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A Year in my garden inside GE

Vorwort
9
September
Abschied vom Sommer
14
12 Monate in meinem Garten
30
Lieblingspflanzen: violett
34
Oktober
Neblige Tage
40
12 Monate in meinem Garten
52
Lieblingspflanzen: lila
56
November
Silhouetten und Strukturen
60
12 Monate in meinem Garten
74
Lieblingspflanzen: grau
78
Dezember
Winterschlaf … oder nicht?
82
12 Monate in meinem Garten
98
Lieblingspflanzen: rosa
102
Januar
Schafe und Schneeglöckchen
106
12 Monate in meinem Garten
114
Lieblingspflanzen: weiß
118
Februar
Schneiden, hacken, räumen
122
12 Monate in meinem Garten
132
Lieblingspflanzen: solche mit Struktur
136
März
Die Kraft der Natur
140
12 Monate in meinem Garten
150
Lieblingspflanzen: himmelblau
154
April
Blumenzwiebeln ohne Ende
160
12 Monate in meinem Garten
174
Lieblingspflanzen: gelb
178
Mai
Jetzt geht es richtig los!
182
12 Monate in meinem Garten
196
Lieblingspflanzen: orange
200
Juni
»Der frühe Vogel fängt den Wurm«
208
12 Monate in meinem Garten
222
Lieblingspflanzen: rot
226
Juli
Ruhe und Überraschungen
232
12 Monate in meinem Garten
242
Lieblingspflanzen: Einjährige
246
August
Grüner Genuss
250
12 Monate in meinem Garten
260
Lieblingspflanzen: (buntes) Blatt
264
Register
268
Dank
272
INHALT

Ein neues Buch! Eine große Freude, denn dies ist das zehnte Buch,
das ich im Lauf von beinahe 25 Jahren geschrieben habe. Die Saat
dafür wurde im März 2015 gesät, als ich anlässlich einer Buchpräsen-
tation von Piet Oudolf Hélène Lesger kennenlernte. Sie war (und ist)
Piets Agentin. Als wir ins Gespräch kamen, ging es sehr bald um Gar-
tenbücher. Sie kannte, was ich bereits geschrieben hatte, und wusste
schnell, wie ein neues Buch aus meiner Hand aussehen könnte.
Eins folgte auf das andere, und so begann eine fast vier Jahre dau-
ernde Zusammenarbeit. Das Ziel: ein Buch, das beschreibt, was man
in zwölf Monaten in einem Garten erleben kann. Es sollte kein Tage-
buch sein, aber ein Leitfaden, der dem Leser Schritt für Schritt die
Wechselwirkung zwischen Garten und Gärtner zeigt. Eine Symbiose
aus praktischen Details und all meinen Erfahrungen: Wie erlebe ich
Vorwort

beispielsweise die unterschiedlichen Jahreszeiten und wie kann ich
die Schönheit einer jeden Jahreszeit schätzen lernen?
Da ich neben meiner Arbeit als Gartenplanerin – oder besser
Bepflanzungsspezialistin – einen eigenen Garten habe, in dem ich mit
Leib und Seele zugange bin, lag es auf der Hand, meinen Garten als
Basis für dieses Buch zu verwenden. Daher zunächst ein wenig zur
Geschichte: Ende der 1970er-Jahre arbeitete ich viel mit zwei Freun-
den zusammen. Stan Gall und Niek Roozen hatte ich während unse-
rer Ausbildung zu Garten- und Landschaftsarchitekten in Boskoop
kennengelernt. Nach unserem Studium unternahmen wir regelmäßig
Reisen zu bekannten Gärten und entdeckten in England das Phäno-
men des »offenen Gartens«, das es damals in den Niederlanden nicht
gab. Wir waren fasziniert von der Idee, einen Garten zu besichtigen, in

einem kleinen Laden mit Gartenutensilien zu stöbern und dabei einen
Tee zu trinken. Wir dachten, dass dieses Konzept gut zu unserer Arbeit
als Gartenberater passen würde, und so beschlossen wir, in den Nie-
derlanden einen Ort zu suchen, an dem dies möglich wäre. So lande-
ten wir schließlich 1983 in Weesp, wo wir auf dem Areal einer ehemali-
gen Bastion unseren Traum verwirklichten. 1986 wurde »De Theetuin«
(»Der Teegarten«) eröffnet. Von da an war ich für den Garten und alle
Experimente darin zuständig – es war der Beginn einer lebenslangen
Verbindung und der Liebe zu diesem Garten.
Das Besondere an ihm ist, dass er verschiedene Biotope umfasst:
feuchte, schattige Bereiche, aber auch trockene, sehr sonnige Stellen –
und alles dazwischen. Es gibt also unendlich viele Möglichkeiten, um
mit Kombinationen von Pflanzen für verschiedene Biotope zu experi-
mentieren. Hier kann ich alles ausprobieren und jeden Schritt beglei-
ten, da ich jeden Tag vorbeikomme. Und genau das inspirierte mich,
meine Erfahrungen mit anderen zu teilen. Aber es geht natürlich um
weit mehr als diesen Garten. Wenn ich im April die Verwendung von
Frühjahrsblumenzwiebeln thematisiere, besuche ich auch meine ande-
ren Projekte wie den Keukenhof oder einen Park in Yokohama (Japan).

Das Schreiben dieses Buches bereitete mir viel Freude. Denn obwohl
es kein Tagebuch ist, sollten dort die Erfahrungen und Kenntnisse, die
ich in all den Jahren gesammelt hatte, geordnet werden. Neben dem
Fotografieren veränderte dies meine Sicht auf die Gartenarbeit.
Aber es gab durchaus auch weniger schöne Momente. Es ist noch
nicht lange her, dass die imposanten Schwarzbirken krank wurden. Sie
waren leider nicht mehr zu retten. Im Herbst 2018 wurden die Buchs-
bäume vom Zünsler befallen und waren von einem auf den anderen Tag
kahl gefressen. Solche Ereignisse versetzen mich schnell in Panik, aber
darauf folgt eine Beruhigung und dann eine Art positive Spannung.
Denn in solchen Fällen muss man die richtige Entscheidung treffen, um
dem Garten in der Zukunft ein neues Gleichgewicht zu schenken. Zu
Recht heißt es: »Einen Garten kann man nicht machen und man kann
die Natur nicht zwingen.« Aber genau dieses Zusammenspiel, Geben
und Nehmen und gut füreinander zu sorgen, macht für mich einen
Garten so anziehend.

September ist für meine Begriffe ideal, um ein Garten-
buch zu beginnen. In diesem Monat verabschiedet sich
der Sommer, gleichzeitig werden aber schon die Vorbe-
reitungen für das Frühjahr getroffen. Kein anderer Monat
verdeutlicht so stark, dass »der Garten« ein unendlicher
Prozess ist, ohne Anfang und Ende. Wenn ich aber den-
noch einen Anfang finden muss, ist es der September.
SEPTEMBER

14
EIN JAHR IN MEINEM GARTEN
Abschied
vom
SoMMeR
J
ahrelang litt ich unter einem »September-Blues«: ein düsteres
Gefühl, weil sich das Ende der »Gartenzeit« nähert und damit
auch die Zeit ohne Arbeit und ohne Genuss im Garten. Aber als ich
mit dem Schreiben dieses Buches begann und die Veränderungen in
meinem Garten viel intensiver verfolgte, war dieses Gefühl so gut wie
weg. Denn im September wächst auch Hoffnung: Die ersten Blätter
der Traubenhyazinthen werden sichtbar – das hebt sofort die Stim-
mung und macht deutlich, dass die Wintermonate nur der Übergang
zum Frühjahr sind. Der September zeigt, dass man gar nicht von einer
Gartensaison sprechen kann: Es ist ein durchgehender Zyklus, in den
Die ersten Blätter der Trauben-
hyazinthen

SEPTEMBER
1 5