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Ein FAS(D) perfektes Schulkind

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ie Fetale Alkohol-Spektrumstörung (Fetal Alcohol Spectrum

Disorder, FASD) kann beim Baby entstehen, wenn die Mut-

ter in der Schwangerschaft alkoholische Getränke konsumiert hat. Nicht alle ungeborenen Kinder werden dann geschädigt, aber etwa 40 Prozent der Kinder erleiden körperliche und/oder geistige dauerhafte Entwicklungsstörungen. Diese Störungen der betroffenen Kinder fallen besonders in der Schule schnell auf:
Im Unterricht stören die Kinder mit FASD oft. Sie sind unkon-zentriert und können auch die Regeln nicht gut einhalten. Sie rufen in die Klasse, bleiben nicht an ihrem Platz, sind leicht abge-lenkt und schauen, was die Mitschüler machen, statt die eigenen Aufgaben anzugehen. Ihr Schulmaterial ist nicht am Platz, es ist vielleicht vergessen, manchmal verloren. Die „Selbstorganisati-on“ zu Unterrichtsbeginn ist verlangsamt, das falsche Heft liegt auf dem Tisch, die Arbeitsblätter sind zerknittert, verschmutzt, in den falschen Mappen …
Die betroffenen Kinder haben ein schlechtes Gedächtnis. Sie vergessen Lerninhalte schnell wieder, auch Regeln im Unter richtsalltag beherrschen sie nicht sicher. Schnell gelten sie als faul oder frech. Von ihren Lehrkräften, aber auch von ihren Mit schülern erfahren sie bald viel Kritik oder Ablehnung.
Dieses Bilderbuch ist primär für Kinder mit FASD gedacht. Im Bil derbuch „FAS(D) perfekt“ hat Mo, ein Junge mit FASD, sich und
seinen abenteuerlichen Alltag bereits vorgestellt. Kinder mit FASD erfahren: „Der ist ja wie ich!“ „Genau das passiert mir auch
immer!“ Mo ist – auch dank der verständnisvollen Erwach-senen, die ihn umgeben – ein selbstbewusster, fröhlicher Junge geworden. Wie Mo nun durch den schulischen Alltag geht, ist sicher ebenso spannend zu sehen – vor allem für andere Kinder mit FASD. Mo kann ihnen in der Zuversicht, mit der er seinen Schultag zu meistern sucht, ein Vorbild sein.
Der Text im zweiten Buchteil richtet sich vor allem an Lehrkräfte, die vor dem Kind mit FASD in ihrem Klassenraum und auf dem Pau-senhof etwas ratlos stehen. Vielleicht zweifeln sie am Charakter des Kindes, vielleicht am eigenen pädagogischen Bemühen. Doch auch, wenn das Kind mit FASD für große Schwierigkeiten im schulischen Alltag sorgt, sind die geeigneten pädagogischen Zugänge oft eher einfach. Weniger leicht „mitzunehmen“ sind vielleicht zwei zentrale Gedanken zum FASD-Kind in der Schule. Erstens: „Nein, das Kind macht das nicht in böser Absicht, auch wenn es ganz genau so aussieht.“ Zweitens: „Damit alles besser läuft, muss ich als Lehrkraft eines Kindes mit FASD etwas mehr als sonst selbst gestalten, strukturieren und beaufsichtigen.“ Einige Ideen, die in die geeignete Richtung weisen, werden im zweiten Buchteil vorgestellt.
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allo, ich bin Mo. Ich habe FASD. Ich bin nicht
anders als die anderen, ich bin perfekt!

In der Schule habe ich manchmal gute Laune und
manchmal schlechte Laune.

Davon erzähle ich euch heute.

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