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Eine Nacht ist nicht genug

PROLOG

Zuerst blickte er auf ihre wohlgeformten Waden, dann auf die Knie und höher. Er begutachtete die sanft gerundete Hüfte und eine schmale Taille, wunderbare Brüste und Haare, die wie Feuer leuchteten. Als sein Blick auf smaragdgrüne Augen und einen rosigen Schmollmund traf, hätte er sich fast an seinem Sekt verschluckt. „Josephine?“ fragte er ungläubig, und weil sie nicht reagierte, ging er zu ihr. „Josephine?“

Ihr Herz raste, aber nicht nur, weil er der am besten aussehende Mann auf dieser Party war, sondern weil er diese Wirkung schon immer auf sie ausgeübt hatte.

„Natürlich bin ich es, Blake“, erwiderte sie. „Du kennst mich doch noch, oder?“

Einen Moment lang schwieg er. „Eigentlich nicht.“ Als er sie zum letzten Mal gesehen hatte, trug sie eine Zahnspange und hatte Sommersprossen. In dem Dorf, in dem sie gewohnt hatten, hatte er sie vom Kleinkind zum Teenager heranwachsen sehen. „Du bist … plötzlich erwachsen geworden.“

„Inzwischen bin ich dreiundzwanzig.“

„Und du wohnst jetzt in London?“ vermutete er.

„Richtig, du auch?“

„Mm.“ Was für eine schöne Frau aus ihr geworden war! „Wann haben wir uns eigentlich zuletzt gesehen?“

Josephine blickte in seine strahlend blauen Augen. Ohne weiteres hätte sie ihm sogar die genaue Uhrzeit nennen können. „Das ist ungefähr sieben Jahre her“, entgegnete sie beiläufig. „Seit du weggezogen bist, sind wir uns nicht mehr begegnet.“

Er konnte den Blick nicht von ihr lassen. „Was machst du beruflich?“

„Ich arbeite als Model.“

Das erklärte die Verwandlung vom unscheinbaren Entlein in einen schönen Schwan. „Hast du Erfolg?“

„Kann man so sagen“, meinte sie bescheiden. „Was ist mit dir?“

„Ich bin selbstständig und leite eine Risikokapitalgesellschaft.“

„Klingt irgendwie räuberisch.“

„Findest du?“ Er lachte. Ein Räuber hätte sie sicher gleich in sein Bett getragen, er selbst aber hatte da Skrupel, obwohl ihm das durchaus gefallen hätte … Seltsam, solche Gelüste hatte er sonst nie. „Sehe ich so aus?“

Ein bisschen, dachte Josephine, schüttelte dann aber den Kopf. „Nein, du siehst wie ein Geschäftsmann aus.“

„Möchtest du noch einen Drink, oder willst du lieber tanzen?“

Da brauchte sie nicht lange zu überlegen. „Ich tanze furchtbar gern.“

Blake konnte sich nicht erinnern, wann er zuletzt mit einer anderen Frau als Kim getanzt hatte, aber er wollte Josephine unbedingt in den Armen halten. „Ich auch, dann lass uns loslegen.“

Das Schicksal hatte ein Einsehen: In diesem Moment wurde ein langsames Stück gespielt, so dass Blake Josephine an sich zog. Ihr wurde fast schwindelig, und sie war sich seines muskulösen Körpers nur allzu bewusst.

„Mir gefällt das Stück“, sagte sie mit bebender Stimme.

„Mm.“ Ihm gefiel ihr Duft.

Blake schmiegte sich noch enger an sie und berührte ihr Haar mit den Lippen. Ein heißer Schauer durchströmte sie, und die Knie wurden ihr weich.

Als Blake ihren zarten Körper an seinem spürte, hätte er fast vor Lust gestöhnt. Vielleicht sollte er sie lieber nach Hause bringen und ihr eine gute Nacht wünschen. Je früher, desto besser.

Doch es kam anders. Die Art, wie sie sich bewegte, ihr Lachen … er konnte ihr einfach nicht widerstehen. Blake trank einen Kaffee bei ihr. Und noch einen. Die ganze Zeit war er von ihren grünen Augen fasziniert.

„Jetzt gehe ich besser“, meinte er schließlich zögernd.

„Ja, das ist wohl wirklich besser so … aber es hat Spaß mit dir gemacht.“

„Ja.“

Sie verlor sich in seinem Blick. „Auf Wiedersehen, Blake.“

„Auf Wiedersehen, Josephine.“

Sie fragte sich, ob sie ihm je wieder begegnen würde. Als sie sich auf die Zehenspitzen stellte, um ihm einen Abschiedskuss zu geben, berührten ihre Lippen sein leicht kratzendes Kinn. Es war ein erregendes Gefühl, und sie erschauerte.

Blake wandte den Kopf und berührte ihren Mund mit seinem. Sofort wusste er, dass sie sich lieben würden. „Normalerweise reagiere ich nicht so“, flüsterte er, als der Kuss immer leidenschaftlicher wurde.

Darauf konnte Josephine nichts erwidern, er presste die Lippen schon wieder so hungrig auf ihre, dass sie gar nicht zu Wort kam.

Es wurde die schönste Nacht in Josephines Leben, aber am Morgen war Blake verschwunden, ohne sie um ein weiteres Treffen zu bitten. Viel später erst erfuhr sie, dass er sich mit seiner früheren Freundin Kim verlobt hatte. Josephine wiederum lernte kurz darauf Blakes Cousin Luke kennen, und innerhalb von drei Monaten war sie mit ihm verheiratet. Auch dass Blake noch einmal bei ihr auftauchte und mit aller Überzeugungskraft versuchte, sie davon abzubringen, konnte die Hochzeit nicht verhindern …

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