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Fantastisches Blattwerk

Vorwort des Herausgebers

Der Baum der Fantasie hat viele Zweige und die Blätter zahlreicher Sagen, Märchen und Legenden schmücken sein Geäst. Mit dieser Anthologie haben dreizehn Autorinnen und Autoren der stattlichen Krone neues glitzerndes Laub hinzugefügt. Diese fantastischen Geschichten sind im Rahmen des »Fantasy-Geschichten-Forums« entstanden, in welchem sich Autorinnen und Autoren treffen, um ihre Leidenschaft für die fantastische Literatur zu teilen. Ich bin stolz und froh, eine Auswahl von Erzählungen vorlegen zu dürfen, die den Vergleich mit professionellen Werken nicht zu scheuen braucht. Sie repräsentieren ein buntes Blattwerk vom Baum der fantastischen Literatur.

G. Sensenbach, Stuttgart 2021

Fantastisches Blattwerk

Elfenbier und Zwergensang

Asni R. Altenstatter

Der Tod und das Mädchen

Georg Sensenbach

Die Putzfrau

Astrid Karma

Das Mondfest

Katharina Westermann

Der Eindringling

Karen Glauer

Bill Blake

Karen M. Ladira

Friedhof bei Nacht

Sabine Kraft

Zwischen Schatten und Licht

Rayne C. Bow

Röschen und der Zauberer

Maximilian J. Gley

Der Kristall

Sabine Kraft

Das Mondkäsefondue

Maximilian J. Gley

Die Mission

Astrid Karma

Rabentag

Georg Sensenbach

Schatten der Vergangenheit

Alexander Bringmann

Der Grenzposten

Patrick Hahmann

Die Jahresuhr

Karen Glauer

Sasha und das Schicksal der Graubüffel

Eva Heinze

Der Geist und die Tänzerin

Astrid Karma

Auserwählt

Sabine Kraft

Blauschwarz

Maximilian J. Gley

An deiner Stelle

Lisa Limacher

Der Prinzessin auf der Spur

Lisa Limacher

Sonne, Bier und Meer

Georg Sensenbach

Asni R. Altenstatter

ELFENBIER UND ZWERGENSANG

Drafi, seines Zeichens einer der fünfzehn Tavernenwirte der zwergischen Gemeinde der Stadt der tausend Völker, gähnte herzhaft. Es war früh am Morgen und ein nicht enden wollendes Geklopfe an seiner Haustür hatte ihn dazu bewogen, aufzustehen und nachzusehen, wer ihn um diese Tageszeit störte. Der Riegel quietschte, als Drafi ihn mit Schwung zurückschob. Schnell setzte er ein besonders griesgrämiges Gesicht auf, dann riss er die Tür auf.

Vor ihm stand ein Elf. Gut gekleidet, schlank und groß, das Haar seidig weich schimmernd und natürlich mit bartlosem, nacktem Gesicht. Der Anblick war so früh am Morgen einfach ekelerregend. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, lächelte ihn dieser Fatzke auch noch offen an. Und er hielt sogar Blickkontakt! Drafi war viel zu verblüfft, um sich aufzuregen. Normalerweise sahen Elfen nie jemandem direkt in die Augen. Immer blickten sie gen Horizont, in weite Ferne oder durch die Zeit in längst vergangene Vergangenheit, die nur sie in ihrer längst verlorenen und unvergleichlich holden Jugend erlebt hatten.

»Guten Morgen, werter Herr Zwerg«, säuselte der Elf mit weicher, melodischer Stimme. »Schön, dass Ihr die Gunst der Stunde erkannt und mir geöffnet habt.« Er machte eine Kunstpause, die Drafi fast dazu brachte, sich zu übergeben. Doch in zwergischer Zähigkeit hielt er dem Drang stand.

»Ich habe ein Angebot für Euch, das Ihr nicht ablehnen könnt. Hier …«, er zog eine schlanke, gläserne Flasche unter seinem Mantel hervor, »… habe ich eine kostenlose, aber kostbare Kostprobe des ersten Bieres aus der Brauerei Eldrith Langblatts. Goldene Farbe …« Drafi konnte nicht mehr an sich halten und begann schallend zu lachen. Der Elf blickte ihn ratlos und ob der Unhöflichkeit irritiert an.

Es dauerte ein wenig, bis Drafi sich wieder beruhigt hatte.

»Sagt das noch mal!«, forderte er den Elf auf.

»Es ist das erste Bier aus der elfischen Brauerei …«

Prustend und sich den Bauch haltend brach Drafi wieder in Gelächter aus. Immer wieder versuchte er, es zu unterdrücken, aber stets gewann es neue Kraft und trug ihn mit sich davon. Tränen stiegen ihm in die Augen. Schließlich lag er vor dem Elfen lachend auf dem Boden und schnappte nach Luft.

Der Elf, anscheinend ein ganz hartnäckiger, wartete geduldig ab, bis sich Drafi etwas beruhigt hatte. Dann streckte er ihm die Flasche hin und sagte mit wesentlich rauerer Stimme nur: »Trinkt.«

Mit Mühe gelang es Drafi, bei dem Gedanken an von Elfen gebrautes Bier nicht wieder zu lachen. Er ließ den Bügelverschluss der Flasche ploppen und nahm einen kräftigen Schluck. Wenn das Bier so dünn schmeckte wie diese blubbernden Schaumweinmischgetränke, die die Elfen sonst so arrogant schlürften, dann müsste er sowieso gleich die ganze Flasche trinken, um überhaupt etwas Geschmack auf seine Zunge zu bekommen.

Das Bier war kühl und fühlte sich angenehm an. Zuerst schmeckte Drafi wirklich wenig. Höchstens eine malzige Note. Für einen kurzen Augenblick behielt er das Bier am Gaumen, dann schluckte er es hinunter. Im Abgang entfaltete sich ein dunkles, aber blumiges Hopfenaroma auf seiner Zunge und erfüllte schließlich seinen ganzen Mund.

Zum zweiten Mal an diesem Morgen war Drafi sprachlos. Er wusste nicht, ob er überhaupt etwas von dem Gebräu erwartet hatte, aber er musste sich selbst eingestehen, dass er noch nie ein so gutes Bier getrunken hatte.

»Ja«, sagte er zu dem Elfen deshalb. »Es ist nicht ganz schlecht. Es könnte etwas stärker sein. Vielleicht solltet Ihr einen zwergischen Braumeister einstellen.« Er versuchte gleichgültig zu wirken, während er unauffällig noch einen Schluck nahm. Aber er brannte darauf, den Rest der Flasche zu genießen. Doch die Hand des Elfen war schneller. Sie schloss sich um die Flasche und hielt Drafi mit erstaunlicher Kraft davon ab, sie an die Lippen zu setzen.

»Ich könnte Euer Wirtshaus damit beliefern. Wie wäre das? Zum gleichen Preis, wie Ihr jetzt Euer Bier bezieht. Zudem bekommt Ihr ein Fass pro Woche für Euren persönlichen Genuss.«

»Zwei!«, rief Drafi, ohne darüber nachzudenken.

»Hand drauf und Zwergenehrenwort!«, erwiderte der Elf schnell und lächelte. Drafi lächelte zurück und schüttelte die Hand des Elfen.

Der Abend kroch langsam näher. Bald würde Drafi sein Wirtshaus aufsperren und seine Gäste mit einem grummeligen Nicken willkommen heißen. Er war ein Wirt der eher stummen Sorte. Ein Fels in der Brandung, eine Konstante im Sturm der Zeit. Und seit heute Morgen war er auch der erste Zwerg, der in seinem Wirtshaus elfisches Bier anbieten musste. Damit hatte er alles verraten, wofür die Zwerge standen.

In seinem Bauch rumorte es. Er hatte kaum etwas essen können. Seine Stammgäste würden ihn lynchen und ohne Prozess in einem Fass elfischen Biers ertränken. Gut, er konnte sich einen schlimmeren Tod vorstellen. Aber das Leben war auch schön. Und er mochte sein eigenes ganz besonders.

Vielleicht würde es nicht so schlimm werden, versuchte er sich zu beruhigen.

Als es Zeit war, schloss er die Tür auf. Es dauerte nicht lange, bis ein alter Zwergensang gedämpft an sein Ohr drang und die Ankunft Eduard Steinbrechers ankündigte. Eduard, den alle nur Eddi nannten, war Drafis Stammgast, außerdem ein heldenhafter Krieger und in seiner Freizeit Sänger von Zwergenschlagern. Seinen bekanntesten Hit – Marmor, Stein und Eisen bricht – , der bei allen zwergischen Handwerkern sehr beliebt war, hatte er in Drafis Gasthaus das erste Mal zum Besten gegeben. Eddi verstummte, bevor er die Tür aufstieß und hereinkam. Grußlos wie immer verlangte er mit einem Nicken nach einem Bier.

Mit zitternden Händen zapfte Drafi ihm einen Humpen vom Elfischen, wie er es im Geiste schon nannte. »Hier, Eddi. Prost!«

Eddi nickte ihm zu und setzte den Humpen an die Lippen. Schweiß sammelte sich so schnell auf Drafis Stirn, als wäre in seinem Kopf ein Feuer ausgebrochen und seine Stirn der einzige Ort, an dem man davor sicher war. Ein wahrer Sturzbach floss nun über sein Gesicht, während sein Blick an Eddi klebte. Dessen Nasenflügel bebten zweimal, bevor sie hinter dem Humpen verschwanden. Schnell setzte Eddi den Humpen wieder ab.

»Was ist das für ein Bier? Es riecht ganz anders.« Eddi war misstrauisch geworden. Drafi hatte das Gefühl, am Abgrund zu stehen. Und seine nächsten Worte würden darüber entscheiden, ob Eddi ihn über den Rand schubste oder ihm nur ein Bein stellte, damit er selbst hineinstürzte.

»Das … äh … mal ein anderes«, antwortete er mit leiser werdender Stimme.

»Was. Ist. Das. Für. Ein. Bier?« Eddis Worte fielen langsam, schwer und so unverrückbar wie eine von Zwergen errichtete Mauer. Drafi murmelte etwas Unverständliches in seinen Bart. Eddi blickte mit einem so bösen und scharfen Blick, dass man damit auch jedes noch so feine Haar spalten konnte.

»Trink einfach, bitte!«, flehte Drafi ihn an. Doch es war zu spät. Eddi hatte schon angefangen zu denken.

»Das ist nicht etwa das von dem verrückten und dreimal verfluchten Elfen gepanschte Gesöff, Drafi? Wenn das so ist und du mir nichts davon sagen wolltest, dann wird hier bald mehr zerbrechen als nur Marmor, Stein und Eisen.« Er stellte den Humpen auf dem Tresen ab und ließ seine Fingerknöchelchen so laut knacken, dass sich Drafi fast in die Hosen machte.

Drafi wusste, dass er lügen und irgendeine Geschichte erfinden sollte. Vielleicht dass er jetzt selbst Bier brauen wollte und das wäre der erste Versuch. Aber Drafi war dafür einfach zu sehr Zwerg. »Doch«, gab er kleinlaut zu. »Es ist das Elfische Bier.«

Als Drafi wieder zu sich kam, lag er hinter dem Tresen. Sein Gesicht schmerzte, als hätten es alle Schmiede des Zwergenreiches so lange als Amboss benutzt, bis es so dünn wie ein Blatt Papier war.

»Ah …«, stöhnte er. Erst jetzt fiel ihm auf, dass seine Ohren klingelten. Ein Schatten verdunkelte seine Sicht. Drafi blinzelte. Über ihm stand Eddi Steinbrecher und grinste ihn an.

»Steh auf, du alter Halunke!« Mit kräftigen Händen packte Eddi ihn an den Schultern und zog ihn auf die Füße. Der Schankraum des Wirtshauses war voll. So voll, dass die Gäste sogar auf der Straße standen. Oder war die Straße nun auch im Wirtshaus? Drafi rieb sich die Augen. Doch, er hatte richtig gesehen. Dort, wo früher die lange Wand im Schankraum gewesen war, befand sich nun ein großes, mehr oder weniger rundes Loch. Wie die Bresche in der Stadtmauer einer belagerten Stadt. Überhaupt glich das Geschehen hier einer Schlacht. Es schien, als versuchte die eine Hälfte der Gäste die andere davon zu überzeugen, einen Schluck aus ihrem Bierhumpen zu nehmen. Kein echter Zwerg würde so etwas tun.

»Was ist geschehen?«, fragte Drafi verzweifelt.

»Nun«, druckste Eddi herum. »Du wolltest mir Elfenbier unterjubeln. Deswegen habe ich dir ordentlich aufs Maul gegeben. Irgendwann war ich so durstig, dass ich gedankenlos zum Bier griff und einen kräftigen Schluck nahm. Das hat mich überzeugt. Und solange du hier dein Nickerchen machst, dachte ich, übernehme ich den Laden mal eine Weile. Leider sind nicht alle so begeistert davon, dass es hier elfisches Bier gibt. Oder dass die Elfen mit dem Bierbrauen begonnen haben. Deswegen wird jetzt heiß diskutiert.«

»Heiß diskutiert?« Drafi war sprachlos. Keine Schlacht der Welt konnte schlimmer sein oder erbitterter geführt werden als diese hier in seinem Wirtshaus. Gedankenverloren griff er sich einen Humpen und nahm einen tiefen Schluck. Von irgendwoher kam ein Stuhlbein geflogen. Es verfehlte ihn knapp. Der Geschmack des Elfenbiers erweckte seine Lebensgeister, der Alkohol seine zwergische Sturheit. Nach zwei weiteren Schlucken war der Krug geleert und Drafi dazu bereit, sein Heim gegen die Streitsüchtigen zu verteidigen. Den Humpen schwingend und eine Kampfparole auf den Lippen stürzte er sich ins Gefecht. Eigentlich hatte er »Für die Freiheit aller Völker, Bier brauen und trinken zu dürfen. Ein jeder nach seinem Geschmack!« schreien wollen, aber für einen Schlachtruf schien ihm das doch zu sperrig. Darum schrie er einfach: »Elfenbier!« und verschwand wild um sich schlagend im Getümmel.

Georg Sensenbach

DER TOD UND DAS MÄDCHEN

Es gibt zwei Dinge, die ich richtig gut kann. Wo mir ein naturgegebenes Talent gegeben ist. Eine dieser Gaben ist, dass ich sehr gut Rotwein trinken kann. Damit meine ich nicht die Menge. Mein Talent besteht darin, nach dem Konsum einer ersten Flasche den Level, wie man sagt, mühelos halten zu können. Hierdurch gleiche ich eher dem stetigen Langstreckenläufer als dem Sprinter. Dieser ist auf den ersten Metern schneller, auf langer Strecke jedoch unterlegen. Bei der konsumierten Rotweinmenge ist es wichtig, die Funktionen des Körpers und des Geistes weitgehend aufrechtzuerhalten.

Diese Fähigkeit ist für die Ausübung meiner Berufung, wie wir sehen werden, von entscheidender Bedeutung.

Mein Hotel befand sich in Bahnhofsnähe und unweit des Rotlichtviertels. Niemand stellte Fragen, als ich meinen altmodischen Reisekoffer aus Birkenholz und abgewetztem Leder die Treppe hinauftrug. Fahrstühle betrachte ich mit einem gewissen Misstrauen.

Das kleine Zimmer lag direkt unter dem Dach. Außer einem schnarrenden Fernseher und der Aussicht über die Stadt bot es keinerlei Zerstreuung. Vergeblich versuchte ich, dem Fernseher ein brauchbares Bild abzuringen, und öffnete stattdessen das Fenster. Ein feiner Regenschleier lag über der Stadt. Aus der Straßenschlucht drang das beruhigende Geräusch von fahrenden Autos auf nassen Straßen hinauf. Ein Wagen hielt, vielleicht ein Taxi. Als er weiterfuhr, hallte von unten Gelächter in mein Zimmer, das schnell in der Ferne verebbte.

Ich saß auf der Bettkante und holte die Flasche Rotwein aus meiner Ledertasche, ein übereilter Kauf aus dem Bahnhofshandel. Umständlich öffnete ich die Flasche und goss den Wein in den kleinen Plastikbecher, den ich im Bad gefunden hatte. Der Wein floss über meine Finger und tropfte auf das weiße Laken. Ich trank einen Schluck ab. Der junge Bordeaux schmeckte recht ordentlich, aber andererseits war es eine Verschwendung von Potenzial. Zu welcher Blüte würde er gelangen, wenn ihm nur mehr Zeit eingeräumt wurde?

Nach einem weiteren Schluck Rotwein öffnete ich den Koffer und nahm die Holzschatulle heraus. Das glatte Kirschbaumholz glänzte im kalten Licht der Nachttischlampe und ließ das eingebrannte Symbol bläulich schimmern. Eine Hellebarde und eine Schreibfeder, die eine Art stilisiertes V bildeten.

Der kleine Schlüssel aus gelber Bronze passte perfekt in die Öffnung an der Seite des Kästchens. Nur eine leichte Drehung und der Verschluss gab mit leisem Klacken nach. In der Kassette befanden sich vier Ampullen aus geschliffenem Glas. Sie lagen wie kleine Schmuckstücke in mit grünem Samt ausgekleideten Fächern. Drei der Gefäße waren leer, in dem vierten leuchtete der Inhalt wie heller Bernstein.

Etwas Essenz war übrig.

Die Ampulle hatte einen altmodischen Schraubverschluss aus Messing. Ich öffnete das Siegel, griff nach der Einwegspritze auf dem Nachtschrank und zog sie auf. Dann band ich meinen linken Arm ab, fand eine gute Vene und klopfte die verbliebenen Luftblasen aus der Spritze. Ein paar Tropfen der gelblichen Essenz rannen den Zylinder hinab, fielen auf das weiße Laken und verbanden sich mit dem Rotweinfleck. Die Flüssigkeit zeichnete einen kleinen, gelben Zitronenfalter auf das Bett. Als die Essenz mit dem Rotwein und dem Sauerstoff der Luft reagierte, verfärbte sich der Schmetterling langsam bräunlich. Es wirkte, als würde das Insekt vor meinen Augen altern und vergehen.

Nachdenklich setzte ich die Spritze an, die Nadel berührte meine Haut und drang in die Armbeuge. Dies ist immer etwas unangenehm und ich werde mich wohl nie daran gewöhnen. Die Flüssigkeit sickerte in den Blutkreislauf, vermischte sich mit meinem Blut und verband sich mit den Bestandteilen des Rotweins. Mir schwindelte und eine zunehmende Übelkeit peinigte mich. Ich versuchte ruhig und gleichmäßig zu atmen. Schließlich ließ das unangenehme Gefühl nach und wich einer leichten Euphorie.

Über der Stadt begannen die Schatten der Dächer länger zu werden. Der Beginn der Dämmerung war meine Zeit. Ich fand die schwarze Jeans im Koffer und wählte dazu ein weißes Hemd. Kurz überlegte ich, mir eine Krawatte zu binden, verwarf den Gedanken aber wieder und zog meine Lederjacke über.

Sah ich gut aus? Diese Frage zu beantworten ist nicht so einfach. Ich denke, ich bin in vielen Aspekten recht durchschnittlich. Mich zieren keine Tätowierung oder ein auffälliger Haarschnitt. Man sagt mir nach, ich strahle eine gewisse melancholische Harmlosigkeit aus, und das ist durchaus hilfreich. Dazu kommt, dass ich deutlich jünger aussehe, als ich wirklich bin.

Nach einem kleinen Schluck verließ ich das Hotel. Der Regen hatte eine Pause eingelegt. Nur ein paar Gassen weiter erreichte ich die Königstrasse und schlenderte ohne Eile den Weg in Richtung Nürnberger Kaiserburg. Ein wenig Stadtbesichtigung gönnte ich mir immer. Gerade in der Dämmerung, wenn die Jagd noch jung ist.

Als ich am Marktplatz anlangte, blieb ich kurz stehen und betrachtete die Lorenzkirche. Dieser ganze Ort war alt, sehr alt, aber natürlich waren selbst die umgebenden historischen Gebäude meist neueren Datums. Wiederaufgebaut nach dem großen Brand, als unsere Gemeinschaft bitterlich versagt hatte. So etwas durfte nicht wieder passieren. Die alten Fundamente der Stadt aber hatten seit jeher Bestand. Ich umrundete die Kirche. Hineinzugehen, blieb mir verwehrt. Das letzte Mal, als ich versucht hatte ein Gotteshaus zu betreten, hatte ich mit drei Tagen voller Fieberträume gezahlt. Der Gott der Christenheit ist nachtragend.

Hier in der alten Stadt, dem Bereich, der noch heute von der mittelalterlichen Stadtmauer umgeben ist, musste Sie sein. Ich spürte Sie, nur schwach zwar, aber das Gefühl war deutlich. In mir erwachte der Jagdinstinkt. Ob ich Sie heute finden würde? Wie Sie aussehen mochte? Es war immer wieder anders und durchaus aufregend. Aber in letzter Zeit verschaffte mir meine Tätigkeit weitaus weniger Befriedigung, als es früher der Fall gewesen war.

Die erste Station des Abends war ein Bratwurstlokal voller amerikanischer Touristen. In der Gaststätte offerierten abgehalfterte Kellner lokale Spezialitäten. Nürnberger Bratwurst oder Schweinshaxe mit Sauerkraut. Ich trank einen Zweigelt. Er schmeckte fruchtig und voll. Diese österreichische Spezialität ist eine unterschätzte Rotweinsorte. Dies trifft insbesondere zu, wenn sie trocken ausgebaut wurde oder gar eine Zeit lang im Eichenfass gereift war.

Sonst gab es nur wenig Interessantes. Eine Frau in den Mittfünfzigern saß in der Nähe. Sie sprach mit texanischem Akzent und schimmerte leicht. Vor dreißig Jahren hätte sich das Licht förmlich um sie gebrochen und sie wäre für den Orden interessant gewesen. Ähnlich dem jungen Bordeaux im Hotelzimmer war es einfach schlechtes Timing. Sie sah zu mir herüber, ihr Blick flackerte kurz beunruhigt, dann wandte sie sich wieder ihrer Tischnachbarin zu.

Ich hatte mein Glas gerade zur Hälfte geleert, als ich Sie erneut spürte. Es war nur eine schwach fühlbare Präsenz. Eine Zeit lang versuchte ich zu ergründen, ob Sie näherkam oder sich entfernte. Es war von hier aus schwer zu entscheiden. Trotzdem trank ich erst mal in Ruhe aus und machte mich dann auf den Weg in die Nürnberger Nacht.

Inzwischen nieselte es wieder. In der Ferne sah ich die Umrisse der Kaiserburg und am bezogenen Nachthimmel schien der Mond in einem seltsam fahlen Licht durch den Regenvorhang. Bestes Jagdwetter!

Ich beschloss, meiner ursprünglichen Eingebung zu folgen, und ging weiter in Richtung Burg. Als ich vor der hohen Mauer stand, war der Zugang zum Gemäuer bereits geschlossen. Allerdings drang von einer Veranstaltung klassische Musik herüber. Ich spürte Sie jetzt intensiver als in dem Touristenlokal zuvor. Möglicherweise hielt Sie sich innerhalb der Festung auf. Ich verspürte wenig Lust, bei dem Wetter um die Burgmauern zu patrouillieren. Daher setzte ich mich in das kleine Lokal in der Nähe des Tores. Manchmal kommt der Berg auch zum Propheten.

Um mein Glück nicht zu weit herauszufordern, wählte ich einen kleinen Tisch am Fenster mit Blick zum Burgtor und bestellte einen Spätburgunder. Ich versuche es ja immer wieder und es gibt durchaus gute deutsche Rotweine. Zum Beispiel weitgehend harmlose, aber zumindest trinkbare Trollinger oder Lemberger aus dem Schwäbischen. Auch Spätburgunder gibt es gute. Dieses Exemplar war jedoch entschieden zu sauer, keine Frucht und keine Entfaltung im Abgang. Trotzdem war ich nicht wirklich enttäuscht. Man muss sich vor Augen führen, wie die Weine hier damals am Hofe des Kaisers waren. Da wäre so ein mittelprächtiger Trank als Spezialität durchgegangen.

Die Musik aus der Burg verstummte, ich bestellte mir trotzig ein weiteres Glas von dem Fensterreiniger und dachte an alte Zeiten. Bald strömten die Gäste der Musikveranstaltung den Hang herab, einige fanden den Weg in mein Restaurant. Aber Sie war nicht dabei. Das Tor öffnete sich und ein Kastenwagen fuhr rumpelnd die steile Straße hinab. Immer noch nichts. Sollte ich mich geirrt haben?

So etwas kam gelegentlich vor, insbesondere bei solch einem Wetter. Da bemerkte ich eine schlanke Gestalt, die den Torweg hinab eilte.

Ich hatte Sie gefunden!

Sie hatte den Kragen ihres dunklen Mantels hochgeschlagen und rannte im Nieselregen an dem großen Ahorn vorbei, der das Burgtor bewachte. Ich sah noch, wie Sie in eine der kopfsteingepflasterten Straßen der Altstadt verschwand. Hastig brach ich auf, drückte dem Kellner einen viel zu großen Schein in die Hand und versuchte Ihr zu folgen. Aber in der Gasse war niemand zu sehen. Als ich von Straße zu Straße hetzte, wäre ich beinahe mit einem Fahrradfahrer kollidiert. Ich hielt inne und überlegte, was zu tun sei. Inzwischen lief mir das Wasser in den Kragen - denn mein Regenschirm lag noch im Lokal.

Vor mir flackerte eine im alten Stil gehaltene Straßenlaterne, darunter rankte eine Kletterrose. Einige halb verwelkte, weiße Blüten berührten den Rand des Lampenschirms aus gehämmertem Kupfer.

Weiße Rosen … Die hatte Helena geliebt. Meine Fingerspitzen berührten die welken Blütenblätter.

»Viele, die leben, hätten den Tod verdient und viele, die sterben, verdienten das Leben. Wir können es ihnen nicht geben«, ermahnte mich einst mein guter Freund und Meister. Das alles war vor vielen Jahren gewesen, als mein Schmerz noch frisch war und mein Herz noch blutete.

»Nein, Helena, ich kann dich nicht zurückbringen«, flüsterte ich.

Mich hatte mein Meister gerettet. Mit allem Können, das ihm gegeben war. Ich bezahlte jeden Tag den Preis dafür. Aber für Helena und das Kind kam jede Hilfe zu spät.

Wäre ich doch mit ihnen gegangen!

Die Blüte zerbrach zwischen meinen Fingern. Verwelkte Blütenblätter fielen wie verlorene Erinnerungen in die ölig glänzende Pfütze auf dem Gehweg. Für mich würde es weder Vergeben noch Vergessen geben.

Eine große Gartenspinne wurde aufgeschreckt und begann hastig ihr Netz zu kontrollieren. Ich erwachte aus meiner Melancholie. Das Wasser rann mir den Nacken hinab, aber das störte mich nicht. Das Jagdglück war offensichtlich heute Nacht nicht auf meiner Seite, denn ich konnte nichts mehr von Ihrer Anwesenheit spüren. Solche Tage gibt es manchmal.

Ich beschloss, auf dem Rückweg zum Hotel auf ein letztes Glas einzukehren. Aus einem Bistro in einer der Altstadtgassen drang noch Licht und leise Jazzmusik. Es war ein durchaus gemütliches Lokal mit kleinen Tischchen aus poliertem Akazienholz und altmodischen Kerzenhaltern aus Messing. Einige Tische waren frei, trotzdem setzte ich mich an den Tresen. Mir gegenüber standen die härteren Getränke aufgereiht wie Soldaten. Ich bestellte einen Merlot, tiefrot wie Blut, ein Anklang von Kirsche und Johannisbeere. Ein versöhnlicher Abschluss des Tages.

Als ich meinen Wein genoss, öffnete sich die Tür, im Spiegel sah ich einen blassen jungen Mann, der mit sich selbst zu reden schien. Nach kurzem Zögern ging er hinter mir vorbei in den Gastraum. In diesem Moment beschlich mich ein seltsames Gefühl und meine Nackenhaare richteten sich auf.

Etwas stimmte nicht!

Ich nippte an meinem Glas, das Gefühl war zwar wieder verschwunden, aber ich war beunruhigt. Die etwas nasal anmutende Stimme des jungen Mannes drang von einem der Tische zu mir herüber, aber da war noch jemand!

Ich vernahm die melodische Stimme einer Frau. War er nicht allein gekommen?

Überrascht wandte ich mich um.

An dem kleinen Tisch in der Ecke saß Sie und unterhielt sich mit dem blassen Mann. Sie hatte leicht gewellte, schulterlange, schwarze Haare und wirkte durch ihre schlanke Gestalt und die zarten Gesichtszüge beinahe elfenhaft. Sie erschien mir sehr jung, mochte für nicht älter als zweiundzwanzig Jahre durchgehen. Allerdings haftet dem Alter seit jeher eine gewisse Relativität an. Ich neigte den Kopf und fing ihren Blick für einen kurzen Moment ein.

Sie war es, ohne Zweifel. Meine Instinkte hatten mir nicht weitergeholfen, der Zufall hatte mir beigestanden.

Ich beschloss, mich vorzustellen. »Ich denke, junger Mann, es ist jetzt Zeit für dich, zu gehen.«

»Bitte was?« Sein Blick bestand aus einer Mischung von Überraschung und Unsicherheit. Er würde mir keine Probleme bereiten.

»Es ist schon spät und es ist offensichtlich, dass sich die junge Dame langweilt. Also warum kürzen wir dies nicht ab und du gehst schön nach Hause?« Mein Lächeln war verständnisvoll, aber bestimmt.

»Aber …?« Der Junge sah mich ungläubig an. Sein Blick wanderte von mir zu der jungen Frau und dann zum Ausgang. »Ich … Ich denke, es ist … Kennst du den Mann?«, stammelte er aufgeregt.

»Ist schon in Ordnung, Thomas.« Sie lächelte beruhigend und sah mich halb neugierig, halb fragend an.

»Na gut, wenn das so ist.« Er schien erleichtert. Jetzt brauchte er nicht den Helden zu spielen und konnte sich halbwegs ehrenhaft zurückziehen.

»Ich bezahle die Rechnung«, versprach ich gönnerhaft.

»Ähh, danke!« Hastig griff er nach seiner Jacke und verschwand in die nasse Nacht.

Jetzt hat er sich auch noch bedankt. Wenn er wüsste, wie recht er damit hat.

»Das war aber nicht sehr nett«, tadelte die junge Frau und lächelte leise. »Der arme Kerl.«

»Es schien mir die einfachste Lösung zu sein und er wird es überleben«, sagte ich. »Darf ich mich setzen?«

»Da wir schon so weit gekommen sind.« Sie breitete mit einer leicht ironischen Geste die Hände aus. »Gehen Sie immer so rabiat vor?«

»Ich versuche nur zu vermeiden, mich über verpasste Gelegenheiten zu ärgern.« Ich setzte mich.

»Bin ich das denn für Sie, eine Gelegenheit?«, fragte sie streng.

Na, das ging daneben.

»Ich habe Sie den ganzen Abend gesucht. In dem Moment, als ich es aufgegeben hatte, sind Sie mir erschienen. Bitte seien Sie gnädig mit mir. Ich hätte es mir nicht verziehen, wenn ich Sie nicht angesprochen hätte«, sagte ich so charmant es ging.

Sie nickte und schenkte mir ein belustigtes Lächeln. Dabei bildeten sich feine Grübchen in den Wangen, ihre Augen funkelten.

»Also gut. Wer sind Sie? Wie heißen Sie und was tun Sie in der schönen Reichshauptstadt?«

»Meine Freunde nennen mich Toledano, das ist aber eigentlich mein Nachname.«

»Toledano?«

»Ja, meine Vorfahren kamen vor Generationen aus dem spanischen Toledo.«

»Ein Fürst aus einem alten spanischen Adelsgeschlecht?« Ihre Zunge fuhr etwas nervös über die sanft geschwungenen roten Lippen.

»Möglicherweise«, flüsterte ich geheimnisvoll. Wir waren einfache Bauern gewesen und hatten niemandem etwas getan. Vergiss dies nicht!

Ihre großen, braunen Augen waren tief und undurchdringbar wie Seen in den schottischen Highlands.

»Und wie heißt du?« Ich wechselte formlos zum Du.

»Ich? Ich heiße Miriam.« Es wirkte, als wäre ihr der Name spontan eingefallen. Etwas nervös drehten ihre gepflegten Finger das Wasserglas im Uhrzeigersinn.

Ich bemerkte den altmodischen Geigenkasten, der am Stuhl lehnte.

»Bist du Musikerin?«

Miriam hatte tatsächlich an diesem Abend in der Burg gespielt. Es war ein interessantes Konzert gewesen, erzählte sie. Es hatte unaufhörlich geregnet und sie hatten praktisch für eine Wand aus Regenschirmen gespielt.

»Ich habe die Musik gehört, aber nur von außen, es war leider schon geschlossen«, sagte ich bedauernd.

»Musik ist meine große Leidenschaft«, flüsterte sie nachdenklich. Ihre Augen blickten traurig in die Ferne. Für einen Moment schien es mir, als hätte sie noch mehr sagen wollen.

»Vielleicht spielst du mir etwas vor?«

»Hier?«, fragte sie ungläubig.

»Ja, warum denn nicht?«

Miriam machte ein Gesicht, als würde sie in Nachbars Garten klettern, um Äpfel zu stehlen. Sie holte den Geigenkasten hervor und nahm das Instrument heraus. Einige Gäste sahen neugierig herüber und sogar der Kellner lächelte uns aufmunternd zu.

»Was … Was soll ich spielen?«, fragte sie aufgeregt.

»Na, was du möchtest. Etwas Schönes.«

Miriam stand auf, rückte das schwarze Kleid zurecht und setzte die Geige an. Schon nach den ersten zarten Tönen verstummten die Gespräche an den Tischen. Miriam entlockte dem Instrument ungeahnte Melodien voller Sehnsucht und Melancholie und dann plötzlich jauchzte die Geige in erstaunlicher Lebenslust und Fröhlichkeit. Mir schien es nicht so, als spielte sie eine bekannte Melodie. Aber konnte es sein, dass sie all dies improvisierte?

Alle schauten zur schönen Geigerin und wurden von ihrem gefühlvollen Spiel in den Bann gezogen. Als sie den Bogen absetzte, strahlte Miriam glücklich, von den anderen Gästen gab es herzlichen Applaus. Sie wirkte fröhlich und aufgewühlt, strich sich eine Strähne aus dem Gesicht und nahm einen Schluck Wasser.

»Darf ich dir etwas bestellen?«

»Nein, danke«, sagte sie hastig und setzte sich wieder. »Wasser reicht.«

Es folgte ein kurzer Moment des Schweigens, in dem sie mich abschätzend musterte. Schließlich schien sie zu einem Entschluss gekommen zu sein und schob die Kerze, die zwischen uns auf dem kleinen Tisch stand, zur Seite.

»Hör mal, Toledano«, sagte sie mit gespielter Strenge, beugte sich vor und lächelte. Unsere Fingerspitzen berührten sich wie zufällig. »Es ist schon spät und ich werde langsam müde, ich denke, wir sollten jetzt gehen.«

Ich versank in ihren tiefen, warmen Kastanienaugen. Unsere Lippen trafen sich.

»Sonst wird das hier nichts mehr«, flüsterte sie. Ein weiterer weicher, sanfter Kuss. Erst vorsichtig und forschend, dann strichen ihre Finger fordernd über meinen Nacken.

Sie lächelte, als sich unsere Lippen voneinander lösten.

Neben Rotweintrinken ist dies die zweite Sache, die ich richtig gut kann.

Ich zahlte eilig und nahm eine Flasche Wein für den Weg mit. Ein Cabernet Sauvignon aus Chile von 2005 für fünfundsiebzig Euro. Das frivole Grinsen des Kellners ignorierend nahm ich Miriam bei der Hand. Wir schlenderten die nächtliche Straße entlang. Sie sagte, sie ginge nicht mit fremden Männern in Hotelzimmer und außerdem wohne sie in der Nähe. Also war es abgemacht.

Wir gingen zu ihr.

Der Regen hatte jetzt aufgehört, es fielen aber noch dicke Tropfen von den Dächern. Wir hüpften um die breiten Pfützen herum und küssten uns unter einer Linde vor einem der Altbauten unweit der Stadtmauer.

»Wir sind angekommen.« Ich fühlte ein leichtes Bedauern in ihrer Stimme.

Die heruntergekommene Treppe führte hinauf in den dritten Stock. Ihre Wohnung war klein, aber gemütlich. Wir legten unsere Jacken achtlos im Flur ab und Miriam zog mich mit sich.

»Warte!« Miriam schloss die schweren Vorhänge aus dunkelrotem Stoff vor dem großen Fenster zum Hinterhof. Sie schaltete die Lichterketten an, die sich von den Pfosten des altmodischen Messingbetts bis zur Decke schlängelten.

»Mädchenzimmer«, entschuldigte sie sich lächelnd und entzündete eine Kerze.

Ich trat von hinten an sie heran und fasste sie sanft bei den Hüften.

»Was hast du vor?«, fragte sie schnurrend.

Ich küsste ihren Hals, dann die Ohrläppchen und zog wie nebenbei, den Reißverschluss des Kleides herunter.

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