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Dunkle Liebe (1.5) – Für immer

Zu diesem Buch

Als die Literaturdozentin Kat Lane den grüblerischen Wesley Carter im Gefängnis kennenlernte, hätte sie sich nie träumen lassen, dass sie ihn eines Tages heiraten würde. Seit ihrer Hochzeit ist nun einige Zeit vergangen, und obwohl das Leben, das sie gemeinsam führen, schöner nicht sein könnte, haben Kat und Carter das Gefühl, dass ihre Freunde ihnen einen Schritt voraus sind. Wohin sie auch blicken, alle bekommen Kinder, und der sehnsuchtsvolle Blick in Kats Augen bereitet Carter Sorge. Kann Carter, der eine schreckliche Kindheit durchlebt hat, seiner künftigen Familie überhaupt ein glückliches und fürsorgliches Zuhause garantieren – ein Leben, das er selbst nie hatte? Ihm bleibt nicht viel Zeit, die Antwort auf diese Frage zu ergründen. Denn manchmal nimmt einem das Schicksal gewisse Entscheidungen ab …

1

Als Grace Brooks unerwartet auf der Hochzeit von Max O’Hares bestem Freund Carter und Kat Lane aufgetaucht war, war Max beinahe das Herz stehen geblieben. Die vergangenen Wochen, seit Grace ihn verlassen hatte, waren unerträglich hart gewesen. Und ihre Rückkehr hellte sein Leben wieder auf.

»Worüber lächelst du?«, fragte Max sie jetzt, während er sie an sich zog, um seine Nase an ihre Schläfe zu schmiegen.

»Über gar nichts«, erwiderte sie und schlang die Arme um seinen Hals. »Ich bin nur dankbar, dass ich gekommen bin.«

»Ich auch«, flüsterte er. »Du bist wirklich hier.« Liebevoll lächelten sie einander an, und Max küsste sie zärtlich.

Dann nahm er ihre Hand und führte sie stolz zu einer Gruppe von Leuten – drei davon erkannte Grace als Carter, Tate und Riley –, die sie verstohlen beobachteten und miteinander redeten. Bei ihnen stand eine schöne Rothaarige in einem erlesenen elfenbeinfarbenen Hochzeitskleid: Kat. Sie strahlte Grace und Max an, als sie näher kamen, dann zog sie Grace in eine herzliche Umarmung.

»Ich bin so froh, dass du gekommen bist«, sagte sie, dabei zwinkerte sie Max zu.

Verständnislos starrte Max zwischen den beiden Frauen hin und her, bevor er mit dem Finger auf Kat zeigte. »Du warst das?«

Kat lachte. »Ich wurde dazu auserkoren.« Sie drehte sich nach den drei Männern um, die verlegen mit den Füßen scharrten und ihrem Blick auswichen. »Die drei da waren zu nichts zu gebrauchen.«

Während seine Freunde ihre Verteidigungsbekundungen vom Stapel ließen, schüttelte Max lachend den Kopf und legte Grace den Arm um die Taille, um sie an sich zu ziehen. Bereitwillig schmiegte sie sich an seine Seite.

Carter trat hinter Kat und legte ihr die Hände auf den Bauch und das Kinn auf die Schulter. »Es ist schön, dich wiederzusehen, Grace.«

»Da hast du verdammt recht«, schaltete Riley sich ein. »Hoffentlich hört Max jetzt, wo du wieder da bist, auf, den Trauerkloß zu spielen, Running Girl.«

Er und Tate kicherten, als Max ihm den Mittelfinger zeigte.

Obwohl Grace die lachenden Leute um sie herum noch nicht so gut kannte, beruhigte es sie, Max an ihrer Seite zu haben, auf eine Weise, wie sie es schon sehr lange nicht mehr verspürt hatte. Durch die Wellen, die an den Strand spülten, und den Geruch von gutem Essen, Wein und Spätsommer in der Luft wurde sie rasch von der Fröhlichkeit des Anlasses angesteckt. Das Haus und der Strand waren wunderschön, und Carter und Kat tanzten, küssten sich und lächelten, wie es nur zwei Frischverheiratete konnten.

Max wich den ganzen Tag und Abend über nicht von Grace’ Seite; irgendein Teil von ihm berührte sie immer – sein Finger an ihrem Arm, seine Hand an ihrem Rücken. Seine Berührung hatte ihr Blut schon immer erhitzt, aber nun sang es, als erwache jeder Teil von ihr zum Leben, wenn er in der Nähe war.

»Ich möchte dich was fragen«, sagte Max später, als sie langsam zu Marvin Gaye tanzten.

Carter und Kat waren bereits vor einer Stunde in einem Regen aus weißem und pfirsichfarbenem Konfetti in ihre Flitterwochen aufgebrochen, aber die Party ging unvermindert weiter. Die Sonne war untergegangen, und kleine funkelnde Lichterketten, die um und über jeden leblosen Gegenstand gewunden waren, umgaben die Tanzfläche in einem sanft schimmernden Kreis.

Max öffnete den Mund, um weiterzusprechen, stotterte jedoch nur. Seine Verlegenheit brachte Grace zum Lächeln. Sie wusste, dass er sich seit ein paar Stunden auf etwas vorbereitete. Sie konnte in ihm lesen wie in einem Buch.

»Ich bleibe heute Nacht hier«, setzte er an. Seine Augen wanderten zu ihren Füßen, die langsam von einer Seite auf die andere traten. »Carter hat mich gebeten, ein paar Tage lang auf das Haus aufzupassen, solange der Putztrupp da ist und was auch immer, und …« Er stieß die Luft aus. Sein Blick war glühend, als er ihr in die Augen sah, und raubte ihr den Atem. »Ich erwarte nichts, aber … Ich würde mich wirklich freuen, wenn du bei mir bleiben würdest.«

Grace strich über seinen Bizeps und seine Schulter, legte ihm die Hand in den Nacken und zog seinen Mund zu ihrem. »Liebend gern«, flüsterte sie, denn das war die Wahrheit. Sie konnte sich nichts vorstellen, was sie lieber wollte, als wieder in Max’ Armen zu schlafen.

Max erwachte allmählich mit dem Geruch von Meer und Kakaobutter in der Nase. Er blinzelte den Schlaf fort und lächelte träge, als ihm bewusst wurde, dass Grace sich an seine Seite kuschelte, die Wange an seiner Schulter und ihre Hand über seinem Herzen. Wie passend. Sie schlief tief und fest, so weich und wunderschön an seiner Seite. Er befand sich immer noch in einem leichten Schockzustand, weil sie bei Carter und Kats Hochzeit aufgetaucht war, aber die Freude, die darauf folgte, war jäh und überwältigend.

Er wusste, wie verdammt glücklich er sich schätzen konnte, noch eine zweite Chance bei ihr bekommen zu haben, und er würde dafür sorgen, dass er es diesmal nicht wieder verbockte. Sie beinahe verloren zu haben war hart genug gewesen.

Es war unglaublich gewesen, als sie gestern Nacht zusammen ins Bett gestiegen waren und nichts anderes getan hatten, als sich zu küssen, und es hatte Max bestätigt, was er bereits wusste. Er konnte die Worte noch nicht aussprechen, aber er spürte jedes Quäntchen Liebe, das er für sie empfand, in jeder Faser seines Körpers.

Nach einem zärtlichen Kuss auf ihre Nase schob er die Bettdecke von sich und stand leise auf. Immer noch schlafend murmelte Grace irgendetwas und kuschelte sich tiefer in die Kissen. Max schlüpfte in eine Jogginghose und ein graues Tanktop, dann schlich er aus dem Zimmer, um in die Küche hinunter zu gehen.

Das Knarren eines Dielenbretts und das leise Geräusch einer sich schließenden Tür am Ende des Flurs veranlassten Max dazu, sich umzudrehen. Riley stand mit einer Hand am Türknauf des Zimmers, das er gerade verlassen hatte, seine Anzugschuhe in der anderen Hand. Seine Hose war offen, sein Hemd hing heraus, und seine Füße waren nackt. Er erstarrte, als er Max bemerkte.

»Die Brünette?«, fragte Max, womit er das Mädchen meinte, das Riley auf der Hochzeit schon von der ersten Minute an schöne Augen gemacht hatte. Riley zuckte nur die Schultern und lächelte ohne Verlegenheit. Max schüttelte schnaubend den Kopf. »Verdammt, du änderst dich wohl nie, Mann.«

Riley verdrehte die Augen und folgte Max die Treppe hinunter in die Küche, die das angeheuerte Reinigungspersonal bereits teilweise aufgeräumt hatte. Die Arbeitsflächen waren noch immer mit Champagnergläsern übersät, und zahlreiche volle Abfallsäcke standen an der Hintertür bereit, um abgeholt zu werden. Riley pflanzte sich auf einen Barhocker an der relativ freien Frühstücksbar und schaute Max dabei zu, wie er Kaffee aufbrühte, ein paar Eier kochte und Toast machte.

»Also, wie geht’s Running Girl?«, fragte Riley und schlürfte den Orangensaft, den Max vor ihn hingestellt hatte.

»Gut«, antwortete Max mit einem breiten Lächeln.

Riley nickte und stützte die verschränkten Arme auf die Bar. »Das freut mich für dich, Alter.« Er neigte den Kopf zur Seite und wirkte bekümmert, trotz seiner Worte.

Max war aufgefallen, dass Riley in letzter Zeit seltener lächelte, und das beunruhigte ihn. Riley war normalerweise der Mittelpunkt jeder Party, und ihn so ernst zu sehen war ebenso besorgniserregend wie untypisch. Offen gesagt sah er verdammt mitgenommen aus, und Max hatte den Verdacht, dass das nicht nur vom Alkohol kam.

»Was ist los?«, fragte Max beiläufig. »Hat es die Kleine oben nicht gebracht?« Er lachte, aber es klang hohl in der großen Küche.

Riley zog eine Schulter hoch und rieb sich mit der Hand übers Gesicht. »Nein, es war … Es war, was es war. Es ist nur … Ich bin nicht … Scheiße, ich weiß es nicht.«

Max stellte einen Teller mit Toast zwischen sie, zusammen mit Butter, einem Glas Marmelade und einem mit Nutella. Dann setzte er sich seinem Freund gegenüber. Riley fehlten normalerweise nie die Worte. »Komm schon«, ermutigte er ihn. »Rede mit mir. Was ist los?«

Riley stieß den Atem aus und zog die Augenbrauen hoch. »Ich weiß nicht mal, wo ich anfangen soll.« Er biss von seinem Toast ab und seufzte. »Ich fühle mich irgendwie … Keine Ahnung, rastlos? Alles verändert sich. Carter hat geheiratet, verdammt. Du bist total verknallt in dein Mädchen.« Sein Lächeln war wehmütig. »Es ist, als ob …« Er schüttelte den Kopf und schaute durchs Fenster aufs Meer hinaus.

Max umfasste seine Ellbogen und lehnte sich vor. »Ich mache mir Sorgen um dich, Mann. Was ist los mit dir? Hat das irgendwas mit dem zu tun, was du mir erzählt hast?«

Rileys Miene verkrampfte sich. Er wusste, worauf Max anspielte. Vor Wochen, als Max Liebeskummer wegen Grace gehabt hatte, hatte Riley ihm gesagt, er wisse, was Max gerade durchmache, weil auch er einmal die Frau verloren habe, die er liebte.

Das hatte Max vollkommen schockiert. In den zehn Jahren ihrer Freundschaft war Riley für zwei Dinge bekannt gewesen: seinen unersättlichen Appetit auf Frauen und seine Fähigkeit, alles und jeden unter den Tisch zu trinken. Es hatte nie auch nur den Hauch einer Beziehung gegeben, die länger als eine Nacht gedauert hatte, geschweige denn Liebe.

Riley räusperte sich und begann, eine dritte Scheibe Toast mit Butter zu bestreichen. »Ich bin einfach nur ein Weichei«, sagte er grinsend, doch seine Augen verrieten ihn. »Beachte mich gar nicht.«

Max nickte, fest entschlossen, später weiter nachzuhaken.

Riley blieb nicht mehr lange, nachdem er fertig gegessen hatte, sondern machte sich rasch aus dem Staub, bevor seine Eroberung ein wenig beschämt und zerzaust auftauchte und sich ebenso rasch verdrückte.

Max machte sich mit einem Tablett mit Essen, Kaffee und Saft auf den Weg die Treppe hoch zurück in sein Zimmer. Als er die Tür aufstieß, sah er Grace nur mit seinem weißen T-Shirt bekleidet neben dem großen, offenen Fenster stehen, das auf den Strand hinausblickte. Sie hatte die Augen geschlossen, und ihr Haar bewegte sich leicht im Wind. Ihre langen Beine waren unglaublich. Sie öffnete die Augen, als Max die Tür schloss, und lächelte über die Gaben in seinen Händen.

»Du kannst meine Gedanken lesen.« Sie ging zu ihm, während er das Tablett auf den Schminktisch stellte.

»Ich hatte Angst, dass sich die Nachbarn beschweren, wenn ich deinen Magen noch lange so knurren lasse«, witzelte Max und lachte, als Grace ihm einen Klaps auf den Arm versetzte. Er schnappte ihre Hand und hob sie an seine Lippen, um zärtlich ihre Finger zu küssen.

»Morgen«, sagte sie, ihre grünen Augen auf seinen Mund geheftet.

»Morgen.« Er beugte sich hinunter, um sie zu küssen, völlig verloren in seinem Bedürfnis, sie zu kosten. Er hatte sich so heftig bemüht, sie nicht zu wollen, nicht zu lieben, nicht zu küssen, aber, Scheiße, was konnte er tun? Er war nun mal verrückt nach ihr.

Der Kuss begann unschuldig, da Max sich zögerlich und vorsichtig verhielt, um sie nicht zu bedrängen. Als ihre kleine Zunge hervorschnellte, um seine zu begrüßen, erfüllte ihn ihre Bereitwilligkeit mit heißer Lust, und er zog sie enger an sich. Er nahm ihr Gesicht in die Hände und stöhnte in ihren Mund, als ihre Nägel sich in seinen Nacken und seine Schultern gruben. Er liebte sie, wenn sie so war, so leidenschaftlich und willig.

Ihre Münder wurden hungriger, die Hitze, die stets zwischen ihnen brodelte, flammte zu etwas Größerem auf, etwas, das Max dazu veranlasste, sie hochzuheben und zum Bett zu tragen, wo er Grace rittlings auf seinen Schoß setzte. Mit kreisenden Hüften rieb sie ihre interessanten Stellen an seinen.

»Verdammt«, murmelte er an ihrem Mund.

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