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Ein großer Fehler

1. KAPITEL

„Du meinst es wirklich ernst?“ Ein Strahlen lag auf Rosalies Gesicht. „Du willst mich heiraten?“ Lukas, der noch immer vor ihr kniete, nickte entschlossen. Dass Sandra direkt in seiner Nähe stand und auch noch weitere Menschen, die im Park das Feuerwerk bewunderten, seinen spontanen Heiratsantrag mitbekommen hatten, bemerkte er gar nicht.

„Hey, Prinzessin!“, frotzelte er nur. „Wie lange lässt du mich hier noch knien und betteln?“ Rosalie zog ihn zu sich hoch und umarmte ihn stürmisch.

„Natürlich will ich!“, rief sie überglücklich. „Was hast du denn gedacht, du Verrückter?“ Die beiden küssten sich. Und Sandra ergriff jetzt endgültig die Flucht.

Auch Werner hatte die Szene beobachtet und folgte seiner Tochter nun auf dem Fuß.

„Soll der Idiot sie doch heiraten!“, stieß Sandra hervor, als ihr Vater sie tröstend in die Arme schloss. „Die zwei haben sich echt verdient.“ Er schwieg vielsagend. „Ich weiß, dass ich den Typ komplett abhaken kann“, fuhr sie verzweifelt fort. Aber ihr Herz tat ihr trotzdem furchtbar weh.

„Sandra, Liebes … Vielleicht hilft es dir, wenn du hörst, dass deine Geschwister das alles auch monatelang durchgemacht haben.“ Sie nickte stumm. Sie kannte die verwickelten Liebesgeschichten, die sich vor ihrer Zeit am Fürstenhof abgespielt hatten. „Roberts Frau hat sogar zuerst meinen Neffen Felix geheiratet“, erzählte Werner. „Und trotzdem hat dein Bruder sie nie aufgegeben.“

„Er muss immer gewusst haben, dass sich das Kämpfen lohnt“, vermutete Sandra.

„Im Grunde schon.“ Trotzdem hatte Robert oft genug die Flinte ins Korn werfen wollen. Und für Laura war es auch mitunter sehr schwer gewesen. Aber auch sie und Alexander hatten am Ende zueinander gefunden. Trotz aller Widrigkeiten.

„Das klingt schön, aber …“ Sandra seufzte. Sie glaubte nicht daran.

„Es wäre gelacht, wenn dir das nicht auch irgendwann gelingt“, widersprach Werner.

„Ich bin wahrscheinlich die Erste, die mit unserer Familientradition bricht“, entgegnete sie düster. „Mein Leben ist zwar ziemlich chaotisch, aber das Happy End fällt aus.“

Hildegard und Alfons waren nach dem Feuerwerk zu sich nach Hause gegangen. Sie hatten eine Flasche Champagner dabei.

„Eigentlich bin ich ganz froh, wie es gelaufen ist“, stellte Frau Sonnbichler fest und holte Gläser aus dem Schrank. „Hätte ich gewusst, dass eine Niederlage so viel Spaß machen kann, wäre ich im Wahlkampf viel entspannter gewesen.“ Inzwischen fragte sie sich eher, warum sie sich auf das Ganze überhaupt eingelassen hatte. Außer viel Stress und Durcheinander hatte ihr die Kandidatur im Grunde wenig gebracht.

„Na, na …“ Alfons protestierte sofort. „Ohne dich hätte sich der Pachmayr den Naturschutz nie auf die Fahnen geschrieben. Und ich weiß jetzt auch alles über Brut und Aufzucht der Eisvögel.“ Er lachte. „Und Nistplätze und Krippenplätze.“ Sie fiel in sein Gelächter mit ein. Sie bereute es wirklich nicht, dass sie heute nicht zur Bürgermeisterin gewählt worden war.

Katja versuchte derweil, Ben davon zu überzeugen, nicht die Polizei zu rufen. Aber Ben sah überhaupt keine Alternative: Immerhin war das wertvolle Watteau-Gemälde gestohlen worden. Da konnte sein neuer Kollege Kai Krone noch so viel gegen einen Anruf bei der Polizei argumentieren.

„Da engagieren die extra eine sauteure Sicherheitsfirma …“ Ben schüttelte noch immer fassungslos den Kopf. Sie konnten auf keinen Fall so tun, als wäre nichts geschehen. „Du musst sagen, was du gesehen hast. Sonst machst du dich verdächtig.“

„Willst du mir die Sache anhängen?“, giftete Katja sofort. Sie hatte nichts gesehen, wirklich nichts, und das hatte sie Ben auch bereits erklärt. Der wunderte sich nur über die Empfindlichkeit des neuen Kollegen. Er ahnte ja nicht, dass in Wahrheit eine junge Frau in der Pagenuniform steckte.

Zunächst einmal wollte Ben Werner Saalfeld über den Diebstahl informieren. Doch der Senior hatte sein Handy abgeschaltet, um sich in Ruhe um seine Tochter kümmern zu können.

Am nächsten Morgen saßen Nils und seine Schwester beim Frühstück.

„Das Watteau-Gemälde ist heute Nacht aus dem Fürstenhof verschwunden“, sagte er streng. „Trotz der enormen Sicherheitsvorkehrungen.“ Die Onlineausgaben der Tageszeitungen waren bereits voll von dem spektakulären Kunstraub. „Warum überrascht mich das nicht?“ Katja schwieg. „Sag du es mir“, forderte er sie auf. Sie schwieg weiter. „Die Polizei vermutet, dass der Diebstahl ungefähr zu dem Zeitpunkt stattgefunden haben muss, als alle wegen des Feuerwerks draußen waren …“ Ben hatte nachts doch noch die Polizei gerufen, den Beamten aber verschwiegen, dass er seinen Kollegen Kai Krone im Blauen Salon angetroffen hatte, kurz nachdem der Watteau verschwunden war. Katja war es gerade noch mal gelungen, Ben davon zu überzeugen, sie da nicht mit hineinzuziehen.

„Ich habe das Bild nicht geklaut!“, rief sie jetzt wütend. „Was sollte ich auch mit dem blöden Watteau? Du hast doch mit Smyslow diese großartige Ratenzahlung ausgehandelt. Der denkt jetzt garantiert auch, ich habe das Bild.“ Und das war eigentlich das größte Problem, das sie hatte. Denn dieser russische Geldeintreiber war wirklich ungeheuer gefährlich.

Tanja sprach ihren Freund im Hotel sofort auf das gestohlene Gemälde an.

„Ist deine Schwester jetzt völlig durchgedreht?“ Das Zimmermädchen war sichtlich verärgert. „Wir hatten den Deal mit Smyslow doch extra eingefädelt.“

„Katja hat das Bild nicht“, sagte Nils. „Sie hat es nicht gestohlen. Ich weiß, es klingt völlig unglaubwürdig, aber es ist die Wahrheit.“ Natürlich nahm Tanja ihm das nicht ab.

„Entweder bist du verdammt naiv, oder du weißt mehr, als du zugibst“, stellte sie fest. Ihrem prüfenden Blick wich er aus.

„Ich habe keine Ahnung, wer das Bild gestohlen hat“, behauptete er. „Aber meine Schwester war es ganz sicher nicht.“

„Schön, dass du noch an das Gute glaubst“, schnaubte Tanja. „Finde ich im Prinzip richtig. Aber in dieser speziellen Situation komme ich gerade nicht damit klar …“ Sie würde sich Katja höchstpersönlich vorknöpfen.

„Ich habe das verdammte Bild nicht!“, zischte Katja, nachdem Tanja sie mit ihrem Verdacht konfrontiert hatte.

„Das sagt dein Bruder auch“, erwiderte das Zimmermädchen.

„Dann hör auf ihn. Er kennt mich lange genug.“ Tanja schüttelte den Kopf.

„Nils ist befangen“, wandte sie ein. „Und wer soll das Bild denn sonst haben, wenn nicht du?“

„Ich weiß es nicht!“ Katja klang plötzlich ehrlich verzweifelt. „Und es wäre schön, wenn mir zur Abwechslung mal jemand vertraut!“ Aber Tanja ließ sich nicht umstimmen. So sah sich Katja gezwungen, ihr die Wahrheit zu sagen.

„Ich wollte das Gemälde tatsächlich stehlen“, gab sie zu.

„Aber warum?“, rief Tanja entgeistert. „Nils und ich sind doch extra zu diesem Knochenbrecher gegangen und haben eine Ratenzahlung ausgehandelt.“ Katjas Lachen klang bitter.

„Das hast du tatsächlich geglaubt? Herzchen, ich hatte einen Deal mit Smyslow: Er ist nur zum Schein auf euren Vorschlag eingegangen. Ihr solltet ruhig gestellt werden, damit ich das Bild beschaffen kann …“ Aber jemand anders war schneller gewesen. Langsam begriff Tanja, dass Nils’ Schwester ihr keine Lügen auftischte. „Und jetzt bin ich dran.“ Katja seufzte. Nicht nur, weil die Polizei irgendwann auf sie kommen würde, das war noch ihr geringstes Problem. „Smyslow wird denken, ich kassiere woanders ab.“ Der Russe würde sie bis ans Ende der Welt jagen. „Und er weiß, Nils und du gehört zu mir. Du wirst dir noch wünschen, ich hätte das Bild genommen.“ Nun bekam es auch Tanja mit der Angst zu tun.

Auch Rosalie und Lukas frühstückten gemeinsam in seiner Wohnung. Rosalie sprang das Glück nur so aus den Augen, und sie überschlug sich schon vor Plänen für die bevorstehende Hochzeit.

„Eine Winterhochzeit mit viel Schnee und Pferdekutsche fände ich sehr romantisch“, sprudelte sie heraus, wurde aber von einem Klopfen an der Tür unterbrochen.

„Guten Morgen, ihr zwei Hübschen.“ Cosima trat mit einem großen Blumenstrauß ein. „Herzlichen Glückwunsch zur Verlobung.“ Rosalie nahm die Blumen erfreut entgegen. Und Cosima wandte sich nun direkt an ihren Sohn. „Bursche! Das ging ja gestern so dermaßen hoppla hopp bei euch, ich konnte nicht mal gratulieren.“

„Ich bin eben spontan.“ Inzwischen bereute er es schon ein wenig, dass er den Heiratsantrag in aller Öffentlichkeit gemacht hatte.

„Alles, was recht ist“, bestätigte sie. „Aber bei eurer Hochzeit werden wir nichts dem Zufall überlassen. Da zeigen wir den Möchtegern-Saalfelds, wie man richtig feiert.“ Dem konnte sich Rosalie nur anschließen. Aber Lukas verzog das Gesicht.

„Es ist noch nichts entschieden“, erklärte er. „Vielleicht machen wir es lieber im kleinen Kreis …“ Dass seine Mutter davon nichts wissen wollte, lag auf der Hand.

Sandra war kaum erwacht, da dachte sie schon wieder an Lukas. Er würde die Engel heiraten. So war es. Und sie musste jetzt sehen, wo sie blieb. Nach der OP war sie jeden Morgen überglücklich gewesen. Für das Leben, das ihr geschenkt worden war. Und jetzt … Sie fand sich selbst verdammt undankbar. Sie hatte doch so viel dazugewonnen. Werner, Robert, Laura … Liebeskummer war einfach furchtbar. Man fühlte sich schlecht, war deprimiert, alles tat weh. Aber irgendwann würde dieser Schmerz vorbeigehen. Sie musste optimistisch sein.

Doch es versetzte ihr einen schmerzhaften Stich ins Herz, als Lukas später in den Personalraum kam. Er hatte sie gesucht.

„Falls du einen Brautstrauß für deine Zukünftige wünschst – Bestellungen bitte immer schriftlich“, bemerkte Sandra schnippisch.

„Es tut mir leid, wie das gestern gelaufen ist. Ich hatte dich nicht gesehen.“ Verletzt blickte sie ihn an.

„Und wenn?“, fauchte sie. „Hättest du dann auf deinen romantischen Kniefall verzichtet?“

„Ich hätte Rosalie bestimmt nicht in deinem Beisein gefragt, ob sie meine Frau werden will“, entgegnete er leise.

„Aber im Überschwang der Gefühle hattest du natürlich nur Augen für sie“, giftete Sandra. „Das verstehe ich voll und ganz. Und früher oder später hätte ich es ja ohnehin erfahren. Was macht das für einen Unterschied?“ Er ließ den Kopf hängen. „Es ist dein Leben, Lukas.“ Ihre Stimme wurde auf einmal eindringlich. „Wenn du die Engel wirklich liebst …“

„Was willst du eigentlich von mir?!“, rief er da überfordert. „Das mit uns hat nicht funktioniert!“

„Warte nicht darauf, dass ich dir gratuliere!“, schnaubte sie und stürmte an ihm vorbei nach draußen.

Sie fand Trost bei ihrer Schwester Laura.

„Egal, wie du dich entscheidest – hör auf dein Herz“, riet die ihr nämlich. „Immer … Denn das ist der richtige Weg.“

„Aber Lukas heiratet bald eine andere Frau“, klagte Sandra.

„Du willst ihn also aufgeben?“ So schwer es Sandra auch fiel – sie nickte. Sie gönnte ihm, dass er glücklich wurde. Sie wollte zumindest versuchen, es ihm zu gönnen. Lauras Blick war voller Mitgefühl. Sie erinnerte sich selbst nur allzu gut an den Tag, an dem Alexander Katharina geheiratet hatte. Sie hatte geglaubt, nie mehr wieder glücklich werden zu können. Aber dann … war alles anders gekommen. Das wünschte sie Sandra auch, von ganzem Herzen.

„Entschuldige.“ Sandra war noch einmal zu Lukas ins Büro gegangen. „Ich wollte nicht kindisch sein vorhin.“ Sie holte tief Luft. „Ich gönne dir dein Glück mit Rosalie Engel“, sagte sie dann. „Wenn ich jetzt trotzdem mal biestig bin …“ Sie brach ab.

„Die Umstände haben es uns nicht gerade leicht gemacht.“ Lukas’ Stimme klang belegt. „Und das Timing war alles andere als perfekt.“

„Die Gefühle haben gestimmt“, entgegnete sie. „Bei mir jedenfalls.“

„Lass uns das nicht vertiefen“, bat er. „Es ist vorbei. Aber vielleicht können wir es hinkriegen, Freunde zu werden?“ Ihr Gesicht nahm einen überforderten Ausdruck an. „Blöde Idee, vergiss es …“

„Vielleicht … Irgendwann …“ Schnell verließ sie das Büro.

Die Polizei hatte noch immer keine heiße Spur, was den Diebstahl des Watteaus anbetraf. Und Werner sah aus, als würde er demnächst explodieren – er hatte erst heute Morgen von der Katastrophe erfahren.

„Warum immer der Fürstenhof?“, stöhnte er in Gegenwart seiner Exfrau. „Man könnte fast meinen, hier sammelt sich alles, was sein Geld auf unehrliche Weise verdient.“

„Wir haben eben einfach Pech gehabt“, versuchte Charlotte, ihn zu beruhigen. Und sie hatten sich auch nichts vorzuwerfen. Eine renommierte Sicherheitsfirma war beauftragt worden, eine Alarmanlage zu installieren. Es waren nur Gäste eingeladen gewesen, die dem Hause schon länger bekannt waren, und das Personal war umfassend instruiert gewesen. Die Versicherung würde in jedem Fall zahlen müssen.

„Das Museum wird entschädigt. Aber das Image des Fürstenhofs leidet mal wieder kräftig.“ An einem Tag wie heute war Werner beinahe froh, dass er nicht mehr Direktor des Hotels war.

Hendrik hatte seine letzten Sachen aus der Fürstensuite geholt. Der Wahlkampf war vorbei, und nun würde er es auch im Hause Sonnbichler wieder aushalten. Abgesehen davon suchten er und Marie sowieso eine gemeinsame Wohnung. Sie hatten auch schon ein neues Objekt im Auge. Harry, dem es natürlich gar nicht passte, dass Hendrik nicht mehr bei ihm wohnen wollte, ließ sich das Exposé zeigen.

„Schöne Dachterrasse“, stellte er fest. „Aber das verursacht natürlich heftige Heizkosten.“ Hendrik stutzte. „Ich hatte mal zwei Jahre ein Penthouse in der Münchner Innenstadt“, fuhr Harry fort. „Im Winter habe ich nur für die Heizung gearbeitet. Und im Sommer braucht man eine Klimaanlage, zumindest im Schlafzimmer. Sonst bekommt man nachts kein Auge zu.“

Am Nachmittag übergab Robert die Küche des Fürstenhofs wieder an seinen Onkel. Andrés Hand war noch immer verbunden, aber das Tagesgeschäft würde er jetzt wieder übernehmen können. Nur das große Galamenü anlässlich der Jubiläumsfeier – das wäre einfach zu viel gewesen.

Natürlich konnte Robert es nicht lassen, André noch einmal vor Cosima Zastrow zu warnen. Er war sich nämlich sicher, dass das, was sie im Schlaf gesagt hatte, der Wahrheit entsprach: Sie hatte den alten Dr. Niederbühl sterben lassen.

„Ich habe ein Auge auf sie, okay?“, versprach André seinem Neffen. Der wirkte noch immer skeptisch. „Junge, mach dir keine Sorgen. Dein Vater und ich haben schon ganz andere Klippen umschifft.“

„Hallo, Süße!“ Laura hatte den Personalraum betreten, wo Tanja gerade nachdenklich am Tisch saß. Und Tanja blickte sie traurig an. Sie wusste, dass Laura sich demnächst wieder verabschieden würde. „Aber wir sehen uns morgen noch mal“, versprach ihre Freundin. „Kurz bevor ich wieder nach Brüssel fahre.“ Trotzdem war die Zeit im Fürstenhof schon wieder viel zu schnell vorbeigegangen.

„Ausgerechnet jetzt.“ Tanja seufzte. „Ich könnte gerade eine Freundin gebrauchen.“

„Ich kenne noch jemanden, dem das so geht“, sagte Laura mit einem Lächeln. „Sandra. Meine Schwester. Sie ist wirklich nett.“

„Ich mag sie auch“, bestätigte das Zimmermädchen.

„Na also!“, meinte Laura aufmunternd. „Da haben sich doch zwei gefunden.“ Und außerdem war Brüssel nicht aus der Welt. „Alexander ist schon ganz neugierig auf Fabien.“ Tanja lächelte bedrückt. „Hey, was ist denn los?“

„Nils …“ Das Zimmermädchen zögerte. „Eigentlich eher seine Schwester … Katja …“ Und dann erzählte sie Laura alles, was passiert war.

Schockiert hatte sich Laura die ganze Geschichte angehört.

„Diese Katja hat Nerven …“, sagte sie jetzt.

„Erst war ich stinksauer“, erwiderte Tanja. „Aber inzwischen habe ich eine Heidenangst, dass dieser Smyslow hier auftaucht und aus uns dreien Kleinholz macht.“

„Geh zur Polizei“, riet Laura. „Alles andere ist viel zu gefährlich.“

„Wenn ich Katja verrate, spricht Nils kein Wort mehr mit mir“, fürchtete das Zimmermädchen. Aber ihr war auch klar, dass es sich hier nicht um einen harmlosen Kinderstreich handelte. Und sie musste auch an ihren kleinen Sohn denken. „Nur, was wird dann aus Katja? Wenn sie in den Knast muss, kann sie gleich ihr Testament unterschreiben. Solche Typen haben doch überall ihre Leute.“ Tanja wusste nicht mehr ein noch aus. In Laura begann es zu arbeiten.

„Ich habe vorhin mit Tanja geredet. Was ist denn das für eine abenteuerliche Geschichte mit Ihrer Schwester?“ Nils fühlte sich sichtlich unwohl, als Laura ihn mit der Angelegenheit konfrontierte. Aber eigentlich hätte ihm klar sein müssen, dass Tanja ihr alles erzählen würde – die beiden waren schließlich seit Jahren die besten Freundinnen.

„Wollen Sie mir den Kopf abreißen, weil ich Tanja da mit reingezogen habe?“, fragte Nils beklommen.

„Würde das was nützen?“ Er seufzte. Inzwischen machte er sich furchtbare Vorwürfe, dass er seine Freundin überhaupt eingeweiht hatte. Nun waren sie alle in Gefahr.

Lukas genehmigte sich gerade einen Absacker an der Bar, als Robert Saalfeld neben ihm Platz nahm.

„Hallo!“, begrüßte der Geschäftsführer den Sohn des Hauses. „Geht es morgen wieder zurück?“ Robert nickte, blickte Lukas dann aber streng ins Gesicht.

„Vorher müssen wir zwei noch was klären“, sagte er. Lukas verspürte nicht die geringste Lust auf eine Auseinandersetzung, aber Robert ließ nicht locker. „Sie halten sich anscheinend für besonders toll …“, begann er säuerlich.

„Ab und an“, konterte Lukas mit einem Lächeln. „Wenn es gut läuft …“

„So gut wie mit meiner Schwester?“, fuhr Robert ihm über den Mund. „Erst ist es die ganz große Liebe, und drei Wochen später verloben Sie sich mit einer anderen?“

„Der große Bruder ist also gekommen, um die Ehre der Schwester wiederherzustellen“, spöttelte Lukas.

„Ich gebe Ihnen einen guten Rat: Finger weg von Sandra!“ Man konnte Robert ansehen, dass er es ernst meinte. „Sie sind ein verdammter Idiot!“

„Ich wollte Sandra nie wehtun“, versicherte Lukas ihm schnell. „Mit uns ist das wahnsinnig kompliziert. Stressig. Es konnte einfach nicht funktionieren.“

„Klingt, als ob Sie sich selbst überzeugen wollen“, erwiderte Robert, nun wieder etwas ruhiger.

„Sie haben keine Ahnung.“ Aber da irrte sich Lukas. Auf komplizierte und stressige Beziehungen war Robert nun wirklich spezialisiert. Was hatte er mit Miriam nicht alles durchgemacht!

„Wir sind uns wahrscheinlich ähnlicher, als Sie meinen.“ Auch Robert war jahrelang immer mit dem Kopf durch die Wand gegangen und hatte dabei keinerlei Rücksicht auf die Gefühle seiner Freundinnen genommen. Bis Miriam ihn wach geküsst hatte. „Machen Sie es besser.“

„Sehen Sie, das ist nämlich der Unterschied“, hielt Lukas dagegen. „Ich bin mit Rosalie schon jetzt auf dem richtigen Weg. Und was Ihre Schwester angeht: Sandra ist wirklich eine tolle Frau. Trotz allem.“

2. KAPITEL

Es war schon spät am Abend, als André in den Keller ging, um sich eine Flasche Wein zu holen. Er konnte nicht schlafen. Und mit diesem Problem schien er nicht allein zu sein: Zu seiner großen Überraschung traf er Cosima im Weinkeller an, die sich ebenfalls nach einem geeigneten Schlummertrunk umsah. Spontan schlug der Chefkoch vor, gemeinsam eine Flasche zu trinken.

„Sind Sie jetzt dran?“, schnaubte Cosima verächtlich. „Nachdem Ihr Bruder mit seinem lächerlichen Flirtversuch eine Bruchlandung hingelegt hat?“

„Vergessen Sie es.“ André wollte sich zum Gehen wenden, doch sie hielt ihn auf.

„Ich weiß ganz gern, was gespielt wird“, erklärte sie. „Was bezwecken Sie mit Ihrer Einladung?“

„Ich dachte, wir könnten uns ein bisschen austauschen“, gab er zur Antwort. „Ich habe nämlich den Eindruck, dass wir uns mit ganz ähnlichen Problemen herumschlagen.“ Fragend zog sie die Augenbrauen nach oben. „Zum Beispiel Schlaflosigkeit.“

Tatsächlich ließen sich die beiden in der Küche nieder und öffneten eine Flasche Rotwein. André lenkte das Gespräch auf den Obote-Mord. Und berichtete, dass er monatelang keinen Schlaf gefunden hatte. Bis er endlich mit der Wahrheit über seine Beteiligung an dem Verbrechen herausgerückt war. Cosima wurde sofort misstrauisch.

„Deswegen haben Sie mich also in Ihr Allerheiligstes gelockt!“, zischte sie. „Damit ich nach zwei, drei Gläsern in Ihr großes Gejammer von Schuld und Sühne einstimme. Was haben Sie sich erhofft? Erschütternde Geständnisse irgendwelcher Schandtaten, die ich nicht begangen habe?“ Ungerührt zuckte der Chefkoch die Schultern.

„Es gibt vermutlich gute Gründe, warum Sie sich nachts im Weinkeller herumdrücken“, meinte er. „Aber was Sie umtreibt, ist mir – mit Verlaub – ziemlich gleich. Ich habe genug mit den eigenen Dämonen zu kämpfen.“

Am nächsten Morgen war es Zeit zum Abschiednehmen. Erst schloss Laura Hildegard und Alfons in die Arme, dann wandte sie sich Tanja zu. „Pass gut auf dich auf“, bat sie.

„Du kennst mich.“ Das Zimmermädchen gab sich betont optimistisch. „Erst wenn ich ganz unten bin, komme ich ordentlich in Fahrt.“

„Dein Freund macht eigentlich einen netten Eindruck“, meinte Laura.

„Leider hat er die falsche Familie.“ Das hatte Laura bei Alexander auch oft gedacht. „Die Karten sagen, jetzt wird es erst richtig schlimm, aber dann taucht unerwartet Hilfe auf.“ Lauras Lächeln wurde hintergründig.

„Ich habe hier noch was für dich.“ Sie drückte ihrer Freundin ein Kuvert in die Hand. Und dann umarmten sich die beiden ein letztes Mal, bevor Laura sich schweren Herzens von ihrer Freundin löste. Schließlich wollte sie ihrer Familie auch noch Lebewohl sagen.

Charlotte und Werner mussten Robert und Laura versprechen, sich in Zukunft nicht mehr dauernd in den Haaren zu liegen. Und Robert warnte seinen Vater auch noch einmal vor Cosima.

„Ich passe auf“, versprach der Senior und drückte seinen Sohn dann an sich. „Du fehlst uns. Du auch, Laura.“

„Ich sage nur: Paris“, entgegnete Robert. „Das Gästezimmer wartet.“

„Vorher bestehe ich auf einem Zwischenstopp in Brüssel“, sagte Laura schmunzelnd. Und dann war es endgültig Zeit zu gehen.

„Jetzt sind sie wieder weg.“ Charlotte seufzte wehmütig. Ihr Exmann legte ihr kurz den Arm um die Schultern.

„Charlotte, wir haben sicher eine Menge falsch gemacht“, meinte er. „Aber unsere Kinder sind großartig.“ Dem konnte sie nur beipflichten. Überhaupt – wäre die leidige Geschichte mit dem Diebstahl nicht gewesen – Charlotte hätte eigentlich fröhlich sein können. Michael und ihr war es gelungen zu akzeptieren, dass er nun einen kleinen Sohn hatte, gemeinsam mit Tanja Liebertz. Und Charlotte spürte deshalb keinen Groll mehr.

Als Marie heute Harry Lugauer im Restaurant sitzen sah, marschierte sie wütend an seinen Tisch.

„Na?“, begrüßte sie ihn giftig und deutete auf die Zeitung, die neben ihm lag. „Suchst du gerade die nächste Wohnung raus, die du uns vermiesen kannst?“ Er tat überrascht. „Warum hast du Hendrik die Dachwohnung madig gemacht?“, fuhr sie ihn an.

„Ich habe ihn nur auf ein paar Schwachstellen hingewiesen“, verteidigte sich Harry.

„So effektiv, dass er sie sich nicht mal angucken will“, fauchte sie. „Keine Ahnung, was du damit bezweckst. Bestimmt nichts Gutes.“

„Was fantasierst du dir da eigentlich zusammen?“ Aber Marie ließ sich nicht so schnell abwimmeln.

„Warum?“, fragte sie wütend. „Damit du Hendrik ständig in deiner Nähe hast?“ Damit kam sie der Wahrheit näher, als sie ahnte. „Ich sag dir was … Halt dich zurück. Sonst kriegst du es mit mir zu tun.“

„Ich kapier dich nicht!“, erwiderte er ungehalten. „Du flippst völlig aus, nur weil du mal eine Wohnung nicht bekommst?“

„Das ist nicht die erste Wohnung, bei der es nicht klappt!“, hielt sie dagegen.

„Jetzt bin ich auch noch schuld daran, dass jemand Hendrik als Mietnomade angeschwärzt hat? Das wird ja immer schöner!“ Marie stutzte. Woher wusste Harry das? Sie musste sofort mit Hendrik darüber reden.

Der hielt sich auf der Schießanlage auf und trainierte. Wenn er bei dem Gedenkturnier für seine Schwester eine gute Figur abgeben wollte, musste er langsam wieder in Form kommen.

„Sag mal, hast du Harry erzählt, dass du als Mietnomade angeschwärzt wurdest?“, wollte Marie wissen, nachdem sie ihrem Freund bei ein paar Bogenschüssen zugesehen hatte.

„Nein, wieso?“

„Er wusste davon.“ Verwundert verzog Hendrik das Gesicht. Und dann begriff er, worauf seine Freundin hinauswollte.

„Glaubst du etwa, dass Harry dieses Gerücht in die Welt gesetzt hat?“ Marie nickte.

„So will er verhindern, dass wir zusammenziehen“, meinte sie. „Er ist eifersüchtig. Und er will dich für sich ganz allein haben.“ Sie fand es jedenfalls mehr als seltsam, wie sich Harry verhielt.

„Er ist ein ziemlich aufdringlicher Fan, gut“, räumte Hendrik ein. „Aber er ist doch nicht krank.“ Die beiden bemerkten nicht, dass ausgerechnet Harry sich ihnen näherte – er hatte eine Lunchbox für Hendrik dabei. Und konnte mithören, was die beiden über ihn sprachen.

„Er lässt dich bei sich wohnen und verbringt jede freie Minute mit dir“, argumentierte Marie. „Simon hat recht: Mit dem Typen stimmt was nicht.“

„Mittagessen!“ Erschrocken fuhren Marie und Hendrik herum und blickten in Harrys lächelndes Gesicht. Er gab sich vollkommen arglos. „Na, großer Meister, wie läuft das Training?“

„Ganz gut“, antwortete Hendrik peinlich berührt.

„Logo, mit einer so süßen Glücksfee an deiner Seite …“ Harry warf Marie einen strahlenden Blick zu und wandte sich dann wieder an Hendrik. „Ich finde es jedenfalls klasse, dass du wieder am Ball bist. Du wirst sehen, zum Turnier bist du wieder in Bestform. Oder was meinst du, Marie?“ Marie starrte ihn einen Moment lang abweisend an und machte dann auf dem Absatz kehrt. Ohne ein weiteres Wort ließ sie die beiden stehen. „Was hat sie denn?“ Harry heuchelte Verwunderung. Und Hendrik war die ganze Situation so unangenehm, dass er nicht bemerkte, was für einen hasserfüllten Blick sein vermeintlicher Freund Marie in Wirklichkeit hinterherschickte.

Cosima hatte eine Gästeliste für die Hochzeit von Rosalie und Lukas angefertigt – alles, was Rang und Namen hatte, sollte im Fürstenhof erscheinen. Das Engagement seiner Mutter missfiel Lukas, aber er versprach, die Sache mit seiner Verlobten zu bereden.

„Lukas …“ Cosima sah ihn eindringlich an. „Ich habe so oft gedacht, ich kämpfe hier auf verlorenem Posten. Aber du bist ja doch noch zur Vernunft gekommen …“ Er hatte keine Ahnung, worauf sie anspielte. „Wir wissen, dass Rosalie Engel zwanzig Prozent des Hotels hält“, fuhr Cosima fort. „Und bei eurer Heirat geht das natürlich in den Familienbesitz über.“

„Du glaubst, ich spekuliere auf ihre verfluchten Anteile?!“ Lukas’ Miene war finster geworden.

„Rosalie ist eine tolle Frau, sicher …“ Hastig ruderte Cosima zurück. „Aber du kannst mir doch nicht erzählen, dass du diese Überlegung …“ Er ließ sie nicht ausreden.

„Ich heirate Rosalie, weil ich mit ihr glücklich werden will“, erklärte er eisig. „Und da du das nicht verstehst, brauchst du gar nicht erst bei der Hochzeit aufzutauchen. Ich will dich da jedenfalls nicht sehen!“

„Lukas, jetzt sei bitte nicht albern …“ Sein frostiger Ton hatte Cosima erschreckt.

„Ich finde es einfach unglaublich, wie man so egoistisch denken kann wie du“, schnaubte er. „Aber deine Interessen und die Anteile sind mir völlig egal. Ich will Rosalie einfach nur um mich haben.“

„Es tut mir leid“, entschuldigte sich seine Mutter. „Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Aber es geht nicht nur um mich, sondern um unsere Familie.“

„Familie?!“, wiederholte er mit einem zynischen Lachen. „Du interessierst dich doch sowieso nur für Macht und deine persönliche Rache.“

„Du profitierst genauso von unserem Erbe“, raunzte sie ihn da an. „Mir hast du es zu verdanken, dass du Geschäftsführer bist und deinen feudalen Lebensstandard genießen kannst.“

„Deinen Standpunkt hast du mir jetzt ja deutlich gemacht. Aber das ändert nichts an meiner Entscheidung. Ich will nicht, dass du irgendetwas mit der Hochzeit zu tun hast. Geschweige denn da erscheinst.“ Cosima schaute ihn kopfschüttelnd an. „Ach ja, und was Rosalies Anteile betrifft …“, fügte er kühl hinzu. „Sie bleiben nach unserer Heirat allein in ihrem Besitz. Wir werden nämlich einen Ehevertrag abschließen.“ Der Schock stand Cosima ins Gesicht geschrieben.

Nach diesem Zusammentreffen mit seiner Mutter musste Lukas erst einmal an die frische Luft. Im Park traf er ausgerechnet auf Sandra – sie sammelte gerade Herbstlaub und Äste zusammen, die sie für neue Gestecke verwenden wollte. Und sie hatte sich vorgenommen, Lukas gegenüber tapfer zu sein. Also begrüßte sie ihn betont unbefangen.

„Solltest du nicht im Büro sein?“, fragte sie dann.

„Ich brauche ein bisschen Frischluft“, seufzte er.

„Gab es Ärger?“

„Das Übliche“, antwortete er mit einem schiefen Lächeln. „Meine Mutter meint, ich heirate Rosalie wegen ihrer Hotelanteile. Unglaublich, oder?“ So genau hatte Sandra es nun doch nicht wissen wollen.

„Sorry, aber ich habe keine Lust, mir deine Beziehungsprobleme anzuhören“, brach es aus ihr heraus.

„Wieso fragst du dann?“, gab er verständnislos zurück.

„Ich dachte, es handelt sich um etwas Berufliches“, verteidigte sie sich.

„Und ich dachte, dich interessiert, wie es mir geht“, knurrte er. „Aber da habe ich dich mal wieder falsch eingeschätzt.“

„Ist ja nicht das erst Mal“, fauchte nun auch sie.

„Gut, wir haben uns getrennt. Aber wieso bist du so abweisend? Und wieso verstehst du immer alles falsch?“ Aufgebracht warf Sandra ihm Laub und Äste vor die Füße und eilte davon in Richtung Gewächshaus.

Sollte Lukas doch mit der Engel über seine Probleme reden! Schließlich war er ja auch mit der zusammen! Wütend kickte Sandra ein paar Steine zur Seite. Sie war doch nun wirklich nicht mehr der richtige Ansprechpartner dafür. Wenn Lukas hoffte, sie könnte so etwas wie seine beste Freundin werden, dann hatte er sich jedenfalls gründlich geschnitten. Sie hielt inne und atmete mehrmals ein und aus. Sie musste sich beruhigen. Und eigentlich konnte sie doch froh sein, dass es zwischen ihnen aus war. Wenigstens musste sie sich so keine Gedanken mehr über seine Mutter machen. Und sie brauchte sich auch nicht mehr darüber den Kopf zu zerbrechen, ob er mit der Engel was hatte. Die Fronten waren jetzt endlich geklärt.

Cosima war nach der Auseinandersetzung mit Lukas schwindelig geworden. Sie befand sich ja ohnehin in schlechter Verfassung. Die Schuldgefühle wegen Korbinian und die daher rührenden Albträume und Schlafstörungen setzten ihr zu. Und nun auch noch der Konflikt mit ihrem Sohn.

Sie lag auf der Couch, als Dr. Niederbühl hereinkam.

„Belastet Sie etwas?“, wollte Michael wissen, nachdem sie ihm von ihrem Zustand berichtet hatte. Sie erzählte ihm nur, dass sie sich mit ihrem Sohn gestritten hatte. „Das könnte ein Auslöser sein.“ Er schlug vor, ihr fürs Erste ein Beruhigungsmittel zu verschreiben.

„Ich habe mir schon was übers Internet besorgt“, erklärte sie.

„Sie können doch nicht ohne ärztlichen Rat irgendwelche Tabletten schlucken!“, ereiferte er sich sofort.

„Hat sowieso nicht funktioniert.“ Sie seufzte.

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