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Es begann in Mexiko

1. KAPITEL

„Das gehört mir!“ Der Klang einer Frauenstimme ließ Garrett den Kopf heben. Ein orangefarbenes Bikinioberteil trieb im türkisfarbenen Wasser auf ihn zu.

Garret, der hier vor der Küste Cozumels schnorchelte, hatte mit einer Menge tropischer Fische gerechnet, aber nicht mit so etwas.

„Wären Sie so nett - bitte!“

Garrett drehte den Kopf und erblickte eine junge Frau mit nassen rotblonden Haaren. Ihre Augen waren vor Scham geweitet.

Diese Frau war definitiv zum Anbeißen.

„Die Strömung hat es weggetrieben“, sagte sie und verschränkte die Arme über ihrer Brust. „Wenn Sie es mir einfach hier herüberwerfen würden.“

„Ich weiß nicht so recht. Sagt man nicht ‚wer‘s findet, der darf es behalten‘?“ Er konnte dem Verlangen, sie ein wenig zu necken, nicht widerstehen.

Sie trat mit den Schwimmflossen, um sich über Wasser zu halten und seufzte tief. „Ach kommen Sie. Orange steht Ihnen nicht.“

„Könnte sein.“ Gedankenverloren hielt er das Oberteil aus dem Wasser. „Was bekomme ich als Belohnung?“, fragte er und blickte wieder zu ihr hin.

Sie reckte das Kinn. „Ein Gentleman würde keine Belohnung verlangen.“

„Ich habe nie behauptet ein Gentleman zu sein. Andererseits würde eine Lady ein Zeichen ihrer Dankbarkeit geben.“

„An was denken Sie da?“

„Ein gemeinsames Essen heute Abend“, erwiderte er und blickte ihr tief in die Augen.

„Wenn es Ihnen gelingt, mir mein Bikinioberteil zu geben und mir dabei die ganze Zeit in die Augen zu blicken - ohne nach unten abzuschweifen“, betonte sie, „werde ich mich mit Ihnen zum Dinner treffen.“

„Abgemacht“, sagte er, obwohl er genau wusste wie schwierig das werden würde. Das kristallklare Wasser hätte die Sicht nach unten so einfach gemacht.

Sie hielt die Augen fest auf die seinen gerichtet, während sie näher kam. Er setzte alles daran, dass sein Blick weder flackerte noch sich senkte. Diese Frau verursachte ein merkwürdiges Gefühl in seinem Bauch.

Seine Augen auf die ihren geheftet, drückte er ihr das Oberteil in die ausgestreckte Hand.

„Danke schön“, sagte sie mit überraschtem Blick.

„Drehen Sie sich um“, wies er sie mit leicht rauer Stimme an.

Sie tat es, mühte sich mit dem Verschluss ab und stieß einen frustrierten Seufzer aus. „Er bleibt einfach nicht zu.“

„Warten Sie, ich habe ein Gummiband am Handgelenk“, sagte er und paddelte näher heran. „Soll ich es versuchen?“

„Bitte.“

Garrett kreierte einen Behelfsverschluss und befestigte damit die beiden Enden des Oberteils aneinander. Er zog leicht daran. „Okay?“

Die Frau nickte. „Danke. Wirklich.“ Sie hielt inne und beugte sich dann spontan zu ihm hin, um seine Lippen flüchtig mit den ihren zu berühren. „Ein Zeichen meiner großen Dankbarkeit“, sagte sie.

Garrett leckte die Mischung aus salziger Süße von seinen Lippen und fühlte ein schwaches Brennen. „Bei Alberto um sieben. Wie heißen und wo wohnen Sie?“

„Haley Turner. Ich wohne im Plaza Las Glorias. Und wer sind Sie?“

Er öffnete den Mund um seinen Namen zu nennen, besann sich dann aber eines Besseren. Die Verlockung, der Anonymität nachzugeben, war viel zu groß. Denn er war so oft von Frauen, die ihn nur wegen seines Namens oder seines Geldes gewollt hatten, verletzt worden. Garrett wollte immer schon wissen, ob eine Frau ihn um seiner selbst willen mögen würde anstatt all dem, was mit dem Namen Winslow in Verbindung gebracht wurde.

Zwar spürte er Gewissensbisse, doch er schob sie schnell beiseite. Wenn alles gut liefe, würde er ihr später die Wahrheit sagen. „Rick Williams“, sagte er.

Vier Tage später war er absolut hingerissen. Während die Sonne unterging sah Garrett Winslow Haley zu, wie sie im Zentrum von Cozumel zwei Kinder fotografierte, die dort Marionetten verkauften. Die Kinder lächelten für Haley. Soweit Garrett bisher beobachten konnte, lächelte jeder für Haley. Mit ihrem rotblonden Haar und ihrem fröhlichen Lächeln strahlte sie eine Natürlichkeit aus, die wie reiner Sauerstoff auf Garrett wirkte. Hin und wieder stellte er sich vor, dass ihre Beziehung auch nach der Zeit in Cozumel fortdauern würde.

Wenn er mit ihr zusammen war, fühlte er sich gleichzeitig zufrieden und von Heißhunger nach ihr verzehrt. Er wollte sie in seinem Bett seit der Minute, in der er sie zum ersten Mal gesehen hatte. Vielleicht nach diesem gemeinsamen Abend, dachte er.

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