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Ein Hoffnungsschimmer

Johanna Theden

Ein Hoffnungsschimmer

1. KAPITEL

Eva war sprachlos. Eben hatte Markus ihr den unglaublichen Vorschlag gemacht, den Mord an seinem Vater auf sich zu nehmen – er würde ja sowieso sterben.

„Wann gibst du endlich zu, dass du Robert Saalfeld immer noch liebst?“, bedrängte er sie nun.

„Du wirst nicht sterben!“, erklärte sie.

„Das wäre aber das Beste für dich und deinen Robert“, sagte er voller Bitterkeit.

„Es geht überhaupt nicht um ihn!“, rief sie aufgewühlt. „Soll Valentina ganz ohne Eltern aufwachsen?“

„Du belastest dich schwer, wenn du das mit dem Gift zugibst“, meinte Markus nun. „Das geht auch mich etwas an. Du hättest erst mal mit mir darüber sprechen müssen.“ Es war nicht nur diese Tatsache, die ihn so aufbrachte. Er stand außerdem noch unter dem Eindruck von Debbies Traumdeutung.

„Das wollte ich ja“, beteuerte Eva.

„Aber?“ Sie schwieg überfordert. „Du wolltest lieber, dass ich es von deinem Exlover erfahre“, bemerkte er trocken.

„Nein! Es war nur …“ Sie hatte ihn nicht unnötig aufregen wollen.

„Hat ja super funktioniert.“ Es tat ihr so leid. „Ist schon in Ordnung. Ich werde mich nicht unnötig aufregen.“ Er wandte sich zum Gehen. Sie wollte ihn begleiten, aber das wollte er nicht. Er musste mit seiner Schwester sprechen.

Jetzt ließ sich Markus bei Lena über sie aus. Eva stand im Park und sah zu den Fenstern des Blauen Salons herüber. Drinnen unterhielten sich gerade die Geschwister. Aber vielleicht war das alles auch gar nicht schlecht. Dann konnte Lena ihm klarmachen, wie sinnlos diese ewigen Streitereien waren. Sie wusste, dass Eva zu Markus stand. Und egal, ob sie für Robert aussagte oder nicht – es änderte nichts daran, dass sie sich für Markus entschieden hatte. In dieser schweren Zeit. Es kostete Markus enorm viel Kraft, gegen seine Angst und den Tumor anzukämpfen. Und gegen seine Zweifel, ob Eva ihn noch liebte. Und die waren ja nicht unbegründet. Das schlechte Gewissen setzte Eva zu. Aber ihre Gefühle für Markus waren immer noch groß genug. Sie würden es schaffen. Ihr Platz war an seiner Seite. Und ihre Aufgabe war es, ihm aus dieser Krankheit zu helfen. Bedingungslos.

„Ich kann euch beide verstehen“, sagte Lena im Blauen Salon gerade zu ihrem Bruder. „Dich, dass du sauer bist – und Eva, dass sie alles dafür tun möchte, dass Valentina nicht ohne Vater aufwächst.“

„Das mit dem Kind ist nur eine Ausrede“, sagte Markus düster.

„Wie kommst du auf so etwas?“, erwiderte seine Schwester.

„Es geht ihr einzig und allein um Robert Saalfeld“, beharrte er.

„Blödsinn!“ Jeder wusste, wie sehr Eva an Valentina hing.

„Und an ihrem Vater!“ Lena seufzte. Markus war wirklich stur.

„Wärst du denn nicht auch froh, wenn der Fall noch einmal aufgerollt werden würde?“, fragte sie nun. „Du glaubst doch inzwischen auch nicht mehr, dass es Robert war.“

„Was ich glaube, ist unwichtig“, erklärte er und zuckte die Achseln.

„Quatsch!“, protestierte sie. „Außerdem weißt du, wer es wirklich war. Und wenn Evas Aussage helfen würde, die Heidenberg hinter Schloss und Riegel zu bringen – dann solltest du sie eher ermutigen, als sie anzumeckern.“

Michael machte seiner Tochter Debbie schwere Vorhaltungen, dass sie Markus Zastrows Traum gedeutet hatte.

„Er ist ein todkranker Mann! Und du verunsicherst ihn mit deinem esoterischen Hokuspokus? Das ist das Letzte, was er jetzt braucht.“ Debbie war sichtlich kleinlaut. Dennoch bestand sie darauf, dass ihre Traumdeuterei kein Hokuspokus war.

„Kannst du denn ausschließen, dass unsere Träume uns etwas mitteilen wollen?“, fragte sie. „Über uns? Unser tiefstes Ich? Unser Schicksal?“

„Wer hat dich denn auf den Trip gebracht?“, wunderte sich Michael. „Deine Mutter bestimmt nicht.“ Gekränkt verzog Debbie das Gesicht. „Wollen wir hoffen, dass das nur eine Phase ist. Und du dein Leben nicht nur noch nach deinen Träumen ausrichtest.“

„Schön, wenn man einen so verständnisvollen Vater hat“, fauchte sie verletzt.

„Verständnisvolle Väter machen sich eben Sorgen“, verteidigte er sich.

„Dafür ist es ein bisschen spät, nicht wahr?!“ Dieser Vorwurf traf ihn unvorbereitet. „Wenn dir nicht passt, wie ich bin, hättest du dir vielleicht früher Sorgen um mich machen sollen!“ Damit ließ sie ihn allein.

Ganz unrecht hatte Debbie mit ihrem Vorwurf nicht. Das gab Michael kurz darauf Charlotte gegenüber zu.

„Nimm es nicht so persönlich“, bat sie ihn. „Selbst wenn Debbie etwas Wahres gesagt hat – es ist nicht deine Schuld, dass ihre Mutter mit ihr nach Amerika gegangen ist.“ Immerhin hatte Michael regelmäßig mit seiner Tochter telefoniert und gemailt.

„Was allerdings kein Ersatz für meine Anwesenheit war“, meinte er.

„Umso mehr solltest du dich freuen, dass sie hier ist“, fand Charlotte. „Und ihre Interessen ernst nehmen.“ Die Traumdeutung schien Debbie nun einmal wichtig zu sein. „Und es ist oft einfacher, Verständnis zu zeigen, als abzuwarten, bis es einem selbst entgegengebracht wird.“

Michael versuchte noch einmal, seine Exfrau in Amerika zu erreichen. Doch bei Jessica, Debbies Mutter, sprang immer nur die Mailbox an.

„Langsam könnte sie wirklich mal rangehen“, knurrte er und setzte sich zu André auf die Couch.

„Vielleicht macht sie sich gerne rar?“ Der Chefkoch schien sich für die Probleme seines Mitbewohners nicht sonderlich zu interessieren.

„Warum hast du eigentlich so widerlich gute Laune?“, fragte Michael.

„Die Sonne scheint, das Leben ist schön, Lena besteht nicht darauf, so schnell eigene Kinder zu bekommen …“ André war rundum zufrieden. „Es ist schon erstaunlich“, stellte er fest. „Lena ist ja doch etwas jünger als ich. Und dennoch ist meine Beziehung zu ihr die erwachsenste, reifste und unproblematischste, die ich bisher hatte. Wie lässig sie mit dem Thema Kinder umgegangen ist! Endlich eine Frau, die weiß, was sie will. Die mir und sich selbst nichts vormacht. Keine, die ständig nur ihre biologische Uhr ticken hört und …“ Er brach ab. Michael trug ein breites Grinsen auf seinem Gesicht. „Du glaubst das nicht?“

„Warum soll ich es nicht glauben?“, entgegnete der Arzt. „Du sagst doch, sie ist eine Frau, die weiß, was sie will.“

„Aber du glaubst, sie will etwas anderes?“, hakte der Chefkoch nach.

„Was genau meint sie denn zum Thema Kinder?“ Was Lena wörtlich gesagt hatte, wusste André nicht mehr. In jedem Fall hatte sie nicht gesagt, dass sie keine Kinder haben wollte.

„Es ging mehr in die Richtung, wir sollten uns erst besser kennenlernen …“ Michael nickte.

„Das klingt für mich eher nach Galgenfrist. So nach dem Motto: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“ André war mit einem Schlag vollkommen ernüchtert.

Rosalie wollte gerade eilig das Büro verlassen, doch sie wurde von Jenny von und zu Liechtenberg aufgehalten.

„Sind Sie vorangekommen?“, fragte die Fürstin. „Sie hatten doch einen Plan, meine Tochter endlich von dem Stallburschen loszueisen.“

„Ich habe jetzt keine Zeit“, erwiderte die Geschäftsführerin reserviert.

„Ein einfaches Ja würde genügen.“ Sibylles Mutter bestand darauf, dass Frau Engel sich zwei Minuten Zeit nahm.

„Mein von Ihnen sogenannter Plan – ist bisher ohne Ergebnis“, räumte Rosalie unwohl ein.

„Dann haben Sie sich wohl ungeschickt angestellt?“, meinte Jenny. „Sehr seltsam …“

„Vielleicht habe ich den Plan ja auch aufgegeben“, sagte Rosalie genervt.

„Kindchen, Sie schaffen das“, entgegnete die Fürstin aufmunternd. Rosalie konnte nur den Kopf schütteln über ihre Dreistigkeit. „Aus irgendeinem Grund möchten Sie den Knecht wiederhaben. Während ich immer noch hoffe, dass Sibylle zur Vernunft kommt. Wahre Liebe kann das ja wohl kaum sein …“

„So verkehrt ist Jacob auch wieder nicht.“ Jenny winkte ab.

„Für seinesgleichen vielleicht.“ Rosalie seufzte.

„Ich habe es versucht.“ Aber nun war die Sache für sie erledigt. „Und wenn Sie die Probleme mit Ihrer Tochter lösen möchten – an der Rezeption sucht man Ihnen sicher gern einen guten Familientherapeuten heraus.“ Verärgert sah Jenny sie an. Wie erlaubte sich Frau Engel, mit ihr zu sprechen? Aber Rosalie hatte wirklich andere Probleme. Sie litt unter der Trennung von Jacob. Und dass der offensichtlich glücklich war mit seiner neuen Liebe, brach ihr das Herz.

„Ich sehe, du genießt deinen Lebensabend?“ Mit einem süßlichen Lächeln auf den Lippen war Barbara vor Werners Tisch auf der Terrasse stehen geblieben. Der Senior trank dort gerade einen Kaffee.

„Bis vor fünf Sekunden war es ganz angenehm“, gab er zurück.

„Ich will dich gar nicht lange stören. Bloß kurz etwas Geschäftliches mit dir besprechen.“ Er hob die Augenbrauen. Er war doch gar nicht mehr Direktor des Hotels. „Nur, weil es die Frucht deines Leibes betrifft. Robert steht nicht mehr lange fürs Bistro zur Verfügung.“

„Sagt wer?“, erwiderte Werner.

„Will er das Essen zukünftig in der Gefängnisküche zubereiten und anliefern lassen?“, fragte Barbara hämisch. „Dass er verurteilt wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche.“ Er wollte sofort zum Angriff übergehen, doch da stürzte Frau Zwick direkt auf ihn zu.

„Wollen Sie mir bitte erklären, was das zu bedeuten hat?“, ereiferte sich die Anwältin. „Meinen Hasi, ich meine, meinen Mann zu feuern und dafür diese Löwenstein zu engagieren? Alois hat gute Arbeit geleistet. Sehr gute sogar. Und Sie entziehen ihm das Mandat?!“ Werner versuchte, Frau Zwick zu bremsen. Barbara sollte das alles auf keinen Fall hören. Aber er bemühte sich vergeblich. „Sie glauben gar nicht, wie ihn das enttäuscht hat“, fuhr Frau Zwick aufgebracht fort. „Wo man sich so lange kennt. Und ausgerechnet dieses Luder! Dieses karrierebesessene Miststück! Eine Blenderin vor dem Herrn!“ Barbaras Interesse war sofort geweckt.

„Was fällt Ihnen ein, Roberts Anwältin in aller Öffentlichkeit zu diffamieren?!“ Werner hatte Frau Zwick ins Büro gebracht und war noch immer empört. „Noch dazu vor der gegnerischen Partei!“

„Was für eine gegnerische Partei?“, fragte Frau Zwick.

„Natürlich. Für Sie ist es ja die eigene Seite.“ Barbara war Frau Zwicks Mandantin gewesen.

„Sie hat mich aber huldvoll entlassen“, erklärte die Anwältin. „Glaubt, seit der Verhaftung Ihres Sohnes benötigt sie keinen Rechtsbeistand mehr.“

„Und wenn schon! Ich verbitte mir zukünftig solche Auftritte!“ Aber sie wollte nur eins: eine Erklärung, warum er ihrem Mann das Mandat entzogen hatte. „Ein Strafverteidiger, der nicht hinter seinem Mandanten steht … Mit einer Strategie, die mehr als zweifelhaft ist …“ Es hatte genug Gründe gegeben, Pachmeyer zu entlassen. „Und mir geht es einzig und allein um meinen Sohn. Darum, dass seine Unschuld bewiesen wird.“

„Und Sie glauben, das Flitscherl kann das?“, schnaubte Frau Zwick.

„Frau Doktor Löwenstein wurde mir von mehreren Seiten empfohlen“, entgegnete er.

„Sie wird vor Gericht nichts erreichen“, warnte ihn Frau Zwick nun. „Die ist doch nur darauf aus, mit einem prestigeträchtigen Fall in der Zeitung zu stehen.“

„Was ihr nur etwas bringt, wenn sie gewinnt.“ Und nichts anderes war für Werner von Bedeutung. „Wenn Sie mich jetzt bitte entschuldigen …“

Frau Zwick hatte kaum Werners Büro verlassen, da wurde sie von Barbara abgefangen, die die Anwältin in den Park führte.

„Ich habe vorhin zufällig gehört, wie Sie sich für Ihren Gatten eingesetzt haben“, begann Barbara. „Kein Wunder, dass Sie nicht gut zu sprechen sind auf diese – wie heißt sie? Doktor Löwenstein?“ Frau Zwick begriff natürlich sofort, was Barbara mit diesem Gespräch bezweckte, und schwieg. „Ich weiß schon, Sie dürfen nicht mit mir darüber reden. Schließlich war Robert Saalfeld noch vor Kurzem der Mandant Ihres Mannes. Der die Verteidigung sicher sehr viel seriöser angegangen wäre …“

„Wenn es sonst nichts mehr gibt?“ Frau Zwick ließ sich nicht aus der Reserve locken.

„Doch, da wäre noch etwas.“ Barbara versuchte es nun auf einem anderen Weg. „Ich möchte, dass Sie mich wieder vertreten.“

„Ich?“, staunte die Anwältin. „Sie? Auf einmal? Wobei denn?“

„Ich möchte als Nebenklägerin im Mordprozess gegen Robert Saalfeld auftreten“, improvisierte Barbara schnell. „Schließlich wurde nicht nur mein Mann ermordet – ich habe auch mein Kind verloren. Ich möchte, dass Robert Saalfeld für seine Verbrechen bezahlt.“

„Aha“, erwiderte Frau Zwick trocken.

„Egal, was es kostet. Ich will Gerechtigkeit!“ Frau Zwick zögerte. Nun war sie doch in Versuchung geraten. Und versprach, sich die Sache zumindest zu überlegen.

Nils und Robert waren zum Stockkampf verabredet, aber Nils konnte sich nicht wirklich konzentrieren. Er war eben Nadja Löwenstein begegnet, Roberts Anwältin. Und die hatte ihm vorgeschlagen, seinen Vater Curd zu verteidigen.

„Bestimmt wäre sie die Richtige dafür“, meinte Robert arglos.

„Damit dieser Verbrecher seiner gerechten Strafe entgeht?!“, empörte sich Nils. „Von Wahrheit und Gerechtigkeit scheint Frau Doktor Löwenstein nicht viel zu halten.“

„Strafverteidiger müssen auch Mandanten übernehmen, von denen sie nicht überzeugt sind“, hielt Robert dagegen.

„Keiner hat sie gefragt.“ Nils schnaubte verächtlich. „Sie war scharf auf das Mandat meines Vaters.“ Ernst sah er Robert an. „Ich muss dich vor dieser Frau warnen. Sie ist nämlich vor allem eins: publicitygeil!“

Barbara hatte nicht lockergelassen und Frau Zwick zum Essen ins Fürstenhof-Restaurant eingeladen.

„Wenn Sie irgendetwas wissen … Dass Frau Doktor Löwenstein mit nicht ganz legalen Mitteln arbeitet oder so etwas …“ Vertraulich lächelte Barbara die Anwältin an. „Als Nebenklägerin möchte ich ungern kalt erwischt werden. Und ich wäre immer noch sehr dankbar, wenn Sie mich vertreten würden. Wegen Ihrer Qualifikation …“ Nun war Frau Zwick endgültig weichgekocht.

„Aber das bleibt unter uns“, begann sie. Barbara nickte feierlich. „Es geht das Gerücht – und an so etwas ist immer etwas Wahres dran –, dass sie sich mehr oder weniger nach oben geschlafen hat.“

„Ist das denn überhaupt möglich?“, fragte Barbara neugierig. „Unter Juristen?“

„Das kommt in jeder Branche vor“, stellte Frau Zwick fest. „Sie kennen doch die Männer. Und nicht alle sind Adonisse, wenn Sie verstehen.“ Barbara lachte amüsiert. „Deswegen hat sie so manchen, sagen wir, in der Hand. Da ist dann durchaus eine Information drin, vielleicht sogar ein Richterspruch …“ Aber beweisen konnte man Nadja Löwenstein natürlich nichts. „Wie gesagt, alles nur Gerüchte“, fuhr Frau Zwick fort. „Angeblich hat sie auch ihre Doktorarbeit nicht ganz allein geschrieben. Oder glauben Sie im Ernst, dass so eine ganz allein ohne Hilfe ein summa cum laude hinbekommt?“

„Dann hat ihr jemand die Arbeit geschrieben?“, forschte Barbara weiter.

„Wenn es stimmt, was geredet wird, kennen Sie denjenigen. Recht gut, sogar.“ Götz! Götz Zastrow sollte Nadja Löwenstein bei der Doktorarbeit geholfen haben.

Robert erzählte seinen Eltern, dass Nils Heinemann ihn vor Nadja Löwenstein gewarnt hatte.

„Jeder gute Anwalt ist in gewisser Weise auch ein Selbstdarsteller“, sagte Werner.

„Wenn sie allerdings nur darauf bedacht ist, die Werbetrommel für sich zu rühren …“, wandte Charlotte ein.

„Etwas Besseres könnte uns gar nicht passieren“, fiel der Senior ihr ins Wort. „Das Ganze bringt Frau Löwenstein doch nur etwas, wenn sie den Fall gewinnt.“ Das leuchtete Robert natürlich ein. „Mach dich nicht verrückt. Die Frau weiß, was sie tut. Und Felicitas Strehle hält sie auch für eine äußerst fähige Strafverteidigerin.“ Charlotte hatte dennoch Angst, dass Frau Löwenstein übers Ziel hinausschießen könnte. „Ach was!“, winkte Werner ab. „Die Frau ist knallhart, ja. Genau so jemanden brauchen wir jetzt.“

„Ich bin unschuldig“, erklärte Robert nun. „Und damit keiner, der selbst Dreck am Stecken hat und deswegen wen engagiert, der über Leichen geht.“ Charlotte verstand die Zweifel ihres Sohnes. Aber Werner schüttelte nur den Kopf.

„Robert steht unter Mordverdacht!“, ereiferte er sich. „Alles spricht gegen ihn! Da kann er tausendmal unschuldig sein – Barbaras Tricksereien haben ihn in den Fokus gestellt.“ Er war sich sicher, dass Frau Dr. Löwenstein die Richtige war, um Robert aus dieser schrecklichen Geschichte rauszuboxen. „Verlasst euch auf mich. Nur dieses eine Mal.“

Eva klopfte abends an die Tür der Dachkammer. Lena öffnete ihr.

„Ist Markus da?“, fragte Eva verhalten. Lena ließ sie vorbei und verabschiedete sich dann schnell. Sie war heute mit André verabredet.

„Ich habe dir etwas mitgebracht.“ Eva legte vor Markus ein Geschenk auf den Tisch.

„Was ist das?“, erwiderte er reserviert.

„Mach’s auf.“ Er zögerte, tat dann aber, wie ihm geheißen. In dem Geschenkpäckchen befand sich ein Bergsteigergurt.

„Was soll ich damit?“

„Du wolltest doch mit mir aufs Matterhorn?“ Er nickte langsam. „Wenn du wieder gesund bist, machen wir das.“ Aufmunternd lächelte sie ihn an. Er bemühte sich, ihr Lächeln zu erwidern. Dann drehte er den Gurt in seinen Händen.

„Ohne Gurt – und ohne doppelten Boden“, murmelte er und blickte Eva dann an. „Gegen den Tumor hilft mir das Ding leider nicht.“ Sie wollte nach seiner Hand greifen, aber er zog sie weg. „Und als Robert Saalfeld mir gesagt hat, dass du für ihn aussagst … dich seinetwegen selbst belastest … Ich kann die ganze Zeit an nichts anderes denken …“ Er machte eine lange Pause. „Als dass ich bald sterben könnte“, fuhr er schließlich fort. „Und ihr dann wieder ein Paar werdet.“ Eva schluckte, schüttelte dann aber den Kopf. „Versteh mich nicht falsch – ich möchte, dass du glücklich wirst. Nur …“

„Hör auf. Bitte!“ Ein Flehen lag in ihrer Stimme.

„Ich muss mir darüber Gedanken machen“, verteidigte er sich.

„Ich mache die Aussage, für Robert, ja, aber …“ Sie kniete sich vor Markus hin. „Mit wem bin ich zusammen? Mit dir. Und du wirst nicht sterben. Das weiß ich.“ Innig sah sie ihm in die Augen. „Wir werden noch viele Jahre zusammen sein. Glücklich. Ich weiß, dass es so ist. Weil ich dich liebe. Und weil es gar nicht anders sein darf.“ Ihre Worte berührten ihn. Und er spürte, dass ihre Liebe zu ihm echt war. Langsam beugte er sich vor und küsste sie zart. Eva erwiderte seinen Kuss.

2. KAPITEL

Lena wartete im Personalraum auf André. Hildegard Sonnbichler kleidete sich dort gerade für die Spätschicht um.

„Wann kommt Ihr Mann denn wieder aus der Reha?“, fragte Lena.

„Hoffentlich bald.“ Hildegard seufzte. Sie vermisste Alfons ganz schrecklich.

„Ich finde das toll, was Sie geschafft haben“, meinte Lena. „Heute, also in meiner Generation, ist es kaum noch möglich, so lange zusammenzubleiben.“

„Früh gefreit, nie gereut“, bemerkte Frau Sonnbichler lächelnd.

„Dafür ist man viel zu sehr mit Karriere und Ähnlichem beschäftigt“, fuhr Lena fort.

„Immerhin feiert Ihr Lebensgefährte demnächst Silberhochzeit.“ Lena stutzte, musste dann aber lachen: Hildegard spielte auf Andrés fünfundzwanzigjähriges Küchenjubiläum an. „Ich bin gespannt, was er sich da einfallen lässt. Würde mich wundern, wenn er sich nicht ganz groß feiert.“

„Und Großvater wird er noch dazu.“ Hildegard freute sich von Herzen, zu hören, dass Maike und Simon ein Baby erwarteten.

„André und Opa … Ich hätte eher darauf getippt, dass er selbst noch mal Vater wird.“ Sie warf Lena ein freundliches, leicht forschendes Lächeln zu.

„Mit mir? Nein, wirklich nicht.“ Lena hatte sich über Kinder noch keine großen Gedanken gemacht. „Ich weiß allerdings, dass André fürchtet, ich könnte doch Torschlusspanik haben.“

„Ein paar Jahre haben Sie noch“, lachte Frau Sonnbichler. Lena war ja noch so jung.

„Ja, aber er …“ In diesem Augenblick kam André herein. Und wollte natürlich sofort wissen, wobei er die Damen gestört hatte. Lena spielte das Gespräch mit Hildegard herunter. Und Frau Sonnbichler gratulierte ihm dazu, dass er Opa wurde. Gequält verzog André das Gesicht. Natürlich freute er sich darüber, dass Simon ein Kind bekam. Aber dass er selbst damit automatisch zum Großvater wurde – damit konnte er noch immer sehr schlecht umgehen.

Stundenlang hatte Barbara Götz’ Unterlagen durchwühlt. Und schließlich war sie fündig geworden: „Suggestivfragen in Indizienprozessen“ lautete der Titel von Nadja Löwensteins Doktorarbeit, die Götz in einem Aktenkoffer verwahrt hatte. Entschlossen schlug Barbara die erste Seite auf.

Am nächsten Morgen deckte Michael für Debbie und sich den Frühstückstisch. Debbie saß schon auf der Couch und schrieb etwas in ein Notizbuch.

„Was schreibst du da eigentlich?“, fragte er freundlich.

„Interessiert dich sowieso nicht“, knurrte sie.

„Sonst würde ich nicht fragen.“ Sie musterte ihn und erklärte dann nach einem kurzen Zögern, dass sie ein Traumtagebuch führte.

„Ich notiere alle Träume, an die ich mich erinnern kann. Alle Details, samt der möglichen Interpretationen.“ Damit stärkte man das eigene Traumbewusstsein. Michael machte ein skeptisches Gesicht und wechselte dann das Thema.

„Hast du eigentlich was von Jessica gehört?“ Debbie verneinte.

„Ich habe dir doch erzählt, sie ist mit Mike weggefahren“, sagte sie dann. Mike war der neue Freund ihrer Mutter. „Wahrscheinlich hat sie mal wieder ihr Cell Phone vergessen.“

„Dann können wir sie doch auf Mikes Nummer anrufen“, schlug Michael vor.

„Die habe ich nicht.“ Er stutzte. Debbie hatte die Nummer von Jessicas Freund nicht? „Ruf Mom nicht an“, bat Debbie da und wand sich unter seinem fragenden Blick. „Wir verstehen uns gerade nicht besonders.“

„Bist du deswegen hier?“, bohrte er nach. „Was ist los?“

„Nichts!“, behauptete sie. „Ich wollte dich einfach sehen. Wenn ich gewusst hätte, dass du dich nicht freust …“

„Natürlich freue ich mich!“ Er hatte nur das Gefühl, dass seine Tochter ihm etwas verheimlichte.

„Na toll. Du findest mich gaga, überspannt, glaubst mir nicht …“ Sie erhob sich von der Couch. „Da wäre ich wohl besser drübengeblieben.“ Ohne ein weiteres Wort rauschte sie hinaus und ließ einen überrumpelten Michael zurück.

Im Park lief Debbie Xaver in die Arme, und der bemerkte sofort, dass sie Tränen in den Augen hatte. In ihrer Not schüttete sie ihm das Herz aus.

„Ich habe mich mit Dad gestritten“, schniefte sie. „Völlig grundlos, eigentlich. Erst ging es um meine Mutter, dann um mich …“

„Er macht sich eben Sorgen“, meinte Xaver und lächelte sie aufmunternd an. „Ist doch schön, wenn man jemandem nicht total egal ist. Sogar bei Eltern.“

„Mit Mom verstehe ich mich schon länger nicht mehr“, erzählte Debbie traurig. „Ihr derzeitiger Lover ist ein echter …“ Sie hielt inne. Ihr Vater war allerdings wirklich in Ordnung. „Das Problem ist, wer sich hier um wen Sorgen machen müsste. Ich träume seit ein paar Wochen, dass ihm etwas zustößt. Ein schwerer Unfall oder …“ Sie hatte alles in ihr Traumtagebuch geschrieben. Und sie war sich sicher, dass sie die Einzige war, die Michael beschützen konnte.

„Aber es war doch nur ein Traum!“ Xaver konnte nicht fassen, dass Debbie das alles so ernst nahm.

„Ich weiß, dass meinem Dad etwas Schlimmes passieren wird“, beharrte sie stur. „Und ich muss ihn retten.“

„Ich an deiner Stelle fände es wichtiger, dass du im Hier und Jetzt mit ihm klarkommst.“ Aber Michael war nun einmal Mediziner – für ihn zählten beweisbare Fakten.

„Meine Träume hält er für Hokuspokus“, klagte Debbie, die spürte, dass Xaver die Lage kaum anders beurteilte als ihr Vater. „Und wenn ich mit ihm rede … Am Ende denkt er noch, ich wäre verrückt. Und schickt mich zurück in die USA.“ Und das wäre eine richtige Katastrophe. Wie sollte sie denn dann noch auf Michael aufpassen?

Eva kam ein wenig zu spät, um Robert bei Valentina abzuholen – sie hatte Markus noch in die Klinik gebracht. Natürlich hatte Robert dafür vollstes Verständnis. Und er entschuldigte sich bei Eva, dass er sich gestern Markus gegenüber verplappert hatte.

„Ich dachte, er wüsste davon.“ Bemüht locker winkte sie ab. „Ich wollte nicht, dass ihr wieder meinetwegen streitet.“

„Es gab keinen Streit“, schwindelte Eva.

„Wirklich nicht?“ Sie konnte seinem Blick nicht standhalten.

„Und selbst wenn es so wäre …“, sagte sie leise.

„Was geht es mich an?“, ergänzte er traurig. Es war so schwer für sie beide. Dabei wollten sie nichts anderes, als zusammen zu sein und ihre Liebe zu leben. Aber die Umstände ließen es einfach nicht zu. Es war zum Verrücktwerden!

Nadja Löwenstein wartete unterdessen schon im Restaurant auf Robert. Da erschien Barbara von Heidenberg plötzlich an ihrem Tisch. Nadja forderte sie auf zu verschwinden, doch Barbara zog Nadjas Doktorarbeit aus ihrer Tasche und legte sie vor die Anwältin hin.

„Suggestivfragen in Indizienprozessen“, sagte sie. „Hochinteressantes Werk.“ Nadja schluckte. „Der wackere Götz …“, säuselte Barbara weiter. „Wollte die Arbeit wahrscheinlich aus lauter Sentimentalität nicht wegwerfen.“

„Er hat mir dabei geholfen“, erklärte Nadja. „Warum hätte er sie wegwerfen sollen?“

„War es nicht eher eine romantische Erinnerung?“, spottete Barbara. „Götz hat die Arbeit anscheinend Tag und Nacht bei sich getragen.“

„Was wollen Sie?!“ Die Stimme der Anwältin war auf einmal scharf geworden.

„Wir sollten uns über Ihre Doktorarbeit unterhalten“, antwortete Barbara mit einem süßlichen Lächeln und begann, die Arbeit durchzublättern. „Für mich als Laien ein beeindruckendes Werk. Allerdings mit einem kleinen Schönheitsfehler – mehr als die Hälfte davon stammt nicht aus Ihrer Feder. Aber das wissen Sie selbst ja am besten.“ Frau Löwenstein war sichtlich unter Druck geraten.

„Das ist eine lächerliche Unterstellung!“, zischte sie.

„Lächerlich?“, spottete Barbara. „Die Hälfte Ihrer Arbeit ist abgekupfert, wortwörtlich abgeschrieben.“ Sie hatte das mit der entsprechenden Software im Internet überprüft.

„Zitate“, behauptete Nadja. „Völlig üblich.“

„Ohne Quellenangabe?“ Barbara grinste nun breit. „Wenn das rauskäme … Den Doktortitel wären Sie jedenfalls los. Wahrscheinlich auch Ihre Lizenz, oder?“

„Und jetzt verlangen Sie, dass ich mein Mandat zurückziehe?“, fragte Frau Löwenstein in geschäftlichem Ton.

„Wo denken Sie hin?“ Barbara lachte auf. „Meine Chancen, den Prozess gegen Robert in die Richtung zu lenken, die mir gefällt, sind viel größer, wenn seine Anwältin auf meiner Seite ist.“

„Niemals!“, wehrte Nadja ab.

„Es liegt an Ihnen, wie die Sache ausgeht.“ Barbara steckte die Doktorarbeit wieder ein. „Für Sie.“ In diesem Moment stürzte Robert an den Tisch.

„Was will diese Person hier?“, keuchte er. „Werden Sie von ihr bedroht?“

„Frau Löwenstein und ich haben uns lediglich unterhalten“, behauptete Barbara von oben herab. Fragend sah Robert seine Anwältin an.

„Keine Ahnung, was diese Frau von mir will“, log Nadja. Barbara schmunzelte zufrieden. Sie war sich sicher, sie hatte diese Strafverteidigerin dort, wo sie sie haben wollte.

„Du störst!“, giftete Robert sie nun an.

„Wie immer ein Ausbund an Freundlichkeit, Ihr Mandant“, sagte Barbara zu Nadja. „Aber daran werden Sie sich gewöhnen müssen. Ich denke, wir haben sowieso alles Wichtige besprochen.“ Damit stöckelte sie davon.

„Was meint sie damit?“ Roberts Miene war voller Argwohn.

„Ich denke, sie wollte sehen, ob ich eine ernst zu nehmende Gegnerin bin“, erwiderte Nadja, die das Thema nun schnell wechseln wollte. „Aber jetzt ist sie weg. Und wir sollten uns an die Arbeit machen.“

„Ich würde vorher gern noch etwas anderes mit Ihnen besprechen.“ Unbehaglich sah Robert sich um. „Allerdings nicht hier, in der Öffentlichkeit.“

Irritiert war Nadja Robert in die Saalfeld’sche Privatwohnung gefolgt. Nun saß sie am Wohnzimmertisch und wartete auf das, was er ihr zu sagen hatte.

„Ich hatte eigentlich einen guten Eindruck von Ihnen“, begann er. „Bis mir Nils Heinemann erzählt hat, Sie möchten seinen Vater vertreten …“

„Was ist daran falsch?“, wunderte sich die Anwältin.

„Der Mann ist ein unverbesserlicher Verbrecher“, antwortete Robert.

„Selbst wenn das stimmt – wo ist das Problem? Wir leben in einem Rechtsstaat.“ Jeder durfte sich hier einen Anwalt nehmen – davon lebte Nadja nun einmal.

„Es geht Ihnen aber nicht um Ihre Mandanten“, erwiderte Robert provozierend. „Sie suchen publicitywirksame Fälle!“

„Sie meinen, ich würde mich auf Ihre Kosten profilieren?“ Er bejahte. Auf seine und auf Eva Krendlingers Kosten.

„Und das möchte ich nicht“, fügte er noch hinzu.

„Wieso nehmen Sie eigentlich wie selbstverständlich an, dass es auf Ihre Kosten geht?“, fragte Nadja nun. „Ich achte auf meinen Ruf, genau wie Sie. Verwerflich wäre das nur, wenn die mediale Aufmerksamkeit der einzige Grund wäre, Sie zu verteidigen. Wenn ich Ihnen damit aber genauso helfe wie mir …“

„Ich möchte nicht Teil eines Schauprozesses werden“, unterbrach er sie.

„Gut. Reden wir Tacheles.“ Ernst sah sie ihm ins Gesicht. „Publicity nützt mir nur, wenn ich gewinne, also will und muss ich gewinnen. Das kann ich aber nur, wenn Sie mir vertrauen. Falls nicht, haben Sie jederzeit das Recht, mich von meinem Mandat zu entbinden.“ Diese klare Ansage gefiel Robert sichtlich. Und dass Sie sofort bereit dazu war, sein Mandat abzugeben, überzeugte ihn restlos. Sie war doch die Richtige für seinen Fall!

„Frau Löwenstein gibt offen zu, dass es ihr um Publicity geht“, berichtete Robert kurz darauf seiner Mutter. „Natürlich sucht sie den Erfolg. Und ist froh, wenn darüber auch berichtet wird. Aber sie wollte das Mandat sofort aufgeben, wenn ich das nicht genauso sehe. Genau deshalb hat Papa recht: Sie ist diejenige, die mich da rausboxen kann!“ Charlotte freute sich, ihren Sohn endlich wieder einmal zuversichtlich zu erleben.

Keiner von beiden ahnte, dass Frau Löwenstein genau in diesem Moment schon in Barbaras Wohnung stand. Barbara wollte ihr etwas zu trinken anbieten, aber die Anwältin lehnte ab.

„Lassen wir das Geplänkel. Was kostet es, damit Sie schweigen?“ Barbaras Mund verzog sich zu einem breiten Grinsen.

„Sie gehen immer direkt auf Ihr Ziel los“, stellte sie fest. „Aber ich muss Sie enttäuschen: Geld interessiert mich nicht.“

„Sondern?“, fragte Nadja.

„Es geht um Ihren Mandanten Robert Saalfeld.“ Barbara wollte Einblick in Nadjas Schriftwechsel mit dem Gericht. „Und außerdem ein paar Informationen zu Ihrem Verteidigungskonzept.“ Sie erwartete gar nicht, dass Frau Löwenstein ihre Strategie änderte oder abschwächte. Sie wollte nur über alles auf dem Laufenden gehalten werden.

„Wenn ich Ihnen diese Informationen zukommen lasse – damit riskiere ich meine Zulassung.“

„Im Gegenteil“, spottete Barbara. „Sie retten sie!

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