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Ein Mann. Ein Genie

ÜBER DEN AUTOR

Tom Cutler ist Sohn eines Sexualtherapeuten und ehemaligen Dominikanermönchs. Er brachte seine frühen Mannesjahre mit einem planlosen Studium der Kunstwissenschaft und Philosophie zu. Seine berufliche Laufbahn begann er mit einer Reihe von Fehlstarts als Lehrer, Bühnenbildner, Kontrabassist, Redenschreiber, Drucker, Geschäftsführer eines Spielzeuggeschäfts, Texter, Weinkellner, städtischer Referent, Puppenmacher, Schriftsetzer, Zeitschriftenredakteur, bevor er aus dieser Tretmühle ausstieg, um sich mehr seinen Filzpantoffeln zu widmen.

TOM CUTLER

EIN MANN
EIN GENIE

Geld, Glück und Erfolg in 15 Minuten

Übersetzung aus dem Englischen
von Wolfdietrich Müller

BASTEI ENTERTAINMAENT-Logo

Inhalt






Für Ken Maycock,
meinem ältesten Kumpel – ein Genie, um nicht zu sagen ein wandelndes Lexikon, auf so vielen Gebieten



»Was die Welt braucht, sind mehr Genies mit Bescheidenheit; es gibt nur noch so wenige von uns.«
OSCAR LEVANT

VORWORT

Haben Sie nicht auch die Nase voll von all den Selbsthilfebüchern, die Ihnen verraten, wie Sie glücklich, reich, ein Sexgott und der beliebteste Mann der Welt werden? Ich schon. Dieses Buch ist eine Art Gegengift gegen das alles, und obwohl es Sie tatsächlich zu einem Experten für praktisch jede Angelegenheit des Lebens in gerade einmal 15 Minuten machen wird, stellt es keine großen Anforderungen an Sie. Gut, es verabreicht eine feine Dosis ausgezeichneter Ratschläge, aber im Unterschied zu anderen Büchern dieser Sorte belädt Ein Mann. Ein Genie Ihre gefühlvollen Schultern nicht mit einer noch größeren Last als der, die Sie jetzt schon nur mit Mühe zu stemmen und zu verringern versuchen, denn in Wirklichkeit sind Liebe, Lachen, Wein, Frauen und Gesang die einzig wahren Werkzeuge männlicher Selbsthilfe. Ein Mann. Ein Genie liefert das Lachen, Sie müssen nur noch den Rest beibringen (etwaige Frauen übrig? Bitte nachsenden).

Hier finden Sie also, neben den unerlässlichen schnellen Kurzanleitungen (Sie lernen, wie Sie Walzer tanzen und Menschen hypnotisieren – selbstverständlich nicht gleichzeitig), eine Menge Kenntnisse, die jedes Genie besitzen sollte, von der Geschichte der blauhäutigen Menschen in Kentucky bis zur Wahrheit über den giftigsten Frosch der Welt, nicht zu vergessen alles, was Sie schon immer über den Penis wissen wollten. Entdecken Sie erstaunliche Fakten aus der Welt des Sports, von denen man sonst nie hört, oder lassen Sie sich von der Liste mit sämtlichen Auftritten Alfred Hitchcocks in seinen eigenen Filmen überraschen. Sie können sogar den einen oder anderen Test machen – finden Sie beispielsweise heraus, welcher Sportwagen zu Ihrer Persönlichkeit passt, oder ermitteln Sie Ihren Todestag, oder testen Sie Ihren Sexualtrieb bis zum Versagen.

»Es gibt eine dünne Linie zwischen Genie und Wahnsinn«, so sagt man, und in diesem Buch habe ich versucht, sie auszuradieren. Wenn Sie am Ende also gleichermaßen verrückt wie genial sind, schieben Sie die Schuld nicht auf mich.

Teil I:

KURZANLEITUNGEN FÜR DAS GENIE
Leitfaden für den Gentleman

Wie man es auch ohne Selbsthilfebücher schafft

Sie werden bemerkt haben, dass die Selbsthilfemasche seit Jahrzehnten erfolgreich ist – kein Wunder, zieht sie doch den Kunden große Summen Geld aus der Tasche, genau genommen Milliarden Jahr für Jahr. Selbst solche Leute, die ziemlich gut entwickelte Antennen für Quacksalberei besitzen, lassen sich gelegentlich hereinlegen. Denken Sie nur an die verschiedenen Diätprogramme, die regelmäßig auftauchen, oder an die Ratgeber zu jedem Thema unter der Sonne, von »Wie wird man schwanger?« über »Wie zieht man Kinder groß?« und »Wie lebt man zufrieden in mittleren Jahren?« bis hin zu »Wie stirbt man richtig?«. Ein Buch in der Art haben wir wahrscheinlich alle irgendwo herumliegen.

Wenn Sie aber, und das ist das Komische daran, am Fuße der riesigen Klippe der Selbsthilfebände im Buchladen kurz innehalten und nachdenken, dann wird Ihnen klar, dass gerade in der Bezeichnung »Selbsthilfe« ein pikantes Paradoxon liegt: Wenn Sie ein Buch kaufen mit den Anweisungen irgendeines anderen, wie Sie aus der Schuldenfalle kommen, Menschen beeinflussen oder Ihre Kinder daran hindern, Sie zu hassen, ist es in Wirklichkeit gar keine Selbsthilfe. Die Hilfe wird von der einen Seite des Geschäfts an die andere gegeben, und das heißt, jemand anderes hilft (angeblich) Ihnen.

An welchem Punkt mir ein Buch einfällt, das vor einigen Jahren mit dem widerwärtig grinsenden Gesicht seines Autors auf dem Umschlag herauskam. Es hieß Ich kann Sie reich machen und wurde erwartungsgemäß ein Bestseller. Der Titel hätte eigentlich lauten müssen, Sie können mich reich machen, weil der Autor reicher wurde und der Leser – oder vielmehr der »Käufer«, denn niemand liest ein solches Buch in der Bibliothek oder überhaupt – um die Höhe des Kaufpreises ärmer. Bücher dieser Art sollten eine Geld-zurück-Garantie enthalten, »falls Sie nicht binnen fünf Jahren reich/schlank/glücklich werden«.

Es gibt zwei Täter bei diesem lächerlichen Selbsthilfeverbrechen: den parasitischen »Selbsthilfe«-Guru und den traurigen Käufer, die untereinander eine Art geheime Übereinkunft dahingehend haben, dass die Vereinbarung nicht ganz so ist, wie sie erscheint. Die frohgemute, gut dastehende Selbsthilfeperson weiß die unterschwellige Not/Faulheit seines Opfers zu schätzen, während der Hilfesuchende sich vermutlich eine schnelle und leichte Lösung seiner Probleme erhofft: möglicherweise eine Liste von einfachen Anweisungen, die ihm genau sagen, wie er sein vermasseltes Leben in Ordnung bringt, ohne dass er daran arbeiten muss, und ihn damit von der schrecklichen Aufgabe entbindet, über etwas nachdenken oder gar selbst etwas tun zu müssen. Natürlich möchte er vielleicht auch auf Nummer sicher gehen, damit jeder sieht, falls er nicht fitter, reicher, dünner wird, dass es nicht mangelnde Anstrengung seinerseits, sondern ausschließlich der Fehler des betreffenden Selbsthilfeprogramms oder -buches war – ein Gewinn für beide Seiten also.

So viel als Einführung in die verrückte Welt der Selbsthilfe. Falls Sie auf einen leichten Ausweg aus Ihren Problemen gehofft haben, lassen Sie mich Ihnen versichern, dass Sie auf manchen Seiten dieses Buches tatsächlich Listen mit Anleitungen finden werden, die Ihnen verraten, wie Sie reich, berühmt, beliebt, renommiert und so weiter werden, aber ich vertraue darauf, dass Sie Ihren Quacksalberdetektor auf die höchste Stufe gestellt haben.

Und hier kommt schon die erste Liste. Versuchen Sie das Folgende, um dem Fallstrick der Selbsthilfe zu entgehen:

  • Denken Sie selbst; Sie kennen sich besser als der Autor des Buches das tut.
  • Fragen Sie sich: Warum hat diese Person dieses Buch geschrieben? Die Antwort kann Ihre Einstellung zu seinem oder ihrem Rat ziemlich schnell verändern.
  • Stellen Sie infrage, was man Ihnen sagt, denn es könnte falsch sein. Eine sehr nützliche Allzweckhaltung, die man sich zu eigen machen sollte. Zweifel ist ein äußerst praktisches Werkzeug zum Verstehen der Welt.
  • Fragen Sie sich: Wann und wie werde ich den Erfolg dieses Buches messen können? Und:
  • Falls es mir nicht geholfen hat, kann ich mein Geld zurückbekommen?

Die Antwort auf den letzten Punkt ist wahrscheinlich: »Nein«! Nun ja, viel Glück.

Wie man ins Fernsehen kommt

Als Noël Coward gefragt wurde, was er sich im Fernsehen anschaue, behauptete er: »Fernsehen ist dafür da, dass man darin erscheint, nicht dass man es sich anschaut.« Dies war in den Zeiten, als man nur ins Fernsehen kam, wenn man sehr bekannt oder wichtig oder ein Weltexperte für irgendwas war oder unglaublich toll aussah oder Peter Scholl-Latour war. Heutzutage gibt es Billionen von TV-Kanälen, und jeder, sei er noch so gewöhnlich, langweilig oder potthässlich, bekommt seine 15 Minuten Ruhm in der Glotze.

Natürlich möchten Sie in einem der bekannteren Kanäle erscheinen. Es bringt nicht viel Ehre, wenn man in einem dieser elenden Shopping-Kanäle Tauchausrüstungen vorführt. Man kann es auf viele Arten angehen, für einen höheren Bekanntheitsgrad zu sorgen. Eine ist, einen grausigen Mord zu begehen und erwischt zu werden. Dann kommen Sie zur besten Sendezeit in den Nachrichten. Dummerweise ist dann vielleicht Ihr ganzer Oberkörper von einer grauen Decke verhüllt, wenn Sie in eine Polizeiwache geschubst werden. Aber zu gegebener Zeit erscheinen Fotos von Ihnen als Kind, mit primitiven Farbkameras aufgenommen, oder Bilder, auf denen Sie finster oder übergeschnappt aussehen, in den Programmen, zusammen mit Aussagen Ihrer Nachbarn, dass Sie sehr zurückgezogen gelebt haben. Aber seien wir ehrlich, Ihre Mama wird von diesem Einfall nicht beeindruckt sein – besonders dann, wenn sie Ihr Opfer war.

Eine bessere Möglichkeit, ins Fernsehen zu kommen, ist, etwas Bemerkenswertes oder visuell Faszinierendes zu tun. Sich als Huhn zu verkleiden und von einem Nationaldenkmal abzuseilen ist gut, sofern Ihr Gesicht zu sehen ist – damit alle Ihre Freunde wissen, dass Sie es sind –, oder durch den Bodensee zu schwimmen oder für einen wohltätigen Zweck Würmer zu essen oder sich auf originelle Art gegen etwas zu engagieren, das die Leute hassen, etwa Hundehaufen. Oder Sie geben sich als öffentlicher Spinner und reden ständig davon, dass Sie von Außerirdischen entführt wurden. Machen Sie ein wackliges Video mit ein paar Lichtern, und schon haben Sie einen unwiderstehlichen Nachrichtenbeitrag.

Natürlich müssen Sie Kontakt zu den Sendern aufnehmen, damit diese alles über Sie und Ihre Geschichte erfahren. Die Namen der jeweils richtigen Ansprechperson finden Sie auf den Sender-Webseiten. Die Fernsehanstalten suchen händeringend nach Material, um die schmerzhaften Lücken zwischen den Werbespots für Autos und Hämorrhoidencreme zu füllen, aber wenn Sie sich nicht ein weiteres Bein wachsen lassen oder ein Mittel gegen Glatzen entdeckt haben, bei dem nackte Frauen Ihre Kopfhaut mit Kätzchen reiben, sollten Sie auf Absagen vorbereitet sein.

Natürlich können Sie jederzeit versuchen, in eine Quiz- oder Spielshow zu gelangen, besonders wenn Sie Fakten und Zahlen speichern und schnell abrufen können und obendrein noch ulkig aussehen. Dann wären da diese Talentshows, ideal für Leute, die leicht weinen und es genießen, von Hornochsen gedemütigt zu werden. Es gibt jetzt sogar Webseiten, die Nachfragen nach Kandidaten und Mitarbeitern für TV-Programme veröffentlichen. Eine Liste, die ich vor nicht allzu langer Zeit gesehen habe, enthielt vorhersagbare Fragen wie »Möchten Sie Ihre Diätgeschichten weitergeben – beste Sendezeit?«, »Haben Sie Kinder zwischen 20 und 26? Ist es an der Zeit, dass sie das Nest verlassen?« und »Verbergen Sie ein körperliches Problem unter Ihrer Kleidung, das an Ihrem Selbstwertgefühl nagt?«. Wenn Sie in der Popkultur zu Hause sind, irgendwie ungewöhnlich oder ausgeflippt sind und pausenlos über sich selbst reden, dann sind Sie ein sogenanntes »Naturtalent« für Sendungen dieser Art.

Andererseits könnten Sie, wenn Sie Lust auf eine Karriere als Fernsehmoderator haben, das tun, was tausend andere getan haben, und zum Beispiel Philosophie, Chinesisch, Volkswirtschaft oder Deutsch studieren, darin den Master oder Doktor machen und währenddessen in der Freizeit bei Ihrem lokalen Sender Stühle stapeln und wichtige Leute anstrahlen. Als Nächstes reisen Sie für ein Jahr in irgendein ausgefallenes Land und richten dort einen Fernsehsender ein. Jetzt schreiben Sie Ihren Lebenslauf und schicken ihn mit Ihrem Demoband an tausend Sender, und vielleicht wird Sie einer von denen in einer untergeordneten Rolle anstellen. Arbeiten Sie sich über die nächsten Jahre nach oben, so penetrant wie möglich, bis Sie sich vor der Kamera wiederfinden. Das dauert. Wenn Sie keine Lust auf diese Schinderei haben, machen Sie sich auf die Suche nach einem Verwandten, der in der Branche arbeitet – immer eine gute Sache.

Denken Sie auch daran, dass Sex sells und das Fernsehen darauf steht. Einer der erfolgreichsten medialen Witzbolde der Welt, Alan Abel, ist unzählige Male im Fernsehen gewesen, wo er als Beschützer des öffentlichen Anstands auftritt, indem er Tieren Hosen anzieht, gegen Stillen protestiert (mit der Begründung, dass Mütter es wegen des inzestuösen erotischen Vergnügens tun) und detailliert seinen völlig imaginären winzigen Schniedel beschreibt. Ob Ihnen dieses Wissen wohl weiterhelfen wird?

Wie man witzig ist

Neulich ging ich zum Psychiater und sagte: »Doktor Finkelstein, ich glaube, ich bin ein Hund.« »Dann legen Sie sich mal auf die Couch.« Ich erwiderte: »Ich darf nicht auf Polstermöbel.«

Das ist, was man als »Witz« bezeichnet, und auf jede Person, die über solche Sachen lauthals lacht oder schmunzelt, kommen mehr als ein paar, die das Gesicht verziehen oder gegenüber dieser funkelnden Heiterkeit völlig gleichgültig bleiben. Die Schriftstellerin Dorothy Parker sagte einst, witzig sein zu wollen sei ein großes Risiko, weil jeder Blödmann als einigermaßen vernünftige Kritik doch einfach behaupten könne: »Du bringst mich nicht zum Lachen.«

Trotzdem wollen Jungs anscheinend immer noch witzig sein, und diejenigen, die es fertigbringen, ein Mädchen ins Bett zu lachen, bevor man »Wurst am Spieß« sagen kann, haben einen unleugbaren Vorteil gegenüber jenen gewöhnlichen Sterblichen, die sich abmühen, um beim Grillfest irgendeiner Sahneschnitte bis zum Ende durchzuhalten.

Dies im Sinn, dachte ich, dass ich die Vorteile meiner langjährigen Erfahrung darin, Leute zum Kichern zu bringen, weiterreichen wollte. Es begann damit, dass ich in der Schule Klebeband über meinen Mund klebte und die Backen aufblies wie Dizzy Gillespie, was in der Klasse stürmischen Beifall auslöste. Der Haken war, dass meine Eltern zu einem Treffen mit Mr. Price einbestellt wurden, der versuchte, uns Deutsch beizubringen, und wollte, dass ich still sitze und den Mund halte. Drei Jahrzehnte später ist Mr. Price unter der Erde, und obwohl ich längst vergessen habe, wie man deutsche Verben konjugiert, finde ich es höchst erfreulich, dass ich heute für die Sachen, die mein Lehrer mir verbieten wollte, bezahlt werde. Und meine Eltern werden nicht mehr in die Schule zitiert, um mein Benehmen zu erklären. Ich schlage jetzt nicht vor, dass Sie den Klebeband-Trick bei Ihrer nächsten Cocktailparty bringen sollen, denn das wäre ein Fauxpas, wie er meines Kumpels Colin würdig wäre.

Draußen im Lande des Internets gibt es mehr Ratschläge in der Kunst des Witzigseins, als man sich vorstellen kann, und ich dachte, ehe ich mit meinen eigenen Kommentaren loslege, schaue ich mal nach, was andere zu dem Thema zu sagen haben. Ich muss zugeben, dass mich die Qualität der dort angebotenen Anleitungen nicht beeindruckte. Anscheinend ist vieles davon von Leuten geschrieben, die keine Ahnung haben. Nichts Neues also. Die meisten Ratschläge, die man gemeinhin bekommt, stammen von Leuten, die nicht wissen, wovon sie reden.

Zum Beispiel wollen sie Ihnen weismachen, witzig zu sein mache Sie zum Mittelpunkt der Party, und wenn Sie »mit witzigen Leuten rumhängen«, werde deren joie de vivre auf Sie abfärben. Dies erinnerte mich an den Mann, der so depressiv war, dass er zum Arzt ging. »Ich will Ihnen was sagen«, meinte der Arzt. »Sehen Sie sich mal den Clown Kropotkin an, der ist urkomisch. Er wird Sie aufheitern, das garantiere ich Ihnen.« Der Mann erwiderte: »Aber Herr Doktor, ich bin der Clown Kropotkin.« Und es stimmt, dass nur wenige Komiker, auch wenn sie nicht schwer depressiv sind, ständig lustig sind, vor allem auf Partys. Spike Milligan war irrsinnig komisch, wenn er auftrat, aber er verabscheute Partys und konnte verletzend grob und schroff sein, wenn man ihn auf einer traf. Andererseits sind diejenigen, die im Ruf stehen, unheimlich lustige Partylöwen zu sein, bei genauerem Hinschauen nur aufgeblasene Taugenichtse.

Irgendwo anders habe ich gelesen, ein Sinn für Humor sei »wichtig bei der Jobvergabe« und man solle »Humor als positive Möglichkeit betrachten, die Firmenleiter hinaufzuklettern«. »98 Prozent der Firmenchefs ziehen es vor, jemanden mit Sinn für Humor einzustellen anstatt solch einen, der diesen Sinn nicht zeigt«, berichtete die betreffende »Wie-wird-man-witzig«-Webseite. Doch das entspricht nicht meiner Erfahrung. Als ich als Büromensch für eine bekannte globale Unternehmensberatung arbeitete, bekamen die Partner meinen Versuch, »witzig zu sein«, in den falschen Hals. Wenn man seinen »Sinn für Humor« unter Beweis stellte, sahen sie einen mit einem Blick an, als hätten sie sich ihre Hände gerade an Toilettenpapier abgewischt, und behandelten einen danach, als wäre man radioaktiv.

Irgendwo anders stand, dass man Witzbücher lesen »und bereit sein sollte, seine Schwächen ins Rampenlicht zu rücken«. Na ja, ich möchte meine Schwächen nicht angestrahlt haben, sie könnten angesengt werden, und während ein gelegentlicher, gut erzählter Witz in Ordnung sein mag, machen Witze einen nicht zu einer lustigen Person. Diese Webseite riet auch, »geistreich zu sein«, als müsste man dafür nur einen Schalter drücken. Witz wurde empfohlen als »beeindruckendes Flirtwerkzeug«, allerdings warnten sie ziemlich befremdlich, dass »Sie als Snob rüberkommen könnten oder einfach als verschroben!«. Als Beispiel für Witzigkeit nannten sie Folgendes: »Angenommen, ein Freund erzählt Ihnen, sein Lehrer schiele so sehr [klingt unwahrscheinlich], dass ihm, wenn er weint, die Tränen am Rücken hinunterlaufen!« Ich glaube, Oscar Wilde hätte sich gekugelt vor Lachen. Und es wird noch schlimmer: »Angenommen, jemand sagt aus heiterem Himmel, ›Es ist sechs Uhr!‹, dann können Sie sagen, ›Danke, Big Ben!‹. Ein neckisches Lächeln und eine hochgezogene Augenbraue fügen eine nette Note hinzu!« Ich glaube, diese Ausrufezeichen sagen alles, was man über die Raffinesse dieses Ratgebers wissen muss. Lassen Sie uns ganz schnell weitermachen.

Ich verrate Ihnen ein Geheimnis: Witze sind nicht das beste Mittel, um komisch zu sein. Die Leute bevorzugen Geschichten, die Sie selbst erlebt haben. Nehmen Sie die wahre Geschichte von Malawis Justizminister George Chaponda, der 2011 ankündigte, dass eine Gesetzesvorlage gegen Luftverschmutzung eine Bestimmung enthielt, die Blähungen kriminalisierte. »Gehen Sie einfach auf die Toilette, wenn Ihnen nach Furzen zumute ist«, sagte er – ziemlich unverblümt, denken Sie vielleicht. Generalstaatsanwalt Anthony Kamanga erhob Einwände gegen seine Interpretation des Gesetzes und sagte vor Journalisten: »Wie ein realistischer oder vernünftiger Mensch eine Bestimmung konstruieren kann, das Furzen in der Öffentlichkeit zu kriminalisieren, übersteigt mein Fassungsvermögen.« Jedenfalls erklärte Mr. Chaponda nicht, wie er das neue Verbot durchzusetzen gedachte.

Letztendlich sind Sie es, oder Sie sind es nicht. Viele witzige Leute sind von klein auf ganz offensichtlich witzig, und sie sind oft auch ziemlich schüchtern, missmutig oder sonstwie unglücklich. Wenn Sie feststellen, dass Sie von Natur aus nicht witzig sind, machen Sie sich keine Sorgen. Seien Sie stattdessen dankbar, dass Sie nicht unbedingt ständig Aufmerksamkeit und Beifall brauchen. Doch wenn Sie immer noch meinen, dass Sie gerne ab und zu jemanden zum Lachen bringen würden, folgt hier ein Witz, der kurz und amüsant ist und wie eine persönliche Geschichte klingt. »Ich sagte zu meinem Zeitungshändler: ›Haben Sie ein Exemplar von Übersinnliche Nachrichten?‹, und er sagte: ›Das weiß ich genauso wenig wie Sie.‹ Ich sagte: ›Ich hatte eine Vorahnung, dass Sie das sagen würden.‹«

Wie man andere überredet

Außer einem überschätzten Roman von Jane Austen ist »Überredung« eine Methode, durch Argumente, Flehen oder Fordern einen oder mehrere Menschen dazu zu bewegen, die Richtigkeit einer Meinung, Haltung oder Handlungsweise zu glauben. Menschen mit Überzeugungskraft werden in unserer Gesellschaft hoch geschätzt, der Haken dabei ist aber, dass Überredung oft ein fauler Trick ist und überredende Menschen großen Schaden anrichten können, und zwar nicht, indem sie Befehle erteilen, sondern indem sie mit unterschiedlichen wohlbekannten psychologischen Techniken »Leute herumkriegen«. Politiker, Verkäufer und Werbefachleute sind Meister dieser Kunst. Sobald man aber ihr Spiel versteht, wird man sie von Weitem erkennen und besser gewappnet sein, ihren Einflüsterungen zu widerstehen – oder die eigene Überredungskunst zu verbessern. Hier sind einige ihrer Tricks – ich meine Methoden –, die Sie lernen können:

  • Geben Sie Autorität vor: Menschen neigen dazu, Personen mit Autorität zu folgen. Nichts geht über eine mit Orden behängte Uniform, um einen guten Start zu erwischen. Haben Sie keine, stellen Sie sich auf eine Kiste.
  • Seien Sie liebenswert: Menschen lassen sich viel leichter von Personen überreden, die sie mögen. Das ist der sogenannte »Tupperparty«-Effekt.
  • Putzen Sie sich heraus: Bei Experimenten sprachen die Leute viel stärker auf Werbung an, die von gut aussehenden Burschen vorgestellt wurde, als auf solche, die von gemeinen Fressen präsentiert wurde. Ein guter Haarschnitt, eine ordentliche Rasur und ein teurer Anzug helfen ebenfalls.
  • Treten Sie selbstbewusst auf: Der schön gekleidete, gut aussehende Gründer des People’s Temple, Jim Jones, überredete vor allem mittels seines äußerst selbstsicheren Auftretens Hunderte ansonsten intelligenter Männer und Frauen dazu, ihre Kinder zu vergiften und Massenselbstmord zu begehen. Ein gutes Beispiel für Überzeugungskraft.
  • Verwenden Sie eine überzeugende Sprache: ein großes Thema. Metaphern sind sehr nützlich, besonders wenn Ihre Position schwach ist. Sie sind glaubhaft wegen der Analogie zwischen einer anerkannten, meist konkreten Sache und der abstrakten oder unattraktiven Sache, von der Sie die Leute überzeugen wollen. Sagen Sie »unser unentwegtes Fortschreiten zum sonnigen Hochland der Erholung« statt »diese hoffnungslose Periode wirtschaftlichen Abschwungs und sinkender Gehälter«. Seien Sie nicht witzig, denn »Humor ist«, wie J. K. Galbraith sagte, »sehr lohnend für die Person, die ihn anwendet. Er hat einen gewissen Wert, indem er Aufmerksamkeit gewinnt und hält, aber er hat nicht die geringste Überzeugungskraft.« Menschen lassen sich einen zweifelhaften Vorschlag eher mit einer Metapher einreden: »Genauso wie ein Rasiermesser durch Rasieren stumpf wird, wird ein Geist durch Bildung stumpf.« Das klingt glaubhaft, wenn es an den Ohren vorbeirauscht, ist aber völliger Blödsinn, wenn man eine Sekunde darüber nachdenkt. Wenn Sie das nächste Mal bemerken, wie ein Politiker oder ein Wirtschaftsmogul zahlreiche Metaphern in seine Sätze einbaut, riechen Sie vielleicht den Braten. (Hier haben Sie eine typische Metapher.)
  • Seien Sie anmaßend: Bringen Sie zuallererst die Sache, die Sie akzeptiert haben möchten, und schließen Sie eine wünschenswerte nichtssagende Erklärung an. Zum Beispiel: »Es liegt auf der Hand, dass die globale Erwärmung ein Sturm im Wasserglas ist, wir können uns also noch ein bisschen in dieser herrlichen Sonne aalen und weiter unsere Grillfeste und unsere schnellen Autos genießen.« Oder noch besser umgekehrt: »Natürlich möchten Sie so lange wie möglich gesund bleiben, und mein neues Elixier der Jugend wird für bessere und längere Gesundheit sorgen.«
  • Verwenden Sie Wir-und-sie-Wörter: Verwenden Sie Personalpronomina wie ich, wir, du und sie, um die guten Menschen – Sie und Ihre Anhänger – von den anderen – den Unpersonen – zu unterscheiden. Goebbels war ein Meister dieser Methode: »Manche glauben, wir hätten nicht bemerkt, dass die Juden wieder versuchen, sich auf unseren Straßen auszubreiten. Die Juden sollen bitte die Gesetze der Gastfreundschaft beachten und sich nicht benehmen, als wären sie die Gleichen wie wir.« Subtil und gruselig.
  • Gebrauchen Sie Aufzählungen und Gegensätze: »Pünktlichkeit, Engagement und eine zupackende Haltung, mehr verlangen wir nicht. Verzögerung, Untätigkeit und Nekrophilie sind nichts für uns.« Sie können die Techniken auch kombinieren. Hier ein Beispiel für »wir-und-sie«, kombiniert mit »Gegensatz«: »Wir wünschen den Frieden. Sie gieren nach Krieg.« Mag wahr sein, mag nicht wahr sein, ist aber überzeugend.
  • Sagen Sie immer wieder das Gleiche, und die Leute werden es glauben: Wiederholte Bekräftigung ist überzeugend. Man bekommt diesen Müll in politischen Interviews ständig aufgetischt, und Politiker und Lobbyisten sind darin geschult: »Also, John, ich meine, Sie sollten für Smith stimmen – den ehrlichen Kandidaten, und ich sage das, weil Smith der ehrliche Kandidat ist, und deshalb geben die Menschen ihm landauf, landab ihre Stimme. Wir alle wollen einen ehrlichen Kandidaten, und deswegen ist Smith der Mann, für den man stimmen muss. Der Punkt ist nämlich der, John: Wenn Sie für Smith stimmen, bekommen Sie den ehrlichen Kandidaten, den Sie sich wünschen – den ehrlichen Kandidaten, den sich jeder wünscht.« Es wird kein Beweis für Smith’ angebliche Ehrlichkeit geliefert, aber das Mantra sinkt ins Unterbewusstsein. Siehe »Die besten Werbeslogans, die für Geld zu haben sind« auf S. 278, wo Sie mehr davon finden.
  • Legen Sie Ihr Dynamit an das andere Ende der Zündschnur: Heben Sie den Knaller für die Enden Ihrer Sätze auf. »Es gibt etwas völlig Simples, nach dem sich jeder Pendler insgeheim sehnt – pünktliche Züge« ist besser, um die Spannung bis zum Schluss zu halten. Winston Churchills »Alle großen Dinge sind einfach, und viele lassen sich mit einem einzigen Wort ausdrücken: Freiheit, Gerechtigkeit, Ehre, Pflicht, Gnade, Hoffnung« wäre schlapp, wenn er gesagt hätte: »Freiheit, Gerechtigkeit, Ehre, Pflicht, Gnade, Hoffnung sind einfach wie alle großen Dinge, und für viele genügt ein einziges Wort.« Einen Satz mit dem Wort »Wort« zu beenden, ist vermutlich nie eine gute Option.
  • Versprechen und Liefern: Wenn Sie die Leute wissen lassen, dass Sie ihnen etwas Interessantes erzählen werden, und sie dann in Spannung halten, können Sie sie leichter überzeugen. Fangen Sie zum Beispiel so an: »Als ich heute am Buckingham Palace vorbeiging, sah ich etwas Unglaubliches. Also, der Buckingham Palace ist ja interessant, weil sie da Experten haben, die schon den neuen Kies verwenden, mit dem wir jetzt in die Produktion gehen. Er wird aus weggeworfenen Wieselnasen gemacht …« Sie können jetzt zwanzig Minuten über Ihr neues Produkt reden, und Ihre begierigen Zuhörer werden genau aufpassen, weil sie unbedingt wissen wollen, was die »unglaubliche Sache« war, die Sie gesehen haben.
  • Verwenden Sie das Vokabular der Werbeleute: Hier ist eine Liste von überzeugenden Schlagworten, die immer funktionieren – sie sind nicht ohne Grund Klischees – Garantie, sicher, gesund, stark, wahr, verdienen, Eile, mehr, kostenlos, schnell, entdecken, nachgewiesen, am besten, du, wir, sie, gewiss, wirklich, wissenschaftlich, bestimmt, jetzt, Verbesserung, sensationell.
  • Greifen Sie die emotionalen Bedürfnisse der Menschen an: Sätze wie »Was würde geschehen, wenn Ihre Liebsten von Löwen gefressen würden?« lösen eine emotionale Reaktion aus. Wenn Menschen emotional berührt sind – lachen, weinen, wütend sind –, dann sind sie eher bereit, sich überzeugen zu lassen. Wenn Sie also die Situation mit dem Tod durch Löwen vor unser inneres Auge gerufen haben, erwähnen Sie listig Ihren beruhigenden Lösungsvorschlag: ein garantiert starkes Löwenschutzspray oder Ihre kostengünstige Löwenversicherung. Ganz einfach.
  • Bitten Sie sie, sich etwas vorzustellen: »Was wenn …?«, »Wäre es nicht schön, wenn …?« und »Mal kurz angenommen, dass …« sind stark überzeugende Formulierungen, die jegliche Zweifel und Einwände überwinden. »Tut mir leid, ich kann morgen nicht mit dir essen gehen, und ich wasche mir gerade die Haare« lässt sich leicht toppen mit »Was wäre, wenn ich und mein italienischer Schwager mit der Boxernase vorbeikämen und dir deine verdammte Tür einträten, Fräulein?«, was auf subtile Weise überzeugt.

Wie man die Britischen Inseln begreift

Ich habe einen Freund, der im Vereinigten Königreich (UK) geboren ist, aber nicht in Großbritannien. Er gibt seine Stimme bei englischen Wahlen ab, ist aber kein Engländer, und er hat einen irischen Pass, ist aber nicht in der Republik Irland geboren. Konfus? Dann sind Sie in bester Gesellschaft, denn jeder ist durcheinander, wenn er erklären soll, was was auf den Britischen Inseln ist. Man macht leicht Fehler bei den Bezeichnungen, selbst wenn einer englisch ist, ich meine britisch, oder meine ich »großbritannisch« oder »vereinigt königlich«? Es ist wirklich sehr verwirrend.

Wenn Sie einen Blick auf das Euler-Diagramm unten werfen, sehen Sie die Unordnung dieses Problems deutlich abgebildet.

001

Die Britischen Inseln. Geografische Begriffe sind in Kapitälchen, politische Begriffe in Groß- und Kleinbuchstaben

Geografisch sind die Britischen Inseln (Isles) eine Inselgruppe, bestehend aus Großbritannien und Irland – zwei einzelne Länder – sowie über tausend Inseln, von denen viele sehr klein sind. Die Schwierigkeit beim Gebrauch der richtigen Begriffe für diese Unordnung liegt teils darin, dass die politischen und geografischen Benennungen vermischt werden und sich manchmal überschneiden. Auch werden sie von den Leuten im Alltag natürlich ungenau verwendet.

Nehmen Sie zum Beispiel »die Britischen Inseln (Islands)«, was ein gültiger Begriff ist, den aber im Alltag niemand benutzt. Als Einheit betrachtet, bestehen sie aus dem Vereinigten Königreich, den Kanalinseln Jersey und Guernsey (viel näher an Frankreich als an England) und der Isle of Man (oder einfach Man). Die Insel Man und die Kanalinseln sind sogenannter »Kronbesitz«, die unabhängig verwaltete Amtsbezirke mit eigenen Steuersystemen sind und nicht zum Vereinigten Königreich gehören, obwohl der britische Monarch ihr Staatsoberhaupt ist.

Das UK, das Teil der Britischen Inseln ist, sowohl der Isles als auch der Islands, wird manchmal fälschlich als Großbritannien oder Britannien bezeichnet. Genau genommen ist das UK das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland, eine konstitutionelle Monarchie, die die Insel Großbritannien, den nordöstlichen Teil der Insel Irland – nicht dasselbe wie das Land Irland – und die anderen Inseln der Inselgruppe umfasst, ausgenommen den Kronbesitz. Die vier Länder des Vereinigten Königreichs sind England, Schottland, Wales und Nordirland. Alles klar? Wenn nicht, schauen Sie noch mal auf das Diagramm.

»England« wird oft von Ausländern und auch von manchen achtlosen Engländern für »Britannien« gebraucht. Von Sean Connery, einem Schotten, heißt es im amerikanischen Fernsehen oft, er sei »englisch« oder »aus England«. Passen Sie auf, dass Sie nicht auch den Fehler machen, denn er ist ein feuerspeiender schottischer Nationalist, der Ihnen schnell genauestens erklären wird, was Sache ist.

Kommen wir zu Irland, das eine souveräne Republik ist, also ein eigener Staat, der nichts mit dem Vereinigten Königreich zu tun hat. Die Republik Irland, wie sie oft genannt wird, um den politischen Status nicht mit der geografischen Insel zu verwechseln, nimmt den größeren, unteren Teil der Insel Irland ein. Sie wird manchmal mit dem irischen Namen Éire bezeichnet, um eine Verwechslung zu vermeiden (hoffen manche), obwohl »Éire« nichts anderes als »Irland« heißt. Es überrascht nicht, besonders wenn man etwas über die Geschichte dieser Inseln weiß, dass die Menschen dieser Republik oft Anstoß daran nehmen, wenn ihr Land als Teil der Britischen Inseln bezeichnet wird.

Nordirland, hauptsächlich von den Unionisten (die Nordirland als Teil des UK erhalten wollen) mit »Ulster« bezeichnet, hat seine eigene unglückliche Geschichte, die ein ganzes Buch füllen würde. »Ulster« ist eine der vier historischen Provinzen Irlands und besteht aus den neun nördlichen Countys. Doch das Vereinigte Königreich regiert die sechs Countys, die Teil des UK sind, während die Republik Irland die anderen drei regiert.

Jener Freund übrigens, den ich anfangs erwähnt habe, wurde in Nordirland geboren und entschied sich für einen irischen Pass – obwohl er ein Recht auf einen britischen und einen irischen gehabt hätte. Er lebt in London und kann somit bei englischen Kommunalwahlen seine Stimme abgeben.

Zeit für eine Pause am Pool!

Wie man einen Manhattan mixt

Traditionell trinkt ein Gentleman keinen Drink, der mehr als zwei Zutaten enthält. Eis ist eine Zutat. Damit sind Cocktails erledigt, oder? Wenn Ihnen jedoch egal ist, was Sie der Ansicht anderer Leute nach tun sollen – wie stilvoll von Ihnen! –, dann gibt es keinen Grund, auf einen Manhattan zu verzichten, wenn Sie Lust darauf haben oder einen für Ihre Freunde mixen möchten.

Ein Manhattan ist ein bräunlicher Cocktail aus Whisky (in der Regel Rye oder Bourbon), süßem Wermut und Angostura Bitter. Bourbon ist süßer und vollmundiger als Rye. Rye gibt dem Cocktail einen trockeneren Charakter und einen »würzigeren« oder »fruchtigeren« Geschmack, der manchmal mit dem Geschmack von Islay Whisky verglichen wird (von Connaisseurs »ail?« ausgesprochen). Islay ist die südlichste Insel der Inneren Hebriden vor der Westküste Schottlands. Es gibt acht oder neun Destillerien auf der Insel, die Scotch mit einem rauchig-torfigen Geschmack erzeugen – nur für ernsthafte Trinker. Wenn Sie versuchen wollen, einen Manhattan in Ihrem Heimatland zu mixen, oder in Verlegenheit sind wegen der elementaren Zutat, nehmen Sie einfach einen Scotch Ihrer Wahl (mein Kumpel Howard sagt mir, dass man das einen »Rob Roy« nennt). Ich persönlich würde keinen Single Malt in einen Cocktail geben, es sei denn, ich hätte Geld wie Heu. Der Cocktail wird allgemein mit einer Maraschinokirsche mit Stiel garniert. (Gott weiß, warum.) Oder er kann mit Eiswürfeln serviert werden.

Der Cocktail wurde angeblich in den 1870er-Jahren im Manhattan Club in New York City für Winston Churchills Mutter kreiert, Lady Randolph Churchill, eine Amerikanerin mit dem Mädchennamen Jennie Jerome, doch wahrscheinlich ist die Geschichte erfunden. Einer anderen Theorie zufolge wurde er zu Ehren des New Yorker Leitungswassers so genannt, das damals ziemlich braun aus der Leitung kam.

Das Cocktailmixen ist eine jener Tätigkeiten, die von vielen, vielleicht insbesondere von Damen, als anspruchsvoll und sexy empfunden werden. Dabei ist das Mixen eines Manhattan ungefähr so anspruchsvoll wie die Zubereitung einer Currywurst. Wie es geht, erfahren Sie, wenn Sie umblättern.

Zutaten und Zubehör

5 cl Rye oder Bourbon

2 cl süßer roter Wermut

1 Spritzer Angostura Bitter

1 Maraschinokirsche

Eis

Martini-Glas

Cocktailshaker

So wird’s gemacht

  1. Füllen Sie das Glas mit Eis, um es zu kühlen.
  2. Füllen Sie den Cocktailshaker halb mit Eis, und lassen Sie ihn eine oder zwei Minuten stehen.
  3. Gießen Sie mögliches Wasser aus dem Shaker ab, dann geben Sie alle Zutaten außer der Kirsche hinein.
  4. Schütteln Sie gut (versuchen Sie, dabei möglichst weltmännisch auszusehen, nicht so, als hätten Sie einen Krampfanfall).
  5. Leeren Sie das Eis aus dem Glas.
  6. Gießen Sie die Cocktailmischung in das Glas.
  7. Lassen Sie die Maraschinokirsche hineinfallen.
  8. Servieren Sie ihn zügig – er wird sonst warm.

Wie Sie mit dem Stirnrunzeln aufhören und anfangen zu lächeln

Das Stirnrunzeln beansprucht mehr Muskeln als das Lächeln. Das hört man zumindest immer. Vielleicht stimmt es, vielleicht auch nicht, was soll’s? Beim Essen sind mehr Muskeln in Aktion, als wenn man einfach daliegt. Soll man deswegen eher daliegen, anstatt zu essen? Es gibt eine Menge blödsinniger unerwünschter Ratschläge dieser Sorte. »Kopf hoch, vielleicht passiert es gar nicht« ist noch so ein Ratschlag. »Einen schönen Tag!« ist ebenfalls beliebt und sogar ziemlich ärgerlich – was ist, wenn ich andere Pläne habe?

Neuerdings will man uns weismachen, dass wir alle nicht nur immerzu glücklich sein sollen, sondern dass wir auch glücklich aussehen müssen. Glück ist zu einem obligatorischen Gefühl geworden, zu einem Gefühl, das wir den ganzen Tag im Gesicht zu tragen haben. Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung bezeichnet das »Bestreben nach Glückseligkeit« sogar als »unveräußerliches Recht«, ohne zu erklären, was das bedeuten könnte, aber ich vermute stark, dass die Jagd nach Glückseligkeit zu mehr Stirnrunzeln als Lächeln geführt hat.

Wenn Ihnen eine Operation bevorsteht oder Sie an einer tödlichen Krankheit leiden, bekommen Sie gesagt, Sie sollen positiv denken und positiv handeln, und manchmal beschleicht Sie das Gefühl, dass Sie selbst daran schuld sind, wenn es Ihnen schlecht geht, weil Sie nicht genug gelächelt haben.

Mitglieder des Klubs »Lass mich in Ruhe – ich bin gern unglücklich« haben ihr eigenes Klubabzeichen, und zwar das Stirnrunzeln. Das Stirnrunzeln wird vom Musculus corrugator supercilii (»Runzler der Augenbraue«) verursacht, einem schmalen pyramidenförmigen Muskelband am Ende des Innern der Augenbraue, unmittelbar über dem Musculus orbicularis oculi. Dieser Muskel zieht die Augenbraue nach unten und innen und erzeugt die klassischen senkrechten Falten über der Nase beim Stirnrunzeln.

Aber nicht jedes Lächeln gleicht dem anderen. So gibt es das sogenannte »Pan-Am-Lächeln«, ein künstliches Lächeln, bei dem der Musculus zygomaticus major (der die Mundwinkel hebt) zusammengezogen wird, nicht aber der Musculus orbicularis oculi (der die Wangen hebt, wodurch sich die Krähenfüße in den Augenwinkeln bilden). Dieses Lächeln ist zu Ehren der inzwischen nicht mehr existierenden Pan American Airways benannt, deren Bordpersonal jeden Einzelnen ihrer Passagiere mit einem automatischen »Duchenne-Lächeln« bedachte, das wiederum nach dem französischen Arzt Guillaume Duchenne benannt ist, der es zuerst beschrieben hat. Tatsächlich sind es nicht nur Flugbegleiter, die dieses Lächeln austeilen. Auch manch anderes Lächeln, das man im Alltag bekommt, scheint ein professionelles Duchenne-Lächeln zu sein.

Wenn Sie gleichwohl meinen, dass Sie viel lieber lächeln, als die Stirn zu runzeln – und ich habe nichts dagegen –, sind hier ein paar einfache Tipps, um die Zahl zu erhöhen:

  1. Rechnen Sie nicht mit dem Glück. Wenn es des Weges kommt, nehmen Sie es an; wenn nicht, machen Sie sich nichts daraus.
  2. Denken Sie daran, dass die meisten Menschen nicht sehr oft glücklich sind.
  3. Jagen Sie nicht nach einem Lächeln. Glück anzustreben ist wie der Versuch, Nebel mit einem Sieb einzufangen.
  4. Senken Sie Ihre Erwartungen, und seien Sie mit weniger zufrieden.
  5. Natur heitert die Menschen auf. Gehen Sie hinaus, und sehen Sie selbst.
  6. Gehen Sie angeln, oder lernen Sie das Lautenspiel, oder setzen Sie ein paar Blumenzwiebeln. Solche Aktivitäten fördern das Lächeln.
  7. Lassen Sie sich nicht von Kleinigkeiten nerven. Sehr schwierig, ich weiß.
  8. Lachen Sie – hinterher werden Sie mehr lächeln. Probieren Sie diese Einzeiler:
  • Ich möchte friedlich im Schlaf sterben wie mein Vater. Nicht vor Entsetzen schreiend wie die Passagiere in diesem Bus.
  • Ich ging in den Eckladen und kaufte drei Ecken.
  • Sex ist nicht die Antwort. Sex ist die Frage. »Ja« ist die Antwort.
  • Ich mache gerade eine Whisky-Diät. Ich habe schon drei Tage verloren.

Was, die sind nicht lustig? Manchen Leuten kann man wirklich gar nichts recht machen.

Selbstbewusstsein im Handumdrehen

Kürzlich sah ich einen Slogan auf dem Titelblatt eines Männer-Magazins, der lautete: »Zehn Tipps für sofortiges Selbstbewusstsein«. Manche Artikel, die man in diesen Zeitschriften findet, sind zugegebenermaßen ein bisschen unrealistisch. Ich habe mal einen gelesen, der nervösen Burschen empfahl, ihre Schüchternheit dadurch zu überwinden, indem sie sich bei öffentlichen Versammlungen auffällig gekleidet in die erste Reihe setzen und bei Konferenzen das Wort ergreifen. Dies sind genau die Dinge, die ein armer Mann mit mangelhaftem Selbstbewusstsein machen möchte, aber nicht machen kann, weil es ihm an Selbstbewusstsein eben fehlt. Es hat keinen Sinn, ihm zu raten, es einfach zu machen; was er braucht, sind ein paar Techniken, die ihm helfen, die wackligen Knie, den trockenen Mund und die Unterlegenheitsgefühle zu verbannen.

Jemand fragte einmal Eleanor Roosevelt, wie um Himmels willen sie es schaffte, vor einem tausendköpfigen Publikum mit solch selbstsicherer Gelassenheit zu sprechen, und sie erwiderte: »Ich trage meine unsichtbare Krone.« In dieser Bemerkung steckt sehr viel Klugheit, denn Selbstbewusstsein ist oft nicht mehr als ein simpler Selbstbewusstseinstrick. Wenn Sie anfangen, selbstbewusst auszusehen, kommen Sie bald dahin, sich selbstbewusst zu fühlen. Dies wird als Verhaltenstherapie bezeichnet.

Jeder mit nur einem Fünkchen Selbstwahrnehmung ist ein wenig nervös, wenn er sich in öffentliche Situationen begibt. Als Erstes gilt es, dies zu erkennen. Als Zweites, dies vor allen anderen zu verbergen. Gestehen Sie niemandem Ihre Nervosität ein; Sie machen die anderen damit bloß auch kribbelig, was keinem hilft.

Drittens konzentrieren Sie sich auf Ihren Auftritt als selbstbewusste Person. Denken Sie an die selbstbewusst aussehende Person, die Sie bewundern, vielleicht ist sie der Präsident oder Ministerpräsident, Ihr alter Schuldirektor oder der Papst. Schneiden Sie sich eine Scheibe von ihnen ab. Was genau machen sie, dass sie vor Selbstbewusstsein nur so strotzen? Wahrscheinlich stehen sie aufrecht und doch einigermaßen entspannt da, sprechen mit gut verständlicher Stimme und lächeln viel. Was soll das heißen, Sie können nicht lächeln? Spielen Sie es einfach vor, und bevor Sie »musculus zygomaticus major« sagen können, werden Sie lächeln wie ein Mann, der gerade eine Massage von nymphomanischen Teenagern gewonnen hat, während er erfährt, dass ihm der Nobelpreis verliehen wird.

Stehen Sie gerade, die Füße ein wenig auseinander, und seien Sie auf Ihre Bewegungen bedacht. Nervöse, ruckhafte oder zögerliche Bewegungen wirken wenig selbstbewusst und machen auch andere nervös. Beschränken Sie Ihre Bewegungen auf ein Minimum. Weit ausholende Bewegungen werden ebenfalls als Zeichen von Schwäche betrachtet.

Als Nächstes stellen Sie Blickkontakt mit den Zuhörern her. Falls das für Sie beinahe unmöglich ist, sind Sie nicht der Einzige. Blickkontakt mit unbekannten Leuten kann höchst bedrohlich sein, wie Sie bemerkt haben werden, wenn Sie jemals einen großen Hund oder eine Gruppe von Fremden mit Messern angestarrt haben. Aber wenn Sie bewusst üben, den Leuten in die Augen zu schauen und ihrem Blick ein paar Sekunden standzuhalten, werden Sie feststellen, dass Sie einen äußerst selbstbewussten Eindruck machen.

Lächeln Sie häufig. Hohe Lächelquoten werden allgemein als Zeichen von Selbstbewusstsein gewertet.

Versuchen Sie, ab und zu innezuhalten, besonders bevor Sie zum Sprechen ansetzen. Dadurch müssen die Leute auf Sie warten, was Ihnen, psychologisch betrachet, eine gewisse Dominanz verleiht. Dann werden Sie nicht nur selbstbewusst wirken, sondern sich – mit einer gewissen Übung – auch selbstbewusster fühlen.

Bevor Sie auf eine Gruppe zugehen, atmen Sie zwei-, dreimal tief durch. Das wird Sie entspannen und auch dazu beitragen, dass Ihr »Guten Tag« souverän herauskommt und nicht als Piepsen. Wenn Ihr Mund trocken wird, beißen Sie sich auf die Zungenspitze. Das ist diskret und verleiht Ihnen genügend Speichel, um normal sprechen zu können.

Üben Sie das Obengenannte. Sie können diese Ratschläge nicht alle auf Anhieb behalten, üben Sie also in kleinen Dosen vor einem Spiegel, dann mit ein paar Freunden in der Kneipe, dann mit einer Gruppe von Leuten, dann mit größeren Gruppen von Leuten, die Sie nicht kennen, und schließlich vor einem Publikum von gewaltbereiten Fußballrowdys im Wembley-Stadion, dann wird man Sie für die selbstbewussteste Person der Welt halten.

Natürlich sollten Sie nicht übertreiben. Sie wollen schließlich nicht als so ein grauenhaft bombastischer Motivationsredner enden. Das hat nichts mit Selbstbewusstsein zu tun, das ist Flegelhaftigkeit.

Wie man sich Namen merkt

Vor ein paar Monaten wurde ich gebeten, etwas für eine Werbeagentur zu schreiben. Das ist zwar keine Aufgabe für einen erwachsenen Mann, aber bitte schön. Jedenfalls luden sie mich ein, ihr Team kennenzulernen. Es waren mehrere Leute anwesend, von denen ich außer dem Chef noch keinen getroffen hatte, und es war wichtig, dass ich mir alle Namen merkte. »Warum die Mühe?«, werden Sie vielleicht fragen. »Merken Sie sich einfach die wichtigen Leute und vergessen Sie den Rest.« Schön und gut, aber in dieser Branche steigen die Leute schnell auf, und Sie möchten nicht den nächsten Geschäftsführer verstimmen, der jetzt noch ein kleiner Kundenbetreuer ist. Außerdem ist es eine Frage des Benehmens – obwohl mir hierzu ein Kerl einfällt, der zu mir sagte: »Ich erinnere mich an Ihren Namen, aber ich habe kein Gesicht dazu«, was ich für köstlich grob hielt.

Jedenfalls verrate ich Ihnen nun die Methode, wie ich mir die Namen der eben erwähnten Leute merkte. Sie funktioniert so gut, dass ich Ihnen noch heute, Wochen später, sagen kann, wie sie hießen. In der Reihenfolge, wie sie saßen, waren das Marc, Chris, Katie, Richard und Meg. Ich erinnere mich sogar an den Namen des Typen, der nicht kommen konnte: Keith. Das sind zwar nur sechs Personen, aber auch nur einen einzigen Namen zu behalten kann schwer genug sein, wenn die Leute einen fragen, ob man einen Tee möchte oder seinen Mantel aufhängen möchte, ob man eine weite Anfahrt hatte und so weiter.

Es gibt verschiedene Arten, sich verschiedene Dinge zu merken. Bei einer Einkaufsliste möchte man sich die Artikel vielleicht in einer bestimmten Reihenfolge merken. Dafür ist eine besondere Technik vonnöten. Bei Namen muss man die Person mit dem zugehörigen Namen verknüpfen, indem man irgendein einprägsames Merkmal verwendet. Diese Verknüpfungsmethode ist ziemlich leicht, lassen Sie mich also berichten, wie ich sie in dem erwähnten Fall gebrauchte.

Die ersten beiden Personen, die hereinkamen, waren Marc und Chris. Ich stellte mich vor, schüttelte Hände und lächelte, dass mir die Backen schmerzten, während ich Chris in Christ verwandelte, indem ich ihn mir in der Sonne gekreuzigt vorstellte. Bei häufigen Namen ist es nützlich, ein Bild zur Hand zu haben, und dieses eine verwende ich oft. Marc stellte ich mir mit einem großen schwarzen Fleck (»mark«) auf der Nase vor. Je grotesker, gröber oder extremer das Bild ist, desto leichter merkt man es sich. Dann kam Katie. Obwohl sie wenig Ähnlichkeit mit der TV-Moderatorin bei CBS – Katie Couric – hat, stellte ich sie mir mit Fernseh-Make-up über dem ganzen Gesicht vor, während sie die Nachrichten vorliest. Meg wurde die Katze Mog aus der Kinderbuchserie, und ich stellte sie mir während der ganzen Sitzung mit einer auf ihrem Kopf schlafenden Katze vor. Richard kannte ich, und Keith, der es nicht zu dem Termin schaffte, wurde zum trunksüchtigen Fernsehkoch Keith Floyd, der nicht kommen konnte, weil er bewusstlos auf dem Küchenboden lag.

Ich weiß, was Sie jetzt denken: Angenommen, Sie müssen die Namen einer Delegation aus China oder der Tschechischen Republik behalten? Nun, ich wurde einmal einem Burschen namens Orrin Springenatic vorgestellt, also stellte ich mir vor, wie er sein Ruder ins Wasser stößt (»oar in«/Orrin) und aus dem Wasser springt – in seine Dachkammer (»attic). Ich bin jetzt so an diese Übung gewöhnt, dass ich mich an meine eigenen Verknüpfungen erinnere, obwohl Sie diese undurchsichtig finden mögen. Sie müssen sich Verknüpfungen ausdenken, die bei Ihnen funktionieren und persönlich sind.

Sie können sich helfen, indem Sie die Person bitten, ihren Namen zu wiederholen, wenn dazu genügend Zeit ist. Sprechen Sie den Namen aus und bemerken Sie etwas dazu, falls er ungewöhnlich ist, und fragen Sie, wie er geschrieben wird oder woher er kommt. Verwenden Sie den Namen außerdem von Zeit zu Zeit, und falls Sie sich wiedersehen werden, notieren Sie den/die Namen, nachdem Sie gegangen sind, damit Sie ihn für später parat haben.

Wenn Sie diese Methode anwenden und sie regelmäßig üben, werden Sie feststellen, wie mühelos Sie plötzlich die Leute mit ihrem Namen verabschieden. Das wird sie unheimlich beeindrucken, während sie selbst sich damit abmühen, sich nicht nur Ihren Namen zu merken, sondern vielleicht auch Ihr Gesicht.

Je häufiger Sie das tun, desto besser werden Sie dabei. Aber Sie sind auch nur ein Mensch und werden manchmal etwas vergessen. Wenn Sie glauben, Ihnen ist der Name einer Person abhandengekommen, können Sie entweder sagen: »Tut mir leid, ich habe Ihren Namen vergessen«, was jeder versteht, oder Sie riskieren es und sagen: »Ja, das stimmt, Lucille.« Wenn sie antwortet: »Ich muss doch sehr bitten, das ist kein Kleid, wie Sie anscheinend denken. Mein Name ist Giacomo, und ich bin der Apostolische Nuntius«, dann ist Ihnen ein böser Patzer unterlaufen.

Wie Single Malt Scotch Whisky destilliert wird

Mein schottischer Schwager kennt jede Menge gute Schottenwitze und gibt sie nach einer halben Flasche Laphroaig (was weniger ein schottischer Whisky ist als ein Rechtschreibtest) gern zum Besten. Es besteht ein großer Unterschied zwischen gutem Scotch wie diesem und mittelmäßigem Whisky, und das hat mit den Zutaten, der Herstellungsmethode und der Kunstfertigkeit des Brenners zu tun. Hier ist eine Beschreibung des grundlegenden Verfahrens, das wirklich faszinierend ist.

Die Zutaten für Malt Whisky sind einfach nur Gerste und Wasser mit ein wenig Hefe zur Unterstützung. Einfach ist immer gut. Wenn man Scotch herstellt, werden als Erstes die Gerstenkörner so lange in Wasser eingeweicht, bis sie keimen. Es ist keine gute Idee, einfach einen Schlauch aus dem Bad laufen zu lassen, denn die Wasserqualität hat einen erheblichen Einfluss auf den späteren Geschmack des Whiskys. Brenner prahlen mit der besonderen Köstlichkeit ihrer eigenen Quelle, des heimischen Sees oder Baches, und zwar zu Recht. Doch wenn Sie gerne etwas trinken möchten, das ein bisschen nach Schwimmbad schmeckt, dann drehen Sie nur Ihren Wasserhahn auf.

Jedenfalls wird die keimende Gerste jetzt auf der Malztenne ausgebreitet (oder auf einer großen Garage, nehme ich an), damit sie über die nächsten paar Wochen ein wenig sprießen kann. Während dieses Prozesses wird sie zur Belüftung regelmäßig gewendet, entweder automatisch oder mit speziellen Rührstangen. Ich vermute, man kann auch eine Schneeschippe nehmen. Während dieser Zeit wandelt sich die Stärke in der Gerste in Zucker um, und etwas später, genau im richtigen Moment (Sie müssen schon wissen, was Sie tun), wird sie in einen Trockenofen gegeben, damit das Keimen unterbunden wird. Trockenöfen wurden immer mit Torf beschickt, der Rauch des schwelenden Torfs durchdrang die Gerste und ergab den köstlichen torfig-rauchigen Geschmack, der so charakteristisch für viele gute Whiskys ist. Torfrauch wird auch heute noch verwendet, um Scotch zu aromatisieren, aber mittlerweile kann er über die Gerste geblasen werden, während sie durch heiße Luft getrocknet wird. Hmm.

Die getrocknete Gerste wird danach zu einem zuckerreichen Mehl vermahlen, dem »Schrot«, der wiederum mit Wasser vermischt wird, diesmal mit heißem, um die »Maische« zu erzeugen. Die Maische kommt in einen »Maischbottich«, einen großen Metalltank, wo sie gerührt wird, damit der Zucker in das Wasser sickert. Die daraus entstehende Flüssigkeit, die »Würze«, wird dann in riesige Holzeimer, die »Gärbottiche«, gegossen, wo sie abkühlt. Die festen Rückstände (»Treber«) werden an die Kühe verfüttert. Sie müssen zugeben, selbst wenn Sie Scotch nicht mögen, dass der Herstellungsprozess ein wunderbares Vokabular hat.

Der Gärungsprozess wird in den Gärbottichen durch die Zugabe von Hefe in Gang gesetzt, die sich vom Gerstenzucker ernährt, um den magischen Inhalt zu erzeugen: Alkohol. Es überrascht wenig, dass das Wort »Whisky« vom schottisch-gälischen uisge beatha kommt, was so viel wie »Wasser des Lebens« bedeutet. Die gärende Flüssigkeit erzeugt heftigen Schaum und einen Geruch, der an das Brauen von Bier erinnert. Sie schmeckt auch genauso, enthält aber nur etwa 8 oder 9 Prozent Alkohol.

In diesem Stadium des Prozesses werden mehrere Eimer voll braune Bratensoße eingerührt, dazu ein paar Büchsen Sardellenfilets. Nicht wirklich, ich wollte nur prüfen, ob Sie noch aufpassen. Was wirklich geschieht, ist der Beginn der Destillation.

Hierfür werden zwei Brennblasen (»stills«) benötigt, die sogenannte »wash still« für die erste Destillation und die etwas kleinere »spirit still« für die zweite. Erzeuger von 08/15-Whisky wenden ein Verfahren an, das als »kontinuierliche Destillation«

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