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Einführung in das Gotteslob

Inhalt

Das Ziel: Das neue Gotteslob kennen lernen

Der Weg zum neuen Gotteslob

Theologische Grundlegung und Anlage des neuen Gotteslob

Die großen Abschnitte des neuen Gotteslob

Hilfen für das persönliche Gebet

Das Liedgut I: Alttestamentlich bis mittelalterlich

Das Liedgut II: Von der Reformations- bis zur Neuzeit

Das Liedgut III: Neue bis neueste Lieder

Die Feier der Eucharistie

Die Feiern im Kirchenjahr

Die Sakramente und Sakramentalien feiern

Die Formen der Tagzeitenliturgie

Die Wort-Gottes-Feier

Die Andachten

Ökumene im neuen Gotteslob

Themenfelder des Liedgutes in Kurzprofilen

Psalmen und Psalmlieder

Gesänge für die Eucharistiefeier

Adventslieder

Weihnachtslieder

Lieder zur Österlichen Bußzeit

Lieder zur Passionszeit

Osterlieder

Heilig-Geist- und Dreifaltigkeitslieder

Leben in der Welt

Leben in der Kirche

Von Lob und Dank bis zu Bitte und Klage

Marienlieder

Lieder zu „Heilige“ und „Vollendung“

Resümee

Die weitere Perspektive

Abkürzungen:

GL: Gotteslob 2013

GL 1975: Gotteslob 1975

KG: Kath. Gebet- und Gesangbuch der deutschsprachigen Schweiz

EG: Evangelisches Gesangbuch

Einleitung

Das Ziel: Das neue Gotteslob kennen lernen

Am 1. Dezember 2013, dem ersten Adventssonntag, ist es endlich so weit: Ein neues Gebet- und Gesangbuch für die Diözesen Deutschlands und Österreichs sowie dem Bistum Bozen-Brixen wird eingeführt, während die deutschschweizerischen Diözesen bereits 1998 ein eigenes neues Gesangbuch in Gebrauch genommen haben. Nach einem über zehn Jahre dauernden Arbeitsprozess wird damit ein ganz entscheidendes Hilfsmittel für die Feier unserer Gottesdienste wesentlich erneuert. Wie sein Vorgänger trägt auch das neue Gebet- und Gesangbuch den Namen „Gotteslob“, der als Bezeichnung für dieses Länder und Bischofskonferenzen übergreifende Gesangbuch eingebürgert ist.

Dass es beim Druck ungeplante Schwierigkeiten und Verzögerungen gegeben hat, wird bald vergessen sein. Folge ist aber, dass die Einführung in den einzelnen Diözesen zu versetzten Zeitpunkten stattfindet, ja einige Diözesen sogar erst für Ostern 2014 mit einem Start rechnen können. Auch Großdruckausgaben und einige Beiprodukte werden erst im Laufe der nächsten Monate zur Verfügung stehen.

Wenn das Gotteslob vorliegt, wird eine Phase des Kennenlernens und der Einübung in den guten Gebrauch beginnen. Diese Phase wird vor allem für alle Haupt- und Ehrenamtlichen wichtig sein, die nicht nur die Lieder entsprechend der Liedanzeige aufschlagen und mitsingen, sondern für die Planung, die Leitung und die Gestaltung der Gottesdienste die Verantwortung tragen. Sie müssen sich schnell im neuen Gotteslob zurechtfinden, müssen um seine Möglichkeiten wissen, aber auch gewisse Problemzonen kennen, um mit ihnen adäquat umgehen zu können.

Besonders dieser Gruppe möchte dieses Buch eine Hilfe sein, indem die unterschiedlichen Aspekte des neuen Gotteslob vorgestellt werden. Grundlage unserer Überlegungen sind das endgültige Manuskript bzw. die ersten vorliegenden Ausgaben, aber kein internes Wissen aus dem Entstehungsprozess. Wir schauen somit ähnlich – hoffentlich unvoreingenommen – auf das neue Gotteslob wie jede und jeder Gläubige auch, die oder der es nun in Händen hält. Der Aufwand lohnt sich, denn in Vielem wird das neue Gotteslob unsere Gottesdienste und Feierkultur bereichern können.

Der Weg zum neuen Gotteslob

Das Gotteslob stellt auch innerhalb der weltweiten katholischen Kirche und deren Geschichte eine gewisse Besonderheit dar. Ohne dass hier die Entwicklung von Gesangbüchern dargestellt werden kann und muss, ist festzuhalten, dass der deutsche Sprachraum mit seinen von den Bischöfen herausgegebenen, offiziellen Gesangbüchern schon länger eine Ausnahme bildete und eine Vorreiterfunktion innehatte, da hier muttersprachliche Gottesdienstelemente bereits vor der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils etabliert waren.

Ein weiter Blick zurück

Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand durchweg die dringende Notwendigkeit, Gesangbücher neu zu drucken und zuvor zu bearbeiten, die zu diesem Zeitpunkt noch ganz in der Verantwortung der einzelnen Diözese und ihres Bischofs standen. Die Idee eines Einheitsgesangbuches für die deutschsprachigen Diözesen existierte zwar schon, wurde aber zunächst nicht weiter vorangetrieben – wie auch die institutionelle Stärkung der Bischofskonferenz auf erhebliche diözesane Vorbehalte stieß. Es wurden aber zwei Listen mit so genannten „Einheitsliedern“ verabschiedet: Die mit großem E gekennzeichneten Lieder sollten verpflichtend in die neuen Diözesangesangbücher aufgenommen werden. Bei den mit kleinem e gekennzeichneten Liedern sollte, wenn sie denn aufgenommen würden, eine einheitliche Fassung verwendet werden. Entsprechend hatten die Gesangbücher nach dem Krieg einen sehr unterschiedlichen Liedbestand, knüpften auch an unterschiedliche Traditionen an und besaßen ihre je eigenen Frömmigkeitsstile.

Das erste Gotteslob von 1975

Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil und der anschließenden Liturgiereform änderte sich die Situation grundlegend. Da nun für den deutschen Sprachraum einheitliche liturgische Bücher veröffentlicht wurden – unterstützt durch zahlreiche Behelfe (etwa Einlegehefte), um die Gemeinden damit vertraut zu machen –, stellte die He­rausgabe eines gemeinsamen Gebet- und Gesangbuches nur ein weiteres, auf Dauer angelegtes Instrument dar, die erneuerten Gottesdienste den Menschen vertraut und zugänglich zu machen. Zudem zeigte sich, dass die Mobilität der Menschen erheblich zugenommen hatte. Diözesane Grenzen hatten ihren Rang verloren, während durch den Bedeutungsverlust der lateinischen Liturgiesprache der Raum einer Landessprache an liturgischer Relevanz gewann. Damit wurden zugleich die Grenzen der politischen Systeme überwunden, denn auch in der damaligen DDR konnte das Gotteslob mit wenigen staatlichen Auflagen verbreitet werden. Eine gewisse Vorentscheidung war andererseits dadurch gefallen, dass die deutschschweizerischen Diözesen bereits 1966 ein eigenes, seit 1957 angestrebtes gemeinsames Gesangbuch einführen konnten.

1963 wurde in Deutschland und in Österreich die Herausgabe eines Einheitsgesangbuches beschlossen, aber in vielen Bereichen führte die Koppelung an die parallellaufenden liturgischen Reformen zur erheblichen Ausdehnung der Arbeiten. Erst im März 1975 konnte das neue Gotteslob in Gebrauch genommen werden. Zudem erschienen zahlreiche Begleitpublikationen für die Hand der Hauptamtlichen, für Kantoren, für die Organisten und für besondere Gottesdienstformen.

Neben dem umfangreichen Stammteil besaßen die primär verbreiteten Ausgaben der Diözesen noch einen Anhang, mit dem „eingesungenes“ Eigengut der Bistümer erhalten bleiben, zugleich aber die Akzeptanz des Gesamtwerkes während einer Übergangsphase erhöht werden sollte. Deutlich war die emotionale Dimension zu erkennen, die durch den Wegfall oder die Abänderung bekannter Lieder berührt wurde. Einige Bistümer haben später noch einen weiteren Anhang zum Einlegen veröffentlicht, der vor allem junges Liedgut enthielt, das im Gotteslob noch nicht berücksichtigt worden war. Viele Gemeinden nutzten aber auch die Liederbücher der Katholikentage als parallele Gesangbücher neben dem Gotteslob, etwa für Jugendgottesdienste. Zur Verbreitung des Gotteslob hat sicherlich verholfen, dass einerseits der persönliche Besitz eines Gesangbuches in den 1970er-Jahren noch selbstverständlich war, andererseits aber die Gemeinden einen großen Satz an Exemplaren in den Kirchen vorrätig hielten: Ein Gotteslob war stets zur Hand, wenn jemand danach suchte.

Die Entstehung des neuen Gotteslob

Als in den 1990er-Jahren ein Nachdruck des Gotteslob in größerem Umfang notwendig wurde, wurden mögliche Verbesserungen diskutiert. Es blieb aber bei geringfügigen Korrekturen, die ab 1996 in einer Neuauflage umgesetzt wurden: Druck- oder sachliche Fehler wurden beseitigt und Anpassungen an die nach 1975 erschienenen liturgischen Bücher vollzogen. Vor allem wurden an einigen Stellen Veränderungen einer geschlechtergerechten Sprache in einer Weise durchgeführt, die dennoch die parallele Benutzung von bisheriger und revidierter Gotteslobfassung möglich machte.

Im Jahr 2001 beschlossen die Österreichische und die Deutsche Bischofskonferenz, ein neues „Gemeinsames Gebet- und Gesangbuch“ zu erarbeiten. Bald begannen die organisatorischen Vorarbeiten mit der Bildung der entsprechenden Kommissionen und Arbeitsgruppen. Im Jahr 2003 wurde bei ausgewählten Pfarreien und kirchlichen Institutionen, aber auch bei Kirchenmusikern und Kirchenchören eine Umfrage zur Akzeptanz des Stammteils des bisherigen Gotteslob durchgeführt, die in Zusammenarbeit mit dem Bonner Seminar für Liturgiewissenschaft ausgewertet wurde. Gemeinsam mit der Sammlung der wissenschaftlichen Publikationen zum Thema wurden erste Perspektiven für die Neukonzeption entwickelt.

Der Arbeitsprozess dauerte einige Jahre. Vom Advent 2007 bis Pfingsten 2008 wurde eine Probepublikation in ausgewählten Gemeinden einem Praxistest unterzogen, dessen Ergebnisse in die weitere Planung einflossen. Damit konnten die Arbeiten nochmals präzisiert und die Erstellung von begleitenden Materialien (etwa dem Orgelbuch) gestartet werden. Zusätzliche Zeit forderten das rechtliche Verfahren und die mit „Liturgiam Authenticam“ von 2001 geforderte Genehmigung von Teilen des Gesangbuches durch den Heiligen Stuhl – ein liturgiegeschichtlich gänzlich neuer, zudem umstrittener Vorgang. Als dann die Bischöfe im November 2012 die Druckfreigabe des Manuskriptes erteilten, konnte die aufwendige Produktion des neuen Gesangbuchs beginnen.

Als Erstes konnten die Diözesen Aachen und Würzburg im Oktober 2013 ihre Ausgaben der Öffentlichkeit vorstellen. Andere Diözesen waren von Druckproblemen betroffen. Während in vielen Gemeinden am ersten Adventssonntag schon das neue Gotteslob vorliegt, müssen sich einige Diözesen bis ins neue Jahr oder sogar bis zur Jahresmitte gedulden, um alle Gemeinden mit ihrem Gotteslob zu versorgen.

Theologische Grundlegung und Anlage des neuen Gotteslob

Um die theologische Bedeutung eines solchen Gebet- und Gesangbuches für die gottesdienstliche Feier tiefer ergründen zu können, lohnt es, die heutige liturgische Situation mit der vor ca. 100 Jahren zu vergleichen. Diese war nämlich sehr verschieden von der heutigen, und entsprechend hatte ein solches Buch eine andere Funktion.

Gilt die liturgische Feier heute als Vollzug der gesamten versammelten Gemeinde (die wiederum eingebunden ist in die Gemeinschaft der ganzen Kirche), so galt vor einem Jahrhundert allein das liturgische Handeln des Priesters als relevant, der es für die Gemeinde vollzog – ob diese nun direkt anwesend war oder nicht. Die Anwesenheit war erwünscht, und ein wie auch immer gearteter Mitvollzug der Gemeinde galt als fromm, im liturgischen Wertesystem aber war beides nicht entscheidend. Entsprechend boten Gebet- und Gesangbücher bis zur Liturgischen Bewegung Material für die fromme Übung des Einzelnen während der Messe oder aber auch für eine (Mess-)Andacht der Gemeinde, die neben der vom Priester gelesenen Messe gefeiert wurde, man könnte auch sagen: ablief. Schnittpunkt war in der Regel nur die Elevation mit der Anbetung und Verehrung der konsekrierten eucharistischen Gaben. Selbst wenn die Gemeinde Teile der Messe direkter mitvollzog, etwa in einem entsprechenden Lied, oder ein Chor in einer gesungenen Messe die Ordinariumsteile ...

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