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Eine böse Überraschung

1. KAPITEL

Laura blickte Tanja fassungslos an. Ihre Freundin konnte doch nicht ernsthaft von ihr erwarten, dass sie gegen Christian intrigierte!

„Wie bitte? Was soll ich tun?“, fragte sie entgeistert.

„Dafür sorgen, dass Christian vom ‚Fürstenhof‘ verschwindet“, erwiderte Tanja, als sei das das Selbstverständlichste von der Welt.

„Das kann nicht dein Ernst sein!“

„Bitte.“ Das Zimmermädchen warf ihrer Freundin einen verzweifelten Blick zu. „Wenn ich ihm jeden Tag über den Weg laufe … Das halte ich nicht aus.“

Laura nickte nachdenklich. Natürlich verstand sie, wie schlecht es Tanja bei dieser Vorstellung gehen musste. „Aber hast du dir mal überlegt, was das für ihn bedeutet?“, fragte sie vorsichtig.

„Auf wessen Seite stehst du eigentlich?“, stieß Tanja hervor. „Auf seiner oder meiner?“

„Auf deiner natürlich.“

„Dann hilf mir!“

„Ich soll wirklich zu Alexander gehen und ihm irgendwas erzählen, damit er Christian rausschmeißt?“, wollte Laura ungläubig wissen.

„Du bist doch meine Freundin“, beharrte Tanja.

Laura seufzte. „Mal abgesehen davon, dass Alexander das bestimmt nicht tut, nur weil ich irgendwas erfinde …“

„Dann musst du dir etwas einfallen lassen, das er glaubt“, forderte ihre Freundin.

„Wenn du mit jemandem Stress hast“, wandte Laura ein, „kannst du den doch nicht einfach in die Wüste schicken.“

„Hör auf! Ich habe jetzt echt keine Lust auf eine Predigt.“

„Ich kann das nicht machen“, erklärte Laura leise.

Enttäuscht sah das Zimmermädchen sie an. „Du willst mir nicht helfen?“

„Ich kann nicht. Zumindest nicht so.“

„Und ich dachte, du wärst meine Freundin …“ Tanjas Stimme klang bitter, und Tränen der Enttäuschung schimmerten in ihren Augen.

Tanja konnte nicht fassen, dass selbst Laura sich scheinbar gegen sie gestellt hatte. Traurig wandte sie sich kurz nach dem Gespräch mit Laura an ihre Mutter. „Alle sind gegen mich“, erklärte sie niedergeschlagen. „Jetzt lässt mich auch noch Laura hängen.“ Viola sah ihre Tochter verständnislos an. „Dieser Mistkerl soll weg hier“, fuhr Tanja fort. „Aber Laura stellt sich stur. Dabei hat sie so gute Beziehungen nach oben.“

„Und?“ Viola ahnte Böses.

„Alexander soll Christian rausschmeißen. Laura könnte ihn dazu bringen … Wäre für sie gar kein Problem. Aber sie will nicht.“

„Was für eine schwachsinnige Idee!“ Tanjas Mutter schüttelte den Kopf. „Du kannst dir nur gratulieren, dass du so eine kluge und vernünftige Freundin hast.“

Fassungslos blickte Tanja ihre Mutter an. „Weißt du, was es für mich heißt, wenn ich ihm jeden Tag über den Weg laufen muss? Das halte ich nicht aus …“, schluchzte sie.

„Du übertreibst“, entgegnete Viola liebevoll. „Andere Leute müssen noch ganz andere Dinge aushalten.“ Ihre Tochter verzog das Gesicht. „Hast du zum Beispiel auch nur einen Augenblick an mich gedacht? Was es für mich bedeutet, wenn Christian seinen Job verliert und seine Schulden nicht mehr abbezahlen kann?“

„Dir geht es mal wieder nur um dein verdammtes Geld!“, zischte Tanja aufgebracht.

Viola zuckte zusammen. „Ich erkenne dich gar nicht wieder“, erwiderte sie beunruhigt.

„Du denkst nur an dich. Hält denn keiner mehr zu mir?“

„Red keinen Unsinn!“ Violas Stimme wurde eindringlich. „Du hast dich unglücklich verliebt. Das ist nicht schön, aber du bist nicht die Erste, die mit so etwas fertig werden muss.“

„Es tut so weh“, flüsterte das Zimmermädchen.

„Trotzdem, du kannst doch deine Probleme nicht dadurch lösen, dass du andere ins Unglück stürzt …“

Doch Tanja hatte sich nun einmal in den Kopf gesetzt, dass Christian den „Fürstenhof“ verlassen sollte. Trotzig sah sie ihre Mutter an. Sie würde ihr Ziel schon erreichen.

Zur gleichen Zeit reparierte Christian ein Scharnier an einer Boxentür im Pferdestall. Alexander Saalfeld und seine Frau traten ein. Der Juniorchef musterte Christian mit einem misstrauischen Blick.

„Das Scharnier … Es wäre bald rausgebrochen“, erklärte der Haustechniker des „Fürstenhofs“.

„Ausgezeichnet. Sie wollen sich hier wohl unentbehrlich machen“, versuchte Alexander einen Scherz, der jedoch gründlich misslang. Er konnte seine Abneigung gegen Christian nicht verbergen.

Christian lächelte schief, verabschiedete sich und ging.

Katharina hatte die Spannung zwischen den beiden gespürt. „Er macht doch gute Arbeit“, wandte sie sich nun an Alexander und betrachtete ihn irritiert. „Was hast du gegen ihn?“

„Ich? Nichts!“, antwortete er eine Spur zu aggressiv.

Sie schmiegte sich an ihn, um ihn zu besänftigen. „Wahrscheinlich hast du einfach zu viel um die Ohren. Komm, schwänz das Büro für eine Stunde, und wir gehen zusammen reiten.“

Der Juniorchef seufzte. „Ich kann nicht. Wenn ich morgen zu der Untersuchung nach München fahre, muss ich jetzt vorarbeiten.“

„So lange dauert der Test doch gar nicht“, wandte sie ein.

„Alles in allem verliere ich einen halben Tag …“

Sie nickte. „Ich bin froh, dass du es machst“, sagte sie. „Dann wissen wir wenigstens, warum es bisher nicht geklappt hat.“

„Ob es an mir liegt, wolltest du sagen“, entgegnete er.

„Bitte, sei nicht beleidigt. Es ist wichtig für mich …“

„Ich weiß.“ Er nahm sie in den Arm. „Ich bin nicht beleidigt. Es ist im Augenblick nur alles ein bisschen viel.“ Während er redete, löste sich Katharina von ihm, um ihr Pferd zu satteln. Alexander fuhr fort: „Vater ist Hals über Kopf weggefahren, ich habe keinen Restaurantleiter …“

Plötzlich wurde er durch einen Schmerzensschrei von Katharina unterbrochen. Sie hatte den Sattel anheben wollen und sich dabei offenbar den Rücken gezerrt.

„Hexenschuss oder so was“, stöhnte sie. „Jetzt wird das bei mir wohl auch nichts mit dem Reiten.“

Sie ging mit ihrem Mann zurück zum Hotel und bat Herrn Sonnbichler, umgehend einen Massagetermin für sie zu vereinbaren. Da der Masseur jedoch seinen freien Tag hatte, schlug Alfons Viola Liebertz als Ersatz vor. Nur zu gern willigte Katharina ein.

Die Massage linderte ihre Rückenschmerzen sofort. Die beiden Frauen plauderten gerade über Violas Selbstständigkeit, als deren Handy klingelte. Eine Freundin rief an, die vor kurzem einen Sohn zur Welt gebracht hatte. Als Katharina die freudige Nachricht hörte, fiel es ihr schwer zu lächeln, doch Viola bemerkte es nicht und erzählte voller Überschwang vom Glück ihrer Freundin.

„Sie hat sich seit langem ein Kind gewünscht. Und auch ihr Mann wollte unbedingt eines. Aber es hat einfach nicht geklappt. Die beiden sind von Arzt zu Arzt gerannt, haben wirklich alles Mögliche versucht. Und vor einem guten Jahr haben sie sich getrennt.“

„Dann lag es wahrscheinlich an ihm“, überlegte Katharina. „Sie ist ja offensichtlich gesund.“

„Aber er auch“, erwiderte Tanjas Mutter. „Das ist ja das Komische. Er hat auch eine neue Freundin. Und die ist im sechsten Monat.“

„Das gibt’s nicht …“

„Vielleicht haben die beiden es sich zu sehr gewünscht“, fuhr Viola fort. „Die ganzen Untersuchungen, der ganze Stress … Immer Sex nach der Uhr, weil sie nur auf den Eisprung gewartet haben. Das hat ihnen jegliche Spontaneität genommen.“

„Und deshalb ist Ihre Freundin in der Zeit nicht schwanger geworden?“ Katharina war sichtlich betroffen von Frau Liebertz’ Worten.

„Wäre eine Möglichkeit. – Aber vielleicht war es auch ganz anders.“

„Wie denn?“, wollte Katharina wissen.

„Es gibt Paare, da passt es einfach nicht“, erklärte Tanjas Mutter. „Keine Ahnung warum, aber es ist so. Vielleicht liegt es an der Blutgruppe oder an was Unterbewusstem … Manchmal ist es dann auch besser, wenn man erst gar keine Kinder bekommt.“ Sie konnte nicht ahnen, wie sehr sie Katharina damit beunruhigte.

Alexander war derweil mit den Vorbereitungen für ein Firmenjubiläum beschäftigt, das die prominente Industrielle Barbara von Heidenberg im Hotel veranstalten wollte. Werner hatte sämtliche Vorgespräche geführt, deshalb war Alexander der Dame noch nicht vorgestellt worden.

Und obwohl er die Geschäftsfrau bisher nicht kannte, liefen die Vorbereitungen wie am Schnürchen: Robert hatte bereits einen Menüplan vorgelegt, und Laura würde fürs Dessert zuständig sein.

„Ach Laura“, sagte Alexander, als er sie in der Lobby traf. „Robert hat erzählt, dass du neben den ‚Süßen Küssen‘ noch Mousse und Eis für das Jubiläumsmenü anbieten willst?“

„Ja, warum?“, wollte sie wissen.

„Mach bitte kein Schokoladeneis“, bat er. „Offenbar hat einer der geladenen Gäste eine Schokoladen-Phobie … Genau wie dein Herr Deville.“

„Er ist nicht mein Herr Deville!“, entgegnete Laura etwas zu heftig.

„Entschuldigung.“

„Alle Welt denkt, ich hätte was mit ihm. Dabei ist da gar nichts …“ Ihr Gesichtsausdruck jedoch verriet, dass sie nicht ganz die Wahrheit sagte.

„Alle Welt? Wer denn noch?“, fragte Alexander neugierig.

„Vergiss es“, wehrte sie ab.

„Laura, deinem Bruder kannst du es ruhig erzählen“, beharrte er.

Sie zögerte einen Moment, gab sich schließlich aber einen Ruck. „Tanja“, erklärte sie. „Sie ist in Christian verknallt und denkt, ich wäre ihr in die Quere gekommen. Deshalb haben wir Krach.“

„Und bist du?“, forschte er nach.

„Nein, verdammt!“

„Irgendeinen Grund zur Eifersucht muss Tanja doch haben?“, bohrte er weiter.

„Nein. Hörst du überhaupt zu?“ Wütend funkelte Laura ihn an. „Mann, was ist eigentlich los? Erst Tanja, jetzt auch noch du …“

„Wenn da wirklich gar nichts wäre – dann würdest du nicht so heftig reagieren, sobald von ihm die Rede ist“, hielt er ihr entgegen.

„Schwachsinn“, fauchte sie. „Du hörst zwei oder drei Einzelheiten und bastelst dir daraus ein Bild zusammen. Doch das Bild hat nichts, aber auch gar nichts, mit der Wirklichkeit zu tun.“ Er schien ihr noch immer nicht zu glauben. „Es läuft nichts zwischen Christian und mir!“ Ihre Stimme war ungewöhnlich laut geworden. „Kapier das endlich!“ Damit ließ sie ihn stehen.

Barbara von Heidenberg und ihr Chauffeur waren eingetroffen. Frau von Heidenberg wünschte, wegen des Firmenjubiläums am nächsten Tag gleich mit Herrn Saalfeld zu sprechen. Alfons klopfte an die Bürotür, und kurz darauf betrat Alexander die Lobby.

„Guten Tag. Ich freue mich sehr, Sie bei uns begrüßen zu dürfen“, sagte er höflich.

„Ist der Chef nicht da?“, fragte sie überrascht.

Alfons versuchte, die Situation zu klären: „Alexander Saalfeld ist der Chef.“

„Klar, der Junior!“, rief sie aus und lachte. „Dass ich das nicht sofort erkannt habe! Die Ähnlichkeit ist frappierend …“

Alfons, der Charlottes Geheimnis kannte, verzog gequält das Gesicht.

Kurze Zeit später saß Barbara von Heidenberg mit Alexander und Robert Saalfeld im Restaurant und kostete von den Gerichten, die der Küchenchef für das Festmenü vorgesehen hatte. Sie war vollkommen begeistert – Robert hatte sich mal wieder selbst übertroffen. Aber nicht nur sein Essen schien ihr zuzusagen …

Neugierig betrachtete sie den Küchenchef und begann schließlich, offensiv mit ihm zu flirten – was Robert sich nur zu gern gefallen ließ, immerhin war Barbara von Heidenberg eine ausgesprochen attraktive Frau. Alexander, der sehr wohl das Knistern zwischen den beiden bemerkte, zog sich kurz unter dem Vorwand zurück, Laura wegen der Desserts an den Tisch holen zu wollen.

Als er mit ihr zurückkam, hatte Robert sich bereits verabschiedet und wieder in die Küche zurückgezogen. Nun war es an Laura, die Geschäftsfrau mit ihren Dessertvorschlägen restlos zu überzeugen.

Barbara von Heidenberg ließ sich die Köstlichkeiten schmecken.

„Sehr schön. Alles wirklich sehr schön“, sagte sie schließlich und strahlte vor Zufriedenheit. Der gut geführte Familienbetrieb gefiel ihr. „Der eine Sohn leitet das Hotel, der andere ist für die Küche verantwortlich. Und die Schwester macht diese köstliche Confiserie … Sie scheinen gut zu harmonieren. Das findet man selten. Fehlt eigentlich nur noch Ihr Vater. Aber den sehe ich ja morgen.“

Alexander schluckte. Barbara von Heidenberg wusste nicht, dass Werner nicht anwesend sein würde. Er musste ihr reinen Wein einschenken. „Ich fürchte, mein Vater wird die nächsten Tage nicht da sein“, erwiderte er bedauernd.

„Wieso das denn nicht?“ Unmut spiegelte sich in ihrem Gesicht. „Er hatte mir versprochen, uns allen übermorgen auf einer kleinen Wanderung die Gegend zu zeigen. Und ich gehe doch davon aus, dass er sein Versprechen hält.“

Der Juniorchef zögerte einen Moment, entschloss sich dann jedoch dazu, die Wahrheit zu sagen. „Meine Mutter ist vor kurzem tödlich verunglückt. Da hat er sich eine kleine Auszeit genommen.“

„Ihre Mutter ist tot? Das tut mir aber Leid.“ Trotz ihrer Worte wirkte sie noch immer ein wenig verstimmt. Unschlüssig sah sie sich um. „Gut, wir haben so weit alles geklärt“, sagte sie. „Wir sehen uns morgen.“ Damit erhob sie sich und ging.

„Huch, die ist aber kompliziert“, stellte Laura grinsend fest.

Tanja hatte den ganzen Tag gegrübelt. Nun war sie sicher, einen Plan zu haben, mit dem sie sich Christian ein für alle Mal vom Hals schaffen konnte.

Damit auch ja nichts schief ging, hatte sie sich vorgenommen, den Plan zu üben. Am Abend stand sie in ihrem Arbeitskittel in der Wohnküche der WG und schrie halb laut: „Lass das! Hör auf! Ich will das nicht, du Schwein! Nein!“ Sie zerrte an ihrem Kittel. Doch so sehr sie sich auch bemühte, es gelang ihr nicht, den Stoff zu zerreißen. „Mist. – So wird das nichts“, murmelte sie und zog ihn aus. Schließlich holte sie eine Schere und schnitt den Kittel ein. Jetzt war es leicht, einen großen Riss zu produzieren. „Warum denn nicht gleich so“, sagte sie und betrachtete zufrieden ihren Kittel. Aber so konnte ihre Arbeitskleidung natürlich nicht bleiben – also machte Tanja sich auf die Suche nach Nadel und Faden, um den Riss zu nähen.

Als Laura kurze Zeit später nach Hause kam, sah sie ihre Freundin mit dem Nähzeug kämpfen.

„Soll ich das machen?“, bot sie an. „Nähen war noch nie deine Stärke.“

„Ich mache das selbst!“, wehrte Tanja giftig ab.

„Bitte … War nur ein Angebot.“

„Lass mich einfach in Ruhe“, stieß das Zimmermädchen gereizt hervor.

„Hör mal, wenn du sauer bist, weil ich Christian nicht bei Alexander angeschwärzt habe …“, begann Laura, doch Tanja ließ sie gar nicht ausreden.

„Du sollst mich in Ruhe lassen, habe ich gesagt.“ Sie schnappte sich Kittel und Nähzeug und verschwand in ihrem Zimmer. Laura zuckte resigniert die Schultern.

Auch Alexander konnte nach einem langen anstrengenden Tag endlich den Schreibtisch verlassen.

„Was macht der Rücken?“, fragte er seine Frau, als er in die Wohnung kam.

„Danke, alles in Ordnung“, antwortete Katharina. „Die Massage von Frau Liebertz hat Wunder gewirkt.“ Sie sah ihn an und platzte dann völlig unvermittelt mit der Frage heraus, die ihr seit dem Gespräch mit Tanjas Mutter auf dem Herzen lag: „Glaubst du, wir passen zueinander?“

Überrascht sah er sie an. „Sicher. Wir lieben uns doch, oder?“ Sie nickte. „Wie kommst du denn jetzt plötzlich da drauf?“

„Ach, nichts. War nur so ein Gedanke. Ist schon wieder vorbei“, wich sie aus. „Wir können übrigens morgen früh gemeinsam nach München fahren. Ich muss in die Galerie.“

„Ich kann morgen nicht nach München“, erklärte er bedauernd.

„Aber du hast doch die Untersuchung?“

„Die muss ich verschieben.“ Er schien darüber nicht wirklich unglücklich zu sein. „Vater hatte versprochen, sich persönlich um die Jubiläumsgesellschaft zu kümmern. Und jetzt, wo er geflohen ist, hat Frau von Heidenberg mich verhaftet.“

„Und mir hast du versprochen, zu der Untersuchung zu gehen“, wandte Katharina ein.

„Bitte, ich hole das nach.“ Er gab ihr einen zärtlichen Kuss. „Uns drängt doch nichts. Wir haben noch so viel Zeit …“

Katharina nickte. Doch ihre Miene zeigte deutlich, wie besorgt sie war.

2. KAPITEL

Als Alexander am nächsten Morgen seinen Arzttermin absagen wollte, stellte sich heraus, dass Katharina das bereits für ihn erledigt hatte. Außerdem hatte sie gleich einen neuen Termin vereinbart – für den folgenden Tag.

„Ich würde meine Termine gern selbst machen“, erklärte er etwas ungehalten.

„Aber du willst doch auch Klarheit, ob du zeugungsfähig bist oder nicht?“, hielt Katharina dagegen.

„Sicher. Nur – wozu diese Hetze?“

„Wozu es auf die lange Bank schieben?“ Sie kuschelte sich an ihn. „Wir sind uns einig, wir wollen Kinder. Und deshalb müssen wir die Voraussetzungen abklären. So schnell wie möglich.“

Er hatte nicht die geringste Lust auf diese Diskussion und verabschiedete sich hastig.

Was ist bloß mit Tanja los, fragte sich Laura, als sie zur Arbeit ging. Dieser Vorschlag, Christian anzuschwärzen … Es musste ihrer Freundin doch klar sein, dass sie so etwas niemals tun würde. Laura verstand ja, dass Tanja traurig war. Und enttäuscht und wütend. Aber trotzdem … Dann die Geschichte mit dem Kittel – sehr merkwürdig. Normalerweise wäre Tanja die Erste gewesen, die Laura das Nähzeug in die Hand gedrückt hätte. Und plötzlich bestand sie darauf, den Kittel selbst zu flicken. Lag das nur daran, dass sie sauer auf Laura war? Oder hatte sie noch etwas anderes vor? Bloß was? Es war bestimmt nicht falsch, ein bisschen auf Tanja aufzupassen. Hinterher machte sie in ihrer Verzweiflung etwas, das ihr später Leid tun würde …

Ein Fahrradklingeln schreckte Laura aus ihren Gedanken. Christian hielt neben ihr.

„Ich bin froh, dass ich dich treffe“, sagte er. „Ich wollte dich was fragen, wegen Tanja. Weißt du, wie es ihr geht?“

„Wir reden im Moment nicht viel miteinander“, erklärte sie. „Aber ich denke, dass es ihr schon mal besser ging.“

„Sie tut mir wirklich Leid. Ich überlege die ganze Zeit …“

„Ob du aus Mitleid so tun solltest, als wärst du verliebt?“, unterbrach Laura ihn provozierend.

Er grinste schief. „Keine gute Lösung. Wenn ich ihr nur irgendwie helfen könnte … Doch da bin ich im Augenblick wahrscheinlich der Letzte.“

„Geh am besten mal eine Zeit lang auf Abstand“, riet sie.

Er nickte. „Wenn sie mich ständig vor Augen hat, mache ich es ihr nur noch schwerer.“

„Sie ist ziemlich verletzt …“ Er vernahm den Unterton in ihren Worten und sah sie fragend an. „Ich kenne Tanja“, fuhr sie fort. „Und in so einer Lage weiß sie manchmal nicht, was sie tut.“

„Wie meinst du das?“, wollte er wissen.

„Ist nur ein Gefühl. Sei einfach ein bisschen vorsichtig …“

Und Tanja wollte tatsächlich Ernst machen …

Von einem Gästezimmer aus rief sie an der Rezeption an und behauptete, der Abfluss sei kaputt. Alfons Sonnbichler ließ sofort den Haustechniker rufen und schickte ihn nach oben.

Das Zimmermädchen ging nervös auf und ab und blickte immer wieder zur Tür. Endlich erschien Christian.

„Hallo, du bist ja noch hier“, sagte er und lächelte sie an. „Der Abfluss ist also gar nicht verstopft, oder?“ Irritiert sah sie ihn an. „Dafür hättest du wohl kaum auf mich gewartet“, meinte er. Sie nickte resigniert. „Ich habe mir gleich gedacht, dass du mit mir reden willst.“ Tanja wusste nicht weiter. Sie rang mit sich, ob sie ihren Plan nun wirklich ausführen sollte oder nicht. Nach einem unangenehmen Schweigen ergriff Christian wieder das Wort. „Wenn ich dich verletzt habe … Tut mir Leid. Das wollte ich nicht. Aber ich wusste auch nicht, wie ich es anders hätte machen sollen.“ Er sah sie direkt an. „Du willst doch nicht mit einem Mann zusammen sein, der dich nicht liebt, oder?“, fragte er leise. Sie presste die Lippen aufeinander und ballte die Hände zu Fäusten. Sie spürte Wut in sich aufsteigen – jetzt würde sie es tun. Doch bevor sie etwas sagen oder machen konnte, fuhr Christian fort: „Ich verstehe dich. Du bist wütend. Wütend auf mich, wütend auf dich. Wütend auf die ganze Welt.“

„Du hast keine Ahnung“, zischte sie.

„Oh ja. Ich weiß, wovon ich rede. Sehr genau sogar …“ Er schluckte. „Ich war zum Schluss sogar wütend auf Sophia. Obwohl ich sie geliebt habe wie niemand anderen auf der Welt. Aber sie lag einfach nur da … im Koma … bewegte sich nicht …“

„Hör endlich auf, mich vollzuquatschen!“ Tanja wurde zunehmend verzweifelt. „Bei mir ist es ganz anders! Ich könnte glücklich sein. Wenn du nicht wärst …“ Sie griff entschlossen an ihren Kittel. Jetzt aber!

Er schüttelte langsam den Kopf. „Vielleicht hörst du irgendwann auf, wütend auf mich zu sein. Ich würde mir das wünschen. Doch vermutlich geht es nicht.“ Seine Offenheit machte sie hilflos, ließ Zweifel in ihr aufkeimen. „Ich würde mir wirklich wünschen, wir könnten Freunde bleiben“, fügte er leise hinzu.

Tanja ließ die Hände sinken. Tränen stiegen ihr in die Augen. „Entschuldige … Aber ich muss weitermachen …“, stammelte sie und stürmte aus dem Zimmer. Dabei blieb sie an der Türklinke hängen und zerriss sich den Kittel genau an der präparierten Stelle.

Sie floh zu ihrer Mutter.

„Ich hätte gerade fast was ganz Blödes gemacht“, platzte sie heraus.

Viola betrachtete den zerrissenen Stoff und begriff sofort. „Es sollte so aussehen, als ob Christian dich belästigt hätte?“, fragte sie entsetzt.

Tanja brach in Tränen aus. „Ich bin so eine Idiotin“, schluchzte sie. Plötzlich sah sie ihre Mutter erschrocken an. „Du erzählst aber niemandem was?“, flüsterte sie.

„Nein. Ganz bestimmt nicht“, versprach Viola.

Laura wollte noch einmal versuchen, mit ihrer Freundin zu sprechen. In der Mittagspause traf sie Tanja im Personalraum. Es war nicht zu übersehen, dass das Zimmermädchen geweint hatte.

„Ich würde gern mit dir reden“, sagte Laura leise.

Ihre Freundin sah sie abweisend an. „Danke, lass mal stecken. Mein Bedarf an Moralpredigten ist gedeckt.“

„Darum geht es doch gar nicht. Ich wollte nur … Wegen Christian …“

„Da brauche ich deine Hilfe auch nicht mehr“, fuhr Tanja ihr über den Mund. „Vielen Dank für gar nichts.“

Laura schluckte angesichts der Feindseligkeit, die ihr entgegenschlug. Sie waren beste Freundinnen gewesen! Sie kannten sich schließlich beinahe ihr ganzes Leben!

„Es ist nun mal keine Lösung, ihn einfach rausschmeißen zu lassen“, begann sie von neuem. „Sieh das doch ein, bitte …“

„Was Christian macht, ist mir vollkommen egal“, erklärte Tanja patzig. „Von mir aus kann er hier bleiben und an den Heizungen rumschrauben, bis er schwarz wird. – Aber glaub bloß nicht, dass zwischen uns jetzt alles wieder so ist wie früher.“

Geschockt blickte Laura sie an. Aber Tanja verließ ohne ein weiteres Wort den Personalraum.

Alexander stand Barbara von Heidenberg während der gesamten Dauer der Jubiläumsfeier zur Seite. Er behandelte sie mit ausgesuchter Höflichkeit, spürte jedoch, dass ihm ihre ironische und anspruchsvolle Art auf die Nerven zu gehen begann. Als sie ihn dazu aufforderte, ihre Festgesellschaft am nächsten Tag auf der Wanderung zu begleiten, lehnte er ab.

„Den morgigen Tag habe ich meiner Frau versprochen“, erklärte er charmant. „Und Versprechen, die man seiner Frau gegeben hat, sollte man nicht brechen.“

„Bringen Sie sie doch einfach mit“, schlug Barbara von Heidenberg vor. „Ich würde Ihre Frau gern kennen lernen.“

„Es geht wirklich nicht. Danke für das Angebot, aber wir haben dringende familiäre Verpflichtungen.“

„So? Sie vernachlässigen also lieber mich als Ihre Frau?“, stichelte Barbara von Heidenberg. Er quittierte ihre Bemerkung mit einem bemühten Lächeln. „Ja, ja“, fuhr sie spöttisch fort, „es ist nicht einfach, Karriere und Privatleben unter einen Hut zu bringen. Irgendetwas leidet immer …“

„Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie anstrengend die ist“, erzählte Alexander Katharina später. „Ich habe hier ja schon wirklich verwöhnte Gäste erlebt, aber die …“

„Sie hat in ihrem Leben bestimmt immer gekriegt, was sie wollte“, überlegte Katharina.

„Und jetzt glaubt sie, alle müssten auch im Hotel ständig um sie herum springen. Morgen zum Beispiel will sie eine Wanderung machen.“

„Aber ohne dich“, erklärte Katharina energisch. „Du musst zur Untersuchung.“

„Du hättest ihr Gesicht sehen sollen, als ich ihr das gesagt habe“, erwiderte er grinsend.

„Du gehst also nicht?“ Sie war sichtlich erleichtert.

„Natürlich nicht. Nachdem ich dich schon einmal versetzt habe … Hast du morgen eigentlich Zeit? Vielleicht können wir nach der Untersuchung noch ein bisschen über den Viktualienmarkt gehen?“, schlug er vor.

„Und Krautsuppe essen? Wie früher?“, strahlte sie.

„Zum Beispiel.“

„Gern.“ Sie sah ihrem Mann in die Augen. „Entschuldige, wenn ich manchmal rumzicke“, sagte sie leise. „Du weißt ja, wie sehr ich mir ein Baby wünsche …“

„Ich doch auch“, erwiderte er ganz automatisch.

„Du wirst sehen: Wenn wir erst ein Kind haben … Das wird so schön.“ Sie seufzte glücklich. Und bemerkte nicht, dass er nachdenklich in die Ferne starrte.

Kurze Zeit später traf Alexander Laura an der Bar. Sie trank einen Kaffee und wirkte gedankenverloren. Er trat neben sie und bestellte sich ebenfalls einen Kaffee. Wortlos sah er sie an.

„Ich habe mich mit Tanja gestritten“, erklärte Laura, als sie Alexanders fragenden Blick bemerkte. „Und was ist es bei dir? Du siehst nicht gerade glücklich aus.“

Er atmete tief durch. „Vielleicht ist es gut, wenn ich mal mit einem Außenstehenden darüber rede …“, begann er zögernd. „Ich habe dir doch erzählt, wie sehr sich Katharina ein Kind wünscht.“ Sie nickte. „Ich meine, natürlich will ich auch Kinder“, fuhr Alexander fort und starrte in seinen Kaffee. Weder Laura noch Alexander hatten bemerkt, dass Katharina ganz in der Nähe auf die Terrasse getreten war und den Kopf hob, als sie nun ihren Namen hörte.

„Was ist denn dann das Problem?“, fragte Laura verständnislos.

„Dass Katharina so sehr drängt“, entgegnete er. „Sie steigert sich da total hinein. Ich meine, ob jetzt oder in einem Jahr, das ist doch egal …“

„Aber nicht für sie.“

„Sie möchte es am besten vorgestern. Sie redet von nichts anderem mehr.“ Er seufzte. „Ich habe das Gefühl, es steckt etwas ganz anderes dahinter. Irgendwo, in einer Ecke ihres Herzens, glaubt Katharina mir nicht, dass ich sie liebe. Deshalb will sie unbedingt ein Kind. Als endgültigen Liebesbeweis.“ Seine Stimme klang bitter.

„Ein Baby als Liebesbeweis?“ Besorgt sah Laura ihn an.

„Um mich endgültig zu binden“, fuhr er fort. „Aber unter diesen Umständen habe ich keine Lust, Vater zu werden.“

Seiner Frau, die das Gespräch heimlich mitverfolgt hatte, stand der Schock ins Gesicht geschrieben.

„Versteh mich nicht falsch: Ich hätte gern Kinder mit Katharina. Nur nicht so.“

„Nicht, wenn du dabei das Gefühl hast, sie sind Mittel zum Zweck“, brachte seine Schwester Alexanders Zweifel einfühlsam auf den Punkt.

„Aus irgendeinem Grund setzt sich Katharina total unter Druck …“

„Aber warum? Du liebst sie doch …“

„Ja, klar“, bestätigte er. „Und genau deshalb sollte man Kinder haben: Weil man sich liebt.“ Eindringlich sah er ihr in die Augen.

„Und nicht, weil einer von beiden einen Beweis für diese Liebe braucht“, ergänzte sie leise. Er nickte. Katharina lauschte angespannt. „Ich finde es richtig, dass du jetzt nicht Hals über Kopf eine Familie gründest. Auch wenn Katharina dich drängt.“

Die beiden schwiegen. Es war nicht zu übersehen, wie nahe sie sich standen und wie innig ihr Verhältnis war. Katharina zersprang beinahe das Herz vor Kummer und Eifersucht.

„Danke“, flüsterte Alexander schließlich.

„Wofür?“

Er streckte die Hand nach Laura aus und berührte sie leicht. So viel Zärtlichkeit lag in dieser Geste. „Einfach dafür, dass du da bist. Mir zuhörst, mich verstehst.“ Es kostete ihn viel Kraft, die Nähe zwischen ihnen aufzulösen. „Schluss jetzt“, sagte er mehr zu sich selbst. „Irgendwann werden Katharina und ich Kinder haben. Und das ist ja wohl die Hauptsache.“

Doch Katharina hörte diesen Satz nicht mehr – sie hatte die Situation nicht mehr ertragen und war von der Terrasse geflohen.

In der Lobby kam ihr Elisabeth entgegen. Charlottes Schwester bemerkte sofort, wie aufgelöst Katharina war, und bat sie in eine abgelegene Sitzecke.

„In der Regel tut es gut, sich auszusprechen …“, begann sie.

Aber noch bevor sie ihren Satz beenden konnte, platzte Katharina heraus: „Alexander liebt mich nicht! Und falls er es jemals getan haben sollte – jetzt ist es jedenfalls vorbei.“ Sie brach in Tränen aus. Ungläubig blickte Elisabeth sie an.

Nachdem Katharina sich ein wenig beruhigt hatte, erzählte sie von dem Gespräch zwischen Laura und ihrem Mann, das sie belauscht hatte. „Natürlich ist es wunderbar, wenn Geschwister sich gut verstehen“, schloss, „aber …“

Elisabeth verstand. „Manchmal hast du das Gefühl, die beiden verstehen sich ein bisschen zu gut?“ Katharina nickte. „Was macht dir denn mehr zu schaffen? Dass Alexander zum jetzigen Zeitpunkt keine Kinder will? Oder dass er seine Zweifel Laura anvertraut?“

„Ehrlich gesagt: beides“, antwortete Katharina und starrte gedankenverloren auf ihre Hände. „Denn im Prinzip läuft es aufs Gleiche hinaus: Er liebt mich nicht.“ Alexanders Tante wollte widersprechen, doch Katharina war sich ihrer Sache plötzlich sehr sicher. „Es gibt nur eine Lösung“, erklärte sie. „Ich muss herausfinden, was er wirklich empfindet.“

„Der Wahrheit ins Auge zu sehen, ist auf jeden Fall der richtige Weg“, erwiderte Elisabeth nachdenklich. „Und ein mutiger dazu …“

Laura kämpfte mit den Gefühlen, die das Gespräch mit Alexander in ihr ausgelöst hatte.

Irgendwie fiel es ihr schwer, ihn sich als Vater vorzustellen … und dann auch wieder nicht. Bestimmt würde er ein toller Vater sein. Hoffentlich würde sie irgendwann auch mal so einen Mann finden … Katharina wusste gar nicht, wie viel Glück sie hatte. Klar, Alexander machte es sich und anderen manchmal nicht leicht. Aber er übernahm Verantwortung und war gleichzeitig so einfühlsam und liebevoll …

Lauras Blick schweifte sehnsüchtig in die Ferne. Endlich rief sie sich innerlich selbst zur Ordnung. Er war ihr Bruder! Irgendwann würde er sie zur Tante machen. Und das würde bestimmt ganz wunderbar sein …

Viola versuchte derweil immer noch, ihre Tochter davon zu überzeugen, sich mit Laura zu versöhnen. Doch Tanja blieb bockig.

„Ich will sie nicht mehr sehen!“, beharrte sie.

„Das wird ein bisschen schwierig, solange wir zusammenwohnen“, entgegnete Viola. „Oder willst du sie genauso loswerden wie Christian?“ Das Zimmermädchen schnaubte verächtlich. „Ich sag dir was, Kind: Männer gibt’s genug. Sie kommen, sie gehen. Aber eine beste Freundin – das ist was fürs Leben.“

„So ähnlich wie ’ne Schrankwand aus Eiche?“

„Denk doch mal daran, was ihr schon alles zusammen erlebt habt … durchgestanden … wie oft Laura dir geholfen hat …“

„Ich ihr etwa nicht?“, erwiderte Tanja spitz.

„Doch, natürlich auch“, sagte ihre Mutter. „Ich meine nur, ihr gehört zusammen.“

„Weißt du was?“ Wütend funkelte das Zimmermädchen sie an. „Wenn du Laura so toll findest – ich vererbe sie dir.“ Und damit ließ sie Viola stehen.

Doch die dachte gar nicht daran aufzugeben.

Unter dem Vorwand, Hildegard habe im Augenblick wahnsinnig viel in der Küche zu tun, bat sie Laura, ihr am Abend mit der Wäsche zu helfen. Ihrer Tochter tischte sie eine Weile später die gleiche Geschichte auf. Säuerlich sagte auch Tanja ihre Unterstützung zu.

Nun hieß es: Abwarten und schauen, wie sich der Abend entwickelte …

3. KAPITEL

So unvermittelt, wie er gegangen war, kehrte Werner Saalfeld in den „Fürstenhof“ zurück. Nachdem er Alfons, dem er dessen Liebesbeziehung zu Charlotte und die Tatsache, dass er der Vater von Alexander war, noch nicht verziehen hatte, distanziert begrüßt hatte, wurde seine Aufmerksamkeit von Barbara von Heidenberg sofort in Anspruch genommen.

„Sie haben mich versetzt, mein Lieber“, sagte sie vorwurfsvoll.

Der Seniorchef nickte. „Es tut mir Leid, ich wäre gern bei Ihrem Firmenjubiläum dabei gewesen. Ich weiß nicht, ob Sie es gehört haben, meine Frau …“ Er konnte nicht weitersprechen.

„Mein Beileid“, erklärte sie teilnahmsvoll. „Sie haben sich eine kleine Auszeit genommen?“ Er nickte wieder. „Eine gute Entscheidung“, fand sie. „Damals, nach dem Tod meines Mannes …

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