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Emil, der Schneemann

Alfred J. Schindler

 

EMIL DER SCHNEEMANN

 

Mysterythriller

 

von

 

Alfred J. Schindler

 

 

 

 

VORWORT

 

 

Das Christkind hatte Waltraud und Sebastian einen wunderschönen Schlitten gebracht. Aber leider wollte es noch nicht schneien. Jeden Morgen rannten die Beiden zu den Fenstern ihrer Zimmer und schauten erwartungsvoll hinaus. Jedoch ihre Enttäuschung war groß. So kam es, dass Sebastian, der Siebenjährige, seine zwei Jahre jüngere Schwester, die auf dem Schlitten saß, an dem Seil durch das gesamte Obergeschoß unseres Hauses zog. Hildegard und ich ließen sie gewähren, obwohl wir wussten, dass sie die teuren Fussböden zerkratzten. Und wir hofften, dass es bald schneien würde.

 

 

Jetzt:

 

 

Hildegard steht im Wohnzimmer an der Terrassentür und blickt auf den kahlen Garten hinaus. Ein etwas trauriger Anblick, drückt ihre Körperhaltung aus. Ich sitze in einem der bequemen Ohrensessel, rauche eine Zigarette und lese in der Tageszeitung. Im Hintergrund erklingt leise Musik aus der Stereoanlage. Es ist Samstag, das Weihnachtsfest ist vorüber, und ich habe glücklicherweise bis zum Heilig-Drei-Königs-Tag Urlaub.

 

„Georg, wann wird es endlich schneien?“

„Es ist die Klimaveränderung, Hildegard.“

„Ja, ich weiß. Wir hätten den Kindern keinen Schlitten schenken sollen. Es ist eine Qual für sie, ihn nicht benutzen zu können.“

„Sie haben ihn sich aber gewünscht!“

„Ja, ja…“

„Sie dürfen ja im Haus umherfahren.“, sage ich.

„Im Haus, im Haus. Du weißt, was die Fussböden gekostet haben.“

„Ich besorge Teppichläufer, die wir über die beschädigten Stellen legen.“

„Hoffentlich schneit es bald!“

Ich schaue auf meine Armbanduhr und sage: „In drei Minuten kommt im Radio der aktuelle Wetterbericht. Lassen wir uns überraschen.“

„Du denkst positiver, als ich.“

„Es bringt uns nichts, wenn ich negativ denke.“

„Du hast recht. Ich werde mich bessern.“ Neckisch lächelt sie mich an.

„Du wirst sehen, es wird bald schneien, Hildegard.“

„Ach, wie bin ich froh, wenn es endlich soweit ist. Das Kratzen des Schlittens geht mir langsam auf die Nerven.“

„Mir auch.“

„Sollen wir ihnen den Schlitten wegnehmen?“

„Dafür ist es wohl zu spät, mein Schatz.“

 

Kurz darauf ertönt die Stimme des Nachrichtensprechers: „Und hier der aktuelle Wetterbericht, meine Damen und Herren. In der kommenden Nacht gehen die Temperaturen weiter nach unten. Eine dichte Schneewand, die über Frankreich steht und auf unser Gebiet zukommt, zieht von Westen nach Osten. Wir können mit zwanzig bis dreißig Zentimetern Neuschnee rechnen.“

 

„Hast du das gehört, Georg?“

„Natürlich habe ich es gehört.“

„Hoffentlich stimmt die Wettervorhersage auch!“

„Es wird heute Nacht schneien. Ich glaube der Vorhersage.“

„Endlich…“ Sie atmet befreit aus.

„Ich werde den Kindern – wie in den letzten Jahren – einen schönen Schneemann bauen.“

„Sie werden jubeln! Ein Schneemann und Schlittenfahren.“

„Wir könnten ja morgen, falls wirklich genug Schnee liegt, mit den Kindern zum Keilberg fahren!“

„Ja, das machen wir, Georg.“

„Ihre Freude wird grenzenlos sein!“

„Sie werden wie erlöst sein.“

„Genau wie wir.“, lache ich.

 

Wir verbringen den Tag zu Hause. Von oben erklingen die Geräusche des Schlittens. Und wir verlassen uns auf die Wettervorhersage.

 

 

 

 

 

Es ist früher Morgen. Ich erwache, weil die Sonne durch die Vorhänge in unser Schlafzimmer blinzelt. Hildegard ist schon wach. Sie liegt noch neben mir. Sicherlich ist sie gerade erst aufgewacht.

 

„Guten Morgen, Georg! Hast du gut geschlafen?“

„Ja, ich träumte von einem riesigen Schneemann.“

„Und ich träumte von Schneeverwehungen.“

 

Plötzlich hören wir einen spitzen Schrei von nebenan. Die Zimmer unserer Kinder befinden sich auch im Obergeschoß. Es ist Waltrauds helle Stimme, die wir vernehmen. Hildegard springt auf und rennt über den kurzen Flur. Sie reißt die Tür des Zimmers auf und sieht, dass unsere kleine Maus am Fenster steht. Waltraud springt wie ein Gummiball auf und ab. Sie lacht voller Freude:

 

„Mama! Schau nur! Der viele Schnee!“

„Ja, Kindchen, es hat endlich geschneit. Jetzt könnt ihr Schlittenfahren.“

„Und Papa baut uns einen Schneemann!“

„Ja, das wird er tun. Hast du deine Zähne schon geputzt?“

„Ja, habe ich.“

„Dann komm mit nach unten zum Frühstück. Aber wecke vorher deinen Bruder auf! Er wird sich auch sehr freuen, wenn er den wunderbaren Schnee sieht.“

&

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