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Entscheidung im Wattenmeer

KARL HEMEYER

ENTSCHEIDUNG IM WATTENMEER

Die Geschichte einer Liebe in einer knallharten Geschäftswelt

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Inhaltsverzeichnis

1. Überraschungen

2. Love is in the air

3. Herausforderungen

4. Die Lösung?

5. Die nächsten Schritte

6. Planungen

7. Fröhliche Weihnachten?

8. Vertragsangelegenheiten

9. Happy New Year?

10. Die Entscheidung?

11. Neue Wege

12. Luxus

13. Erkenntnisse

14. Neue Aufgaben

15. Finale Entscheidungen

Die Personen

Dr. Dr. Joachim Breiter, Wissenschaftler und Unternehmer, Anfang 40

Janina Dorn, freie Journalistin, Anfang 30

Daniel Siebel, Manager, Ende 30

Professor Dr. Ekkehard Rohrbach, Unternehmer, Anfang 60

Dr. Gernot Fink, Unternehmer-Partner von Breiter, Anfang 60

Dr. Paul Bertram, Rechtsanwalt, Mitte 40

Frau Peters, Sekretärin, Anfang 30

Herr Peters, Ehemann von Frau Peters, Ende 30

Simone Herzog, Ende 20

Dr. Fischer, Vorstandsvorsitzender, Mitte 50

Jeff Blair, CEO, Ende 40

Mario, Besitzer des Maribare, Mitte 40

Florian Noch, Sohn, um die 30

Vater Breiter, um die 80

Christoph, Cousin, Mitte 50

Angela, Christophs Frau, Anfang 50

Käte, Christophs Mutter, Anfang 80

Rita Fink, Ehefrau, Anfang 50

Dr. Nicolette Noch-Rohrbach, Ärztin, Anfang 60

Tina & Gaby, gleichaltrige Freundinnen von Janina

Dani & Björn, Piloten, Ende 30

Marc Schlechter, Makler, Ende 20

Herr Nicolic, Chauffeur, Mitte 50

Frau Weber, Haushälterin, Ende 50

Ramona Buitoni, Hotelmanagerin, Mitte 20

Frau Blanc, Restaurantmanagerin, Mitte 20

Justus Alexandre, Künstler, um die 60

Heinz Beier, Hoteldirektor, um die 50

Lüder, Gastwirt, Mitte 50

1. ÜBERRASCHUNGEN

„So, Schatz, jetzt kriegst du endlich deinen Willen!“ Allein die Art und Weise, wie Daniel mit besonderer Betonung diese Worte sprach und sie dabei kaum ansah, signalisierte Janina, dass tatsächlich etwas Besonderes passiert war.

Sie saß auf der von „ihrem Mann“, wie sie Daniel immer nannte, wenn sie irgendwo eingeladen waren, so geliebten schweren dunkelbraunen Ledercouch und schaute ihn schweigend so ungläubig an, dass er sich durch ihre Stummheit aufgefordert fühlte, einfach weiterzureden: „Ja, so ist es, wir gehen wieder nach Deutschland. Du brauchst gar nicht so zu gucken mit deinen großen Augen.“

Janinas rehbraune Augen wurden tatsächlich größer.

„Ich habe dir immer gesagt, der Tag wird kommen!“, fuhr er fort, schlich extrem aufrecht gehend um das Sofa herum und redete, mit hoch erhobenem Kopf zur Zimmerdecke blickend, einfach weiter: „Na, du hast mich doch genervt, seitdem wir hier sind. Jetzt geht es eben zurück. Wir haben einen Konzern gekauft und ich übernehme die Leitung!“, erklärte er mit sichtlichem Stolz. „Janina, das katapultiert mich einkommensmäßig auf einen Schlag in den Millionenbereich. Mit Tantiemen und einigen anderen Quellen, die sich daraus ergeben, wird es mindestens noch mal das Doppelte drauf geben.“

Janina erhob sich vom Sofa und nickte, bis Daniel, der weiterhin sehr entschlossen wirkte, endlich Janinas Blick erwiderte.

Und obwohl er auf Janina, die weiterhin schwieg, durchaus sehr selbstsicher wirkte, spürte Daniel in sich eine gewisse Unsicherheit aufsteigen. Und wie immer, wenn er das spürte, drehte er, für andere kaum bemerkbar, blitzschnell für einen ganz kurzen Moment seinen Kopf zur Seite und genauso schnell wieder zurück. „Du sagst ja gar nichts. Freust du dich nicht?“, fragte er.

Janina zögerte und schaute ihn einfach nur an. Da stand er nun. Der Schlacks, dachte Janina. Schon fast vierzig, aber immer noch genauso mager wie ein Oberprimaner. Aber in seinem Gesicht sieht man schon die ersten Spuren des Lebens. Wäre er da etwas dicker, würde man das wahrscheinlich gar nicht sehen, dachte sie weiter und erhob sich von der Couch. Sie ging die wenigen Schritte zu ihm, stellte sich auf die Zehenspitzen und schlang ihre Arme um seinen Hals. „Doch, Daniel, ich freue mich. Ich freue mich sogar sehr. Aber ich muss das für mich erst einmal registrieren.“ Sie löste ihre Arme und setzte sich wieder auf die Couch. „Du musst wissen, ich habe heute, nachdem ich meine Reportage geschrieben hatte, sehr viel nachgedacht. Wir sind jetzt sieben Jahre zusammen. Vor drei Jahren sind wir hierher nach New York gekommen. Da hast du mir erzählt, wenn wir uns eingelebt haben, dann heiraten wir. Was ist passiert? Nichts ist passiert. Und jetzt frage ich mich …“

Daniel spürte, dass es in Janina brodelte. Auch er hatte über die Jahre natürlich gemerkt, dass sie mit ihren momentanen Lebensumständen nicht zufrieden war. Aber irgendwie war es ihm in all den Jahren trotzdem immer wieder gelungen, die Sache nicht zu sehr hochkommen zu lassen. Zumindest sah er es so, dass für ihn alles so gekommen war, wie er es für sich geplant hatte. Er wollte immer nur eines: die ganz große Karriere machen. Und jetzt, kurz vor seinem achtunddreißigsten Geburtstag, sah er sich am Ziel dieses Weges. Okay …, dachte er, … dass eine Frau mit Anfang dreißig auch mal Mutter werden möchte …, ja, dafür hatte er sogar Verständnis. Aber er hatte auch Angst davor, durch einen Familienzuwachs eingeschränkt zu werden.

Mit schroffem Ton unterbrach er Janina. „Du musst dich gar nichts fragen, Janina. Ich weiß, was ich gesagt habe. Ich weiß aber auch, dass alles stimmig sein muss, wenn man einen so wichtigen Schritt geht.“ Er drehte sich um und wandte ihr den Rücken zu. Auch eines seiner taktischen Spielchen aus seinem Geschäftsleben. Wenn ihm etwas nicht gefiel, wandte er sich einfach ab. So rannte er förmlich zu seinem maßgefertigten, ebenfalls dunkelbraunen Sideboard, in dem er seine Bar, wie er es nannte, eingerichtet hatte. Mit einer lässig wirkenden Handbewegung öffnete er die linke Tür und holte aus dem Tiefkühlfach einige Eiswürfel, die er durch seine Finger in ein Glas rutschen ließ. Darüber goss er Campari. Er hob das Glas auf die Höhe seiner Augen und begutachtete den Inhalt, um dann, nachdem er einen kleinen Schluck getrunken hatte, zu fragen: „Möchtest du auch etwas trinken?“ Janina schüttelte sehr energisch den Kopf, so dass ihre über die Schultern ragenden, dunkelbraunen, gewellten Haare hin und her flogen und dann vor ihren Augen hängen blieben. Blitzschnell strich sie mit der Hand die Haare aus dem Gesicht. „Ich bin noch nicht fertig, Daniel! Ich habe dir gesagt, ich habe heute viel nachgedacht. Jetzt höre mir bitte zu!“ Die Vehemenz, mit der Janina sprach, ließ Daniel aufhorchen. Erneut zuckte sein Kopf ganz kurz, während er sich in einen zur Couch passenden Sessel setzte und seine langen, schlanken Beine übereinanderschlug: „Ich höre zu, Janina! Bitte. Du kannst beginnen!“

Janina stutzte. Es gefiel ihr nicht, wie Daniel wieder einmal seinen auf sie immer irgendwie arrogant wirkenden Managerstil an den Tag legte. Sie holte tief Luft und atmete gut hörbar aus. „Daniel. Wie lange wollen wir eigentlich noch warten?“, fragte sie und wurde lauter: „Ich bin zweiunddreißig, du wirst achtunddreißig. Willst du erst mit fünfzig dein Kind zur Einschulung fahren?“

Er fühlte sich in die Enge getrieben. Er, der in der Firma bekannt dafür war, knallhart zu sein und immer die richtigen Entscheidungen zu treffen, wand sich wie ein Aal, der versehentlich sein vertrautes Gewässer verlassen hatte und hielt vor lauter Erschrockenheit den Atem an, so dass sein Gesicht rötlich an lief. Mit der einen Hand führte er sein Glas und trank, mit der anderen versuchte er, Janina zu unterbrechen. Doch die ließ nicht locker. „Ich freue mich natürlich, dass wir zurückgehen. Aber ich sage dir auch ganz ehrlich, lange mache ich unser Katz-und-Maus-Spiel nicht mehr mit. Ob hier oder in Deutschland, lange warte ich nicht mehr!“

Daniel blies gut hörbar die angesammelte Luft aus. „Bist du jetzt fertig?“, fragte er gereizt. Janina nickte.

„Gut, dann kann ich jetzt ja reden“, begann er und erhob sich aus dem Sessel, trank im Gehen den letzten Schluck und stellte das leere Glas auf das Sideboard. „Janina, du hast in allen Punkten Recht. Aber ich muss mich jetzt um meinen neuen Job kümmern.“

Er redete sich in Rage. „Ich habe jahrelang dafür gekämpft, in solch eine Position zu kommen. Du weißt, dass die Corporation durch ein Tochterunternehmen, unter anderem in Indien, sehr viel Geld verloren hat.“

„Ja, ja, mit diesen Genmanipulationen“, warf Janina ein.

„Bitte unterbrich mich nicht“, forderte Daniel. „Und lass bitte deine unqualifizierten Kommentare bezüglich der Aktivitäten unserer Company. Wir kümmern uns um Möglichkeiten, die ständig wachsende Weltbevölkerung zu erhalten. Das erfordert nun mal neue Wege. Also überlasse es bitte Fachleuten, die davon etwas verstehen. Ich mische mich ja auch nicht in deinen ganzen Model- und Modebereich ein. Außer, dass wir auch diesen Zweig mit unseren Produkten beliefern, damit diese Branche sich in ihrem Glamour feiern kann und du darüber berichten darfst.“

Wütend fuhr er fort: „Janina, nur dank unserem Dünger können zum Beispiel die Baumwollbauern in Indien und Pakistan und wo auch immer, so viel ernten, dass überhaupt jeden Tag … ich nehme jetzt nur mal T-Shirts …, dass überhaupt so viele T-Shirts produziert werden können, dass jeder durchgeknallte Amerikaner oder Europäer oder wer auch immer mindestens zwanzig oder dreißig verschiedene von diesen Dingern im Schrank haben kann. Wir helfen eigentlich nur, dass weiterhin so billig produziert werden kann, damit die Kunden eurer Modemagazine zufrieden gestellt sind.“

Janina sprang vom Sofa. „Das muss ich mir nicht anhören. Jetzt gibst du mir noch die Schuld an diesen ganzen Dingen. Ich glaube, du spinnst!“

„Entschuldige bitte“, sagte Daniel und wiederholte: „Entschuldigung. Aber du solltest es nicht persönlich nehmen. Das wollte ich nicht.“

Janina setzte sich wieder auf das Sofa. „Nur wenn du dich auch wieder beruhigst, ja!“

Daniel nickte. Dann redete er, allerdings ganz ruhig, weiter: „Wir haben gerade eine strategische Meisterleistung abgeschlossen. Weißt du, schon seit vielen Jahren schielen wir auf die Forer AG. Das ist immerhin das größte und vor allen Dingen erfolgreichste Pharmaunternehmen in Deutschland. Die werden uns finanziell wieder auf den Weg bringen.“

„Ich kenne die Forer Arzneimittel AG“, warf Janina ein und fügte hinzu: „Schließlich hat mein Vater bis zu seiner Rente dort gearbeitet. Vergessen?“

„Nein, das habe ich nicht vergessen“, bemerkte Daniel wieder etwas ungehalten, führte sein Statement aber weiter: „Nur so viel. Wir haben sie gepackt. Jetzt gehört sie uns. Und jetzt wird es meine Aufgabe werden, daraus einen neuen, weltweit erfolgreich tätigen Konzern zu schmieden. Und das wird mir auch gelingen. Und dann können wir leben, wo wir wollen, mit so vielen Kin…“

Daniel brach seine Ausführungen plötzlich ab, denn Janina schaute auf ihre Armbanduhr und ging, für Daniel unverständlich „… ja, ja, wie immer, das ganz große Ding …“ vor sich hin murmelnd, in die Küche.

Das in einem der obersten Stockwerke des Gebäudes gelegene Appartement gewährte ihnen einen herrlichen Blick auf die Lichter der Millionenstadt New York. Es ist ja noch vor sieben, da kann ich mich ruhig noch melden. Ich rufe jetzt mal zu Hause an, dann wissen meine Eltern wenigstens, dass es uns auch noch gibt, dachte sie und rief ihre Eltern an, die sich allerdings schon ins Bett begeben hatten, so dass der Anruf nur sehr kurz ausfiel. So kam sie schon nach ganz kurzer Zeit zurück aus der Küche und schaute auf Daniel, der am Sideboard stand.

„Entschuldige bitte. Kommt manchmal einfach so hoch bei mir. Ich freue mich doch auch für dich.“ Sie ging zu ihm und legte wieder, diesmal aber ganz fest, ihre Arme um seinen Hals und gab ihm einen langen Kuss. „Wann soll es denn losgehen? Können wir vorher vielleicht noch ein bisschen Spaß haben?“, fragte sie und versuchte, Daniel in Richtung Couch zu dirigieren.

„Morgen Nachmittag geht die Maschine“, antwortete Daniel emotionslos und versuchte, sich aus der Umarmung zu lösen.

Janina lockerte ihre Arme. „Was morgen schon, wie stellst du dir das denn vor? Was ist denn mit der Wohnung hier? Und überhaupt, wo gehen wir hin und wo leben wir da?“

Daniel löste sich endgültig aus der Umklammerung und hob seine Stimme: „Janina! Schatz …“

Oh, dachte Janina. Immer wenn er die Stimme hob, dachte sie „Oh.“ Das war für sie wie eine Warnung, wie ein Verkehrsschild: Achtung! Aber sie lauschte Daniels Worten.

„Jetzt lass mal bitte dein kleinbürgerlich kariertes Denken sein, ja? Das Appartement hier behalten wir, das gehört eh der Firma. Die Möbel holen wir nach, wenn wir, das heißt, wenn du das von dir ersehnte kleine Häuschen im Grünen gefunden hast. Ich mische mich da nicht ein. Janina, das wird dein ‚Cup of Tea‘. Wobei, das Haus muss ja nicht ganz so klein sein, ein bisschen müssen wir ja auch repräsentieren. Vielleicht finden wir ja auch eine tolle Wohnung oder ein Penthouse mit Blick aufs Wasser. Du weißt, ich liebe das.“

Janina verdrehte derart vehement die Augen, dass Daniel seinen Redefluss unterbrach. „Ich höre dir zu, weiter“, ermunterte ihn Janina.

„Also, im Klartext. Wir fliegen morgen, kommen übermorgen an, wohnen zunächst in Hamburg im Hotel. Die Suite, übrigens mit Blick aufs Wasser, ist schon gebucht. Dann machst du dich auf die Suche nach unserer neuen Bleibe, während ich den Forer-Leuten die BOAR-Corporate-Identity beibringe und ihnen klarmache, dass zukünftig ein anderer Wind wehen wird. Wenn das alles steht, dann sollte auch unserem weiteren gemeinsamen Leben nichts mehr im Wege stehen. Und jetzt lade ich dich zur Feier unserer Rückkehr nach Deutschland zum Essen ein. Ich habe Appetit auf Japanisch. Gehen wir runter ins Restaurant oder lassen wir liefern?“

„Lass uns hier essen, ja?“, sagte Janina. „Dann muss ich mich nicht mehr umziehen. Und ich möchte mich noch etwas frisch machen. Und dabei kann ich mir dann einfallen lassen, wie ich es meinem Chef schmackhaft mache, dass ich zukünftig auch von Hamburg aus arbeiten möchte. Bestell doch einfach wie immer“, sagte sie und verschwand im Badezimmer, während Daniel per App von seinem Smartphone das Essen orderte.

* * *

Zur gleichen Zeit herrschte in der Betriebskantine der Forer Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft, einer eigenständigen, nicht zur Aktiengesellschaft der Forer Arzneimittel AG gehörigen GmbH, die allerdings exklusiv für die Forer Arzneimittel AG, wie das Unternehmen offiziell hieß, Forschungs- und Entwicklungsarbeit leistete, noch reger Betrieb. Übermorgen, das hieß, da es in Deutschland ja bereits kurz nach Mitternacht war, morgen, wollte das Unternehmen sein zwanzigjähriges Betriebsjubiläum feiern. Und dafür wurden von einigen, das Festkomitee bildenden Mitarbeitern bis in die frühen Morgenstunden hinein die letzten Vorbereitungen getroffen.

Am Tag der Feier stand einer der beiden Gesellschafter des Unternehmens, Dr. Dr. Joachim Breiter, auf einer kleinen Bühne. Vor ihm seine versammelte Belegschaft. Der sportliche, mittelgroße Mann mit den halblangen Haaren hielt in der Hand ein Gläschen Sekt und sprach zu seinen Mitarbeitern: „Die ersten zwanzig Jahre hat unser Unternehmen überstanden. Und nun freue ich mich riesig auf die nächsten zwanzig Jahre. Wir haben nämlich durchaus noch die ein oder andere Entwicklung in der Pipeline, so dass mir um die Zukunft unseres Unternehmens nicht bange ist. Der von uns entwickelte Zellkiller Bertaform wird übrigens in den nächsten Wochen bei der AG in die Produktion gehen und uns somit ein weiteres, starkes Standbein im Markt sichern. Also, auf die Zukunft, auf uns. Prost!“ Breiter hob sein Glas und prostete seinen jubelnden, gut gelaunten Mitarbeitern zu, während die für den festlichen Abend engagierte Party-Band „The Shadoks“ den gesprochenen Worten einen musikalischen Tusch hinzufügte.

Danach ging es auf der Party hoch her. Lena Peters, die Frau seines langjährigen Büroleiters Philipp Peters, hatte sich Breiter geschnappt, um mit ihm zu den Klängen der überaus guten und fleißigen Band zu tanzen, die nun ein Medley von Songs aus den siebziger Jahren spielte, zu der zum Erstaunen von Breiter auch die jüngeren Mitarbeiter seiner Firma begeistert mittanzten.

„Ich bin ja mit dieser wilden Beatmusik, wie das damals von den Älteren genannt wurde, noch mehr oder weniger aufgewachsen und mag das sehr. Aber dass es auch unseren ‚Bambinis‘“, wie er scherzhaft alle unter Dreißigjährigen nannte, „so gut gefällt, das überrascht mich doch.“

„Mann, Doktor Breiter, die wollen feiern. Das tun Sie wahrscheinlich viel zu wenig. Deswegen wissen Sie gar nicht mehr, wie das ist“, entgegnete Frau Peters und wirbelte den Chef ihres Mannes über den extra zum Firmenjubiläum neu ausgelegten Kantinenboden. „Sie sollten den heutigen Tag auch mal so richtig genießen. Immer nur arbeiten ist auch nicht gut.“

„Sie haben ja Recht, Frau Peters. Morgen früh mache ich auch mal frei. Aber morgen Nachmittag sehen wir uns wieder. Ich bin um sechzehn Uhr bei Dr. Fischer“, fügte er hinzu, worauf ihm ein sehr lang gezogenes, fast gesungenes „Ich weiß, Herr Doktor Breiter, ich weiß. Schließlich ich bin seine Sekretärin!“ entgegenschallte.

Bis nach Mitternacht dauerte die Jubiläumsfeier. Jo Breiter, wie er sich selbst nannte, war froh, als er endlich in einem Taxi saß und sich nach Hause fahren ließ. Er schlief endlich einmal mehr als acht Stunden am Stück, um sich anschließend zur frühen Nachmittagszeit zu einem ausgiebigen Spätfrühstück in seinem Stammbistro Maribare blicken zu lassen.

* * *

Daniel und Janina packten am Hamburger Flughafen jede Menge Gepäckstücke in ein Taxi. Daniel war nach dem Flug gedanklich schon wieder bei seinem Job. Allerdings versäumte er nicht, Janina erneut seinen Unmut über das seiner Meinung nach viel zu viele Gepäck zu zeigen.

„Musst du denn auch gleich alles mitschleppen? Wir hätten das doch …“

Weiter kam er nicht. „Es ist Herbst“, unterbrach Janina ihn, „hier ist es kalt. Außerdem fühle ich mich in Deutschland wieder wie zu Hause. Und da will ich alles dabeihaben. Zumindest meine Klamotten. Du weißt doch, das ist mir wichtig.“

Kopfschüttelnd stieg Daniel, noch einen schnellen Blick zum Hamburger Wolkenhimmel werfend, ins Taxi und verdrehte angesichts Janinas weiterer Ausführungen die Augen. „Immerhin verdiene ich damit, dass es Kleidung und Mode gibt, mein Geld.“

Janina stieg, galant geleitet von dem anerkennende Blicke auf sie werfenden Taxifahrer, an der hinteren Tür des Fahrzeugs ein und setzte sich ganz dicht zu Daniel. Sie kuschelte sich regelrecht an ihn: „Ist doch schön, wieder hier zu sein. Oder?“

Daniel drehte seinen Kopf, gab ihr einen flüchtigen Kuss auf die Nasenspitze und wandte sich zum Fahrer: „Ins Jahreszeiten, bitte!“

* * *

Jo Breiter schwang sich nach seinem ausgiebigen Frühstück, das aus einer großen Portion Carpaccio mit einer halben Honigmelone, viel Ciabatta sowie zwei Kännchen italienisch gebranntem Kaffee und einer großen Flasche Mineralwasser bestand, in sein silbernes, schon etwas in die Jahre gekommenes Mittelklassecabrio und fuhr entspannt in sein Büro. Dort besprach er sich mit Herrn Peters, überflog seine Post und delegierte deren Bearbeitung, checkte seine E-Mails, beantwortete, während er einige Papiere unterschrieb, die von Herrn Peters gestellten Fragen und machte sich auf den Weg zu seinem Termin bei Dr. Fischer, dem Vorstandsvorsitzenden der Forer Arzneimittel AG.

Gut gelaunt schlenderte er durch die Eingangstür, grüßte freundlich die an der Rezeption des Unternehmens sitzenden Damen, steckte seine Code-Card in den dafür vorgesehenen Schlitz und passierte die Sicherheitssperre. Der Fahrstuhl brachte ihn in die oberste Etage des zwölfstöckigen Verwaltungsgebäudes, wo er nach dem Verlassen des Liftes sofort vor dem Tresen mit dem, wie er es nannte, Empfangskomitee des Vorstandes stehen blieb.

„Mein Name ist Breiter“, begann er lächelnd die Konversation mit den drei jungen, immer gut gelaunt wirkenden, elegant in dunkle Firmenkostüme gekleideten Damen.

„Jaa …“, schallte es ihm entgegen. „Wir kennen Sie doch, Herr Doktor Breiter. Frau Peters ist schon ganz gespannt auf Sie.“ Breiter schaute überrascht. „Sie hat viel erzählt von gestern. Ich wusste ja gar nicht, dass Sie so ein begnadeter Tänzer sind. Sieht man Ihnen irgendwie gar nicht an“, hörte er und schaute auf das Namensschild der Wort führenden dunkeläugigen Mitarbeiterin mit dem frechen Bob-Schnitt. Sie war ihm bei seinen letzten Besuchen schon aufgefallen, aber irgendwie hatte sich nie die Gelegenheit ergeben, mit ihr zu reden.

Er nestelte an seinem klassisch karierten Baumwollschal, lockerte den Knoten und schaute kurz an seinen immer noch schlanken, unterhalb seines Kopfes befindlichen hundertsechzig Zentimetern herab. Auf seine mittelbraunen Budapester, auf die schon etwas abgewetzte khakifarbene Baumwollhose, in der ein genau zu den Schuhen passender Ledergürtel steckte, seinem weißen Hemd mit dem berühmten Polo-Spieler und seiner saloppen, gut eingetragenen, dunkelbraunen Lederjacke.

Er lächelte, als er wieder hochschaute und sein listiger Blick direkt in ihre Augen fuhr. „Meine liebe Simone Herzog, alles zu seiner Zeit. Ich tanze, wenn mir danach ist. Ich esse und trinke, wenn mir danach ist, ich arbeite, wenn mir danach ist und jetzt frage ich Sie, weil mir danach ist, wann Ihnen denn einmal danach ist, mir mit Ihrer frechen Klappe einmal bei einem ausgiebigen Abendessen in einem Lokal Ihrer Wahl Antworten auf all meine Fragen zu geben?“

Simone war ansonsten nicht auf den Mund gefallen, doch jetzt war sie kurzfristig sprachlos und schüttelte, um ein bisschen Zeit zu gewinnen, den gesenkten Kopf und lachte. Dann schaute sie wieder hoch: „Moment, das muss ich jetzt erst mal verarbeiten. Ich kann doch …“ Weiter kam sie nicht, denn Breiter fiel ihr einfach ins Wort: „Was Sie können und was nicht, besprechen wir später. Ich gehe jetzt erst einmal zu Dr. Fischer, der erwartet nämlich Pünktlichkeit. Sie geben mir Ihre Antwort nach dem Gespräch. Einverstanden?“

Ohne Simones Antwort abzuwarten, ging er, sich noch einmal kurz vor allen Damen verbeugend, an dem Tresen vorbei direkt in das dahinterliegende große Büro. Frau Peters saß hinter ihrem Schreibtisch. Als sie ihn sah, stand sie auf und ging mit ausgestreckter Hand auf ihn zu. „Alles gut überstanden?“, fragte sie. Jo Breiter nickte: „Und Sie?“

Frau Peters antwortete nicht. Sie zeigte mit der Hand in Richtung einer geschlossenen Bürotür. „Dr. Fischer wartet schon. Ich bringe Sie rein.“ Dabei kam sie ihm sehr nahe und schnupperte ganz kurz an seinem Gesicht: „Oh, ein neues Rasierwasser?“

Jo Breiter blickte sie überrascht an: „Wie? Äh …, ach so, … ja. Ist aber nur eine Probe. Nichts Tolles.“

Frau Peters bemerkte nur: „Hmmh. Das riecht man …“ und legte entschuldigend lächelnd ihren Kopf etwas zur Seite. Auch Breiter schüttelte amüsiert den Kopf, während Frau Peters kurz zweimal an der Tür klopfte, sie öffnete und in das Büro ihres Chefs ging. „Herr Dr. Breiter ist da. Pünktlich wie immer“, sagte sie.

Jo Breiter ging mit einem Kopfnicken an ihr vorbei direkt auf den Mann zu, der sich von seinem Stuhl hinter dem Schreibtisch erhob und ihm entgegenkam. „Na, Breiter, schön Sie zu sehen.“ Er streckte die Hand aus und zeigte in Richtung der Besucherecke seines Büros. „Frau Peters hat schon alles vorbereitet. Eingießen können wir ja alleine“, führte er aus und schaute auf Frau Peters, die den beiden Herren noch einmal zunickte und den Raum verließ.

Dr. Helmut Fischer machte ein besorgtes Gesicht. Schon auf dem Weg zur Sitzecke begann er, seine Besorgnis zu erklären. „Es freut mich, dass Bertaform jetzt in die Produktion gehen kann und endlich auf den Markt kommt. Aber das besprechen Sie am besten mit meinem Nachfolger.“

Jo Breiter ließ sich auf seinen Stuhl fallen. „Wie? Nachfolger?“, fragte er sichtlich geschockt. Dr. Fischer setzte sich ebenfalls, goss zuerst seinem Gast und dann sich das bereitgestellte Mineralwasser ein. „Ist eigentlich auch schwer zu kapieren. Aber, aber, die BOAR … die BOAR Corporation hat die Forer AG übernommen“, erklärte er mit stockender Stimme. Er machte eine Pause, trank von seinem Wasser und schaute mit besorgter Miene auf seinen geschockt wirkenden Gast. „Mann, Breiter. Da haben wir dieses ganze Krisengerede richtig gut überstanden und werden trotzdem ein Opfer dieser Heuschrecken.“

Auch Breiter nippte kurz an seinem Glas. „Jetzt mal langsam, Herr Fischer. Die AG geht an die BOAR Corporation? An diesen amerikanischen Chemie- und Pharmariesen? Wie denn? Wann denn?“, fragte er und Dr. Fischer konnte deutlich hören, dass auch Breiter große Schwierigkeiten hatte, die gefallene Entscheidung zu verarbeiten.

„Ich weiß es seit der letzten Nacht“, lautete die nur schwer zu vernehmende, fast geflüsterte Antwort.

„Hmmh“, überlegte Breiter und versuchte, sich selbst eine Erklärung zu liefern. „Na wahrscheinlich, weil die Forer AG alles so gut überstanden hat. Schließlich sind die Werte ja ständig gestiegen.“ Er schaute lange zu Dr. Fischer. „Aber, wie stellen die sich das vor? Wie soll das denn laufen? Ich meine, äh, will sagen, äh, wie geht es denn jetzt weiter? Wissen Sie da schon was?“

Fischer atmete schwer. Er schaute kurz auf seine Armbanduhr, blickte mit zusammengekniffenen Lippen auf Breiter, überlegte und antwortete: „Na ja, morgen früh um zehn Uhr kommt der Neue. Siebel heißt der, Daniel Siebel. Ist übrigens ein Deutscher. Er gilt als der kommende Mann der gesamten Corporation. Der soll knallhart sein. Ich habe mich schon mal ein wenig erkundigt.“

Breiter wirkte immer noch konsterniert, versuchte aber, die Lage zu verstehen: „Wie ist das denn gelaufen? Die AG stand doch gar nicht zum Verkauf. Oder? Wissen Sie da Näheres?“

Dr. Fischer wirkte gequält, aber er versuchte sogar zu lächeln: „Ja, mein lieber Herr Breiter. Ich habe heute schon sehr viel telefoniert und bin von einer Ohnmacht in die nächste gefallen.“ Er erhob sich aus seinem Stuhl und ging in seinem Büro auf und ab. Er lockerte den Krawattenknoten und blickte abwechselnd vom Boden zur Decke zu Jo Breiter, während er versuchte, die richtigen Worte für seine Antwort zu finden: „Sie werden es nicht glauben, aber da steckt, … da steckt … unsere Hausbank dahinter.“

Er holte tief Luft, machte eine Pause, es fiel ihm sichtlich schwer, das in den letzten Stunden Erlebte zu verkraften. Erneut atmete er tief durch, dann sprach er langsam weiter: „Die haben nach und nach gekauft, was sie kriegen konnten. Und so Stück für Stück die Mehrheit erworben. Sie wissen ja sicherlich auch, dass diese ganzen Erben des alten Forer, der das vor hundertzwanzig Jahren alles mal gegründet hat, mittlerweile derart zerstritten sind, dass sie sich geradezu bekriegen und nur noch über ihre Anwälte kommunizieren. Das haben die Banker auch gewusst. Und genutzt. Sie haben erst von dem einen Clan die Anteile gekauft, dann von dem und von denen. Und schwupp, hatten sie alles zusammen. Und die BOAR Corporation hat die Bankbürschchen mit einem ganz simplen Versprechen geködert: Wenn sie das hinkriegen, werden sie die Hausbank des Gesamtkonzerns.“

„Diese Säcke!“, entfuhr es Breiter. „Diese hinterlistigen Säcke. Und wie dumm sind die denn eigentlich?“ Er lachte süffisant. „Glauben die tatsächlich, dass ein in New York beheimateter Konzern ein in Hamburg ansässiges Geldinstitut zu seiner Bank Nummer Eins macht?“ Er schüttelte den Kopf, schaute Dr. Fischer an, der sich wieder gesetzt hatte, und fragte direkt nach: „Was passiert denn mit Ihnen?“ Als Antwort erhielt er zunächst nur ein gequältes Lächeln, bevor Dr. Fischer sichtlich niedergeschlagen erklärte: „Ach Breiter, machen wir uns doch nichts vor. Sie kennen doch die Spielchen. Abfindung und tschüss. Da bin ich doch nicht der Erste, dem das passiert.“ Er trank von seinem Wasser, stellte das Glas ab und versuchte tatsächlich zu lächeln. „Ich muss das alles doch auch erst einmal verkraften“, sagte er und erhob sich von seinem Stuhl.

Breiter stand ebenfalls auf. Er versuchte, das Lächeln zu erwidern, wirkte dabei allerdings sehr nachdenklich, denn gleichzeitig dachte er daran, welche Auswirkungen diese Übernahme für seine Firma haben könnte. Er reichte Dr. Fischer mit einem „Wir hören voneinander“ die Hand und verließ sorgenvoll, aber auch entschlossen, das Büro.

„Wissen Sie es auch schon?“, fragte er die an ihrem Schreibtisch sitzende Frau Peters, die ihn hinter ihrer Brille mit großen Augen anschaute: „Was weiß ich schon?“ Breiter zeigte mit dem Kopf in die Richtung von Dr. Fischers Bürotür: „Lassen Sie sich mal informieren und muntern Sie ihn auf. Sie können das doch so gut. Es ist im Moment dringend nötig, glaube ich.“

Er verabschiedete sich von Frau Peters und verließ das Büro. An der Rezeption schaute er ziemlich niedergeschlagen auf Simone Herzog, die nun allein hinter ihrem Tresen stand und bei seinem Anblick erschrocken fragte: „Was ist denn passiert, Herr Dr. Breiter?“

2. LOVE IS IN THE AIR

Jo schaute Simone lange an. Er versuchte zu lächeln, nahm einfach eine ihrer Hände in seine und fragte fast flüsternd: „Können Sie sich vorstellen, schon heute Abend mit Ihrer guten Laune einen gerade etwas neben sich stehenden älteren Herrn aufzumuntern?“

Simone blickte kurz zu den außer Hörweite sitzenden Kolleginnen im Nebenraum und schaute über ihre miteinander verschlungenen Hände in das Gesicht von Jo Breiter. Sie überlegte, dann nickte sie: „Ja, das kann ich. Vorausgesetzt, Sie meinen sich mit dem ‚älteren Herrn‘.“ Simone machte eine Pause, blickte ihn lächelnd an und sprach mit gespitzten Lippen: „Aber, Sie wollen doch mit mir ausgehen? Da ist es doch eigentlich Ihre Aufgabe, mich zu unterhalten und aufzumuntern.“ Jo war gerührt, und auch beeindruckt, wie Simone es schaffte, dass er sich sofort wesentlich besser fühlte. „Wenn Sie möchten, kann ich auch gleich mitkommen!“ Jo löste seine Hände und schaute sichtlich überrascht auf seine Uhr: „Wie, jetzt gleich, sofort?“

„Ja, jetzt gleich!“ Simone lächelte „Es ist siebzehn Uhr. Ich habe Feierabend. Die beiden Kolleginnen machen jetzt alleine weiter.“ Sie nahm einfach ihre Handtasche unter dem Tresen hervor, holte ihren Mantel aus dem Nebenraum und verabschiedete sich von ihren Kolleginnen. Dann packte sie Breiter am Arm, schob ihn Richtung Fahrstuhl und schaute ihm direkt in die Augen: „Ich darf entscheiden, wohin?“ Breiter nickte: „Ja, habe ich doch gesagt.“

Während sich die Fahrstuhltür öffnete und die beiden eintraten, baute sich Simone vor ihrem gleich großen Begleiter auf. „Okay. Ich würde unheimlich gern einmal in das ach so tolle Maribare gehen!“ Jo Breiter, für den es Alltag war, sich im Maribare aufzuhalten, wollte protestieren. Doch Simone legte ihm ihren Zeigefinger auf die Lippen. „Psst, nicht in die Trattoria. Nebenan, in das Restaurant. Das ist doch der beste Italiener der Stadt, oder nicht?“

„Ah, ja …“, entgegnete er. „Ich merke schon, die Dame kennt sich aus.“

„Genau“, bestätigte Simone. „Und ich habe Geschmack. Sonst würde ich auch gar nicht mit Ihnen ausgehen.“ Sie hakte sich bei ihm unter und so verließen sie den Fahrstuhl, gingen Arm in Arm durch das Foyer und verließen das Gebäude. Breiter blieb stehen, blickte zum Himmel und schlang mit einer Hand seinen Schal um den Hals. „Den lege ich jetzt mal wieder um …“, erklärte er mit leichter Ironie, „denn das Maribare-Restaurant ist ein piekfeiner Laden, da sind viele kreative und wichtige Menschen, da sollte man immer entsprechend gestylt sein.“ Er löste sich aus Simones Arm und schaute sie von oben bis unten an. „Sie haben ja Gott sei Dank diese edle Firmenkluft. Wenn Sie jetzt noch den Forer-Logo-Pin von Ihrem Jackett machen, sieht das doch echt nach Gucci, Prada oder Chanel aus.“ Simone lächelte und fingerte, während Breiter sie zum Parkplatz geleitete, an ihrer Kostümjacke und steckte den abgelösten Pin in die Tasche.

„Und Sie?“, fragte sie mit frechem Blick. „Sie behalten Ihre Taxifahrer-Jacke an, oder wie?“ Breiter hob beschwichtigend beide Hände: „Das ist eine dieser englisch-italienischen Edeljacken, meine liebste Simone. Das ist etwas ganz Exklusives. Die hatte ich schon, bevor die Firma so richtig bekannt wurde, weil ja mittlerweile die ganzen großen Filmstars damit herumlaufen. Aber keine Sorge, junge Frau. Ich weiß, was sich gehört.“

An seinem Auto angekommen, öffnete er den kleinen Kofferraum, holte aus einer dort abgestellten Sporttasche ein paar schwarze Slipper heraus und wechselte mitten auf dem Parkplatz die Schuhe. Dann zauberte er einen schwarzen Ledergürtel hervor, legte ihn der staunenden Simone über die Schulter, holte aus den Taschen seiner Lederjacke einige Utensilien und legte sie seiner mittlerweile völlig verdutzten Begleiterin in die Hände. Dann zog er die Lederjacke aus und stopfte sie in die Sporttasche. Den Deckel des Kofferraums klappte er zu, öffnete Simone die Beifahrertür, nahm ihr die Utensilien ab und half ihr beim Einsteigen. Schließlich ging er um den Wagen herum, zog ein über dem Fahrersitz hängendes dunkelblaues Sakko heraus und stopfte die vorher der Lederjacke entnommenen Sachen in die jeweiligen Taschen des Sakkos, hängte es wieder über den Sitz und ließ sich mit einem leichten Stöhnen in den Wagen fallen.

„Fertig?“, fragte Simone spöttisch.

„Noch nicht ganz“, antwortete er. „Jetzt wird es ernst. Schauen Sie bitte weg!“ Er nahm den über ihrer Schulter abgelegten Gürtel und zog ihn unter deutlichem Hervorheben seines Beckens in die Schlaufen seiner Hose. Dann öffnete er zum Erstaunen der aus den Augenwinkeln blinzelnden Simone den Reißverschluss seiner Hose und bemerkte dabei, dass sie geguckt hatte. „Ist manchmal anstrengend, korrekt zu sein“, sagte er lächelnd, stopfte sein Hemd in die Hose und schloss den Reißverschluss sowie den Gürtel. Mit einem tiefen Seufzer ließ er sich wieder in den Sitz fallen. „Fertig.“

„Darf ich wieder gucken?“, fragte Simone.

„Hast du doch sowieso getan“, entgegnete er und bemerkte, dass er sie geduzt hatte.

„Ach, sind wir schon so weit? Schon beim ‚Du‘, ja?“, entgegnete sie.

„Ja. Pardon. Das ist mir so rausgerutscht. Das mit dem Kuss können wir ja nachholen“, erklärte er mit einem entschuldigenden Augenaufschlag und merkte, wie sich seine durch das Gespräch mit Dr. Fischer doch arg in Mitleidenschaft gezogene Laune noch weiter verbesserte. Er atmete lächelnd tief durch, startete den Wagen und fuhr vom Parkplatz: „Greifen Sie doch mal bitte in das Handschuhfach und geben mir den Rasierer heraus.“

„Wie, jetzt doch wieder ‚Sie‘?“, fragte Simone und reichte ihm einen kleinen Elektrorasierer.

„Nee, Quatsch, ach, ich weiß auch nicht. Wer soll jetzt entscheiden, Sie oder ich?“, antwortete er.

„Sie sind ganz schön listig. Antworten mir und stellen gleichzeitig eine Frage. Aber gut, ich bin es gewohnt, Entscheidungen zu treffen. Also, da Sie ja bei Weitem der Ältere, und auch der Mann sind, entscheiden Sie.“ Simone machte eine ganz kleine Pause. „Oder ‚du‘?“, fügte sie mit sprudelndem Lachen hinzu.

Auch Breiter lachte befreit auf. Er schaltete den Rasierer ein und begann, sich während der Fahrt zu rasieren: „Das darf man, aber mit dem Handy telefonieren ist nicht erlaubt.“

„Hmmh“, entgegnete Simone. „War das jetzt die Antwort ob ‚du‘ oder ‚Sie‘?“

Breiter schaute kurz zu ihr herüber und rasierte sich weiter. „Kleinen Moment noch, bitte.“ Nach dem Rasieren strich er sich mehrfach über die Bartzone seines Gesichtes und reichte das Werkzeug zurück: „Du!“

Simone stutzte kurz, packte aber den Rasierer in das Handschuhfach. „Also, gut. Du. Und warum hat das so lange gedauert?“, wollte sie wissen.

„Ich musste mich erst glatt machen“, lautete seine Antwort.

„Und warum?“, fragte sie weiter.

„Wegen des Kusses“, entgegnete er und fügte hinzu: „Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Frauen lieber glatt rasierte Männer küssen als einen Stoppelacker.“

„Das stimmt“, bestätigte Simone „Jedenfalls geht mir das so. Also dann, auf das Du. Ich heiße Simone!“, sagte sie, beugte sich zu ihm herüber und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

„Jo, ich heiße Jo. Meinen Kuss gibt’s später, einverstanden?“

Simone lächelte. „Ich kann warten. Aber nicht so lange, bis ich so alt bin wie du.“ Dabei betonte sie das „alt“ ganz besonders. „Wie alt bist du eigentlich?“

Breiter schaute sie an. Gerade jetzt schoss ihm durch den Kopf, dass er aus seiner „alten Clique“ der Einzige war, der noch nie verheiratet gewesen war. Und auch seine letzte längere Beziehung lag schon viele Jahre zurück. Er schaute sie an und lächelte: „Warum fragst du?“

„Weil du vorhin von dir als älterem Herrn gesprochen hast. Und da wir uns jetzt schon seit fast einer Stunde und etwas näher als das sonst immer nur geäußerte ‚Guten Tag, mein Name ist Breiter, ich möchte zu Dr. Fischer‘ kennen und sogar schon beim Du sind, werde ich doch wohl fragen dürfen. Oder? Aber ich glaube, so alt bist du noch gar nicht. Jedenfalls nicht zu alt zum … Zum …“

Jo schmunzelte und fragte: „Magst du George Clooney?“

„Ja“, antwortete Simone wahrheitsgetreu.

„Und Brad Pitt?“, legte er nach. „Und Til Schweiger?“

„Eh, was soll das denn jetzt?“

„Diese momentan in den Medien so angesagte Herrenriege ist in etwa meine Altersklasse“, frotzelte er mit listigem Blick und bemerkte sofort, dass Simone doch etwas stutzte. „Keine Angst. Die sind über zehn Jahre älter als ich“, erklärte er lachend und schaute zu ihr herüber: „Und du? Übrigens, wir sind da. Da ist sogar ein Parkplatz.“

„Wie, und du? Soll ich dir jetzt sagen, wie alt ich bin? Das fragt man eine Dame aber nicht.“ Simone antwortete mit gespielter Entrüstung, während Breiter das Fahrzeug abstellte und ausstieg. Wieder blickte er zum Himmel, griff nach seinem Jackett und ging um den Wagen herum, um Simone, die selbst die Tür geöffnet hatte, beim Aussteigen aus dem sehr niedrigen Wagen behilflich zu sein. Sie bedankte sich mit einem Schmatz auf die Wange. „Und ich kriege bitte noch einen für das ‚Du‘!“, sagte sie und zeigte mit ihrem Zeigefinger auf ihre Wange.

Während Jo sie auf die Wange küssen wollte, drehte sie ihm blitzschnell das Gesicht zu, so dass sein Kuss direkt auf ihren Lippen landete, was bei Jo ein wohliges Gefühl auslöste. Es tat ihm richtig gut. „Mit allen Tricks, wie?“, sagte er und legte seinen Arm um ihre Schultern. Simone zog ihren Kopf ein und schaute ihn mit Unschuldsmiene an: „Ich habe diesen Gag mal als junges Mädchen gesehen und fand den ganz toll. Daran habe ich mich gerade erinnert. Schlimm?“ Er schloss mit der Fernbedienung das Auto und neigte kurz seinen Kopf an Simones Wange. So betraten sie das Lokal.

Doch statt wie sonst immer geradeaus in die Trattoria des Lokals zu gehen, bog Jo Breiter mit seiner Begleitung diesmal zur Überraschung des ihm gut bekannten Personals des Maribare in das mit zwei Sternen ausgezeichnete Restaurant ab.

* * *

Unterdessen packte Janina im Schlafzimmer der inzwischen bezogenen Hotelsuite einige Taschen aus, während Daniel im Wohnraum stand, aus dem Fenster blickte und telefonierte. „Die großen Koffer packe ich aus, wenn wir ein Haus gefunden haben!“, rief Janina. Daniel beendete sein Telefonat. Er trat zu ihr und gab ihr einen flüchtigen Kuss: „Was machen wir denn zum Abendessen? Ich habe einen Riesenhunger. Wollen wir irgendwo hingehen?“ Janina schüttelte den Kopf: „Bestell uns doch einfach was aufs Zimmer. Essen, ein bisschen Glotze und dann schlafen. Ich bin todmüde.“ Daniel griff zum Zimmertelefon und fragte: „Sandwich oder ’n Steak?“

Zögerlich antwortete Janina, die sich zum Essen eigentlich schon viel zu müde fühlte: „Für mich was Leichtes, ’nen großen Salat mit Pute. Nee, besser mit Thunfisch. Oder doch ’n Steak? Nee, Daniel, bestelle bitte was Kaltes für mich, einen Caesar’s Salad am besten. Dann kann ich erst noch einmal in die Wanne steigen.“ Während Daniel das Essen bestellte, ging Janina ins Bad, ließ Wasser in die große Designer-Wanne laufen und machte vor dem Waschbeckenspiegel ein ausführliches Gesichtspeeling. Danach legte sie sich mit einem „Endlich wieder zu Hause“ entspannt in die Wanne.

Sie genoss ihr ausgiebiges Bad und dachte an ihre Zukunft. „Endlich begreift er, um was es mir geht“, schmunzelte sie und malte sich ein geistiges Bild, in dem sie mit Daniel und zwei Kindern in einem Häuschen im Grünen lebte. Daniel saß im Wohnzimmer der Suite vor dem Fernseher, verfolgte gespannt die Wirtschaftsnachrichten eines amerikanischen Senders und verzehrte dabei sein riesiges T-Bone-Steak.

* * *

Währenddessen hatten Jo Breiter und Simone Herzog nur noch Augen für sich. Trotzdem schaute Breiter in die Speisekarte und besprach sich mit Simone, die ihr Exemplar mit den Worten „Ich esse, was auf den Tisch kommt“ dem ungeduldig am Tisch wartenden Kellner zurückgegeben hatte. „Einen kleinen Moment noch“, bedeutete Breiter mit einem entsprechenden Blick dem jungen, sehr gepflegten, dunkelhaarigen Mann, der sich daraufhin kurz verneigte und den Tisch wieder verließ.

„Isst du Austern?“, fragte Jo. Simone hatte ihn die ganze Zeit über genau beobachtet und festgestellt, dass seine dunkelbraunen Haare an einigen Stellen grau wurden, er eine Narbe an der Augenbraue sowie am Kinn hatte und, wie sie fand, über ein ganz liebes, braunes Augenpaar verfügte. Sie stützte ihre Ellbogen auf die Tischkante, legte ihr Kinn in die geöffneten Handflächen und beugte sich etwas vor. „Was hast du denn noch vor heute Abend?“, fragte sie. Breiter schaute überrascht über den oberen Rand der Speisekarte: „Was meinst du, was ich heute noch vorhabe? Was hat das mit den Austern zu tun?“

Simone schüttelte den Kopf. „Entschuldigung. Manchmal geht meine Fantasie mit mir durch.“ Listig schmunzelnd erklärte sie: „Ich habe einmal gelesen, dass Casanova, um, na, nennen wir es einmal so, besonders gut in Form zu kommen, Dutzende von Austern vertilgt haben soll.“

Breiter lachte zunächst laut auf, um sie dann gespielt entrüstetet zu fragen: „Simone! Wo bist du denn gerade mit deinen Gedanken?“

„Na ja, ich habe sehr viel über die damaligen Zeiten gelesen. Schließlich hatte ich ja mal angefangen, Literaturwissenschaft zu studieren. Kennst du eigentlich ‚Il Camerone‘ von Boccaccio? Da ging es wirklich zur Sache“, erklärte sie mit einem breiten Grinsen.

„Das sollten wir jetzt auch tun“, entgegnete Breiter. „Ich meine das auf das Essen bezogen“, fügte er hinzu und winkte dem Kellner. „Wir nehmen zunächst eine Flasche Mineralwasser und eine Flasche eiskalten Bianco di Toscana. Und dann bringen Sie uns bitte eine gemischte mediterrane Platte, also Austern, Scampi, Calamaretti und so weiter. Aber keine Muscheln.“ Der Kellner wiederholte lächelnd die Bestellung, schaute dabei immer wieder auf Simone, verneigte sich mit einem kurzen „Sehr gern“ und verließ mit einer Serviette wedelnd den Tisch.

„Zurück zum Thema.“ Breiter blickte ihm nach und ergriff wieder das Wort: „Ich kenne das ‚Decamerone‘ zwar nicht in allen Einzelheiten, aber das wurde doch schon im vierzehnten Jahrhundert geschrieben. Da musste der arme Casanova noch vierhundert Jahre warten, bis er seine Aktivitäten beginnen konnte.“

Während der Kellner das Wasser, den Wein und frisch gebackenes, noch warmes Ciabatta servierte, erzählte Jo einfach weiter. „Wir wollen das aber nicht alles überbewerten. Ich glaube, dass von Erzählung zu Erzählung immer wieder ein bisschen dazu gedichtet wurde.“ Er probierte den Wein und nickte dem Kellner anerkennend zu. „Klasse. Große Klasse. Vielen Dank.“ Dann hob er sein Glas und stieß mit Simone an. Ein zweiter Kellner servierte jetzt eine Platte, auf der Austern, verschieden große Scampi sowie einige kleine, gegrillte Tintenfische sehr appetitlich angerichtet waren. Breiter lachte beim Anblick der Speisen laut auf, schaffte es aber noch, den Kellnern zumindest mit Blicken und Kopfnicken zu danken.

„Was ist?“, fragte Simone neugierig.

„Ich musste gerade an etwas denken“, wiegelte er ab, doch Simone ließ nicht locker, sodass Jo erzählte: „Also, Kai, ein Freund von mir, hat mal die Episode erzählt, dass er an einem Abend zwölf Austern gegessen hätte, aber dass anschließend nur zwei davon gewirkt hätten.“

„Na immerhin“, sagte Simone und lächelte ihn an, während er zum Essen griff. „Lass es dir schmecken, Simone. Und vielen Dank für deine Spontaneität.“ Auch Simone griff zu der Platte, nahm sich einen Scampi und drehte mit geschickten Bewegungen das leckere Fleisch aus der Schale. Sie betrachtete es kurz und schob es mit einem langen „Hmmmh, ist das lecker“ in den Mund. Breiter schlürfte die erste Auster. „Wirklich lecker“, befand er.

Mit zunehmender Dauer des Essens ging es in ihrer Unterhaltung nur noch um das Thema erotische Literatur. Nach „Decamerone“ und „Casanova“ sprachen sie über Werke wie „Lady Chatterley“ und „Fanny Hill“, über Henri Miller und Charles Bukowski, aber auch über Autorinnen wie Anaïs Nin und Erica Jong, die auf diesem Gebiet zu echtem Weltruhm gelangt sind und endeten bei den Erfolgen von „Shades of Grey“.

„Fisch oder Fleisch als Hauptgang?“, fragte Breiter dann.

„Ich möchte gern eine leckere Portion Nudeln mit frischen Trüffeln“, antwortete Simone. „Obwohl, das ist ja eigentlich ein Männeressen. Oh Mann …“, kicherte sie schon leicht beschwipst, „… wo das wohl noch alles hinführt. Austern, Wein, Trüffel …“

„Gute Idee, nehme ich auch“, sagte Jo und entschied: „Aber dazu schmeckt ein Rotwein besser.“

Kaum hatte er seine Äußerungen in Richtung Simone beendet, war der Kellner am Tisch und Breiter bestellte die Nudeln und dazu eine Flasche Amarone.

„Wie, noch ’ne ganze Flasche?“, fragte Simone. „Wir müssen sie ja nicht austrinken.“ entgegnete Jo. „Wir kommen einfach wieder und trinken sie dann.“ Simone nippte zur Abwechslung an ihrem Wasserglas und nickte ihm zu.

Nachdem sie ihre in einem großen Käselaib gewendeten Spaghetti mit den frisch darüber gehobelten Trüffeln gegessen hatten, war auch die Rotweinflasche leer. „Das reicht jetzt aber“, entschied Simone. „Wir sollten jetzt gehen. Ich bin schon so weit.“ Jo stutzte etwas und schaute sie an. „Ich bin gleich wieder da“, sagte er und machte beim Aufstehen eine leichte Verbeugung in ihre Richtung. Diese kleine Geste hinterließ bei Simone großen Eindruck. So ein Verhalten kennt man ja nur noch aus Büchern, sagte sie sich und dachte an ihre letzten Dates.

Jo ging zu dem hinter der Bar stehenden Kellner: „Ich zahle hier bei Ihnen, ja?“ Der Ober nickte. Jo ging, während der Kellner auf der Computerkasse tippte, kurz zur Toilette und beglich danach am Tresen die Rechnung. „Darf ich noch ein Digestif auf Kosten des Hauses servieren?“, fragte der Kellner und bedankte sich für das Trinkgeld. „Nächstes Mal gern, für heute reicht es aber, vielen Dank. Wenn Sie uns allerdings ein Taxi rufen würden, wäre ich Ihnen sehr dankbar“, sagte Jo und beobachtete, wie sich Simone von ihrem Stuhl erhob und mit schnellen Schritten hinter einer Tür verschwand, an deren Rahmen eine tanzende Ballerina angebracht war. Jo unterhielt sich noch kurz mit Mario, dem Chef des Maribare, der aus der Trattoria herübergekommen war, um ihn zu verabschieden.

Nachdem Simone ihren Besuch im Damenbereich des Restaurants abgeschlossen hatte, verließen sie das Lokal. „Bringst du mich bitte nach Hause?“, fragte sie und legte ihren Kopf auf seine Schulter. „Das Taxi steht schon da“, zeigte Jo und half Simone beim Einsteigen.

„Und? Wohin?“, fragte der Taxifahrer mit Blick in den Rückspiegel. „In die Sierichstraße“, nuschelte Simone. „Na dann, ab dafür“, sagte Jo.

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