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Eishauch der Totengeister

Eishauch der Totengeister

von Alfred Bekker

 

 

© by Alfred Bekker

www.AlfredBekker.de

www.Postmaster@AlfredBekker.de

All rights reserved

Ein CassiopeiaPress Ebook

Ausgabejahr dieser Edition: 2014

 

Ein düsteres Geheimnis umgab Gifford Manor. Ich hatte es von Anfang an gespürt…

Doch ich will die Geschichte von Anfang an erzählen.

Mein Name ist Linda Farnham und was ich Ihnen zu berichten habe, mag auf den ersten Blick erstaunlich und unglaubwürdig klingen. Wie Ausgeburten der Fantasie einer Bibliothekarin, deren trockener Berufsalltag vielleicht nicht genug Aufregung und Aufmerksamkeit beinhaltet, um ihre hungrigen Sinne zufrieden zu stellen.

Aber ich versicherte ihnen, dass jedes Wort meines Berichts der Wahrheit entspricht.

Wenn ich das Geld nicht so dringend gebraucht hätte, ich glaube nicht, dass ich die Stelle als Bibliothekarin auf dem herrschaftlichen Landsitz der Familie Gifford überhaupt angetreten wäre.

Die Leute in der Umgebung glaubten, dass auf der Familie Gifford ein Fluch lastete. Der rätselhafte Tod von Sir Alec Gifford schien das zu bestätigen…

Er war im Zug erfroren.

Eigentlich konnte das nicht mit rechten Dingen zugegangen sein!

 

 

*

Das Familienarchiv der Giffords befand sich in einem gruftartigen Keller unterhalb des Haupthauses. Dorthin führte Tom Rogers mich, denn ich war angestellt worden, um dieses Archiv zu ordnen.

Er war der Erbe von Gifford Manor. Ein junger Amerikaner, der offenbar nur entfernt mit der Hauptlinie der Giffords verwandt war. Er wirkte sehr sympathisch und natürlich. Ich mochte ihn vom ersten Augenblick an.

Auch er hatte inzwischen natürlich von den düsteren Geschichten gehört, die sich die Menschen der Umgebung erzählten. Geschichten von einer alten Schuld, die abzutragen war und Geistern, deren kalter Atem alle Nachfahren des Hauses Gifford töten würden...

Sicherheitshalber begleitete uns auch Ralph der Butler, denn schließlich kannte weder Tom noch nicht sonderlich gut hier aus. Außerdem war noch der Verwalter von Gifford Manor dabei. Er hieß Lawson und war ein unsympathischer, blasser Mann, der ziemlich nervös wirkte.

Auf mich wirkte er ausgesprochen kalt. Nur wenn er über Sir Alec Gifford sprach, verriet sein Tonfall emotionale Anteilnahme. „Sir Alec war für mich wie ein Vater“, erklärte er.

„Sein Tod hat mich sehr erschüttert…

„Im Grunde weiß ich kaum etwas über Sir Alec“, erklärte Tom daraufhin, während wir zwischen mit staubigen Folianten befrachteten Regalen umhergingen. „Ich habe ihn nie persönlich kennengelernt.“

„Aber Sie wussten, dass es diesen Zweig Ihrer Verwandtschaft gibt?“, fragte ich.

Tom nickte.

 

„Aus Erzählungen“, schränkte er dann ein. „Aber speziell mein Vater hatte eigentlich immer eine schlechte Meinung von

'denen auf der anderen Seite des Teichs'.“

„Wie kam das?“

„Er befürchtete wohl, es mit Leuten zu tun zu haben, die nicht wirtschaften können und sie irgendwann finanziell würde unterstützen müssen. Was es sonst noch an Zerwürfnissen gab, weiß ich nicht. Ich nehme an, man hatte sich einfach aus den Augen verloren... Zu meiner Überraschung bekam ich dann nach dem Tod von Sir Alec eine Nachricht von seinem Anwalt, die besagte, dass er mich zu seinem Universalerben eingesetzt habe...“ Tom wandte sich an den Butler. „Ralph, wie lange haben Sie hier in Gifford Manor gedient?“

„Es werden jetzt 20 Jahre, Sir.“

„Dann werden Sie Sir Alec doch sicher recht gut gekannt haben, nicht wahr?“

„Das ist richtig, Sir.“

Jetzt ergriff ich die Initiative und fragte: „Fühlte Sir Alec sich kurz vor seinem Tod - verfolgt?“

Für einen kurzen Moment schien sich eine Regung in Ralphs sonst so starrem Gesicht zu zeigen. Mir war, als wäre er irritiert.

Seine Lippen bildeten einen geraden Strich. Er schien meine Frage einfach zu überhören.

„Warum antworten Sie nicht, Ralph?“

„Ich möchte nicht darüber sprechen, Sir!“, presste er dann heraus.

„Nun reden Sie schon, Ralph!“, forderte Tom Rogers. „Er starb auf äußerst ungewöhnliche Weise. Vielleicht war es sogar ein Mord! Wollen Sie etwa mitschuldig werden, indem Sie jemanden decken?“

Der Butler atmete tief durch. In seinem Innern schien ein Kampf zu toben und obwohl er äußerst geübt darin war, seine Gefühle nicht nach außen dringen zu lassen, gelang ihm das diesmal nicht ganz.

Schließlich brachte er heraus: „Sir Alec war der Überzeugung, ein Verfluchter zu sein... Zu einem schrecklichen Tode verdammt, noch bevor er geboren wurde...“

„Was soll das für ein alberner Fluch sein?“, fragte Tom Rogers stirnrunzelnd.

„Der Fluch über das Haus Gifford. Alle Giffords sind seit nunmehr über 150 Jahren auf diese seltsame Weise umgekommen... Und Sir Alec wusste, dass es eines Tages auch ihn erwischen würde. Vor nebelverhangenen Nächten wie der letzten hatte er besonders Angst. Den Grund verriet er mir nie.

Er glaubte, seinem Schicksal entfliehen zu können, indem er Hals über Kopf den Zug nach London nahm... Es war eine Art Panikreaktion.

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