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Ein Cowboy für zwei

Inhalt

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Ein Cowboy für zwei Cari Quinn
  5. Kleinstadt-Schönheit Lissa Matthews
  6. Raneys letzter Ritt Chaparitta
  7. Ladys lieben Jungs vom Land Cat Johnson
  8. Unsere Empfehlungen

Delilah Devlin (Hg.)

EIN COWBOY
FÜR ZWEI

und andere erotische Cowboy-Storys

Aus dem Englischen von
Jaqueline Arnold

Ein Cowboy für zwei
Cari Quinn

»Du bist wirklich bereit, mir deinen Mann zu überlassen?«

Danica Connor legte das Messer zur Seite, mit dem sie gerade Selleriestangen geschnitten hatte. »Col, er ist nicht mein Mann. Wir haben nicht miteinander geschlafen.« Noch nicht. In ihren Worten schwang ein klares Noch nicht mit, zumindest wenn es nach Jacks Willen ging. »Ich dachte da an einen One-Night-Stand. Nur damit du etwas Dampf ablassen kannst und dich daran erinnerst, dass du unter den Nadelstreifen noch eine Frau bist.«

Colleen, die auf der Kücheninsel saß, sah auf ihre Kleidung und grinste. »Kann keine Nadelstreifen sehen.«

Danica warf ihrer Schwester einen Blick zu und grinste zurück. Nein, Colleen sah definitiv nicht wie eine angehende Wirtschaftsprofessorin aus, wie sie da so mit den Beinen baumelte. Sie trug Shorts aus abgeschnittenen Jeans über ihren gebräunten Schenkeln und obenherum zwei kleine pinkfarbene Dreiecke, die, mit Bändern verbunden, kaum die Gaben der Natur verdeckten. Zwei honigblonde Zöpfe fielen ihr über die Schultern.

Danica sah auf ihr eigenes Outfit hinab – eine alte Arbeitshose und ein T-Shirt mit einem Loch in der Achselhöhle. Auch wenn die Frauen genau gleich aussahen, schien Col alle Sexyness für sich gepachtet zu haben. »Was mir recht gibt. Es wäre ein großartiger Zeitpunkt, um sich mit Jack zu treffen.«

Danica hob die Hand, um ihr Haar aus dem strengen Dutt zu befreien. Sie hatte den ganzen Nachmittag über die Pferdeställe ausgemistet und fand, dass sie nach Stroh und Schlamm und Schlimmerem roch. Eine lange, heiße Dusche würde all ihre Beschwerden lindern, nur nicht das störende Gefühl zwischen ihren Schenkeln, das sie stets überfiel, wenn ihr freundlicher Nachbar Jack Benton herüberkam, um ihr mit der neu übernommenen Farm zu helfen. Jack bot seine Unterstützung an, und normalerweise erhielt er für seine Mühen ein Glas eiskalte Limonade und einen netten kleinen Flirt.

Doch an diesem Abend war Danica danach, ihm etwas vollkommen anderes zu geben.

»Warum solltest du ihn mit mir teilen wollen?«

»Hey, hey, ihn teilen?« Danica warf etwas Stroh zur Seite, das sich in ihrem Haar verfangen hatte. »Wie kann ich etwas teilen, das mir nicht gehört?«

Colleen hatte offensichtlich eine andere Auffassung von Danicas Beziehung zu Jack als sie selbst. Sie flirteten lediglich miteinander und lernten sich besser kennen.

Sie verbrachten nur Woche für Woche Stunden damit, gemeinsam auszureiten, sich um die Tiere zu kümmern und das Land zu bearbeiten. Gelegentlich hielten sie Händchen und tauschten kurze, rauchige Küsse aus, die umso besser schmeckten, weil sie Jack nie weitergehen ließ.

Nichts war wirkungsvoller als Selbstverleugnung, wenn es darum ging, die Flammen der Leidenschaft anzufachen – oder fast so etwas wie einen Waldbrand der Leidenschaft heraufzubeschwören, wie nach dem Lippen- und Zungenspiel des vergangenen Abends.

»Ich weiß nur, dass ich seit zwei Tagen hier bin, und jedes Mal, wenn er vorbeikommt, wirst du rot und kicherst wie ein Schulmädchen. Du hast mich ihm kaum vorgestellt, bevor du mich zum Mistschaufeln geschickt hast.« Colleen griff nach einer Stange Sellerie, bevor Danica sie in Stücke schneiden konnte. »Und nun sagst du mir, dass es okay ist, wenn ich ihn mir schnappe. Da stimmt doch was nicht.«

Danica griff nach der Plastikschüssel mit dem Hühnersalat, den sie für den Abend vorbereitete. Seit sie nach Hause zurückgekehrt war, um die Ranch ihrer verstorbenen Eltern zu übernehmen, aß sie wieder ordentliches Essen statt des Fertigmülls, den sie früher in der Stadt nach langen Fotosessions heruntergeschlungen hatte. Und das gefiel ihr.

Nach dem unerwarteten Tod ihres Vaters war sie nach Hause zurückgekommen, um ihre Möglichkeiten durchzuspielen: Entweder konnte sie die Ranch übernehmen, die für die Verhältnisse in Laurel Creek, Colorado, klein war, aber für ein Mädchen, das in der Stadt lebte, doch ganz schön groß. Oder sie konnte sie zum Verkauf anbieten. Colleens Scheidung hatte Danica auf Idee gebracht, dass die beiden Frauen sich gemeinsam um die Ranch kümmern könnten, doch Colleen hatte kein Interesse daran, auf dem Land zu arbeiten. Nach nur wenigen Wochen war sie nach Nevada zu ihren Sommerkursen zurückgekehrt. Nun, da es beinahe Herbst war, ließ sie sich für einen kurzen Wochenendbesuch blicken.

Noch vor wenigen Monaten hätte sie sich über Colleens mangelnde Hilfe geärgert, doch inzwischen hatte Danica ihren Rhythmus dem Leben auf dem Land angepasst und nicht mehr das Gefühl, sie könnte jeden Moment untergehen. Mit der Unterstützung einiger Nachbarn und mit Jacks Hilfe kam sie sogar recht gut zurecht.

So gut sogar, dass sie Vorbereitungen getroffen hatte, um im Oktober einen Fotojob in Chicago annehmen zu können. Für einen ganzen Monat. Falls hier mit den jungen Männern, denen sie die Ranch anvertraute, alles gut ging, könnte sie dann noch mehr solcher Jobs annehmen.

Das war ihr Leben. Ihr richtiges Leben, keines, das nur aus häuslicher Langeweile mit Jack bestand und nur darin gipfelte, Babys herauszupressen, Popos abzuwischen und sich den Hintern auf einer selbst gebauten Kinderschaukel platt zu sitzen. Er hatte über nichts davon je mit ihr gesprochen, doch Danica sah all diese Dinge wie mit unsichtbarer Tinte auf seine braun gebrannten Schultern tätowiert.

»Ich habe nicht gesagt, dass du allein mit ihm schlafen sollst. Ich habe vorgeschlagen, dass wir heute Abend etwas Spaß haben sollten, bevor du zurück nach Vegas fährst.« Danica ließ die Selleriestücke in den Hühnersalat fallen, sah zu ihrer Schwester und zog eine Augenbraue hoch. »Erinnerst du dich an die Highschool?«

Zu Danicas Überraschung errötete Colleen. »Das ist eine Ewigkeit her. Für so was sind wir zu alt.«

»Wir sind erst sechsundzwanzig«, erinnerte sie Danica und fragte sich, ob Colleen vielleicht doch recht hatte.

Bis zu diesem Nachmittag hatte sie nie daran gedacht, es noch einmal auf die wilde Tour zu probieren. Jack war vorbeigekommen und hatte ihr ein paar Ohrringe mit Mondsteinen geschenkt, über die er in einem Laden in der Stadt »gestolpert« war. Dann hatte er sie für den kommenden Freitag zum Abendessen ins einzige Restaurant eingeladen, das in Laurel Creek diese Bezeichnung wirklich verdiente.

Erst in fast einer Woche also. Beinahe so, als würde er ihr den Hof machen.

Sie mochte Jack. Sehr. Zu sehr vielleicht, denn sollte ihr Fotografenjob im Oktober gut laufen, würde sie alle paar Monate zu weiteren Trips dieser Art aufbrechen. Sie war niemand für eine langfristige Beziehung. Sie wollte es auch gar nicht sein. Nachdem sie sich so jung gebunden hatte und für so lange – und wofür überhaupt? –, wollte sie ihre Freiheit. Es war das Beste für Jack, wenn er gleich von Anfang an Bescheid wusste, wie sie darüber dachte.

Sex? Sicher. Flirten, reden, sich einen Film anschauen. Aber dass sie hier zu ihren Wurzeln zurückgekehrt war, bedeutete nicht, dass sie sich mit einem Mann niederlassen wollte. Jedenfalls jetzt noch nicht. Und vielleicht auch niemals.

»Ja, aber ich bin inzwischen geschieden«, sagte Colleen. »Und du bist … nun ja, du und Steve –«

»Geschieden bedeutet, ein Single zu sein, richtig?« Sie wartete auf Colleens zögerndes Nicken. »Und Steve ist frisch verheiratet, womit er nicht mehr mein Problem ist. Also warum tun wir es nicht einfach?« Sie fluchte, als sie sich den Daumen an der scharfen Unterkante des Schüsselrands schnitt. »Nur zum Spaß, Col. Ein paar Orgasmen, und dann fährst du morgen nach Hause, und ich werde …«

»Was?«, fragte Colleen und biss in den Sellerie.

»Mein Leben genießen«, beendete Danica den Satz und griff nach einer Gabel, um den Salat zu probieren. Sie kaute einen Bissen und nahm dann die kleine Schüssel mit den Schinkenstückchen, die sie zur Seite gestellt hatte. Nachdem sie den Inhalt in den Salat geschüttet hatte, kostete sie erneut.

Yep, keine Frage. Mit Schinken schmeckte alles besser.

»Hühnersalat machen und stricken.« Colleens Grinsen wurde breiter, als Danica ausholte, um sie in den Oberschenkel zu boxen. »Und dazwischen dein Landlust-Dreier.«

»Es liegt bei dir. Wenn du nicht magst, kann ich das verstehen. Es ist ja nicht so, dass Jack wüsste, was ich im Sinn habe.«

»Richtig, was ist mit Jack? Woher weißt du, dass er dir nicht die Tür vor der Nase zuschlägt?«

Danica rührte ihren Salat ein letztes Mal um und griff dann nach der Klarsichtfolie. »Hmm. Blonde, sonnengebräunte Zwillinge, die kaum etwas anhaben und auf seiner Ranch auftauchen, um ihm eine Ganzkörpermassage anzubieten. Was glaubst du, was er tun wird?«

Colleen seufzte. »Ich dachte immer, ich wäre der böse Zwilling.«

»Das ist nicht böse. Ganz im Gegenteil. Wir wollen ihm doch zeigen, wie gut wir sein können.« Danica grinste. »Es handelt sich sozusagen um Nachbarschaftshilfe, wenn man es richtig betrachtet.«

Und das Beste an der Sache war, dass Jack dann wissen würde, dass sie etwas Ernstes nicht interessierte. Wenn sie ihn Sex mit ihrer Schwester haben ließ, war die Botschaft doch glasklar, oder nicht? Außerdem würde Colleen dann vielleicht nicht mehr so trübselig aussehen, wenn sie etwas richtig Verrücktes tat. Seit ihrer Scheidung drehte sich ihr Leben nur um die Arbeit und die Schule. Ausschließlich darum.

Sie brauchten alle eine wilde Nacht. Sie jedenfalls brauchte es ganz sicher. Besonders wenn es bedeutete, dass Jack endlich begriff und aufhören würde, ihr Nelken zu bringen, als wäre sie sein Highschool-Schwarm.

»Du bist verrückt, Dani.«

»Du weißt, dass du es lieben wirst. Also, wie ist deine Antwort? Bist du dabei oder nicht?«

Colleen schüttelte lächelnd den Kopf. »Wir sind keine sechzehn mehr.«

»Gott sei Dank. Aber wir können diesen Cowboy immer noch reiten, dass er es niemals vergessen wird.« Danica tippte mit der Gabel gegen ihre Lippe. »Komm schon. Er ist verdammt heiß.«

»Stimmt.« Colleen seufzte und spielte mit einer Haarlocke. Danica wusste, dass ihre Schwester an Jacks schokoladenbraune Augen dachte und sein zerzaustes braunes Haar mit den blonden Spitzen. Lang, aber nicht zu lang – gerade genug, um die Hand darin zu vergraben. Und sein Körper?

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