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Entfesselte Leidenschaft

Fredrica Alleyn

ENTFESSELTE
LEIDENSCHAFT

Erotischer Roman

Aus dem britischen Englisch von
Anna Wichmann

1

Kristina Masterton hob die neueste Ausgabe der Publishing News hoch und musterte die Titelseite. »Kristina schlägt sie alle« lautete die Schlagzeile, und darunter stand eine präzise, wenngleich wenig schmeichelhafte Beschreibung der Art und Weise, wie sie die Auktion für Martin Templars neuesten Thriller für sich entschieden hatte. »Die attraktive Kristina sagte, sie sei ›sehr zufrieden‹ mit dem Verlauf. Da fragt man sich allerdings, was es braucht, um sie glücklich zu machen …«

Seufzend legte Kristina die Zeitschrift auf ihren Schreibtisch und lehnte sich auf ihrem Stuhl zurück. Der Artikel war fair geschrieben und mit einem sehr schmeichelhaften Foto von ihr versehen, und auch wenn die Kommentare leichte Spitzen enthielten, wusste sie doch, dass sie der Wahrheit entsprachen.

Sie versuchte, sich daran zu erinnern, wann sie zum letzten Mal richtig glücklich war. Laut der Zeitschriften und Zeitungen war sie eine junge Geschäftsfrau, die im Alter von sechsundzwanzig Jahren bereits alles erreicht hatte. Bei ihren Buchverträgen hängte sie sich richtig rein, um für ihre Klienten das Beste rauszuschlagen, aber das war nun mal der Job einer Literaturagentin, außerdem wäre es unverzeihlich, das nicht zu tun. Warum genau sie derart erfolgreich war, wusste sie selbst nicht genau, sie tippte jedoch auf eine Kombination aus Glück und harter Arbeit.

Ihr war klar, dass sie Glück hatte und erfolgreich war, und sie wusste ebenfalls mit schmerzhafter Klarheit, dass sie bei Weitem nicht »alles hatte«, und genau das war das Hauptproblem. Irgendetwas fehlte in ihrem Leben, doch bis jetzt hatte sie noch nicht herausgefunden, was das war.

Sie war seit vier Jahren mit Ben zusammen, einem Werbetexter, mit dem sie in einem hübschen kleinen Haus in Chelsea lebte, das sie ihren Vorstellungen entsprechend eingerichtet hatte. Ben war sehr entspannt, und da sie klare Linien und neutrale, beruhigende Farben mochte, konnte er sich ihrer Meinung nach auch nicht beschweren. Er hatte ein schönes Zuhause, in das er abends heimkehren konnte, und im Laufe ihrer gemeinsamen vier Jahre hatten sie ein angenehmes Sexualleben entwickelt, das sie beide befriedigte. Der Sex spielte in ihrem Leben allerdings keine so große Rolle mehr wie früher, aber nach vier Jahren war das vermutlich bei den meisten Paaren so.

Ihr Telefon klingelte, und sie nahm den Anruf an und war dankbar für die Unterbrechung. Es überraschte sie, dass der Gedanke an ihr Sexualleben mit Ben sie ein wenig deprimierte, und mit dieser Erkenntnis wollte sie sich momentan lieber nicht beschäftigen.

»Kristina? Hi, hier ist Lucretia. Hast du ein paar Minuten Zeit für mich? Ich sitze gerade ziemlich in der Klemme.«

Kristina legte die Finger enger um den Telefonhörer. Lucretia war eine ihrer erfolgreichsten Autorinnen. Sie schrieb heiße Romanzen, produzierte zwei Bücher pro Jahr, die sich auf der ganzen Welt sehr gut verkauften, aber sie war auch ein schwieriger Mensch. In dem Augenblick, in dem ihre Finger über der Tastatur zum Stillstand kamen, rief sie Kristina auch schon an, um sich über ihre Schreibblockade zu beschweren, und war stets felsenfest davon überzeugt, dass sie nie wieder auf der Bestsellerliste stehen würde. Nach einem halbstündigen Telefonat ging sie dann mit beruhigtem Ego und aufgepäppeltem Selbstbewusstsein wieder an ihren Computer und schrieb ein weiteres Kapitel für ihre Leser, die sie vergötterten, während Kristina nach dem Gespräch ausgelaugt und erschöpft war.

»Aber natürlich, Lucretia, du weißt doch, dass ich immer für dich da bin«, sagte Kristina in ihrer beruhigendsten Stimmlage und starrte aus dem Bürofenster, während sie sich die übliche Litanei anhören musste. Hin und wieder murmelte sie »Natürlich kannst du das« oder »Aber du weißt doch, wie sehr dich alle lieben« ins Telefon und ließ ihre Gedanken ansonsten schweifen.

Wenn sie wirklich »alles hätte«, dann müsste sie doch glücklich sein, dachte sie. Warum wachte sie dann jeden Morgen leicht verärgert auf und musste sich zwingen, ins Büro zu gehen? Früher hatte sie jeden Tag begeistert in Angriff genommen und war bereit, »alle zu schlagen«, wie es The Publishing News ausgedrückt hatte. Aber sie liebte ihre Arbeit noch immer und genoss den Adrenalinrausch, wenn sie mal wieder die Auktion für ein heiß umkämpftes Buch gewann. Was war dann ihr Problem?

»Glaubst du, dass das funktionieren würde, Kristina?«, fragte Lucretia vorsichtig.

Kristina stellte schuldbewusst fest, dass sie keine Ahnung hatte, was ihre Klientin gerade gesagt hatte. »Aber natürlich, Cretia«, erwiderte sie freundlich. »Du musst deinen Instinkten vertrauen. Du weißt doch, dass du letzten Endes immer recht behalten hast. Das sollten dir allein deine Verkaufszahlen sagen!«

»Du bist ein Engel«, meinte Lucretia begeistert. »Ich wüsste nicht, was ich ohne dich tun würde. Dann mache ich mich gleich wieder an die Arbeit, und ich verspreche dir, dass du in meiner Danksagung an erster Stelle auftauchen wirst.«

»Das ist doch nicht nötig!«, entgegnete Kristina lachend, die genau wusste, dass das nicht passieren würde, da sie dieses Versprechen schon öfter gehört hatte, ohne dass es jemals eingehalten wurde. »Es ist schließlich mein Job, dir Ratschläge zu geben.«

»Ich hoffe doch, dass es mehr als nur dein Job ist«, erwiderte Lucretia. »Ich sehe dich eher als meine bessere Hälfte, als meine Quelle der Weisheit.«

»Das ist sehr nett von dir, entspricht aber nicht der Wahrheit. Du machst das alles ganz allein, und das weißt du auch, aber wenn ich dir in irgendeiner Weise helfen kann, dann tue ich das sehr gern. Ich muss jetzt allerdings auflegen, da ich einen Anruf auf der anderen Leitung bekomme. Wir sprechen uns bald wieder.«

Sehr erleichtert beendete sie das Gespräch. Manchmal fragte sie sich bei diesen Gesprächen mit Lucretia, wie diese Frau es nur schaffte, sich so gut zu verkaufen. Aber in ihren Büchern konnte sie sich deutlich besser ausdrücken als am Telefon, wo sie nur mit schauderhaften Klischees um sich warf.

»Hör auf damit!«, schimpfte Kristina laut. »Du bist gemein und unhöflich, dabei gibt es überhaupt keinen Grund dafür. Es ist nicht ihre Schuld, dass du so schlechte Laune hast. Sie ist eine nette Frau, die hart arbeitet und all das Geld, das sie bekommt, auch verdient hat.«

»Um wen geht es gerade?«, erkundigte sich Kristinas Assistentin, die gerade mit einem Kaffee für ihre Chefin das Büro betrat.

»Um Lucretia Forrest.«

Sue lachte. »Niemand hat so viel Geld verdient. Geht es dir gut?«, fügte sie hinzu. »Du siehst ziemlich müde aus.«

»Gesundheitlich geht es mir gut, danke der Nachfrage. Aber manchmal frage ich mich, was das alles eigentlich soll. Hast du auch hin und wieder solche Tage, Sue?«

Sue, die neunzehn war und seit zwei Jahren für Kristina arbeitete, schüttelte den Kopf. »Eigentlich nicht. Das Leben macht Spaß. Ich liebe meinen Job, und ich liebe David. Im Moment kann ich mir eigentlich nichts Besseres wünschen. Vergiss nicht, Claire Websters Verlag wegen des Schutzumschlags für ihr neues Buch anzurufen. Sie hat mich heute schon zweimal angerufen, um nachzufragen, ob es dir gelungen ist, sie davon zu überzeugen, dass die neue Version kitschig und nicht etwa einprägsam wirkt.«

»Klar, das mache ich gleich. Ich hatte es vergessen, werde mich aber sofort darum kümmern. Und danke, Sue.«

»Wofür denn?«

»Dafür, dass du mich in die richtige Richtung geschubst hast«, antwortete Kristina lächelnd.

Sue sah sie überrascht an. »Aber dafür bin ich doch da, und ich weiß, dass Buchumschläge nicht besonders weit oben auf deiner Prioritätenliste stehen.«

Nachdem ihre Assistentin gegangen war, drehte Kristina ihren Bürostuhl herum und blickte auf die Londoner Skyline hinaus. Mit ihrem Dank hatte sie sich zwar nicht auf den Buchumschlag bezogen, aber das musste Sue ja nicht unbedingt wissen. Nein, Sue hatte sie dazu gebracht, sich einer eher unangenehmen Tatsache zu stellen. Sie hatte sich an Ben gewöhnt und sie führten ein bequemes Leben, aber soeben war ihr klar geworden, dass sie niemals so wie Sue eben behaupten konnte, sie würde ihren Freund lieben. »Habe ich das jemals getan?«, fragte sie sich laut und griff nach dem Telefon.

Dann erklärte sie dem Verleger von Claires neuestem Buch haarklein, dass der geplante Schutzumschlag die Verkäufe um etwa fünfundzwanzig Prozent verringern würde. Anschließend stellte sie sich dem Rest dieses wieder mal hektischen Tages und fand nicht mehr die Zeit, über ihre Erkenntnis nachzudenken, aber diese wurde nur vorübergehend beiseitegeschoben und keineswegs komplett verworfen. Schließlich erklärte diese Tatsache, warum sie, anders als in den Artikeln behauptet wurde, doch nicht alles hatte.

Als sie um sieben zu Hause ankam, war Ben bereits da. Er hatte sich umgezogen und stand jetzt in Jeans und Poloshirt am Herd und rührte in einem Wok. Sonst wäre sie erleichtert gewesen, dass sie nicht kochen musste, aber an diesem Abend war sie irgendwie genervt, als sie ihn derart zufrieden beim Kochen antraf.

»Ich war heute mit dem Kochen dran«, bemerkte sie, als sie ihren beigefarbenen Kaschmirmantel an die Garderobe hängte.

Ben nickte. »Ich weiß, aber ich war schon früh zu Hause und hatte keine Lust zu warten, da du offenbar später kommen würdest.«

»Ich habe auf dem Heimweg frische Nudeln gekauft. Außerdem habe ich eine Ewigkeit gebraucht, um die Zutaten für die Soße auszusuchen, und …«

»Dann essen wir das eben morgen«, unterbrach Ben sie. »Was ist denn los? Hattest du einen schlimmen Tag bei der Arbeit?«

»Wir können sie nicht morgen essen, weil wir mit Jacqueline und William verabredet sind. Hast du das etwa vergessen?«, sagte Kristina mürrisch.

»Okay, dann wirf die Nudeln eben weg. Das ist doch kein Drama, oder? Warum gehen wir überhaupt mit ihnen aus? Gibt es einen Geburtstag oder eine Beförderung zu feiern?«

»Nicht dass ich wüsste«, gestand Kristina und bereute es bereits, dass sie Ben so angefahren hatte, wo er ihr doch nur behilflich sein wollte. Immerhin verlangten Frauen im ganzen Land nach dem »neuen Mann«, mit dem sie sich die Haushaltspflichten fair teilen konnten, um in der Beziehung gleichberechtigte Partner zu sein. Wieso beschwerte sie sich dann darüber, dass sie genau so einen Mann zu Hause hatte? Weil es nicht das ist, was du willst, murmelte eine leise Stimme in ihrem Kopf.

»Warum dann?«, beharrte Ben und nahm die vorgewärmten Teller aus dem Ofen, um das Essen schnell und effizient zu servieren.

»Ich vermute fast, dass sie ihre Verlobung bekannt geben wollen«, antwortete Kristina. »Jackie hat zwar nichts Derartiges erwähnt, aber am Telefon klang sie sehr zufrieden, und sie wohnen ja inzwischen auch schon fünf Jahre zusammen. Da ist die Hochzeit doch der nächste logische Schritt.«

»Das stimmt auch wieder«, meinte Ben und warf ihr einen bedeutungsschwangeren Blick zu.

»Trotzdem würde es mich überraschen«, fuhr Kristina schnell fort. »Ich habe eigentlich nicht mehr damit gerechnet, da Jackie eher gegen die Ehe ist, so wie ich. Wir haben uns immer gefragt, warum man etwas ändern soll, das doch gut funktioniert.«

»Ich bin mir in der Beziehung nicht mehr so sicher«, sagte Ben.

»Mach doch schon mal den Wein auf«, schlug Kristina rasch vor. »Das Essen sieht köstlich aus, Ben. Vermutlich bin ich deshalb so hochgegangen, als ich reingekommen bin. Ich musste mir mal wieder eingestehen, dass du viel besser kochen kannst als ich!« Ben grinste zufrieden und leugnete es nicht. Trotzdem ärgerte sich Kristina darüber. Er war wirklich ein besserer Koch als sie, aber das musste er ja nicht sofort zugeben.

Später an diesem Abend lag Kristina mit einem Manuskript auf dem Sofa, das ihr unaufgefordert zugeschickt und von einem ihrer freiberuflichen Testleser angepriesen worden war, als Ben auf einmal neben ihr Platz nahm.

»Hattest du einen harten Tag?«, wollte er wissen.

Sie wusste genau, was er damit meinte. »Eigentlich nicht«, antwortete sie.

»Wie wäre es dann, wenn wir heute früh ins Bett gehen?«, schlug er vor und küsste ihren Hals. Er küsste sie immer seitlich auf den Hals, wenn er mit ihr schlafen wollte.

Sie legte das Manuskript zur Seite. »Das ist eine gute Idee.«

Sofort streckte Ben die Hände aus, um ihr beim Aufstehen zu helfen. Kristina sah zu ihm auf. »Warum tun wir es nicht hier?«

»Das Sofa ist so unbequem, da ist mir das Bett lieber«, protestierte er. »Bei dir ist es etwas anderes, aber du bist ja auch nicht so groß wie ich.«

Sie hatte schon vorher gewusst, dass er damit nicht einverstanden sein würde, aber sie wollte zur Abwechslung mal etwas ausprobieren, etwas Aufregenderes als ihr routiniertes Liebesspiel, nach dem sie in letzter Zeit immer etwas unbefriedigt zurückblieb. »Dann vielleicht im Bad? Auf dem neuen Teppich! Da ist genug Platz.«

»Wir haben doch ein sehr schönes Bett«, beharrte Ben.

»Ich möchte aber im Bad mit dir schlafen«, forderte Kristina.

»Na gut«, stimmte Ben widerwillig zu. Sie hatte gewusst, dass er dieses Mal nachgeben würde.

Im Bad zog sie ihn rasch aus, öffnete den Reißverschluss seiner Hose und zog sie ihm über die Hüften und bis auf die Füße herunter. Vorsichtig holte sie seinen erigierten Penis aus seinem Slip mit Eingriff, um ihn in den Mund zu nehmen und zärtlich daran zu saugen, während sie mit den Händen an seinen Beinen entlangstrich. Er seufzte vor Wonne, legte die Hände auf ihre Schultern und streichelte mit den Fingern sanft ihren Nacken und ihre Kopfhaut.

Als er ganz erigiert und steinhart war, entkleidete sich Kristina langsam. Sie presste die Brüste an seine Brust und drehte den Oberkörper, sodass ihre Brustwarzen über sein Brusthaar rieben und hart wurden.

Ben griff nach ihr, legte die Hände auf ihre Pobacken und zog sie an sich. Sie ließen sich langsam auf den Boden sinken. Er lag unter ihr, so wie sie es am liebsten hatte, und als sie über ihm kniete, strich seine Eichel über ihr Schamhaar. Ben riss aufgeregt die Augen auf und versuchte, sie sofort nach unten zu ziehen und in sie einzudringen.

»Noch nicht«, erklärte Kristina entschieden, um dann enttäuscht festzustellen, dass Ben ihr wie immer gehorchte. Sie wusste nicht, warum sie überhaupt so unzufrieden mit seinem Verhalten war. Sie wussten beide, dass sie gern die Kontrolle übernahm, was sie gleichermaßen erregte, aber auf einmal wünschte sie sich, sie würden aus diesen Rollen ausbrechen, die sich selbst auferlegt hatten. Sie wollte, dass er sie packte und zwang, sich auf seine Erektion zu setzen, dass er ihre Hüften festhielt und sie schnell und heftig auf und ab bewegte, bis sie beide in einer alles umfassenden Explosion kamen.

Aber das geschah nicht. Wie üblich neckte und lockte sie ihn, ließ sich weit genug sinken, bis seine Eichel gerade so in ihre warme, feuchte Vagina eindrang, um sich dann doch wieder etwas weiter nach oben zu bewegen. Sie änderte die Position und legte sich längs auf ihn, um sich an seinem nackten Körper zu reiben, wodurch die Unterseite seiner Eichel ihre Klitoris stimulierte und er beinahe zu früh kam, aber er versuchte trotzdem nicht, sie davon abzuhalten und die Initiative zu ergreifen.

»Möchtest du, dass ich an deinen Brustwarzen sauge?«, murmelte er, und schon wieder stieg diese absurde Verärgerung in Kristina auf. Das musste er doch nach all dieser Zeit nun wirklich nicht mehr fragen, dachte sie. Er kannte ihren Körper in- und auswendig und wusste genau, was sie mochte und was nicht, warum fragte er das dann noch?

»Ja«, stieß sie mit zusammengebissenen Zähnen hervor, und als sich sein Mund um die kleine, blassrosafarbene Erhebung schloss, überkam sie die vertraute Woge der Lust, als sich ihr Höhepunkt langsam aufbaute.

Ben knetete dabei ihre Pobacken und streichelte sie, bevor er eine Hand zwischen ihre Körper schob und ihre Klitoris streichelte, bis sie leise aufschrie und spürte, wie sich alles in ihr zusammenzog.

Sie war schon kurz vor dem Orgasmus, als sie sich endlich von ihm erhob und auf seinen inzwischen schon schmerzhaft steifen Penis setzte. Schon gewann ihre Lust die Oberhand, und sie warf den Kopf in den Nacken und ritt ihn, ohne dabei an seine Wünsche und Bedürfnisse zu denken. Alles, was sie noch interessierte, war der immer intensiver werdende Druck, der sich in ihrem Bauch sammelte und dafür sorgte, dass sich ihr Innerstes in einen harten Knoten verwandelte, der sich nur durch einen Höhepunkt wieder auflösen lassen würde.

»Ich komme gleich«, stieß Ben stöhnend hervor und verzog vor Anstrengung das Gesicht.

»Warte nur noch einen Moment«, flehte ihn Kristina an, und dann hatte sie den Gipfel endlich erklommen und die wundervolle Hitzewoge überschwemmte ihren Körper. Sie schrie lustvoll auf, und nur Sekunden später war auch Bens Schrei zu hören, der unter ihr zuckte und einen noch intensiveren Orgasmus erlebte, nachdem er sich derart hatte zusammenreißen müssen.

»So«, meinte er grinsend. »Das war gut, nicht wahr?«

Kristina stieg von ihm herunter, legte sich auf den weichen Teppich und spürte, wie die langen Wollfäden ihre noch immer kribbelnde Haut kitzelten. »Ja«, stimmte sie ihm zu. »Das war super.« Doch das war gelogen. Anders als das Manuskript, das sie zuvor gelesen hatte, waren hier weder Flair noch Originalität vorhanden gewesen. Das Problem dabei war nur, dass sich Kristina ihrer Meinung nach selbst die Schuld dafür geben musste.

Am folgenden Abend kam Ben später nach Hause, und als er endlich eintraf, hatte Kristina bereits drei Outfits für diesen Abend anprobiert und wieder verworfen und suchte in ihrem Schrank panisch nach etwas, das ihrer Stimmung entsprach. Ein schwarzes Kleid mit einem Schleier wäre angemessen, dachte sie mit schiefem Grinsen.

»Kann ich noch duschen?«, fragte Ben, der sich hinter sie stellte und die Hände um ihre nackte Taille legte.

»Wenn du dich beeilst. Lass das, Ben, ich versuche nachzudenken.«

»Lass mich dich ablenken«, murmelte er und küsste ihren Nacken.

Kristina hätte ihn am liebsten angeschrien. »Bitte beeil dich, Ben, und geh fix duschen. Wenn sie wirklich ihre Verlobung feiern, dürfen wir nicht zu spät kommen.«

»Das ist nur deine Schuld«, erwiderte Ben und klang dabei ein wenig verstimmt. »Du stehst hier halb nackt in der Gegend rum und erwartest, dass ich das einfach ignoriere. Dabei bin ich auch nur ein Mensch.«

»Mir war gar nicht klar, dass ich unwiderstehlich bin«, konterte sie und bereute gleichzeitig, dass sie ihn in den letzten Tagen immer wieder angefahren hatte.

»Für mich bist du das aber«, erklärte er, entkleidete sich und ging unter die Dusche. Kristina hätte zu gern gewusst, wie andere Männer die Sache sahen.

Sie stand vor dem Ganzkörperspiegel und musterte sich kritisch. Ihr war natürlich bewusst, dass sie sehr gut aussah, doch das lag vor allem an der ungewöhnlichen Kombination aus ihrer Haar- und Hautfarbe und weniger an irgendwelchen herausragenden besonderen Eigenschaften. Ihr Haar war sehr dunkel und von Natur aus gelockt. Ohne dass sie sich Mühe geben musste, sah es gleichzeitig sexy, zerzaust und lässig aus, aber unter ihren ebenso dunklen Augenbrauen hatte sie tiefblaue Augen, und ihre Haut war sehr blass und wirkte wie feinstes Porzellan.

Sie war mit ihren ein Meter siebzig recht groß und außerdem schlank, aber sie fand ihren Busen zu klein und ihren Hintern zu dick. Die Tatsache, dass Männer sie immer als sexy bezeichneten und dass es ihr noch nie an Bewunderern gefehlt hatte, war leider nie in das Selbstbewusstsein umgeschlagen, das sie ihrer Meinung nach ob ihres Aussehens haben sollte. Schließlich wäre sie viel lieber eine kühle Blondine mit hohen Wangenknochen, einer großartigen Figur und Brüsten, die sie in tief ausgeschnittenen Kleidern zur Geltung bringen konnte. Eigentlich hätte sie am liebsten so ausgesehen wie Jacqueline.

Zu guter Letzt entschied sie sich für ein tannengrünes Etuikleid, über das sie eine asymmetrisch geschnittene Spitzentunika anzog. Das Outfit umschmeichelte ihren Körper wie eine zweite Haut, und der tiefe Ausschnitt sowie die langen Ärmel der Tunika lenkten ein wenig davon ab, dass sie sehr schlank war, und ließen sie ihrer Ansicht nach eher interessant aussehen. Nicht dass ihr das an diesem Abend viel bringen würde. Sie kannte William jetzt seit fünf Jahren und Jacqueline seit zwölf. Keiner der beiden würde sie mehr als eines beiläufigen Blickes würdigen, aber aus irgendeinem Grund hatte sie das Gefühl, etwas ändern und sich mehr anstrengen zu müssen, um aus dem üblichen Trott auszubrechen. Selbst wenn dieser Trott nicht einmal durch und durch langweilig war, so wollte sie doch etwas anderes.

»Hey, ist das nicht ein bisschen übertrieben?«, fragte Ben, als er aus der Dusche kam und sich anzog. »Wir gehen doch nur in ein Bistro.«

»Mir war aber danach, mich aufzubrezeln.«

»Du siehst unglaublich heiß aus«, gab er zu. »Haben wir wirklich keine Zeit mehr für einen Quickie?«

»Definitiv nicht«, erwiderte sie entschlossen. Quickies mit Ben hatten ihr noch nie Spaß gemacht. Das war in etwa so, als hätte man einen Riesenhunger und bekäme dann eine Schüssel mit einer wässrigen Suppe, für die man auch noch dankbar sein sollte. »Ich bin mal gespannt, wann sie heiraten wollen«, meinte sie, als sie in Bens Wagen stiegen. »Vermutlich diesen Sommer. Sommerhochzeiten sind immer so schön.«

»Höre ich da etwa einen nachdenklichen Unterton heraus?«, fragte Ben grinsend.

»Natürlich nicht«, antwortete Kristina schneidend, und Ben verbrachte den Rest der Fahrt in verletztem Schweigen.

Das Restaurant war sehr voll, daher dauerte es einige Augenblicke, bis sie Jacqueline gefunden hatten, aber schließlich entdeckte Kristina die sehr blonden Haare ihrer Freundin im hinteren Teil des Raumes und winkte. Jacqueline winkte zurück, und Kristina schoss durch den Kopf, dass sie ihre Freundin noch nie so glücklich gesehen hatte. »Da sind sie«, sagte sie zu Ben.

»Wo?«

»Da drüben am Fenster. Jackie trägt ihr Haar jetzt kurz. Sieht das nicht super aus?«

»Ja, allerdings. Und William scheint eine Kopftransplantation hinter sich zu haben«, fügte er leise hinzu.

»Eine was?«, hakte Kristina nach, während sie sich dem Tisch näherten, aber noch bevor Ben antworten konnte, waren sie da und Kristina wusste auf einmal, was er gemeint hatte, da es sich bei dem Mann neben Jacqueline gar nicht um William, sondern um einen völlig Fremden handelte.

Jacqueline strahlte Kristina an. »Ich dachte schon, du hättest es vergessen, da du sonst nicht so spät kommst. Laurence, darf ich dir meine älteste Freundin Kristina und ihren Freund Ben vorstellen? Kristina, Ben, das ist Laurence van Kitson.«

Laurence stand auf, und da er Ben überragte, musste er Kristinas Einschätzung nach wenigstens einen Meter neunzig groß sein. Überdies war er sehr gut gebaut. Er hatte ebenso blondes Haar wie Jacqueline, und sein kantiges Gesicht war leicht gebräunt. Seine hellblauen Augen schienen Kristina bis in die Seele zu blicken, und sie erschauerte leicht, als sie etwas überkam, das sie an Angst erinnerte.

Er reichte ihr seine große Hand, aber als sie sie ergriff, drückte er ihre Hand überraschend sanft und schon beinahe zärtlich. »Freut mich, Sie kennenzulernen«, sagte er, und sie erkannte, dass er Südafrikaner war, was sowohl seinen Namen als auch seine Hautfarbe erklärte.

»Wer ist das?«, flüsterte Ben ihr zu, als sie sich setzten.

»Keine Ahnung«, erwiderte Kristina ebenso leise.

»Dann wird das hier wohl doch keine Verlobungsfeier«, murmelte er, und Jackies Strahlen und die Art, wie sie Laurence anlächelte, verrieten Kristina, dass er damit recht hatte. William war offenbar Schnee von gestern.

»Wundervolles Outfit«, sagte sie zu Jacqueline, die einen Hosenanzug in einem hellen Lilaton trug, der aus einer Art Damaststoff zu bestehen schien. Die lange Tunika mit Seitenschlitzen und spitzen Ärmeln war ausgesprochen weich und schmeichelhaft, sodass sie sich sehr von den eng anliegenden Kleidern und Hosenanzügen unterschied, die ihre Freundin sonst trug. Als sie Jackie jetzt genauer in Augenschein nahm, stellte sie fest, dass sie an diesem Abend sehr viel sanfter und entspannter aussah, als Kristina sie je erlebt hatte.

»Sollen wir bestellen?«, erkundigte sich Laurence.

Bevor einer der anderen etwas erwidern konnte, schnippte er mit den Fingern, und im nächsten Augenblick tauchte auch schon ein Kellner an ihrem Tisch auf, obwohl das Restaurant sehr voll war und die Angestellten viel zu tun hatten.

Kristina fühlte sich völlig überrumpelt. Das lag nicht nur an der Tatsache, dass William nicht anwesend war, sondern auch daran, dass sich Jacqueline derart verändert zu haben schien und dass dieser Laurence offensichtlich glaubte, hier das Sagen zu haben, obwohl er ihr und Ben heute zum ersten Mal begegnete.

»Ich nehme die Melone als Vorspeise und dann den Lachs«, erklärte er bestimmt.

»Und die junge Dame?«, erkundigte sich der Kellner und musterte Jacqueline genüsslich.

»Sie nimmt das Gleiche«, erwiderte Laurence eloquent.

Kristina starrte ihn erstaunt an. William hätte nie für Jackie bestellt, ohne vorher mit ihr Rücksprache zu halten, aber erstaunlicherweise lächelte Jackie weiterhin glücklich und schien nicht der Ansicht zu sein, dass Laurence etwas Ungewöhnliches getan hätte.

»Ich hätte gern die Gemüsesuppe und danach das Bœuf Stroganoff«, sagte Kristina nach einer kurzen Pause. »Was ist mit dir, Ben?« Ben entschied sich auch für eine Suppe, gefolgt von einer Mandelforelle, und danach ließ sie der Kellner wieder allein, damit sie die Weinkarte studieren konnten.

»Irgendwelche Vorlieben?«, fragte Laurence an Ben gewandt, der mit den Achseln zuckte. »Eigentlich nicht. Nur keinen zu süßen Wein.«

»Ich hätte gern einen Chardonnay«, sagte Kristina spitz.

Laurence sah ihr ins Gesicht. »Dann sollst du einen Chardonnay bekommen, Kristina! Jackie und ich teilen uns einen Sauvignon.«

Kristina hätte am liebsten laut aufgelacht. Jetzt hatte er aber wirklich danebengegriffen. Jacqueline liebte Chardonnay und konnte sogar problemlos eine ganze Flasche leeren. Sie hatte schon immer gesagt, dass dies nicht nur ihr Lieblingsgetränk, sondern auch ihre Leibspeise wäre.

»Hast du das gehört, Jackie?«, fragte Kristina. »Laurence denkt, dass du gern einen Sauvignon hättest.«

»Das wäre perfekt«, stimmt Jacqueline ihm zu, und Laurence legte seine Hand auf ihre, wobei sein Griff so aussah, als wolle er sie festhalten und Besitz von ihr ergreifen. Kristinas Magen zog sich zusammen, und sie fragte sich, was in aller Welt bei dem Paar, das ihnen gegenübersaß, eigentlich vor sich ging. Die beiden waren ganz offensichtlich verliebt, aber wie hatten sie sich kennengelernt und was für eine Beziehung führten sie?

Bei William war Jackie im Grunde genommen die Dominierende gewesen, und ebenso wie Kristina hatte sie auf diese Weise immer ihre Beziehungen geführt. Hatte sie sich wirklich so radikal verändert, war das nur eine kurzzeitige Verwirrung oder gar ein Witz? Vielleicht ging sie ja zum Spaß mit Laurence aus, um einen Gegensatz zum verlässlichen, soliden William zu haben. Aber als Kristina beobachtete, wie Laurence ihre Freundin immer wieder berührte und seinen Arm auf ihre Stuhllehne stützte, bezweifelte sie, dass das der Fall war.

»Der wird nicht lange bei ihr bleiben«, raunte ihr Ben zu, als die Vorspeisen gebracht wurden. »Der ist viel zu chauvinistisch für Jackie. Ob er wohl etwas mit ihrer Zeitung zu tun hat?«

Kristina zuckte mit den Achseln. Sie wusste auch nicht mehr als er, aber sie hatte vor, schnellstmöglich mehr über diesen Mann herauszufinden.

»Bist du auch Journalist, Laurence?«, fragte sie ihn.

Er sah sie über den Tisch hinweg an und schien überrascht. »Natürlich nicht. Wie kommst du denn auf die Idee?«

»Ich habe es nur vermutet, da Jackie Journalistin ist und es daher naheliegend gewesen wäre.«

»Das finde ich nicht. Denn was machst du noch mal? Irgendwas mit Büchern, wenn ich mich recht erinnere. Jacqueline hat so etwas erwähnt. Habe ich recht?«

»Ja«, antwortete Kristina kurz angebunden. »Ich bin Literaturagentin.«

»Dann ist Ben also Schriftsteller? Oder er arbeitet bei einem Verlag?«

»Nein, er ist in der Werbebranche.«

»Da hast du deine Antwort«, stellte Laurence lächelnd fest, aber Kristina bemerkte, dass sein Lächeln seine Augen nicht erreichte. »Du gehst nicht nur mit Männern aus, die in deiner Branche arbeiten, und Jacqueline tut das auch nicht.«

Kristina sah ihre Freundin an, um ihre Reaktion auf diese Worte mitzubekommen, und musste überrascht feststellen, dass Jacqueline offenbar gar nicht zugehört hatte. Vielmehr starrte sie Laurence mit einer Miene an, in der man nackte körperliche Lust lesen konnte. Ihr ungemein sehnsüchtiger Blick bewirkte, dass Kristina auf einmal einen ganz trockenen Mund bekam.

»Was machst du denn dann?«, wollte sie wissen und war auf einmal entschlossen, diesen attraktiven, aber auch recht unhöflichen Mann zu einer Antwort zu bewegen.

»Ich handle mit Diamanten«, erklärte er kurz angebunden.

»Du Glückspilz, Jackie!«, rief Ben lachend. »Trägst du heute Abend welche?«

Jackie schüttelte den Kopf. »Nein, ich mag keine Diamanten. Ich bevorzuge Saphire.«

»Ich finde, Diamanten sind sehr nützliche Steine«, erklärte Kristina. »Man kann sie noch immer für einen guten Preis verkaufen, wenn sich der Mann in deinem Leben geändert hat!«

»Oder wenn der Mann in deinem Leben weitergezogen ist«, fügte Laurence lachend hinzu.

Kristina mochte den Kerl immer weniger. »Ich könnte mir vorstellen, dass das manchmal vorkommt«, meinte sie und sah Jackie Hilfe suchend an. Aber ihre Freundin war an diesem Abend zu nichts zu gebrauchen. Sie erwiderte nichts auf Kristinas Bemerkung und lächelte Laurence entschuldigend an, der das Lächeln jedoch nicht erwiderte, sondern eine Hand hob und mit einem Finger den Umriss ihres Mundes nachfuhr. Jacqueline öffnete die Lippen und atmete merklich schneller, aber dann ließ er die Hand wieder sinken und der kurze sinnliche Moment war verstrichen.

So langsam fühlte sich Kristina unwohl. Das war nicht die Jackie, die sie seit Jahren kannte, die ein Kontrollfreak war, ihr Leben wie eine militärische Operation führte und den Sex mit William schon Tage vorher ebenso wie ihre anderen Termine in den Terminkalender eintrug.

»Läuft der Handel mit Diamanten denn momentan gut?«, erkundigte sich Ben.

»Ja«, antwortete Laurence und erstickte die Unterhaltung auf diese Weise im Keim.

Ben blinzelte überrascht. »Oh, schön für dich. In der Werbebranche läuft das natürlich anders. Da kann man sich nicht darauf verlassen, wie viele Menschen zu einer bestimmten Zeit ein spezielles Produkt haben wollen, sondern versucht, sie davon zu überzeugen, dass sie ohne dieses Produkt nicht leben können.«

»Sehr richtig«, stimmte ihm Laurence zu, beendete seinen Hauptgang und legte Messer und Gabel ordentlich auf seinen Teller. »Jacqueline, deine Mascara ist verlaufen. Vielleicht möchtest du den Schaden ja vor dem Dessert beheben?«

Kristina riss schockiert den Mund auf. Sie wollte ihren Ohren nicht trauen und konnte nicht fassen, dass jemand mit seiner Partnerin so sprach, als wäre sie ein sechsjähriges Kind, das man zum Waschen schicken musste. Sie wartete darauf, dass Jackie explodierte, aber da wartete sie vergebens.

Jackie sah Laurence nur verblüfft an, klappte den Mund auf, um etwas zu erwidern, schien es sich jedoch anders zu überlegen und riss sich zusammen. Sie holte mehrmals tief Luft und lächelte ihn dann an. »Das ist eine gute Idee. Entschuldigt mich bitte kurz.« Bei diesen Worten stand sie auf und ging durch das Restaurant zur Damentoilette.

»Ich werde sie begleiten«, sagte Kristina schnell und hastete ihrer Freundin hinterher, ohne Laurence eines weiteren Blickes zu würdigen.

Sie fand Jackie auf einem Stuhl vor dem Spiegel sitzend, wo sie ihr Make-up überprüfte und auffrischte.

»Mit deiner Mascara ist alles in Ordnung«, erklärte Kristina. »Der Kerl ist wohl verrückt geworden! Wo hast du ihn bloß kennengelernt? Und was ist aus William geworden?«

»William? Ach, William ist weg. Ich habe festgestellt, dass er nicht der Richtige für mich ist.«

»Aber ihr wart ein perfektes Paar. Ich weiß noch genau, wie du gesagt hast, dass du nie jemanden finden könntest, der besser zu dir passt. Es hat ihm nie etwas ausgemacht, wenn du wegen der Arbeit weg musstest, er war romantisch und …«

»Ich habe mich gelangweilt«, unterbrach Jackie sie.

»Wie bitte?«

»Du weißt doch, wie das ist … Aber vielleicht weißt du es ja auch nicht. Mir ist jedenfalls klar geworden, dass ich immer genau wusste, was er tun oder sagen würde. Und was den Sex angeht … Na ja, es war, als würde er nach dem Lehrbuch vorgehen. Es hat sich nie etwas geändert. Er wusste, was mir gefällt, und hat immer genau das gemacht.«

»Du hättest doch auch nicht gewollt, dass er Dinge mit dir anstellt, dir die nicht gefallen!«, konterte Kristina.

»Nein, natürlich nicht«, gestand Jackie lachend, »aber es gibt noch so viel anderes, was man tun oder ausprobieren kann, aber William ist nun mal kein Mann, der gerne experimentiert.«

»Laurence wirkt auf mich eher wie jemand, der nichts anderes als ein gehorsames Püppchen haben will«, bemerkte Kristina spitz. »Was hast du dir denn nur dabei gedacht? Er besitzt all die Eigenschaften, die du an Männern nicht ausstehen kannst. Er hat heute Abend sogar darüber bestimmt, was du essen und trinken sollst! Und seine Bemerkung über dein Make-up war völlig aus der Luft gegriffen.«

Jackie schüttelte den Kopf. »Nein, er hatte recht. Ich hatte einen Mascarafleck, den ich gerade überschminkt habe. Und was das Essen angeht, so ist es mal eine angenehme Abwechslung, wenn jemand anders für dich entscheidet, insbesondere nach so einem stressigen Tag, wie ich ihn heute hinter mir habe.«

»Du siehst gut aus«, stellte Kristina fest. »Er muss also auch etwas Gutes an sich haben. Du strahlst ja förmlich!«

»Das habe ich nur Laurence zu verdanken. Du musst zugeben, dass er sehr gut aussieht, Kristina.«

»Ich schätze, das kann man so sagen, wenngleich er auf mich recht hart wirkt. Er hat sehr seltsame Augen, und es ist fast so, als würde er in einen hineinblicken können.«

Jackie sagte nichts dazu, besprühte sich nur mit etwas Parfum und stand dann wieder auf. »Wir sollten lieber zurückgehen. Laurence wird sich schon fragen, was wir hier so lange getrieben haben.«

»Dann soll er sich doch den Kopf zerbrechen. Seit wann machst du dir Gedanken darüber, was ein Mann denken könnte?«

»Bist du schon mal auf die Idee gekommen, dass ich einfach nur nicht lange von ihm getrennt sein möchte?«, fragte Jackie lachend.

»Wohnt ihr zusammen?«

Ihre Freundin schüttelte den Kopf. »Nein, nichts dergleichen. Wir treffen uns ein- bis zweimal die Woche. Er ist sehr auf seine Privatsphäre bedacht, und nun, da William weg ist, kann ich meine auch erst so richtig genießen.«

»Wie ist er im Bett?«, wollte Kristina wissen.

Zu ihrer Überraschung senkte Jacqueline nur leicht den Kopf, kramte in ihrer Handtasche herum und war ganz offensichtlich entschlossen, ihr Gesicht vor Kristina zu verbergen. »Großartig«, murmelte sie. »Wo habe ich nur meinen Lippenstift gelassen? Ich kann ihn nirgends finden.«

»Nur großartig? Keine Details?«, hakte Kristina nach.

Endlich hob Jackie wieder den Kopf. »Genau, keine Details. Na los, lass uns zurückgehen.«

Beim Aufstehen strich sie sich das blonde Haar aus der Stirn und Kristina entdeckte an ihrem linken Handgelenk eine dünne Goldkette, an der ein B baumelte.

»Das ist aber schön«, bemerkte sie.

»Was?«, fragte Jacqueline.

»Dein Armband. Das muss ich mir näher ansehen. Ja, das ist wirklich ein B. Warum trägst du einen Anhänger mit einem B? Du heißt doch Jacqueline.«

»Das ist nur eine Form und kein Buchstabe«, entgegnete Jacqueline, die puterrot wurde. »Und es ist ein Geschenk von Laurence. Jetzt komm aber, sonst denken Laurence und Ben noch, wir hätten uns aus dem Staub gemacht und sie verlassen.«

Fasziniert folgte Kristina ihrer Freundin zurück zum Tisch. Sie wusste, dass ihr Jackie nicht die Wahrheit gesagt hatte. Es war eindeutig ein B, und das Armband hatte irgendeine Bedeutung. Es passte auch gar nicht zu Jackie, dass sie wegen irgendetwas rot wurde, schon gar nicht wegen eines Schmuckstücks.

Im Verlauf des restlichen Abends beobachtete Kristina Laurence und Jacqueline genau. Ein- oder zweimal glaubte sie, Laurence habe ihre besondere Aufmerksamkeit bemerkt, aber Jacqueline schien nichts davon mitzubekommen, da sie vollauf mit ihrem neuen blonden Freund beschäftigt war.

Laurence schien überraschenderweise das Bedürfnis zu haben, Jacqueline ständig zu berühren. Er strich mit einer Hand über ihren Arm oder streichelte ihr den Nacken, und ein paar Mal glaubte Kristina, dass er sie unter dem Tisch auch an intimeren Stellen berührte, wohingegen sie ihn so gut wie nie anfasste. Sie reagierte auf jede Berührung nur, indem sie vor Kristinas Augen errötete.

Als sie sich voneinander trennten, leuchteten Jacquelines Augen und sie strahlte vor Glück. Laurence legte ihr den Mantel um und sie lächelte ihn derart bewundernd an, dass sich Kristina schon fragte, ob der Mann vielleicht Hypnotiseur war. Er hatte ihre Freundin auf jeden Fall sehr verändert.

»Ich rufe dich an«, versicherte Kristina Jackie, als sie sich verabschiedeten, aber Laurence führte seine Freundin bereits zu seinem Wagen und Jackie hatte ihre Worte entweder nicht gehört oder wollte darauf nicht reagieren.

»Was hältst du davon?«, fragte Kristina Ben auf der Heimfahrt.

»Das war ein ziemlich langweiliger Abend, findest du nicht? Der Kerl scheint auch nicht viel zu reden. Er steht anscheinend nicht gern im Mittelpunkt. Hast du herausfinden können, was aus William geworden ist?«

»Sie hat ihm den Laufpass gegeben«, antwortete Kristina. »Es klang so …« Sie hielt inne. Eigentlich hatte sie sagen wollen, dass er Jackie gelangweilt hatte, aber sie beschloss, das lieber nicht zu erwähnen. Sonst schlug ihre Unterhaltung möglicherweise noch eine Richtung ein, in der es gefährlich werden konnte, da sie wusste, dass es ihr mit Ben auch nicht viel anders ging. Jetzt war jedoch kaum der richtige Zeitpunkt, um dieses Thema anzuschneiden. »Sie haben beschlossen, sich zu trennen«, sagte sie schnell. »Sie hatten sich zu sehr aneinander gewöhnt oder etwas in der Art.«

»Schade. Er war ein netter Kerl«, meinte Ben.

In dieser Nacht ging Kristina die Ereignisse des Abends noch einmal durch, nachdem sie sich geliebt hatten und Ben eingeschlafen war. Sie stellte fest, dass Laurence einen sehr großen Eindruck auf sie gemacht hatte. Außerdem war offensichtlich, dass zwischen ihm und Jacqueline etwas ganz Besonderes vor sich ging, über das Jackie nicht einmal mit ihrer besten Freundin sprechen wollte.

Bevor sie einschlief, nahm sich Kristina vor, so bald wie möglich herauszufinden, was genau es war, das nicht nur die Einstellungen ihrer Freundin komplett auf den Kopf gestellt, sondern auch dafür gesorgt hatte, dass sie von innen heraus strahlte wie eine Frau, die im Bett vollauf befriedigt wurde.

2

Kristina saß in ihrem Büro, beendete ihr Telefongespräch und rief Sue zu sich. »Wir müssen eine richtig unterwürfige E-Mail an Peter Hitchens’ Verlag schicken«, erklärte sie geknickt. »Dieser elende Kerl hat den ersten Entwurf seines Manuskripts noch immer nicht fertig, und wir sind schon zwei Monate in Verzug.«

»Was sollen wir als Ausrede angeben? Eine Krankheit? Probleme in der Familie?«, erkundigte sich Sue.

»Am liebsten würde ich die Wahrheit sagen: Dass er größenwahnsinnig geworden ist, seitdem er diesen Literaturpreis gewonnen hat! Nein, das war nur Spaß. Wir werden behaupten, dass er mit dem Manuskript noch nicht zufrieden ist und nichts abschicken will, das seinen eigenen hohen Ansprüchen nicht genügt. Das stimmt zumindest teilweise, schließlich kann er ja mit einem Buch, das er noch nicht geschrieben hat, wohl kaum zufrieden sein.«

»Wenigstens schreibt Lucretia munter weiter. Du hast seit zwei Wochen nichts mehr von ihr gehört«, meinte Sue, die sich derweil notierte, was Kristina gerade gesagt hatte.

»Das ist schon zwei Wochen her?«, fragte Kristina überrascht.

»Definitiv. Ich weiß das so genau, weil ich mir eine Notiz in meinem Terminkalender gemacht habe. Das mache ich immer, nur so aus Spaß. Ist sonst noch was?«

»Nicht dass ich wüsste. Ich treffe mich heute Nachmittag mit diesem neuen Lektor und nehme vermutlich eins der Manuskripte vom Ablagehaufen mit nach Hause. Das letzte, das mir Paul empfohlen hat, ist so gut, dass ich es annehmen will, und dieses hat er fast ebenso gelobt. Das einzige Problem ist nur, dass ich diese neuen Autoren auch irgendwie bei Verlagen unterbringen muss.«

»Wenn das jemand schafft, dann du«, versicherte Sue ihr.

Als ihre Assistentin gegangen war, dachte Kristina über Sues Worte nach. Wenn ihr letztes Telefonat mit Lucretia bereits zwei Wochen her war, dann hatte sie Jacqueline ebenso lange nicht mehr gesehen. Nach ihrem Restaurantbesuch hatte sie fast jeden Abend versucht, ihre Freundin telefonisch zu erreichen, aber Jackie ging nicht nur nicht ans Telefon, sie hatte überdies auch ihre Mailbox ausgestellt. Alles in allem erwies es sich als nahezu unmöglich, mit ihr zu sprechen, dabei wollte Kristina doch unbedingt mehr über diesen gut aussehenden, aber auch seltsamen Laurence van Kitson erfahren.

Aus einer plötzlichen Laune heraus nahm sie ihr Telefon und rief bei der Zeitung an, bei der Jackie arbeitete. Sie hatte dort als Juniorreporterin angefangen, war jedoch schnell zu einer der leitenden Journalistinnen aufgestiegen und hatte eine eigene wöchentliche Kolumne sowie eine ständig wachsende Armee aus Fans, die ihren spitzzüngigen Humor und die tiefgründigen Interviews sehr mochten.

Normalerweise war sie selten im Büro, aber dieses Mal hatte Kristina Glück und bekam Jacqueline nach wenigen Minuten ans Telefon. An ihrer wenig begeisterten Reaktion merkte Kristina schon, dass Jackie eigentlich gar nicht mit ihr reden wollte, daher sprach sie schnell weiter, bevor ihre Freundin das Gespräch noch beendete.

»Hör mal, Jackie, ich habe ein paar Probleme mit Ben«, behauptete sie, was nur zum Teil der Wahrheit entsprach. »Ich dachte, wir könnten uns vielleicht mal treffen und reden. Du weißt, wie wichtig mir deine Meinung ist, vor allem jetzt, da du dich von William getrennt hast.«

Es gab eine kurze Pause. »Ich bin momentan sehr beschäftigt«, erwiderte Jacqueline vorsichtig.

»Sind wir das nicht alle? Ich muss wirklich dringend mal mit jemandem über diese Angelegenheit sprechen, der einen anderen Blickwinkel hat als ich, und du bist nun mal der Mensch, dem ich am meisten vertraue«, behauptete Kristina und verachtete sich ein wenig dafür, dass sie den wahren Grund für das Treffen nicht rausrücken wollte. Aber sie wusste auch, dass ihre Instinkte sie nicht trogen und dass Jackie sie nicht sehen wollen würde, wenn sie wüsste, worum es eigentlich ging.

»Na gut«, meinte ihre Freundin. »Heute geht es auf gar keinen Fall, und Freitag bin ich auch schon verabredet, aber morgen können wir uns treffen.«

»Super. Soll ich bei dir vorbeikommen? Bei mir geht es ja schließlich nicht, da Ben da sein wird.«

»Warum gehen wir nicht irgendwo was essen?«, schlug Jacqueline vor.

»Dafür ist die Sache viel zu persönlich«, protestierte Kristina. »Außerdem bist du inzwischen so bekannt, dass man uns sowieso nicht in Frieden lassen würde.«

»Ich bin doch nicht Kate Middleton!« Jackie lachte und schien sich endlich zu entspannen. »Aber du hast recht. Dann bis morgen. So gegen acht, in Ordnung? Jetzt muss ich aber wirklich los.«

An diesem Abend ging Kristina einen Vertrag mit einem neuen Verlag durch und hielt Ausschau nach versteckten Klauseln, die sich für den Autor nachteilig auswirken könnten, als Ben auf einmal das Bügelbrett herausholte und begann, seine Hemden zu bügeln.

»Kann das nicht warten?«, fragte Kristina abrupt.

Er sah sie überrascht an. »Eigentlich nicht. Ich habe keine gebügelten Hemden mehr. Warum? Wolltest du das selbst machen?«

»Nein, natürlich nicht. Es ist nur so, dass …«

»Was denn?«, verlangte er zu erfahren.

Kristina biss sich auf die Unterlippe. Sie wusste nicht, was sie ihm darauf antworten sollte. Eigentlich gab es überhaupt keinen Grund für sie, irgendetwas zu sagen. Sie war noch nie eine Partnerin gewesen, die seine Hemden bügelte oder seine ganze Wäsche machte, und normalerweise hätte sie nicht einmal bemerkt, was er gerade tat. Doch gerade hatte sie aus heiterem Himmel eine Vision von Laurence van Kitson gehabt, der seine Hemden bügelte, was derart lächerlich war, dass sie am liebsten laut losgelacht hätte. Die Erkenntnis, dass die Vorstellung, wie Laurence seine Hemden bügelte, amüsant war, sorgte dafür, dass sie Ben deswegen verabscheute, weil dieser dabei nicht im Geringsten lustig wirkte, und das beunruhigte sie.

»Entschuldige«, sagte sie leise. »Ich weiß wirklich nicht, was in letzter Zeit mit mir los ist. Ich bin ständig gereizt, als wäre irgendwas nicht in Ordnung, aber ich weiß beim besten Willen nicht, was das sein sollte.«

»Wollen wir ins Bett gehen?«, fragte Ben mit begierigem Blick.

Doch das war das Letzte, was Kristina jetzt wollte, denn dann würde er sie nur wie aus dem Lehrbuch lieben, wie Jacqueline das auch über William gesagt hatte. Sie zwang sich zu einem Lächeln. »Nein, ich muss erst noch diesen Vertrag überprüfen. Tut mir wirklich leid, Ben. Mach einfach weiter.«

In den frühen Morgenstunden schreckte Kristina aus einem seltsamen sinnlichen Traum hoch, in dem sie eine unbekannte, gesichtslose Gestalt auf sanfte und intime Art berührt hatte. Als sie aufwachte, sehnte sie sich derart nach sexueller Befriedigung, dass ihr Unterbauch und die empfindliche Stelle zwischen ihren Beinen vor Anspannung fast schon schmerzten. Ohne darüber nachzudenken, kletterte sie auf den nackten Ben und begann, ihn mit ihrem Körper zu erregen.

Er reagierte automatisch, aber erst als sie sich wirklich auf seine Erektion setzte, wurde er richtig wach. Noch im Halbschlaf stöhnte er lustvoll und strich mit den Händen an den Seiten ihres Körpers entlang, während sie ihn ritt und sich mit ihrem Höhepunkt von der schrecklichen Anspannung, die der Traum in ihr hinterlassen hatte, befreite.

»Das war schön«, murmelte er und drehte sich wieder auf die Seite. »Das kannst du gern jederzeit wieder machen, wenn du willst!«

Kristina lag neben ihm und wusste, dass sie das nie wieder machen würde. Das körperliche Verlangen war abgeflaut, stattdessen fühlte sie sich jetzt leer und hohl. Sie wünschte sich, Ben hätte die Initiative ergriffen, nachdem er aufgewacht war, sie auf den Rücken gedreht, sich in sie hineingestoßen und ihre Schultern mit den Händen in die Kissen gedrückt. Aber so etwas würde nie geschehen. Ihr Liebesspiel war auch nie so gewesen. Sie hatte sich das noch nie zuvor gewünscht, woher hätte Ben also wissen sollen, dass sie sich auf einmal nach Veränderungen sehnte?

Am folgenden Abend stand sie mit zwei Flaschen Chardonnay vor der Tür von Jacquelines Stadthaus in Kensington. Jackie öffnete ihr in ihrem üblichen Freizeitoutfit aus Jogginghose und Top, wobei sie ein Paar riesige Schweinehausschuhe trug, die bei jedem Schritt mit den Ohren wackelten.

»Sehr elegant!«, stellte Kristina lachend fest. »Hat dich Laurence auch schon so gesehen?«

Jackies Lächeln verblasste. »Nein, hat er nicht. Er würde das auch überhaupt nicht lustig finden. Komm rein. Entschuldige die Unordnung, aber meine Putzfrau hat gekündigt, und ich habe noch keinen Ersatz gefunden.«

»Damit willst du doch nur sagen, dass niemand für dich aufräumt, seitdem William weg ist!«, meinte Kristina, die noch immer lachen musste.

Jacqueline grinste schief. »Das entspricht leider der Wahrheit. Ich werde den Wein kurz in den Kühlschrank legen, und dann können wir uns unterhalten.«

»Du hast momentan sehr viel um die Ohren, wie mir scheint«, sagte Kristina. »Ich habe schon unzählige Male bei dir angerufen, aber da ging noch nicht mal die Mailbox dran.«

»Wirklich? Die muss ich unbedingt wieder einschalten. Ich darf nicht riskieren, im Job Mist zu bauen, nur weil ich …«

»Nur weil du was?«, hakte Kristina neugierig nach.

»Ach, nichts«, behauptete Jackie schnell. »Lass uns eine Flasche Wein aufmachen, dann kannst du mir von deinen Sorgen erzählen.«

Während sie sich unterhielten, stellte Kristina fest, dass sie ebenso ehrlich zu sich selbst wie zu Jacqueline war und zum ersten Mal offen zugab, dass Ben ihr auf die Nerven ging. »Er hat sich nicht im Geringsten verändert«, schloss sie nach über einer Stunde. »Das weiß ich, und mir ist ebenso klar, dass ich unvernünftig bin. Aber ich habe mich nun mal geändert, und jetzt weiß ich nicht, wie ich es ihm sagen soll.«

»Was genau willst du ihm denn sagen?«, wollte Jackie wissen.

»Dass ich will, dass er sich ebenfalls ändert, schätze ich.«

»Aber das wird er nicht können«, entgegnete Jackie lächelnd.

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