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Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft hat für die betroffenen Kinder schlimme Folgen. Man nennt diese Folgen Fetale Alkohol-Spektrumstörung (Fetal Alcohol Spectrum Disorder, FASD). Das Spektrum reicht dabei vom Vollbild des Fetalen Alkoholsyndroms (FAS) über das partielle FAS (pFAS) bis zu Entwicklungsneurologischen Störungen nach vorgeburtlicher Alkoholexposition (ARND).

Der Alkohol stört besonders die Hirnentwicklung des ungeborenen Kindes. Die heranwachsenden Kinder fallen später auf, weil sie naiv und vertrauensselig sind. Risiken können sie nicht altersgerecht einschätzen, Gefahren nicht gut erkennen und fremde Absichten nicht durchschauen. So geraten sie aus Arglosigkeit, oder weil sie verleitet wurden, in ungehörige oder sogar gefährliche Situationen.

Die betroffenen Kinder sind zudem sehr unkonzentriert und sehr vergesslich. Sie wiederholen Handlungen, die ihnen von Erwachsenen untersagt wurden – und das manchmal unmittelbar nach der Schelte der „Großen“.

Entsprechend werden Kinder mit FASD oft kritisiert, als „faul“ oder „frech“ bezeichnet. Es ist ja auch schwer vorstellbar, dass ein Kind Lerninhalte oder auch Tadel „von jetzt auf gleich“ vergisst. Es wirkt auch ungemein provokativ, wenn ein Kind Reue äußert und im nächsten Moment das Verbot erneut übertritt.

So erleben Kinder mit FASD, die eigentlich heitere, fröhliche und hilfsbereite Kinder sind, schon früh und anhaltend negative Rückmeldungen und Niederlagen. Irgendwann werden sie vielleicht traurig und fragen: „Warum ist das alles so, warum passiert immer mir etwas?“ „Warum werde ich mehr kritisiert als andere Kinder?“ Und vielleicht: „Warum meiden mich andere Kinder?“

Es gibt viele Kinder mit FASD und ihre alltäglichen Erlebnisse und Erfahrungen sind ähnlich. Dieses Buch soll dem Kind mit FASD vermitteln, dass es mit seinen Erfahrungen – den angenehmen wie den unglücklichen – nicht allein ist, dass es nicht dumm ist, nur, weil es Rechnen und Schreiben immer wieder üben muss, dass es keine Schuld daran trägt, wenn ihm mehr „passiert“ als anderen Kindern, dass es nicht böse oder schlecht ist, wenn es mit den guten Vorsätzen einfach nicht klappen will, und überhaupt, dass es ein liebenswertes Kind ist – wie die anderen Kinder auch.