Logo weiterlesen.de
Fluch der Meere, Teil 2 von 6 (Historical Serial)

Alfred Bekker, W. A. Hary

Fluch der Meere, Teil 2 von 6 (Historical Serial)

Cassiopeiapress Spannung





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Fluch der Meere Teil 2 von 6 (Seriel)

Roman

Alfred Bekker und W.A. Hary schrieben als Ashley Parker

 

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

(c) 2004, 2005, 2009, 2010, 2014 by Alfred Bekker & Wilfried A. Hary

(c) der Digitalausgabe 2010 und 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

Dieser Roman erschien unter gleichem Titel in verschieden ausgestatteten Ausgaben bei den Verlagen Moments/Area, Ullstein, Weltbild und Club Bertelsmann. Eine Komplettlesung als Hörbuch erschien im Action-Verlag.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@AlfredBekker.de

 

 

 

Erst auf hoher See gelang es Lord Cooper, seine wirren Gedanken zu ordnen. Er hatte zwar keine Lust, jetzt schon zu sterben, aber nach dem Befehl von seiner Königin würde es wohl keinen anderen Ausweg geben.

Wie sollte er es denn jemals schaffen, ein Piratenschiff, das allgemein als so überlegen angesehen wurde wie noch nie zuvor ein Schiff mitsamt Besatzung, zu kapern und anschließend dazu zu bringen, im Sinne der englischen Krone zu handeln?

Nein, es würde ein Kampf auf Leben und Tod werden - und er konnte dabei nur verlieren. Entweder, indem die Piraten von vorn herein siegten, oder wenn er sie tötete... Ja, dann wartete in London bereits das Henkersbeil auf ihn!

Was für ein ruhmloses Ende für einen Lord, der eine solche Karriere gemacht hatte, dass er sogar bis in den Kreis der engsten Berater der Königin hatte aufsteigen dürfen! Da war es ihm wirklich lieber, im Kampf zu sterben.

Allerdings nicht ganz freiwillig, denn auch Selbstmord wäre für ihn einfach zu ehrlos gewesen.

Ein schlimmer Konflikt für einen als unbesiegbar geltenden Kämpfer für England und die Ehre. Er konnte sich eigentlich nur noch darauf verlassen, dass die Piraten wirklich so unbesiegbar waren, wie es allgemein hieß.

Aber dazu musste er sie erst einmal finden.

Er hatte sich schon bei den ersten Vorbereitungen eine Strategie zurechtgelegt. Zwar passte sie jetzt nicht mehr so völlig ins Konzept, da er seinen eigenen Tod halbwegs mit einplanen musste - gezwungenermaßen, wie er fest glaubte! -, aber leider gab es keine andere Möglichkeit, denn wo sollten sie dem schwarzen Piratenschiff auf offener See begegnen? Niemandem war es bislang gelungen, dem Freibeuter und seiner Besatzung zuvorzukommen.

Nein, das durfte man von vornherein gar nicht in Betracht ziehen. Es sei denn, man legte es auf einen glücklichen Zufall an. Der konnte aber auf sich warten lassen. Sollten sie denn jahrelang die See befahren, um auf diesen Zufall zu hoffen? Das hätte die Königin sicherlich schon vor der Zeit dazu bewogen, ihn einen Kopf kürzer machen zu lassen.

Seine Überlegungen gingen in eine völlig andere Richtung: Wie man sich unter Seeleuten erzählte, handelte es sich um eine wendige und äußerst schnelle Fregatte. Sicherlich keine Standardbauweise, bei dem, was dieses Schiff angeblich alles vermochte. Aber wo mochte ein solches Schiff für diese besonderen Zwecke umgebaut worden sein? Doch wohl kaum auf offener See! Und wohin sollte man die Schätze bringen, die man anderen gestohlen hatte? Auch die würden die Piraten nicht einfach auf dem Meer deponieren können. Mit anderen Worten: Sie brauchten einen Unterschlupf, wo sie Ruhe fanden, ihre Schätze lagerten, neuen Proviant an Bord nahmen, auch Frischwasser...

Das Festland kam dafür nicht in Frage. Die wilde Küste Englands ließ sich recht gut überwachen. Piraten hatten da wenig Chancen, auf Dauer einen guten Unterschlupf zu finden, zumal ihr Hauptoperationsgebiet die Atlantikroute der Spanier war. Aber auch die Kanarischen Inseln wären wenig geeignet gewesen, nicht nur deshalb, weil sie Hoheitsgebiet der Spanier waren. Genauso wenig wie die Azoren...

Lord Donald Cooper war fest überzeugt davon, dass die Piraten ihr geheimes Versteck innerhalb von Englands Hoheitsgewässern unterhielten. Dafür gab es nur eine einzige Möglichkeit, doch diese war geradezu hervorragend geeignet: Die vorgelagerten englischen Kanalinseln! Dort wagte kaum ein englisches Kriegsschiff zu kreuzen, weil das Franzosen oder Spanier als Provokation hätten empfinden können. Aber andererseits hielten sich auch Franzosen und Spanier sich in Bezug auf die Kanalinseln zurück, lagen sie doch nominell in Gewässern, die von der englischen Krone beansprucht wurden.

Faktisch war auf diese Weise eine Art Niemandsland entstanden.

Eine schnelle und wendige Fregatte, schwarz wie die Nacht... Wer würde sie schon bemerken, wenn sie eine der Inseln anlief, die als unbewohnt galten? Und man würde auch kaum den Piraten dort eine Falle stellen können, wenn man dazu sein eigenes Kriegsschiff benutzen wollte: Die Piraten würden rechtzeitig bemerken, dass da schon jemand auf sie lauerte.

Es sei denn, man wusste haargenau, wo man zu suchen hatte. Dann würde man genügend Leute absetzen, die sich auf die Lauer legten, während ihr Schiff sich in sicherem Abstand abwartend verhielt.

Ein Gedanke, mehr nicht, denn erstens hatte Lord Cooper keine Ahnung, um welche der Inseln es sich nun handelte. Außerdem hätte er auch dann nicht gewusst, wie lange seine Leute hätten warten müssen. Vielleicht drei Wochen? Vielleicht länger? Und wenn er dann vor der Zeit die Insel wieder anlief, um seine Leute und die besiegten Piraten aufzunehmen - und jene noch gar nicht zurückgekehrt waren?

Lord Cooper hatte anderes im Sinn: Er würde das Piratenschiff bei der Heimkehr stellen, also wenn es die vorgelagerten Kanalinseln anlief. Dabei musste er sich darauf verlassen, dass es möglichst die einfachste und günstigste Route nahmen.

Der Lord war ein erfahrener Seefahrer und in dieser Eigenschaft nicht umsonst in maritimen Angelegenheiten Berater der Königin geworden, auch wenn es ihm in dieser Eigenschaft niemals vergönnt war, in die Admiralität emporzusteigen.

"Wir haben Position erreicht", meldete sein Erster Offizier. "Sollen wir die errechnete Route kreuzen oder habt Ihr anderslautende Befehle, Mylord?"

"Nein, es bleibt dabei: Kreuzen! Dabei nähern wir uns allmählich spanischen Hoheitsgewässern. Aber ich möchte dort nicht eindringen. Die Gefahr ist zu groß, während dem bevorstehenden Konflikt mit den Piraten die Aufmerksamkeit einer spanischen Galeone zu erregen. Die Spanier hätten das Recht, uns zu beschießen, weil wir ihr Seerecht verletzen..."

"Aye, Sir, Mylord! Wie Sie befehlen..."

Der Erste Offizier salutierte und machte auf dem Absatz kehrt. Er stiefelte davon.

Der Lord schaute ihm leicht kopfschüttelnd nach. Er mochte die militärische Etikette nicht sonderlich. Deshalb gönnte er sich den Luxus, als Kommandant eines Kriegsschiffes Ihrer Majestät, der Königin, in Zivil zu bleiben. Die hohe Admiralität hatte sich schon mehrmals die Mäuler darüber zerrissen, doch das kümmerte ihn wenig. Er trug das am Leib, was er am bequemsten empfand. Nein, die offizielle Uniform würde ihn in einem Nahkampf nur unnötig behindern. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte man auch die Uniformen der Soldaten ziviler gestaltet, was sie sicherlich noch besser hätte kämpfen lassen im Ernstfall. Schade, dass die Herren Admiräle das anders sahen und sich auch Ihre Majestät in keiner Weise diesbezüglich von ihm beeinflussen ließ...

Lord Donald Cooper schaute sinnierend über das Meer, das sich endlos auszudehnen schien, und fragte sich, wo sich das gesuchte Piratenschiff wohl zur Zeit befand und was es gerade tat. Vielleicht überfiel es in diesem Augenblick sogar ein Schiff, um die Besatzung blutig niederzumetzeln und anschließend alles zu rauben, was ihnen von Wert erschien?

Wie recht er mit dieser Annahme hatte, konnte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal ahnen...

 

*

 

Sobald der Abstand gering genug war, warfen die Piraten ihre Enterhaken und zurrten die Seile fest. Die WITCH BURNING schrammte gegen die feindliche Galeone, bewegte sich noch ein paar Yards, bis die Seile sich spannten und das Schiff stoppen ließen.

Sogleich sprangen die Ruderer auf und eilten zu ihren Waffen, um damit rechtzeitig auf Deck zu erscheinen.

Von den Verteidigern war noch nichts zu sehen. Aber das durfte die Piraten nicht unvorsichtig werden lassen, denn gewiss besaßen die Freibeuter der Königin Feuerwaffen und Armbrüste, mit denen sie auf der Lauer lagen.

Jeannet war mitten unter ihnen, die schussbereite Pistole in der Rechten. Ihren Augen entging nichts. Und da sah sie, wieso die Verteidiger noch nicht erschienen waren: Nicht weil sie auf der Lauer lagen, sondern weil die Panik ihre Sinne vernebelte und teilweise zur heillosen Flucht zwang.

Ein großer Teil der Besatzung nahm Reißaus. Sie sprangen im hohen Bogen ins Meer. Dabei wusste die Piratenführerin aus Erfahrung, dass die meisten überhaupt nicht schwimmen konnten. Sie würden elendig ersaufen. Und auch um diejenigen, die schwimmend entkamen, brauchten sie sich nicht mehr zu kümmern. Lange würden sie nicht durchhalten. Falls sie nicht vor der Zeit schon von Haien gefressen wurden, die das Blut anlockte, das in den nächsten Minuten fließen würde.

Aber ein paar Bedachte hatten sich trotzdem auf die Lauer gelegt. Ihnen galt es, nicht vor das Rohr zu kommen.

Jeannet brauchte keine Befehle zu erteilen. Ein jeder wusste selber, was zu tun war. Sie enterten nicht zum ersten Mal ein feindliches Schiff.

Hinter einem der Aufbauten war eine rasche Bewegung zu sehen.

Jeannet sprang blitzschnell aus der Schusslinie und ließ gleichzeitig ihre eigene Pistole loskrachen.

Schon ihr erster Schuss traf. Der Getroffene war zwar nicht sofort tot, aber er hatte nicht mehr die Kraft zu einem weiteren Versuch, sich der Angreifer zu erwehren.

Jeannet erreichte ihn als erste. Sie steckte im Laufen die Pistole in die Schärpe zurück und zog den leichten Degen. Eine blitzschnelle Bewegung.

Unbewegt stellte Jeannet ihren Fuß auf den Sterbenden und zog ihren Degen wieder aus der tödlichen Wunde. Sie hatte keine Gnade mit dieser Brut, die imstande war, arme Amerika-Siedler abzuschlachten wie Vieh.

Mit einem gellenden Schrei auf den Lippen sprang sie weiter. Vor ihr tauchten zwei Männer auf, die ihre Pistolen bereits leergeschossen hatten, offensichtlich ohne auch nur einen einzigen der angreifenden Piraten zu treffen, weil sie einfach zu nervös gewesen waren. Jetzt hoben sie ihre Degen und stellten sich Jeannet in den Weg. Ihr Kampfschrei hatte sie als Frau entlarvt.

Jetzt glaubten sie, mit ihr leichtes Spiel zu haben.

Doch da sollten sie sich gründlich täuschen.

Sie lachte verächtlich und ließ den Degen wirbeln.

Beinahe hätte sie ein blitzschneller Streich des Linken am Bein getroffen, aber sie hatte die Bewegung aus den Augenwinkeln gesehen und sprang senkrecht in die Luft.

Eine solche Behändigkeit hätten ihr die beiden Angreifer nicht zugetraut.

Dem ersten Gegner hieb Jeannet quer durch das Gesicht.

Sein Schrei ging in dem Kampfgetümmel völlig unter. Aber Jeannet ließ ihn nicht lange leiden.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Fluch der Meere, Teil 2 von 6 (Historical Serial)" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen