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Ein heißer Ritt

Inhalt

Vorwort

Einleitung

Ein Cowboy für zwei
Cari Quinn

Unter dem Kreuz des Südens
Cheyenne Blue

Der Song der Liebe
Randi Alexander

Ladys lieben Jungs vom Land
Cat Johnson

Dürre
Michael Bracken

Gefesselt
Charlene Teglia

Ungezähmt
M. Marie

Der Rancharbeiter
Sedona Fox

Kleinstadt-Schönheit
Lissa Matthews

Der Sturm
Tahira Iqbal

Kalt erwischt
Nena Clements

Manche mögen’s schmutzig
Kimber Vale

Raneys letzter Ritt
Chaparitta

Die Braut, die sich nicht traut
Delilah Devlin

Sie bleibt nicht über Nacht
Anna Meadows

Delilah Devlin (Hg.)

EIN
HEISSER RITT

Erotische Cowboy-Storys

Aus dem Englischen von
Jacqueline Arnold

Vorwort

Ich liebe Cowboys. Ich habe sie schon immer geliebt, und ich werde sie immer lieben.

Als man mich bat, das Vorwort für eine Sammlung von Cowboy-Geschichten zu schreiben, rief ich nur: »Yee-haw!« Dann fragte ich mich, wie es mir gelingen sollte, mich dabei auf einige Absätze zu beschränken. Es würde ein ganzes Buch brauchen (oder dreißig!), um zu erklären, wie sehr ich es liebe, über diese rauen und unbeugsamen Kerle zu schreiben, die häufig überlebensgroß erscheinen – auch wenn die gleichen starken und fähigen Männer, die ich so sehr bewundere, sofort das Thema wechseln würden, wenn man sie als Ikonen bezeichnet. Denn auch diese Bescheidenheit ist Bestandteil ihrer Persönlichkeit.

Oft werde ich gefragt: »Warum schreiben Sie über Cowboys?« Liegt es wohl daran, dass ich mit ihnen und ihren Umgangsformen groß geworden bin? Ja. Ich bin jeden Tag dankbar dafür, dass ich im Westen der Vereinigten Staaten aufgewachsen bin, wo ein richtiger Cowboy zu sein nicht nur eine Attitüde oder ein T-Shirt-Spruch ist, sondern eine Art zu leben. Doch es gibt unterschiedliche Arten von Cowboys, und jede von ihnen hat ihren eigenen Charme. Und es ist ein ausgesprochen erfüllender Job, diese Cowboy-Liebe zu verkünden und dazu noch die sexy Ungezähmtheit, die aus einem Cowboy den ultimativen Mann und Alphahelden macht.

Es überrascht nicht, dass Cowboys das Interesse der Leser seit so vielen Jahren wecken können. In der traditionellen erzählenden Westernliteratur ist der Cowboy Inbegriff für das Gute, Ehrliche und Wahrhaftige. Ein Cowboy ist nicht nur der Kerl, den du in einem Feuergefecht an deiner Seite oder als Rückendeckung haben möchtest, er ist auch der aufrechte Kerl, zu dem die anderen Männer aufblicken und von dem die Ladys träumen. Es sind seine Werte, die einen Cowboy in seinem Innersten ausmachen. Die Liebe zum Land treibt ihn tagein, tagaus an, wenn es darum geht, seine Familie zu versorgen. Und whoo-ee – da ist etwas Faszinierendes an einem Mann, der mit seinen Händen arbeitet und es liebt, sich zu verausgaben und schmutzig zu werden. Ein Cowboy ist das, was er tut: Er kümmert sich um das Vieh und ist Bewahrer des Landes, von dem er immer weiter lernt, egal ob es sich dabei um Wyoming, Texas, Hawaii oder einen Ort irgendwo dazwischen handelt.

Doch es gibt eine Einsamkeit, die mit dem Leben im ländlichen Amerika einhergeht, und daran hat sich in den letzten hundertfünfzig Jahren nicht viel geändert. Da macht es keinen Unterschied, ob wir über einen Ranch-Cowboy sprechen oder über die Cowboys, die allein weite Strecken durch die Prärie oder an Highways entlang zurücklegen.

Rodeo-Cowboys lieben das Risiko bei jenem uralten Kampf zwischen Mensch und Tier. Es geht nicht nur um die Show – wenn man diese Jungs geschunden und schmutzig sieht, dann wirken sie hart und unwiderstehlich sexy.

Es erfordert unglaublichen Mut, wenn ein Mann auf den Rücken eines Fünfzehnhundert-Pfund-Bullen steigt. Es ist eine Demonstration purer Willenskraft, wenn sich ein Reiter für acht Sekunden auf einem Bronco-Sattel oder dem bloßen Rücken eines buckelnden Pferdes zu halten versucht, während ihn dieses in den Schmutz werfen will. Wollen Sie ihm in diesem Moment nicht die Kleider vom Leib reißen, seine Verletzungen, Schrammen und Narben suchen und diese küssen, damit es ihm wieder besser geht? Diese Lassowerfer wecken weibliche Fantasien, die sich um ganz andere Fesselspiele drehen. Wenn wir über Kraft und Mumm sprechen – sehen Sie sich einen Mann an, wie er sich in vollem Galopp von seinem Pferd auf den Stier wirft, um ihn zu Fall zu bringen. Diese Cowboys wissen genau, was sie zu tun haben und wie man ordentlich reitet – beim Rodeo und auch sonst.

Ich gebe zu, dass das Aussehen eines Cowboys eine große Rolle für die zeitlose Anziehungskraft dieser rauen Männer spielt. Nun mal ehrlich … gibt es irgendetwas, das mehr Sex hat als ein Kerl, der Stiefel, Jeans und einen Hut trägt? Das Klirren der Sporen und das leise Geräusch, das seine Chaps machen, während er auf Sie zuschlendert. Ein Gesicht im Schatten eines Cowboyhuts, und dann hebt sich die staubige Krempe langsam, und ein attraktives Gesicht mit einem jungenhaften Grinsen kommt zum Vorschein. Zum Ohnmächtig werden. Und dann sind da diese Muskeln, Lohn vieler Stunden harter körperlicher Arbeit, Muskeln, die sich unter einem engen Westernhemd abzeichnen. Es ist faszinierend zu beobachten, wie die Bewegungen eines Cowboys und die seines Pferdes eins werden, wenn er das Vieh zusammentreibt oder einfach über das Land reitet. Ist das nicht die ultimative Frauenfantasie? Zu erleben, wie dieser harte, muskulöse Körper sich zwischen den Laken bewegt und sich nicht auf die Weide oder die Rodeo-Arena konzentriert, sondern auf das Schlafzimmer.

Nimmt man also die Elemente eines traditionellen Westerns und fügt eine erotische Liebesgeschichte hinzu, erhält man das Beste aus beiden Welten – einen brandheißen und verdammt guten Cowboy, der am Ende das Mädchen bekommt, statt allein in den Sonnenuntergang zu reiten. Es macht Spaß, in den erotischen Westerngeschichten die Schlafzimmertür weit aufzustoßen, um zu sehen, was zum Kuckuck in dieser Art Mann eigentlich vorgeht. Einen Logenplatz mit Blick auf seine verborgenen Leidenschaften und seinen sexuellen Einfallsreichtum zu erhalten und die Sanftheit zu entdecken, die dieser harte Mann nur gegenüber der Frau zeigt, der sein Herz und seine Seele gehören. Cowboys sind eine Rasse für sich, und es braucht eine besondere Lady, um unter die schroffe Oberfläche zu blicken. Eine Frau, die bereit ist, diese leidenschaftliche Seite zum Vorschein zu bringen, jederzeit, überall – an die Scheunenwand gelehnt, in einem staubigen Pick-up, auf einem Heuballen oder in einem weichen Bett am Ende eines langen Tages. Eine Frau, die weiß, dass Taten zählen und nicht Worte. Eine Frau, die versteht, dass man sich nie wieder mit weniger zufriedengeben wird, wenn man einmal Cowboystiefel unter dem Bett liegen hatte und Nacht für Nacht von einem großen, starken Körper gewärmt worden ist.

Spüren Sie schon diesen besonderen Kitzel der Lust? Glücklicherweise erwarten Sie mehrere großartige Kurzgeschichten, die diese Lust noch steigern werden. Geben Sie mir ein Yee-haw!

Ich ziehe meinen Hut vor allen, die auf so großartige Weise zu Ein heißer Ritt beigetragen haben!

Als Leserinnen erwartet Sie ein echter Genuss. Also lehnen Sie sich zurück, legen Sie die Stiefel auf den Couchtisch und genießen Sie den Ritt.

Ein Hoch auf die Cowboys!

Lorelei James
Bestsellerautorin der Rough Riders-Serie und der Blacktop Cowboys-Serie

Einleitung

Es gibt einen Grund, warum Western-Liebesgeschichten nicht aus der Mode kommen. Wie kein anderer verkörpert der Cowboy den Gegensatz zwischen einem zutiefst unabhängigen Alpha-Mann einerseits und einem sorgenden Beschützer andererseits. Beim Anblick eines Mannes auf einem Pferd, der Wranglers und Chaps trägt und einen breitkrempigen Hut, der sein Gesicht beschattet, schmelzen die Frauen dahin. Ich schmelze dahin. Zugegeben, ich bin eine ziemlich abgestumpfte Leserin, doch selbst ich bin dem romantischen Versprechen verfallen, für das dieser raue Typ Mann steht.

Selbst wenn ein Cowboy bis zu den Knien im Schlamm steckt, um ein Kalb aus einer Senke zu befreien, ist er noch attraktiv. Die Fantasie sprüht Funken und ergänzt die fehlenden Details – den Geruch von Pferd und Kuh und den von kühlem, sauberem Männerschweiß; der Anblick sonnengegerbter Haut und von Lachfalten um die Augen; die kräftigen Schenkel und Arme eines hart arbeitenden Mannes; der Klang von schleppendem Texanisch, das mit tiefer Stimme gesprochen wird.

Vielleicht liegen die Wurzeln für meine unerschütterliche Liebe für Western-Romanzen in den neun Jahren, die ich im Herzen des Hügellandes von Texas gelebt habe. Dort grenzte mein Haus an eine Ranch, und Cowboys in Wranglers mit Hut und Stiefeln waren ein gewohnter Anblick. Das Leben hatte einem langsameren Rhythmus, was nach der Tretmühle des Büros wie Balsam wirkte. Die Romantik des Ortes verzauberte mich – trotz des Staubs, der Spinnen, Skorpione und Schlangen. Und sie verzaubert mich bis heute.

Als ich also die Nachricht streute, dass ich auf der Suche nach Cowboy-Storys war, hatte ich hohe Erwartungen. Und die Autoren haben sie erfüllt!

Angefangen mit Cari Quinns Geschichte Ein Cowboy für zwei, die mit einer unerwarteten Wendung aufwartet, bis zur letzten Story, Sie bleibt nicht über Nacht von Anna Meadows, werden Sie es auf Ihrer Reise durch dieses Buch mit unterschiedlichsten Orten und Themen zu tun haben.

In Unter dem Kreuz des Südens entführt die erfahrene Erotikautorin Cheyenne Blue Sie ins australische Outback, wo die Heldin der Geschichte um ihr Leben laufen muss. In Dürre erzählt Michael Bracken eine ruhigere, einfachere Story über einen Cowboy und eine Schullehrerin, die sich nicht weniger spannend liest.

Wem das noch nicht reicht, auf den wartet in Ungezähmt von M. Marie ein weiblicher Rodeo-Star mit großen Ambitionen. In Kleinstadt-Schönheit von Lissa Matthews dreht sich alles um eine liebende Frau, die aus Eifersucht beinahe Amok läuft, und in Raneys letzter Ritt von Chaparitta sinnen zwei Pistolenhelden auf Rache.

Jetzt schon gelangweilt? Ich möchte Sie bitten, dieser Sammlung eine Chance zu geben. Sie werden Humor, viel Romantik und süße – wie raue – Liebe auf diesen Seiten finden. Saddle up, y’all! – Alle Mann aufsitzen!

Delilah Devlin

Ein Cowboy für zwei
Cari Quinn

»Du bist wirklich bereit, mir deinen Mann zu überlassen?«

Danica Connor legte das Messer zur Seite, mit dem sie gerade Selleriestangen geschnitten hatte. »Col, er ist nicht mein Mann. Wir haben nicht miteinander geschlafen.« Noch nicht. In ihren Worten schwang ein klares Noch nicht mit, zumindest wenn es nach Jacks Willen ging. »Ich dachte da an einen One-Night-Stand. Nur damit du etwas Dampf ablassen kannst und dich daran erinnerst, dass du unter den Nadelstreifen noch eine Frau bist.«

Colleen, die auf der Kücheninsel saß, sah auf ihre Kleidung und grinste. »Kann keine Nadelstreifen sehen.«

Danica warf ihrer Schwester einen Blick zu und grinste zurück. Nein, Colleen sah definitiv nicht wie eine angehende Wirtschaftsprofessorin aus, wie sie da so mit den Beinen baumelte. Sie trug Shorts aus abgeschnittenen Jeans über ihren gebräunten Schenkeln und obenherum zwei kleine pinkfarbene Dreiecke, die, mit Bändern verbunden, kaum die Gaben der Natur verdeckten. Zwei honigblonde Zöpfe fielen ihr über die Schultern.

Danica sah auf ihr eigenes Outfit hinab – eine alte Arbeitshose und ein T-Shirt mit einem Loch in der Achselhöhle. Auch wenn die Frauen genau gleich aussahen, schien Col alle Sexyness für sich gepachtet zu haben. »Was mir recht gibt. Es wäre ein großartiger Zeitpunkt, um sich mit Jack zu treffen.«

Danica hob die Hand, um ihr Haar aus dem strengen Dutt zu befreien. Sie hatte den ganzen Nachmittag über die Pferdeställe ausgemistet und fand, dass sie nach Stroh und Schlamm und Schlimmerem roch. Eine lange, heiße Dusche würde all ihre Beschwerden lindern, nur nicht das störende Gefühl zwischen ihren Schenkeln, das sie stets überfiel, wenn ihr freundlicher Nachbar Jack Benton herüberkam, um ihr mit der neu übernommenen Farm zu helfen. Jack bot seine Unterstützung an, und normalerweise erhielt er für seine Mühen ein Glas eiskalte Limonade und einen netten kleinen Flirt.

Doch an diesem Abend war Danica danach, ihm etwas vollkommen anderes zu geben.

»Warum solltest du ihn mit mir teilen wollen?«

»Hey, hey, ihn teilen?« Danica warf etwas Stroh zur Seite, das sich in ihrem Haar verfangen hatte. »Wie kann ich etwas teilen, das mir nicht gehört?«

Colleen hatte offensichtlich eine andere Auffassung von Danicas Beziehung zu Jack als sie selbst. Sie flirteten lediglich miteinander und lernten sich besser kennen.

Sie verbrachten nur Woche für Woche Stunden damit, gemeinsam auszureiten, sich um die Tiere zu kümmern und das Land zu bearbeiten. Gelegentlich hielten sie Händchen und tauschten kurze, rauchige Küsse aus, die umso besser schmeckten, weil sie Jack nie weitergehen ließ.

Nichts war wirkungsvoller als Selbstverleugnung, wenn es darum ging, die Flammen der Leidenschaft anzufachen – oder fast so etwas wie einen Waldbrand der Leidenschaft heraufzubeschwören, wie nach dem Lippen- und Zungenspiel des vergangenen Abends.

»Ich weiß nur, dass ich seit zwei Tagen hier bin, und jedes Mal, wenn er vorbeikommt, wirst du rot und kicherst wie ein Schulmädchen. Du hast mich ihm kaum vorgestellt, bevor du mich zum Mistschaufeln geschickt hast.« Colleen griff nach einer Stange Sellerie, bevor Danica sie in Stücke schneiden konnte. »Und nun sagst du mir, dass es okay ist, wenn ich ihn mir schnappe. Da stimmt doch was nicht.«

Danica griff nach der Plastikschüssel mit dem Hühnersalat, den sie für den Abend vorbereitete. Seit sie nach Hause zurückgekehrt war, um die Ranch ihrer verstorbenen Eltern zu übernehmen, aß sie wieder ordentliches Essen statt des Fertigmülls, den sie früher in der Stadt nach langen Fotosessions heruntergeschlungen hatte. Und das gefiel ihr.

Nach dem unerwarteten Tod ihres Vaters war sie nach Hause zurückgekommen, um ihre Möglichkeiten durchzuspielen: Entweder konnte sie die Ranch übernehmen, die für die Verhältnisse in Laurel Creek, Colorado, klein war, aber für ein Mädchen, das in der Stadt lebte, doch ganz schön groß. Oder sie konnte sie zum Verkauf anbieten. Colleens Scheidung hatte Danica auf Idee gebracht, dass die beiden Frauen sich gemeinsam um die Ranch kümmern könnten, doch Colleen hatte kein Interesse daran, auf dem Land zu arbeiten. Nach nur wenigen Wochen war sie nach Nevada zu ihren Sommerkursen zurückgekehrt. Nun, da es beinahe Herbst war, ließ sie sich für einen kurzen Wochenendbesuch blicken.

Noch vor wenigen Monaten hätte sie sich über Colleens mangelnde Hilfe geärgert, doch inzwischen hatte Danica ihren Rhythmus dem Leben auf dem Land angepasst und nicht mehr das Gefühl, sie könnte jeden Moment untergehen. Mit der Unterstützung einiger Nachbarn und mit Jacks Hilfe kam sie sogar recht gut zurecht.

So gut sogar, dass sie Vorbereitungen getroffen hatte, um im Oktober einen Fotojob in Chicago annehmen zu können. Für einen ganzen Monat. Falls hier mit den jungen Männern, denen sie die Ranch anvertraute, alles gut ging, könnte sie dann noch mehr solcher Jobs annehmen.

Das war ihr Leben. Ihr richtiges Leben, keines, das nur aus häuslicher Langeweile mit Jack bestand und nur darin gipfelte, Babys herauszupressen, Popos abzuwischen und sich den Hintern auf einer selbst gebauten Kinderschaukel platt zu sitzen. Er hatte über nichts davon je mit ihr gesprochen, doch Danica sah all diese Dinge wie mit unsichtbarer Tinte auf seine braun gebrannten Schultern tätowiert.

»Ich habe nicht gesagt, dass du allein mit ihm schlafen sollst. Ich habe vorgeschlagen, dass wir heute Abend etwas Spaß haben sollten, bevor du zurück nach Vegas fährst.« Danica ließ die Selleriestücke in den Hühnersalat fallen, sah zu ihrer Schwester und zog eine Augenbraue hoch. »Erinnerst du dich an die Highschool?«

Zu Danicas Überraschung errötete Colleen. »Das ist eine Ewigkeit her. Für so was sind wir zu alt.«

»Wir sind erst sechsundzwanzig«, erinnerte sie Danica und fragte sich, ob Colleen vielleicht doch recht hatte.

Bis zu diesem Nachmittag hatte sie nie daran gedacht, es noch einmal auf die wilde Tour zu probieren. Jack war vorbeigekommen und hatte ihr ein paar Ohrringe mit Mondsteinen geschenkt, über die er in einem Laden in der Stadt »gestolpert« war. Dann hatte er sie für den kommenden Freitag zum Abendessen ins einzige Restaurant eingeladen, das in Laurel Creek diese Bezeichnung wirklich verdiente.

Erst in fast einer Woche also. Beinahe so, als würde er ihr den Hof machen.

Sie mochte Jack. Sehr. Zu sehr vielleicht, denn sollte ihr Fotografenjob im Oktober gut laufen, würde sie alle paar Monate zu weiteren Trips dieser Art aufbrechen. Sie war niemand für eine langfristige Beziehung. Sie wollte es auch gar nicht sein. Nachdem sie sich so jung gebunden hatte und für so lange – und wofür überhaupt? –, wollte sie ihre Freiheit. Es war das Beste für Jack, wenn er gleich von Anfang an Bescheid wusste, wie sie darüber dachte.

Sex? Sicher. Flirten, reden, sich einen Film anschauen. Aber dass sie hier zu ihren Wurzeln zurückgekehrt war, bedeutete nicht, dass sie sich mit einem Mann niederlassen wollte. Jedenfalls jetzt noch nicht. Und vielleicht auch niemals.

»Ja, aber ich bin inzwischen geschieden«, sagte Colleen. »Und du bist … nun ja, du und Steve –«

»Geschieden bedeutet, ein Single zu sein, richtig?« Sie wartete auf Colleens zögerndes Nicken. »Und Steve ist frisch verheiratet, womit er nicht mehr mein Problem ist. Also warum tun wir es nicht einfach?« Sie fluchte, als sie sich den Daumen an der scharfen Unterkante des Schüsselrands schnitt. »Nur zum Spaß, Col. Ein paar Orgasmen, und dann fährst du morgen nach Hause, und ich werde …«

»Was?«, fragte Colleen und biss in den Sellerie.

»Mein Leben genießen«, beendete Danica den Satz und griff nach einer Gabel, um den Salat zu probieren. Sie kaute einen Bissen und nahm dann die kleine Schüssel mit den Schinkenstückchen, die sie zur Seite gestellt hatte. Nachdem sie den Inhalt in den Salat geschüttet hatte, kostete sie erneut.

Yep, keine Frage. Mit Schinken schmeckte alles besser.

»Hühnersalat machen und stricken.« Colleens Grinsen wurde breiter, als Danica ausholte, um sie in den Oberschenkel zu boxen. »Und dazwischen dein Landlust-Dreier.«

»Es liegt bei dir. Wenn du nicht magst, kann ich das verstehen. Es ist ja nicht so, dass Jack wüsste, was ich im Sinn habe.«

»Richtig, was ist mit Jack? Woher weißt du, dass er dir nicht die Tür vor der Nase zuschlägt?«

Danica rührte ihren Salat ein letztes Mal um und griff dann nach der Klarsichtfolie. »Hmm. Blonde, sonnengebräunte Zwillinge, die kaum etwas anhaben und auf seiner Ranch auftauchen, um ihm eine Ganzkörpermassage anzubieten. Was glaubst du, was er tun wird?«

Colleen seufzte. »Ich dachte immer, ich wäre der böse Zwilling.«

»Das ist nicht böse. Ganz im Gegenteil. Wir wollen ihm doch zeigen, wie gut wir sein können.« Danica grinste. »Es handelt sich sozusagen um Nachbarschaftshilfe, wenn man es richtig betrachtet.«

Und das Beste an der Sache war, dass Jack dann wissen würde, dass sie etwas Ernstes nicht interessierte. Wenn sie ihn Sex mit ihrer Schwester haben ließ, war die Botschaft doch glasklar, oder nicht? Außerdem würde Colleen dann vielleicht nicht mehr so trübselig aussehen, wenn sie etwas richtig Verrücktes tat. Seit ihrer Scheidung drehte sich ihr Leben nur um die Arbeit und die Schule. Ausschließlich darum.

Sie brauchten alle eine wilde Nacht. Sie jedenfalls brauchte es ganz sicher. Besonders wenn es bedeutete, dass Jack endlich begriff und aufhören würde, ihr Nelken zu bringen, als wäre sie sein Highschool-Schwarm.

»Du bist verrückt, Dani.«

»Du weißt, dass du es lieben wirst. Also, wie ist deine Antwort? Bist du dabei oder nicht?«

Colleen schüttelte lächelnd den Kopf. »Wir sind keine sechzehn mehr.«

»Gott sei Dank. Aber wir können diesen Cowboy immer noch reiten, dass er es niemals vergessen wird.« Danica tippte mit der Gabel gegen ihre Lippe. »Komm schon. Er ist verdammt heiß.«

»Stimmt.« Colleen seufzte und spielte mit einer Haarlocke. Danica wusste, dass ihre Schwester an Jacks schokoladenbraune Augen dachte und sein zerzaustes braunes Haar mit den blonden Spitzen. Lang, aber nicht zu lang – gerade genug, um die Hand darin zu vergraben. Und sein Körper? All diese Muskeln und die gebräunte Haut bis hin zu der beeindruckenden Wölbung südlich des Benton-Ranch-Wappens auf seiner gold glänzenden Gürtelschnalle.

»Er trägt nie ein Hemd«, sagte Colleen mit verträumter Stimme.

»Ich glaube, er besitzt gar keine. Gute Sache, da seine breite Brust Chancen auf die Ernennung zum achten Weltwunder hätte.« Colleen lachte, und Danica zog die Brauen hoch. »Also? Bist du dabei?«

Die Herausforderung ließ Colleens Augen blitzen, als sie sich vom Küchenblock schob. »Also gut, Schwester. Machen wir’s.«

Jack Benton rieb gerade einen Sattel ab und blickte auf, als er den Kies knirschen hörte. Er sah die Ankömmlinge, doch seine Aufmerksamkeit galt zuerst dem Himmel dahinter, der mit einem Mal so viel dunkler aussah als noch wenige Augenblicke zuvor. Die plötzliche Front bedrohlicher Wolken über den Sangre de Cristo Bergen ließ den Besuch eher Unheil verkündend als einladend erscheinen. Ein Steppenläufer fegte an ihm vorbei, und im nächsten Moment hörte er das Heulen des Windes.

Ein Sturm zieht auf.

Als er sah, wie die blonden Zwillinge auf ihn zukamen, vermutete er, dass es an mehr als einer Front stürmisch werden könnte. Er holte tief Luft und hatte den Geruch von Regen in der Nase. So war es vermutlich zweierlei, was ihn erwartete: nahe bevorstehender Niederschlag und, wenn er an seine enge Levis dachte, die sofortige und unumkehrbare Abschnürung seines Schwanzes.

Was zum Teufel machten die beiden hier?

Danica und Colleen waren jede für sich eine Wucht. Aber zusammen? Wie sie beide in gleichen Sommer-Outfits die Einfahrt entlangstolzierten, mit wehendem blondem Haar und geschürzten pinkfarbenen Lippen, die sich gleich zweimal lächelnd öffneten … Großer Gott, einfach unwiderstehlich. Noch eine Sekunde und der Reißverschluss würde platzen.

»N’ Abend, Ladys.« Jack tippte sich an den Hut und drückte seinen Körper näher an den Sattel. Falls die beiden sahen, was für eine gewaltige Beule sich unter seiner Jeans abzeichnete, würden sie noch einen falschen Eindruck von ihm bekommen. Allerdings ließ ihr listiges sexy Lächeln darauf schließen, dass die beiden eine Menge mehr zu bieten bereit waren als die letzte Frau, die bei ihm hereingeschaut hatte, um ihm ein Zeitschriftenabo anzudrehen. »Was verschlägt euch hierher?«

»Wir vertreten uns nur etwas die Beine. Und da deine Ranch weit und breit die einzige ist, schien sie uns ein guter Platz, vorbeizuschauen und hier den Sturm abzuwarten.« In Danicas Stimme klang ein Schnurren mit, was die Enge in seiner Hose dramatische Formen annehmen ließ. Sie trat ein Stück vor und legte ihre Fingerspitzen mit den pinkfarbenen Nägeln auf den Rand des Sattelhalters. »Also dürfen wir für ein Weilchen hierbleiben? Nur zur Sicherheit.«

Jack hob sein Gesicht in den Wind und holte tief Luft. Ozon stach ihm in die Nase. »Es dauert noch einige Minuten. Euch bleibt mehr als genug Zeit, euch auf den Heimweg zu machen.«

»Nun ja, das hört sich nicht gerade nach einem Gentleman an.« Colleen kam näher und ließ ihre Hand geschmeidig über seine feuchte Brust gleiten. Die Sonne hatte den ganzen Tag über hoch am Himmel gestanden, und Jack war erst vor Kurzem von Silbas Rücken gestiegen. Vermutlich roch er nach Schweiß, doch Colleen schien das nicht im Geringsten zu stören. Es kam ihm seltsam vor, zumal sie kaum mehr als höflich zu ihm gewesen war bei beiden Gelegenheiten, als sie sich an diesem Wochenende getroffen hatten.

Er hob eine Braue und sah von einer Frau zur anderen. Dachten sie etwa, sie könnten ihn durcheinanderbringen? Er wusste genau, welche von ihnen welche war. Wenn man monatelang an der Seite einer Frau arbeitete, lernte man ihre kleinen Ticks kennen. Die Art, wie sie sich die Haare hinter das Ohr strich und wie sie zur Seite blickte, wenn sie nach den richtigen Worten suchte. Welches Spiel die beiden auch spielen mochten, so wusste er doch genau, welche Frau sich nun auf die Zehenspitzen stellte, um ihre weichen, feuchten Lippen auf seine zu legen.

Colleen konnte küssen, nun gut, aber sie war nicht Dani. Seine Dani, ob ihr das nun gefiel oder nicht. Er konnte warten.

»Vielleicht können wir dich überreden, uns nicht nach Hause zu schicken.« Danica schob sich an seine Seite. Sie legte die Hand auf seine Erektion und sah zu ihm auf. »Willst du uns wirklich nicht kommen … also hereinkommen lassen?« Selbst ein Toter hätte bei der Doppeldeutigkeit ihrer Worte aufgehorcht. Ein kluger Mann hätte gesagt: »Aber ja, zur Hölle!«, und wäre zum King-Size-Bett vorausgegangen. Doch Jack Benton war nicht tot, und er war auch kein Professor, und so wählte er die dritte Möglichkeit und fragte, was er seit ihrer Ankunft hatte fragen wollen.

»Was zum Teufel habt ihr vor?«

Danica blinzelte, und ihre Wimpern waren bereits feucht vom sanften Regen, der jetzt fiel. »Was?«

»Ihr habt mich genau verstanden.« Als Blitze über den grollenden, stahlgrauen Himmel zuckten, nahm er die Zwillinge bei den Oberarmen und führte sie zur hinteren Veranda. Es war ein gutes Stück, das sie zurücklegen mussten, doch trotz seines festen Griffs und des Regens hielten sich die Frauen gut. Er riss die klapprige Fliegenschutztür auf, trat einen Schritt zurück und ließ die beiden hinein. »Setzt euch, ich muss noch den Sattel holen«, sagte er.

Als er zurückkehrte, saßen die beiden mit verwirrten Mienen am Tisch. Ihre tropfnassen Sachen klebten ihnen am Körper. Colleen hatte ein Bikinioberteil an, aber Danica trug ein enges Top ohne BH, unter dem sich ihre Nippel deutlich abzeichneten. Sein Schwanz meldete sich schon wieder, doch Jack ignorierte es, schloss die Hintertür und zwang sich nachzudenken.

Er warf seinen Hut auf den Tisch. »So, wer von euch erklärt mir das jetzt mal?«

»Was erklären?« Fast hätte er bei Danicas unschuldigem Blick grinsen müssen. Fast.

»Warum ihr beiden meine Auffahrt heraufstolziert kommt und Ärger sucht.«

»Haben wir denn jetzt welchen?«, fragte Danica und schlug die Wimpern nieder. Er hatte sie noch nie mit den Wimpern klimpern oder sonst etwas Gekünsteltes machen sehen. Sie war ganz Frau, kein Mädchen, und er wunderte sich über diesen Wandel – auch wenn sein Körper darauf reagierte.

Aber das hieß noch nicht, dass er das Spiel mitspielen würde. Er hatte jedenfalls nicht vor, sich allein von seinem Schwanz steuern zu lassen.

»Ein Gentleman weist eine willige Lady niemals ab«, sagte er, ging auf Colleen zu und griff nach ihrem Arm. »Komm schon, Süße.«

»Warte!«, protestierte Danica, während Colleens blaue Augen immer größer wurden. »Das sollte eine Party für drei werden.«

»Wirklich? Ich habe aber kein Interesse an einem Dreier.« Er sah Colleen an. »Mein Schlafzimmer ist gleich dort drüben.«

»Ähm, okay.« Colleen warf Danica einen Blick zu und stand auf, wobei ihre Brüste Jacks Brust streiften. »Aber Dani …«

»Kann zuhören«, sagte er, und zog Colleen hinter sich her.

Als sie in dem großzügigen Schlafzimmer waren, schaltete er das Licht an. Regen schlug heftig gegen die Scheiben und schirmte sie gegen fremde Blicke ab. Eine gute Sache, wäre sie Dani gewesen, doch schlecht für das, was er im Sinn hatte.

Er zog Colleens Gesicht ein Stück näher zu sich heran. »Spuck’s aus. Was geht hier vor?«

Nervös leckte sie sich über die Lippen. »Es war Danis Idee.«

»Hab ich mir schon gedacht.« Er lockerte den Griff um ihr Kinn und fuhr sanft mit dem Daumen über ihre geschwollene Unterlippe, auf die sie sich gebissen hatte. »Möchtest du etwas Spaß mit deiner Schwester haben?« Er grinste, als er ihren entsetzten Blick sah. »Nicht diese Art von Spaß. Lass mich nur machen.«

Bevor sie ihm etwas entgegnen konnte, hatte sein Kopf sich ihrem schon genähert.

Danica faltete die Hände und schluckte, während ihr Ärger wuchs. Wütend wie sie war, hatte sie das Gefühl, ihn buchstäblich schmecken zu können. Ein lautes Stöhnen drang aus dem Schlafzimmer bis zu ihr herüber, und sie sprang auf.

Was zum Teufel? Griff er ihre Schwester an oder was?

Sie rieb sich über die Stirn. Beruhige dich. Das war wohl kaum ein Angriff. Und so hatte sie sich das Ganze auch nicht vorgestellt. Sie hatte einfach nicht erwartet, dass Jack ihr Colleen vorziehen würde. Verflucht noch mal, sie sahen doch gleich aus. Wie konnte er sich da mehr von Colleen angezogen fühlen? Zumal er Colleen bis zu diesem Moment keinerlei Interesse entgegengebracht hatte, das über Freundschaft hinausging.

Ein weiteres kurzes Stöhnen drang durch das Prasseln des anhaltenden Regens zu ihr. Das war’s. Sie hatte verdammt noch mal genug davon.

Sie ging den Flur entlang. Falls Colleen nackt in Jacks Bett lag, dann nicht mehr lange.

Es war eine idiotische Idee gewesen. Doch welcher Mann war nicht scharf auf einen Dreier? War das nicht schon genetisch so angelegt, genauso wie Football spielen oder Orangensaft aus der Packung trinken?

Wie auch immer. Jack würde in dieser Nacht auch keinen Sex zu zweit bekommen. Sie drückte mit der Hand gegen die angelehnte Schlafzimmertür, holte tief Luft und war auf das Schlimmste gefasst. Vielleicht trieben es die beiden gerade in diesem Moment miteinander. Jack schien ein Kerl zu sein, der nicht lange fackelte.

Sie trat zornig durch die Tür, hielt aber inne, als ihr Blick auf Jack und Colleen fiel. Sie blinzelte. Die zwei saßen auf dem Bett. Vollständig angezogen. Sie küssten sich nicht, berührten sich nicht einmal. Colleens Haar war kaum durcheinander, nur ihr Lippenstift war ein klein wenig verschmiert.

Schon das ließ Danicas Haut prickeln. »Was geht hier vor?«, fragte sie irritiert.

»Nach was sieht es denn aus, Liebling?« Jack hatte die Hand auf Colleens Schulter gelegt, und mit jeder Bewegung seiner Finger wallte Danicas Zorn wieder auf.

»Ich habe Stöhnen gehört.«

Colleen zuckte mit den Schultern und tätschelte seinen flachen Bauch. Seinen bloßen Bauch. »Manchmal muss ein Mädchen Stress ablassen.«

»Ja, das habe ich gehört.« Danica verschränkte die Arme vor der Brust. »Würde es dir etwas ausmachen, uns kurz allein zu lassen, Col?«

»Ganz und gar nicht.« Colleen berührte Jacks Schenkel, der in einer engen Jeans steckte, und Danicas Puls raste. »Viel Glück, Cowboy.«

»Mach bitte die Tür hinter dir zu, ja?«, bat Jack sie.

Colleen lächelte. »Aber sicher.« Einen Moment später waren sie allein.

Es war nicht seine Schuld. Das wusste Danica. Schließlich hatte sie sich dieses dämliche Szenario ausgedacht. Sie hatte nicht geahnt, wie sehr sie es hassen würde, wenn Jack ihre Schwester berührte – oder umgekehrt –, und das allein hatte sie in diese Situation gebracht, nicht Jack.

»Also, worum geht es hier eigentlich?«, fragte er sanft. »Versuchst du, mich wegzustoßen, Dani?«

»Ich dachte, es würde Spaß machen. Dass wir alle Spaß haben könnten. Aber so war es nicht. Sag mir, welcher Kerl mag keine Dreier?«, sagte sie, während er aufstand und zu ihr kam.

»Ein Kerl, der bereits die Frau gefunden hat, die er will. Sie allein.« Er drehte eine ihrer Locken um seinen Finger, und ihr wurde mit einem Mal ganz heiß. »Hast du ein Problem damit?«

»Vielleicht.« Sie kam näher zu ihm, rieb ihre Brüste gegen seine Brust und sah in seine Augen.

Die Intensität seines Blicks ängstigte sie, zumal sie ein Gefühl verspürte, das direkt auf diesen Blick ansprach. »Ich bin keine Frau, die sesshaft wird, Jack. Und es wäre nicht fair, dir etwas anderes vorzumachen.«

Der Anflug eines Lächelns zeigte sich auf seinem Mund. »Wer hat davon gesprochen, sesshaft zu werden? Ich will nur, dass wir einander genießen.«

Er nahm sie bei den Hüften und hob sie hoch, sodass sie gar nicht anders konnte, als ihre Beine um seinen Hintern zu legen. Nicht dass sie hätte widerstehen wollen. Dann legte er seinen Mund auf ihren. Mmm. Sie konnte den Whiskey schmecken, den er irgendwann zuvor getrunken hatte. Sie küsste ihn leidenschaftlich und gab sich ganz dem Gefühl hin. Ihm hin.

Mit einem Mal verschwanden sämtliche Gedanken an ihre Schwester. Bis er sie in seinen Armen hielt und seine wunderbar rauen Handflächen unter ihr Top gleiten lassen wollte.

Sie wich ein Stück zurück und japste: »Was ist mit Colleen?«

»Sie versteht schon. Und sie hat den Schlüssel zu meinem Truck.« Er schenkte ihr ein sexy Lächeln, das Schmetterlinge in ihren Magen schickte und ihre Nippel hart werden ließ. Mit wenigen Handgriffen zog er ihr Shirt nach oben und über ihre bloßen Brüste. Ein tiefes Stöhnen drang aus seiner Kehle. »Schau dir all die Schönheit an, die du vor mir versteckt hast.«

Obwohl sie lachte, bog sie sich ihm entgegen und sehnte sich so sehr nach ihm, dass es sie erschreckte. Sie wollte sich keine Gedanken mehr um irgendwelche Erwartungen machen. Er hatte recht. Es war so viel unkomplizierter, es einfach zu genießen. »Ich wollte es langsam angehen lassen.«

»Bevor du es schnell haben wolltest.«

Er zog eine Braue hoch, während er sie ansah, und sie musste wieder lachen. Gott, er machte sie glücklich. Glücklich, dass ihr schwindelig wurde. Ihr Lachen wurde zu einem Kichern, als er sie auf das Bett fallen ließ. Sie bog sich ihm auf der harten Matratze entgegen und krallte sich in die Laken, als er seinen kundigen Mund auf ihre Brust senkte.

»Nun, es soll doch später nicht heißen, ich wüsste nicht, wie man einer Lady gefällig ist«, sagte er und neckte ihre Brustspitze, während er seinen Gürtel öffnete.

Allein diese Worte ließen sie noch feuchter werden. Sie beugte sich vor, um ihren Nippel noch tiefer in seinen Mund zu schieben, und griff in sein Haar, damit er den Kopf nicht von der Stelle bewegte. Wenn es nach ihr gegangen wäre, hätte er für immer dort bleiben können.

Zu bald schon richtete er seine Aufmerksamkeit auf ihren Bauch und dann noch tiefer, als er ihr die Shorts auszog. Als er sah, dass sie kein Höschen trug, stöhnte er. Er schloss seine Lippen um ihre geschwollene Pussy, und nun war sie es, die stöhnte, bettelte und durch sein Haar wühlte, damit er mit seiner Zunge in sie drang. Schneller, tiefer. Er schmiegte sich an ihre Klit und rieb mit der Nase über ihren schmalen Streifen von Locken, doch ohne ihr das Vergnügen zu verschaffen, nach dem sie sich sehnte.

Der Mistkerl wollte sie noch nicht kommen lassen. So viel verriet sein strahlendes Lächeln, als sich sein Mund von ihr entfernte und er sich Jeans und Boxershorts auszog.

»Schnell – erinnerst du dich?« Das Keuchen in seiner Stimme erregte sie noch mehr, als er ein Kondom aus dem Nachttisch zog und die gezackte Kante der Verpackung über ihren überreizten Nippel zog. Sie erschauerte, und er grinste. »Wenn du glaubst, dass du das aushältst.«

»Oh, ich schaff das schon«, presste sie hervor. Aber sie hatte ihre Zweifel daran, wenn sie sich seinen großen Ständer ansah. Die glitzernde Gürtelschnalle hatte sie bislang von Jacks natürlichen Gaben abgelenkt. Doch nun ließ ihr sein festes, gebräuntes Fleisch das Wasser im Mund zusammenlaufen. »Jetzt.«

Er richtete sich auf und drückte seinen Schwanz an ihre feuchte Öffnung. Dann legte er sich ihre Beine über die Ellbogen und drang ganz in sie ein. Seine glänzenden braunen Augen waren fest auf sie gerichtet, als er sich sanft wieder und wieder in sie stieß.

»Verdammt noch mal, Jack. Ich hätte nie angenommen, dass du mich hinhältst.«

»Du hast mich überhaupt noch nie genommen.« Er grinste wieder und schob sich erneut in sie, diesmal tiefer und kräftiger. »Jetzt hast du es.«

Ein hingebungsvolles Stöhnen war ihre einzige Antwort. Sie spreizte die Beine und griff nach ihren Nippeln, um sie zwischen ihren Fingern zu rollen, während sie sich ganz dem Rhythmus der Bewegung hingab. Das Geräusch von Haut auf Haut, Jacks Stöhnen, ihre hilflosen Seufzer.

Es ging alles so schnell. Auch wenn sie ihren Höhepunkt herbeisehnte, so traf er sie doch völlig unvorbereitet. Ihr Orgasmus brach über sie herein wie der Sturm draußen über das Haus. Er erschütterte sie in ihren Grundfesten und hielt sie gleichzeitig umhüllt wie eine warme Decke.

»Das also hast du mir all die Zeit vorenthalten«, flüsterte er und glitt mit dem Daumen über ihre Klit. Sie erbebte, als hätte er ihr einen Schlag versetzt. »Ich mag es, dir dabei zuzusehen, wie du kommst.« Er stieß tiefer in sie und bewegte seine Hüfte dabei in einer Weise, dass hinter ihren geschlossenen Lidern kleine Blitze zuckten. »Und ich mag es, dich in mir zu spüren.«

Sie umklammerte ihn mit ihren Beinen und drückte ihm ihren Schoss entgegen, sodass er nicht mehr sprechen konnte. Sein stockender Atem drang an ihr Ohr und fuhr sanft über ihre Haut, während sein Körper zuckte und sie spürte, wie er sich heiß in das Kondom ergoss.

Dann sackte er auf sie nieder und drückte sie mit seinem warmen, feuchten Körper in die Matratze. Draußen tobte immer noch der Sturm, während sie sich im Bett aneinanderschmiegten.

»Du bist wunderschön«, sagte er und schob ihr Haar zur Seite, um ihr Gesicht mit einer Spur von Küssen zu überziehen. »Dabei zerquetsche ich dich wahrscheinlich gerade.«

»Ein bisschen«, gab sie zu.

Er zog sich aus ihr zurück, und sie seufzte über den Verlust. Er lächelte und legte das Kondom zur Seite, bevor er sie wieder in die Arme nahm. »Besser so?«

»Viel besser«, murmelte sie, an seine Brust gekuschelt. Sie liebte es, sein Herz schlagen zu hören und zu wissen, dass sie es so angetrieben hatte. Der salzige Schweiß auf seiner Haut schmeckte so gut, als sie über seine Nippel leckte, dass sie nicht damit aufhören konnte, bis er aufstöhnte.

»Sag mir, dass das nicht nur für dieses eine Mal war, Dani. Bitte.«

Die unerwarteten Emotionen in seiner Stimme ließen sie den Kopf heben. Als sie die Sehnsucht in seinen Augen sah, spürte sie einen Kloß in ihrem Hals. »Jack, ich bin Fotografin. Ich bin für meinen Job viel unterwegs. Ich habe einen Auftrag für Oktober angenommen, in Chicago.«

»Wie lange wirst du fortbleiben?«

War das alles? Keine Forderung, dass sie bleiben sollte, keine Vorwürfe? Ihr Ex hätte ihre Entscheidung, für einen Job wegzugehen, niemals so einfach akzeptiert. Um genau zu sein, hatte er es tatsächlich niemals akzeptiert, was ein Grund dafür war, dass er nun ihr Ex war.

Aber Steve und Jack waren so verschieden, wie zwei Männer nur sein konnten. Sie zu vergleichen war nicht nur unfair, es war völlig sinnlos.

»Nur für einen Monat. Dieses Mal. Manchmal dauern die Jobs länger. Irgendwo am Ende der Welt.«

»Du hast verdammt viel Talent. Ich möchte einen Abzug von diesem Meeresbild, das über dem Sofa hängt.« Er nickte in Richtung der nackten Wand auf der anderen Seite des Raums. »Ich habe mir den Platz dort dafür aufgehoben.«

Sie hätte nicht aufhören können zu lächeln, selbst wenn sie es gewollt hätte. »Gefällt dir meine Arbeit wirklich?«

»Ich liebe sie.« Er nahm sie fest in die Arme und drückte ihr einen Kuss auf das Haar. »Ich möchte dir nicht in dein Leben reinreden, Dani. Nur so viel davon mit dir teilen, wie du bereit bist.«

Sie war zutiefst berührt. Als sie ihre Hand auf sein Herz legte, spürte sie, wie es stark und regelmäßig schlug. Hier war der Anker, von dem sie nicht gewusst hatte, dass sie ihn suchte. Der sichere Hafen, in den sie zurückkehren konnte, egal, wie weit sie gereist war. Der Platz, an dem sie immer sie selbst sein konnte, mit einem Mann, dem sie nach und nach immer mehr vertrauen würde.

»Ich bin gut im Teilen«, flüsterte sie. »Und wenn du mir Zeit gibst, werde ich noch besser darin werden.«

»Alle Zeit, die du brauchst. Inzwischen könnte ich dir allerdings zeigen, wie gut ich in manchen Dingen bin.«

Mit einem Grinsen schob er sich an ihrem Körper nach unten, um es ihr zu beweisen.

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