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Eifersüchtige Rivalen

1. KAPITEL

„Du willst Maxim heiraten?“ Fassungslos starrte Barbara von Heidenberg ihre Stieftochter an.

„Du hast richtig gehört“, erwiderte Miriam kühl. „Ich werde die Frau von Maxim Klinker-Emden.“

„Das geht nicht“, keuchte Barbara und sprang von ihrem Sessel auf. Nach Luft ringend taumelte sie Richtung Bad.

„Mama, was ist?“, rief Miriam besorgt.

Plötzlich sackte Barbara mit einem Röcheln in sich zusammen.

„Um Himmels willen!“ So schnell sie konnte, rollte Miriam auf sie zu. Aber es gelang ihr nicht, sich zu der Ohnmächtigen hinunterzubeugen. Hektisch griff sie zum Telefon und wählte die Nummer der Rezeption. Alfons Sonnbichler versprach, sofort den Notarzt zu rufen.

Miriam konnte nicht wissen, dass Barbara sie die ganze Zeit mit offenen Augen beobachtete. Und es nun an der Zeit fand, die Show zu beenden.

„Wo … wo bin ich?“, stöhnte sie leise. „Was ist passiert?“

„Du bist ohnmächtig geworden“, erklärte ihre Tochter aufgeregt. „Herr Sonnbichler ruft schon den Arzt.“

„Danke“, flüsterte Barbara von Heidenberg und klang noch immer sehr geschwächt. „Aber es geht schon. Ich brauche keinen Arzt.“ Langsam rappelte sie sich wieder auf.

Als Werner hereinkam und hörte, was geschehen war, bettete er seine Freundin fürsorglich aufs Sofa.

„Soll ich dir einen Cognac holen?“, fragte er besorgt.

„Nein. Danke.“ Sie spielte noch immer die Benommene. „Es geht schon, wirklich. Ihr seid so lieb.“

„Ich fände es doch besser, wenn wir einen Arzt rufen“, wandte Miriam ein, aber ihre Mutter wollte nichts davon wissen.

„Was ist denn eigentlich genau passiert?“, wollte der Senior schließlich wissen.

Keine der beiden Frauen gab ihm eine Antwort. Barbara warf ihrer Tochter nur einen stummen leidenden Blick zu, dem Miriam nicht standhalten konnte. Wortlos fuhr sie mit ihrem Rollstuhl hinaus.

Kaum, dass sie den Raum verlassen hatte, setzte Barbara von Heidenberg sich auf. „Wie war das mit dem Cognac?“

Verblüfft starrte Werner sie an. „Du bist gar nicht krank?“

Sie grinste.

„Was ist denn so Schreckliches passiert, dass du eine Ohnmacht spielen musstest?“, wollte er wissen.

„Miriam will Maxim heiraten“, bemerkte sie knapp.

„Wundert mich, dass du nicht wirklich in Ohnmacht gefallen bist“, erwiderte er. „Aber wieso will sie ihn jetzt plötzlich …?“

„Irgendwas muss gestern bei der Bootsfahrt passiert sein“, überlegte sie laut und wirkte auf einmal sehr niedergeschlagen.

Werner trat zu ihr und schloss sie in seine Arme. „Mach dir keine Sorgen“, sagte er. „Aus dieser Heirat wird nichts. Mir fällt schon was ein.“

„Das hoffe ich“, entgegnete sie und schmiegte sich lasziv an ihn. Voller Begehren sah er ihr in die Augen.

Miriam hatte sich unterdessen direkt auf den Weg ins Restaurant gemacht. Maxim strahlte, als er sie bemerkte.

„Hey!“, rief er und gab ihr einen liebevollen Kuss. „Hast du dich von unserem Abenteuer ein bisschen erholt?“

„Noch nicht ganz“, entgegnete sie lächelnd.

„Ich auch nicht“, gab er zurück. „Schließlich habe ich vorher noch nie Schiffbruch erlitten. Und schon gar nicht mit einer klugen, wunderbaren Meerjungfrau …“

Stumm blickten die beiden einander in die Augen.

„Ich muss dir was sagen“, begannen sie dann gleichzeitig und mussten lachen.

„Du zuerst“, sagte Miriam.

„Nein, du.“

„Nein, du.“

„Okay“, gab Maxim sich geschlagen. „Wenn du darauf bestehst … Also wegen unserer Hochzeit …“

Erwartungsvoll wandte Miriam ihm ihr Gesicht zu. Sie hoffte von ganzem Herzen, dass er seinen Antrag wiederholen würde.

„Ich habe mir das noch einmal überlegt“, fuhr er stattdessen unsicher fort. „Es gibt gar keinen Grund, so eine Hektik zu veranstalten. Ich meine, wir haben doch noch Zeit genug …“

Nur mit Mühe gelang es ihr, ihre Enttäuschung zu verbergen.

„Es war egoistisch von mir, dich so zu drängen“, gab der Restaurantleiter selbstkritisch zu. „Das kam nur, weil ich dachte, es sind sowieso alle gegen uns …“

Sie nickte traurig.

„Das heißt nicht, dass ich dich nicht heiraten will“, setzte er hinzu. „Aber nicht so schnell …“ Erst jetzt bemerkte er, wie unglücklich seine Freundin wirkte. „War das jetzt falsch, was ich gesagt habe?“, wollte er wissen.

„Nein, nein“, winkte sie ab.

Eine verlegene Pause entstand.

„Was wolltest du denn?“, fragte er.

„Ungefähr dasselbe“, log sie. „Vielleicht mit etwas anderen Worten …“ Nun war es an ihm, sich seine Verletzung nicht anmerken zu lassen.

„Fünfzigtausend Euro …“, wiederholte Laura resigniert die Summe, die der Anwalt Dr. Holz ihr gerade genannt hatte. So viel würde sie aufbringen müssen, um ihren Freund bis zur Gerichtsverhandlung aus dem Gefängnis zu holen. „Und da kann man wirklich gar nichts machen?“

Der Anwalt lachte. „Ich glaube nicht, dass der Untersuchungsrichter mit sich handeln lässt“, erwiderte er. „Schließlich geht es um Mordverdacht.“

„Christian … Gregor könnte niemanden umbringen! Das weiß ich!“, platzte sie heraus.

„Sie lieben ihn“, bemerkte Dr. Holz. „Da ist Ihr Blick auf die Sache möglicherweise nicht ganz objektiv. Zumindest wird das Gericht so denken.“ Laura nickte niedergeschlagen. „Dazu kommt, dass Herr Bergmeister Verbindungen nach Mexiko hat“, fuhr Dr. Holz fort. „Da besteht natürlich erhöhte Fluchtgefahr.“

„Ich brauche also die volle Summe, damit er aus der Untersuchungshaft kommt“, seufzte sie.

„So sieht es aus.“

„Ich glaube aber nicht, dass ich so viel Geld auftreiben kann“, meinte sie verzweifelt.

„Was ist mit Ihrer Familie?“, schlug er vor. „Kann die Ihnen nicht helfen? Fünfzigtausend Euro dürften für die Saalfelds doch kein unüberwindliches Hindernis darstellen. Zumal sie das Geld ja zurückbekommen, sofern Herr Bergmeister sich seinem Prozess stellt … Doch daran haben Sie ja wohl keinen Zweifel.“

„Nein, absolut nicht“, bekräftigte sie. „Aber meine Familie kann ich trotzdem nicht fragen. Und ich will es auch nicht.“

Der Anwalt registrierte genau, was sie sagte, enthielt sich jedoch jeden Kommentars.

„Und eine andere Möglichkeit?“, hakte er vorsichtig nach.

„Nicht dass ich wüsste.“ Sie ließ den Kopf hängen, riss sich dann jedoch wieder zusammen. „Ich weiß noch nicht wie, aber ich werde das Geld zusammenbekommen“, erklärte sie tapfer. „Ich finde einen Weg. Ganz bestimmt.“

Doch wo sollte sie eine solche Summe nur hernehmen? Aufgewühlt lief sie durch den Hotelpark. Fünfzigtausend Euro … Genau so viel hatte Christian damals bezahlt, um ihr diesen Thomas vom Hals zu schaffen. Ein kalter Schauer lief ihr den Rücken herunter, als Laura sich an den Stalker erinnerte, der sie belästigt hatte. War der unheimlich gewesen … Ständig hatte er sie verfolgt. Christian … Gregor hatte damals sein ganzes Geld ausgegeben, um ihr zu helfen. Wenn er das jetzt noch hätte … Sie musste es schaffen, die Kaution aufzutreiben. Das war sie ihrem Freund einfach schuldig. Außerdem sehnte sie sich so sehr nach ihm. Wenn sie ihn nur in den Arm nehmen könnte. Sie brauchte ihn. Denn nur mit seiner Hilfe konnte sie vergessen. Alexander vergessen …

Vor dem Hoteleingang lief sie dann Alexander direkt in die Arme.

„Alles in Ordnung?“, fragte er besorgt.

„Klar.“ Sie sah ihm nicht ins Gesicht. „Ich muss in die Küche.“

„Irgendwelche Neuigkeiten von Deville?“

„Bergmeister“, korrigierte sie automatisch. „Interessiert dich das wirklich?“

Er nickte.

Wie gern hätte sie ihm von ihren Schwierigkeiten erzählt. Aber kein Wort kam über ihre Lippen.

„Wenn ich dir irgendwie helfen kann …“, begann er leise. „Du musst es nur sagen.“ Zärtlich legte er ihr einen Arm um die Schultern.

Doch Laura wich erschrocken zurück. „Nein!“, rief sie. „Bitte, lass das!“

„Ich wollte doch nur …“

„Du weißt, wohin das führt“, unterbrach sie ihn. Gequält verzog er das Gesicht. „Was zwischen uns war, darf nie wieder passieren. Nie wieder!“ Und damit ließ sie ihn stehen.

Gegen Mittag telefonierte Laura mit der Bank, um herauszufinden, ob auch nur die geringste Chance bestand, dass man ihr einen Kredit über fünfzigtausend Euro einräumen würde. Aber wie sie bereits befürchtet hatte – es war nichts zu machen.

Tanja hatte das Ende des Telefonates mit angehört.

„Du brauchst Geld?“, fragte sie verwundert. „Wofür denn?“

„Ich könnte Christian … Gregor aus der U-Haft holen, wenn ich fünfzigtausend Euro Kaution zahle.“

Das Zimmermädchen pfiff beeindruckt. „Das ist eine ganze Menge Geld.“

„Ich brauche es doch nur für ein paar Wochen“, wandte Laura ein. „Die kriegen ja alles wieder, wenn er nicht abhaut.“

Ihre Freundin blickte sie nachdenklich an. „Das würde er aber nie machen, oder?“

„Was denkst du denn von ihm?“, erwiderte Laura entrüstet.

„Dann ist es doch gar kein Problem“, meinte das Zimmermädchen. Sie schlug vor, Mike um das Geld zu bitten.

„Seid ihr so fest zusammen, dass du ihn so was fragen kannst?“ Laura war sichtlich skeptisch.

Tanja zögerte einen Moment, bevor sie bejahte. „Manchmal denke ich, ich träume“, fügte sie hinzu. „Aber wenn ich die Augen aufmache … Er ist nur meinetwegen wiedergekommen.“

Doch Mike wirkte wenig erfreut, als Tanja ihn bat, Laura fünfzigtausend Euro zu leihen. Die beiden Frauen hatten ihm zu Hause einen Besuch abgestattet, wo sich neue teure Möbel und technische Geräte nur so stapelten.

„Das ist ein ziemlicher Haufen Geld …“, bemerkte Mike, nachdem Tanja geendet hatte. „Und dieser Christian scheint eine ziemlich zwielichtige Gestalt zu sein …“

„Er heißt Gregor“, korrigierte das Zimmermädchen genervt.

Laura mischte sich ins Gespräch. „Tanja, das hat keinen Zweck“, stellte sie ruhig fest. „Mike will nicht. Und ich kann das sogar verstehen. Er kennt Gregor ja nicht mal.“

Sie wandte sich zum Gehen, aber das Zimmermädchen hielt sie auf.

„Warte …“ Sie wandte sich wieder an Mike. „Laura ist meine beste Freundin! Und eine gute Freundin von dir.“

„Aber dieser Gregor nicht“, erwiderte er.

„Heißt das, du weigerst dich, einer Freundin zu helfen?“, empörte sich Tanja. „Obwohl du Geld wie Heu hast?“

Laura wollte die Diskussion nicht länger anhören. „Lass’“, bat sie. „Es ist sein Geld, und er muss entscheiden, was er damit tut.“ Sie ging, drehte sich nach ein paar Schritten jedoch noch einmal um. „Eine Bitte habe ich noch: Haltet bitte den Mund über die Geschichte. Alle beide.“

Tanja und Mike nickten.

Kaum war Laura gegangen, baute das Zimmermädchen sich vor ihrem Freund auf. „Das darf ja wohl nicht wahr sein! Du willst ihr das Geld nicht leihen?“, sagte sie aufgebracht und stemmte die Hände in die Hüften.

„Das habe ich nicht gesagt“, verteidigte er sich. „Ich möchte nur in Ruhe darüber nachdenken dürfen …“

Miriam hatte sich ins Gewächshaus geflüchtet.

Wie so oft kam Robert vorbei, um ein paar Kräuter zu holen. Seine Gegenwart machte Miriam verlegen, aber sie überspielte es, indem sie ihn auf die Blattflecken an seinen Tomatenpflanzen hinwies.

„Blattflecken sind tückisch“, erklärte sie. „Du kannst machen, was du willst, sie kriegen sie trotzdem.“

„Manchmal ist man eben machtlos“, erwiderte der Küchenchef. „Egal, wie sehr man sich bemüht.“

Sie achtete nicht auf die Doppeldeutigkeit in seinen Worten, sondern gab ihm nur den Tipp, es bei den Tomaten mit getrocknetem Ackerschachtelhalm zu versuchen.

„Kann mir die Fachfrau vielleicht auch noch verraten, wo ich dieses Wunderkraut herkriege?“, fragte er charmant.

Zum ersten Mal nach langer Zeit lächelten die beiden sich wieder an. Während Robert sich den Pflanzen widmete und die kranken Stellen beschnitt, kramte Miriam in einer kleinen Kiste, die auf dem Regal stand.

„Ich wusste es.“ Triumphierend zog sie ein Tütchen hervor. „Getrockneter Ackerschachtelhalm. Vierundzwanzig Stunden einweichen. Mit dem Sud besprühst du die Pflanzen.“

„Danke.“ Er ging auf sie zu. „Du bist ein Schatz.“

Als er das Tütchen entgegennahm, berührten sich ihre Fingerspitzen. Beiden lief ein Schauer über den Rücken. Nach einer verlegenen Pause fasste Robert sich schließlich ein Herz.

„Ich finde es schade, wie es zwischen uns gelaufen ist“, sagte er leise. „Und ich würde mir wünschen, ich könnte die Zeit zurückdrehen … Ich weiß, dass das nicht geht. Und ich …“ Er stockte. „Ich will auch wirklich nichts mehr von dir“, fuhr er tapfer fort. „Ich wollte dir nur sagen, dass ich dich … sehr nett finde.“

„Danke. Ich finde dich auch … sehr nett“, entgegnete sie.

„Du weißt, dass ich Maxim gegenüber skeptisch bin. Aber trotzdem … Ich wünsche euch alles Gute.“ Er rang sich ein verkrampftes Lächeln ab. „Ich habe gehört, bei euch läuten bald die Hochzeitsglocken?“

„Vielleicht“, antwortete sie zögernd. „Wir wollen aber auch nichts überstürzen.“

„Ich hoffe, du wirst glücklich“, sagte er.

Sie spürte, dass er es ehrlich meinte, und das berührte sie sehr.

Vor lauter Verwirrung vergaß Robert glatt, das Basilikum, das er extra geschnitten hatte, mitzunehmen, als er ging.

Miriam brachte es ihm kurz darauf in die Küche nach.

„Wenn ich dich nicht hätte“, scherzte er und bot ihr an, von seinem neuen Pois chiche zu kosten. Sie nickte begeistert und ließ sich von ihm mit einem Löffel füttern.

Just in diesem Augenblick betrat Maxim die Küche und glaubte, seinen Augen nicht zu trauen, als er die beiden so vertraut miteinander sah.

„Die Reservierungen für heute Abend.“ Er knallte Robert eine Liste auf den Tisch. „Falls dich das überhaupt interessiert.“ Damit stürmte er wieder hinaus.

Miriam und der Küchenchef wechselten einen überraschten Blick. Dann zuckte sie die Achseln und lächelte.

Abends kuschelten Tanja und Mike auf seinem neuen Designersofa.

„Und? Hast du es dir überlegt?“, hakte Tanja nach. „Leihst du Laura nun das Geld?“

„Hast du eigentlich keine anderen Sorgen am Feierabend?“, entgegnete er und knabberte liebevoll an ihrem Ohrläppchen. „Warum fragt Laura nicht einfach die Saalfelds? Die haben doch wirklich Kohle.“

„Sie kann ihre Familie nicht fragen“, erwiderte Tanja. „Das ist im Augenblick echt zu kompliziert.“ Sie strich ihm zärtlich über die Wange. „Komm, gib dir einen Ruck“, bat sie. „Gib der Liebe eine Chance!“

„Tu ich doch“, lächelte er und küsste ihren Hals.

„Der von Laura und Christian …“ Sie biss sich auf die Unterlippe. „Gregor ist echt okay“, sagte sie.

„So? Du findest einen Typen okay, der seinen richtigen Namen verheimlicht?“

„Das musste er doch“, erklärte sie. „Wenn du ihn so gut kennen würdest wie ich, dann wüsstest du: Der lässt dich nicht hängen.“

„So gut kennst du diesen Kerl?“

Sie nickte.

„Wie gut eigentlich genau?“ Plötzlich lag Misstrauen in seiner Stimme. „Was war zwischen diesem Gregor und dir?“

„Gar nichts“, behauptete sie.

„Glaub ich dir nicht.“

„Wenn du es unbedingt wissen willst“, rief sie ärgerlich, „ich hätte ihn nicht von der Bettkante geschubst.“

„Du hattest was mit ihm, stimmt’s?“ Mike war sichtlich getroffen.

„Nein! Aber ich hätte gern mal was mit ihm gehabt“, gab sie zu. „Ich war in ihn verknallt.“

Ihr Freund sprang auf und rannte aufgewühlt im Zimmer auf und ab. „Für wie blöd hältst du mich eigentlich?“, stieß er aufgebracht hervor. „Ich zahl doch nicht für deinen Exlover!“

„Das war er nicht!“, verteidigte sich Tanja. „Und außerdem ist das lange vorbei.“

„Ich hol ihn trotzdem nicht aus dem Knast!“ Mikes Stimme überschlug sich beinahe.

„Ist das dein letztes Wort?“ Sie musterte ihn scharf.

„Ja!“, erklärte er. „Ende der Diskussion!“

Sie schwieg schockiert. Mike versuchte, die Situation wieder aufzulockern, aber sie ließ ihn nicht an sich heran. Mit versteinerter Miene betrachtete sie das luxuriös eingerichtete Zimmer.

„Für alles Mögliche hast du Geld“, murmelte sie schließlich. „Aber nicht dafür, einem Freund aus der Patsche zu helfen. Mensch, Mike, du hast dich echt verändert. Ich frage mich nur, warum?“ Ohne ein weiteres Wort ließ sie ihn allein. Getroffen sank er aufs Sofa.

Zur gleichen Zeit schüttete Laura Robert ihr Herz aus.

„Ich rede mit Vater und Elisabeth“, schlug Robert vor. „Der ‚Fürstenhof‘ schwimmt zwar nicht im Geld, aber so viel muss aufzutreiben sein.“

„Nein, bitte nicht“, wehrte Laura ab. „Du müsstest auch Alexander fragen.“

„Und das willst du nicht?“

„Je weniger wir miteinander zu tun haben, desto besser“, erklärte sie traurig.

„Sieht er es immer noch nicht ein?“, fragte Robert betroffen.

Sie schüttelte den Kopf. „Ich glaube, er will immer noch mit mir zusammen sein.“

„Dieser verdammte Idiot“, presste Robert zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. „Du bist seine Schwester …“ Es zerriss ihm das Herz, zu sehen, wie unglücklich Laura war. Aber er wusste nicht, wie er ihr helfen sollte.

Alexander erfuhr durch Zufall von Dr. Holz, dass Gregor Bergmeister gegen eine Kaution von fünfzigtausend Euro vorerst auf freien Fuß gelassen werden würde.

„Das scheint ein lösbares Problem zu sein“, bemerkte Alexander.

„Nicht unbedingt“, widersprach der Anwalt. „Ihre Schwester hat es abgelehnt, Sie oder jemand anderen aus der Familie um Geld zu bitten.“

„Verstehe“, seufzte Alexander.

„Gibt es dafür einen Grund?“, wollte Dr. Holz wissen.

„Es gab ein paar Probleme“, antwortete der Juniorchef zögernd. „Rein privater Natur. Aber die haben nichts mit dem Fall zu tun. Sie haben mein Wort.“

Der Anwalt informierte Alexander noch über den aktuellen Stand der Dinge: Bislang war kein weiterer Zeuge für den Tathergang gefunden worden – die Unschuld von Gregor Bergmeister war dementsprechend nicht eindeutig zu beweisen. Helen Marinelli weigerte sich, zur Sache auszusagen. Und die mexikanischen Behörden würden eine Weile brauchen, bis die Leiche Christian Devilles exhumiert und untersucht werden konnte.

Alexander steckte seinen Kopf durch die Küchentür.

„Ist Laura nicht da?“, fragte er.

„Was willst du denn von ihr?“, knurrte Robert.

„Geht dich das was an?“ Alexander wollte sich wieder zurückziehen, doch der Küchenchef hielt ihn auf.

„Warte! Wir müssen reden!“

„Worüber denn?“

„Über dich und Laura“, erklärte Robert bestimmt. „Lass sie endlich in Ruhe.“

„Ich werde doch wohl noch nach meiner Schwester fragen dürfen“, wollte sein Bruder sich rechtfertigen, aber der Küchenchef fuhr ihm über den Mund.

„Hör auf, sie anzubaggern! Oder willst du sie ganz verlieren?“ Alexander presste die Lippen aufeinander. „Werd endlich vernünftig!“

„Das ist meine Sache. Und nur meine.“

„Laura ist auch meine Schwester“, beharrte Robert. „Und ich sage dir eines: Ich finde es krank, was du machst. Krank. Ich würde mich eher einweisen lassen, als meiner Schwester nachzusteigen.“

„Ich liebe sie.“ Der Juniorchef wirkte plötzlich vollkommen hilflos. „Deshalb bin ich doch nicht krank.“

„Tut mir leid, aber ich musste mal deutlich werden“, erwiderte sein Bruder. „Das mit dir und Laura … das geht nicht. Wann begreifst du das endlich?“

„Ich versuche es ja“, beteuerte Alexander. „Und vom Kopf her weiß ich es auch. Doch wenn sie dann vor mir steht … Sie ist einfach die schönste, wunderbarste Frau der Welt.“

„Sie liebt einen anderen Mann“, erklärte der Küchenchef. „Und er ist der Richtige für sie. Nicht du.“

2. KAPITEL

Am nächsten Morgen joggte Laura verbissen durch den Park.

Es wäre toll gewesen, wenn Mike mir das Geld geliehen hätte, dachte sie.

Sie hielt es ohne Gregor einfach nicht länger aus, sie vermisste ihn so sehr. Aber sie konnte Mikes Ablehnung verstehen – wenn ihr jemand eine solche Geschichte erzählt hätte, wäre sie auch misstrauisch gewesen. Woher sollte er wissen, dass Gregor wirklich unschuldig war?

Am einfachsten wäre es, Alexander zu bitten … Aber das ging nicht. Das ging gar nicht.

Sie erhöhte ihr Lauftempo.

Sie musste es allein schaffen. Und dazu musste sie stark sein. Stärker, als sie jemals zuvor gewesen war …

Alexander hatte schlecht geschlafen. Die ganze Geschichte mit Laura war nachts wie ein Film vor seinem inneren Auge abgelaufen. Immer und immer wieder. Und die Erinnerungen an ihre Liebe wühlten ihn auf. So konnte das einfach nicht weitergehen. Entschlossen griff er zum Telefon und ließ sich mit Dr. Holz verbinden.

Und auch Mike hatte eine unruhige Nacht hinter sich.

Schon vor Tanjas Dienstbeginn wartete er im Personalraum. Sie begrüßte ihn kühl, als sie hereinkam. Stumm zog er einige dicke Geldbündel aus der Tasche und hielt sie ihr entgegen. Perplex starrte sie auf die Scheine.

„Ich habe nachgedacht, was du gesagt hast“, erklärte er leise. „Und dann bin ich zur Bank gefahren. Weil ich ein Depp bin, und du recht hast: Freunden muss man helfen. Und wenn Laura diesem Gregor traut, dann können wir das auch.“

„Du gibst das Geld …?“, flüsterte das Zimmermädchen fassungslos. „Obwohl ich selbst mal in Gregor verliebt war?“

„Da war ich ja nicht da“, entgegnete ihr Freund mit einem breiten Grinsen.

Voller Freude fiel sie ihm um den Hals. „Danke!“, rief sie. „Ich hab es doch gewusst. Du bist der Beste! Der Superallerallerbeste!“ Und dann küsste sie ihn stürmisch.

Laura hatte sich gerade für die Arbeit fertig gemacht, als ihr Handy klingelte. Alexander meldete sich am anderen Ende der Leitung.

„Was willst du?“, fragte sie abweisend.

„Ich wollte dich wissen lassen, dass …“

Sie ließ ihn nicht ausreden. „Kannst du mich nicht bitte endlich in Ruhe lassen? Wir sind Geschwister. Und ich liebe Gregor.“

„Darüber wollte ich gerade …“, setzte er an, aber sie fuhr ihm wieder über den Mund.

„Bitte, Alexander. Mach es uns nicht noch schwerer, als es schon ist. Mir nicht. Und vor allem dir nicht.“ Damit legte sie auf und schaltete das Telefon aus. Sie atmete tief durch. Es war so hart, Alexander zurückweisen zu müssen.

Plötzlich klingelte es an der Tür. Sie schrak zusammen. Alexander ging wirklich zu weit. Wütend riss sie die Tür auf. Doch davor stand gar nicht ihr Bruder, sondern – Gregor.

„Du?“, meinte sie verblüfft.

Ihr Freund nickte lächelnd.

Sie starrte ihn an wie eine Erscheinung. „Wo kommst du denn mit einem Mal her?“

Zärtlich strich er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht, und sie warf sich in seine Arme.

„Ich dachte, du bist im Gefängnis“, flüsterte sie völlig aufgelöst.

„Warum bist du so überrascht?“, fragte er irritiert. „Hast du denn nicht …?“

„Deine Kaution übernommen?“, ergänzte sie. „Ich wollte, aber es hätte wohl noch gedauert.“

„Sollte ich hinter Gittern verschmachten?“, witzelte er.

„Verdient hättest du es, nachdem du einfach …“ Sie brach ab.

„Ich weiß“, erwiderte er leise und küsste sie zart auf den Mund.

„Mike ist ein Schatz!“, rief Laura plötzlich aus.

„Mike?“ Gregor betrachtete sie verwundert.

„Tanja hat ihren Freund um das Geld für die Kaution gebeten“, erklärte sie. „Zuerst wollte er nicht, aber jetzt scheint er es sich anders überlegt zu haben.“

„Tanja hat einen Freund?“ Sie nickte strahlend. „Der eine Kaution für einen Wildfremden stellt? Ich muss ihr gratulieren.“

„Später.“ Laura bedeckte sein Gesicht mit Küssen. „Viel später.“

Nachdem sie ihrer Sehnsucht nacheinander freien Lauf gelassen hatten, kuschelten sie in Lauras Bett.

„Es tut mir leid“, entschuldigte sich Gregor plötzlich.

„Was? Dass du wer anders bist, als ich dachte? Dass du einfach verschwunden bist?“ Ein bitterer Klang lag in ihrer Stimme.

„Zähl mein Sündenregister ruhig auf“, scherzte er betreten.

„Du kannst mich nicht dauernd vor vollendete Tatsachen stellen“, sagte sie ernst.

„Ich konnte dir nicht sagen, was ich vorhabe“, verteidigte er sich.

„Wir lieben uns“, hielt sie dagegen. „Menschen, die zusammengehören, vertrauen einander.“

„Ich habe dir geschrieben …“, begann er hilflos, doch sie ließ ihn nicht ausreden.

„… dass du weg musst und ich nicht mit dir kommen kann. Punkt. Weißt du, wie ich mich gefühlt habe?“

„Ich konnte nicht anders“, beteuerte er. „Ich hatte Angst, du würdest mich nicht gehen lassen. Aber ich musste endlich reinen Tisch machen.“

„Und was ist mit mir?“, wandte sie ein. „Was habe ich von einem Mann, der im Gefängnis sitzt?“

„Irgendwann komme ich auch wieder raus“, erklärte er aufgewühlt. „Und dann bin ich ein freier Mann. Wirklich frei.“ Sie musterte ihn aufmerksam, während er weitersprach: „Ich will nichts mehr, als mit dir zusammenleben. Doch was wäre das für ein Leben mit all diesen Lügen?“

„Wenn du glaubst, das war der einzige Weg …“, seufzte sie und kam nicht umhin, ihm innerlich recht zu geben.

„Du ahnst nicht, was es für mich bedeutet, dass du zu mir hältst.“ Seine Stimme klang rau.

„Du bist der Mann, den ich liebe. Du und kein anderer.“ Sie griff nach seiner Hand und klammerte sich an ihn. Die Heftigkeit ihrer Worte ließ ihn stutzen. Doch bevor er etwas sagen konnte, platzte Tanja ins Zimmer.

„Ups“, stieß das Zimmermädchen hervor, als sie feststellte, dass ihre Mitbewohnerin nicht allein war.

„Hallo, Tanja“, entgegnete Gregor.

Vollkommen verdutzt sah sie ihn an. „Das ist ja eine Überraschung“, sagte sie schließlich. „Da kann ich von Mikes Kautionsgeld ja gleich eine Party für dich organisieren.“

„Du hast das Geld?“, mischte Laura sich ein. „Dann hat Mike die Kaution gar nicht gestellt?“

Ihre Freundin schüttelte den Kopf.

„Aber wer dann?“, wunderte sich Gregor.

Laura blickte ahnungsvoll vor sich hin.

Tanja musste sich sputen, um rechtzeitig zur Arbeit zu kommen. Erst im Personalraum stellte sie fest, dass sie die fünfzigtausend Euro, die Mike ihr gegeben hatte, noch immer in der Handtasche bei sich trug. Eilig warf sie sie in ihren Spind. Und bemerkte nicht, dass dessen Tür nicht richtig schloss und die Tasche mitsamt den Geldscheinen hinauskullerte.

Alfons traute seinen Augen nicht, als er Tanjas halb offene Tasche auf dem Boden liegen sah, aus der eine stattliche Menge Geld hervorblitzte. Sicherheitshalber nahm er alles an sich und schloss es in den Hotelsafe ein. Anschließend rief er Tanja auf ihrem Handy an, damit sie sich keine Sorgen machte, und hinterließ eine Nachricht auf der Mailbox. Was er nicht bemerkte, war das leise Klingeln, das aus dem Hotelsafe kam, wenn man Tanjas Nummer anrief …

Werner ließ Maxim in sein Büro bitten. Immerhin hatte er Barbara versprochen, die Hochzeit zwischen Miriam und dem jungen Klinker-Emden zu verhindern.

„Gefällt es dir noch bei uns?“, begann er.

„Ja, sehr“, antwortete Maxim. „Der Job als Restaurantleiter ist eine echte Chance für mich.“

„Und die nutzt du, diese Chance?“, bohrte der Senior weiter.

„Ja …“ Maxim wusste nicht, worauf Werner hinauswollte. „Gibt es an meiner Arbeit irgendetwas auszusetzen?“, argwöhnte er.

„Nein, im Moment nicht. Aber wenn dein Beruf dir gefällt, warum möchtest du ihn dann aufgeben?“

Maxim zog verständnislos die Augenbrauen zusammen. „Ich? Meinen Beruf aufgeben? Wer behauptet denn so was?“

„Du wirst doch nicht im Ernst als Restaurantleiter weiterarbeiten wollen, wenn du Miriam geheiratet hast“, meinte der Senior.

„Vielleicht nicht“, räumte Maxim ein. „Aber das liegt noch in weiter Ferne …“

Nun war es an Werner, verständnislos zu gucken. „In weiter Ferne?“

„Ich liebe sie“, erklärte Maxim. „Ich habe mich verändert. Miriam hat mich verändert. Und unsere Liebe wird halten. Also können wir uns Zeit lassen mit der Ehe.“

„Das klang bei ihr aber ganz anders“, bemerkte Werner überrascht. „Sie hat uns gestern erklärt, sie würde dich heiraten. Und zwar bald.“

Ein ungläubiges Lächeln huschte über Maxims Gesicht. Doch im selben Moment wurde ihm klar, dass er Miriam ungewollt einen Korb gegeben und sie sehr gekränkt haben musste. „Ich Idiot! Ich blöder, verdammter Idiot!“, fluchte er und schlug mit der Faust auf den Schreibtisch, was Werner irritiert zur Kenntnis nahm.

Das hat er gesagt?“, wunderte sich Barbara, nachdem Werner ihr von der Unterredung mit Maxim berichtet hatte. Werner nickte und wollte sie an sich ziehen, doch sie löste sich von ihm. „Ein Heiratsschwindler, der nicht heiraten will?“

„Ich war auch ziemlich verwundert“, räumte er ein. „Aber es läuft doch wunderbar.“

Sie wirkte nicht überzeugt. „Wenn ich ein wenig Kritik üben darf … Du hättest Maxim Miriams Entscheidung nicht aufs Brot schmieren müssen. Ein wenig Diskretion käme uns besser zupass.“

„Ja, das ärgert mich selbst“, gab er zerknirscht zu. „Denn jetzt, wo er von Miriams Absicht weiß …“

„… fragt er sie bei nächster Gelegenheit noch einmal“, ergänzte sie düster. „Und dann ist das Unglück nicht mehr aufzuhalten.“

Kurze Zeit später fühlte Barbara ihrer Stieftochter auf den Zahn. Miriam war immer noch niedergeschlagen, weil Maxim die Hochzeit verschieben wollte, hatte aber eigentlich keine Lust, mit Barbara darüber zu reden. Doch die ließ nicht locker.

„Ich sehe doch, dass dich etwas bedrückt.“

Miriam seufzte. „Dich wird es vermutlich freuen“, meinte sie schließlich. „Maxim will mich plötzlich nicht mehr heiraten.“

„Wieso das denn?“ Barbara von Heidenberg tat völlig überrascht.

„So richtig verstanden habe ich es auch nicht.“ Verzweiflung lag in Miriams Stimme. „Ich hatte ihm noch gar nicht gesagt, dass ich seinen Antrag annehme, da erklärt er, er will erst mal nicht heiraten.“

„Das heißt?“, bohrte Barbara nach.

Ihre Stieftochter zuckte hilflos mit den Schultern. „Was ist denn bloß mit mir?“, fragte sie unglücklich. „Warum will er mich auf einmal nicht mehr?“ Aufgewühlt schlug sie auf die Lehnen ihres Rollstuhls ein. „Letztlich liegt es doch nur daran!“

Barbara schloss sie tröstend in die Arme. Das feine Lächeln auf dem Gesicht ihrer Stiefmutter sah Miriam nicht.

Nach einer Weile hatte sie sich wieder beruhigt. „Ich glaube, Maxim liebt mich wirklich“, stellte sie ratlos fest. „Doch aus irgendeinem Grund steht er nicht dazu.“

„Aber genau darum geht es beim Heiraten“, bemerkte Barbara von Heidenberg trocken. „Man muss zu seiner Liebe stehen. Man geht eine Verpflichtung ein.“ Auf dem Gesicht ihrer Tochter wechselten Trotz und Verunsicherung einander ab. „Im Grunde kannst du ihm dankbar sein“, legte Barbara nach. „Selbst wenn er dich liebt – er kann sich nicht binden. Was wiederum eher dafür spricht, dass er dich nicht liebt.“

„Das hätte ich doch gemerkt!“, stieß Miriam hervor.

„Er hat einfach kalte Füße bekommen“, fuhr ihre Mutter ungerührt fort. „Männer, die bindungsunfähig sind, fragen gar nicht erst. Dazu haben sie viel zu viel Angst. Aber die, die ihren Heiratsantrag zurückziehen, gestehen sich immerhin ein, dass sie die Frau nicht lieben.“

Miriam war wie ein Häufchen Elend in ihrem Rollstuhl zusammengesackt.

Alexander unterrichtete derweil Robert darüber, dass der ehemalige Haustechniker der „Fürstenhofs“ wieder auf freiem Fuß war.

„Aber wer hat die Kaution bezahlt?“, wollte der Küchenchef wissen. Alexander schwieg. „Du?“

„Tja, einen größeren Trottel gibt es wohl kaum“, scherzte der Juniorchef selbstironisch, wurde jedoch gleich wieder ernst. „Du hattest recht. Ich will sie nicht auch noch als Schwester verlieren.“ Robert nickte langsam. „Sie liebt nun mal diesen Christian oder Gregor oder wie der Kerl heißt“, fuhr Alexander fort. „Das muss ich endlich akzeptieren.“

„Bei so viel Selbsterkenntnis kann einem glatt schwindelig werden“, frotzelte der Küchenchef, dem seine Erleichterung deutlich anzumerken war.

Danach ging Alexander zum Gedenkbaum seiner verstorbenen Mutter.

„Ich vermisse dich, Mama“, flüsterte er kummervoll und streichelte das Foto von Charlotte, das am Baum angebracht war. „Ich habe mich noch nie so allein gefühlt. Als würde ich in der Mitte eines Karussells stehen, das sich ohne mich dreht. Alle leben ihr Leben – Robert und Vater ziehen ihr Ding durch, Katharina ist weg, Laura hat ihren Gregor… nur ich …“ Er ballte die Hände zu Fäusten, um seine Bitterkeit nicht überhandnehmen zu lassen. „Ich gönne Laura ihr Glück“, sprach er leise weiter. „Aber … Manchmal denke ich, ich drehe durch.

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