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Fit und Fair im Netz

INHALT

Vorwort

Einleitung

Heißer Sommertag

Eintätowiert

Eine rasante Entwicklung

Im Banne des Displays

Virtuelle Gruppen

Die Mär vom Multitasking

Cyberbullying

Sexting

Mein Bild gehört mir

Von Zahnbürsten und Passwörtern

Viel mehr als nur Flausen im Kopf

Von Eingeborenen und Eingewanderten

Eltern als zentrale Bezugspersonen

Schritt für Schritt zur Medienkompetenz

Ein Handyvertrag schafft Verbindlichkeit

Im Klassenchat

Respekt

Schulsozialarbeit

Die Ausrichtung auf das Gelingende

Der Workshop »Fit und fair im Netz«

Literatur, Quellen und Empfehlungen

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Die digitale Welt eröffnet Kindern und Jugendlichen ungeahnte Möglichkeiten im sozialen Umgang. Neben den Chancen, vielfältige Informationen aufzufinden, erweitert das digitale Netz unsere Welt um eine schnelle, bildhafte und worthafte, jedenfalls ortsungebundene Kommunikation und Navigation durch das gesellschaftliche Leben. Es kann Menschen zusammmen führen, helfen Kontakte zu schließen und Freundschaften zu pflegen.

Die scheinbare Unbegrenztheit von Smartphone & Co ermöglicht jedoch auch unerwünschte Grenzüberschreitungen, die mit den Begriffen »Cyberbullying« und »Sexting« beschrieben sind, und die eine Netz-Öffentlichkeit missbrauchen, um Privatsphäre und Intimität bewußt zu verletzen, Betroffenen zu schaden und sie existentiell zu bedrohen.

Die damit verbundenen Herausforderungen für frühkindliche Erziehung und pädagogische Begleitung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch Eltern, Schule und professionellen Praktikern begegnet Felix Rauh mit dem in Beratung, Bildung und Therapie bewährten lösungs- und ressourcenfokussierten Ansatz.

Das Buch gibt konkrete Handlungsempfehlungen für einen konstruktiven Umgang mit Neuen Medien und den damit verbundenen Problematiken wie Cyberbullying und Sexting. Es werden alle Akteurinnen und Akteure zu konstruktiven Lösungen und Selbstwirksamkeit eingeladen.

»Fit und fair im Netz« vermittelt allen, die mit Kindern leben und professionell tätig sind, einfach, kurz und gut wichtiges Wissen und praktische Anregungen zur Nutzung digitaler Medien. Der Ratgeber besticht durch die Plakate und Illustrationen – Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte. Gut, dass es dieses praxisbezogene und ermutigende Buch gibt: einfach dreidimensional und ohne Touchscreen zu begreifen.

 

Wir freuen uns über dieses Buch und wünschen ihm eine große Verbreitung.

 

Heinrich Dreesen und Manfred Vogt

Psychologische Kinder- und Familientherapeuten

Norddeutsches Institut für Kurzzeittherapie, NIK, Bremen

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Ständig klingelt, summt und blinkt es: Überall sehen wir Menschen, die scheinbar nonstop an ihrem Smartphone kleben. Die digitalen Medien haben den Alltag erobert und unser Kommunikationsverhalten radikal verändert. Sie durchdringen zunehmend alle Lebensbereiche und verwischen traditionelle Grenzen zwischen Persönlichem, Privatem und Öffentlichem. Die Omnipräsenz des Internets ist Segen und Fluch zugleich, sie gehört heute wohl zu den zentralen Herausforderungen bei der Erziehung von Kindern und Jugendlichen.

Mütter und Väter fragen sich, ob, wann, wie lange und wofür Kinder die neuen Medien nutzen sollten. Sie befürchten, dass ihr Kind im Internet mit nicht altersgerechten Inhalten konfrontiert wird, dass der Internetgebrauch zeitlich entgleitet und zu körperlicher Inaktivität verleitet. Erziehende fragen sich besorgt, ob eine Generation heranwächst, die gänzlich vom Internet und dessen digitalen Endgeräten abhängig ist.

In der turbulenten Phase der Pubertät werden Dynamiken und Konflikte durch den Brandbeschleuniger Internet schnell unkontrollierbar und gravierend. Cyberbullying und Sexting gehören zu den Schattenseiten von Social Media und verursachen einerseits viel persönliches Leid, anderseits können sie das Klassen- und Lernklima negativ beeinflussen. Betroffen davon, reagieren Jugendliche, Eltern und Lehrpersonen oft ohnmächtig, überfordert oder mit Schuldzuweisungen. Während sich Lehrpersonen Eltern wünschen, welche die Mediennutzung ihrer Kinder eng begleiten, argumentieren Eltern, dass es sich bei Onlinekonflikten um die virtuelle Dimension von Turbulenzen und Dynamiken handelt, deren Ursprung sie in der Schule verorten. Doch niemand der Involvierten kann die Herausforderungen im Alleingang meistern; eine Kooperation von Eltern, Jugendlichen und Schule ist gewinnbringend für alle.

Wie können Eltern und Lehrpersonen Jugendliche unterstützen, verantwortungsvoll in ein medial aktives Leben hineinzuwachsen? Wie können Jugendliche in den Prozess miteinbezogen werden und lernen, sich digital zu vernetzen, ohne zu verletzen?

Dieses Buch enthält siebzehn in sich geschlossene Kapitel, die auch in geänderter Reihenfolge gelesen werden können. Es liefert Inputs für einen reflektierten Umgang mit neuen Medien und insbesondere mit Social Media. Der Band soll …

 

zum Nachdenken darüber anregen, wie die digitale Kommunikation unser Verhalten und Zusammenleben beeinflusst;

zu inspirierten, generationenübergreifenden Diskussionen ermutigen;

alle Involvierten zur konstruktiven Zusammenarbeit einladen,

das Bewusstsein schärfen, wie Erwachsene gute Vorbilder sein können;

konkrete, alltags- und praxisorientierte Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.

 

Das in diesem Buch vorgestellte und online zugängliche Manual soll Lehrpersonen und Schulsozialarbeitende inspirieren und motivieren, den Workshop »Fit und fair im Netz« – oder eine eigene, modifizierte Variante davon – in ihren Klassen durchzuführen oder an ihrer Schule zu implementieren.

Die Unterrichtseinheiten basieren auf den beiden Kurzgeschichten »Heißer Sommertag« und »Eintätowiert«, die auf den nächsten Seiten abgedruckt sind. Je ein Plakat (diesem Buch beigelegt) zeigt ihre Handlung in Bildern, die Spielraum lassen für eine eigene Geschichte rund um die Themen Sexting und Cyberbullying.