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Eine Welt ohne Geld

Richard Lohner

Eine Welt ohne Geld

Titelbild eine Collage: Unten am Rand in der Mitte geht ein kleiner Mensch links am Straßenrand, der im Verhältnis zum Universum eine „Eintagsfliege“ ist!

Inhaltsverzeichnis

Auf der Erde

Der Traum

Wieder auf der Erde

Der Weise

Die erste Bürgerversammlung

Leben auf dem neuen Planeten

Die Weise

Der zwiespältige Heinz

Die Hochzeit

Die Delfinourbo

Sarko

Die Ausbildung auf dem Planeten

Politik auf dem Planeten

Auf der Erde

Die Schweizer Tagesschau SRF1 beginnt mit dem Börsenbericht, der mich wenig interessiert weil ich nicht mitspiele. Mir fehlt auch das nötige Kleingeld. Wer mitmacht spricht nur vom Gewinn. Über Verluste wird geschwiegen. Die Banken und Spielcasinos verlieren nie.

Mein Kommentar zu den Inlandsnachrichten:

Parteipolitisches Geplänkel. Die Parteistärke ist wichtig. Zu viel Eigeninteresse, zu wenig Sachpolitik. Das Bankgeheimnis wird in der Schweiz missbraucht. Wir haben einen Nationalrat, einen Ständerat und einen „Geheimrat“!? Gut die Hälfte der Bevölkerung ist parteilos und bleibt von den Abstimmungsurnen fern! Wir haben gegenüber dem Ausland eine geringe Arbeitslosigkeit und einen starken Franken. Uns Schweizern geht es gut.

Zum Ausland:

Finanzkrise, bankrotte Staaten. Der finanzielle Rettungsschirm für Irland und 100 Milliarden Euro für Griechenland!!!! Panzer gegen das Volk (Syrien), Hungersnot in Afrika, Kriege usw.- Eigentlich immer dasselbe.

Sport:

Dopingskandale, zertrümmerte Schaufensterscheiben in der Stadt. Eine vermummte Minderheit zerstört einen Teil des Stadions nach dem Spiel. Bahnwagen werden schrottreif demoliert, und das macht Schlagzeilen in der Presse. Für das Pressegewerbe eine gute Einnahmequell, und die Sportberichte werden nur nebensächlich erläutert. Man erhält den Eindruck, dass die heutige Jugend nur noch Vandalen und „Rumhänger“ sind. Was mich noch mehr ängstigt, ist die Hilflosigkeit der Ordnungskräfte und die Ratlosigkeit der Politiker. Natürlich verurteilen sie solche Aktionen. Es geschieht nichts.

Zum Schluss noch das Wetter:

Wenn es sich nicht ändert, bleibt es wie es ist.

Oft verstehe ich die Welt nicht mehr und finde, dass unsere Gesellschaft krank ist.

Nach der Tagesschau ein Dokumentarfilm:

„Der Regenwald im Amazonasgebiet.“

Da leben noch Menschen, die weder schreiben noch lesen können. Abschätzig spricht man im Allgemeinen von primitiven Völkern. Der Film beginnt mit prachtvollen Flussaufnahmen des Amazonas, dann wechselt das Bild mit folgendem Kommentar:

„Der Regenwald im Amazonasgebiet wird von den Menschen langsam zerstört. Goldgräber haben in den vergangenen zehn Jahren mehr als 2000 Tonnen Quecksilber in den Amazonas geleitet. Die Hauptursache der Vernichtung des Amazonaswaldes ist die Fleischproduktion. Rund 70 Prozent des Tropenwaldes wurden für Viehweiden und Futtermittelanbau gerodet. In der Amazonasregion lebt rund eine Million Angehörige indigener Gruppen, aufgeteilt in 150 indigene Völker. Die direkt an Flüssen lebenden Bewohner, - oft in einfachen Hütten auf Stelzen wegen der Hochwassergefahr, - heißen Caboclos. Sie ernähren sich von Fischfang, betreiben etwas Viehzucht, stellen Kautschuk her und verkaufen auf nahe gelegenen Märkten Paranüsse und Früchte. Dennoch kommt es in den Indianergebieten teilweise zu heftigen Auseinandersetzungen mit eindringenden Goldsuchern und Holzunternehmern. Was können die „Primitiven“ gegen diese Machtpolitik unternehmen?!! Eigentlich hat der Dokumentarfilm nicht gezeigt, was ich erwartet habe. Ein Bericht der Zerstörung, der mich eher deprimiert.

Wir wissen genau, was wir zerstören, wie wir unserer Umwelt Schaden zufügen. Rodung, Ölkatastrophen, lecke Bohrtürme und gekenterte Öltanker verursachen irreparable Naturschäden. Wasserkraft, Sonnen-und Windenergie, auch Atomkraftwerke sind sauber. Man muss den Atommüll nur fachgerecht entsorgen. An den vielen Klimaerwärmungstreffen der Politiker ist klar, dass der CO2 -Ausstoß reduziert werden muss. Nach drei Tagen ist das Gipfeltreffen vorbei. Alle sind sich einig: Wir sollten eine Lösung finden; aber es folgen keine konkreten Maßnahmen!

So sitze ich im Fernsehstuhl, denke mit geschlossenen Augen nach was wir verändern könnten, dass es allen Menschen auf dieser Welt gut geht, schlafe ein und ich träume.

Der Traum

Im Traum steige ich in ein Flugzeug, das Reiseziel ist Hawaii. Nach der Landung steigen mit mir noch weitere 5 Personen aus. Ein Bus mit elegantem Design fährt vor. Geräuschlos bewegt sich der Elektrobus, ohne Abgasgestank. Am Airport gibt es keine Zoll- und Passkontrolle, weder Warenumschlag noch Gepäckausgabe für Passagiere. Keine Hula-Hula-Tänzerinnen empfangen uns und ich frage mich; bin ich wirklich in Hawaii?

Der Buschauffeur fährt durch eine schöne Palmenallee. Nach einer kurzen Fahrt hält er vor einem Großen Schloss, was mich wiederum irritiert. Ich und auch die anderen Passagiere nehmen an, dass das unser Hotel ist. Wir 6 Feriengäste steigen aus. Eine Chinesin, eine Amerikanerin, ein Franzose, ein Russe, ein Saudi-Araber und ich, ein Schweizer.

Wir steigen über die Stufen der wunderschönen Steintreppe zum Hauptportal hoch. Von zwei hübschen Damen werden wir Ankömmlinge freundlich empfangen. Sie führen uns durch den prächtigen Schlossgang. Links und rechts prunkvolle Treppenaufgänge, die zu den oberen Etagen führen. Am Ende des Korridors betreten wir eine große Terrasse. Ein schöner Ausblick auf die Hotelparkanlage mit Springbrunnen und buntfarbigen Blumen. Ein Fluss mit sanfter Strömung am Ende des Parks, riesige Korn-und Sonnenblumenfelder, die bis zum weit entfernten Waldrand reichen. Weit und breit kein Haus, keine Stadt. Die Sonne geht unter eine unbeschreibliche Abendstimmung. Wir setzen uns an einen runden Tisch und eine gutgelaunte Serviertochter fragt nach unseren Wünschen. Die Chinesin wünscht Tee, die Amerikanerin eine Coca Cola, der Russe Wodka. Der Saudi-Araber schließt sich dem Franzosen und mir an und wir bestellen eine Flasche Weißwein. Der Araber bemerkt mein leicht erstauntes Zusammenzucken und sagt mit zwinkernden Augen schmunzelnd: „Vielleicht ist das der Grund, weshalb ich hier gelandet bin. Wein schmeckt mir sehr!“

Die beiden Empfangsdamen blicken zur untergehenden Sonne. Sie verbeugen sich, sprechen einige Worte in einer Sprache, die mir total fremd ist. Ich glaube jedoch aus dem Lateinischen einiges erahnen zu können. Wir hören viele Menschenstimmen und sind gespannt, wer da ankommt. Die Leute welche die Terrasse betreten sind keine Hawaiianer, wie ich sie aus Fernsehsendungen kenne. Ihr Aussehen ist ein Gemisch sämtlicher irdischer Kontinente. Die Damen in Abendkleidern, die Herren im Anzug und Krawatte. Ich vermute, dass in diesem Hotel ein familiärer Anlass gefeiert wird. Die Kinder, ebenfalls schön gekleidet, spielen im Park, die Mädchen kümmern sich um die Babys. Die größeren Buben nehmen Rücksicht auf die Kleineren. Die Erwachsenen genießen Champagner zum Aperitif auf der Terrasse. Alle sprechen in der für mich fremden Sprache.

Wir verlassen die Terrasse, setzen uns im Speisesaal an einen schön gedeckten Tisch. Ich muss sagen, so gutes Fleisch und Gemüse habe ich noch nie gegessen. Von draußen höre ich eine Männerstimme, die „mangi“ ruft. Ich ahne richtig, er fordert die Kinder zum Essen auf. Die Sitzordnung am Tisch ist interessant. Die Kinder sitzen zwischen den Eltern. Ich zähle 53 Leute, beobachte die Gesellschaft während dem Essen und will herausfinden, wer mehr und wer weniger begütert ist. Eigentlich scheinen alle gleich wohlhabend und wohlerzogen zu sein.

Nach dem guten Viergangessen bestelle ich zum Kaffee einen Cognac. Der Cognac ist so gut, dass ich noch einen zweiten verlange. Die Serviertochter winkt mit einem charmanten Lächeln ab und gibt mir zu verstehen, dass es nur einen gibt.

Wir pilgern zur Rezeption, denn wir sind alle müde von der Reise und von all den neuen Eindrücken. Ein freundlicher Herr gibt jedem von uns eine Chipkarte zur entsprechenden Zimmernummer.

Ein so großzügiges, komfortables Hotelzimmer habe ich nicht erwartet. Auf dem Bett - als besondere Aufmerksamkeit - ein Pyjama. Wir alle haben kein Gepäck. Im großen Badezimmer vor der Dusche steht eine Fönkabine mit Spiegel. Ist das ein Genuss nach dem Duschen die Föndüsen nach Wunsch einzustellen und die Temperatur regeln. Du hast beide Hände frei um dich zu frisieren. Badewanne, Klosomat, Lavabo und Schminktisch. Duschgels, Shampoo, Rasierwasser, Parfüms, usw. - alles vorhanden und für jeden Geschmack etwas. Das Hemd, Socken und Unterhosen wasche ich aus und hänge sie im Bad auf.

Im Zimmer gibt es Wasser, Fruchtsäfte und neben dem großen Fernsehmonitor sehe ich mit Freude Fässchen mit Wein, Schnäpsen, Whisky, Cognac. Ich will noch auf dem Balkon einen Whisky trinken. Aus den Fässchen fließt nichts, weil ich nicht weiß wie es zu bedienen ist und sehe auch keinen Geldautomaten. Vergebens suche ich auch eine Fernbedienung für den Fernseher. So muss ich mich zähneknirschend mit einem Apfelsaft begnügen und setze mich auf dem Balkon in einen bequemen Sessel. Erstmals finde ich etwas stupide auf Hawaii und frage mich, wieso TV und Fässchen da sind, wenn man sie nicht bedienen kann. Ich lege mich schlafen um Kräfte zu sammeln für das morgige Abenteuer.

Die Nacht war angenehm, die Luftfeuchtigkeit gering und ich habe gut geschlafen. Meine Kleinwäsche ist trocken und im Badezimmer schöpfe ich den angebotenen Luxus voll aus.

Mit meinen Mitpassagieren habe ich mich um 9 Uhr zum Frühstück verabredet. Vorher will ich noch meine Zeche bezahlen. Nervös suche ich überall meinen Geldbeutel. Der Herr an der Rezeption schaut mir zu und sagt:

„Suche nicht, wir haben, brauchen und kennen Geld nicht!“ Ich schaue ihn verdutzt und ungläubig an. „Es gefällt dir doch hier?“, fragt er mich. Begeistert antworte ich: „Ja, ja, und wie!!!!“

„Fahre nach dem Frühstück in die nächste Urbo. (Stadt) Beim „Pencidomo“ (Denkhaus) steigst du aus und meldest dich beim „Saga“ (der Weise), der wird dir weiter helfen. Ohne seine Hilfe kannst du hier nicht leben und existieren.“

Im Frühstücksaal sitzt die Chinesin mit dem Saudi-Araber an einem Tisch. Ich frage nach den andern drei Passagieren und sie zucken nur mit den Achseln. Wir machen uns an das auswahlreiche, leckere Buffet und ich frage die Beiden, ob sie schon das Hotel bezahlt hätten. Die Chinesin antwortet:

„Der nette Mann sagt, dass sie kein Geld kennen und brauchen. Das habe ich mit einer asiatischen Verbeugung lächelnd angenommen.“ Der Scheich bestätigt, dass es ihm ebenso ergangen sei mit der Bemerkung: „Die sind hier noch reicher als mein Vater im Emirat.“ „Da bist du also ein Sohn des Saudi-Arabischen Königs?“ “Ja und“ antwortet er trocken.

Ich frage eine vorbeihuschende Serviertochter, ob die andern drei schon gefrühstückt hätten. Sie lächelt, guckt mich mit ihren schönen grünen Augen an und sagt „finita dormi.“ Mit dieser Antwort kann ich nicht viel anfangen. Den Beiden mache ich den Vorschlag in die nächste Stadt zu fahren und frage nach dem Fahrplan an der Rezeption:

„Geht nur nach draußen und wenn kein Kleinbus dort ist, wird bald einer kommen.“

So ist es, ein Kleinbus kommt gerade angefahren. Platz für 24 Personen. Wir sind die einzigen drei Passagiere. Die Fahrt geht über eine Brücke des kleinen Flusses, durch Kornfelder und Wälder. Ein schöner Fleck Erde, ist mein Gedanke. Bei einer großen Farm steigen weitere Personen ein. Die Fahrt geht weiter durch Obst-und Gemüsefelder, einem großen See entlang, ab und zu sehen wir eine kleine Häusergruppe mit Grillplätzen, Radler, Wanderer, Ruderboote und kleine Segelschiffe auf dem See. Ein großes Erholungsgebiet und weit hinten, am Ende der Erholungsoase, sieht man die „Urbo“ (Bild s.15).

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Der ganze Berghang ist total überbaut mit kleinen Einfamilienhäusern. Eingangs der Urbo beginnt eine langgezogene Promenade, eine sehr belebte Fußgängerzone. Weiter vorne sehe ich einen riesigen Walfisch, aus Holz gebaut, Elektro-Kleinbusse in verschieden Farben, Radfahrer und Fußgänger. Kein parkiertes Auto, keine Verkehrstafeln, weder Ampeln, noch Kreisel, keine Straßenbahnen mit kreischenden Schienengeräuschen. Ein Passagier drückt die Stopptaste, steigt aus, aber ich sehe keine Haltestelle. Ich lese „Stacidomo“ und nehme an, dass das der Bahnhof ist gegenüber dem Wal. Das nächste Haus „Pencidomo“ angeschrieben, das heißt Denkhaus, und ich drücke die Stopptaste.

Der Bus hält an und wir drei steigen aus. Die Eingangstür öffnet sich automatisch und beim Lift ist ein Schild, „ la Saga“ (die Weisen) 1.Etage. Oben angekommen gehen wir zielstrebig auf die Türe zu. Sie öffnet sich nicht, doch daneben ist ein Monitor mit einem roten Knopf. Ich drücke auf diesen Knopf und auf dem Bildschirm erscheinen sämtliche irdischen Sprachen. Der Scheich drückt „Arabisch“, die Türe öffnet sich und er verschwindet. Die Chinesin drückt ihre Sprache, verschwindet auch.

Ich drücke Deutsch und in diesem Moment ertönt ein lautes Gerassel von Gewehrschüssen, Detonationen und knatternden Maschinengewehren. Ich erschrecke, denn dieser Lärm reißt mich aus meinem schönen Traum. Ich mache die Augen auf, im Fernseher ist ein Feuergefecht aus einem Film des zweiten Weltkrieges. Ärgerlich stelle ich die Flimmerkiste ab.

Wieder auf der Erde

Im Moment muss ich mich orientieren: Wo bin ich? Wo war ich im Traum? Mit Menschen war ich kurz zusammen, die einen komfortablen Wohlstand haben, friedlich, fröhlich neben- und miteinander leben mit einer guten Infrastruktur. In meinem kurzen Traum war ich ganz sicher nicht auf Hawaii.

Ich stelle mir die Frage: Warum haben und kennen diese Menschen das Geld nicht? Ich kann mir vorstellen, dass es keine Banken, Börsen und Anlageberater gibt. Auch keine Versicherungen, Krankenkassen, Pensionskassen und Steuern. Korruption und Betrug ist ohne Geld nicht möglich. Polizei und bewaffnete Leute habe ich keine gesehen. Kein Reichtum, aber auch keine Armut und es scheint, dass es ohne Geld funktioniert. Bei mir hat aber nicht alles funktioniert! Wenn ich an die schönen Alkoholfässchen denke in meinem Hotelzimmer, die ich nicht bedienen konnte! Was mir während dem kurzen Aufenthalt auffiel - die Leute arbeiten gerne, ohne Stress, und sind sehr offenherzig. Sie sind auch anders erzogen, haben ein bestimmtes und sicheres Auftreten. Ich hätte so gerne vom Weisen mehr wissen wolle, warum die Menschen dort anders sind. Das alles beschäftigt mich so sehr, dass ich hoffe, bald wieder im Traum vor der Türe des Weisen zu stehen.

Es gibt Menschen auf unserer Erde im 21. Jahrhundert, die das Geld nicht kennen. Die leben aber nicht luxuriös, schon gar nicht friedlich nebeneinander, immer im ständigen Existenzkampf. Sie haben unter sich Kämpfe um Territorium und von den Zivilisationsmächtigen werden sie verdrängt. Das hat mir der Film aus dem Amazonas bestätigt, bevor ich einschlief und träumte.

Die Monate verstreichen auf der Erde ohne Traum. Im Internet suche ich mit den paar Worten, die ich im Traum gehört habe wie: Saga (sprich Satscha) der Weise; Urbo=Stadt; Vilago=Dorf; Pencidomo=Denkhaus; usw. und weiß nun, dass die Menschen dort Esperanto sprechen.

Die Wirtschaftskrise auf unserer Erde dauert an und man spricht nur noch vom Geld. Die Naturkatastrophe, der Tsunami in Japan erschüttert die ganze Welt. Ausstieg aus der Atomenergie. Ein Sieg der Atomenergie-Gegner. Die Grünen und Linken gewinnen neue Parteimitglieder, und damit ist für sie das politische Ziel erreicht. Das Volk geht auf die Straße und die Anzahl der Demonstranten ist etwas grösser als sonst. Landschaftsschützer und Wanderer sind gegen die Windenergie, höhere Staumauern wollen die Naturschützer nicht. Baugesetze, Einsprachen, fadenscheinige Argumente verhindern, die Energiewende voran zu treiben. Wie der Ausstieg der Atomenergie Schritt für Schritt realisiert wird soll eine politische Kommission ausarbeiten. Bis die so weit sind, importiert die Schweiz Atomstrom aus dem Ausland.

Niemand kann mir erklären, woher die Milliarden für Griechenland und Irland kommen. Italien, Portugal und Spanien sollen ja auch bald bankrott sein. England wird es nicht besser gehen. Ja, sogar das hochgelobte, kapitalistische Land der unbegrenzten Möglichkeiten, Amerika, ist in der Finanzkrise. Der Gouverneur von Kalifornien kann dem Bäcker die Brote für seine Gefangenen im Gefängnis nicht mehr bezahlen.

Was ich auch nicht begreife, warum einige Staaten nukleare Waffen besitzen dürfen und andere nicht. USA, Russland, China, Großbritannien Frankreich, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea sind Nuklearwaffen-Staaten. Insgesamt verfügen sie über 16000 Sprengköpfe.

Im Fernseher schaue und höre ich eine politische Diskussion zum Thema: „Was bringt die Zukunft, was ist zu erwarten, was kann man ändern?“ Nach einer Stunde Geschwätz weiß ich gleichviel wie am Anfang. Ich schalte den Fernsehkasten aus, damit ich nicht wieder aufgeweckt werde. Ich könnte ja wieder träumen und dem Weisen begegnen.

Der Weise

Im Traum bin ich wieder in der „neuen Welt“ und betrete ein großes helles Zimmer. Durch die Glaswand sehe ich auf die Spazierpromenade zum riesigen hölzernen Wal, der mich schon im ersten Traum beeindruckt hat. Die restlichen drei Wände sind bedeckt mit Büchern. Der Weise spricht Deutsch. Er bietet mir einen bequemen Stuhl an und setzt sich in seinen Sessel, halbschräg mir gegenüber. Zwischen uns befindet sich ein kleiner Glastisch mit 2 Gläsern und einer Wasserflasche.

„Aristo“, stellt sich der sympathische Mann mittleren Alters vor. „Adrian“, erwidere ich und frage: „Wo bin ich eigentlich und sprecht ihr wirklich Esperanto?“ „Du befindest dich auf einem Planeten mit den gleichen atmosphärischen Eigenschaften wie eure Erde (Bild s. 21 &.22). Nur ist der Planet etwas kleiner und wir sprechen, wie du sagst, Esperanto.“ Ich erzähle dem Weisen, dass ich im ersten Traum mit 6 Personen aus dem Flugzeug ausgestiegen sei. Dass wir in einem luxuriösen Hotel wohnten und Menschen angetroffen haben, die in einem beachtlichen Wohlstand leben. Am nächsten Tag waren nur noch die Chinesin, der Saudi und ich am Frühstückstisch. Was ist mit den anderen drei Passagieren passiert?“

„Die meisten Träumer erschrecken. Ohne Geld können sie sich ein Leben nicht vorstellen und nicht glücklich sein. Sobald sie hören, keine Macht, keinen Besitz, kein Privileg, Arbeiten ohne Lohn, keine Kirche, Moschee oder Synagoge, geraten sie in Panik, sie erwachen im Bett auf Erden und sind weg von unserem Planeten. So ist es der Amerikanerin, dem Franzosen und dem Russen an der Rezeption ergangen. Sie wollten bezahlen aber hatten kein Geld.

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