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Ex en Provence

Inhalt

  1. Cover
  2. Inhalt
  3. Über die Autorin
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Zitat
  7. Who’s Who?
  8. L’Apéro
    1. 1. Kapitel
  9. L’Entrée
    1. 2. Kapitel
    2. 3. Kapitel
    3. 4. Kapitel
    4. 5. Kapitel
    5. 6. Kapitel
    6. 7. Kapitel
    7. 8. Kapitel
  10. Le Plat Principal
    1. 9. Kapitel
    2. 10. Kapitel
    3. 11. Kapitel
    4. 12. Kapitel
    5. 13. Kapitel
    6. 14. Kapitel
    7. 15. Kapitel
    8. 16. Kapitel
    9. 17. Kapitel
    10. 18. Kapitel
    11. 19. Kapitel
    12. 20. Kapitel
    13. 21. Kapitel
  11. Le Fromage
    1. 22. Kapitel
    2. 23. Kapitel
    3. 24. Kapitel
    4. 25. Kapitel
  12. Le Dessert
    1. 26. Kapitel
    2. 27. Kapitel
  13. Le Café
    1. 28. Kapitel
  14. Le Chocolat
    1. Drei Monate später. Übrigens …
  15. Dank

Über die Autorin

Elke Ahlswede hat nach der Universität in den USA und Hamburg die Henri-Nannen-Schule besucht und anschließend mehrere Jahre in Deutschland als Journalistin gearbeitet. Inzwischen lebt sie mit ihrer Familie in Frankreich, wo auch schon ihre Romane MAMA.COM, MUM@WORK und PAPA@HOME entstanden sind. In EX EN PROVENCE gibt sie Einblick in die Tricks der Französinnen, die sie als Insider inzwischen voll durchschaut hat. Im Kulturkampf zwischen Haute Couture und Wohlfühl-Jeans, Petits Fours und Müsliriegeln steht es bei ihr persönlich noch unentschieden.

Elke Ahlswede

Ex en Provence

Roman

»Tatsächlich haben die Franzosen, anders als die Deutschen, ein entspanntes Verhältnis zur Wirklichkeit des Lebens.«

Ulrich Wickert: Vom Glück, Franzose zu sein

Alle Personen und Ereignisse in diesem Roman sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeiten (auch) mit der (französischen) Realität sind rein zufällig.

Who’s Who?

Anja Kirsch, 40: Alleinerziehende Mutter und Lehrerin. In Frankreich will sie sich zur beruflich erfolgreichen Supermutter mit Mega-Sex-Appeal wandeln. Manövriert sich mehr oder weniger geschickt durch Croissant-Berge, sprachliche Waterloos und … amouröse Missverständnisse.

Dr. Bettina Kirsch, fünf Minuten älter, zehn Kilo leichter: Anjas Zwillingsschwester. Der Marathon laufende Beweis dafür, dass die Gene nicht an allem schuld sein können.

Ralph von Hassel, 42: Anjas Ex. Ihr eigentlich sowieso nur aus Versehen zum Ehemann gewordener WG-Mitbewohner steckt mitten in der Midlife-Crisis. Zur Linderung setzt er allerdings weder auf Sabbatjahr noch auf Segeltörn.

Jule von Hassel, 5: Anjas und Ralphs Tochter. Vom alternativen Berliner Waldkindergarten direkt in die französische Kader-Vorschule katapultiert.

Jacques und Bernadette Croizet, zusammen mindestens 130: Anjas liebenswerte Vermieter, Bäckersleute mit geheimdienstwürdigen Kenntnissen der Bewohner von ganz L’Oublie-en-Provence.

Ganz L’Oublie-en-Provence?

Nein! Auch sie wissen nichts über den Hintergrund von …

Eric Leroy, ungefähr Ende 30: Was für ein arroganter Rüpel! Und Jule sucht sich ausgerechnet Erics Tochter Chloé als ihre neue beste Freundin aus.

Chloé Leroy, 5: Schwelgt mit leicht überdüngter Fantasie in ihrer Prinzessinnen-Welt.

Noémi, 25: Auch für französische Verhältnisse eine Ausnahmeschönheit. Taucht regelmäßig in Highest Heels und Mikrorock vor der Schule auf – und verschwindet schweigend mit Chloé.

Augustine Guillotin, 52: Anjas Chefin. Stets im adretten Kostümchen, terrorisiert sie die gesamte Sprachenschule »Ecole Polyglotte«. Bis auf eine Ausnahme, nämlich …

Philippe Foulie, 38: Anjas Kollege, ein echter Beau. Die wandelnde Charme-Offensive nimmt »Andscha« ins Visier. Zu schön, um wahr zu sein?

Nathalie Dupont, Mitte 30: Die Mutter von Jules Klassenkameraden Alex, bald Anjas Freundin und »Französin vom Dienst«. Freimütige und geduldige Nachhilfelehrerin in Sachen Savoir-vivre.

Monika Kirsch, 59: Anjas und Bettinas Hippie-Mutter. Findet zwischen Anden-Trekking und Capoeira-Kurs mit attraktiven Jünglingen nur wenig Zeit für ihre Töchter oder Enkelin Jule.

Jean-Yves, Jean-Pierre, Jean-Claude (alle Mitte 50): Anjas mehr oder weniger direkte Nachbarn – genaue Anzahl unbekannt.

L’Apéro

(Der Aperitif)

1. Kapitel

Hi Bettina. Danke noch mal fürs Essen. Haben Frankreich erreicht. Jule schmollt. Dein Napoleon tröstet etwas. Noch 680 Kilometer. Provence, wir kommen! LG Anja (23:35, 16. August)
Viel Glück, Kleines. Such dir einen schönen Franzosen. Gib dir mal Mühe. Und nasch nicht auf der Fahrt. Kuss für Julchen. Betty (23:39, 16. August)
Nenn mich nicht Kleines! Kaufe mir jetzt große Tüte Chips, evtl. auch Schokolade. Brauche keinen Franzosen. Anja (23:45, 16. August)
Ich würde nicht nein sagen … Gute Fahrt, Kleines. Deine Betty (23:47, 16. August)

#

Dienstag, 17. August, 05:54

L’Oublie-en-Provence

»Bonjour Madame!«, tönt es mir von irgendwo sehr französisch entgegen.

Madame? Wer? Ich?

Beinahe hätte ich mich umgedreht, aber hinter mir ist um diese Uhrzeit wohl kaum eine 80-Jährige zu erwarten, auf die diese Anrede meiner Vorstellung nach besser passen würde. Ich bin zwar tatsächlich 40 und sehe – Q10 hin oder her – wohl auch ungefähr so aus, aber »Madame«?

Wer allerdings sollte sonst gemeint sein? Schließlich ist hier gerade überhaupt niemand zu sehen. Selbst den Besitzer der tiefen und ziemlich nasalen »Bonjour-Madame«-Stimme kann ich nicht ausmachen. Ich sehe nur Jule, die fünf Meter neben mir schlummert – in unserem Ex-Familien-jetzt-Mutter-mit-Tochter-Kombi. Sie ist – ergonomisch nicht ganz optimal – in den Kindersitz gefaltet und hält ihr neues Kuscheltier, Frosch Napoleon, fest im Arm.

Als Napoleon, Jule und ich vor ein paar Minuten auf den Dorfplatz von L’Oublie-en-Provence gerollt sind, informierte mich mein Navi feierlich, ich hätte mein Ziel erreicht. Leise, um Jule nicht zu wecken, antwortete ich: »Nein, noch nicht ganz.«

Aber was weiß denn diese Computerstimme schon? Sie kennt sich wohl im besten Fall mit der nächsten Kreuzung aus, aber mit meinem wahren Ziel?

Pah!

Natürlich hat sie nicht die geringste Ahnung. Denn mein Vorhaben besteht ja aus nichts Geringerem, als eine völlig neue, absolut perfekte Anja Kirsch aus mir zu machen: Anja, die atemberaubende, okay, ein bisschen gereifte Schönheit, sexy und trotzdem etwas unnahbar und damit auf Sicherheitsabstand zu allen doch nur Ärger bringenden Männern, beruflich erfolgreich und zugleich eine wunderbare Mutter!

Doch aus der Perspektive meines mit Lebensentwürfen eher unerfahrenen Navis habe ich mein Ziel natürlich längst erreicht. Schließlich hatte ich in Bettinas Frankfurter 140-Quadratmeter-Designer-Dachterrassen-Eigentumswohnung die Adresse meines neuen Vermieters eingegeben, die mir der Makler gemailt hatte, als ich noch in Berlin war. Der Immobilien-Heini hatte dazugeschrieben, dass ich mir bei einem Monsieur Croizet schon frühmorgens den Schlüssel für »meine neue Wohnung« abholen könne.

Früh ist es. Aber wo ist denn nun dieser Monsieur Croizet? Und überhaupt, wie das klang: der Schlüssel für meine neue Wohnung?

Auch der Makler erkannte natürlich nicht die wahre Bedeutung dieses Stückchen Metalls, handelt es sich dabei doch um den Schlüssel für den Neuanfang meines Lebens! Die Blütezeit der Anja K. beginnt. Spät, aber dafür inmitten wogender Lavendelfelder unter der wohligen Sonne Südfrankreichs. Wunderbar! In der Mitte meines Lebens stehen mir alle Türen offen.

Na ja, fast alle. Denn diese Ladentür, zu der mich mein Navi gelotst hat, lässt sich von meinem Rütteln leider überhaupt nicht beeindrucken. Ich stehe vor einer ziemlich geschlossenen Bäckerei, mitten in diesem winzigen Dorf irgendwo in Frankreich, ein bisschen »perdu« – verlassen, ziemlich allein, einsam sozusagen. Hm.

»Bonjour Madame«, höre ich jetzt wieder und entdecke als Urheber endlich einen älteren Herrn, der aus einem kleinen Nebeneingang der Bäckerei herauslugt. Er wischt sich seine mehligen Pranken an einer nicht minder mehligen Schürze ab und stapft mir mit zur Begrüßung weit ausgebreiteten Armen entgegen.

Es muss sich wohl um meinen Vermieter handeln, Monsieur Croizet, unübersehbar seines Zeichens Bäcker.

Schwungvoll drückt er mir zwei Küsse auf jede Wange. Von wegen unnahbare, arrogante Franzosen! Vielleicht ist das in Paris so, erfreulicherweise hier aber offenbar nicht.

»Aaah, voilà Madame! Willkommen in Frankreich, dem Paradies auf Erden!«, dröhnt er. »Sie werden hier leben wie Gott in Frankreich! Ho, ho, ho, was sage ich? Wie eine Göttin, natürlich, excusez-moi!«

War da eben ein Blick auf mein eigentlich nicht wirklich tief ausgeschnittenes, da genau genommen zugeknöpftes Dekolleté, das in einem fünf Jahre alten, für die lange Fahrt extragemütlichen Strickpulli steckt?

»Alors, Madame …«, holt der offensichtlich weder zu Takt noch zu mangelndem Patriotismus neigende Monsieur Croizet aus. Zum Glück nicht, um mich weiter zu taxieren oder die Marseillaise anzustimmen, sondern um mir den Weg an seinem gigantischen Bauch vorbei direkt in die Backstube zu weisen. »Kommen Sie doch gleich hier herein …«

Ach, eigentlich sieht Monsieur ja doch ganz harmlos aus, irgendwie sogar recht sympathisch. Modell heiterer Großvater, aber eben in der Gallier-Ausführung mit lebenslanger Erfahrung als Frauenheld und deshalb schon aus reiner Gewohnheit noch immer selbst an dem unscheinbarsten Dekolleté interessiert.

Mit dieser Erkenntnis übe ich mich mal in neuer, sehr französischer Großzügigkeit, verzeihe ihm die Blickverirrung und gebe einen üppigen Vertrauenskredit.

»Merci«, antworte ich also – erleichtert, dass mir mein erstes französisches Wort in meiner neuen Heimat problemlos über die Lippen kommt. Mein Stammeln vorhin an der Raststätte war schon recht unwürdig, aber das war ja auch ganz knapp hinter der Grenze. Und das zählt nicht.

Okay, zugegeben, es gibt durchaus noch einiges zu tun in Sachen Redekunst. Mein Französisch ist zwar schon ganz passabel, aber so ein »Merci« wie gerade eben schafft ja selbst ein sprachlich Tiefbegabter mit mittelmäßiger Kenntnis deutscher Schokoladenmarken. Auch was die französische Eleganz angeht, stehe ich natürlich noch ganz am Anfang.

Schließlich passe ich bisher ungefähr auf folgende Beschreibung: mittelmäßig talentiert als Alleinerziehende meiner Tochter Jule wie als Lehrerin an einem Berliner Gymnasium und optisch ein Fall für die Fitness-, Ernährungs-, Frisur- und Modeberatung von »Elle« und »Vogue« zusammen – der deutschen Ausgabe beider Magazine versteht sich, denn in den französischen dürfte ja über Kleidergröße 34 gar nichts gehen.

Ich trage übrigens Größe 42. Und selbst die passt mir auch erst wieder, seit ich durch meine, sagen wir mal »Trennungs-Diät« ein paar Pfunde losgeworden bin.

»Kommen Sie?«, erkundigt sich Monsieur Croizet, der mein Zögern natürlich nicht einordnen kann. Dass ich es ihm nicht erkläre, liegt zum Teil an der nächsten linguistischen Herausforderung, die mich hier erwartet: Jedenfalls kann ich den Herrn Bäcker nun doch nicht so einfach ins Haus begleiten, wie er sich das gedacht hat.

»Meine Tochter schläft«, versuche ich es auf Französisch, zum Glück auch recht souverän, und zeige dann auf mein altersschwaches Auto, das Jule und mich gerade die knapp tausend Kilometer von unserer Zwischenstation bei Bettina in die Provence geschaukelt hat.

»Pas de problème, kein Problem«, antwortet Monsieur Croizet und ruft dann in die Backstube gewandt: »Bernadette, komm doch mal schnell! L’Allemande ist da.«

In diesem Augenblick taucht eine rundliche Frau mit rosigen Wangen und sanften, braunen Augen auf. Bernadettes Lippen leuchten in einem aparten Orangerot, das perfekt mit der doch etwas eigenwilligen Farbe ihres dabei überaus eleganten Kurzhaarschnitts harmoniert. Eine Seniorinnen-Standard-Dauerwelle in Grau ist in Frankreich natürlich nicht zu erwarten. Dafür überrascht Madames Leibesumfang, der eher meinen Vorstellungen von Bäckerinnen als den perfekter Französinnen entspricht.

»Ah, bonjour, meine Liebe!« Madame Croizet drückt mich an ihren riesigen Busen und schmatzt mir drei Küsse ins Gesicht: rechts-links-rechts. Oder war es links-rechts-links? Und wo blieb überhaupt der vierte, wie eben bei Monsieur? Mysteriös.

»Bernadette, Madames Tochter schläft noch im Auto.« Der Bäcker deutet in Richtung des von jahrhundertealten Gemäuern und knorrigen Platanen umgebenen Dorfplatzes, auf dem selbst mein Klapper-Kombi aussieht wie gerade eben von einem glitzernden Podest der Internationalen Automobilausstellung gerollt.

»Ma biche, wirf doch bitte einen Blick auf die Kleine«, fordert Monsieur Croizet seine Frau auf, die er mit »ma biche« nach französischer Sitte tatsächlich liebevoll »meine Hirschkuh« nennt. »Die Kleine ist nach der langen Fahrt sicher sehr müde. Wir wollen sie noch etwas schlafen lassen. Und du musst ja jetzt sowieso das Geschäft öffnen. Durchs Schaufenster kannst du ›la petite‹ im Auto doch sehen. Dann zeige ich Madame gleich ihr neues Heim.«

»La biche« nickt: »Aber gern.«

Moment.

Das ist ja alles furchtbar nett und zuvorkommend. Aber ich kann doch Jule nicht einfach dort stehen lassen, auch wenn ich Madame vom Fleck weg als Ersatzgroßmutter adoptieren würde.

Aber trotzdem: Ich werde klarmachen müssen, dass ich Jule hier nicht alleine lasse, während wir zu unserer Wohnung fahren, sondern dass wir stattdessen einfach mein Auto nehmen. Wenn ich die leere Chipsstüte, die Kaffeebecher, Jules O-Saft-Packungen und die auch farblich sehr ansprechende Kollektion leerer Mini-Ritter-Sport vom Beifahrersitz geschubst habe, wird er schon genug Platz finden. Oder ich fahre einfach hinter ihm her, oder ich könnte …

Doch bevor ich meine Gedanken auch nur in halbwegs geordnetes Französisch sortieren kann, zieht mich Monsieur in die Backstube, vorbei an Blechen voll buttrig glänzender Croissants und goldbrauner Baguettes.

Mmmh, eigentlich wäre es ja mittlerweile Zeit für ein kleines Frühstück …

»Möchten Sie?«, erkundigt sich Monsieur und zeigt auf die Croissants.

Ups, habe ich wirklich so gierig geguckt?

»Nein, vielen Dank.«

Das sind immerhin satte 282 Kalorien, die Sie da pro Croissant zusammengeknetet haben!

»Dann vielleicht später«, murmelt Monsieur und lässt mich an einer Tür am anderen Ende des Raums stehen. Er deutet auf eine Holztreppe, die hinter mir nach oben führt. »Bitte warten Sie kurz, ich komme ›dans une petite minute‹.«

Der Bäcker holt weitere Bleche aus dem Ofen, schiebt neue hinein. Dann macht er sich in aller Ruhe an Maschinen zu schaffen, die sanft brummend riesige Teigklumpen durchwalken. Mit »einer Minute«, schon gar nicht »einer kleinen«, wird es wohl nicht getan sein. So entspannt, wie der sich seiner Arbeit zuwendet, kann das eher eine kleine Ewigkeit dauern. Vorsichtig blicke ich die Treppe hinauf. Wohin im Namen des in Frankreich lebenden Gottes führt sie? Sollte etwa mein neues Heim …

In der Anzeige des Internet-Maklers stand: »Zentral, aber ruhig gelegenes, möbliertes Appartement mit Charme am Rande der pulsierenden Uni-Stadt.« Die Adresse des Vermieters:

1, Place du Marché, L’Oublie-en-Provence.

Genau hier bin ich, aber hier ist doch wohl nicht die Wohnung, die ich für Jule und mich ausgesucht habe?! Ich meine, ich war ja froh, überhaupt etwas gefunden zu haben – nach all diesen Gruselgeschichten, die mir Bekannte von ihren Studienjahren in Paris erzählt hatten: fünf Quadratmeter Abstellkammer mit Blick aufs Klo der Nachbarn nach zweimonatiger Suche, Unsummen von Bestechungsgeldern und für eine Miete auf Élysée-Palast-Niveau.

Zwar bin ich nicht in Paris, aber wer weiß, was mich jetzt bei diesem quasi blind gemieteten Objekt erwartet? Am liebsten würde ich auf meinen grünen Converse kehrtmachen, das ganze verrückte Projekt »Auslandsjahr« abblasen und mich wieder in meine heimelige Altbauwohnung in Prenzelberg flüchten. Wenn ich sie doch bloß nicht untervermietet hätte und vor Ralph die Blamage einer vorzeitigen Rückkehr nicht ganz so groß wäre. Wenn er ein neues Leben anfangen will, dann kann ich das schon lange!

Mein altes Leben ging übrigens mit dieser SMS zu Ende, die vor ziemlich genau sechs Monaten auf meinem Handy landete.

Vermisse dich schrecklich. Zähle schon die Stunden, bis wir uns wiedersehen. Lass dich küssen.

Absender: Ralph. Mein Mann.

Und genau das war das Problem! Noch nie zuvor hatte ich von ihm irgendeine Liebes-SMS bekommen. Und sein Verlangen konnte eigentlich nicht sonderlich groß sein. Schließlich hatten wir beide gerade mal eine Stunde zuvor zusammen gefrühstückt und uns dabei weitgehend angeschwiegen – mal abgesehen von so existenziellen Themen wie, wer denn nun endlich den Klempner wegen dieses blöden Wasserhahns anruft und dass es bei Ralph am Abend zum vierten Mal in dieser Woche »ausnahmsweise« etwas später werden könnte, weil sich die Deadline für sein Projekt nähert und er so furchtbar viel um die Ohren hat, weshalb natürlich ich den Klempner anrufen musste. Das Übliche eben.

Schwer vorzustellen, dass er die Stunden bis zu unserem Wiedersehen zählte. Und überhaupt passte so eine SMS einfach nicht zu Ralph. Obwohl ich ihm früher – als er noch der absehbar arbeitslose, aber idealistische Philosophiestudent im Nachbarzimmer meiner WG war – diese Leidenschaft vielleicht sogar zugetraut hätte. Aber damals gab es noch keine SMS.

Und von dem Ralph, der nach seinem BWL-Aufbaustudium zum vielbeschäftigten Unternehmensberater mutierte, gab es auch in SMS-Zeiten nur noch wenige Lebenszeichen – auf jeden Fall aber keine Sehnsuchtsbekundungen. Er hatte zwar ein tolles neues Smartphone, mit dem er gern mal das Wetter auf Mauritius oder die wichtigsten Slang-Ausdrücke in Mandarin checkte, aber eine Liebes-SMS?

Im ersten Moment glaubte ich aber trotzdem an eine wundersame Wandlung meines in Romantik und Aufmerksamkeit nicht gerade hochtalentierten Gatten. Immerhin gab es, wenn man großes Wohlwollen walten ließ, durchaus ein paar Anhaltspunkte für diesen Optimismus: Am Abend vor jener folgenreichen SMS hatten wir nämlich mal wieder einen Riesenkrach gehabt, uns aber ungewöhnlich eifrig versöhnt – sogar mit ein bisschen Sex, nicht heiß, eher lauwarm, aber immerhin. Also eigentlich ein recht gutes Zeichen, Wasserhahn-Klempner-Diskussion hin und ständige Überstunden her.

Wir wollten am Wochenende sogar schön zusammen essen gehen, um einen Neuanfang unserer Beziehung zu feiern. Ralph wollte sich für unser Restaurant-Date selbst darum kümmern, den Babysitter zu bestellen – ein Ereignis mit Seltenheitswert.

Ich schrieb also zurück:

Bin auch froh, dass wir uns versöhnt haben. Kuss, Anja.

Gleich darauf dachte ich, dass ich ja doch etwas mehr Romantik hätte einfließen lassen können. Ralph antwortete nämlich nicht. Zunächst jedenfalls nicht. Ein paar Stunden später aber kam die nächste SMS:

Meine Süße, es dauert noch so lange. Du fehlst mir.

»Meine Süße!« Jetzt dämmerte mir langsam, dass es die Fundamentaldaten sein mussten, mit denen hier irgendetwas nicht stimmte. Ich rief Ralph an, und er leugnete entschieden, mir überhaupt irgendeine SMS geschickt zu haben.

Natürlich wollte ich der Sache nachgehen. Aber dann bekam Jule Fieber und Halsschmerzen, und wir gingen zum Kinderarzt. Verdacht auf Scharlach, striktes Kindergartenverbot. Ich musste also in meiner Schule eine Vertretung organisieren und zu Hause Arbeitsbögen für meine Klasse vorbereiten, während sich Jule nach kurzer Zeit schon wieder fit genug fühlte zum Marathon-»Zicke-Zacke-Hühnerkacke«-Spielen. Mit mir natürlich. Von Scharlach keine Spur.

Dann war auch schon Samstag und Jules Anflug von ordinärer Mandelentzündung gänzlich ausgestanden. Und Ralph und ich hatten unser Date.

Kurz vorher kam Alina, unser Babysitter: gerade 20 geworden, hüftlange naturblonde Haare, neckisches Nasen-Piercing, nabelfreies Top, mit dem sie gemeinsam zum Schrumpfen in den Wäschetrockner gehüpft sein musste, damit es so eng anliegen konnte. Tapfer bis hochgradig geisteskrank verzichtete sie auch auf eine Jacke, die diesen Namen wirklich verdiente, obwohl in Berlin februartypisches Tundra-Wetter herrschte. Aber was die Jule-Betreuung betraf, war sie zuverlässig.

Ich stellte Alina wie üblich ein Schälchen Gummibärchen vor den Fernseher, und dann hatten Ralph und ich einen ganz netten Abend. Kein Feuerwerk neu erwachter Liebe, auch immer noch keine wilde Begierde, aber immerhin konnten wir die Krise diplomatisch beilegen.

Auf dem Heimweg sagte Ralph tatsächlich noch, was es doch für eine seltsame Sache mit diesen SMS gewesen sei. Sie mussten wohl fehlgeleitet worden sein. Ich war zu müde, um weiter darüber nachzudenken.

Dann fuhr er Alina nach Hause, die sich als Proviant noch eine Handvoll Gummibärchen aus der Schale gegriffen hatte. Ich weiß nicht, wann Ralph zurückkam. Ich war schon eingeschlafen.

Am nächsten Tag landete wieder eine SMS meines Noch-Ehemanns auf meinem Handy:

Noch nie habe ich Gummibärchen so genossen. Du bist wunderbar! Wann sehen wir uns wieder?

Tja.

Schon ein paar Tage später zog Ralph aus. Vorher tauschte er aber noch sein tolles Smartphone um, denn diese SMS-Adressauswahl schien ihn doch etwas zu überfordern. Ganz Unternehmensberater, erklärte er mir sachlich und nüchtern, er wolle mit Alina ein neues Leben beginnen.

»Und ich?«, fragte ich, kurz bevor unsere Villeroy-&-Boch-Kaffeekanne, ein – wie ich schon immer fand – außergewöhnlich hässliches Hochzeitsgeschenk, knapp neben Ralphs Kopf an unserer Esszimmerwand endlich ihrer wahren Bestimmung zugeführt wurde.

»Ach, Anja, du hast dich in den letzten Jahren so verändert«, sagte mein werdender Exmann. »Also, ich meine deine innere Einstellung und so …«

Innere Einstellung? Ich habe es genau gesehen: Ralphs Blick wanderte in diesem Moment tatsächlich von meinen Hüften, die mich mit ihren Schwangerschafts-Fettdepots noch locker über die nächsten drei Stillzeiten bringen könnten, über meinen eigentlich noch nie ganz waschbretttauglichen Bauch.

»Ich weiß auch nicht. Alina lässt mich jedenfalls wieder richtig aufleben«, sagte er, immer noch, ohne mir in die Augen zu schauen.

»Und Jule?« Meine Stimme geriet langsam außer Kontrolle. Und das Zuckerdöschen verfehlte Ralph nur noch um Haaresbreite.

»Natürlich werde ich mich um unsere Tochter kümmern«, sagte Ralph beherrscht. »Und Alina mag sie doch auch. Keine Sorge.«

»Und dass Alina selbst deine Tochter sein könnte?«

Treffer! Das Milchkännchen saß, zwar leider nicht auf Ralphs Stirn, aber dafür auf unserem Hochzeitsfoto in diesem grässlichen, mit Herzchen dekorierten Porzellanrahmen. Ja, ich kann sehr effizient sein. Und Ralph sehr ignorant: »Na und?«, lautete seine Antwort. »Man lebt nur einmal.«

Es folgte das Übliche: Ich verringerte unseren Porzellanbestand systematisch weiter und heulte allen greifbaren Freundinnen die Ohren voll. Dazu ließ ich mir von meiner Alt-68er-Mutter sagen, dass ich doch froh sein sollte, diesen Langweiler endlich los zu sein, hörte mir das »Jetzt-beginnst-du-dein-Leben-endlich-richtig«-Kommando meiner Schwester an und klammerte mich an Jule, die mit der Situation erschreckend gut klarzukommen schien.

»So ist das eben«, erklärte sie ihren Freundinnen. »Papa und Mama geht es jetzt besser so.«

Das traf auf mich eine ganze Weile allerdings nicht ganz so zu – vor allem nicht an jenen endlosen Wochenenden, die Jule mit Ralph und Alina verbrachte. Pünktlich zu meinem 40. Geburtstag ging es mir genau genommen so schlecht, dass ich selbst in Schokolade keinen Trost mehr fand und für meine Verhältnisse regelrecht abmagerte.

»Immer noch kein Croissant?« Monsieur Croizet reißt mich aus meinen Gedanken. Etwas abwesend schüttele ich den Kopf. »Wie schade«, sagt er. »Aber dann sicher später.«

Oh, ganz bestimmt. Wenn Sie mich auch nur noch ein einziges Mal fragen, werde ich sicher nicht mehr widerstehen können.

Dann schiebt er mich die Holztreppe hinauf, die unter Monsieurs Bauch und wohl auch meinen immer noch zwei bis zwölf Extra-Kilo bedenklich zu Knarren beginnt. Das Croissant wäre entsprechend ihr sicheres Ende gewesen.

Wir erreichen eine im Oliven- und Lavendeldesign tapezierte Tür, die die Gratwanderung zwischen Kitsch und Kult nur ganz knapp zu ihrem Vorteil entscheidet. Monsieur stößt sie mit einer bühnenreifen Geste auf und ruft: »Voilà Madame, Ihr Paradies!«

Wie bitte? Meine Wohnung liegt tatsächlich über der Backstube? Direkt am Dorfplatz? Davon hatte der Makler nichts erwähnt.

Bei meinem Versuch, den zufrieden strahlenden Monsieur Croizet nicht allzu entsetzt anzusehen, fällt mein Blick auf die Terrakottafliesen, die schon im Flur eine Extraportion südliches Flair ausstrahlen. Darüber sind die weiß getünchten Wände immer wieder von groben Steinen durchbrochen, die wohl zum ursprünglichen Mauerwerk gehören. Im Wohnzimmer entdecke ich einen Kamin aus denselben Felsbrocken, die auch hier dekorativ aus den Wänden ragen. Das Ambiente versöhnt mich gleich ein bisschen mit meinem neuen Domizil.

In der Mitte des Raums steht ein kleiner Glastisch, um den zwei mit bordeauxrotem Samt bezogene Sessel und ein ebenfalls samtenes Sofa, pardon: Canapé, gruppiert sind.

Mit Verve öffnet Monsieur Croizet jetzt eine Tür, die vom Wohnzimmer in den nächsten Raum führt: »Voilà, das Kinderzimmer«, sagt er und geht weiter zur nächsten Tür: »Voilà, das Schlafzimmer für Madame und, äh, wir werden sehen, voilà ein placard, und noch ein placard und noch ein placard.« Die Bemerkung über meinen noch zu definierenden Schlafzimmergenossen und Monsieurs süffisantes Lächeln ignoriere ich großzügig.

Hinter den Placard-Türen verbergen sich Einbauschränke, auf die Monsieur offensichtlich sehr stolz ist. Doch während er mir noch ihre zum Glück auch in Französisch recht leicht zu verstehenden Vorzüge erklärt, fällt mein Blick auf den vom Wohnzimmer aus zu erreichenden Balkon. Ein kleines Bistrotischchen und zwei fliederfarbene Holzstühle stehen dort vor der schmiedeeisernen Brüstung, an der Blumenkästen mit tiefvioletten Herbstastern hängen.

Leicht benommen von dieser Überdosis Idylle taste ich mich auf den Balkon vor. »Gehen Sie nur«, sagt Monsieur Croizet lächelnd. »Ich lasse Sie jetzt allein. Hier ist Ihr Schlüssel. Machen Sie es sich bequem.«

»Merci«, murmele ich, während mein Blick schon über den Marktplatz schweift. Gegenüber der Bäckerei öffnet gerade der Laden mit dem Schriftzug »Tabac-Bar« – Kiosk und Kneipe in einem. Der Besitzer, ein Mann von etwa Mitte 50 mit einem enormen Oberlippenbart, lässt die metallene Jalousie vor der Ladentür mit einem lauten Rattern nach oben sausen.

Unvermittelt blicke ich zu meinem Auto, doch Jule schläft offenbar immer noch. Nur Napoleon ist abgestürzt und liegt auf ihrem Schoß. Bettina hatte Jule den Kuschelfrosch vor unserer Abfahrt nach Frankreich geschenkt und ihn – wie es das ziemlich unterentwickelte Feingefühl meiner Schwester erwarten lässt – gleich selbst Napoleon getauft. Mir hatte sie ein Paar Converse in der zum Frosch passenden Farbe überreicht.

Damit ich vielleicht doch mal ein bisschen schneller vorankomme, hatte Bettina – liebevoll bissig wie immer – zum Abschied gesagt. Und mich dann genötigt, diese Frosch-Turnschuhe auch gleich anzuziehen, als ich mich mit Jule auf den Weg machte. Wahrscheinlich hat Monsieur Croizet vorhin gar nicht mein Dekolleté angestarrt, sondern meine vielleicht nicht ganz altersgemäßen Leucht-Converse … Ich hatte sie im Zustand akuter Übermüdung schon fast vergessen.

Auch Jule muss wirklich sehr müde sein. Schließlich war sie auf unserer Reise erst nach Stunden demonstrativen Schmollens eingeschlafen, obwohl ich doch darauf gesetzt hatte, dass sie die ganze Zeit schlummert. Doch daraus wurde zunächst nichts, und lange herrschte hinten auf dem Kindersitz bedrückende Sendepause. Stummer Protest.

»Will nicht nach Krankreich«, hatte sie in den vergangenen Wochen regelmäßig verkündet. Nicht einmal für ein Jahr, wie ich es plane. Fast ein Glück, dass sie in Ralphs und Alinas Liebesnest auf Dauer nicht wirklich willkommen gewesen wäre. Sonst wäre sie wohl in Berlin geblieben. Aber so konnte ich sie mitnehmen, wenn auch gegen ihren erklärten Willen.

Aber Jule wird es mir später sicher einmal danken. Schließlich kann sie hier ganz nebenbei – ohne teure Nachmittagskurse – Französisch lernen. Und das in der wichtigen Phase, in der sich die Hirnsynapsen für Fremdsprachen noch schneller knüpfen als die fürs Schwimmen, Fahrradfahren und Schleifenbinden zusammen. Und Jules Horizont wird schon in einem Alter um internationale Erfahrungen erweitert, in dem andere sich noch nicht einmal auf den Spielplatz der benachbarten Reihenhaussiedlung vorgewagt haben. Ja, meine Jule wird eine wahre Weltbürgerin, zweisprachig, mit französischem Charme und …

Das Knallen einer Autotür schreckt mich auf. Gerade sehe ich noch, wie Jule an der Hand von Madame Croizet in der Bäckerei unter mir verschwindet.

Oh, nein! Jule wird gar nicht wissen, ob sie ängstlich oder wütend sein soll: Erst schleppe ich sie nach Frankreich, dann lasse ich sie in der Morgendämmerung auf einem verlassenen Marktplatz stehen, und jetzt wird sie auch noch von einer Frau mit orangeroten Haaren entführt, die Jule im besten Fall wie die Oma von Pumuckl vorkommen muss. Die Weltbürgerinnen-Karriere meiner Tochter nimmt sicher gerade ein frühes und jähes Ende.

Ich stürze die Treppe hinunter und wäre bei diesem Jule-Rettungseinsatz beinahe gleich wieder in der Backstube gelandet. Doch zu meiner Erleichterung stelle ich fest, dass zu unserer Wohnung sogar eine separate Haustür gehört. Von dort sind es nur drei Schritte über den Bürgersteig in die Bäckerei.

Auf wilde Schimpftiraden meiner Tochter vorbereitet, entdecke ich Jule an einem kleinen Tisch hinter dem Tresen, in dem sich jetzt neben den Croissants und Baguettes auch »pains au chocolat« stapeln. Jule hat bereits ein solches Schokobrötchen in der einen und eine Tasse heiße Schokolade in der anderen Hand.

Zu meiner großen Überraschung lächelt Jule, zwar noch ziemlich verschlafen, aber sie lächelt. »Hallo Mama, willst du auch eins?«, nuschelt sie, und hält mir ein großzügig mit Backwaren gefülltes Körbchen entgegen.

Bestimmt 340 Kalorien pro Stück, aber sooo lecker.

»Ach, warum nicht.« Ich setze mich neben Jule und lege einen Arm um ihre Schultern. »Guten Morgen, mein Schatz. Wie geht’s dir denn?«

»Hmm, gut. Aber ganz schön müde«, murmelt sie und beißt in ihr eigenes Schokobrötchen. »Mmmmh. Los, Mama, krogier goch enklich«, fordert sie mich mit vollem Mund auf.

Madame Croizet nickt mir aufmunternd zu, und ich greife mir ein Schokocroissant. »Merci«, sage ich zu der Bäckerin.

»Et voilà un café crème«, gibt sie als Antwort zurück und stellt mir eine Müslischüssel voll Kaffee hin. Ich kann meinen Blick gar nicht von der dicken Schicht aufgeschäumter Milch abwenden, die auf dem Kaffee schwimmt.

Als ich schließlich wieder von meiner »bol« aufblicke, ist Madame Croizet verschwunden. Sie eilt gerade zu der Ladentür, an der ich vorhin gescheitert bin, hilft einer etwa 80-Jährigen in die Bäckerei und begrüßt sie mit einem energischen »Bonjour, Madame«.

L’Entrée

(Die Vorspeise)

2. Kapitel

Hey Anja, lange nichts mehr von dir gehört. Wie läuft’s? Betty (10:24, 26. August)
Bestens. Wohnung direkt über Bäckerei. Total entzückend! Jeden Morgen Croissants, Baguette oder Ficelle vor der Tür. Habe heute Termin mit Chefin. LG Anja (10:39, 26. August)
Täglich Croissants? Einzige Kalorienattacke, oder? Pass auf, Kleines! Was war doch gleich Ficelle? Heute Lunch mit Frank/Buchhaltung. Knackig. Betty (10:53, 26. August)
Ficelles sind schmale Weißbrote – Baguette in Slim-Cut. Göttlich. Hör endlich auf, mich Kleines zu nennen, Anja (11:00, 26. August)
Warum so borstig? Immerhin hast du ja doch noch eine Slim-Cut gefunden, die dir passt. Alles Gute für Termin. Mach’s gut, Betty (11:05, 26. August)

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Eine gute Woche später, mittags

Bei Anja und Jule zuhause

Auch beim 101. Blick in den Spiegel kann ich mich noch nicht ganz mit der weiten weißen Bluse anfreunden, die ich für die Verabredung mit meiner neuen Chefin ausgewählt habe. Es ist leider so heiß, dass mein Profi-Blazer aus Berliner Zeiten ausfällt, aber diese Bluse … Französischer Schick ist das ja nicht gerade, höchstens für werdende Mütter. Vielleicht sollte ich lieber die geblümte Tunika anziehen? Oder eher doch die …

»Hey, Mama«, ruft Jule. »Können wir jetzt endlich losgehen? Hab Hunger.«

Ich auch.

Jule hat in den letzten Tagen schon öfter in der Bäckerei gegessen. Sehr praktisch, denn so kann ich tapfer aufs Mittagessen verzichten, zwecks Kleidergrößen-Reduktion auf Standards der Französinnen … der richtigen Französinnen, nicht die der Bäcker-Französinnen wie Madame Croizet.

Die aber hat ein untrügliches Gespür für das richtige Jule-Management und dürfte entschieden dazu beigetragen haben, dass Jule Frankreich schon längst gar nicht mehr so furchtbar findet. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Madame »la boulangère« stets die richtige Portion glücklich machender Kohlehydrate zur Hand hat.

Jedenfalls »unterhält« sich Jule mit ihrer neuen Freundin gern mal bei ein paar Stückchen frischer Quiche als Hauptgang und einem kleinen Schoko-Tartelette zum Nachtisch – und das, obwohl Jules Französisch noch sehr rudimentär ist und Madame ihrerseits überhaupt kein Deutsch spricht.

Das dürfte auch heute keine von beiden stören, was ein Glück ist für mich, denn ich bin um ein Uhr in einem Bistro gegenüber der Sprachenschule mit Madame Guillotin verabredet, der Direktorin der Sprachenschule. Beim Essen könne man sich gut kennenlernen, hatte sie erklärt. Sehr nett, wie ich finde. Aber ich werde natürlich nur einen Salat nehmen, zwecks, wie war das noch, Kleidergrößen-Reduktion auf …

»Mamaaa! Los jetzt.« Jule zieht mich aus unserer Wohnung, die Treppe herunter, zur Tür hinaus, drückt mir einen Kuss auf die Wange und verschwindet wieder in der Bäckerei. Madame Croizet winkt mir zu, ihr Blick sagt: »Alles bestens, lassen Sie sich Zeit, ich kümmere mich um ihre entzückende Tochter.«

Das Leben ist ja sooo schön! »La vie est belle!«

Wäre da nur nicht dieses hartnäckige Magenknurren – vielleicht nicht die optimale Voraussetzung für ein kalorienkontrolliertes Geschäftsessen.

Den ganzen Weg zu meinem Termin versuche ich, meinen Magen mit Kaugummikauen zufriedenzustellen – natürlich vergeblich. Zumal meine neue Bleibe nicht so ganz direkt an der pulsierenden Unistadt liegt, wie der Makler versprochen hat.

Genau genommen gondele ich jetzt schon seit zwanzig Minuten durch die in meinem nur zugluftgekühlten Auto ziemlich höllische Mittagshitze. Selbst meine Bluse hat sich als zu warm erwiesen. Ein Trägertop wäre jetzt das richtige Outfit, doch dafür sind meine Oberarme derzeit einfach noch nicht geschaffen.

Nach ein paar Kilometern durch Olivenhaine, mit Zypressen gesäumte Hügel und das eine oder andere urlaubskatalogtaugliche Dorf tauchen erste Ausläufer der Stadt auf. In den Vororten kämpfe ich mich durch Wohn- und Industriegebiete mit den obligatorischen Autohäusern, Tankstellen und gigantischen Supermärkten, die zu Recht »Hypermarchés« heißen. Gegen so einen französischen »Carrefour« ist ein deutscher »Edeka« ein echter Tante-Emma-Laden, wie ich in den vergangenen Tagen mit schmerzenden Füßen feststellen musste.

Fünf vor eins. Im Stadtzentrum haben legale Parkplätze um diese Uhrzeit eher Seltenheitswert. Ich drehe also noch eine Runde, aber mir bleibt wohl kaum etwas anderes übrig, als mein Auto direkt vor dem Bistro im absoluten Halteverbot abzustellen.

Ach, warum nicht? »Vive la France!« – Das weltberühmte Land der Falschparker und der gepflegten Unpünktlichkeit!

Beschwingt von all dieser Lässigkeit betrete ich das Bistro. Meine Chefin wird sicher noch etwas auf sich warten lassen, schließlich ist es gerade Punkt eins und …

»Madame! Da sind Sie ja endlich!« Eine hagere Frau um die 50 in einem eng taillierten Kleid mit schmalen Trägern springt auf. »Ich warte schon seit einer Ewigkeit. Nehmen Sie Platz.«

»Bonjour, Madame Guillotin, ich dachte, wir wären um ein Uhr verabredet, und jetzt ist es doch gerade …«

»Zwei Minuten nach eins. Genau! Um eines gleich klarzumachen, ich dulde keine mangelnde Disziplin. Was essen Sie?«

Mein Blick fällt auf den Nachbartisch, wo der Kellner gerade einen dick gefüllten Schinken-Käse-Toast liefert und Sekunden später an unserem Tisch steht.

»Äh, einen Croque Monsieur, bitte«, antworte ich reflexartig. Madame Guillotins dünn gezupfte Augenbrauen in ihrem vornehm blassen Gesicht schnellen nach oben in Richtung Mireille-Matthieu-Pony. Dann befiehlt sie dem Ober: »Für mich einen gemischten Salat, die Vinaigrette aber extra.« Dann wendet sie sich an mich: »Gut eingelebt?«

Bis gerade eben schon.

»Ja, wir haben eine schöne Wohnung in …«

»Gut, gut. Wir wollen keine Zeit verlieren. Voilà, Ihr Stundenplan.«

Madame Guillotin schenkt sich Wasser ein und schiebt mir die Karaffe sowie ein Blatt Papier herüber. Mein Blick fällt sofort auf zwei rot umrandete Kästen im unteren Teil des Zettels. An zwei Tagen soll ich abends unterrichten!

Das war so nicht vorgesehen. Jules Vorschule, die französische Version des Kindergartens, dauert – das habe ich schon in Berlin herausgefunden – von halb neun bis halb fünf und damit ja schon ziemlich lange. Nicht zuletzt deshalb dürfte die Kombination von Kind und Karriere in Frankreich ja auch eigentlich kaum Probleme bereiten. Sehr praktisch. Aber mit meinem ganz offensichtlich notwendigen Schuldienst am Abend ziehen plötzlich sehr dunkle Wolken an Frankreichs Kinderbetreuungshimmel auf.

Dabei will ich doch gerade hier beweisen, dass ich als richtig Alleinerziehende – also auch ohne den vor allem im Rampenlicht einsatzbereiten Ralph – überaus gut klarkomme. Aber Spätschichten sind in meinem Plan einfach nicht vorgesehen. In der ganzen Auswanderer-Euphorie habe ich wohl übersehen, dass dies bei einer Sprachenschule für Erwachsene vielleicht etwas anders sein könnte als bei meinem Gymnasium in Berlin.

»Aber …«, stammele ich, während sich der Ober mit dem Salat für meine Chefin sowie meiner Gestalt gewordenen Kaloriensünde nähert und den Croque Monsieur direkt auf meinen Stundenplan knallt. Der Teller hinterlässt einen Fettfleck genau einen Millimeter neben »Gezeichnet: Augustine Guillotin«.

Madame Guillotin rümpft angewidert die Nase und faucht: »Aber natürlich, Madame!« Es scheint, als hätte sie meinen Widerstand schon einkalkuliert. »Selbstverständlich werden Sie auch am Abend unterrichten.« Sie lässt ein Salatblatt zwischen ihren blutrot geschminkten Lippen verschwinden. »Was denken Sie denn? Das sind unsere beliebtesten Deutschkurse, von Berufstätigen immer gut besucht. Wir Franzosen arbeiten nämlich hart.«

Ein weiteres Salatblatt erleidet dasselbe grausame Schicksal, dann lässt Madame Guillotin ihr Besteck klirrend auf den noch praktisch ganz gefüllten Teller fallen. »Bon, ich bin satt. Wünschen Sie ein Dessert? Vielleicht etwas Obst?«, fragt sie und blickt verächtlich auf meinen Schinken-Käse-Toast, den ich überhaupt noch nicht angerührt habe.

»Aber …«, beginne ich noch einmal zaghaft, ahne jedoch schon, dass die Guillotin wohl kaum Erbarmen haben wird.

»Was aber? Engagieren Sie eben eine ›nourrice‹, eine Tagesmutter! Wir Franzosen machen das immer so und sind damit sehr erfolgreich. Schon zu Zeiten Napoleons …«

Napoleon? Ich muss an Jules Kuschelfrosch denken.

»Was gibt es da zu lachen?«, zischt Madame Guillotin.

Ups.

Großer Stress führt ja oft zu Fehlreaktionen. Schnell rücke ich meine Mundwinkel gerade und sehe meine Chefin aufmerksam an. Feierlich erklärt sie jetzt: »Hier werden die Kinder von einer ›nourrice‹ betreut, wenn Maman arbeitet. Es wird sich also wohl auch für Sie eine Lösung finden!«

Korrekt übersetzt bedeutet die Anweisung wohl so viel wie: »Kein aber, Dummchen. Andere bringen ihre Kinder notfalls auch 24 Stunden am Tag unter. Such dir gefälligst eine Kinderfrau.«

Mental notiere ich mir schon auf meiner To-do-Liste »›nourrice‹ organisieren«, während ich einen verzweifelten und wohl letzten Anlauf wage: »Es ist nur so, dass ich eigentlich gedacht hatte, dass …«

»Wenn Sie nicht möchten, bitte sehr! Ich habe reichlich Kandidaten für Ihre Stelle«, schneidet mir Madame Gnadenlos das Wort ab, lässt ihr leeres Wasserglas auf den Tisch sausen, klemmt ein paar Euro unter den Salz- und Pfefferständer und greift sich ihr Kostümjäckchen. »Wir gehen!«

Mein Croque!

Aber eigentlich ist inzwischen sogar mir der Appetit vergangen. Gehorsam folge also ich der Marquise de Sade aus dem kleinen Bistro über die Straße zur »École Polyglotte«. Inzwischen ist mein Auto im Halteverbot dermaßen von anderen Falschparkern eingekeilt, dass sich Madame Guillotin umständlich zwischen den Stoßstangen meines Kombis und eines benachbarten Cabrios durchwinden muss.

Jetzt entdeckt sie auch noch mein Berliner Kennzeichen, wirft mir einen vernichtenden Blick zu und faucht: »Ist das Ihr Wagen?«

Ich nicke schuldbewusst.

»Sie haben falsch geparkt! Hier ist absolutes Halteverbot«, zischt sie. »Kennen Sie etwa die französischen Verkehrsschilder nicht?«

»Es sind wohl in ganz Europa mehr oder weniger dieselben, aber es war etwas schwierig …«

»Es kommt nur auf den Willen an! Und im Übrigen brauchen Sie dringend ein neues Kennzeichen. Sie sind immerhin in Frankreich! Ich muss jetzt wieder an die Arbeit. Wir sehen uns zum Schulanfang.«

»Wollten Sie mir nicht die Schule …«

»Die Schule zeige ich Ihnen dann auch bei der ›rentrée‹. Ich habe jetzt keine Zeit mehr. Auf Wiedersehen!« Mit ihren mindestens zwölf Zentimeter hohen Absätzen klackert Madame Guillotin die steinerne Treppe der Sprachenschule hinauf und lässt die Holztür krachend ins Schloss fallen.

Puh!

Ich atme durch und blicke mich haltsuchend um. Doch leider entdecke ich so gar nichts Haltgebendes, geschweige denn Beruhigendes. Vielmehr höre, sehe und rieche ich nur die hundert Clios, Espaces und Citroëns um mich herum und spüre die Mittagshitze, die mir durch meine Bluse auf der Haut brennt.

Von wegen Paradies auf Erden!

An der Straßenecke klemmt eine Politesse gerade einen Strafzettel hinter einen Scheibenwischer, zum Glück aber noch fünf Autos vor meinem. Ich wühle meinen Schlüssel aus der Handtasche und will mich auf den Weg machen, als ich plötzlich eine Hand auf meiner Schulter fühle.

Aufgeschreckt drehe ich mich um und stehe vor …

… Hugh Grant.

Nun, es handelt sich natürlich um eine französische Ausgabe von Hugh Grant, wie mir auch das kleine Krokodil auf dem rosafarbenen Poloshirt des Fremden zuzuzwinkern scheint.

Hugh Grant français ist sicher 20 Jahre jünger als der echte, aber nicht minder attraktiv: ein ziemlich gekonnt zerwuschelter Haarschopf in Dunkelbraun und ein Lächeln, das rund um die Augen charmant ein paar Fältchen produziert, kurz, ein echter Wow-Effekt.

»Bonjour, kann ich Ihnen helfen?«, fragt Hugh in einer nicht nur nach Madames Gezeter angenehm tiefen Stimme.

Kommt darauf an.

»Äh, nun ja, also …«

Ich war ja noch nie das ganz große Small-Talk-Genie, aber so etwas wäre mir vor diesem Ralph-Babysitter-Desaster nie passiert! Doch mein Selbstbewusstsein ist inzwischen einfach so widerstandsfähig wie in Wasser eingeweichte Gummibärchen.

»Wissen Sie, Madame Guillotin kann manchmal etwas barsch wirken«, tröstet mich mein Gegenüber in wohlklingendem Französisch. »Aber eigentlich ist sie dann doch ganz leicht um den Finger zu wickeln.«

Von einem Hugh-Grant-Double vielleicht.

»Ach ja? Kennen Sie sie?«, erkundige ich mich.

»Ja, ich arbeite auch hier.« Er deutet auf das Schild »École Polyglotte«. »Sie sind vermutlich unsere neue Kollegin aus Deutschland. Ich habe schon von Ihnen gehört, Mademoiselle, wie war doch gleich Ihr Name?«

Mademoiselle?

»Kirsch. Anja Kirsch«, antworte ich, hebe ein bisschen das Kinn und drücke meinen Rücken gerade, um etwas an Haltung zurückzugewinnen.

»Kiirsch? Oh, la cerise … Wiissen Sie, isch spreschö … öh … eine gonses kleines bisschjen Deutsch! Und Kiirsch versteht ier sowieso jedder. Aber das Sie wissen ja sischer längst.«

Keine Ahnung.

Hugh lacht. »Sie verstä-en?«

Rein gar nichts.

»Natürlich, haha …«

Themenwechsel bitte.

»Wie gefällt es Ihnnen denn ier in ›La France‹?«

Uff.

»Äh …« Ich streiche mir über die Stirn, auf der ich erste Schweißperlen zu spüren meine.

»Ja, gut gefällt es mir. Ich, äh …«

Anja! Los jetzt, Eloquenz, Eleganz …

»Sie abben sischer geradde mit Madame Guillotin, wie soll isch saggen, gespeist?«

»Ja, also eher nein, also ich meine …«

»Isch weiß. Sie at Ihnnen gar keine Seit dazu gelassen. Bei mirrö war es ähnlisch, als isch misch vor eine paar Jarre präsentiiert, wie saggt man, vorgestellt abbe. Isch abbe nur knapp eine ›plat du jour‹ geschafft.«

Na, immerhin.

»Keinne Vorrspeise, keinne Käse, nischt einmahl eine kleinne Dessert: Das ist stil-loss«, sagt Hugh mit echter Erschütterung und fügt dann verschmitzt lächelnd hinzu: »Und an eine kleine Kiirsch zum Digestif war gar nischt zu denken.«

Kirsch? Digestif? Der Schnaps?!

»Hm.«

»Sehrr bedauerlisch, nischt wahrr?«, sagt Hugh – wie heißt er eigentlich wirklich?

Ich lächele tapfer – und schweige vorsichtshalber.

»Oh, pardon!« Hugh holt sein Handy aus der Hosentasche, das für mich unmerklich einen Anruf signalisiert haben muss. Es wird wohl seine vermutlich übernatürlich attraktive Freundin sein.

Aber Moment, was sagt er da?

»Europa … kurz vor dem Ziel … Zeit zu handeln …«, sind die Wortfetzen, die ich verstehe. Vielleicht ist es doch nicht seine Freundin?! Dieser Text passt ja nun zu keiner Phase einer Beziehung: Das ist weder Love-Talk der Anfangszeit, auch nicht eine Frage wie »Wo gehen wir heute Abend essen?« in der Mitte, noch das »Wer-ruft-den-Klempner-an«-Niveau kurz vor Schluss.

Nein, Hugh ist wahrscheinlich politisch irgendwie engagiert, Aktivist bei Amnesty International oder bei … genau … Greenpeace, das passt! Ich kann ihn mir hervorragend an den Zaun eines Atomkraftwerks gekettet vorstellen. Oder an der Bordwand eines Walfang-Schiffes hängend: in einem dunkelblauen Rollkragenpulli, mit vom Wind zerzausten Haaren, sonnengebräunter Haut und fest entschlossen, Tiere, die Natur, ach, eigentlich die ganze Welt zu retten.

Hugh setzt sein konspiratives Telefongespräch fort. Und ich versuche, diskret in eine andere Richtung zu blicken und mich vom jüngsten Beweis meiner mangelnden Schlagfertigkeit zu erholen. Diese Kirsch-zum-Dessert-Geschichte war ja wohl Frontal-Flirten auf Französisch, wenn ich das richtig durchschaue. Dabei ist Diskret-Anbändeln nicht einmal auf Deutsch meine wirklich ganz große Stärke.

Pünktlichkeit, Ordnung, Disziplin (solange es nicht ums Essen geht) – mit so ein paar mehr oder weniger nützlichen Tugenden kann ich durchaus aufwarten. Aber Flirttalent? Fehlanzeige! Wäre mir mein künftiger Exmann auf einer Party, im Supermarkt, Chatroom oder sogar beim Speed-Dating über den Weg gelaufen, wäre nie etwas aus uns geworden.

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