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Ewige Liebe

1. KAPITEL

Theresa starrte Peter an. Wie gerne hätte sie sich ihm anvertraut! Sie hatte sich furchtbar mit Konstantin gestritten. Und der hatte Gittis Uhr zerstört – das einzige Beweisstück, das sie gegen Doris in der Hand gehabt hatte. Aber im letzten Moment entschied sie sich, Peter nichts von all dem zu sagen.

„Es wäre nicht richtig“, sagte sie leise. „Das geht nur mich und Moritz etwas an.“ Er nickte. „Aber wenn du mal was loswerden willst – du weißt, wo du mich findest.“ Sein Angebot rührte sie. „Du hast schon so viel für mich getan. Diesmal muss ich sehen, dass ich allein klarkomme.“ Schweren Herzens riss sie sich von ihm los und machte sich auf den Weg in die Brauerei.

„Danke, dass du deine Frau zur Vernunft gebracht hast.“ Konstantin hatte seiner Mutter gerade mitgeteilt, dass Theresa nun doch keine Anzeige gegen sie erstatten würde.

„Trotzdem hat sie noch immer den Verdacht, dass der Unfall ein Anschlag auf sie war“, meinte er und musterte Doris prüfend.

„Das ist doch absurd!“, rief sie entrüstet. „Wäre ich sonst eben bei der Polizei gewesen und hätte mich selbst wegen Fahrerflucht angezeigt?“ Sie hatte sogar schon mit ihrem Anwalt gesprochen. „Er meint, ich muss mit einer saftigen Geldstrafe rechnen. Und mit ein paar Punkten in Flensburg.“ Der Entzug des Führerscheins drohte ihr ebenfalls.

„Es hätte schlimmer kommen können“, fand Konstantin. „Wenn Gitti gestorben wäre …“

„Ich hätte mir das nie verziehen.“ Sie blickte zu Boden.

„Wenn es stimmt, was du sagst, ist die Sache für mich erledigt.“

Sie blickte zu ihrer Madonna. „Sie ist meine Zeugin“, schwor sie und sah ihm dabei direkt in die Augen.

„Dann können wir nur hoffen, dass für die Polizei die Sache eindeutig ist.“ Wenn Beamte in den Fürstenhof kämen, um herumzuschnüffeln, würden sie am Ende noch herausfinden, dass er in Wirklichkeit gar nicht Moritz war. „Aber sollte ich in Zukunft merken, dass du auch nur das Geringste gegen meine Frau unternimmst – dann unterstütze ich Theresas Anzeige gegen dich. Gittis Uhr können wir jederzeit zur Polizei bringen.“ Das war eine glatte Lüge, aber das wusste Doris ja nicht.

„Ich bin deine Mutter“, klagte sie. „Ich vertraue dir, und du vertraust mir.“

„Sei dir da mal nicht so sicher.“

Sie wollte ihn berühren, aber er wich vor ihr zurück. In diesem Moment betrat Werner die Wohnung.

„Schon wieder Krach?“ Er spürte die angespannte Stimmung zwischen Mutter und Sohn sofort.

Konstantin ging ohne ein weiteres Wort hinaus.

„Theresa!“ Doris seufzte selbstmitleidig. „Ich werde einfach nicht warm mit ihr. Und sie hetzt Moritz gegen mich auf.“

„Wundert dich das?“, entgegnete Werner spöttisch.

„Ich büße für meine Intrigen …“ Sie gab sich reumütig.

„Schwiegermütter und Schwiegertöchter waren schon immer ein heikles Thema“, meinte er tröstend.

„Ich möchte aber nicht, dass mein Sohn darunter leidet“, erwiderte sie pathetisch. „Aber wem erzähle ich das. Du bist ja selbst Vater …“

Theresa hatte unterdessen Mühe, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Der Flyer für die Eröffnung des Bräustüberls musste unbedingt fertig werden. Aber sie kam einfach zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Und dann erschien auch noch Konstantin in der Brauerei. Er überreichte ihr einen Blumenstrauß.

„Schuldgefühle?“, fragte sie spitz. „Und mit ein paar Blumen ist dann alles wieder gut?“

„Mir gehen nun mal leicht die Pferde durch“, bekannte er. „Das weißt du doch.“

„Klar!“ Sie schnaubte. „Für einen heißblütigen Argentinier ist es völlig normal, eine Uhr zu zertrümmern. Ein Beweisstück.“

„Ich kann mich nur entschuldigen“, erwiderte er. „Bitte verzeih mir.“

„Vielleicht solltest du mal überlegen, zu wem du hältst. Und ob dir das Leben deiner Frau wichtig ist.“

„Meine Mutter tut dir nichts, das schwöre ich!“, beteuerte er voller Leidenschaft.

„Da haben wir’s“, stellte sie fest. „Du wolltest deine Mutter retten. Und ich wollte, dass sie bekommt, was sie verdient. Was für ein harmonisches Ehepaar!“ Der Sarkasmus in ihrer Stimme war schneidend.

„Ich kann die Uhr nicht wieder heil machen“, sagte er leise.

„Also soll ich mich gefälligst damit abfinden, dass Doris ungeschoren davonkommt?!“ Zornig blitzte sie ihn an. „Ach ja, ich bin ja nur deine Frau, die von ihr beinahe umgenietet worden ist!“

Konstantin erinnerte sie an die Gefahr, in der sie schwebten. Was würde aus ihnen werden, wenn aufflog, dass er nicht Moritz war? „Und glaub nicht, dass ich meine Mutter mit Samthandschuhen angefasst habe.“

„Sie hat bestimmt Angst bekommen“, höhnte Theresa.

„Und ich habe so getan, als hätten wir die Uhr noch“, fuhr er fort. „Wenn sie also tatsächlich einen Anschlag geplant haben sollte, glaubt sie, wir hätten sie immer noch in der Hand.“

Theresa fühlte sich absolut unverstanden. „Deine Mutter trachtet mir nach dem Leben, und du stellst dich schützend vor sie!“ Er habe sie im Stich gelassen, warf sie ihm vor. „Von meinem Mann erwarte ich, dass er zu mir hält!“

„Das tue ich!“, rief er verzweifelt. „Warum verstehst du das nicht?“

„Du lässt dich von deiner Mutter manipulieren.“ Voller Bitterkeit lachte sie auf. „Du stehst auf ihrer Seite! Und du merkst es nicht einmal!“

„Ich liebe dich!“, hielt er dagegen. „Du bist für mich das Wichtigste auf der Welt!“ Sie beruhigte sich ein wenig. „Das weiß ich doch“, sagte sie. „Aber dass deine Mutter frei herumläuft …“ Von jetzt an musste Theresa ständig Angst haben.“

„Musst du nicht“, widersprach er. „Höchstens vor einem Prozess. Der könnte alles kaputt machen. Und ich will nicht, dass alles zerstört wird. Am Ende sogar unsere Liebe …“ Er zog sie an sich. Sie wollte sich losmachen, aber er ließ es nicht zu. „Manchmal habe ich das Gefühl, dir bedeutet unsere Liebe nicht so viel wie mir.“

Theresa schwieg. Nach einem kurzen Zögern ließ er sie los und ging davon.

„Theresa hat kein Vertrauen zu mir.“ Moritz schüttete Xaver sein Herz aus. Der Portier wusste, was mit ihm los war. Dass er seine Erinnerungen verloren hatte. Und dass er in Theresa Burger verliebt war. „Ich sehe, sie hat Sorgen, aber sie will mir nichts sagen. Manchmal denke ich, ich kenne sie schon immer. Und manchmal – überhaupt nicht.“

„Du kennst ja nicht mal dich selbst richtig“, wandte Xaver ein.

„Danke, dass du mich so feinfühlig an mein Problem erinnerst.“ Moritz stöhnte.

„Mal ehrlich – wie offen bist du denn?“ Theresa wusste jedenfalls nichts von der Amnesie. „Aber sie soll alles von sich preisgeben?“ Moritz schwieg betreten. „Finde dich einfach damit ab. Sie ist mit Moritz van Norden verheiratet.“

„Ich sollte sie mir aus dem Kopf schlagen“, gab Moritz unglücklich zu. Aber genau in diesem Augenblick meldete sich Charlotte Saalfeld auf seinem Handy. Er sollte eine Pflanze in die Brauerei bringen. Für Julius König.

Gitti hatte sich übernommen. Sie hatte solche Angst davor, dass Rosalie sie als Geschäftsführerin ausbooten wollte, dass sie kurz nach ihrem Unfall gleich wieder am Schreibtisch saß und sich um die Belange des Fürstenhofs kümmerte. Aber plötzlich klappte sie mit schweren Kopfschmerzen zusammen. Michael brachte sie zu sich nach Hause. Ins Krankenhaus musste sie zwar erst einmal nicht, aber sie sollte sich unbedingt schonen.

„Warum hat Gitti eigentlich solche Hummeln im Hintern?“, fragte André verwundert. „Ich wäre froh über ein paar freie Tage.“

„Den Konkurrenzkampf unter den Schwestern habe ich wohl unterschätzt.“ Michael seufzte.

„Ist der nicht völlig unwichtig im Moment? Frau Engel vertritt Gitti doch nur.“ Michael bat seinen Mitbewohner, das Gitti selbst noch mal zu sagen. Er hatte das Gefühl, im Moment nicht wirklich zu seiner Freundin durchzudringen.

Julius tröstete Michael.

„Sie dürfen Gittis Vorwürfe wegen Rosalie nicht zu ernst nehmen“, meinte er. Gitti hatte Michael vorgehalten, dass er ihrer Halbschwester wieder zu einem Job in der Geschäftsführung verholfen hatte.

„Sie hat wirklich keinen Grund zur Eifersucht“, beteuerte der Arzt.

Julius glaubte ihm. „Trotzdem bin ich froh, dass Sie sich auch für Rosalie eingesetzt haben.“ Er lächelte. Sein Verhältnis zu seiner zweiten Tochter war im Augenblick mehr als schwierig. Umso wichtiger war es, dass andere Menschen für Rosalie da waren.

Und im Gespräch mit ihrem Vater sah auch Gitti ein, dass sie nur von Rosalies Erfahrung in der Geschäftsführung profitieren konnte. Sie wollte ja auch, dass der Laden lief. Vor allem aber wollte sie wieder gesund werden.

Rosalie fand im Büro das Notizbuch ihrer Schwester. Darin hatte Gitti einige Ideen für das VIP-Programm des bevorstehenden Golfturniers skizziert.

„Brauereiführung und Verkostung“, las Rosalie halblaut und dachte einen Augenblick nach. „Keine schlechte Idee, Schwesterherz.“ Ein boshaftes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.

„Ich habe eine tolle Idee!“, verkündete sie André, den sie zu einem kleinen Spaziergang überredet hatte. „Wir bieten Brauereiführungen für exklusive Gäste an. Wir machen ein richtiges Event daraus. Zeigen den Leuten, dass bei uns alles aus der Region kommt. Auch das Bier.“

André war sichtlich beeindruckt von Rosalies Engagement. Für Brauereiführungen wollte er allerdings nicht zur Verfügung stehen – schließlich war er kein Experte. „Da muss jemand mit Fachwissen ran“, meinte er. „Und Sie wissen ganz genau, wer.“

Rosalie verzog das Gesicht. Sie war nicht sonderlich darauf erpicht, mit ihrem Vater konfrontiert zu werden. Aber André machte ihr klar, dass sie auf Julius keinesfalls verzichten konnten.

„Frau Engel, es bringt nichts wegzulaufen“, fügte er noch hinzu. „Er ist nun mal Ihr Vater. Und denken Sie an seinen Brief. Der hat Sie nicht kaltgelassen, das weiß ich genau.“ Sie presste die Lippen aufeinander. „Reden Sie mit ihm! Er wird sich freuen. Und er wird stolz auf eine Tochter sein, die so gute Ideen hat.“

Moritz erschien mit der Pflanze, die Charlotte für Julius bestellt hatte, in der Brauerei. Julius freute sich sichtlich über die Aufmerksamkeit und platzierte das Geschenk im Büro. Dann verschwand er im Labor. Theresa, die immer noch am Computer saß, und Moritz tauschten einen Blick.

„Geht es dir besser?“, fragte er vorsichtig.

„Der Flyer für die Eröffnung will mir nicht gelingen“, antwortete sie ausweichend.

„Lass mal sehen.“ Er trat hinter sie und betrachtete den Entwurf auf dem Bildschirm. „Das bekommen wir doch besser hin.“ Er griff nach der Maus.

Theresa genoss die Nähe zu ihm. Und sie war froh über seine Hilfe. Andererseits wusste sie, dass es heikel war, Peter Bach zu nahezukommen. Da war so eine seltsame Anziehungskraft zwischen ihnen …

In der Tat berührten sich mehrfach ihre Hände, während sie gemeinsam am Computer arbeiteten. Aber der Flyer wurde immer besser.

„Jetzt sieht er toll aus!“, stellte Theresa nach einer Weile fest. „Wo hast du das gelernt?“

„Gute Ideen umzusetzen, ist eigentlich ganz leicht“, behauptete er verlegen.

„Schmeichler und Lügner.“ Die beiden sahen einander in die Augen. „Ich lasse die Flyer morgen drucken. Dann müssen wir sie nur noch verteilen.“

„Ich könnte dabei helfen“, bot er an.

„Ehrlich?“ Sie bedankte sich für das Angebot.

Julius war gerade auf dem Weg zu Charlotte, als er Rosalie begegnete. Und die atmete einmal tief durch und sprach ihn dann an. Zu seiner großen Überraschung duzte sie ihn sogar.

„Ich habe mir das alles noch mal überlegt“, behauptete sie. „Eigentlich sollte es möglich sein, dass wir uns vertragen.“

„Das finde ich auch!“, entgegnete er freudig. Und nachdem sie ihm ihre Idee mit den Brauereiführungen geschildert hatte, erklärte er sich dazu bereit, die Fürstenhof-Gäste hinter die Kulissen von Burger Bräu schauen zu lassen – auch wenn er eigentlich wenig Lust dazu hatte. Aber es würde etwas sein, das er gemeinsam mit seiner Tochter machte.

Natürlich gab Charlotte gleich ihren Segen zu dieser Idee. Sie sah doch, wie glücklich es Julius machte, wieder Kontakt zu Rosalie zu haben. Und wenn er glücklich war, war auch Charlotte glücklich.

Konstantin lag schon im Bett, als Theresa nach Hause kam. Er hatte sich mit Werner unterhalten und der hatte ihm ein paar Tipps gegeben, was den Umgang mit Frauen betraf. Außerdem hatten sich die beiden für morgen früh zum Angeln verabredet.

Theresa war enttäuscht, dass sie nicht mehr mit ihrem Mann sprechen konnte. Sie hätte sich gern mit ihm versöhnt. Sie wollte diese Streitereien doch auch nicht. Und sie verstand auch, dass es schwer war für Konstantin: Er stand zwischen seiner Mutter und ihr. Vielleicht war sie wirklich ungerecht gewesen?

Doris war alles andere als begeistert, als sie am nächsten Morgen erfuhr, dass Werner und ihr Sohn gemeinsam angeln gehen wollten. Kaum hatte Werner die Tür hinter sich zugezogen, kniete sie sich vor die Madonna.

„Dios te salve, Maria“, betete sie. „Hilf mir in meiner Angst. Die beiden wissen nicht, dass sie Vater und Sohn sind. Was passiert, wenn sie die Wahrheit herausfinden? Ich habe zu lange geschwiegen …“

Gleich am Anfang verplapperte sich Konstantin, als er Werner fröhlich erzählte, dass er in Argentinien immer geangelt hatte.

„Ich dachte, du wärst schon als kleiner Junge von dort weggegangen?“, fragte der Senior erstaunt.

„Schon, aber …“ Hastig suchte Konstantin nach einer Ausrede. „Ich habe ein paarmal dort Urlaub gemacht.“ Er hatte gerade noch mal die Kurve gekriegt.

„Ich habe in Argentinien damals nicht geangelt.“ Werner lachte. „Jedenfalls nicht nach Fischen.“

„Du warst schon mal in Argentinien?“, fragte Konstantin verblüfft.

„Na klar! Da habe ich deine Mutter kennengelernt. Wusstest du das gar nicht?“ Nein, das hatte Konstantin nicht gewusst. Und es begann, in ihm zu arbeiten. „Deine Mutter arbeitete damals als Kellnerin im Country Klub.“ Werner geriet schnell ins Schwärmen. Er selbst hatte in Argentinien damals Pferde eingekauft, für den Fürstenhof. „Wenn ich noch nicht verheiratet gewesen wäre … Leider konnte aus deiner Mutter und mir damals nicht mehr werden. Aber man trifft sich ja zum Glück immer zweimal im Leben.“

„Wann war das, als du in Argentinien warst?“, fragte Konstantin aufgewühlt.

„Warte mal, das war … 1978! Gegen Ende des Jahres.“

Auf dem Weg zur Arbeit trafen Elena und Moritz aufeinander. Und er nutzte die Gelegenheit für ein klärendes Gespräch.

„Ich habe dir sehr wehgetan“, begann er.

„Es war auch meine Schuld“, widersprach sie. „Ich hätte eher merken müssen, dass du mich nicht so liebst wie ich dich. Ich habe dich bedrängt.“

Ihr Großmut beeindruckte ihn. „Du bist ein wunderbarer Mensch. Jede andere Frau hätte mir die Augen ausgekratzt.“

„Warum sollte ich?“, entgegnete sie. „Du wolltest mich ja nicht verletzen.“

„Nein, wirklich nicht“, beteuerte er. „Ich war zunächst fest davon überzeugt …“ Er brach ab. Und sie erinnerte sich unwohl daran, wie ihr Vater ihm unter Hypnose eingeredet hatte, er liebe sie.

„Ich habe mir etwas vorgemacht“, sagte sie dann.

„Du bist mir nicht mehr böse?“, fragte er.

Sie schüttelte den Kopf. „Du hast meine Gefühle ja nie ausgenutzt.“

„Ich kenne keinen Menschen, der so offen und ehrlich ist wie du.“ Er hoffte von ganzem Herzen, dass sie einen Mann fand, der das zu schätzen wusste.

Sein Kompliment machte Elena schwer zu schaffen. Er ahnte ja nicht, dass sie ihn schon eine ganze Weile belog. Sie wusste, wer er in Wirklichkeit war …

„Er fühlt sich sowieso verraten und verkauft, wenn er dahinterkommt.“ Mehr hatte Tanja nicht zu sagen, als Elena ihr von der Begegnung mit Moritz erzählte.

„Irgendwann sage ich es ihm“, versicherte Elena. „Aber jetzt sind wir gerade auf so einem guten Weg … Wir könnten Freunde werden.“

„Obwohl du ihn immer noch liebst?“ Skepsis lag in Tanjas Stimme. „Und was für eine Freundschaft soll das überhaupt werden, wenn du ihn derart hinters Licht führst?“

„Du hast ja recht.“ Wie ein Häufchen Elend sank Elena auf einen Stuhl.

Voller Tatendrang machte sich Theresa ans Verteilen der Flyer. Julius und André würden das Dorf übernehmen, sie selbst würde zusammen mit Peter die umliegenden Ortschaften abklappern. Das Wetter war schön, und sie freute sich auf einen ungezwungenen Fahrradausflug an der frischen Luft. Eigentlich sollte sie nicht so viel Zeit mit Peter verbringen, das stimmte schon. Aber andererseits – was war schon dabei?

Schnell hatten sie die meisten Flyer verteilt. Und als sie vor lauter Übermut Schlangenlinien auf der Landstraße fuhren, flog der Rest der Einladungen aus dem Fahrradkorb. Lachend machten sich die beiden daran, die Zettel wieder aufzusammeln. Und dabei kamen sie sich immer näher. Plötzlich standen sie ganz dicht voreinander und blickten sich in die Augen. Die Luft zwischen ihnen schien zu vibrieren. Und dann beugte sich Moritz vor und küsste sie zärtlich. Sie erwiderte den Kuss, löste sich aber schnell wieder von ihm und starrte ihn verwirrt an.

„Das habe ich mir so sehr gewünscht. Wir beide …“

Die Gewissensbisse waren ihr deutlich anzusehen. „… waren unvernünftig“, ergänzte sie hastig.

„Das sind Verliebte immer“, erklärte er lächelnd.

„Wer sagt, dass ich verliebt bin? Ich habe mich nur mitreißen lassen.“ Doch er spürte, dass sie sich einfach nur gegen ihre Gefühle für ihn wehrte. „Das war nur ein Kuss!“, fuhr sie fort. „Kein Grund, da was hineinzuinterpretieren.“

„Wieso wehrst du dich so dagegen?“, fragte er. „Ich merke doch, dass ich dir etwas bedeute.“

„Das war ein Ausrutscher!“, beharrte sie. „Ich bin verheiratet. Und mit dir … Das ist falsch.“

„Es hat sich aber richtig angefühlt“, wandte er ein.

„Ich muss zurück in die Brauerei.“ Sie schnappte sich ihr Fahrrad und radelte davon, als wäre der Teufel persönlich hinter ihr her. Voller Sehnsucht blickte er ihr nach.

Wie hatte sie sich nur so gehen lassen können?! Am liebsten hätte Theresa sich selbst geohrfeigt. Sie wusste doch, dass Peter etwas für sie empfand. Gerade deshalb hätte sie ihn niemals küssen dürfen! Okay, sie hatte Trost gebraucht nach dem Streit mit Konstantin. Aber sie würde ihren Mann doch niemals betrügen! Es war nur ein Kuss, der nichts zu bedeuten hatte. Peter hatte sie einfach überrumpelt. Und die Einweihung des Bräustüberls war jetzt wichtiger als alles andere.

2. KAPITEL

Julius stattete Gitti einen Krankenbesuch ab. Arglos erzählte er ihr von Rosalies Vorschlag, Führungen in der Brauerei abzuhalten.

„Ist das nicht großartig?“, schloss er freudig.

„Abgesehen davon, dass es meine Idee war …“ Gitti wollte sofort aufstehen, doch ihr Vater hielt sie zurück. „Diese Frau macht mich krank!“, fauchte sie. „Ich hatte die Idee, im Rahmen eines Events die Gäste zu den Bauern der Region und in die Brauerei zu führen. Rosalie muss mein Notizbuch gefunden haben. Ich hab’s ja gleich gesagt – die will mir den Job wegschnappen. Und jetzt spannt sie auch noch dich dafür ein!“

Wie vom Donner gerührt starrte er seine Tochter an. Rosalie hatte ihn nur benutzt?!

„Du hast Gittis Idee geklaut!“ Außer sich vor Zorn hatte Julius sich vor Rosalie aufgebaut. Die behauptete prompt, dass das nicht stimmen würde.

„So toll ist die Idee nun auch wieder nicht. Ich habe zwei Minuten nachgedacht …“

Er glaubte ihr nicht. „Du hast dich nur an mich rangewanzt, um auf Gittis Kosten vorwärtszukommen!“, warf er ihr vor. „Wo hast du nur diesen schlechten Charakter her?!“

„Rosalie macht es einem absolut unmöglich, ein gutes Verhältnis zu ihr aufzubauen“, beklagte er sich kurz darauf bei Charlotte. „Warum ist sie nur so ein Biest?“

„Ich bin keine Psychologin, aber …“ Charlotte vermutete, dass hinter Rosalies Verhalten in Wahrheit eine tiefe Verletzung steckte. „Jedenfalls braucht sie sehr viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. Und wenn sie die nicht bekommt …“ Sicher war nicht alles davon Julius’ Schuld. Rosalie hatte mit Männern schlechte Erfahrungen gemacht. „Vielleicht ist sie deshalb so hartherzig geworden.“

„Gab es denn keine einzige glückliche Beziehung?“

„Wenn, dann nur für kurze Zeit.“ Lukas hatte Rosalie gleich nach ihrer Hochzeit wieder verlassen, weil er in Sandra verliebt gewesen war. Und Felix hatte sich für Emma entschieden. „Mit Doktor Niederbühl hätte es etwas werden können, aber sie hat ihn mit Jacob Krendlinger betrogen.“ Julius war sichtlich erschüttert. „Die Beziehung mit dem Stallburschen ging aber auch schief, weil er nicht standesgemäß war“, fuhr Charlotte fort. „Und die Geschichte mit Maxim Klinker-Emden hast du ja selbst mitbekommen.“

„Der war ja nun wirklich das Letzte.“ Julius winkte verächtlich ab.

„Aber die anderen – nette, solide Männer“, wandte sie ein.

„Nur nicht die Richtigen“, meinte er. „Rosalie braucht einen, der ihr Halt gibt.“

„Der gut aussieht und reich ist“, ergänzte Charlotte mit leisem Spott.

Er seufzte. Er hätte alles getan, um seiner Tochter zu helfen. Obwohl sie so ein Biest war …

Kaum waren Werner und er ins Hotel zurückgekehrt, machte sich Konstantin auf die Suche nach seiner Mutter.

„Sei ehrlich! Ist Werner Saalfeld mein leiblicher Vater?“

Überrumpelt stand Doris vor ihm. „Du fantasierst dir da etwas zusammen“, behauptete sie dann. „Wir waren nur ein paarmal miteinander aus.“

„Hör auf, mich für dumm zu verkaufen!“, rief er. „Ihr hattet schon damals was miteinander.

„Ja, wir hatten eine Affäre“, gab sie zu. „Aber das bedeutet noch lange nicht, dass er automatisch dein Vater ist.“

„Was für ein Zufall, dass euer Zusammentreffen zeitlich genau mit dem Zeitpunkt meiner Zeugung zusammenfällt“, höhnte er nun. „Hattest du damals etwa mehrere Beziehungen gleichzeitig?“

„Mein früheres Liebesleben geht dich nichts an“, erklärte sie energisch.

„Okay. Wozu gibt es Gentests?“ Er wandte sich zum Gehen.

„Warte!“ Sie zögerte noch einen Moment. „Vielleicht ist jetzt ja wirklich der Moment gekommen, um die Familienverhältnisse zu klären.“

„Es stimmt also?“ Sie nickte. Er musste diese Tatsache erst einmal verkraften. „Wieso hast du Werner damals nicht gesagt, dass du schwanger bist?“, fragte er nach einem langen Schweigen.

„Was hätte das gebracht?“ Werner war schon abgereist gewesen, als sie die Schwangerschaft bemerkt hatte. „Er war zu seiner Familie nach Deutschland zurückgekehrt. Er hatte sich gegen mich entschieden.“ Und er hatte ihr in all der Zeit keine Hoffnungen auf eine gemeinsame Zukunft gemacht.

„Aber ein Kind ändert alles!“, ereiferte sich Konstantin. „Und er hat dich geliebt!“

„Trotzdem wollte er bei seiner Frau bleiben.“ Und Doris war zu stolz gewesen, sich als Schwangere zurückweisen zu lassen.

„Das ist doch totaler Unfug!“ Konstantins Stimme überschlug sich. „Vielleicht wären wir eine glückliche Familie geworden! Und ein Mann hat das Recht, zu erfahren, wenn er Vater wird.“ Mit Sicherheit hätte Werner sie zumindest finanziell unterstützt. „Dann wärst du nie in diese Notlage gekommen! Und hättest mich nicht verkaufen müssen!“ Doris gingen die Argumente aus. „Dein Stolz war dir wichtiger als dein eigenes Kind!“

Xaver hatte bei einer Wohnungsauflösung einige Kartons mit Küchenutensilien, Geschirr und anderen Dingen ergattert und war gerade dabei, die Sachen zu sortieren. Moritz half ihm und entdeckte in einer der Kisten ein altes Maischeholz. Damit hatte man früher in Brauereien gearbeitet.

„Das ist das perfekte Einweihungsgeschenk für Theresa!“, stellte er erfreut fest. Er musste das Maischeholz nur ein bisschen aufarbeiten.

„Du wolltest doch die Finger von ihr lassen“, mahnte Xaver.

„Zu spät.“ Ein Lächeln spielte um Moritz’ Lippen. „Theresa und ich haben uns heute geküsst.“

Xaver blieb kurz die Luft weg. „Mann, Mann, Mann“, seufzte er dann. „Finger weg von verheirateten Frauen! Das geht nie gut!“ Er hatte wegen einer solchen Geschichte damals seinen Job in der Schweiz verloren. „Du steuerst mit offenen Augen auf eine Katastrophe zu. Und machst nicht nur dich unglücklich, sondern auch deine Angebetete.“

Aber Moritz dachte gar nicht daran, sich Theresa aus dem Kopf zu schlagen.

Elena hatte nachgedacht. Am besten wäre es doch, wenn Moritz’ Erinnerung von allein zurückkäme.

„Bei den Roma gibt es ein altes Ritual“, erzählte sie Tanja. „Damit ist es vielleicht möglich, eine Art Verbindung zu ihm herzustellen. Aber das kann nicht jeder. Dazu braucht man eine Gabe.“ Und Elena besaß diese Gabe.

Gemeinsam mit Tanja setzte sie sich an den Tisch im Personalraum. Doch sosehr sie sich auch konzentrierte – es klappte nicht.

„Vielleicht bräuchte ich etwas, das ihm gehört“, meinte sie.

Tanja deutete auf Moritz’ Spind. „Vielleicht geht es damit?“

Elena stand auf und legte eine Hand an die Spindtür. Eine Weile blieb sie mit geschlossenen Augen stehen. Doch dann riss sie plötzlich erschrocken die Augen auf.

„Ich habe ihn gesehen!“, keuchte sie. „Er hatte einen Dreizack in der Hand!“

Tanja schauderte. Das war das Zeichen des Teufels! Genau in diesem Moment kam Moritz herein. Und erhielt das alte Maischeholz in der Hand – es war geformt wie ein Dreizack! Elena und Tanja tauschten einen verschwörerischen Blick. Es hatte funktioniert! Doch kaum war Moritz wieder verschwunden, bekam Elena es mit der Angst zu tun.

„Was ist, wenn er etwas Unüberlegtes tut?“, fragte sie. „Sich zum Beispiel an seinem Bruder rächt?“

„Das ist allein seine Sache“, meinte Tanja. „Wir haben nicht das Recht, über und für ihn zu entscheiden.“

„Da vertraust du einem Menschen, glaubst ihm … Dabei belügt er dich die ganze Zeit.“ Konstantin war sichtlich durch den Wind. Und Theresa fürchtete sofort, dass er von dem Kuss mit Peter erfahren hatte. Aber Konstantin sprach davon, dass Werner sein leiblicher Vater war. Theresa blieb der Mund offen stehen, als sie das hörte. „Das Schlimme ist: Meine Mutter hätte es mir nie gesagt, wenn ich sie nicht unter Druck gesetzt hätte.“ Er klang bedrückt. „Sie lässt Werner und mich monatelang miteinander Small Talk reden …“

„Das passt irgendwie zu ihr.“ Theresa hatte sich diese Bemerkung nicht verkneifen können.

„Mein Leben lang habe ich mir einen Vater gewünscht“, fuhr er aufgewühlt fort. „Aber jetzt, da ich ihn kenne, weiß ich überhaupt nicht, wie ich damit umgehen soll.“

„Weiß er es auch?“

Konstantin schüttelte den Kopf. „Alles, aber auch alles in meinem Leben wäre anders gekommen, wenn meine Mutter und er damals zusammengeblieben wären.“ Diese Vorstellung machte ihn schlichtweg verrückt.

„Was willst du jetzt tun?“ Wollte er Werner die Wahrheit sagen? So weiterzumachen wie bisher würde in jedem Fall schwierig werden. „Und vielleicht freut er sich ja über Familienzuwachs.“

„Aber ich freu mich nicht“, knurrte Konstantin. „Der Angelausflug war zwar nett, aber … Er kann auch anders sein.“ Ob er diesen Mann wirklich zum Vater haben wollte? „Er hat sich mal als Erzieher präsentiert“, erinnerte er sich. „Nach meinem vermeintlichen Burn-out. Ich sollte mich gefälligst zusammenreißen, und wieder als Architekt arbeiten.“ Belehrungen konnte Konstantin nicht gebrauchen. Und dann gab es noch eine Gefahr: Werner könnte anfangen, Fragen zu seiner Kindheit zu stellen. Am Ende käme das ganze Geheimnis um Moritz’ Tod ans Licht. „Es ist nicht meine Aufgabe, Werner einzuweihen“, beschloss er. „Das muss meine Mutter tun.“ Und ob Doris das machen würde, wusste er nicht. „Ein Gutes hat das Ganze jedenfalls“, sagte er und versuchte, die trüben Gedanken zu verscheuchen. „Wenn meine Mutter damals anders gehandelt hätte, wären wir uns nie begegnet.“ Zärtlich lächelte er Theresa an.

Sie erwiderte sein Lächeln, obwohl ihr das schlechte Gewissen wegen Peter im Nacken saß.

Doris stellte Werner unterdessen betont beiläufig die Frage, wie es eigentlich für ihn gewesen war, zu erfahren, dass er zwei uneheliche Kinder hatte.

„Ich habe mich gefreut“, antwortete er lächelnd. „Sehr sogar. Laura und Sandra sind wunderbare Mädchen.“

Nachdenklich sah sie ihn an.

Am nächsten Morgen machte sich Theresa mit Feuereifer an die Vorbereitungen für die Eröffnung des Bräustüberls. Konstantin und André halfen ihr dabei. Es fehlten noch Blumen auf den Tischen, und André schlug vor, schnell Peter Bach anzurufen.

„Lieber nicht!“, platzte Theresa heraus. Konstantins Miene wurde aufmerksam. „Der Fürstenhof ist schließlich kein Blumenladen“, meinte sie nun verlegen. „Ich hole nachher welche im Dorf.“

„Gehst du Peter aus irgendeinem Grund aus dem Weg?“, fragte Konstantin leicht gereizt.

„Quatsch!“, protestierte sie.

„Kommt mir aber so vor“, beharrte er. „Warum?“

„Du solltest endlich mal an deiner Eifersucht arbeiten!“, raunzte sie ihn an.

„Ich kümmere mich um die Blumen“, schaltete sich André nun peinlich berührt ein und verschwand schnell.

„Ich habe eine Idee, wie du vielleicht herausfinden kannst, wer du wirklich bist.“ Elena sprach Moritz im Personalraum an. „Es ist ein mystisches Wissen der Roma und kommt dir wahrscheinlich ein bisschen gespenstisch vor“, fuhr sie fort. „Aber es ist eine Chance. Und es richtet keinen Schaden an.“

„Okay“, sagte er langsam.

„Ich kann eine geistige Verbindung zu dir aufnehmen“, erläuterte sie. „Und deinen Erinnerungen vielleicht so auf die Sprünge helfen. Wir machen einen Spaziergang am Fluss.“ Dort hatte er seine Erinnerung verloren. „Du musst nur das Gleiche tun wie ich. Das ist alles.“

Wie in Trance ging Elena am Flussufer entlang und blickte dabei ununterbrochen in die reißenden Fluten. Moritz folgte ihr und tat es ihr nach. Sein Herz klopfte bis zum Hals. Er konnte spüren, dass hier etwas Rätselhaftes vorging. Aber seine Erinnerungen kamen trotzdem nicht zurück.

Nun griff Elena nach einem Stein und warf ihn ins Wasser. Auch Moritz hob einen Stein auf. Das Ganze war ihm nicht wirklich geheuer.

„Lass uns umkehren, das bringt nichts.“ Moritz klang enttäuscht. Er hatte sich konzentriert, so gut er konnte. Aber in seinem Kopf war alles leer geblieben. „Das Einzige, was mir eingefallen ist, war, diese zwei Steine zu sammeln. Aber nur, weil du auch welche aufgehoben hast.“

„Und warum hast du gerade diese Steine gewählt?“, hakte sie nach.

„Sie sahen sich ziemlich ähnlich“, gab er achselzuckend zur Antwort.

„Diese Zwillingssteine könnten etwas mit deiner Vergangenheit zu tun haben.“ Sie betonte das Wort „Zwilling“ überdeutlich. „Vielleicht bist du nicht allein …“

„Weißt du etwas, das ich nicht weiß?“, erwiderte er sichtlich irritiert.

„Wichtig ist, dass du selbst eine Verbindung findest.“ Alles andere war sinnlos. Zumindest glaubte Elena das.

Gitti kam bei Theresa in der Brauerei vorbei und brachte ihrer Freundin als Geschenk zur Einweihung ein gemeinsames Kinderfoto von ihnen mit. Theresa freute sich sehr darüber.

„Ich kann leider nicht zur Eröffnung bleiben“, erklärte Gitti bedauernd. „Das wäre dann doch ein bisschen viel für meinen lädierten Schädel.“ Michael konnte auch nicht kommen – er hatte Sprechstunde. „Ist alles okay bei dir?“ Gitti spürte, dass mit Theresa irgendetwas nicht stimmte. „Du machst einen gestressten Eindruck.“

„Du weißt doch, was ich um die Ohren habe“, erwiderte Theresa ausweichend.

„Ich meinte nicht die Arbeit.“ Forschend musterte Gitti ihre Freundin.

„Ich habe Mist gebaut“,

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