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Fortuna Girls – Nichts kann uns stoppen!

Über dieses Buch

Band 2 der Mädchenfußballserie mit Tipps & Tricks der Ex-Nationalspielerin Nia Künzer: Die Fortuna Girls lassen sich von ihrer Niederlage gegen die Jungs nicht unterkriegen. Gemeinsam bringen sie ihren Treffpunkt, den alten Kahn am Hafen, auf Vordermann und trainieren in jeder freien Minute. Nach einem Sieg gegen ein anderes Mädchenteam überbringt Benni eine Einladung zu einem neuen Duell. Dabei ist er so süß, dass sich Felicitas gegen ihren Willen in ihn verliebt – ausgerechnet in den Anführer ihrer Gegner. Aber was soll’s: Gefühle kann man nicht beeinflussen, oder? Doch meint Benni es wirklich ernst?

Über die Autoren

Peter Grossmann, geboren 1963, ist studierter Sportlehrer und seit 1996 das Sportgesicht im ARD-Morgenmagazin. Als Reporter begleitete er bereits viele sportliche Großereignisse und ist selber leidenschaftlicher Fußballfan. Außerdem liebt er es, sich Geschichten auszudenken und hat schon zahlreiche Bücher veröffentlicht. Peter Großmann lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Dortmund.

Nia Künzer, geboren 1980 in Botswana, wuchs im hessischen Wetzlar auf, wo auch ihre Karriere als Fußballerin begann. Von 1997 bis 2005 spielte sie in der Nationalmannschaft und gewann mit ihr 2003 den ersten Weltmeistertitel. Bis 2008 war sie mit dem Gewinn vieler Titel für den 1. FFC Frankfurt aktiv. Heute arbeitet Nia Künzer im Hessischen Innenministerium und ist Frauenfußball-Expertin in der ARD.

Über den Illustrator

Daniel Ernle, geboren 1981, ist seit 2003 Grafiker, Illustrator und Screendesigner. Er arbeitet für verschiedene Verlage und andere Unternehmen, u. a. Peta, Red Bull und Disney. Seine Arbeiten erhielten zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2013 einen Bronzenen Löwen in Cannes. Daniel Ernle lebt mit seiner Familie im Allgäu.

BASTEI ENTERTAINMENT

Hallo Mädels,

es gibt Tage, an denen läuft es einfach nicht rund. Ihr habt die Deutscharbeit verhauen, euch mit eurer besten Freundin zerstritten oder eben das letzte Fußballspiel verloren. Vielleicht erinnert ihr euch noch? Beim letzten Mal haben die Fortuna Girls eine haushohe Niederlage gegen die Unbeatables einstecken müssen. Ein herber Schlag. Doch davon lassen sie sich nicht unterkriegen, sondern trainieren einfach weiter. Und schon bald steht das nächste große Spiel an, diesmal gegen ein anderes Mädchenteam – das aber auch nicht ganz ohne ist …

Wie ihr euch auf ein wichtiges Spiel vorbereitet und wie ihr die Nerven behaltet, erzähle ich euch später. Und natürlich zeige ich euch auch wieder ein paar coole Tricks, mit denen ihr eure Gegner ganz schön alt aussehen lassen könnt. Wie leicht sie nachzuspielen sind, seht ihr in den kurzen Filmen im Internet unter www.luebbe.de/fortunagirls. Schaut einfach mal rein!

Aber jetzt wünsche ich euch erst mal viel Spaß mit den Fortuna Girls!

Bis später,

Eure Nia Künzer

Doppelter Übersteiger

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Lauf mit dem Ball.

Wenn der Ball links neben dir rollt, heb dein rechtes Bein in einem Bogen über den Ball.

Lande auf dem rechten Fuß und mach jetzt die gleiche Bewegung noch mal mit links.

Wiederhole die Übersteiger so oft wie nötig, um deinen Gegner zu verwirren. Zum Schluss dribbelst du rechts außen schnell an ihm vorbei.

Mittags in Erfurt

Es war nur so ein Gedanke, aber er beschäftigte Felicitas schon eine ganze Weile. Was wäre, wenn die Geschichte mit ihren Fortuna Girls gar nicht wahr wäre? Wenn sie sich das alles nur einbildete? Eine Halluzination, eine Fata Morgana, eine Luftblase! Mit einem lauten Knall könnte alles verschwinden. Der Traum ist aus. Return. Alles auf Anfang.

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Sie stellte sich diese Frage öfter, seit ihr Leben in Erfurt sich so positiv verändert hatte. Sie stand auf, ging im Zimmer umher und begann zu reden wie auf einer Theaterbühne, auf der gerade eine Gerichtsverhandlung gespielt wurde.

»Hohes Gericht, liebe Geschworene: Bitte sehen Sie dieser Person ihre Verwirrtheit nach. Sie ist nur ein Mädchen, das von Dortmund nach Erfurt umziehen musste und dadurch vermutlich schwere traumatische Störungen erlitten hat. Die Trennung von ihrem alten Fußballteam, die neue Stadt, die blöden Jungs und vor allem die fehlende Mädchenmannschaft. All dies hat dazu beigetragen, dass Felicitas González, genannt Messi, nun an Halluzinationen leidet. Sie denkt, sie hätte Freundinnen gefunden. Sie gibt vor, ein Team von unschlagbaren Jungs an den Rand einer Niederlage gebracht zu haben. Wir müssen Geduld mit ihr haben. Dann kommt sie auch wieder zu sich – Aua!«

Plötzlich schrie sie auf. Sie hatte einen Stich in der Wade gespürt. Ein Muskelfaserriss, ohne sich bewegt zu haben? Wie soll das gehen? Selbst Doktor Müller-Wohlfahrt, der Arzt, dem die Fußballer vertrauen, würde vor einem Rätsel stehen. Sie ging im Kopf schon die Schlagzeilen durch: »Junges Nachwuchstalent stehend k. o.« Oder: »Wunder der Medizin! Spanierin hat neuartige Reißmuskeln!!!«

Aber die Erklärung für ihren Schmerz stand hinter ihr, war einen Kopf kleiner als sie und nannte sich Pedro.

Er grinste breit und hielt eine Gabel in der Hand. »Du hast so komisch vor dich hin geredet, und da wollte ich, dass du aufwachst«, erklärte Pedro schulterzuckend und sah seine große Schwester dabei unschuldig an.

»Du stichst mich mit einer Gabel?« Messi baute sich drohend vor ihm auf.

»Ja, es gibt nämlich Essen. Oma hat gekocht. Erfurter Allerlei!«

»Was soll das sein?« Messi kannte nur Leipziger Allerlei. Das war ein Gemüsegericht.

»Hamburger mit Wiener Würstchen. Und als Nachtisch einen Amerikaner!« Pedro leckte sich voller Vorfreude die Lippen.

»Du hast die Vorspeise vergessen«, sagte Messi und schaute ihn ernst an. »Als Vorspeise gibt es Spanier. Kleinen Spanier!« Sie tat so, als wollte sie ihren Bruder jagen. Schreiend rannte Pedro aus dem Zimmer.

Messi lachte. Super, dachte sie. Erst kocht Oma, und dann geht es zum Treffen der Fortuna Girls. Das ist ein perfekter Sonntag. Sie schaltete den Computer an und schickte noch schnell eine Botschaft an ihre alten Teamkameradinnen nach Dortmund.

13:18 UHR

Hallo ihr, hier eure Messi aus der Enklave Erfurt. Ihr seid wahrscheinlich gerade auf dem Weg zum Spiel. Und wisst ihr was: Ihr werdet es gewinnen, da bin ich sicher! Natürlich wäre ich gerne dabei, aber hey, ich habe tatsächlich einiges zu tun in der Stadt der schlimmsten Jungs auf der ganzen Welt! Deshalb war absolut keine Zeit für lange Nachrichtensendungen aus Thüringen. Nächste Woche ist nämlich das große Frühlingsfest in der Schule angesagt. Dafür macht Papa das Essen und darf sogar die Bühne rocken mit einer Runde Flamenco. Es gibt also viel vorzubereiten. Und Ronja, unser lebendes Lexikon, hat die Qualifikation für das Schulduell gewonnen. Sie tritt im Quiz gegen einen Lehrer an. Ich hoffe, sie gewinnt. Der Preis ist ein Tag schulfrei für sie und fünf Mitschüler. Wir werden dann den ganzen Tag auf unserem Kahn chillen. Die Jungs müssen zur Schule, und wir können in Ruhe überlegen, wie wir sie demnächst schlagen werden. Ein Traum! Das eine wie das andere. Ich wünsche euch einen Sieg, drei Punkte und überhaupt. Immer fair bleiben.

Messi warf eine Kusshand in Richtung Bildschirm, schickte ihr Video ab und stürmte die Treppe hinunter zu Omas Erfurter Allerlei.

Girls Day

Es gab nur wenig, das Messi so sehr begeisterte wie Omas Essen. Der Fußball gehörte genauso dazu wie das inzwischen regelmäßige Treffen mit den Fortuna Girls. Am alten Hafen, wo Opa Schäfer seine Werkstatt hatte, lag nicht nur ihr Trainingsplatz, sondern auch das rostige Schiff, auf dem sie die hohe Niederlage gegen die Unbeatables »gefeiert« hatten. Na ja, Feier ist rückblickend gesagt wahrscheinlich ein bisschen übertrieben. Sie hatten ihre Wunden geleckt und sich mit Würstchen und Kartoffelsalat getröstet. Doch am Ende waren dort auf dem Kahn »Fortuna« die Fortuna Girls entstanden.

Seitdem war an Sonntagen ihr Girls Day. Der hatte mit Training nichts zu tun. Das war ein reiner Freundinnentag, wie Messi immer sagte. Es wurde gequatscht, gegessen oder einfach nur rumgehangen. Bisher fand ihr Tag in der alten Werkstatt statt. Aber jetzt hatten sie sich ein echtes Mannschaftsquartier unter Deck eingerichtet, und heute würde es endlich richtig fertig werden. Ein schmaler langer Raum mit dicken Holzplanken auf dem Boden und mit vier kleinen Bullaugen in den Seitenwänden. Sie hatten in den Ferien ordentlich schrubben müssen, um alles sauber zu bekommen. Schließlich war die Fortuna in ihren guten Zeiten mal ein Frachtschiff gewesen. Als alles sauber war, hatte Opa Schäfer zwei alte Sofas aus seiner Werkstatt gespendet. Und die Fortuna Girls hatten von zu Hause alles mitgebracht, was nicht mehr gebraucht wurde. Für den richtigen Anstrich hatte Messi gesorgt. Ihre Familie hatte gerade erst die Taparei Lämmerhirt renoviert und noch eine Menge Farbe übrig. Damit hatte Messi nicht nur eine Wand in Schwarz-Gelb gestrichen, sondern den übrigen Raum so bunt gestaltet, dass man das Gefühl hatte, in einer Tüte mit Fruchtbonbons zu sitzen. Yalla hatte einen großen, reich bestickten Teppich mitgebracht, von dem ihr Onkel behauptete, mit der richtigen Zauberformel könne man damit fliegen. Er war Yallas Lieblingsonkel, der ihr früher als Kind immer Märchen vorgelesen hatte. Wahrscheinlich hatte er noch gar nicht bemerkt, dass Yalla schon lange nicht mehr an fliegende Teppiche und flunkernde Onkel glaubte.

003.tif

Ronja hatte ihrem Vater einen alten Fernseher aus den Rippen geleiert. Darauf sollten ihre Spiele analysiert werden. Ganz professionell, wie in der ersten Liga. Und Pia war natürlich zuständig für den guten Geruch im Mannschaftsquartier. In jeder Ecke stand ein Fläschchen mit Holzstäbchen, die die unterschiedlichsten Düfte aussendeten. Auch ein Spiegel durfte nicht fehlen. Den brachten Mira und Marie mit, um darin vor dem nächsten Spiel gegen die Jungs, oder wen auch immer, zornige Grimassen zu üben. Messi war nämlich aufgefallen, dass die Zwillinge einfach immer zu nett guckten. Für die üblen Gesellen der Unbeatables war das eindeutig zu wenig.

Die Fortuna Girls trafen sich wie immer am Nachmittag. Sie hatten es sich unter Deck gerade bequem gemacht, als sie draußen vor dem Schiff einen Höllenlärm hörten.

»Klingt verdächtig nach Traktor«, bemerkte Messi.

»Riecht auch danach«, bestätigte Pia und war mit einem kurzen Sprung am Bullauge.

Messi beobachtete Pia und war erstaunt. »Wenn du auf dem Platz auch so schnell wärst, könnten wir dich demnächst immer schön steil in die Spitze schicken.«

Pia lachte. »Spitze finde ich gut. Aber nur am T-Shirt.« Sie schaute aus dem Bullauge und rief: »Es ist Ellie!«

Auch die anderen hatten sich in die kleinen Öffnungen gequetscht.

»Sieht aus wie eine neue Folge von ›Bauer sucht Schiff‹. Hallo, hier sind wir!« Yalla ruderte wild mit den Armen. Marie und Mira waren verwirrt.

»Eigentlich wissen doch Ellie und ihr Vater genau, wo sie hinmüssen«, sagte Mira.

»Na ja, die kommen vom Land. Und jetzt am Hafen in der großen Stadt, wer weiß.« Yalla zwinkerte ironisch.

»Wie schön, da kommt die beschwingte Bauerntochter«, sagte Messi lachend.

»Genau. Die tausendarmige Torfrau auf ihrem tuckernden Traktor«, stimmte Yalla fernsehtypisch mit ein. Jetzt lachten alle. Die Stimmung konnte nicht besser sein.

Ellie und ihr Vater brachten einen Tisch und sieben Stühle. Das war das alte Esszimmer aus der Bauernstube; ausgemustert und diente jetzt als runder Tisch bei den Fortuna Girls. Alle packten mit an und schleppten die Möbel auf das Schiff und unter Deck.

»Perfekt!«, sagte Ellie, als alles stand. Sie schaute sich um. »Das ist ein tolles Hauptquartier. Hier können wir astrein Pizza bestellen. Und vor allem auch essen!« Sie strahlte. Wenn Ellie etwas über alles liebte, war das Essen in jeglicher Form.

»Wir sollten besser überlegen, wie wir es schaffen, beim nächsten Spiel nicht andauernd über die eigenen Füße zu fallen«, sagte Messi etwas zu scharf in die lockere Runde. Die anderen blickten verdutzt.

»Okay, sorry, aber wir sollten jetzt erst an das nächste Spiel denken und dann an die Party danach.« Messi hatte bemerkt, dass sie die Stimmung ein bisschen gedrückt hatte. Sie wollte ja nur demnächst auch mal ein Spiel gewinnen.

»Außerdem«, sie schaute skeptisch auf die neue Sitzgruppe, »sieht es in unserer Fortuna jetzt so aus wie in Bayern. Das passt mir gar nicht! Bayern!«

»Ist aber folgerichtig. Ich stelle den Antrag, dass wir unseren Raum ab jetzt Olli nennen.« Ronja war bisher still geblieben und rückte jetzt ihre Brille auffordernd zurecht.

»Hääh? Bist du wahnsinnig, oder was?«, fragte Yalla aufgebracht. »Die Fortuna Girls nennen ihren Treffpunkt doch nicht nach einem Jungen! Und schon gar nicht nach einem der unfairen Fußballer der Unbeatables.«

»Immer mit der Ruhe. Ich hatte nur gedacht, das würde zu uns passen. Immer witzig, immer mit Humor!«, sagte Ronja.

»Was bitte soll an Olli denn witzig sein?« Messi hatte ein Fragezeichen im Gesicht. Olli war zwar noch der Netteste der Fußball-Schreckgespenster, aber er war immer noch einer von ihnen.

»Olli ist süß! Aber hat der Humor?« Pia hatte natürlich wieder ihre eigene Sichtweise auf das Thema. Ihre Kategorien bei Jungs waren nicht blöd oder nett, sondern süß oder nervig.

»Na ja, wenn wir schon auf einem Kahn sind, können wir den Raum auch Olli nennen. Mehr Fußball geht nicht«, verteidigte Ronja ihre Idee.

Die anderen stöhnten laut auf. Olli Kahn, der Groschen fiel jetzt bei allen. Spät, aber immerhin. Der alte Torwart-Titan als Namensgeber. So viel Querdenken konnte nur von Ronja kommen.

»Nichts da, keine Chance!« Messi hatte als Erste die Sprache wiedergefunden. »Wenn wir ein Buch schreiben sollten, würden wir den Roman ja auch nicht Weidenfeller nennen!«

Mira ließ sich mit einem Aufschrei auf die Couch fallen. Der nächste Schenkelklopfer.

»Schluss, aus, Ende!!! So viel Wortwitz an einem Sonntag hält ja kein Mensch aus. Und schon gar kein Fortuna Girl«, rief Marie.

»Okay, dann jetzt mal Ruhe und Aufmerksamkeit«, sagte Messi. »Es ist Zeit für unser Ritual!«

Alle standen sofort auf. Plötzlich sah es unter Deck so aus wie bei einem Fußball-Länderspiel. Die Girls schauten, als würden sie gleich die Nationalhymne anstimmen wollen. Sie versammelten sich um eine große Statue, die auf einem kleinen Tisch stand. Eine übergroße Glücksgöttin war das, die Fortuna.

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