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Ewige Stadt der Liebe

1. KAPITEL

Bethany eilte zu dem altmodischen kleinen Café zurück, in dem sie eben noch zu Mittag gegessen hatte. Sie war besorgt und nervös. Hoffentlich war ihre Handtasche noch dort. Wie hatte sie nur so vergesslich sein können!

Seit drei Tagen war sie nun schon in Rom. Wunderschöne sonnige Tage, die sie allerdings mehr damit verbracht hatte, sich in den unzähligen Straßen und Gassen zu verirren, als sich die Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Außerdem war sie ihrem eigentlichen Reisezweck bisher keinen einzigen Schritt näher gekommen: Eigentlich war sie nach Italien geflogen, um dort einen aufregenden Mann kennenzulernen und mit ihm eine heiße Affäre zu haben. Dann könnte sie nämlich mit der Gewissheit wieder nach Hause reisen, dass sie doch nicht so fade und prüde war, wie ihr Exmann immer behauptet hatte. Natürlich war dieser Plan ohnehin völlig verrückt gewesen.

Noch vor Reiseantritt hatte Bethany sich entgegen ihren üblichen Gewohnheiten einem aufwendigen Schönheitsprogramm unterzogen: Für stolze hundert Dollar hatte sie ihrem unscheinbaren braunen Haar einen neuen Schnitt und Strähnchen verpassen lassen. Weitere dreißig Dollar hatte sie für das Buch „Bauchtanz für Anfängerinnen“ ausgegeben und mehrere Abende lang die darin beschriebenen Bewegungen einstudiert, um stärker mit ihrer sinnlichen Seite in Berührung zu kommen. Bethany war sich nicht ganz schlüssig, wie viel das Ganze gebracht hatte, aber immerhin beherrschte sie nun den Hüftschwung aus dem Effeff. Und doch hatte der ganze Aufwand keinen Deut geholfen: Denn ganz offenbar wirkte sie immer noch genauso langweilig auf das andere Geschlecht, wie ihr Exmann behauptet hatte.

Bethany stieß die Tür zu dem kleinen Café auf, stürmte hinein … und lief dabei prompt gegen eine Wand. Oder war es doch keine Wand? Zwei warme Hände wurden auf Bethanys Schultern gelegt. „Scusi. Tutto a posto?“

Sie hob den Kopf und schaute direkt in ein Paar dunkelbraune Augen, die in einem Gesicht lagen, das dem eines jungen Gottes glich. Wow! So einen attraktiven Mann hatte Bethany noch nie gesehen, nicht einmal Kurt, ihr Ex, konnte da mithalten. Okay, Kurt war auf seine jungenhafte Art und Weise gut aussehend, aber der italienische Adonis, dem sie gerade gegenüberstand, wirkte viel männlicher, reifer. Nicht, dass er etwa alt aussah, ganz im Gegenteil. Der Mann war wohl höchstens dreißig.

„Oh, entschuldigen Sie - ich meine, scusami per favore“, brachte sie hervor und wiederholte damit einen der Sätze, die sie noch im Flugzeug von ihren italienischen Sprachkassetten gelernt hatte.

„Sie sind Engländerin?“ Wieder wow! Diese aufregende Stimme berührte sie auf eine so intime Art und Weise, wie sie in zwei Jahren Ehe nicht berührt worden war. Bethany musste alle Willenskraft aufbringen, um nicht zu erschauern.

„Nein, Amerikanerin.“

Er drückte sanft ihre Schultern, aber nicht, um Bethany aus dem Weg zu schieben. Und auch sie machte keine Anstalten, zur Seite zu gehen.

„Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen“, sagte der Fremde.

„Doch, ich habe nicht aufgepasst.“

„Ah, aber dafür bin ich sehr dankbar.“ Er lächelte und musterte sie anerkennend.

Auf einmal kam Bethany ihr Kopf ganz leer und leicht vor, ihr fiel keinerlei Erwiderung auf seine Bemerkung ein.

„Sie haben es eilig, ja?“, erkundigte er sich.

„Äh, ja?“

Sein Lächeln wurde intensiver, und Bethanys Herz überschlug sich fast. „Sie sind sehr schnell durch diese Tür gekommen“, erklärte er.

„Ach ja, stimmt. Da haben Sie recht, ich habe es wirklich eilig. Ich … ich habe nämlich meine Handtasche hier liegen lassen und es erst an der U-Bahn gemerkt, als ich mir eine Fahrkarte kaufen wollte“, stammelte sie hastig.

Nun wurde der Mann ernst. „Das ist nicht gut.“

„Nein“, bestätigte Bethany. Allerdings konnte sie sich schon gar nicht mehr daran erinnern, worum es gerade ging.

In diesem Augenblick sagte jemand, der hinter dem Mann stand, etwas zu ihm. Er fuhr herum und nahm dabei die Hände von Bethanys Schultern. Dann entschuldigte er sich dafür, den Eingang blockiert zu haben, und legte Bethany wie selbstverständlich den Arm um die Taille, um sie von der Tür wegzuführen. An ihnen vorbei verließ ein Pärchen das Café. Die Frau, eine umwerfende Brünette, warf Bethany einen seltsamen Blick zu, der ihr direkt ein bisschen neidisch vorkam.

Aber darüber konnte sie sich in diesem Moment keine weiteren Gedanken machen, nicht jetzt, wo der Fremde die Hand immer noch an ihrer Taille hatte. Es kam Bethany so vor, als wären seine Finger elektrisch geladen und würden kleine Stromstöße durch ihren Körper senden. So etwas hatte sie noch nie erlebt. Natürlich hatte sie schon von diesem erotischen Knistern gelesen, das auch zwischen zwei vollkommen fremden Menschen entstehen kann.

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