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Spion in seiden höschen – Eine zu wenig im Bett

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Alle Rechte, einschließlich das der vollständigen oder auszugsweisen Vervielfältigung, des Ab- oder Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten und bedürfen in jedem Fall der Zustimmung des Verlages.

Der Preis dieses Bandes versteht sich einschließlich der gesetzlichen Mehrwertsteuer.

PROLOG

Mai

Hunter Jordan tat es … schon wieder.

Lindsay spähte auf die leuchtende Anzeige ihres Radioweckers. Kaum zu glauben! Vor nicht einmal einer Stunde hatte er schon einmal höchst leidenschaftlichen Sex gehabt. Zumindest hatte Lindsay das aus den atemlosen Schreien seiner Freundin und seinem befriedigten Stöhnen geschlossen. Und jetzt fingen sie wieder von vorn an. Was war nur los mit diesem Mann?

Oder besser: Wer war mit diesem Mann zusammen? Eine sehr glückliche Frau – so viel stand fest. Eine Blondine mit Körbchengröße 80 E, das hatte Lindsay mit eigenen Augen gesehen. Lindsay, eine 70 C, hatte weder leidenschaftlichen noch sonst wie gearteten Sex gehabt, seit sie vor einem Jahr hier eingezogen war. Und jetzt war sie dazu verdammt, dem stetigen Rums, rums, rums zuzuhören, wenn Hunters Bett gegen die Wand krachte.

Gut, sie war nicht direkt gezwungen, zuzuhören. Sie könnte in ihr Wohnzimmer gehen, die Musik aufdrehen und so die Geräusche übertönen. Das hatte sie schon während der ersten Runde getan. Irgendwie. Gegen Ende war sie allerdings zurück in ihr Schlafzimmer geschlichen, um dem großen Finale zu lauschen. Sie war wirklich jämmerlich. Doch den Reaktionen seiner Freundin während ihrer sechsmonatigen Beziehung nach zu urteilen, versprach Hunter wahrhaft sagenhafte Schlussakte.

Lindsay musste sich ihren Kick eben holen, wo sie ihn bekommen konnte.

Offensichtlich war Hunter gerade dabei, “Silicon Sally”, wie Lindsay sie insgeheim nannte, einen weiteren fantastischen Höhepunkt zu verschaffen. Sie ahnte es, weil das Stöhnen wieder eingesetzt hatte. Noch nie hatte ein Mann Lindsay dazu gebracht, so zu stöhnen – wenn man einmal von dem Abend absah, an dem ihr Kopf wiederholt unsanft gegen die Wand gestoßen war, als Sherman, der Idiot, mit ihr geschlafen hatte. Um ein Haar hätte Lindsay eine Gehirnerschütterung davongetragen. Zum Glück war Sherman dann doch noch aufgegangen, dass sie um Hilfe schrie und ihn nicht anflehte, sie härter zu nehmen.

Hunter würde sich sicherlich niemals so ungeschickt anstellen. Jeder, der gesehen hatte, wie er die Bademoden-Models in der neuesten Ausgabe des Hochglanzmagazins Instant Replay fotografiert hatte, wusste: Dieser Mann verstand die Frauen. Lindsay war sich ziemlich sicher, dass es sich bei der Frau im roten Bikini auf dem Cover um seine Freundin handelte. Es war nicht eindeutig zu sagen, da sie normalerweise nicht im roten Bikini vor Hunters Apartment herumstolzierte – aber die Proportionen ihres Körpers und der Brüste stimmten, und sie hatte die hohen Wangenknochen eines professionellen Models.

Oh ja, Hunter verstand die Frauen – wenn man den verzückten Schreien weiblicher Ekstase, die durch die Wand drangen, Glauben schenken konnte. Die Schreie wurden immer schriller, wurden schließlich zu einem mitreißenden Crescendo. Lindsay war ebenfalls aufgewühlt. Sie wartete darauf, dass auch Hunter mit seinem tiefen Stöhnen einfiel. Doch stattdessen begann seine Freundin wieder zu keuchen und reihte atemlos Worte aneinander – ja-oh-ja-oh-ja-oh-ja-oh-ja. Hunter schien ihr einen multiplen Orgasmus zu verschaffen.

Lindsay schlug die Decke zurück und erhob sich aus dem Bett, um ins Wohnzimmer zu ihrer Stereoanlage zu gehen. Mit der geballten Faust an die Wand zu hämmern stand wohl nicht zur Diskussion. Seit sechs Monaten hörte sie sich diese Symphonie der Lust zwei- bis dreimal die Woche an. Wenn sie jetzt an die Wand trommelte, wäre Hunter klar, dass sie die ganze Zeit über Voyeur gespielt hatte.

Sie sollte sich einfach einen Vibrator kaufen und es gut sein lassen. Aber diesen Schritt zu gehen käme dem endgültigen Eingeständnis gleich, dass sie tatsächlich für eine sehr, sehr lange Zeit keinen Sex haben würde. Und als unerschütterliche Optimistin hoffte Lindsay, dass es nicht so weit kommen würde.

Sie stampfte ins Wohnzimmer. Im Licht einer Straßenlaterne, das durchs Fenster fiel, stellte sie die Musik an und drehte den Lautstärkeregler auf. Dann entschloss sie sich, als Ersatzbefriedigung eine Banane zu essen. Gott, sie brauchte einen Freund. Zum Teufel, sie brauchte ein Date.

Im vergangenen Jahr hatte sie eine weitreichende Entscheidung getroffen: Sie hatte sich geschworen, sich mit keinem Mann mehr zu verabreden, der sich nur über eine Enttäuschung hinwegtrösten wollte. Und unglücklicherweise schränkte dieser Entschluss ihre Chancen auf ein Date erheblich ein. Ihre beste Freundin Shauna behauptete, dass es an ihrer fürsorglichen Art liegen würde, die für im Sternzeichen Krebs Geborene so typisch war. Was auch immer der Grund war: Irgendwie zog sie genau die Männer magisch an, die gerade erst verlassen worden waren. Und nachdem sie deren gebrochenes Herz repariert hatte, ließen diese Mistkerle sie wieder sitzen. Offensichtlich wurden sie nicht gern daran erinnert, dass sie sich einmal extrem verletzlich gezeigt hatten.

Missmutig biss Lindsay in die Banane. Was für ein verflucht kläglicher Ersatz. Zunehmend teilte sich die Männerwelt in diejenigen, die kürzlich verlassen worden waren, und diejenigen, die bereits vergeben waren. Shauna, die Glückliche, war über ein Exemplar der seltenen Gattung “ungebunden und unverletzt” gestolpert. Und jetzt war sie mit diesem Mann verlobt. Ihre Freundin dabei zu beobachten, wie sie mit dem zufriedenen Gesichtsausdruck einer Frau durch die Welt lief, die Sex haben konnte, wann immer ihr danach war, empfand Lindsay nicht gerade als hilfreich im Kampf gegen die wachsende Frustration.

Als Shaunas Brautjungfer war es erforderlich, dass Lindsay Zeit bei der Hochzeitsagentur Divine Events verbrachte. Oh, für ein Mädchen, das in seinem Leben guten Sex oder wenigstens die Aussicht auf guten Sex hatte, war das sicherlich ein fantastischer Ort. Aber nicht für Lindsay. Im Empfangsbereich von Divine Events lag ein scharlachrotes Buch, in dem unzählige sexuelle Fantasien niedergeschrieben waren. Shauna sagte, die einzelnen Seiten seien dazu bestimmt, herausgerissen zu werden – sie selbst hatte es schon ein paarmal ausprobiert. Aber Shauna hatte ja auch einen Mann, mit dem sie diese Fantasien ausleben konnte.

Und als wäre das alles nicht schon schwierig genug, steckte Lindsay zu allem Überfluss auch noch in ihrer privaten Hölle. Sie wohnte Tür an Tür mit einem Sexgott, der verführerisch braune Augen und einen Körper hatte, der für die Liebe wie geschaffen schien. Doch unglücklicherweise war Hunter bereits vergeben gewesen, als er eingezogen war – und dazu gehörte er leider immer noch. Lindsay konnte sich nicht vorstellen, dass irgendjemand Hunter verlassen würde. Er verkörperte diese unwiderstehliche Mischung aus Bad Boy und Good Guy.

Sein Bad-Boy-Charisma hatte Lindsay aus der Ferne beobachtet, den Good-GuyCharme aber am eigenen Leibe erlebt. Eines Samstagmorgens waren sie sich per Zufall im Waschkeller des Apartmenthauses begegnet. Sie hatten schnell festgestellt, wie viel Spaß es ihnen machte, sich zu unterhalten, während die Waschmaschinen liefen. Kurzerhand hatten sie es zu einer festen Gewohnheit gemacht. Und deshalb würde sie ihm auch niemals und unter gar keinen Umständen gestehen, dass sie ihn beim Sex durch die Wand hören konnte. Das wäre viel zu peinlich.

Und – Mannomann! – er hatte Sex. Sogar über die laut aufgedrehte Musik hinweg konnte Lindsay die wilden Schreie hören, seine tiefen und ihre hohen. Offensichtlich kosteten Hunter und seine vollbusige Freundin gerade ihren gemeinsamen Höhepunkt aus. Es gab keine Zweifel: Lindsay musste sich einen Vibrator anschaffen. Oder einen echten, von Testosteron strotzenden, im Bett erfahrenen, jederzeit bereiten und extrem willigen Mann.

1. KAPITEL

Juli

Wie jeden Abend in der Woche nahm Hunter die öffentlichen Verkehrsmittel, um von der Redaktion des Instant Replay in der Innenstadt von Chicago zu seinem Apartment zu gelangen. Zusammengepfercht mit anderen Pendlern versuchte er, cool zu bleiben – doch das war gar nicht so einfach. Der Brennofen da draußen, der auf mindestens fünfunddreißig Grad eingestellt war, schien den Zug schmelzen zu wollen. Und außerdem musste Hunter unentwegt an Lindsay Scott denken.

Er fragte sich, ob sie schon von der Bank zurück sei, in der sie arbeitete, fragte sich, ob dies der Abend sei, an dem er rübergehen und sie um eine Tasse Zucker, die aktuelle Fernsehzeitung, eine Briefmarke oder ein paar frische Batterien für die Fernbedienung bitten sollte. Das waren die besten Entschuldigungen, die ihm einfielen – und sie alle wirkten lahm. Mittlerweile war er schon vollkommen frustriert.

Alles hatte damit begonnen, dass sie sich zufällig im Waschkeller des Hauses begegnet waren. Und seitdem sie beschlossen hatten, ihre Wäsche immer gemeinsam am Samstagmorgen zu waschen, hatte er erotische Träume – mit Lindsay als Hauptperson. Als das zum ersten Mal passierte, glaubte Hunter noch, den Grund zu kennen: Pamela war auf einem Shooting gewesen, und er hatte einfach Lust verspürt.

Doch dann war Pamela aus Arizona zurückgekehrt, und sie hatten wieder regelmäßig wundervollen Sex gehabt. Trotzdem hatten die Träume von Lindsay nicht aufgehört. Im Gegenteil – sie waren noch lebendiger geworden …

In seinem Traum tänzelte Lindsay in ihrem normalen Samstagmorgen-Outfit in den Waschkeller. Das braune Haar hatte sie zu einem Pferdeschwanz gebunden – oder vielleicht hielt auch eine Spange ihr Haar zurück. Ihr sommersprossiges Gesicht war ungeschminkt, ihr T-Shirt hatte sie in der Taille zusammengeknotet und die abgerissenen Shorts reichten ihr bis zu den zarten Oberschenkeln. Sie erblickte ihn und hielt inne. Ihre blauen Augen verdunkelten sich vor Lust. Und dann taten sie beide es auf der Waschmaschine …

Die Gedanken an Lindsay überfielen ihn mittlerweile auch am Tag. In der Nacht, als er mit Pamela geschlafen und dabei an Lindsay gedacht hatte, war ihm klar geworden, dass er sich der Situation wie ein Mann stellen musste. Das alles war nicht Pamelas Schuld. Die Vorstellung, die Frau verletzen zu müssen, die sechs Monate lang eine unglaubliche Partnerin im Bett gewesen war, hatte ihm überhaupt nicht behagt.

Während ihres letzten gemeinsamen Dinners hatte er mit ihr Schluss gemacht. Es war ihm wichtig gewesen, trotz allem ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Sie hatte wissen wollen, ob eine andere Frau dahintersteckte; er hatte nur die halbe Wahrheit gesagt, als er mit einem Nein antwortete. Immerhin hatte er Pamela nur in seinen Träumen betrogen. Bevor er Lindsay begegnet war, hatte Hunter geglaubt, dass Pamela vielleicht sogar die Frau fürs Leben werden könnte und sie beide bis ans Ende ihrer Tage zusammenbleiben würden. Irgendwann einmal. Wenn er für so etwas bereit war.

Doch offensichtlich war er nicht bereit, irgendjemandes Ehemann zu werden. Nicht, solange er so leicht abzulenken war – obwohl er unglaublichen Sex mit einer Frau hatte, die er auch noch mochte. Trotzdem musste er herausfinden, wohin ihn seine Besessenheit von Lindsay bringen würde. Leider wusste Lindsay, dass er mit Pamela zusammen gewesen war. Und selbst wenn er vor drei Wochen mit ihr Schluss gemacht hatte, konnte er wohl kaum vor Lindsays Tür auftauchen und sagen: “Hi, meine Freundin gehört seit drei Wochen der Vergangenheit an, also lass uns miteinander schlafen!”

Die Zeit war einfach noch nicht reif, um Lindsay so direkt um eine Verabredung zu bitten. Er musste anders vorgehen. Der Waschkeller fiel wohl aus, um ihre Beziehung einen Schritt nach vorne zu bringen. Das ganze Drumherum war einfach zu sehr mit seiner Fantasie verbunden, als dass er mit Sicherheit sagen konnte, ob er sich würde beherrschen können. Nein, diesen Plan musste er erst einmal ruhen lassen und sich etwas anderes überlegen. Er hatte sogar schon darüber nachgedacht, die Bank zu wechseln, damit er eine Ausrede hatte, um von ihr am Schalter bedient zu werden. Aber das wäre vermutlich ein wenig zu offensichtlich.

Es war besser, sich einen Grund zu überlegen, um am Abend an ihre Tür zu klopfen und zu sehen, wie sie darauf reagierte. Früher oder später würde ihm schon noch eine Ausrede einfallen, die nicht so lächerlich klang. Und dann würde er ihr irgendwann das zurückgeben, was auch immer er sich von ihr ausgeborgt hatte, und ihr vielleicht eine Pizza als Dankeschön mitbringen. Er sollte es langsam angehen lassen. Bei Gelegenheit würde er erwähnen, dass er mit Pamela Schluss gemacht hatte, doch er würde versuchen müssen, diese Information so beiläufig wie möglich fallen zu lassen.

Wenn er hierbei patzte, würde Lindsay womöglich denken, dass er ein herzloser Mistkerl war, der die eine Frau abservierte und sich schnell die nächste angelte. Himmel, er hoffte, er war nicht so ein Mensch. Oberflächlich betrachtet, schien er so zu handeln. Tja, er würde die Beziehung zu Lindsay eben sehr, sehr langsam aufbauen müssen, um zu beweisen, dass er nicht so leichtfertig und verantwortungslos war, wie es den Anschein erweckte.

Auf dem Weg von der Bahnstation zu seinem Apartmenthaus bekam er die unangenehme Mischung aus Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit unbarmherzig zu spüren. Unwillkürlich fragte er sich, wie seine Großeltern in Chicago ohne Klimaanlage überlebt hatten. Sie hatten nicht weit entfernt ein Klinkerhaus besessen. Als Kind, bei Grandma und Grandpa, war ihm die Hitze nie aufgefallen – vermutlich, weil er seine Zeit damit verbracht hatte, durch den Rasensprenger zu hüpfen oder selbst gemachtes Pfirsicheis zu essen. Mit zweiunddreißig war er, was das Wetter betraf, augenscheinlich zu einem Weichei geworden.

Er fühlte sich noch immer erhitzt und verschwitzt, als er den Flur zu seinem Apartment im vierten Stock des Hauses entlangging. In ein paar Minuten würde er seine Klimaanlage voll aufdrehen und eine eiskalte Dusche nehmen. Versonnen dachte er darüber nach, ob Lindsay wohl Pfirsicheis mochte.

In dem Moment bemerkte er das geschäftige Treiben vor ihrer Wohnungstür, und mit einem Mal war ihm die Hitze egal. Lindsay unterhielt sich gerade mit einem Lieferanten, der einige Kartons auf einer Sackkarre stehen hatte. Nach einem kurzen Blick auf die großen Pakete war Hunter sich sicher, dass es sich um eines dieser TV-Möbel handelte, das man selbst aufbauen musste. Ihm kam eine Idee.

“Hey, Lindsay”, rief er ihr zu, als er an ihrem Apartment vorbeikam. Junge, sah sie nicht süß und strahlend aus in diesem weißen Kleidchen? Vielleicht sollte er die Bank doch wechseln – egal, wie offensichtlich es sein mochte. Bei einer Bankangestellten wie ihr war es ihm ein Rätsel, warum die männlichen Kunden überhaupt noch an den Geldautomaten gingen.

Sie blickte von dem Lieferschein auf, den sie eben unterschrieb. “Hey, Hunter.”

“Sieht nach einem Wochenendprojekt aus.”

“Ja. Ich habe mich entschlossen, mir ein total erwachsenes Multimediamöbel anzuschaffen.” Lachend schob sie sich eine Haarsträhne hinters Ohr. Heute fiel ihr das Haar offen über die Schultern, was wieder ein reizvoller Unterschied zu der Art war, wie sie es samstags trug.

“Viel Glück dabei.” Hunter fand, dass sie in ihren High Heels und den Nylonstrümpfen sehr erwachsen aussah. Wow.

“Danke, Hunter.”

Obwohl er gern noch stehen geblieben wäre, zwang er sich, zu seiner Wohnungstür zu gehen. Bevor er hineinging, wandte er sich um, als wäre ihm soeben ein Gedanke gekommen. “Hören Sie, Lindsay, es kann wirklich kompliziert sein, so was aufzubauen. Wenn Sie ein Paar hilfreicher Hände brauchen, stehe ich gern zur Verfügung.” Ein Paar sehr gieriger Hände … Oh, Himmel. Egal, wie sehr er auch versuchte, seine Lust zu unterdrücken, es wollte ihm einfach nicht gelingen.

Der Fahrer des Lieferdienstes hatte bereits damit begonnen, die Kartons in Lindsays Apartment zu bringen. Lindsay schob noch einmal ihren Kopf aus der Tür, um Hunter zu zeigen, dass sie sein Angebot gehört hatte. “Das ist sehr großzügig von Ihnen. Haben Sie einen Schraubenzieher?”

“Ja. Sicher.” Irgendwo. Er hoffte, dass er keinen taktischen Fehler gemacht hatte. Mit der Kamera war er ein Zauberer, aber seine handwerklichen Fähigkeiten konnten da kaum mithalten. Andererseits kamen Möbel, die man selbst aufbauen konnte, für gewöhnlich mit einer Anleitung – auch wenn diese meist von Menschen mit höchst unzuverlässigen Sprachkenntnissen geschrieben wurden. Aber irgendwie würde er es schon schaffen.

“Dann könnte es durchaus sein, dass ich Ihre Hilfe in Anspruch nehme”, sagte Lindsay.

“Jederzeit.” Hunter wartete, bis er in seinem Apartment war und die Tür hinter sich geschlossen hatte, bevor sich ein breites Grinsen auf seinem Gesicht ausbreitete. Ja!

Eine Stunde später saß Lindsay in ihrem Wohnzimmer auf dem Fußboden. Um sie herum lagen kleine Päckchen mit Muttern und Schrauben, unterschiedlich lange und breite Spanplatten mit Kirschbaumholzfurnier, ihr Schweizer Messer und eine vollkommen unverständliche Aufbauanleitung. Das Taschenmesser hatte sie wegen seiner verschiedenen Schraubenzieher bereitgelegt; bis jetzt hatte sie allerdings noch keine einzige Schraube versenkt.

Obwohl sie in ihrem ganzen Leben noch nicht ein einziges Möbelstück zusammengebaut hatte, setzte sie auf ihre überdurchschnittliche Intelligenz, um die Aufgabe zu bewältigen. Schlechte Idee. Und tatsächlich stellte das TV-Regal nicht nur in Sachen Aufbau ein Risiko für sie dar. Solch ein Möbelstück ließ einen unbefangenen Betrachter darauf schließen, dass sie lieber zu Hause blieb, um sich zu amüsieren. Dabei war dieser Schluss zugegebenermaßen nicht ganz abwegig: In den vergangenen Monaten war sie so oft wie möglich ausgegangen, um Spaß zu haben – und ehrlich gesagt, war sie es leid.

Ja, sie hatte ihr Apartment abends bewusst gemieden, damit sie nicht zuhören musste, wie Hunter mit seiner Freundin schlief. Doch sie hatte versucht – ernsthaft versucht –, einen Mann zu finden. Shauna hatte ein paar Treffen arrangiert.

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