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Fluch der Meere, Teil 5 von 6 (Historical Serial)

Alfred Bekker, W. A. Hary

Fluch der Meere, Teil 5 von 6 (Historical Serial)

Cassiopeiapress Spannung





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Fluch der Meere Teil 5 von 6 (Seriel)

Roman

Alfred Bekker und W.A. Hary schrieben als Ashley Parker

Ein CassiopeiaPress E-Book

(c) 2004, 2005, 2009, 2010, 2014 by Alfred Bekker & Wilfried A. Hary

(c) der Digitalausgabe 2010 und 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

Dieser Roman erschien unter gleichem Titel in verschieden ausgestatteten Ausgaben bei den Verlagen Moments/Area, Ullstein, Weltbild und Club Bertelsmann. Eine Komplettlesung als Hörbuch erschien im Action-Verlag.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@AlfredBekker.de

Wirrungen

Lord Donald Cooper schlief tief und fest, aber nicht völlig traumlos. Immer wieder sah er Jeannet. Ihre Begegnung war so intensiv, dass er fest glauben musste, es sei... die Wirklichkeit!

Im Traum holten sie gewissermaßen nach, was das Leben ihnen vorenthielt. Sie hatten sich doch nur so kurz kennenlernen dürfen. Ja, kurz nur, aber unbeschreiblich heftig. Dieses Erlebnis beherrschte seine Sinne und somit... auch seine Träume. In diesen jedoch, obwohl es ihm so real vor kam, war alles ganz anders als in Wirklichkeit. Da gab es keine Beschränkungen, keine Ängste, nichts, was hätte zwischen ihnen stehen können, was ihre Liebe gefährdete: Da waren sie völlig ungezwungen, lagen sich in den Armen, spürten einander, durften sich lieben, ohne Anstoß zu erregen oder gar um ihr Leben bangen zu müssen. Sie gingen Hand in Hand über das Piratenschiff WITCH BURNING, sie scherzten mit Naismith, den der Lord eigentlich im Verdacht hatte, ein Spion der Königin zu sein, sozusagen als deren letzte Kontrolle. Er scherzte mit ihnen, gab sich nett und freundlich wie nie und wünschte ihnen sogar alles Glück der Welt.

Da war auch Königin Elisabeth selber. Sie lächelte wohlwollend und bat das Traumpaar, sich doch endlich zu küssen. Das taten sie dann. Donald Cooper spürte Jeannets aufregenden Körper und es war soviel Glück in seiner Brust, dass er schier zerspringen wollte. Der Kuss hörte gar nicht mehr auf: Endlich, ja, endlich durften sie sich in aller Öffentlichkeit küssen und alle waren begeistert und jubelten ihnen zu: Die Königin, die Piraten, das englische Volk, das spanische, angeführt von Carla...

Nur einer war nicht begeistert: Philipp II. Er schaute im Gegensatz zu allen anderen verbiestert drein und hob sein Zepter, um damit auf die arme Carla einzudreschen. Diese wich geschickt aus, doch das Zepter sauste nieder und pochte hart auf den hölzernen Boden. Immer wieder versuchte es der verbiesterte spanische König. Immer wieder sauste sein Zepter nieder, um hart auf den Boden zu pochen.

Alle waren total aufgeregt ob dieser Szene. Auch Lord Cooper, dessen Geliebte sich plötzlich wie in Nichts auflöste. Er schrie verzweifelt nach ihr, doch nicht nur sie verschwand, sondern darüber hinaus... alles andere um ihn herum. Nur eines blieb: Das hartnäckige Pochen.

Schlagartig erwachte er. Senkrecht stieg er in seinem Bett hoch.

Das Pochen stammte nicht vom Zepter des spanischen Königs, sondern war an der Tür. Er hörte die Stimme des Hofmarschalls: "Mylord, ich bitte Euch inständig um Vergebung, aber ich habe Order, Euch zu wecken."

Lord Donald Cooper brummelte etwas Unverständliches in den Bart. Seine Linke krallte sich in das Nachtgewand vor seiner Brust. Dieser Schmerz, den er im Traum hatte vergessen dürfen und der jetzt mächtiger als zuvor zurückkehrte... Jeannet, geliebte Jeannet! Wann endlich dürfen wir uns in Wirklichkeit wiedersehen, nicht nur im Traum?

Er dachte nicht zum ersten Mal daran, dass er ihr die Adresse jenes Pubs in London gegeben hatte, über dessen Wirt sie ihn erreichen konnte. Noch bevor er ins Bett gegangen war, hatte er einen Kurier seines Vertrauens ausgesendet, um den Wirt entsprechend in Kenntnis zu setzen. Der Kurier war einer aus des Lords Dienerschaft. Er hätte sich eher die Zunge abgebissen oder Schlimmeres über sich ergehen lassen, bevor er seinen Lord verraten hätte. Aber auch der Wirt war Lord Cooper treu ergeben. Es würde keinerlei Risiko bedeuten, wenn sich Jeannet über diesen mit ihm in Verbindung setzte. Das wusste er ganz sicher und es half ihm, ein wenig die brennende Sehnsucht zu unterdrücken und sich auf den Hofmarschall zu konzentrieren: Was fiel diesem denn überhaupt ein, ihn aus den süßesten Träumen so brachial zu wecken?

Lord Cooper sprang aus dem Bett und erreichte mit drei Sätzen die Tür. Er riss sie auf.

Der Hofmarschall erschrak, als der Lord so plötzlich vor ihm erschien. Er verbeugte sich verdattert, anstatt zu salutieren, wie es richtig gewesen wäre.

"Mit Verlaub, Mylord, ich wünsche, wohlgeruht zu haben!"

"Wollt Ihr mich auf den Arm nehmen?", herrschte der ihn an. "Wieso macht Ihr einen solchen Höllenlärm, dass das ganze Schloss schier erbebt?"

"Mit Verlaub, Mylord, aber es ist bereits Mittagszeit und es scheint, als würde Ihre Majestät, die Königin von England, ungeduldig werden."

Lord Cooper schluckte seinen Ärger hinunter. Die Königin wünschte ihn persönlich zu sprechen - und es war bereits Mittag? Wo, um alles in der Welt, war denn die Zeit geblieben? Hatte er denn wirklich so über Gebühr lange geschlafen?

Fast war es beschämend, aber er wusste ja, dass er eine anstrengende Mission hinter sich hatte bringen müssen. Da stand es ihm durchaus zu, sich wenigstens einmal auszuschlafen.

Sein nächster Gedanke jedoch lautete: Was ist denn jetzt noch so überaus dringend, dass es die Königin nicht mehr erwarten kann, mich zu sprechen?

Er musterte den Hofmarschall. Dessen pompöse Uniform konnte nicht darüber hinweg täuschen, dass er trotz seines fortgeschrittenen Alters ein nicht zu unterschätzender Kämpfer war. Nicht umsonst hatte man ihn zum Hofmarschall bestellt. Lord Cooper wusste durchaus, mit welchen Qualitäten er als Ritter hatte aufwarten können und wie er außerdem wusste, hatte der Hofmarschall sein ständiges Training bis heute nicht vernachlässigt.

Er entspannte sich und sagte zu ihm: "Verzeiht mein aufbrausendes Temperament. Ich hatte ja keine Ahnung, wie spät es bereits ist!"

Der Hofmarschall lächelte flüchtig. Lord Cooper erinnerte sich auch daran, dass er anfangs immerhin sein oberster militärischer Führer hier am Hofe gewesen war. Bis er direkt der Königin unterstellt worden war, um später sogar der Berater der Königin werden zu dürfen. Es tat ihm jetzt ehrlich leid, den ehrwürdigen Mann so behandelt zu haben.

Aber das flüchtige Lächeln des Mannes bewies, dass er nicht nachtragend war. Er salutierte vorschriftsmäßig, was vom Lord erwidert wurde. Dann sagte er: "Ihr braucht nicht sofort zur Königin zu eilen. Sie lässt ausrichten, Ihr solltet Euch zunächst frisch machen - ja, so drückte sie sich tatsächlich aus! - und ein kräftiges Mahl zu sich nehmen. Soviel Zeit müsse auf jeden Fall noch sein."

"Verzeiht noch einmal, Hofmarschall, aber was ist eigentlich mit der Prinzessin von Spanien?"

"Oh, gut, dass Ihr nach ihr fragt, Mylord, aber Carla von Spanien hat sich gestern nach der Audienz bei Ihrer Majestät in die ihr zugewiesenen Gemächer zurückgezogen und ward bis jetzt nicht mehr gesehen. Ich nehme an, mit Verlaub, sie schläft noch."

Dann ist sie besser dran als ich, dachte Lord Cooper in einem Anflug von leichtem Galgenhumor, denn die Tatsache, dass die Königin ihn sprechen wollte, missfiel ihm. Er dachte auch an Jeannet und daran, dass er so sehr gehofft hatte, sie baldmöglichst wiederzusehen. Hoffentlich hatte die Königin nicht ausgerechnet jetzt einen neuen Auftrag parat, der all seine Hoffnungen zunichte machte?

Der Hofmarschall zog sich zurück und Lord Cooper beeilte sich, der Anweisung der Königin Folge zu leisten, sich nämlich frisch zu machen. Das war keine Prozedur, die ihn allzu lange aufhielt, zumal ihm dabei zwei Diener behilflich waren. Andere Diener waren unterdessen angewiesen, eine reiche Tafel zu decken - umfangreich genug jedenfalls, um dem mächtigen Appetit Rechnung zu tragen, den er verspürte.

Aber beim Essen wollte kein rechtes Vergnügen aufkommen. Er genoss nicht die Speisen, weil er viel zuviel über einen möglichen Auftrag der Königin nachdenken musste. Oder wollte sie lediglich mit ihm sprechen, um ihm mitzuteilen, wie das Gespräch mit der Prinzessin verlaufen war? Vielleicht hätte er diesbezüglich den Hofmarschall fragen sollen?

Nun, falls dieser überhaupt etwas von jenem Gespräch mitbekommen hatte: Vielleicht hatte es die Königin ja auch richtiger vorgezogen, mit der Prinzessin unter vier Augen zu sprechen? Das war durchaus möglich: In solchen Dingen war Ihre Majestät unberechenbar.

Als ihm sein Magen meldete, voll zu sein, brach er das Mahl ab und stand auf. Zwei Diener legten seine Oberbekleidung an und vergaßen auch nicht den Degen, währenddessen Lord Cooper mit nachdenklich gefurchter Stirn an Jeannet dachte: Egal, was die Königin vor hat, es bleibt sicher noch genügend Zeit, dich wiederzusehen, Geliebte! Ach, es war doch alles nur so schrecklich kurz. Wir haben uns gefunden und es hat uns überfallen wie eine Sturmböe, aber dann mussten wir uns wieder voneinander los reißen. Wir konnten doch überhaupt nicht auskosten, was uns an Liebe so übermächtig erfüllt. Ach, Jeannet, einerseits verfluche ich es, dass du solche Gefühle in mir erweckt hast, bitte verzeih, aber andererseits weiß ich, dass nichts gewaltiger, mächtiger und auch schöner sein kann als die große, wahre Liebe! Wenn nur die Sehnsucht nicht so schrecklich schmerzen würde...

Danach ging er betont festen Schrittes zum Audienzzimmer der Königin, das eher einem Saal glich als einem Zimmer. Er wirkte sehr beherrscht, zumindest nach außen hin, obwohl sein Inneres aufgewühlt war. Vergeblich versuchte er nämlich, die trüben Gedanken zu bändigen oder zumindest Herr zu werden über den Schmerz in seiner Brust.

Diesmal gab es andere Wachhabende vor dem Eingang zum Audienzzimmer: Schichtwechsel. Aber auch diese kannte er, weil er alle in der Residenz persönlich kannte.

Sie behandelten ihn dennoch wie einen Fremden. Lord Cooper machte sich nichts daraus. An ihrer Stelle hätte er genauso gehandelt: Es gehörte ganz einfach zum Ritual.

Einer trat ein, um ihn anzukündigen. Als er zurückkehrte, nickte er ihm zu.

Lord Donald Cooper salutierte eher lässig, obwohl das normalerweise nicht seine Art war: Entweder er machte es korrekt oder er verzichtete lieber darauf. Es war das äußerste Zeichen von Unsicherheit, das er sich erlaubte. Ansonsten wirkte er nach dem Eintreten im Audienzzimmer völlig gefasst und saß jede Geste des üblichen Rituals vor der Annäherung an Ihre Majestät, Königin Elisabeth von England. Das bedeutete, er stand mit gesenktem Haupt, beinahe wie ein armer Büßer, an der Tür, die sich hinter ihm schloss und wartete auf das Zeichen der Königin.

Sie war nicht allein. Ein anderer Berater war bei ihr, den Lord Cooper zwar kannte, aber nicht sonderlich schätzte. Sie entließ den Mann mit einem Fingerzeig. Dieser eilte rückwärts zu einer anderen Tür und verschwand. Jetzt war die Königin allein mit ihm. Sie winkte ihn näher.

Dass keiner der Wachhabenden mit ihm eingetreten war, zeigte ihm, dass die Königin diese bereits entsprechend angewiesen hatte. Und was war das für ein Gespräch mit dem anderen Berater gewesen? Lord Graham war so etwas wie ein Konkurrent von Lord Cooper. War es bei dem Gespräch um ihn, Cooper, gegangen? Es hätte ihn nicht gewundert, denn die Königin hörte sich gern unterschiedliche Meinungen zu ein und demselben Thema an, um sich daraus ihre eigene Meinung zu bilden.

Oder redete sich Lord Cooper nur etwas ein und die Unterredung hatte in Wahrheit gar nichts mit ihm zu tun?

Er erreichte den Thron und ließ sich vorschriftsmäßig im Sicherheitsabstand auf das rechte Knie fallen.

"Nein!", befahl die Königin mit fester Stimme. Es schwang weder Freundlichkeit, noch Unfreundlichkeit in dieser Stimme mit. Sie klang völlig neutral. Ein gutes Zeichen?

Lord Donald Cooper stockte in der Bewegung.

"Erhebt Euch, Lord, damit ich Euch wieder in die Augen sehen kann. Dies ist ein besonders persönliches Gespräch, Lord Cooper und ich gehe davon aus, dass niemals auch nur ein Wort davon nach draußen dringt. Haben wir uns verstanden?"

Das waren ja ganz neue Töne! Er wagte es nicht nur, sich wieder zu erheben, sondern auch die Augen zu heben. Ihre Blicke kreuzten sich. Die Königin erschien ungewöhnlich ernst.

"H

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