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Färbst du noch oder lebst du schon?

© 2017 Bea Insel

Webseite: www.beas-schreibinsel.de

Facebook: https://www.facebook.com/AutorinBeaInsel/

Autorenfoto: Volker Fürste, Studio Blende 8
Korrektorat, Buchsatz: Jörg Querner, www.anti-fehlerteufel.de

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN  
Paperback 978-3-7439-3700-0
Hardcover 978-3-7439-3701-7
e-Book 978-3-7439-3702-4

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Inhalt

Eine Erklärung zuvor

Meine eigene Haarfärbegeschichte …

… und die Ent-deckung meiner Naturhaarfarbe

Warum dieses Buch?

Rea und Helene

Warum färben wir uns überhaupt die Haare?

Geschichte und Heute

Schönheit, Medien, Emotionen

Haarfarbe und Charakter

Wann wird Färben zum Problem?

Aus Lust wird Frust

Silber oder Grau?

Ein Kapitel für sich

Unsere größte Befürchtung

Perspektivwechsel

Fragen an das „Silber-Ich“

Aschblond

Straßenköter sind Unikate

Eigene Farben – der Weg zum neuen Ich

Ent-decke dich neu!

Ganzheitliche Farbberatung

Viele Wege führen zur Naturhaarfarbe

Highlights, Lowlights, Ombré Hair, Two-Tone-Look oder doch einen Pixie Cut?

Vorteile des Nicht-mehr-Färbens

Haarforen: Beiträge und Interviews

Ein Wort zum Schluss

Quellenverzeichnis

Weiterführende Literatur

Ich danke …

Aschblond ist langweilig und fade?

Grau macht alt und farblos?

Was, wenn es anders wäre …?

Eine Erklärung zuvor

Bevor ich mit dem eigentlichen Thema beginne, ist es mir wichtig zu betonen, dass sich dieses Buch in erster Linie an Frauen richtet. Deswegen verwende ich auch die weibliche Anrede.

Ich bin mir dessen bewusst, dass es auch „färbende“ Männer gibt. Jegliche Diskriminierung oder Abwertung der männlichen Seite liegt mir fern. Natürlich sind auch die Herren herzlich eingeladen, dieses Buch zu lesen.

Meine eigene Haarfärbegeschichte …

Als ich mir das erste Mal die damals überschulterlangen Haare färbte, war ich 17 und die Farbe Henna. Mein naturmittelaschblondes Haar erstrahlte nach der Prozedur in einem leuchtenden Karottenorange. Ich fand es megacool.

Wie meine Umwelt auf die offensichtliche Veränderung meiner Haarfarbe reagierte, weiß ich leider nicht mehr. Meine Mutter, damals selbst Friseurin, äußerte wahrscheinlich ihre Meinung, aber sie ließ mich ansonsten gewähren.

Ich war zu jener Zeit mit meiner ersten großen Liebe zusammen und auch er sagte wohl zu meinem Karottenhaar nichts Negatives, denn eine derartige Bemerkung wäre mir sicher in Erinnerung geblieben. Allerdings beendete er die Beziehung ein paar Monate später – wegen einer Blondine. Ich war am Boden zerstört.

Dennoch glaube ich im Nachhinein nicht, dass mein oranges Haupthaar der Grund oder Auslöser für den Schlussstrich war. Wir waren beide einfach jung und entwickelten uns weiter, jeder in seine eigene Richtung.

Nach der Trennung ließ ich meine Haare bis zum Kinn abschneiden und färbte es auf chemischem Weg in einem Kastanienton. Der Farbe blieb ich eine Weile treu, aber die Haare wurden nach und nach immer kürzer.

Mit 19 machte ich mein Abitur mit einem rotbraunen Kurzhaarschnitt, heute würde man die Frisur wohl einen „Pixiecut“ nennen.

Die Haare blieben über einen langen Zeitraum sehr kurz, aber die Farbe wechselte des Öfteren. Zuerst ließ ich mir die Farbe herauswachsen und trug zu Beginn meiner Studienzeit meine Naturhaarfarbe. Dann ließ ich die Haare wieder etwas länger werden, nur um sie dann wieder zum Pixie kürzen und weißblonde Strähnen einfärben zu lassen. Mit dieser Frisur bekam ich von allen Seiten positives Feedback.

Da ich aber mein langes Haar aus meiner Teenagerzeit sehr vermisste, ließ ich wieder wachsen und hellblonde Strähnen einfärben. Dem Blond folgte dunkles Rot und einige Zeit später erneut ein Pixie, diesmal in mystischem Schwarz …

Ich könnte diese meine ureigene „Haarfärbegeschichte“ noch seitenlang weiter ausführen. Sie würde wahrscheinlich sogar ein eigenes Buch füllen, denn es sollten noch weitere 35 „Färbejahre“ folgen. Zusammenfassend halte ich fest, dass meine „abenteuerliche“ Haarreise bis zum Dezember 2016 andauerte. Zu dem Zeitpunkt war ich 56 Jahre alt.

Meine Haare und vor allem meine Kopfhaut haben also 39 Jahre lang stillschweigend das bunte, oft schädliche Treiben ertragen. Ja, sie haben es ertragen. Denn ich habe keine Haarfarbenallergie entwickelt, im Gegensatz zu manch anderer Frau. Außer gelegentlichem Haarbruch oder auch vermehrtem Haarausfall sowie hin und wieder Kopfhautjucken war trotz des Färbemarathons bei mir alles im grünen Bereich.

Dieser Umstand allerdings trug paradoxerweise dazu bei, dass ich erst jetzt, da am Naturansatz das eine oder andere silberne Haar blitzt, beschlossen habe, mit dem Färben aufzuhören und die Farbflasche loszulassen.

Es gab natürlich schon vorher mehrmals den einen oder anderen, eher halbherzigen Versuch, meine Naturhaarfarbe herauswachsen zu lassen. Aber ich hielt nie wirklich durch. Der aschige Naturansatz sah in meinen Augen neben den rot bzw. schwarz gefärbten oder blondierten Längen einfach bescheiden aus. Zudem empfand ich mein Aschblond immer als (zu) fade und langweilig.

Diese Wahrnehmung änderte sich leider auch nicht durch die Lektüre etlicher Bücher, die das Thema „Haar“ aus den verschiedensten (vor allem biologischen, natürlichen und esoterischen) Blickwinkeln unter die Lupe nahmen. Das Thema als solches faszinierte mich zwar immer mehr, meine Einstellung zu vielen diesbezüglichen Meinungen und Gewohnheiten änderte sich sogar grundlegend, aber das Gefühl meiner eigenen Haarfarbe gegenüber blieb eher negativ.

Dann stieß ich mit 46 im Internet auf ein Haarforum, dessen Mitglieder sich mit der Pflege, diversen Frisuren, dem Färben(!), aber vor allem dem Erreichen von (sehr) langem Haar beschäftigten. Ich verbrachte Stunden mit dem Lesen und Durchstöbern der verschiedenen Threads, denn mein aufgeregtes Interesse verriet, dass hier ein weiteres haariges Anliegen meinerseits reanimiert wurde, nämlich der schon lange gehegte Wunsch, wirklich langes Haar zu haben – und dies trotz meiner feinen, glatten Haarstruktur. Ich entdeckte Beiträge und Bilder von Frauen jeglichen Alters, die genau das geschafft hatten: Ihr Haar durch die richtige Pflege und vor allem Ausdauer lang zu züchten.

Meine Entscheidung stand fest: Das will ich auch! Also informierte ich mich gründlich darüber, mit welchen Mitteln man den Haarwuchs anregen kann. Es gibt da einige Möglichkeiten, aber bezogen auf unser Thema hier, dem Haarefärben, nenne ich mein Mittel Nummer eins, zumal es außer Farbe auch noch schönen Glanz, Griffigkeit und Volumen verleiht: Henna! Ja, da war es wieder. Das grüne Pflanzenpulver, das dem Haar und der Kopfhaut so viel Gutes tut.

Aber ich erinnerte mich auch an meine Hennaerfahrung, die ich mit 17 bereits gemacht hatte. Und mir graute vor dem Karottenkopf. Den wollte ich nun doch auch nicht mehr! Also suchte ich weitere Infos und entdeckte sowohl in Foren als auch über Videoanleitungen, wie man verschiedene Pflanzenhaarfarben miteinander mischen und so dem leuchtenden Orange auf dem Haupt vorbeugen kann. Es gibt natürlich auch Frauen, die genau wegen des Orangetons mit Henna färben, aber hierzu mehr im Kapitel „Eigene Farben“.

Ich begann also, mit Pflanzenhaarfarben im Allgemeinen zu experimentieren und mich hierüber mit anderen Usern auszutauschen. Das machte mir eine Zeitlang großen Spaß, aber dann bemerkte ich, dass jede Mischung früher oder später rötlich wurde bzw. einen Kupferstich hatte, was mir als Sommertyp (siehe genanntes Kapitel) überhaupt nicht steht.

Also kehrte ich zurück zu den Chemiefarben. Zuerst griff ich vorsichtig zu den „Biohaarfarben“ aus dem Reformhaus, die im Vergleich zu den handelsüblichen Drogeriefarben mit einem relativ geringen Chemieanteil auskommen, doch etwas später färbte ich auch wieder mit letzteren oder ließ professionell färben.

Mein „Haarzüchtprojekt“ profitierte natürlich nicht im Geringsten von der Hin-und-Herfärberei, im Gegenteil, meine Haare brachen, trotz intensiver Pflege, immer mehr ab. Also ließ ich sie erst ein kleines und schließlich ein größeres Stück abschneiden oder nahm die Schere selbst in die Hand – ja, ich kann leider ganz gut mit der Haarschere umgehen, was sich auch nicht immer als haarwuchsfördernd erwiesen hat.

Welche Erkenntnis hat mich also nun dazu bewogen, das Färben sein zu lassen und meine Naturhaarfarbe in ihrer ganzen Schönheit neu zu ent-decken?

… und die Ent-deckung meiner Naturhaarfarbe

Abgesehen davon, dass regelmäßiges Färben der Haare mit viel Zeit- und Pflegeaufwand verbunden ist (was ich mir nach meiner Wahrnehmung immer „gegönnt“ habe, Zeit nur für mich, eine Wellnesseinheit sozusagen), die Haare trotzdem zu Trockenheit neigen, so sind auch die verschiedenen Farbnuancen, die ich sonst regelrecht als „Versuchung“, etwas Neues auszuprobieren, ein Abenteuer zu wagen, empfunden habe, doch nur künstlich und unnatürlich.

Nach Blondierungen musste ich immer gegen den unvermeidbaren (aufgrund eigener Rotpigmente) Gelbstich mit etlichen Silberpflegeprodukten ankämpfen, Dunkelbraun und Schwarz war immer am pflegeleichtesten, sieht aber an mir mittlerweile extrem hart und helmartig aus; Rottöne sind nur dann „natürlich“, wenn sie auch warmtonig sind, und dann passen sie nicht zu meinem kühlen Farbtyp; kühle Rottöne wirken mir zu künstlich; Rottöne an sich bluten in der Regel zu stark aus (außer Henna und bestimmte physikalisch wirkende Farben), Brauntöne sind oft auch zu warmtonig oder zu künstlich bzw. helmartig.

Und jetzt kommt für mich das wichtigste Argument überhaupt, weswegen ich sehr neugierig auf meine Naturhaarfarbe bin:

Die Silberlinge! Ja, ich muss meine Haarfarbe nicht mehr ändern! Sie ändert sich von ganz alleine! Und das finde ich hochspannend! (Henna gibt es auch nicht färbend und so kann ich weiterhin die Vorteile dieser Pflanze nutzen, ohne orange auf dem Kopf zu werden.) Ein positiver Nebeneffekt wird mit Sicherheit gesünderes Haar und damit hoffentlich gesundes Haarwachstum (meine Haarschneidekünste werden sich auf den Pony beschränken müssen!) und nicht mehr vorhandener Haarbruch sein.

Und somit hätte ich sehr große Chancen, an meinem sechzigsten Geburtstag einen langen Silberzopf (oder zumindest einen silber durchzogenen Zopf) auf meinem Rücken zu tragen …

Warum dieses Buch?

Während der Recherche zum Thema wurde mir zunehmend bewusst, dass es eine große Anzahl von Frauen gibt, die nicht nur aus den verschiedensten Gründen ihr Haar färben, sondern die unter bestimmten Gegebenheiten mit dem Färben aufhören würden.

Wie genau diese Bedingungen ausschauen, erkennen wir aber erst, wenn wir uns die Frage stellen, welche Beweggründe im Einzelnen Frauen dazu bringen, ihre Haare – oft jahrzehntelang – zu färben und damit sogar fortzufahren, obwohl sich z. B. gesundheitliche Probleme durch die Haarfarbe entwickelt haben. Welche äußeren und inneren Zwänge lassen Frauen den Färbemarathon weiterlaufen? Gibt es einen gehbaren Weg aus dem Färbekreislauf, auf dem frau sich wohl-, gepflegt und (weiterhin) attraktiv fühlen kann?

Diesen und weiteren Fragen nachzugehen und Antworten darauf zu finden, waren mir ein tiefes Bedürfnis beim Verfassen dieses Buches.

Rea und Helene

Rea und Helene sind zwei fiktive Figuren, die zwei Typen der färbenden Frau verkörpern.

Rea ist 25 und färbt schon seit ihrem zwölften Lebensjahr. Damals fing sie mit Blondspray an, um ihr aschblondes Haar heller und etwas „lebhafter und frischer“ zu bekommen, es folgten verschiedene auswaschbare Schaumtönungen, die nur vorübergehend Farbe ins Haar „zauberten“, danach kamen die haltbareren Intensivtönungen.

Ihre Freundinnen waren allerdings etwas „mutiger“ und färbten sich zunächst gegenseitig blonde Strähnchen, was ihnen nach drei Wochen aber zu langweilig erschien. Also verabredeten sie sich zu einer weiteren „Färbesession“, aus der die eine Freundin mit weißblondem und die andere mit tiefschwarzem Haar hervorging.

Als Rea die beiden sah, war sie so sehr begeistert, dass sie kurzerhand in den nächsten Drogeriemarkt eilte und sich ihr Lieblingsrot kaufte. Eine der beiden Freundinnen verhalf ihr auch noch am selben Tag zum begehrten „Arielle-Haar“ und das Trio lief für längere Zeit als „Schwarz-Rot-Gold“ durch die Gegend. In der Schule waren sie schwer angesagt.

Rea wurde mit den Jahren immer mutiger und kreativer in Bezug auf ihr Haar und erfand sich immer wieder neu. Denn mit jeder Änderung der Haarfarbe oder auch des Cuts (sie konnte mittlerweile sehr gut mit Haarschere und Haarschneidemaschine umgehen) änderte sie auch ihr Outfit. Sie schlüpfte gerne in unterschiedliche Rollen und testete ihre Wirkung auf andere. Über das Internet konnte sie als Bloggerin und mit Tutorials auf Videoportalen eine noch größere Gruppe von Bewunderern erreichen.

Inzwischen hat sie ihr Studium beendet und ihren fünfundzwanzigsten Geburtstag hinter sich (den sie mit einem grauen Bobcut – dem aktuellen „Grannylook“ – ausgiebig gefeiert hat). Sie trägt seit einigen Monaten ihr Haar kinnlang mit Sidecut und blondiert regelmäßig, um eine gute Basis für die auswaschbaren Neonfarben zu haben. In ihrem Schrank ist der ganze Regenbogen in Dosen zu finden.

Hin und wieder beschleicht sie der Gedanke, mit der Färberei und Tönerei einfach mal aufzuhören. Aber wie? Alles einfach rauswachsen lassen? Allen Mut zusammennehmen und sich eine Glatze rasieren, um dann das Naturhaar wachsen zu lassen? Vielleicht sogar mal so richtig lang bis zum Allerwertesten?

Aber wie werden die anderen reagieren …?

Überlassen wir Rea ihren Gedanken und wenden wir uns nun Helene zu.

Helene ist gerade 53 Jahre alt geworden. Ihr erstes graues Haar entdeckte sie in ihren Zwanzigern und seitdem färbt sie in einem natürlichen Braunton. Sie achtet generell auf ihr Äußeres, treibt regelmäßig Sport und ernährt sich gesund. Sie hat einen recht großen Freundes- und Bekanntenkreis und liebt es, ihre Freunde regelmäßig einzuladen und sie als Gastgeberin zu verwöhnen. Ihre Freunde wissen, dass sie sich auf Helene verlassen können und sie immer da ist, wenn man sie braucht.

Diese Eigenschaften schätzt auch ganz besonders ihr Ehemann, mit dem sie seit dreißig Jahren verheiratet ist.

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