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Engel sind überall

Joana Angelides

Engel sind überall

Humorvolle Betrachtungen





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Auch Engel fahren manchmal U-Bahn

Der Engel sitzt in der voll besetzten U-Bahn und betrachtet so die Menschen rund um ihn.

Er überlegte, welcher von den Fahrgästen wohl heute Nacht Sex hatte und welcher nicht. Er glaubte es an den Lichtern in ihren Augen erkennen zu können. Doch heute konnte er bei keinem der stumm und teilnahmslos dasitzenden Fahrgäste ein solches Licht erkennen.

Woran konnte das wohl liegen?

Vielleicht gab es schon welche die Sex hatten, aber es war keine Befriedigung dabei gewesen. Ja, das konnte ein Grund sein. Dann war es eigentlich kein Sex, sondern Abspielen von Pflichtritualen und der Beginn von Frust und Abneigung.

Oder waren die Menschen einfach desinteressiert, gab es nichts das sie an den neben ihnen liegenden Körpern reizte?

Er sollte das erforschen, das war sein Auftrag. Man wollte ganz oben, dass die Menschen glücklich sind. Man wollte die Ursachen für die seelischen Probleme der Menschen erfassen und im großen Buch niederschreiben. Doch wie fängt man das an?

Der Engel beschloss, einmal die Probe aufs Exempel zu machen, sozusagen „learning by doing“!

Rein wissenschaftlich natürlich, zur Erforschung der Menschen. So wird es jedenfalls in seinem Bericht, den er jede Woche abgeben muss, drin stehen. Irgendeine Begründung sollte man ja für jedes Tun haben, Oder?

Der Engel war in Gestalt einer jungen verführerischen Frau auf seinen Erkundungstrip gegangen. Diese Frauengestalt hatte ein enges Overall an, sehr figurbetont und lässig.

Ihr gegenüber saß ein junger, träumerisch wirkender junger Mann mit einem sympathischen Lächeln.

Sie hatte die beiden obersten Knöpfe des engen Oberteiles geöffnet und so konnte man den Brustansatz sehen. Der junge Mann vermutete, dass sie keinerlei Unterwäsche darunter trug.

Was ja auch stimmte.

Man konnte die kleinen Erhöhungen, die die Brustspitzen durch den weichen Stoff erahnen ließen, sehen. Wenn sie sich bewegte, dann schoben sich die beiden Brüste hin und her und er vermeinte einen süßen aromatischen Duft, vermischt mit dem Duft der Frauen allgemein, zu verspüren.

Eine unglaubliche Lust stieg in ihm auf sich vornüber zu beugen, auch die restlichen Knöpfe des engen Oberteiles aufzuknöpfen und mit den Fingerspitzen ihre Brustspitzen zu berühren und ihre Reaktion darauf zu sehen.

Doch er wußte, das Einzige was er machen konnte war, die junge Frau wie zufällig zu berühren. Er rutsche am Sitz etwas weiter nach vorne und berührte mit seinen Knien, ihre Knie. Sie musste es spüren, doch war ihr keine Reaktion anzusehen. Sie schaute weiter nach rechts oder links und ließ es geschehen. Seine anfängliche Verwunderung schwand und machte einem von sich weg strömenden Gefühl Platz. Dieses Gefühl strömte durch ihn hindurch, durchzog wärmend seine Lenden und bewegte sich kribbelnd die Schenkel hinab, um dann dem Druck nachgebend, sich bahnbrechend in die, nun spürbaren Gegendruck ausübenden Knie seines Gegenübers zu ergießen. Er wurde unruhig. Wie sollte es nun weitergehen? Er konnte sich ja schlecht nach vorne beugen und seiner Intention nachgebend, ihr Oberteil aufknöpfen? Auch konnte er nicht erwarten, dass sie sich zu ihm herüber beugen würde und ihrerseits irgendwelche strategisch wichtigen Knöpfe öffnen würde. Immerhin war die U-Bahn voll besetzt. Es war Rushhour.

Er heftete nun seinen Blick auf ihr Gesicht und hoffte, einen Blick ihrer, unter den Lidern halb verdeckten Augen zu erhaschen. Es schien ihm, als würde sie ihn aus dem Augenwinkel heraus auffordernd ansehen. Dieser flüchtige Blickkontakt erzeugte in ihm eine Explosion von tausend Sternen, elektrisierte ihn und ließ ihn erzittern.

Wird alles in meinen Bericht stehen, in aller Unschuld natürlich, dachte der Engel und lächelte verschmitzt.

Und scheinbar meinte es auch das Schicksal mit dem jungen Mann gut. Mit einem plötzlichen Ruck blieb die U- Bahn stehen. Alle Fahrgäste wurden durcheinander gewirbelt und sein Gegenüber fiel wie zufällig auf ihn.

Wozu hat man schließlich Verbindungen zu den höchsten Stellen?

Er spürte ihren warmen Körper auf dem Seinen, ihr Duft raubte ihn fast den Verstand und seine Hände griffen abstützend nach ihr. Wie zufällig umfaßten seine Hände ihre Brüste und er spürte die Härte ihrer Brustspitzen. Er spürte wohltuend ihren Körper auf dem seinen. Sie hatte sich fallen lassen und lag nun weich und sich anschmiegend auf ihm. Er hatte seine Körperfunktionen nicht mehr unter Kontrolle und erlebte in diesem Augenblick einen Höhepunkt, der sich in schon lang vermißter Intensität ergab. Ein kurzes Anschmiegen des weiblichen Körpers über ihm und sie richtete sich auf.

Halb über ihm gebeugt flüsterte sie:

„Fahren Sie öfter mit diesem Zug?“

Er konnte nur mehr Nicken, dann waren sie in die Station eingefahren und der Engel stieg mit den anderen Fahrgästen aus.

Er sah ihr hinterher. Wieso leuchtete ihr Haar, als wären tausend kleine Sternchen drin, und um ihre Gestalt nahm er einen leichten Schleier wahr, der wie eine Aura wirkte.

So stelle man sich Engel vor, dachte er und lächelte.

Heute hatte er dieses Leuchten in den Augen, welches der Engel vorhin so vergebens bei den Menschen gesucht hatte.

Der Engel mit der Geige

 

 

Also, eine Aufgabe war das wieder! Der Engel zweiter Klasse, mit der Nummer 046 sollte dafür Sorge tragen, dass der junge Mark Baumann in der Musikakademie Aufnahme fand. Er war sehr begabt, aber unsicher.

 

Der junge Mann stand mitten im Raum, hatte den Notenständer vor sich liegen und spielte selbstvergessen und wunderschön. So war das immer, wenn er alleine war, wenn es keinen Prüfungsstress gab.

 

Also, so wird das nichts, erkannte der Engel, sitzend auf der Fensterbank zum Garten und beschloss, endlich Taten zu setzen, erhob sich und flog davon.

 

Plötzlich hielt der junge Mann inne und horchte nach draußen.

 

Irgendjemand spielte Mozart. Es war eine Fuge, gespielt auf einer Geige. Unvermittelt brach die Musik jedoch immer wieder an derselben Stelle ab.

 

Wenn dieser Jemand dann nach einigen Sekunden wieder ansetzte, ertappte sich der junge Mann dabei, wie er innehielt und unwillig den Kopf wiegte.

Ja, was ist denn das, wieso kann denn dieser Spieler, die ohnehin leichte Passage

noch immer nicht!

Es musste vom Nachbargrundstück kommen.

 

Mark, genervt von den dauernden Störungen durch die Musik in seinem eigenem Musizieren,

ging durch den Garten auf das, nur durch Thujen abgegrenzte Nachbargrundstück zu.

 

Er zwängte sich durch die Thujen durch und ging auf das kleine Gartenhäuschen zu und spähte durch das Seitenfenster hinein.

 

Da stand sie! Ein schlankes Mädchen, lichtumflutet wie ein Engel im Kirchenchor, die Geige gehalten zwischen Kinn und Schulter, das gelockte blonde Haar über den Rücken fallend. Er konnte die Hälfte ihres, der Geige zugewandten Gesichtes sehen.

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