“

„Es ist aufdringlich.“

„Wieso das denn?“

„Ich habe dieses Gefühl schon länger.“

 

Ich tue natürlich so, als ob ich ihr glauben würde. Ich weiß, wie empfindlich sie sein kann.

 

„Und warum hast du mir nichts davon erzählt?“, frage ich scheinheilig.

„Ich wollte nicht.“

„Dachtest du, ich glaube dir nicht?“

„Ja.“

„Hast du kein Vertrauen zu mir?“

„Doch.“ Es klingt etwas gequält. Nicht sehr überzeugend.

„Aber Franziska, wie kann denn ein Haus aufdringlich sein?“

„Es ist aufdringlich!“

Ich lache: „Aber nur, wenn ich nicht zu Hause bin, oder?“

„Ja, gerade dann.“

„Macht es dich an?“

„Du nimmst mich nicht ernst.“ Sie schmollt. Ihre blauen Augen blitzen.

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