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Formelsammlung Betriebswirtschaft

Vorwort

Wer in seinem täglichen Berufsleben nicht ohne betriebswirtschaftliche Formeln und Kennzahlen auskommt, dem hilft diese Formelsammlung. Darüber hinaus eignet sie sich für Studierende und Weiterbildungsteilnehmer als handliches Nachschlagewerk.

Aufgeteilt in die für jedes Unternehmen wichtigen Bereiche Materialwirtschaft, Produktion, Marketing, Kostenrechnung, Jahresabschlussanalyse, Finanzierung, Investitionsrechnung und Personal finden Sie hier die bedeutsamsten Formeln, Schemata und Kennzahlen.

Dieser TaschenGuide versteht sich ausdrücklich nicht als Lehrbuch, sondern als praktische Zusammenstellung der wichtigsten Kennzahlen und Formeln. Um möglichst viele davon aufzunehmen, wurde auf Erläuterungen weitgehend verzichtet. Wer sich über bestimmte Bereiche tief gehender informieren möchte, findet im Literaturverzeichnis am Ende des Buchs hilfreiche Hinweise.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Einsatz dieser Formelsammlung für Ihren Beruf, Ihr Studium oder Ihre Weiterbildung.

Prof. Dr. Jörg Wöltje

Grundlagen des Wirtschaftens

Die Betriebswirtschaftslehre ist die Lehre vom Wirtschaften im Betrieb. Wirtschaften ist der Inbegriff aller planvollen menschlichen Tätigkeiten, die unter Beachtung des ökonomischen Prinzips mit dem Zweck erfolgen, die – an den Bedürfnissen der Menschen gemessen – bestehende Knappheit der Güter zu verringern.

Erfolgsziele

Ausprägungen des ökonomischen Prinzips sind:

  • Maximalprinzip: Handle stets so, dass mit gegebenen Mitteln das größtmögliche Ergebnis erzielt wird.

  • Minimalprinzip: Handle stets so, dass ein vorgegebenes Ziel mit minimalem Einsatz erreicht wird.

  • Generelles Extremumprinzip: Handle stets so, dass das Verhältnis von Einsatz und Nutzen bestmöglich wird.

Produktivität

Die Ergiebigkeit der betrieblichen Faktorkombination wird als Produktivität bezeichnet.

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Beispiele für Produktivitätsarten:

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Die Produktivität gibt das mengenmäßige Verhältnis zwischen Output und Input des Produktionsprozesses an.

Wirtschaftlichkeit

Mit der Wirtschaftlichkeit wird – im Gegensatz zur Produktivität – ein Wertverhältnis zum Ausdruck gebracht. Als Wertgrößen dienen die aus dem Güter- und Finanzprozess abgeleiteten Größen Aufwand und Ertrag:

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Gelegentlich wird die Relation von Soll- und Ist-Größen (zur Definition der Wirtschaftlichkeit) als zweckmäßig betrachtet.

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Wertschöpfung

Die Wertschöpfung errechnet sich aus der Gesamtleistung abzüglich aller Vorleistungen zuzüglich staatlicher Subventionen.

Betriebsbezogene Wertschöpfung

Gesamtkostenverfahren

Umsatzkostenverfahren



Umsatzerlöse



Umsatzerlöse

2

+/-

Bestandsveränderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen

6

+

Sonstige betriebliche Erträge

3

+

Andere aktivierte Eigenleistungen

2

-

Herstellungskosten der z. Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen

4

+

Gesamtleistung Sonstige betriebliche Erträge

4

-

Vertriebskosten

5

-

Allgemeine Verwaltungskosten


=

Betriebsertrag

7

-

Sonstige betriebliche Aufwendungen

5

-

Materialaufwand


+

Personalaufwand

7

-

Abschreibungen


=

Wertschöpfung

8

-

Sonstige betriebliche Aufwendungen




Vorleistungen


=

Wertschöpfung

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Rentabilität

Die Rentabilität ist eine relative Kennzahl, die eine Erfolgsgröße (Gewinn) in Beziehung zum eingesetzten Kapital setzt.

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Für die Rentabilitätsrechnung kann das Durchschnittskapital oder das Kapital am Bilanzstichtag verwendet werden. Betriebsergebnis

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Für die Analyse der Ertragskraft eines Unternehmens ist die Betriebsrentabilität von besonderer Bedeutung. Das Betriebsergebnis zeigt, welchen Erfolg das Unternehmen durch seine eigentliche betriebliche Tätigkeit erwirtschaftet hat.

Ermittlung des betriebsnotwendigen Kapitals:


betriebsnotwendiges Anlagevermögen

+

betriebsnotwendiges Umlaufvermögen

=

betriebsnotwendiges Vermögen

-

Abzugskapital (zinsfrei verfügbares Fremdkapital)

=

betriebsnotwendiges Kapital

Materialwirtschaft

Die Materialwirtschaft befasst sich mit der Beschaffung, Disposition, Lagerung, Verteilung und – soweit erforderlich – Entsorgung der vom Unternehmen benötigten Materialien.

Materialanalyse

ABC-Analyse

Die ABC-Analyse ist eine Methode, die es ermöglicht, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden. Sie beruht auf der Erfahrung, dass meistens ein relativ kleiner Teil der Gesamtzahl der Materialarten und/oder der verbrauchten Gütermenge einen großen Anteil am Gesamtwert der verbrauchten Güter hat.

ABC-Analyse


Wertanteil einer Materialart am Gesamtwert

Mengenanteil einer Materialart an der Gesamtmenge

A-Güter

70-80 %

10-20 %

B-Güter

10-20 %

20-30 %

C-Güter

5-10 %

60-70 %

gesamt

100 %

100 %

Reihenfolge bei der Durchführung der ABC-Analyse:
  1. Berechnung des Gesamtverbrauchswerts jeder Materialart pro Periode (Menge multipliziert mit Einstandspreis).

  2. Ordnen der Materialarten in absteigender Reihenfolge in Bezug auf den Gesamtverbrauchswert.

  3. Berechnung des prozentualen Anteils an der Gesamtzahl aller verbrauchten Güter.

  4. Kumulieren der prozentualen Anteile am Gesamtverbrauch aller Güter.

  5. Berechnung des prozentualen Anteils am Gesamtverbrauchswert aller Materialarten.

  6. Kumulieren der prozentualen Anteile am Gesamtverbrauchswert aller Materialien.

  7. Einteilung der Materialien in A-, B- und C-Güter.

(Quelle: Thommen/Achleitner, S. 320, 2006)

Materialbedarfsermittlung

Zugangsmethode

Verbrauch = Zugang laut Lieferschein

Inventurmethode

Verbrauch = Anfangsbestand + Zugang - Endbestand

Skontraktionsmethode (Fortschreibungsmethode)

Endbestand = Anfangsbestand + Zugang - Abgang

Retrograde Methode (Rückrechnung)

Verbrauch = Verbrauch laut Stücklisten oder anderer technischer Verbrauchsangaben × produzierte Menge

Die Verbrauchsmengen werden durch Rückrechnung aus den produzierten Halb- und Fertigerzeugnissen abgeleitet.

Ermittlung des Nettobedarfs (Bestellmenge)

Bruttobedarf (= Primär-, Sekundär- u. Tertiärbedarf)

-

Lagerbestand (= Buchbestand)

-

Werkstattbestand (= work in progress)

-

Bestellbestand (= offene Bestellungen)

+

Vormerkungen (= Auftragsbestand)

=

Bestellmenge (Nettobedarf)

Ermittlung der optimalen Bestellmenge

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M

= Gesamtjahresbedarf

xopt

= optimale Bestellmenge

p

= Einstandspreis pro Mengeneinheit

a

= auftragsfixe Kosten (bestellfixe Kosten)

q

= Zins- und Lagerkostensatz pro Jahr (in Prozenten)

Die optimale Bestellmenge weist die günstigste Kostensituation aus. 

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Abbildung: Kostenverlauf für die optimale Bestellmenge

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Abbildung: Idealisierte Lagerbestandskurve

M

= Jahresverbrauch

TV

= Tagesverbrauch

BD

= Beschaffungsdauer

DD

= durchschn. Lagerdauer

SB

= Sicherheitsbestand

BB

= Bestellpunkt- oder Meldebestand

T

= Arbeitstage pro Jahr

xopt

= optimale Bestellmenge

RD

= Risikodauer

MB

= Mindestbestand

DB

= Durchschnittsbestand

HB

= Höchstbestand

Kennzahlen zur Bestandsführung

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Mindestbestand (MB)

= Beschaffungsdauer × Tagesverbrauch

Sicherheitsbestand (SB)

= Risikodauer × Tagesverbrauch

Meldebestand = Bestellpunktbestand (BB)

= Mindestbestand + Sicherheitsbestand oder

= Beschaffungsdauer + Risikodauer × Tagesverbrauch

Der Meldebestand gibt an, bei welchem Lagerbestand eine Bestellung auszulösen ist.

Verfügbarer Bestand

Der verfügbare Bestand ist zu ermitteln, wenn Vormerkungen für den Fertigungsplan oder offene Bestellungen zu bestimmten Terminen gegeben sind.


aktueller Lagerbestand


+

offene Bestellungen


-

Vormerkungen


=

verfügbarer Bestand


Bestellpunkt- und Bestellrhythmussystem

B

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