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Dunkles Teufelsspiel: Romantic Thriller

Ann Murdoch

Dunkles Teufelsspiel: Romantic Thriller

Cassiopeiapress Spannung





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Teufelsspiel

von Ann Murdoch

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Teil 1

„Na, das ist ja mal ein besonders schönes Stück.“

Die schlanke junge Frau mit den auffällig blauen Augen und den leuchtend blonden Haaren blieb abrupt stehen und schaute bewundernd auf den einfachen Tisch, auf dem ein ganz außergewöhnliches Schachspiel aufgebaut war. Es hob sich ab von dem üblichen Kram und den manchmal wirklich geschmacklosen Gegenständen, mit denen sie sonst konfrontiert wurde.

Hier auf dem Flohmarkt in Chelsea war eigentlich alles zu finden, was Menschenhand jemals gedacht und erschaffen hatte, doch bei den meisten Gegenständen handelte es sich um billigen Plunder. Man musste schon sehr genau aufpassen und eine gehörige Portion Ahnung und Wissen besitzen, um nicht auf ein „garantiert von Henry dem achten signiertes Notenblatt“ hereinzufallen, das sich bei näherem Hinsehen als billige Kopie eines Beatles-Songs entpuppte. Oder das garantiert echte „Meißener Porzellan“ war nichts weiter als imitiertes Steingut aus dem letzten Winkel der Welt.

Joanne McArthur hatte Ahnung, und sie genoss es, an den Wochenenden stöbern zu gehen und sich über die zahllosen Angebote zu amüsieren. Die Wissenschaftsjournalistin, die ihr Studium mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, war vom Vater her erblich vorbelastet.

Colin McArthur galt als führender Archäologe und Historiker auf dem Gebiet der mittelalterlichen Kirchenforschung. Es gab in ganz England vermutlich keine Kirche aus der Zeit vor dem 16. Jahrhundert, die er nicht schon aufgesucht und erforscht hatte. Sein Wissen um Baustile, Fenster, Statuen, Rituale und natürlich die unendlichen Abgründe unter vielen Kirchen waren enorm, und Joanne war quasi zwischen den gewaltigen Kirchenschiffen aufgewachsen. Statt Familienfotos hatte sie die Bilder mehr oder weniger berühmter Maler gesehen, Altäre und Schnitzwerk begutachtet und auf den Friedhöfen gespielt. Es war ihr nie in den Sinn gekommen, dass andere Kinder ein völlig anderes Leben führten. In der Schule empfand sie sich nicht als Außenseiterin; sie legte einfach keinen Wert darauf, Puppen zu sammeln, hinter Jungen herzukichern oder mit verschämtem Blick die ersten schüchternen Annäherungsversuche abzuwehren. Joanne war stets direkt und geradeheraus, sagte was sie meinte, und besaß schon früh ein brillantes Allgemeinwissen. Nur Freunde hatte sie kaum. Lud sie wirklich einmal Klassenkameraden zu einer Geburtstagsfeier ein, so bekamen die einen Schreck, dass im Hause der Familie McArthur das Mittelalter lebendig war - und sie selbst langweilte sich bei den nichtssagenden Gesprächen.

Das junge Mädchen wuchs heran, lernte mit Eifer alles, was sie nur aufnehmen konnte, und konzentrierte sich darauf, ihr angesammeltes Wissen an andere weiterzugeben. Eine Anstellung als Lehrkraft war jedoch nicht das richtige für ihre rastlose Natur. Die starren Regeln und die ständigen Wiederholungen bildeten keine Herausforderung für den wachen Verstand der jungen Frau. Da traf es sich gut, dass ein angesehenes, weltweit verbreitetes Magazin Interesse an Joanne als Journalistin hatte. Sie bekam eine Anstellung und führte fortan ein Leben zwischen Redaktion, Labor und Museen. Ihr gefiel es so, und sie genoss die freie Zeit zwischen den Reportagen, indem sie auf die Suche nach dem Ungewöhnlichen ging.

Ihre Mutter war gestorben, als Joanne zwölf Jahre zählte, und ihr Vater hatte sich in seiner Trauer immer mehr in die Arbeit zurückgezogen. Doch Vater und Tochter pflegten ein inniges Verhältnis, auch wenn er Joanne manchmal mit einem seltsamen Blick musterte.

„Findest du es nicht an der Zeit, dich auch mal für einen Mann zu interessieren?“, fragte er dann, erntete aber nur ein schelmisches Lächeln.

„Sollte es tatsächlich den Richtigen für mich geben, werden wir uns schon eines Tages über den Weg laufen.“ Sie wehrte alle Flirts ab und pflegte nichts weiter als Freundschaften mit Menschen, die ähnlich wie sie selbst, völlig in der Arbeit aufgingen.

Colin vergaß dann auch gleich wieder seine Bemerkung, aber Joanne war mittlerweile neunundzwanzig Jahre, und sie zeigte noch immer kein Interesse daran, eine Familie zu gründen.

Auch heute ignorierte sie die bewundernden Blicke der Männer. Sie stand von diesem kleinen unscheinbaren Tisch und konnte sich vom Anblick der wunderbaren Schachfiguren nicht losreißen. Der Verkäufer, ein älterer Mann mit unzähligen Falten im Gesicht und farblosen Augen, machte keine Anstalten, seine Ware besonders anzupreisen. Ganz im Gegenteil, er wirkte, als warte er auf einen anderen Käufer.

„Was soll das gesamte Spiel kosten?“, fragte Joanne.

„Ich glaube nicht, dass es für Sie das richtige ist“, brummte der Mann und blickte angestrengt in eine andere Richtung.

„Aber warum denn nicht? Ich habe eine Vorliebe für schöne alte Dinge.“

„Das hier ist trotzdem nichts für Sie. Es braucht schon eine ganz besondere Persönlichkeit, um damit umzugehen.“

Seltsam, fand Joanne, aber sie ließ nicht locker. Aufgrund ihres Aussehens war sie allerdings an Vorurteile gewohnt, die sich meist schnell verflüchtigten.

„Woher wollen Sie wissen, dass ich nicht die richtige bin?“

„Sie sind jung, Sie sind schön, und Sie sind unschuldig. Dieses Spiel wird Ihre Seele verderben.“

„So ein Unsinn“, stellte sie fest. „Nun sagen Sie mir schon den Preis, dann werden wir sehen, wie verdorben ich bin. Vielleicht kann ich es mir ja gar nicht leisten.“

„Der Preis wird im Endeffekt höher sein als das, was den finanziellen Wert ausmacht. Erst dann werden Sie wissen, ob Sie ihn zahlen können, aber dann wird es zu spät sein.“

Der alte Mann sprach in Rätseln. Plötzlich bekam sein Blick jedoch einen seltsamen Ausdruck, er murmelte etwas vor sich hin und schien Angst zu bekommen. Nun, vielleicht dachte auch an das Geld, das er möglicherweise dringend brauchte, dann durfte er eine Käuferin nicht einfach so gehen lassen.

„Ist ja schon gut“, sagte er mehr zu sich selbst. „Fünfzig Pfund will ich dafür haben.“

Joanne betrachtete das Spiel kritisch. Fünfzig Pfund waren viel Geld, diesem Spiel allerdings mehr als angemessen. Aber etwas reizte sie daran. „Fünfundvierzig“, bot sie spontan und hoffte auf einen Handel, doch die Miene des Mannes wurde womöglich noch mürrischer.

„Der Preis ist nicht verhandelbar. Kaufen Sie, oder lassen Sie es.“

„Gut, einverstanden. Es ist zwar viel Geld, aber ich glaube, dieses Spiel ist es wert.“

So etwas wie Erschrecken zuckte über das Gesicht des Mannes. „Nehmen Sie einen guten Rat von mir an, junge Lady. Dieses Spiel ist es nicht wert, dass man überhaupt etwas dafür bietet.“

Joanne lachte auf. „Mit dieser Einstellung werden Sie hier nicht viel verkaufen können. Sie müssen Ihre Waren schon besser anbieten.“

Der Mann nahm das Geld, starrte darauf und wandte sich dann ohne Gruß oder Dank ab. Er lief einfach davon.

„Leute gibt es, einfach unglaublich“, murmelte Joanne. Sie machte sich weiter keine Gedanken über den seltsamen Vorfall, sondern freute sich lieber darüber, dass sie ein ganz außergewöhnliches Schnäppchen gemacht hatte. Sorgsam packte sie die Figuren in ihre Tasche und wunderte sich darüber, dass sie relativ warm wirkten, obwohl die Luft kühl und der Wind fast schneidend war. Zärtlich strich sie mit den Fingern über das Brett.

Auf den ersten Blick schien es sich um Bergkristall und Hämatit zu handeln. Die Ränder waren mit Ornamenten verziert, und die tastenden Finger von Joanne begannen zu prickeln, als sie darüber glitten. Irgendetwas stimmte nicht mit diesem ganzen Spiel, aber wahrscheinlich bildete sie sich das nur ein. Das Benehmen des Mannes hatte sie ganz einfach irritiert, und auf Gefühle gab sie ohnehin nichts.

Joanne glaubte nur an das, was sie sehen, begreifen oder wissenschaftlich belegen konnte. Sie sollte schon bald lernen, dass es noch eine ganze Menge mehr gab, was mit dem rationalen Verstand nicht immer zu erklären war.

Im Augenblick hatte sie jede Lust verloren, noch länger hier auf dem Flohmarkt herumzustöbern. Höchst erfreut ging sie nach Hause.


*


Joanne bewohnte das Haus ihres Vaters. Er war ohnehin nur selten hier, denn seine Arbeit führte ihn immer wieder fort, und warum sollte sie Geld für eine eigene Wohnung ausgeben, wo es doch hier mehr als genug Platz gab? Außerdem liebte sie das Haus, das auf andere Menschen etwas geheimnisvoll wirkte. Es stammte aus der viktorianischen Zeit, besaß viele Türmchen und Erker, einen leicht verwilderten Garten, holzgetäfelte Wände, eine riesige Bibliothek und ein Arbeitszimmer, in dem Colin seine wertvollsten Bücher und auch einige Reliquien aufbewahrte. Dieser Raum war selbst für die Putzfrau verboten. Nur im Beisein des Hausherrn dürfte sie hier saubermachen, und auch dann gab es Ecken, denen sie nicht einmal zu nahe kommen durfte.

Auch Joanne betrat diesen Raum nur selten, obwohl sie das Recht dazu besaß, weil Colin ihr vertraute. Aber jeder brauchte nun einmal seine Privatsphäre, und seine ganz persönlichen Geheimnisse. Das hatte sie von klein auf gelernt, und diese Einstellung respektierte sie für jedermann.

Ihre eigenen Räume befanden sich im Obergeschoss. Ein Erkerzimmer diente als Schlafraum, und hier wirkte alles etwas verspielt, so als hätte sie geheime Wunschträume verwirklicht. Doch dies war der Raum, den ihre Mutter noch eingerichtet hatte für ein junges Mädchen. Joanne wollte nicht, dass hier etwas verändert wurde, sie fühlte sich auf diese Weise der Mutter noch immer nah. Nebenan befand sich ihr eigenes Arbeitszimmer, und hier wirkten die modernen Möbel und der hochmoderne Computer ein wenig deplatziert. Aber nur auf den ersten Blick, denn sie hatte es geschickt verstanden, alles so zu arrangieren, dass eine Harmonie aus alt und neu gestaltet wurde.

Joanne setzte sich an einen kleinen Tisch vor den Kamin und holte ihre Beute vorsichtig aus der Tasche. Wieder fuhren ihre Finger sacht über die Ornamente auf dem Schachbrett, und erneut verspürte sie das seltsame Prickeln. Dann nahm sie jede einzelne Figur hervor und betrachtete sie aufmerksam. Eines konnte sie mit Sicherheit sagen: Brett und Figuren waren alt, sehr alt sogar. Aber woraus diese filigranen Gestalten erschaffen worden waren, blieb ihr ein Rätsel. Auf jeden Fall handelte es sich um eine liebevolle Zusammenstellung.

Die Bauern stellten Handwerker und Berufe aus dem Mittelalter dar: Sattler, Gerber, Maurer, Zimmermann, Schmied, Schneider, Müller und natürlich ein Bauer. Die Läufer waren königliche Herolde, die Springer gerüstete Ritter, und die Türme bildeten Kirchenfürsten ab. Dame und König waren selbstverständlich den tatsächlichen Majestäten nachempfunden. Das Material war nachgiebig wie Wachs und vermutlich genauso empfindlich, und doch besaß es eine besondere Festigkeit, so dass auch auf Druck die ursprünglichen Formen zurückkehrten. Und alle Figuren waren warm. Wirklich, sehr seltsam.

Joanne hielt einen kleinen Bischof direkt vor ihre Augen und hatte plötzlich das Gefühl, selbst angestarrt zu werden. So ein Unsinn! Außer ihr war niemand im Zimmer, und die Figuren konnten sie wohl kaum ansehen. Aber der Wert dieses Spiels überstieg den Kaufpreis bei weitem, dessen war die Frau sicher. Doch ein Geheimnis schien dahinterzustecken, solche Leckerbissen fand man nicht alle Tage, und falls doch, dann nicht zu diesem Preis.

Wenn sie nur herausfinden könnte, welche Materialien hier benutzt worden waren. Wie schade, dass ihr Vater sich mal wieder auf einer seiner Reisen befand. Er hätte ihr vielleicht Auskunft geben können. Sie dachte nach. Von Natur aus gehörte sie zu den Menschen, die keine offenen Fragen mochten. Und dieses Schachspiel war ein einziges Rätsel, das gelöst werden musste. Richtig, Professor Charles Glenn würde ihr vielleicht helfen können. Sie hatte ihn vor Kurzem kennengelernt und besaß großen Respekt vor seiner Arbeit und seinem fachlichen Wissen.

Er leitete ein Institut, in dem Untersuchungen über die verschiedensten Eigenschaften eines Gegenstands angestellt wurden. Ob es nun um Biochemie ging, Altersbestimmung mikrobiologische Zusammensetzung oder eine relativ einfache Kernspintomographie bis in das Innere einer Mumie, in Haydon Wood bei Professor Glenn gab es kaum eine Untersuchung, die nicht vorgenommen werden konnte. In hochmodernen Labors arbeiteten Experten, und weil die Finanzierung über längere Zeit mit Aufträgen aus der Industrie gesichert war, übernahm der Professor nur zu gerne kleine Anfragen, die ihm interessant genug erschienen, um die tägliche Routine zu durchbrechen.

Kurzerhand rief Joanne ihn an, doch er bedauerte, sich nicht selbst um die Sache kümmern zu können. Er musste zu einem Vortrag ins Ausland, doch stattdessen würde sich Dr. Culter damit befassen. Der war nicht nur Spezialist in Biochemie, er besaß auch seinen Abschluss in Psychologie und konnte im Zusammenspiel der beiden Disziplinen erstaunliche Schlussfolgerungen ziehen.

Nun, warum nicht? Hauptsache, es fand sich jemand, der in der Lage war, Joannes Fragen zu beantworten. Sie ließ sich gleich für den nächsten Tag einen Termin geben und packte das Spiel sorgfältig wieder ein.

In dieser Nacht hatte sie seltsame Träume. Das Schachspiel entstand vor ihren Augen, und Figuren erwachten zum Leben. Sie jammerten und klagten, indes sich Joanne entsetzt und verzweifelt die Ohren zuhielt. Sie wollte davonlaufen, aber sie war an ihren Platz gebannt und konnte sich nicht rühren.

Irgendwann schrak sie mit einem Schrei auf und stellte fest, dass sie nassgeschwitzt im Bett saß. So etwas Verrücktes! Sie litt doch sonst nicht unter Alpträumen. Energisch stand sie auf, machte sich einen heißen Kakao, zog einen frischen Pyjama an und stieg wieder ins Bett. Dieses Mal schlief sie tief und traumlos.

Als sie in Haydon Wood ankam, war sie jedoch ein wenig enttäuscht, nicht auch mit Professor Glenn reden zu können. Sie mochte den älteren humorvollen Herrn, der stets mit einem freundlichen Lächeln auftrat und einen messerscharfen Verstand besaß. Dr. Culter kannte sie noch nicht persönlich, auch wenn sie von ihm gehört hatte. Doch gerade das war nicht dazu angetan, dem bevorstehenden Gespräch mit Vorfreude entgegenzusehen.

Richard Culter galt als Koryphäe, man sagte ihm aber auch Arroganz, Ungeduld und Sarkasmus nach. Nun gut, sie würde ihn ja jetzt kennenlernen und konnte sich dann ihr eigenes Urteil bilden.

Der Wissenschaftler war konzentriert über ein Mikroskop gebeugt, als Joanne das Labor betrat. Auch sie trug einen weißen sterilen Kittel, um mögliche Verunreinigungen diverser Proben zu vermeiden, auch wenn die Gefahr in diesem Fall gering war. Der Mann erwiderte den höflichen Gruß nicht, sondern starrte weiter in das Okular.

„Geben Sie mir mal die Pipette“, sagte er mehr oder weniger ins Leere, und seine Hand deutete auf eine Schale, in der verschiedene Utensilien lagen.

Joanne lächelte. Zumindest schien der Mann voll und ganz in seiner Arbeit aufzugehen. Sie reichte ihm die gewünschte Pipette und wartete geduldig ab. Irgendwann hob Culter den Kopf, ein zufriedenes Lächeln auf dem Gesicht. Erst jetzt bemerkte er die Besucherin.

„Wer sind Sie denn? Was machen Sie hier? Wie kommen sie überhaupt hier herein?“

„Ich bin Joanne McArthur, und wir haben einen Termin. Ihre Assistentin hat mich hereingeschickt. Sonst noch was? Oder bin ich am Ende im falschen Labor? Sie sind doch Dr. Culter?“, fragte sie mit einem bezaubernden Lächeln.

Er schlug sich vor den Kopf. „Das hatte ich ganz vergessen. Verzeihen Sie. Allerdings hoffe ich, dass Ihr Anliegen wichtig genug ist, um mich von diesem Experiment fernzuhalten. Professor Glenn ist manchmal ein wenig zu gutmütig, wenn es darum geht, irgendwelchen Journalisten einen Gefallen zu erweisen, nur damit mal wieder ein wohlwollender Artikel erscheint.“

„Ich bin nicht irgendeine Journalistin, Dr. Culter. Sie müssen mich nicht beleidigen. Und dieser Termin hat nichts damit zu tun, ob ich einen Artikel schreibe oder nicht.“

Er starrte sie an, und langsam ging ihm auf, wie verletzend seine Worte gewesen sein mussten.

„Ich - ach, das habe ich wohl ganz falsch angefangen, was? Werden Sie mich jetzt in der Luft zerreißen?“

Joanne sah ein kleines amüsiertes Funkeln in seinen braunen Augen tanzen. Seine harten Worte und seine aufgesetzte Arroganz waren nichts weiter als ein Schutzschild, mit dem er unliebsame Störungen fernhalten wollte.

„Nur ein kleines bisschen“, gab sie also fröhlich zurück. „Ich habe hier...“

„Wie war Ihr Name noch einmal? McArthur? Dann sind Sie die Journalistin, die diesen Artikel über die sogenannte Küchenchemie geschrieben hat? Die unerwünschten Reaktionen verschiedener Reinigungsmittel, die über einen Ohnmachtsanfall bis hin zu schweren Krankheiten führen können? Gute Arbeit. Auch deswegen, weil Sie keinen Sensationsbericht daraus gemacht haben. Nüchtern, sachlich, den Tatsachen entsprechend. Ich habe selten etwas Besseres gelesen, das auch für den normalen Menschen verständlich ist.“

„Sie müssen mir auch nicht schmeicheln, Dr. Culter. Ich habe nur längst bekannte Fakten zu einem verständlichen Aufsatz zusammengefasst.“ Nun zuckte sie förmlich zurück. Wollte er seinen Patzer etwa damit ausbügeln, dass er ihr jetzt Honig ums Maul schmierte? Das hatten schon ganz andere Leute versucht, mit wenig Erfolg.

Er spürte ihre Zurückhaltung und seufzte. „Ich habe es nicht nötig, jemandem zu schmeicheln. Dazu ist mir auch meine Zeit zu kostbar. Ich wollte lediglich anmerken, dass mir Ihre Arbeit nicht unbekannt ist, und dass ich Ihre Art, die Dinge anzugehen, schätze.“

Nun war es an Joanne, ein wenig zerknirscht zu sein. Versöhnlich streckte sie die Hand aus.

„Ich glaube, wir haben beide nicht ganz richtig angefangen. Schwamm drüber, ja? Dann brauchen wir beide keine kostbare Zeit mehr damit zu vergeuden, uns gegenseitig zu entschuldigen.“

„Sie wissen gar nicht, wie recht Sie haben“, grinste er und schlug ein. Seine Verwirrung war nur zu verständlich, hatte er doch hinter dem Namen Joanne McArthur eine Art trockene alte Jungfer vermutet. Stattdessen stand eine atemberaubend schöne Frau vor ihm.

Auch Joanne schaute ihn jetzt genauer an. Dr. Richard Culter war erst Mitte dreißig und hatte sich doch schon einen hervorragenden Ruf erworben. Sein Wort galt viel in der wissenschaftlichen Welt. Sein Haar war braun, ebenso seine Augen.

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